Ausgeräumt: Die Mär vom Ausweichverkehr in der „Welt“

Clipping aus der „Welt“ online vom 2.6.2015

Clipping aus der „Welt“ online vom 2.6.2015

Die „Welt“ berichtet über unser Thema – und sprach dazu auch mit dem Vorsitzenden der Vereinigten Arbeitsgemeinschaften gegen Motorradlärm (VAGM e.V.) und BUND-Sprecher Holger Siegel. Schöner Vorspann: „Stampfende Einzylinder, brabbelnde V2-Aggregate, hochdrehende Vierzylinder – Motorräder haben ihren eigenen Sound. Der begeistert jedoch meist nur die Fahrer. Für die Mehrheit ist es Lärmbelästigung.“ Michael Lenzen, Vorsitzender des Bundesverbandes der Motorradfahrer, beklagt in dem Beitrag die steigende Zahl der gesperrten Strecken und wiederholt einmal mehr die Parole vom Motorradstammtisch, der wir hier einmal widersprechen wollen: „Streckensperrungen sind keine Lösung. Die Motorradfahrer weichen dann über eine andere Strecke aus“, sagt Lenzen. Das Argument mag für Berufsverkehr stimmen und vielleicht auch für den Motorrad-Tourenverkehr. An vielen Hotspots wird jedoch mit den Rennmaschinen stur hoch und runter gefahren, weil die Strecke Spaß macht. Wer so eine Strecke sperrt, leitet zwar den Tourenverkehr um – aber der hat wesentlich niedrigere Anteile von Krachmachern und stört deshalb weniger bis niemanden. Nur den Sportfahrern würde man ihren illegalen Spielplatz wegnehmen. Und vielleicht den Corpsgeist der Biker aufbrechen, damit endlich klar wird: Wer die Krachmacher und Raser in Schutz nimmt , muss auch Streckensperrungen in Kauf nehmen.

Veröffentlicht in Allgemein, Medienberichte, Meinung, VAGM
8 Kommentare zu “Ausgeräumt: Die Mär vom Ausweichverkehr in der „Welt“
  1. Andreas sagt:

    Mal wieder super recherchiert! Zitat:

    „Wer einen sogenannten DB-Eater benutzt, riskiert keinen Punkt in Flensburg, sondern lediglich ein geringes Bußgeld.“

    Also wenn ich für das Benutzen ein Bußgeld zahle, baue ich ihn natürlich aus.

    • Keimrich sagt:

      Was wiederum ein gutes Argument ist für Punkte und Bußgelder, wenn so was sogar solche hartgesottenen Lärmer wie Sie abschreckt…
      PS: Ich schicke der WELT das k, das in dem inkriminierten Satz fehlt.

  2. Peter Burg sagt:

    Die Betreiber dieser Seite versuchen ein Lobby aufzzbauen und argumentieren wie die Bildzeitung. Wirklich Ahnung haben sie aber nicht. Wieder mal ein Club von hobbylosen Rentnern, die mit ihrem Leben nichts anfangen können und deswegen gegen gewisse Gruppen hetzen. Toleranz ist nichts zum Essen!

    Gruß P.Burg

    • Reto sagt:

      Hallo Herr Burg,
      Toleranz bedeutet aber nicht, dass man sich belästigen und terrorisieren lassen muss. Von Leuten, die ein Hobby haben, das andere Menschen unnötig belästigt? Und zudem meist ohne dabei Rücksicht auf Gesetze, Normen und Regeln des Straßenverkehrs zu nehmen. Ich meine: Ich ziehe „Senioren ohne Hobby“ jenen Menschen vor, denen es scheißegal ist, ob andere unter ihrem Hobby leiden. Ach ja: Wie mir glaubhaft versichert wurde, geht Motorradfahren auch relatuv leise. Nicht mit 160 PS freilich, aber die braucht man ja auch nicht, wenn man sich an die Regeln des Straßenverkehrs halten will.

    • Sonja Weskamp sagt:

      Toleranz? Lärmverursacher sind also tolerant gegenüber den Anwohnern, deren Haus und Hof nicht mehr bewohnbar sind, und die sich nicht wehren können? Was ist eigentlich wichtiger?
      Ein Recht auf „Wohnen“ oder das vermeintliche Recht, andere am Wohnen im eigenen Haus zu hindern?
      Ich bin übrigens weder „Senior“, Herr Burg, sondern habe 4 Kinder, mit denen ich die Wochenenden in meinem eigenen Garten in meinem eigenen Planschbecken verbringen möchte, was solche netten Mitbürger wie Sie mir und meinen Kindern regelmäßig versauen.
      Wir können uns dann im November wieder in unseren eigenen Garten setzen.
      Wenn man sich übrignes mal die typische Motorradklientel anschaut sind das überwiegend hobbylose übergewichtige biersaufende Frührentner, die jungen Familien wie uns das Leben zur Hölle machen und mit ihrer Raserei hier in der Gegend (Solling/ Weserbergland) auch noch das Leben und Gesundheit der Kinder gefährden.

  3. Nicole sagt:

    Liebes Team von Motorradlärm.de,

    tröstlich zu hören, dass ich und viele andere Anwohner nicht die einzigen sind, die samstäglich, sonntäglich und an jedem Schönwetter-Feiertag unter diesem Terror leiden. Ernüchternd zu lesen allerdings, dass anscheinend in diesem Land das Wohle Vieler dem Egoismus Einzelner zum Opfer fällt.

    Dass Lärm krank macht, ist keine neue Erkenntnis, ebenso wenig, dass 30% der Bevölkerung dauerhaft unter Stresssymptomen leiden, die zu psychosomatischen Problemen bis hin zu schweren Depressionen führen – die Behandlungskosten hierfür belasten alljährlich das Gesundheitssystem ebenso wie Arbeitgeber.

    Ich frage mich also, was kann man gegen den Terror auf zwei Rädern tun? Wohlgemerkt unterscheide ich zwischen all denjenigen, die friedlich durch die Landschaft cruisen und nicht lauter als PKW sind und denjenigen, die ihren lautstarken Terror kilometerweit durch die Landschaft tragen – und das im Naturpark Altmühltal – einem Erholungsgebiet mit ruhesuchenden Touristen und Bewohnern, die am Wochenende eigentlich nur eines wollen: RUHE.

    Braucht es eine bundesweite Petition, braucht es massiven Druck per Medien an die Politik – was ist zu tun, dass die Mehrheit der Lärmgeschädigten in diesem Land zu ihrem Recht auf Erholung, Ruhe und Nutzung des Gartens kommt?

    Im konkreten Fall geht es bei uns um die WUG 9 – Langenaltheim – Pappenheim, eine Serpentinenstrecke, welche seit der Streckensperrung Zimmern-Bieswang als Ersatzrennstrecke dient.

  4. Carsten sagt:

    Ich bin Motorradfahrer aus Hamburg (BMW R 1200 R mit original Auspuff!). Es nervt mich massiv, dass sehr viele Biker mit illegalen Endtöpfen unterwegs sind, und denen so gut wie nie etwas passiert, wenn sie kontrolliert werden!
    Harley Days 2015 in Hamburg. Es wurden weniger als 10 Motorräder bei Kontrollen still gelegt. Aber etwa 70% der Harleys in Hamburg waren zu laut!

    Streckensperrungen helfen sicher einigen Anwohnern, aber werden dadurch die Motorräder leiser?

    Das Problem liegt an der Lärm-Messmöglichkeit vor Ort bei Kontrollen! Hier ist der Gesetzgeber gefragt, die Polizei so auszurüsten, dass alle Motorräder, die mit veränderten Endtöpfen (also mit ABE) die vorgeschriebenen Werte überschreiten, auch sofort stillgelegt werden können!

    Verfolgt werden zuweilen nur die, mit Endtöpfen ohne ABE oder ohne Schaldämpfer (DB-eater) im Endtopf. Es gibt aber auch Anlagen mit manueller Klappensteuerung am Lenker, oder manipulierte Schalldämpfer.
    Als Verkehrsteilnehmer (ob mit PKW oder Krad) habe ich auch den Eindruck (zumindest in Hamburg und Umgebung), dass Kontrollen nur stattfinden, wenn auch genügend Geld für den Staat dabei heraus springt. In Hamburg gibt es jeden Tag bis zu 50 Geschwindigkeitskontrollen, aber keine Lärmkontrollen!

    Das Lärmproblem betrifft im Übrigen nicht nur Motorräder. Ferrari, Lamborghini, Porsche, AMG Mercedes, etc.. Allesamt extrem laut, bei starker Beschleunigung. Aber die Zulassungszahlen im Vergleich zu Motorrädern sind sehr gering, da diese Fahrzeuge auch extrem teuer sind. Da fallen die dann weniger auf.

    Es gibt unter Motorradfahrern auch die Meinung, „wer mich hört, sieht mich auch rechtzeitig“. Dieses Argument ist im Grunde nicht falsch. Als Motorradfahrer kann ich ein Lied davon singen, wie oft ich mit der leisen BMW schon von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen wurde, und wie viele beinahe Unfälle es dabei gab! (Trotz eingeschaltetem Licht und auffälliger heller Kleidung! Überwiegend waren es Vorfahrt Verstöße der anderen.)

    Ich finde es wichtig, das alle Beteiligten tolerant und respektvoll mit einander umgehen, und dabei die Suche, nach einer gerechten Lösung für alle, nicht aus den Augen verlieren.

    • Reto sagt:

      Hallo und Danke für die Wortmeldung,
      ja – Krach machen ist in auf deutschen Straßen (auch Porsches etc.)
      Ich/wir teilen nahezu jede Ihrer Ansichten – bis auf das mit dem „wer mich hört, sieht mich auch rechtzeitig“.
      Ich halte das für eine Schutzbehauptung, die dazu dienen soll, den Lärm in einen Vorteil umzumünzen.
      Auf dem Motorrad muss man meines Erachtens so unterwegs sein, dass man damit umgehen kann, wenn man übersehen wird oder wenn andere Verkehrsteilnehmer meinen, ein Motorrad habe denselben Bremsweg wie ein Auto und man könne hier die Vorfahrt nehmen.
      Geschlossene Scheiben und ein Lied im Radio führen oft genug dazu, dass Martinshörner überhört werden.
      Und laut werden die meisten Bikes ja erst richtig bei Vollgas – beides nimmt der „Schutzmaßnahme“ den Effekt.
      Ansonsten (auch was die Lautstärke Ihrer BMW im Originalzustand angeht) alles Knorke.

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