„…dass ein paar wenige Motorradfahrer so viele Leute tyrannisieren“

Ausriss aus dem Reutlinger Generalanzeiger: Im Lautertal gibts auch jetzt noch Protest gegen den Lärm.

Ausriss aus dem Reutlinger Generalanzeiger: Im Lautertal gibts auch jetzt noch Protest gegen den Lärm. Quelle: GEA

 

Das Lautertal auf der Schwäbischen Alb bei Münsingen ist ein Idyll und Biosphärenreservat – nur finden daran leider auch unsere Freunde von der Krachmacherfraktion auf zwei Rädern Gefallen. Der Reutlinger Generalanzeiger berichtet über verzweifelte Anwohner  und bemühte Politiker bzw. Verwaltungsleute. Leider kommt von offizieller Seite von Schwarz bis Grün immer die gleiche Leier und wenig Hoffnung. Trotz rücksichtsloser Hersteller, trotz Umgehung von Zulassungnormen wie beim Abgas, trotz viel zu lauter EU-ABE-Auspuffe, trotz Klappenauspuff und Entfall der Punkte für Auspuffmanipulationen. Trotz, trotz, trotz …

Eine Regionalpolitikerin der Grünen findet die richtigen Worte – nur leider keine Handhabe: Im Sommer sei es immer laut, nicht nur an den Wochenenden, sondern auch abends. »Es kann aber nicht sein, dass ein paar wenige Motorradfahrer so viele Leute tyrannisieren.« Vergrämen könne neben Geschwindigkeitsbegrenzungen, vermehrten Kontrollen und Fahrbahnschikanen eine Maßnahme zur Verringerung des Lärms sein.

Interessant ist, dass sich im Lautertal eine Motorradfahrer-Initiative gegründet hat, die LiLa heißt – das Akronym meint „Leise im Lautertal“ und ist wohl einzigartig in der Republik. Der gute Wille zählt: Offensichtlich ist der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass die Biker hier mittlerweile Strecksperrungen befürchten – und deshalb eigene Regeln aufstellen. Die ernst zu nehmende Drohung mit Streckensperrungen mobilisiert wenigstens die Gutwilligen unter den Kradfahrern. Die anderen werden sich von zehn Euro Strafen für Durchfahren trotz Verbots (das nenne ich  wehrhafte Demokratie) nicht abschrecken lassen.

Beispiele aus dem LiLa-Repertoire:

  • Wir sind Gäste im Lautertal und benehmen uns auch wie Gäste
  • wir fahren „anwohnerfreundlich“! wir benutzen die Straße nicht als Rennstrecke
  • unsere Motorräder sind in allen Teilen zum Straßenverkehr zugelassen
  • wir halten uns an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • wir fahren rücksichtsvoll und defensiv (Raser, ob Auto, Quad oder Motorrad lassen wir vorbeiziehen)
  • wir fahren im gemäßigten Drehzahlbereich
  • in Gruppen fahren wir geordnet mit genügend Sicherheitsabstand
  • wir fahren nicht unnötigerweise hin und her…

Die beiden freundlichen Herren, die auf der LiLa-Seite zu sehen sind, sehen auch wirklich nicht so aus, als würden sie Rennen fahren oder mutwillig Auspuffe manipulieren. Das linke Motorrad allerdings ist eine auch für Laien zu erkennende BMW GS und die hat seit Baujahr 2010 einen Klappenauspuff, der bei der Geräuschprüfung die Klappe schließt und ausserhalb des Normzyklus alle Grenzwerte reißt. Nachlesen kann man das im Test bei Motorrad Online.  Dort kann man auch die 14 andern „zum Straßenverkehr zugelassenen“ Legalauspuffe anhören, die Ursache für dieses Problem sind. Aber wie schon gesagt: Der gute Wille zählt.

Veröffentlicht in BMW Motorrad, Gesetze, Hotspots, Medienberichte, VAGM
22 Kommentare zu “„…dass ein paar wenige Motorradfahrer so viele Leute tyrannisieren“
  1. Maike sagt:

    Ein paar wenige? Daran habe ich seit diesem Sommer meine Zweifel! So laut war es noch nie. Zusätzlich wird der Ton immer tiefer, so dass die Wände wackeln. Außerdem scheinen absichtliche Krachgeräusche oder Fehlzündungen (?) im Trend zu liegen. Es wird immer abartiger!

  2. Grins! sagt:

    auch die netten Heren von LiLa fahren also Motorräder mit Auspuffklappen!
    Ich schmeiss mich weg! Das ist ja der Gipfel der Heuchelei!

    • Reto sagt:

      Nein, das zeigt nur, dass es den „netten Herren“ mit den ja bis 2016 legalen Auspuffklappen, die die Norm umgehen, laut genug ist. Und dass sie kein Problembewusstsein haben – wie leider die meisten.

      • Rene Rose sagt:

        Problembewusstsein?

        Denen ist es doch völlig egal!

        Es sind auch nicht einige wenige. Meine Beobachtungen (zwangsläufig) zeigen, das es gut 40% sind, die für mein Verständnis völlig aus der Reihe tanzen. Was Fahrweise und Geschwindigkeit und vor allen Lärm Emission angeht. Das ganze findet ja bewusst statt. Das Herunterbremsen im Dorf wird bewusst unterlassen und das Aufreißen des Motors am Ortsausgang auch. Das ist einfach purer Egoismus und stolz kommunizierte Rücksichtslosigkeit. Bring dieses Thema mal bei denen vor, die Antworten sind immer die gleichen. Wir sind schließlich selbst Schuld, dass wir billig an deren Lieblingsstrecken wohnen und klar und deutlich, die Auswirkungen bei den Anwohnern sind denen egal.

      • Gixxer sagt:

        Ich glaube da liegen sie falsch. Klappensysteme gibt es auch legal nach 2016. Es hat sich nur der Bereich geändert wo die Soundkiller schliessen. http://www.bikersnews.de/motorrad/test+und+technik/soundmanagement_161.html

  3. A.A. sagt:

    Eine Gesellschaft gibt sich Normen, die den Stand der Technik abbilden sollen. Und die Industrie tut alles technisch Mögliche, diese Normen zu umgehen. Das ist faktisch Betrug, denn egal ob CO2, NOX, DB oder L/100km – es geht immer um zugesicherte Eigenschaften des Produkts nicht nur gegenüber dem Verbraucher, sondern gegenüber der Gesellschaft. Und dass hier seit fast 20 Jahren Politiker, Polizei und Beamte sich hinstellen und sagen: „Da kann man nichts machen…“ das ist der eigentliche Skandal und schürt die Politik- und Europaverdrossenheit. Im speziellen Fall der Dezibel kann ich übrigens mittlerweile auch das Thema Lügenpresse nachvollziehen. Diese Lobeshymnen der Fachjournalisten auf ohrenscheinlich manipulierte und zu laute Fahrzeuge ist unerträglich und zeigt letztlich, wie anzeigengesteuert diese „freie Presse“ letztlich ist. Diese geschmierten Gestalten leben in ihrer Blase, mit lauter Kumpels, deren Vokabular sich auf „Boaaa, geiler Sound“ reduziert. Sie waren die ersten, die den Skandal erkannten. Aber beschrieben haben Sie nur, wie es ihnen gefällt. Ich wünsche den Machern dieser Seite weiter Durchhaltevermögen – sie bohren am rechten Fleck.

  4. G. Merz sagt:

    Das Große Lautertal ist nicht nur meine Heimat sondern eine wunderschöne Gegend. Und was diese Menschen mit ihren Motorrädern hier anrichten, ist leider an egoistischer Manier nicht zu überbieten. Spaß haben auf Kosten aller anderer. Die Anwohner sind hilflos und ihnen stehen eine hilflose Polizei und Politik standhaft bei. Und wenn man dann die Motorradseiten des Internets nach diesem Thema durchforstet, dann gibt es nur Häme und die rotzfreche Forderung, doch mehr für die Fahrsicherheit zu tun. Also lasst uns doch einfach diese schönste Gegend der Alb zur Rennstrecke ausbauen, die Leitplanken verdoppeln, Bäume absägen und Kiesbette ausheben, damit die Überflieger sich nicht das Hirn einrennen und am nächsten Wochenende wieder vorbeikommen und uns belästigen. Die ganze Region lebt ja nur von der Terrassengastronomie, die unter diesem Volk aufblüht. Und sollte folglich dankbar sein.

  5. Anwohner W. sagt:

    Daumen Hoch für LiLA! Es ist mal ein erster Schritt, dass sich Motorradfahrer dazu bekennen, dass es da ein Problem gibt. Ein Treppenwitz an der Geschihcte allerdinsg ist, dass die selber einen Klappenauspuff fahren…
    Denn sie wissen nicht, was sie tun.

  6. Anwohner W. sagt:

    Es ist November, gutes Wetter in Süddeutschland bei linden Temperaturen – und ich könnte Amok laufen wegen dieser Krawallbrüder.

  7. FS sagt:

    Hallo Miteinander! Ich habe unseren Verkehrsminister angeschrieben und mal gefragt, was das alles soll und wie es weitergeht. Auf eine Antwort warte ich seit jetzt zwei Wochen schon. Ob da wohl noch was kommt? Man gewinnt den Eindruck, dass unsere politischen „Eliten“ sich mehr und mehr vom Volk entfernen…

    Hier meine Anfrage:
    (versendet am 30.11.2016 an: email hidden; JavaScript is required, email hidden; JavaScript is required)

    Sehr geehrter Herr Dobrindt,

    ich frage mich schon länger, warum es auf den Straßen immer lauter, anstatt dem technischen Fortschritt entsprechend immer leiser wird. Nach meinen Informationen betrifft dieses mindestens 13 Mio. Anlieger von Hauptverkehrsstraßen in Deutschland.

    Wenn man die Medien verfolgt, dann liegt der Grund dafür auf der Hand: Auspuffklappensysteme als Standard oder als Zubehör bei allen „sportlichen“ Autos oder Motorrädern.

    ————————————–

    In der Presse kann man beispielsweise nachlesen:

    Aus einem aktuellen Artikel über einen neuen Mercedes AMG (WELT-Online):
    „Am Heck erkennt man den AMG an dem kleinen Spoiler, der dicken Schürze mit Diffusor und den vier dicken Auspuffendrohren inklusive einschaltbarer Abgasklappen. Sind die offen, wird’s laut und vulgär: Wer im zweiten Gang Vollgas gibt, dem rieselt im Autobahntunnel der Beton von der Decke.“

    Oder über den Fiat 124 Abarth (WELT-Online):
    Was wirklich den Unterschied macht, das ist der Motor und mehr noch sein Sound: Aus dem bekannten 1,4-Liter-Triebwerk presst der Turbo jetzt statt 140 stolze 170 PS, und der Vierzylinder brüllt durch seinen Klappenauspuff, als hätte er mit Reißzwecken und Glasscherben gegurgelt. So laut und dreckig rotzt und röchelt das Triebwerk, dass einem angst und bange wird. Dass der kleine Racker so gefährlich wirken kann, hätte ich ihm wirklich nicht zugetraut. Und ich hätte erst recht nicht gedacht, dass ihm der TÜV so einen Krach durchgehen lässt.“

    Oder über den Audi TT RS (WELT-Online:
    „Denn diesen unnachahmlichen Fünfzylindersound bekommt nur Audi hin. Der Motor des TT RS klingt tief, heiser und dumpf, lockert den Bass beim Schalten kurz hell zwitschernd auf. Ein Klangteppich, der süchtig macht. Lauter gibt es nur beim Tuner.“

    Oder auch auf der Website von Renault:
    „Erleben Sie besonderen Nervenkitzel! Exklusiv für den neuen Renault Clio R.S. TROPHY hat sich Renault Sport Verstärkung bei einem renommierten Auspuffhersteller gesucht: Akrapovič. Völlig überarbeitet sorgt der Auspuff für den passenden Sound zu einer aufregenden Fahrt!“

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    Wie kann das sein, dass die Industrie auf breiter Front immer lautere Fahrzeuge anbietet?
    Wer bezahlt die neuerdings zusätzlich erforderlichen Schallschutzmaßnahmen bei Straßenanliegern?
    Wer entschädigt diese Menschen bezüglich Nutzungseinbußen (Garten!) und Wertverlust?
    Was werden Sie tun, um diesen Wildwuchs endlich einzudämmen?

    Mit freundlichen Grüßen

    >>> UM ANTWORT WIRD GEBETEN!!! <<<

    • FS sagt:

      Gestern erreichte mich folgende Antwort:

      Sehr geehrter Herr XXX,

      vielen Dank für Ihre Mail.

      Die Grenzwerte für Geräuschemissionen von Kraftfahrzeugen wurden entsprechend den Fortschritten der Technik im Laufe der Jahre mehrmals abgesenkt. Heute regelt die Richtlinie 97 /24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 06 .1997 die Geräuschforderungen an Kraftfahrzeuge in der Europäischen Union. Die Richtlinie schreibt das Geräuschmessverfahren und die Geräuschgrenzwerte vor.

      Die Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, diese Richtlinie in nationales Recht zu übernehmen. Ein nationales Abweichen von der Richtlinie, wie z.B. strengere Anforderungen an Schalldämpfer – wird als Aufbau eines Handelshemmnisses und damit als Verstoß gegen gültiges EU-Recht angesehen.

      Handlungsbedarf seitens des EU-Gesetzgebers besteht jedoch weniger bei den Grenzwerten selbst, sondern für die zur Zulassung durchzuführenden Messverfahren des Fahrgeräuschs. Das bisherige Messverfahren der vorgenannten Richtlinie zielt mit seinem Geschwindigkeitsbereich und der Gangwahl mehr auf das Volllastfahrverhalten. Das Geräuschverhalten bei höheren Geschwindigkeiten und Drehzahlen wird zurzeit nicht erfasst.
      Wichtig für die uneingeschränkte Nutzung von Kraftfahrzeugen auf allen Strecken und an allen Wochentagen ist hierbei vor allem ein praktikables Messverfahren im Rahmen von Straßenkontrollen. Dieses muss eine rasche und verlässliche Identifizierung von technischen Veränderungen (z.B. Manipulationen durch Entfernen von Schalldämpfereinsätzen bzw. Nutzung illegaler Modi) und rücksichtslosem Fahrverhalten, wie Fahren mit extrem hohen Drehzahlen, Geschwindigkeiten oder Beschleunigungen, sicherstellen. Hierzu wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine Richtlinie zur Überprüfung des Standgeräusches von Kraftfahrzeugen erlassen. Zukünftig ist beabsichtigt, neben der reinen Standgeräuschmessung im Rahmen von Straßenkontrollen und der periodischen Fahrzeugüberwachung eine – Fahrgeräuschmessung light – in Ergänzung zum genannten Typprüfverfahren zu etablieren. Hierfür wurde der Grundstein in der UN-Regelung Nr. 41 .04 gelegt. Diese zusätzliche Messmethode wird den Anwenderstaaten erst durch die Aufnahme in die UN R41.04 ermöglicht.

      Die Durchführung der straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften und damit auch die Verkehrskontrollen obliegen aufgrund der zwingend einzuhaltenden grundgesetzlichen, föderalen Aufgabenverteilung ausschließlich den Ländern. Das BMVI hat hier keine Eingriffs- oder Weisungsrechte. Informationen zum Thema Lärmschutz finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB): http://www.bmub.bund.de/themen/luft-laerm-verkehr/laermschutz/

      Falls Ihnen diese Informationen zum Lärmschutz nicht genügen, rate ich Ihnen, sich an den Bürgerservice des BMUB (email hidden; JavaScript is required) zu wenden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Bürgerservice

      Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
      Referat K 14 – Bürgerservice, Besucherdienst
      Invalidenstraße 44
      10115 Berlin

      Tel.: 030 – 2008 – 3060
      Fax: 030 – 2008 – 1942
      E-Mail: email hidden; JavaScript is required
      Internet: http://www.bmvi.de

      • FS sagt:

        Keine meiner Fragen (s.o.) wurde beantwortet! Meine Antwort auf die Antwort:

        Sehr geehrter Herr Dobrindt,

        vielen Dank für die leider sehr dürftige Stellungnahme aus Ihrem Haus zum Thema Lärm und Auspuffklappen bei sogenannten „sportlichen“ Kraftfahrzeugen.

        Sie schieben die Verantwortung für die zunehmende Lärmbelastung auf unseren Straßen an die EU ab, als ob diese Bundesregierung in Brüssel keinen Einfluss hätte. Wir fordern, dass sich die Bundesregierung mit Nachdruck für eine effektive Verbesserung der Situation der Bürger und Bürgerinnen einsetzt!

        Mittels Auspuffklappen umgeht die Industrie seit einigen Jahren systematisch die Regelungen, die durch die Richtlinie 97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17.06.1997 getroffen wurden. Die Absenkung der Grenzwerte hat daher keinerlei praktische Bedeutung. Statt dessen wurde die Richtlinie inzwischen von der Wirklichkeit vollständig überholt. Dieses bestätigt auch dieser Bericht des schweizer Fernsehens: http://www.srf.ch/play/tv/kassensturz/video/manipulierte-fahrzeugtests-auch-beim-laerm-wird-getrickst?id=8350eede-9e59-45d4-84cf-ac933286ce7a. Dass die Polizei mit der Durchführung der notwendigen Kontrollen aufgrund nicht praxistauglicher Messnormen vollständig überfordert ist, können wir allerdings auf Basis unserer Gespräche mit Polizisten bestätigen. Wir freuen uns, dass Sie den Handlungsbedarf an dieser Stelle erkennen.

        Im Fazit muss man feststellen, dass sich offenbar für die umwelt- und verkehrspolitische Fehlsteuerung – die dazu führt, dass bei uns und unseren Nachbarn zu Hause neuerdings alle paar Minuten die Lampe über dem Esstisch wackelt – niemand in dieser Bundesregierung zuständig fühlt. Dieses geschieht vollständig zu Lasten der betroffenen Anwohner. Ihren Hinweis bezüglich der Zuständigkeit des Umweltministeriums möchte ich gerne mit folgender, erstaunlicher Aussage eines Mitarbeiters dieses Ministeriums beantworten:

        ———————————-
        Sehr geehrter Herr XXX,

        innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesverkehrsministerium für Fragen des Verkehrslärmschutzes zuständig (…) Das Bundesumweltministerium hat insoweit keine Kompetenzen.

        Mit freundlichen Grüßen
        In Auftrag

        Dr. Bernd Hilger

        Bundesministerium für Umwelt,
        Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
        Leiter der Arbeitsgruppe IG I 7
        – Schutz vor Lärm und Erschütterungen –
        ———————————-

        Dieses muss man nicht weiter kommentieren. Vielmehr bitten wir Sie darum, hier für Klarheit zu sorgen und uns eine abgestimmte Stellungnahme der betreffenden Ministerien zu den Fragen in meiner E-Mail vom 30.11.2016 (Hinweis: siehe oben!) zukommen zu lassen!

        Mit freundlichen Grüßen

        • Timo Klaas sagt:

          Nette Idee aber den wird es kaum jucken, die Antwort ließt sich wie ein Standardtext der bereit gehalten wird wenn wieder einer rumheult. Hier sollten deutlich mehr Briefe geschrieben werden. Emails werden leicht gelöscht. Auf einen Brief zu antworten ist der Aufwand höher und wenn hunderte von diesen ankommen ist es auch wirksamer. Deswegen guter Einsatz aber bewirken wir er leider nichts….

  8. FS sagt:

    Hallo Herr Klaas,
    ich stimme Ihnen vollständig zu: Wenn wir unseren Hintern nicht vom Sofa kriegen, dann wird sich nichts ändern. Immerhin habe ich etwas getan. Briefe oder E-Mails? Egal! Hauptsache, die Leute, die hier bisher einfach nur so mitlesen, werden endlich aktiv!

    Hier die wichtigsten Adressen für alle, die neuerdings ebenfalls keinen Spaß mehr daran haben, ihren Garten zu nutzen oder plötzlich neue Schallschutzfenster brauchen oder wie bei uns und unseren Nachbarn alle paar Minuten die Lampe über dem Esstisch wackelt:

    Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
    Invalidenstraße 44
    D-10115 Berlin

    Telefon: +49 30 18 300-0
    Fax: +49 30 18 300 1920

    email hidden; JavaScript is required
    email hidden; JavaScript is required
    email hidden; JavaScript is required

    oder:

    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
    Stresemannstraße 128 – 130
    10117 Berlin

    Telefon: 030 18 305-0
    Telefax: 030 18 305-2044

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  9. Leisefahrer sagt:

    Als lärmgestresster Motorradfahrer möchte ich den Betreibern dieser Internetseite für ihre Initiative ausdrücklich danken! Nein, es ist kein Paradox leidenschaftlicher Motorradfahrer und trotzdem gegen den Terror durch überlaute Auspuffanlagen oder unnötig hoch drehende Motoren zu sein. Das Angebot an leisen Motorrädern – auch an potenten Big Bikes – ist mehr als ausreichend. Ich selbst hatte mich bei der Auswahl meines aktuellen Motorrads (Suzuki GSF 1250) an der Lärmpegelmessung des Straßenamtes ASTRA orientiert. So entschied ich mich für eine der leisesten dort aufgeführten. Es gibt leider wenige Kollegen, die meine Sichtweise teilen. Die meisten monieren, dass man das Moped an der Ampel ja garnicht höre; es müsse „Sound“ haben. Sie setzen mechanischen Lärm mit „Sound“, bzw. „Wohlklang“ gleich – die Idioten. Schon häufig ist es mir passiert, dass ich mich bei der Ausfahrt mit Kollegen von deren Gott-verdammten Radaukoffer belästigt fühlte und mich für den Lärm bei Ortsdurchfahrten schämte. Die übelsten Radaukoffer sind dabei jene mit grossvolumigen Zweizylindern und sogenannter „Sport“-Auspuffanlage. Während asoziale „Sport“-Auspuffanlagen schon lange lärmen, ist vor allem der Trend der letzten Jahre zu grossvolumigen Zweizylindern für die starke Lärmzunahme im unteren Frequenzbereich verantwortlich; solche Motoren, wie sie vornehmlich in den sich fast inflationär verbreitenden KTM Super Dukes, BMW Boxer und Ducatis, sowie in den schon immer zu lauten Zweiradtraktoren von Harley verbaut werden. Die Dinger erzeugen selbst bei niedrigen Drehzahl einen solchen Schalldruck, dass es schmerzt. – Und das ist genau der Punkt, weswegen Tempolimits bei grundsätzlich zu lauten Motorrädern nicht bringen!!! – Außerdem sanktioniert heute und in Zukunft niemand „Sound“-Junkies wenn sie, z.B. auf der Landstraße 70km/h im 2.ten Gang fahren, statt in den 5.ten zu schalten. Während der Lärmterrorist mit 70km/h bei 5000 min^-1 über einen längeren Zeitraum auf einen Ort einwirkt, fährt ein Leisefahrer mit 100km/h bei 2500min⁻1 deutlich leiser und eben flotter vorbei.
    Nein, die Sache ist viel einfacher. Lärm ist gesundheitsschädigend und deshalb hat der Gesetzgeber schon lange Dezibel-Grenzen für Motorfahrzeuge festgelegt. Im Arbeitsschutz gelten 80dB und mehr als gesundheitsschädigend. Und deshalb muss das Emittieren übermäßigen Lärms als Körperverletzung geahndet werden! Das Gerät, mit dem diese Körperverletzung begangen wird, ist als Waffe zu betrachten, die augenblicklich aus dem Verkehr zu ziehen ist! – Hierfür gibt es bereits Gesetze, die jedoch von der Polizei nicht konsequent angewandt werden! Und das ist das weitere Übel. Denn es ist natürlich viel lukrativer Schnellfahrer als „Raser“ zu diffamieren und abzuzocken. Sollte die Polizei irgendwann mal wieder als wirklicher „Freund und Helfer“ – hier der lärmgeplagten Bürger – handeln wollen, hätte ich noch ein Anregung: man schaffe sich bitte, mobile Schrottpressen an! Ich bin dafür, dass diese asozialen Lärm-Waffen vor Ort unschädlich gemacht werden – und zwar am Stück – nicht nur der Auspuff !!!!

  10. Maike sagt:

    Lieber Leisefahrer,
    ich hätte nicht gedacht, dass es Motorradfahrer gibt, die so denken und handeln. Ein helles Licht in einer immer dunkleren Welt. Wenn alle so denken würden, gäbe es diese Seite nicht. Ich bin einfach nur sprachlos – Respekt!!!

  11. Frank sagt:

    @Leisefahrer
    Respekt!

    @Maike
    Es gibt noch mehr Motorradfahrer, die sich benehmen können und ein gutes Beispiel für andere darstellen – wenn auch der Humor manchmal mit dem Guten durchgeht und in der Argumentation die Gesundheit der Anwohner zu kurz kommt. Trotzdem meine ich, dass es mehr von diesen Leuten braucht: https://www.youtube.com/watch?v=ZVdPRIbBisg

  12. Nagel, Pedro sagt:

    Hallo zusammen
    Ich bin 57J.,komme aus Baden-Baden und fahre eine Harley Davidson.
    Ich selbst,-obwohl ich die Schwarzwaldhochstrasse vor der Haustür habe-,meide diese so gut es geht-wenn ich fahre dann meist Sonntag in der Frühe bevor die “ Organspender“ mit ohrenbetäubendem Lärm hochdonnern.
    Da eine „Harley “ schon serienmäßig mit einem schönen Klang ausgestattet ist,und ich gerne mit 70-90 km/ h über Landstraßen cruise ,habe ich zur Verblüffung der Polizei bei einer Routinekontrolle den Beamten bei der Überprüfung der Auspuffanlage zu seinem Kollegen und mir sagen hören“ …das ist jetzt seit langer Zeit eine Harley im absoluten Originalzustand-sogar die Auspuffanlage mit e-Zeichen und angenehmen Sound. Geniesen Sie ihre Fahrt unfallfrei weiter–Gott sei Dank gibt es auch noch Biker wie Sie“. Die Beamten waren überaus freundlich.
    Ich will damit sagen dass ich selbst es nicht begreifen kann wie so mancher mit ohrenbetäubenden Lärm durch die Gegend fährt. Was hat man davon????
    Ich fahre aus Rücksicht meist im 4.- manchmal sogar im 5. Gang mit 50 km/ h durch Ortschaften sodass man nur ein “ vor sich hin blubbern hören kann“ und nicht dass ein Anwohner,der Sonntags auf seinem Balkon frühstückt durch frühzeitigen Vibierens des Kaffeegeschirrs schon Minuten vorher weiß dass es jetzt gleich wieder losgeht……..
    Ob ich in St.Blasien – -im Allgäu – -oder auf der Deutschen Alpenstrasse nach Berchtesgaden unterwegs bin, ob wir Rast machen an einer Gaststätte mit Aussenbestuhlung wo bereits viele Menschen sitzen–immer kommen die Menschen–meist sogar weit über 70 jährige ,mit mir und meiner Frau ins Gespräch.
    Wir ernten immer Zustimmung weil wir vernünftig Vorfahren -An-und Abfahren-und keinem auf die Nerven gehen.
    Das ganze Leben ist geprägt vom “ Miteinander“ –anders funktioniert es nicht.
    Es kann nicht sein dass Menschen auf ihrer Terasse den Sonntag verbringen wollen und sich aber vorkommen als wären sie auf dem Nürburgring nahe Start und Ziel.
    Ich bin kein “ Grüner“– erst recht kein Oberlehrer-und wie gesagt fahre ich selbst eine schwere Maschine–aber ich kann es sehr gut verstehen wenn Bürger sich dagegen wehren.
    Es ist schön wenn Menschen am Straßenrand sich umdrehen weil da was tief blubberndes daherkommt, und mir beim Vorbeifahren zuwinken oder sogar den Daumen nach oben halten….besser als wenn sie einen am liebsten vom Motorrad ziehen würden….
    Dies schreibe ich nur damit die Leserschaft erkennt, dass es unter Motorradfahrern auch noch welche gibt die das Hobby mit gesundem Verstand und rücksichtsvoll betreiben.
    Ich selbst weiß es genau dass es von meiner Sorte noch viele Tausend gibt in Deutschland und auch wir oft erst mal mit den “ Anderen“ in einen Topf geworfen werden.
    Nicht alle Harleys sind laut-ebensowenig wie die meisten Fahrer dieser Marke auch keine “ Rocker“ sind. Dennoch sind Harley-Fahrer weltweit wie eine „Familie“
    Auch in Zukunft werde ich mich so verhalten wie ich es schon immer tat–zum Wohle meiner Mitmenschen.
    Danke für Ihre Aufmerksamkeit beim Lesen dieser Zeilen
    Beste Grüße
    P.Nagel

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