Die Welt: „Warum dürfen Motorräder unerträglich laut sein?“

Von der legalisierten Schummelei der Hersteller – und den Analogien zum Betrug von VW – berichtet die „Welt“ hier online: „Bei Lärmmessungen von Motorrädern ist Schummelei legal. Weil viel Krach gut für den Umsatz ist, tricksen die Hersteller, was der Donnerbolzen hergibt – sogar mit Sonderzubehör für noch mehr Krach.“ Das Mess-Verfahren beschreibt der Autor so: „Nicht dass es keine Grenzwerte für die Lärmemissionen von Motorrädern gäbe, und es finden auch Messungen statt, nach ganz bestimmten Regeln. Dabei nähert sich der Fahrer der ersten Messstation exakt mit 50 Stundenkilometern. Passiert er sie, beschleunigt er mit Vollgas über eine Distanz von genau 20 Metern. Dabei kommt er höchstens auf 80 Sachen, oft aber nur auf 70 oder sogar noch weniger. Nur auf diesen 20 Metern und nur in diesem Geschwindigkeitsbereich wird gemessen. Und, was geradezu absurd klingt: Nur in diesem Bereich gibt es überhaupt gesetzliche Höchstgrenzen beim Lärm. Für schnelleres und langsameres Fahren, also für mindestens drei Viertel des Geschwindigkeitsspektrums, dagegen nicht.“ Und die Quintessenz: „Immer deutlicher warnen die Mediziner von den gesundheitlichen Folgen des Lärms. Es ist schon sehr verwunderlich, wie sehr die Politik das negiert und meint, Rücksicht nehmen zu müssen auf eine Gruppe von Zeitgenossen, die aus dem Alter, in dem sie im Tretauto laut „brummbrumm“ brüllten, nicht herauswachsen wollen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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13 Kommentare zu “Die Welt: „Warum dürfen Motorräder unerträglich laut sein?“
  1. Lea sagt:

    Schön dargestellt dass diese Machenschaften gegen das Straßen-Grundgesetz verstössen. Zitat Welt online: „Eigentlich ist die Gesetzeslage klar: Es gibt keinen technischen Grund dafür, dass auch nur ein Motorrad lauter sein muss als ein leises Auto. Und Paragraf eins der Straßenverkehrsordnung lautet: „Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.“ Noch Fragen?“

  2. Mario Abel sagt:

    Super Artikel. Er trifft den Nagel genau auf den Kopf. Absurd werden nur wieder einmal die Kommentare von eingefleischten Bikern, die sich über Nachbars Rasenmäher oder über zu laute Jagdgewehre beschweren… Naja =)

  3. Griso Z. sagt:

    Danke an die Welt! So kann das jeder verstehen. Das Zulassungsverfahren ist Recht gewordene Volks- und Politikerverdummung. Die Industrie biedert sich in der „Sinnkrise des Motorradfahrens“ (Spiegel) der Bobby-Car-Lärm-Klientel mit Schummellösungen an. Ich fahre selbst Motorrad und würde mich heute schwer tuen, wenn ich heute ein neues Krad kaufen müsste. Alle zu laut inklusive der Bayrischen Edelmarke mit den drei Buchstaben. Gruß nach München in den Vierzylinder. Das grüne Umweltmäntelchen und Eure Lärmbüchsen, das passt nicht zusammen. Vielleicht interessieren sich ja mal die Amis dafür, dann geht was!!!

  4. Peter sagt:

    Warum dürfen Motorräder unerträglich laut sein?

    Weil die Fahrzeughersteller Lobbyisten bezahlen, die in Brüssel sitzen und dafür sorgen das Umsatz egal wie gemacht wird selbst wenn es viele Menschen krank macht.
    Die Gesundheit und das Ruhebedürfnis der von Lärm betroffenen hat hingegen keine Lobby, somit auch niemand der bei der EU sitzt und dafür bezahlt wird.
    Es geht wie immer ums Geld, sowohl bei der Lärmerzeugung, beim Lärmschutz und nicht zuletzt bei den Krankheitskosten werden zig Milliarden umgesetzt.
    Leider gibt es immer noch zu wenige die sich gegen diesen Unsinn wehren, in dem Glauben es bringt ja doch nichts.
    Haben sie so einen ortsansässigen Krawaller der immer wieder auftaucht, so melden sie das Kennzeichen mit der Begründung der häufigen Ruhestörung der Polizei. In der Regel geht diese der Sache nach, insbesondere wenn das Kennzeichen häufiger und von mehreren Personen gemeldet wird. Nicht selten erledigt sich das ganz schnell, denn nicht alle Spaßkrawaller haben Tüv auf ihren lärmenden Motorrädern und Autos.
    Je mehr Betroffene sich gegen Lärm zur Wehr setzen, desto enger wird’s für die Politik und nicht zuletzt auch für die Verursacher.

  5. reiner sagt:

    Unerträglich laut? Finde ich eigentlich gar nicht. Komisch. Na, ja, mag daran liegen, daß ich nicht an eine Durchgangsstrasse, Hauptstrasse oder in die Nähe einer Autobahn gezogen bin. Genauso wenig habe ich mit Bahnlärm oder Fluglärm zu kämpfen, da ich bewusst nicht an eine Bahnstrecke oder in eine Einflugschneise gezogen bin. Daher erfreue ich mich ganz gerne mal an dem Geräusch von Motoren und kehre dann in die Idylle meines Grundstückes zurück.
    Also Augen auf, bei der Wohnsitzwahl!

    • Keimrich sagt:

      Auch wir denken, dass Ruhe ein Menschenrecht ist. Deshalb: herzlich willkommen!

    • Frank sagt:

      Lieber Reiner,

      meine Frau und ich wohnen seit inzwischen 13 Jahren in unserem schönen eigenen Häuschen an einer Landstraße in idyllischer Lage. Wir wussten damals, dass wir an eine Strasse ziehen. Doch wir hatten nie ein Problem damit. Bis vor zwei bis drei Jahren die Anzahl der Proleten mit Ihren auf Lautstärke getrimmten Bikes und getunten KFZ plötzlich inflationär zunahm. Damit konnten wir nicht rechnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits viele Harleys in unser Haus investiert. Und jetzt investieren wir noch einmal 30.000 Euro in zusätzlich erforderlich gewordenen Lärmschutz. Weil wir plötzlich an unserer Fassade bis zu 100 dB messen können. Jeder LKW und jedes Flugzeug ist leiser.

      Ihre Reaktion ist die typische Reaktion, wie sie vor Jahren noch Raucher zeigten, wenn man sich über Zigarettenrauch in Restaurants, U-Bahnen, oder öffentlichen Gebäuden beschwerte. „Selbst schuld, warum geht Ihr auch in die Öffentlichkeit?“

      Heute darf man fast nirgendwo mehr rauchen.

      Ich wünsche allen Egomanen auf zwei Rädern weiterhin viel Spass beim Genießen der großen Freiheit! So lange es noch geht. Und je mehr Ihr lärmt, desto schneller läuft Eure Zeit ab!

      Also: Erst denken, dann argumentieren.

  6. Olsen 77 sagt:

    Schaltet diese gefakte Decksseite einfach ab! Ab 04/16 brat ich wieder durch’s Röhngebiet das euch hören und sehen vergeht, ihr scheiss Nörgelbürger!!! God save the Auspuffklappe!!!

    • Keimrich sagt:

      Danke für diese Offenbarung von Bürgersinn und Empathie. Die Auspuffklappe als Ersatzreligion – was denkt Ihr Therapeut darüber? Wir wünschen allzeit gute Fahrt.

    • Frank sagt:

      Köstlich, dass Ihr Seitenbetreiber auch solche peinlichen Kommentare hier stehen lasst!

      Da kann man so richtig anschaulich sehen, wie diese Menschen gestrickt sind…

      Oh Gott, bitte wirf etwas Hirn vom Himmel. Vielleicht reicht es sogar für etwas mehr Selbstwertgefühl bei den Minderbemittelten…

      :-)

  7. nörgelbürger sagt:

    Olsen77, du bist ein ganz Wilder! Guzi Guzi ;-) Mit der Orthografie (oder für Dich: Rechtschreibung) hast Du’s zwar nicht, aber dafür hast Du ja ein lautes Motorrad, damit jeder hören kann, was für ein Teufelskerl Du bist. Wenn’s schon nicht für ein Haus oder ein guten Job reicht (dafür braucht man ja wieder diese „gefakte Rächtschraibung“, gell?), dann wenigstens für ein dickes Motorrad.

    Deinem Freund, dem Reiner, darfst Du sagen, dass das mit dem Hauskauf gar nicht so einfach ist. Manche erben ihr Haus oder wollen trotz Lärm nicht wegziehen, weil es ihnen im hügeligen Land gut gefällt oder weil dort ihre Heimat ist. Manch anderer kann sein Haus nicht mehr so gut verkaufen, weil der Lärm erst in den letzten 5 Jahren so richtig schlimm geworden ist. Und wieder andere sind einfach nicht so gerissen wie Du, Reiner, Du kleiner Immobilienfuchs. Ist halt einfach unser Pech, wenn Du und der Olsen mit Euren Motorrädern vorbeizünden, dass uns Hören und Sehen vergehen. Ja ja, moralisch und intellektuell macht Ihr Euren Lärmbrüdern große Ehre. Ihr passt sozusagen ins Klischee…

  8. Karl W. sagt:

    Viele dieser Lärm-Biker befinden sich deutlich in der zweiten Lebenshälfte und legen ein Verhalten an den Tag , für das sich die meisten Fünfjährigen schämen würden , der ein oder andere Kommentar zeigt das wieder eindrucksvoll.
    Olsen 77 , seien Sie einmal im Leben ein ganzer Kerl und gehen Sie zum Arzt.

    Schade , daß man nicht weiß , in welchen Vierteln die finanziellen Profiteure des therapeutischen Röhrens wohnen , sonst könnte man ja den Spieß mal umdrehen und sie ihrerseits mit ein paar unüberhörbaren Besuchen beglücken , selbstverständlich unter Einhaltung der gesetzlichen Lärmwerte.

  9. User sagt:

    Den Kommentar mit Nachbars Rasenmäher finde ich interessant. Ja, ich finde der Lärm sollte auf allen Gebieten an gegangen werden wo möglich.

    Bei Gartenhäckslern gibt es z.B. extrem laute mitr rotierenden Messern und Walzenhäcksler (Leisehäcksler).
    Ich denke Häcksler die lauter sind als Leisehäcksler sollte man genauso verbieten wie ausbaubare dB oder per Klappe steuerbare Eater bei Motorrädern und auch Autos.

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