Bis zu 24-mal lauter als zulässig – und legal

Die Basler Zeitung berichtet von einer briet angelegten Initiative gegen Motorrad- und Sportwagenlärm.

Die Basler Zeitung berichtet von einer breit angelegten Initiative gegen Motorrad- und Sportwagenlärm.

Messungen der Kantonspolizei Zürich ergaben, dass gewisse Motorradtypen bis zu 24-mal lauter waren als erlaubt – mit EU-Zulassung. Ironie an: Komisch, die werden doch in der Zulassung immer leiser? Ironie aus. Die Basler Zeitung berichtet, dass sich in der Schweiz ein Bündnis gegen die Lärmbelästigung durch laute Motorräder und Sportwagen formiert. Dazu muss man wissen: Die Schweiz ist über Verträge an das EU-Zulassungsrecht mit seiner allumfassenden Idiotie angebunden. Topographie des Landes und finanzielle Potenz der lärmaffinen Poser-Kundschaft macht das Problem mittlerweile für viele Schweizer und den normalen Tourismus unerträglich. Die BAZ schreibt:  „Seit Jahren ist bekannt, dass gewisse Motorräder und Sportwagen zu laut herumfahren. 2014 hiess es in einem Bericht des Bundesamtes für Strassen (Astra), dass Motorräder systematisch mehr lärmen, als sie eigentlich dürften – und doch könne die Polizei nicht dagegen einschreiten. Wie die Astra-Untersuchungen nämlich zeigten, trickst ein Grossteil der Hersteller, um den von den Kunden gewünschten «Sound» zu erzeugen. Die Maschinen werden so programmiert, dass sie die Emissionsvorschriften einhalten, allerdings nur unter den Laborbedingungen der massgeblichen Geräuschtests.“ Was die deutschen Hersteller angeht, ist das ja nichts Neues – vielleicht werden jetzt wenigstens die Eidgenossen aktiv.

Veröffentlicht in Gesetze, Hotspots, Medienberichte, Polizei
8 Kommentare zu “Bis zu 24-mal lauter als zulässig – und legal
  1. Treppenwitz sagt:

    Guiten Tag!
    Die Schweizer gehören nicht zur EU aber dürfen sich akustisch an der europäischn Schludrigkeit laben . Das Lärmchaos in Deutschland und in der EU ist mithin ein Grund , Euro-Skeptiker zu werden. Denn der unflexiblen Bürokratie haben wir diesen Mist zu verdanken . Ich finde besonders die Kommentare lesenswert . Wenn ich mir Urlaube in der Schweiz noch leisten könnte , dann würde ich jetzt darauf verzichten.

  2. Matthias sagt:

    Wer gestern im Fernsehen das Magazin „Monitor“ gesehen hat, konnte staunen, wie die Banken mittels eines eigenen ins Ministerium eingeschleusten Mitarbeiters ganze Gesetze gestaltet haben, in diesem Fall zur Legalisierung von sogenannten Cum-Ex-Geschäften zum immensen Schaden des Steuerzahlers. Man spricht von 10.000.000.000 Euro, die dadurch direkt aus dem Steuersäckel an Banken und die Finanzelite geflossen sein sollen.

    Das ist schon kein Skandal mehr. Für mich ist das die vollständige Bankrott-Erklärung der Demokratie. Wofür gehen wir noch wählen, wenn hinterher die Gesetze durch die Industrie formuliert werden?

    Der beschriebene Vorfall ist sicher nur die Spitze des Eisberges. Was haben wir von diesem Staat und dieser EU zu erwarten, wenn die Industrie die Gesetze gestaltet?

    Ich weiß, ich wiederhole mich:
    Ich kann nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte!

    • Peter sagt:

      @Matthias
      Gemessen an den Kosten für Lärmschutz sind diese 10Mrd. noch ein Schnäppchen. Anstelle den Lärm bereits am Ursprung zu vermeiden gibt’s TÜV auf Klappenanlagen, EU-Krawalltröten und gesteuerte Fehlzündungen kränker geht`s nicht. Bezahlt wird das mit Steuergeldern, die gesundheitlichen Auswirkungen des Lärms schlagen sich in den Beiträgen der Krankenkassen nieder, nicht wenige bezahlen es gar mit ihrem Leben. Diese EU-Lobbykasperl sind ihr Geld nicht wert, dass ist astreine Volksverarsche!

  3. Frank sagt:

    Hallo Peter, die „Lobbykasperl“ sind sicher ihr Geld wert. Tragen doch auch alle Gesetze und EU-Richtlinien im Bereich KFZ – wie beispielsweise Messnormen und Zulasssungskriterien – die lupenreine Handschrift der Industrie.

    Wie Matthias schon sagte: Die Politik schafft sich und die Demokratie ab. Vielleicht sollten gleich die Bosse kandidieren…

  4. Frank sagt:

    Dazu passt der Artikel in „Spiegel-Online“ von heute:

    Überschrift: „Kanzleramt streicht Hinweis auf Rechte von VW-Kunden“

    „Die Große Koalition stellt die Interessen der Autoindustrie offenbar über die von Hunderttausenden VW-Kunden. Das geht aus internen Regierungsunterlagen hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.“

    Anmerkung: Nicht nur VW-Kunden sind rechtlos – auch betroffene Anwohner haben von dieser besonders industriefreundlichen Regierung nichts zu erwarten.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-kanzleramt-streicht-hinweis-auf-rechte-von-vw-kunden-a-1114763.html

  5. Frank sagt:

    Gesetzeslücken und „Finten“ soweit das Auge reicht – in der freien Wirtschaft würden die Verantwortlichen einfach entlassen. In der Politik gibt’s dafür Diäten und die beste Altersversorgung. Wann gab es eigentlich den letzten Rücktritt aufgrund von Versagen im Amt?

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fahrzeugkontrolle-dobrindts-finte-1.3186230

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