Eberspächer-Audi manipuliert Auspuff: Unnütz produzierter Lärm

Die Firmen Eberspächer und (unter anderem) Audi trumpfen zusammen in Sachen Lärm auf. Obwohl hier Audi sowieso schon die Nase vorn hat (und sich wohl manche Analogie aus dem Abgasbetrugs-Konzept auch auf den Lärm übertragen lässt): Wem sein Diesel zu leise ist, der kann ihn mit solcherart Ingenieurleistung wirlich lärmig und krawallig machen. Das Video zeigt, wohin die Reise führt, wenn der Staat sich das Recht aus der Hand nehmen lässt – und die unter dem Recht liegenden Normen der Industrie (und ihrem prolligen Kundenanteil) überlässt.

Der Standheizer-Spezialist Eberspächer aus Homburg wirft sich dazu das grüne Mäntelchen um und die Werbeabteilung greift tief in die Trickkiste des Öko- und Sicherheits-Schönsprech: „Dabei gewinnt besonders die Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß immer mehr an Bedeutung. … Mit Hilfe des Anti-Schall-Prinzips lassen sich so leichte und kompakte Abgasanlagen produzieren, die das Fahrzeuggewicht effektiv verringern. Mit der Perspektive Active Sound besteht zudem die Möglichkeit, Sound zu modellieren – für mehr Emotionen bei kleinmotorigen (Downsize-) Fahrzeugen oder als Sicherheitsaspekt bei zukünftig besonders leiser E-Mobility.“ Damit meinen die in die Tuner-Gosse abgerutschten Standheizer: Auch mit kleinen Motoren ist mutwilliger Lärm machbar. Und: Natürlich auch – aus Sicherheitsaspekten natürlich – bei der Elektromobilität.

Für wen so viel Hirnschmalz aufgewendet wird, ist dann im Filmbeitrag zu sehen: Der typische Tuner aus dem Ruhrgebiet (gespielt von Power-Pottler Jean Pierre Kraemer) feiert den „Active-Sound“ von Eberspächer in einem Audi Q5 S ab. Es wird ein wenig die Funktion erklärt und gezeigt, wo die zwei (!) offenbar serienmäßigen Sound-Generatoren von Audi verbaut worden sind. Das Video zeigt einen schönen Einblick in die Denke der Tunerszene. Für alle, für die das postpubertäre und dümmliche Ey-Geil-Alter-Gequatsche des Protagonisten nicht zu ertragen ist, haben wir im folgenden die interessantesten Stellen im Video mit Zeitangabe versehen:

1. Vergleich des Standgeräusches mit und ohne Active-Sound (Vergl. §49 StVZO Abs.1: Kraftfahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.): Ab 02Min 20Sec.

2. Wirkungsweise und Unterbringung im Fahrzeug: Ab 03Min 00Sec.

3. Ejakulativer Höhepunkt: Die Poser-Vorbeifahrt auf dem McDonalds-Parkplatz (Wie würde das wohl klingen, wenn das Auto richtig in Fahrt kommt?): Ab 06Min 20Sec.

Fazit: Mutwilliger Lärm ist – offensichtlich legal – machbar. Und die Handelsvertreter-Marke mit den Ringen setzt mit ihren Gehilfen wirklich alles daran, den Vogel abzuschießen, wenn’s Geld bringt. Zur Ehrenrettung sei gesagt: Den Sound gibt es auch für viele Mercedes-, BMW- und VW-Modelle. Wie gesagt: §49 StVZO Abs.1: Kraftfahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.

 

 

 

Veröffentlicht in Allgemein, Gesetze, Medienberichte Getagged mit: ,
27 Kommentare zu “Eberspächer-Audi manipuliert Auspuff: Unnütz produzierter Lärm
  1. Reni sagt:

    warum in aller welt ist das möglich? Damit ein paar spätpubertierende poser sich stark fühlen können und die ach so saubere Industrie gut verdient? Auf kosten der allgemeinheit wird hier recht gebeugt. Abgasskandal ist überall!!!

  2. drosenau sagt:

    PERVERS ! – Künstlich Krach zu erzeugen um damit seine Mitmenschen zu nerven – der bessere Weg wäre, den Krach auf die Innenlautsprecher zu lenken bis dem Fahrer die Ohren wegfliegen!
    Die Hörhilfe zahlt dann die Krankenkasse …
    Es sollten sollten alle Lärmgeplagten dieser Republik diese Youtube-Beiträge mit negativen Kommentaren zumüllen, damit es den pubertären Spinnern keinen Spass mehr macht, solche Filme zu drehen und so etwas auch noch publik zu machen!

  3. Matthias sagt:

    AUSSENLAUTSPRECHER für Poser. Serie bei Audi. Ich fasse es nicht! Wie peinlich ist das denn???

    • Timo Klaas sagt:

      Ich mag Sound hier bitte nicht Lautstärke mit sound verwechseln! Aber künstlicher Sound? An sowas kann ich mich nicht erfreuen weil er nicht vom Motor kommt. Das ist echt peinlich. Und das mit dem §49 StVZO….. ja da muss ich zugeben ist eine Farce. Wobei hier eindeutig dem Gesetzgeber und den Herstellern die Schuld gegeben werden muss wenn es Serie ist.

  4. Frank sagt:

    Das passiert, wenn die Politik der Industrie das Ruder überlässt. Leidtragende sind Millionen Anwohner von Hauptstraßen, deren Gesundheit durch immer mehr Krach beeinträchtigt wird. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Depressionen. Hauptsache der Profit bei Audi und Eberspächer (und anderen) stimmt.

    Liebe Politiker, was hier passiert macht fassungslos! Das schürt die Politikverdrossenheit bei den einen und treibt die anderen zu extremen Parteien. Ist das so beabsichtigt?

  5. Jens M. sagt:

    Wir wohnen auch an einer Straße. Ich könnte kotzen! Der Gesetzestext liest sich wie der reinste Hohn:

    „Kraftfahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.“

    §49 StVZO Abs.1

  6. Frank sagt:

    Hier noch ein Beispiel für Audi-Active-Sound – ein Autohaus in Meschede meint, dass es im Sauerland noch nicht genug Probleme mit Motorenlärm gibt!

  7. H.W.K. DüDo sagt:

    Wir sind Anwohner einer Raserstrecke. Hier haben einige Anwohner immer noch nicht kapiert, was da abgeht. Immer wieder beeindruckende Lärmereignisse und man fragt sich wo her dieser Typen den TÜV haben. Es ist ein Lärmkartell aus Industrie, Politik und hirnverbrannten Petrolheads, das hier die Menschen terrorisiert.

  8. H. aus VS sagt:

    Daß Motorräder immer lauter werden, habe ich in der Freizeit und in den Innenstädten schon festgestellt. Aber jetzt drehen auch die Autos auf und die Hersteller mischen mit. Wenn man die lauten Audis googelt, dann erlebt man auf Youtube eine Offenbarung. Was ich nicht verstehe ist, warum der eklatante Widerspruch zwischen Zulassungsverordung und technischen Möglichkeiten nicht von irgendeiner Instanz aufgelöst wird, um diesem Spuk des irren Kraches ein Ende zu bereiten. Was kann man tun?

  9. Miffi sagt:

    Vielen Dank für das Video und den Link. Mega! Da könnt ich glatt auf E Antrieb umsteigen! Bei DEM Sound??!!!

  10. Frank sagt:

    Hallo H. aus VS,
    „was kann man tun?“ Sich wehren!

    Das ist zugegebenerweise nicht einfach. Man hat jedoch Möglichkeiten, sich mit anderen zu vernetzen, beispielsweise durch Mitgliedschaft im VAGM, und auf das Problem aufmerksam zu machen. Dazu kann man Landräte, Bürgermeister, Verkehrsminister (Land und Bund), Automobilclubs und Hersteller anschreiben. Je mehr Leute sich parallel beschweren, um so mehr wird das Problem wahrgenommen!

    Speziell bei Audi gibt es eine Abteilung „Nachhaltigkeit“ – nein, kein Witz, keine Ironie – die kann man anschreiben und fragen, was dieser Krach mit Nachhaltigkeit zu tun hat und ob man dort die Verantwortung für Schlafstörungen, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Depressionen bei Anwohnern übernehmen möchte (http://www.motorradlaerm.de/wenn-im-audi-die-scham-gewichen-ist-ein-akustisches-aergernis-zu-sein/): email hidden; JavaScript is required

    Eberspächer ist der Hersteller von diesen „Krachdosen“. Hier kann man sich beschweren:
    email hidden; JavaScript is required
    email hidden; JavaScript is required

    Jeder einfache Bürger kann eine Petition in den Bundestag und in Landtage einbringen. Informationen dazu: https://epetitionen.bundestag.de/epet/peteinreichen.html

    Der Verkehrsminister (Bund) hat bereits in der Abgasaffäre den „harten Aufklärer“ gegeben (Haha!):
    email hidden; JavaScript is required
    email hidden; JavaScript is required

    Wir in NRW haben von unserer Landesregierung in der letzten Legislaturperiode nicht viel gehört. Dafür ist das Ruhrgebiet inzwischen eine Hochburg der Lärmer. Beschwerden an:
    NRW-Verkehrsministerium
    email hidden; JavaScript is required
    email hidden; JavaScript is required

    oder auch:

    email hidden; JavaScript is required
    email hidden; JavaScript is required

    Die „WELT“ ist die „journalistische“ Speerspitze der Lärmlobby. Beschwerden an:
    email hidden; JavaScript is required

    Beispiele gefällig?
    https://www.welt.de/motor/article160311302/Neuer-Audi-TT-RS-mit-400-PS-im-Test.html
    https://www.welt.de/motor/article158175510/Der-wunderbare-Sound-des-Audi-TT-RS.html
    https://www.welt.de/motor/news/article158099593/Fahrbericht-Audi-TT-RS.html
    https://www.welt.de/motor/article159825838/Kraft-im-Ueberfluss-Dieser-Mercedes-AMG-kann-alles.html
    https://www.welt.de/motor/article157213795/Die-wunderbare-Kraftmeierei-des-bulligen-Boxermotors.html
    https://www.welt.de/motor/article159227835/Wenn-es-mal-kein-Lamborghini-sein-soll.html
    https://www.welt.de/motor/article157552314/Dieser-Porsche-bringt-jeden-Fahrer-zum-Grinsen.html
    https://www.welt.de/motor/article157607406/In-diesem-Wagen-ist-man-staendig-atemlos.html
    https://www.welt.de/motor/article158814883/Volvo-V60-Polestar-der-neue-Schwedenexpress.html
    https://www.welt.de/motor/fahrberichte-tests/sportwagen/article161295814/Ihr-Porsche-Fans-mit-diesem-Lotus-blueht-euch-was.html
    https://www.welt.de/motor/fahrberichte-tests/luxusautos/article161945111/Dieser-BMW-gehoert-nicht-auf-die-Rennstrecke.html
    https://www.welt.de/motor/fahrberichte-tests/oberklasse/article162359252/Das-neue-Flaggschiff-deutscher-Automobilbau-Kompetenz.html
    https://www.welt.de/motor/fahrberichte-tests/kompaktklasse/article162864420/Audi-macht-aus-einem-Spiesserauto-eine-Rennsemmel.html

    Automobilclubs:
    ACE: email hidden; JavaScript is required
    ADAC: email hidden; JavaScript is required
    AvD: email hidden; JavaScript is required
    VCD: email hidden; JavaScript is required

    Und wem das alles noch nicht reicht, der kann auch mal unsere Bundeskanzlerin fragen, ob das Volk oder die Industrie dieses Land regiert:
    https://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/Service/Kontakt/kontaktform_node.html

    Leute, gebt Gas! Jede Beschwerde hilft.
    Noch wichtiger ist allerdings Vernetzung, beispielsweise für gemeinsam eingereichte Petitionen. Mitglied werden im VAGM e.V.:
    http://www.motorradlaerm.de/kontakte/aktiv-werden

  11. Frank sagt:

    Wenn wir schon mal dabei sind – mein aktuelles Schreiben von heute:

    Sehr geehrte Frau Kraft,
    sehr geehrter Herr Groschek,
    sehr geehrter Herr Jaeger,

    in NRW wird gewählt – es ist an der Zeit, ein Fazit Ihrer Arbeit zu ziehen.

    Laut Bundesverkehrsministerium sind SIE allein für Kontrollen und Einhaltung der einschlägigen Normen in unserem Bundesland verantwortlich: Was haben Sie in den letzten vier Jahren geleistet in Bezug auf die Verringerung von Verkehrslärm in NRW?

    Ganz offensichtlich NICHTS.

    Denn vor unserer Haustür wird es stetig immer lauter. Neben serienmäßig verbauten Klappenauspuffanlagen und „Active-Sound“- Modulen in PKW und Motorrädern sorgen vor allem zunehmende Manipulationen an den Fahrzeugen für eine immer weiter wachsende Lärmbelastung von Straßenanwohnern. Nichts wird dagegen unternommen, trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass Lärm verantwortlich ist für Schlafstörungen, Depressionen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Wir Bürger wurden einfach weiter ignoriert. Ich hatte Sie Frau Kraft und Sie Herr Groschek mehrfach angeschrieben (siehe unten). Ich habe diverse allgemeine Antworten von Mitarbeitern aus Ihren Behörden erhalten, die leider allesamt nichts aussagten. Tenor: „Da kann man nichts machen.“

    Eine Stellungnahme von Ihnen persönlich? Verantwortungsbewusstsein? Fehlanzeige!

    Derweil werden von StraßenNRW jegliche Anträge auf Lärmsanierung abgelehnt – obwohl nachweislich die Beurteilungspegel nachts erreicht werden. Der Bürger hat kein Recht auf Hilfe – es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Behörde. Nur weil eine bestimmte Klientel Freude daran findet, mit extralautem Getöse durch die Landschaft zu lärmen und die Politik und Behörden dieses zulassen (!), müssen wir Anwohner tief in die private Tasche greifen. In unserem Fall geht es um ca. 20.000 Euro sogenannte externe Kosten. Hilfe durch die Politik? Fehlanzeige!

    Jetzt wollen Sie gerne wieder gewählt werden. Sie, die Partei und Personen, die sich selbst gerne als die „Kümmerer“ darstellen. Um was haben Sie sich denn „gekümmert“?

    Von unseren Mitgliedern bekommen Sie keine einzige Stimme. Zu tief sitzt die Enttäuschung über die fehlenden Ergebnisse Ihrer Politik. Leider musste ich zur Kenntnis nehmen, dass ein Anteil unserer Mitglieder sich statt dessen zu einer Protestwahl entschlossen hat. Ob das der Demokratie in unserem Land hilft, darf ich bezweifeln.

    Liebe Frau Kraft, es ist jetzt nicht an der Zeit in Talkshows zu gehen und den Trittbrettfahrer des Martin Schulz zu mimen. Viel mehr ist es an der Zeit, eine Stellungnahme abzugeben, wie Sie uns betroffenen Bürgern in Zukunft konkret helfen wollen. Vielleicht kann ich so doch noch einige unserer Mitglieder überzeugen?

    Lieber Herr Groschek, lieber Herr Jäger, auch Ihre Stellungnahme zum Thema ist uns sehr willkommen!

    Mit freundlichen Grüßen

  12. Frank sagt:

    Hier noch einmal die Adressen, wenn noch jemand die Spitze der SPD in NRW vor der Wahl zur Rede stellen will:

    email hidden; JavaScript is required,
    email hidden; JavaScript is required,
    email hidden; JavaScript is required,
    email hidden; JavaScript is required,
    email hidden; JavaScript is required,
    email hidden; JavaScript is required

  13. Fred sagt:

    Meine Arbeitsstelle in Südbaden liegt direkt gegenüber einer Autowerkstatt und offensichtlich reparieren die dort nicht nur Autos. Die scheinen auch alles Mögliche an Zubehör einzubauen. Das sind dann wohl die bekannten Soundanlagen oder Sportauspuffsysteme oder sonstwas für Zeug. Wurde hier ja schon genug erwähnt. Ich fall vom Stuhl, wenn die das „Zubehör“ dort testen und ordentlich aufdrehen. Der Lärm toppt alles. Der ist so aggressiv und laut, dass ichs kaum glaube, dass so was erlaubt ist. Und natürlich fahren sie dann auch hier und da bei mir zuhause vorbei. Muss ja sein.

    Ich dachte,dass die EU das neulich verboten hat, diese Auspuffklappen zu verbauen.

  14. Matthias sagt:

    Und ich dachte mal, die Politiker würden ihre Wähler selbstlos vor allem Ungemach beschützen, anstatt der Industrie als dienstbare Geister willfährig zu sein.

    Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann lügen sie alle noch heute…

  15. Peter sagt:

    DAUMEN RUNTER wenn euch so eine Prollkarre begegnet!
    Jeder kann diesen Proleten signalisieren was er von deren peinlichen Bettelei um Aufmerksamkeit hält.
    Nicht zuletzt wegen solchen Vollpfosten kriechen wir heute mit Tempo30 durch die Ortschaften.

  16. Marcel sagt:

    Mich würde immer noch interessieren, wie hoch der Altersdurchschnitt von den Leuten ist, die hier Stimmung machen. :D

    • Reto sagt:

      Mich würde mal interessieren, wie hoch der Altersdurchschnitt derer ist, die hier Brumm-Brumm machen. Meine fortschreitende Altersdemenz lässt mich zwar zweifeln, ob ich mich erinnern kann. Aber früher, als ich jung war, musste man doch mindestens 16 sein für einen Motorradführerschein. Oder darf man das heute schon im Kindergartenalter? Brumm-Brumm meine ich.

      • Marcel sagt:

        Eigentlich war das eine ernst gemeinte Frage. Und ich frage mich bis heute, wessen Enkelkind für das Titelbild herhalten musste, um sich vor der Kamera schreiend die Ohren zuzuhalten.

        Man kann mir sicherlich vieles vorwerfen. Sicherlich auch, dass ich mit meinen zarten 25 Jahren gerne mal etwas schneller unterwegs bin und auch, dass ich eine etwas lautere Zubehör Auspuffanlage an meiner Maschine habe. Jedoch ohne Klappe und mit E-Prüfzeichen, der Vollständigkeit halber.

        Was man mir aber nicht vorwerfen kann, ist dass ich keine Menschenkenntnis habe und ich bei über 50.000km Fahrleistung im Jahr mit Auto und Motorrad mit geschlossenen Augen durch die Gegend fahre. Die Zielgruppe, die mit dem Finger auf laute Autos und Motorräder zeigt oder mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und hoch erhobenen Hauptes hinterherschaut, ist mir bekannt und das ist definitiv eine andere, als das Titelbild wohl mitleiderregend suggerieren soll. Schreiende Schulkinder, die sich in solchen Situationen die Ohren zuhalten, habe ich in 7 Jahren und auf hunderttausenden Kilometern noch kein einziges Mal am Straßenrand gesehen. Da ist eher das Gegenteil der Fall. Aber seis drum.

        Der „unnütz produzierte Lärm“ ist eine Erscheinung, die das Klientel der fahrzeugbegeisterten Menschen bedient. Mag für Leute nicht nachvollziehbar sein, die Autos und Motorräder leidenschaftslos als Fortbewegungsmittel ansehen, dafür aber leidenschaftlich gerne mit der Kreissäge im Hof Feuerholz sägen, den Rasen mit dem Benzinmäher stutzen, mit dem Laubbläser den Garten frei pusten oder am Wochenende zur Treibjagd fahren, weil lärmfreie Holzspalter und Elektrorasenmäher, der Geräuschlose Laubharken oder das Jagen mit der Armbrust keine Alternative wären.

        Ich arbeite auf einem Flughafen, fahre Motorrad, wohne an einer Straße und habe eine Kindertagesstätte in meiner Nachbarschaft. Könnte sein, dass ich einen anderen Bezug zum Thema Lärm habe. Die letzten beiden Punkte lassen mich aber relativ kalt, da ich unter der Woche von 6 bis 17 Uhr und am Wochenende bei schönem Wetter von 9-19 Uhr nicht zuhause bin. Ich hätte somit arbeitsbedingt und durch meine Freizeitaktivitäten gar keine Zeit, mich über den Lärm vor meiner Haustür zu beschweren und die vorbeifahrenden Fahrzeuge zu zählen. Was sicherlich auch auf einen Großteil der werktätigen Menschen zwischen 18 und 50 Jahren zutrifft. Von denen, die sich über Verkehrslärm an einer Straße wundern, mal abgesehen. Da Schulkinder unter 18 meiner Meinung nach nicht als lärmgeplagte Personengruppe in Frage kommt, die Motorlärm bewusst als störend wahrnimmt, kann dann vom Altersdurchschnitt (bis auf einige wenige Ausnahmen) eigentlich nicht mehr viel übrig bleiben. Zumindest sehe ich auch in Videobeiträgen zur Lärmproblematik selten Personen unter 50 Jahren. Wohlgemerkt: Lärmproblematik, nicht Fahrstil-Problematik. Das wird hier ja gerne mal in einen Topf geworfen.

        • M.Siebert sagt:

          Ob und wann Sie zu hause sind oder nicht interessiert hier eigentlich nicht. Es gibt Menschen, die möchten nach Feierabend oder am Wochenende zu hause sein und das tun, was man dort so tut: nämlich wohnen, die Fenster öffnen, einigermaßen in Ruhe den Garten benutzen, um sich vom Wochenpensum ein wenig zu erholen. Können sie aber nicht, wegen ihresgleichen, die zu diesen Leuten extra hinfahren, um sie mit dort, wo sie gar nichts zu suchen haben, mit ihrem sinnlosen Lärm aus den eigenen Häusern und von den Gründstücken verjagen.
          Das Gerede über irgendwelche lauten sonstigen Geräte als Entschuldigung für das eigene Fehlverhalten ist wohl ziemlich dummes Zeug, aber das kennt man ja. Ich habe noch niemanden gesehen, der mit seinem Laubhächsler (der ja zudem noch eine gewisse sinnvolle praktische Funktion hat) sich auf den Weg macht um als Sinnlos-Lärmtourist irgendwelche unbeteiligten Menschen zu quälen. Im Gegensatz zu den anonymen lärmenden Motorradhorden, denen die Betroffenen Wochenende für Wochenende hilflos ausgeliefert sind, kann man über den (seltenen) Einsatz von lärmenden Gartengeräten mit den paar Nachbarn (nicht mit mehreren Tausend) sprechen, falls man sich tatsächlich gestört fühlt.
          Älteren Menschen das Recht auf Wohnruhe abzusprechen finde ich zudem sehr zynisch. Gerade ältere Leute sind oft nicht mehr so mobil und oft geradezu ans Haus gebunden. Sehr schlimm meine Erfahrung vor einigen Jahren, als mein Vater plötzlich im Frühjahr schwerkrank wurde und im Sommer starb. Diese Wochen waren die Hölle: wir könnten nicht weg, da er pflegebedürftig war, wenn man ihn mal mit Mühe und Not bei dem schönen Wetter in den Garten bugsiert hatte, war es einfach nicht auszuhalten vor Lärm und Gestank, so dass die letzten schönen Tage – nicht die letzten Tage in JAHR sondern die letzten Tage im LEBEN – einfach richtig schlimm waren.
          Soviel Hochmut von einem ignoranten 25-jährigen ist schon zynisch. Eine Diskussion darüber, in welchem Lebensalter man Rechte hat und in welchem nicht ist schon sehr menschenverachtend. Das Klischee lebt.

        • Matthias sagt:

          Jau, Marcel, klasse! Am besten alle Leute ab 50 ächten! Die haben eh nichts mehr zu melden, nicht wahr? Aber, ohje, was machst Du denn, wenn Du selbst 50 wirst? Dann stehst Du hier bei uns, und fragst, welche Milchbubis sich hier so bescheuert äußern. Haha! Darauf freue ich mich schon!

    • Maike sagt:

      Hallo Marcel, welche Relevanz hat der Altersdurchschnitt für Dich? Heisst das, dass man mit zunehmendem Alter immer weniger Rechte hat? Oder dass man sich mit zunehmendem Alter immer weniger beschweren darf? Ab wann beginnt denn nach deinen Vorstellungen diese Entrechtung? Bin ich mit 28 davon schon betroffen, oder habe ich noch etwas Zeit, in der ich am politischen Leben teilnehmen darf? Bis Du dann kommst und mir das verbietest?

      Brumm-Brumm!

    • Mick sagt:

      Ich kenne Deutschland nicht gut, aber im Vereinigten Königreich steigt das Durchschnittsalter des Bikers. Das Alter der Beschwerdeführer wird jünger. Die Jugendlichen interessieren sich auch jetzt weniger für Kraftfahrzeuge und Motorsport. Langsam wird das Lärmproblem sterben. Elektrofahrzeuge und „selbstfahrende“ Fahrzeuge werden in ca. 10-15 Jahren beitragen.

      Das eigentliche Problem ist Narzissmus. Diese Krankheit ist auf dem Vormarsch. In der Zukunft werden die Menschen andere Wege finden, um Poser zu sein. Das passiert schon auf Social Media.
      Jetzt müssen wir warten, bis die lauter Narzissten sich selbst zerstören, „schießen sich in den Fuß“ mit ihrer Aufmerksamkeit sucht.
      Diese Website hat einen tollen Job gemacht und wird Kraft gewinnen, während die anderen schwächen.

  17. Tatjana sagt:

    Also, viele der Motorradfahrer mit geräuschmanipulierten Fahrzeugen sind r***, gelangweilte, übergewichtige S***, die sich gerade noch auf den Beinen halten können, wenn sie von ihren Lärmkarren absteigen, und die jungen Familien, die das Pech haben, an deren „Vergnügungsstrecken“ zu wohnen, das Leben zur Hölle machen. Danke dafür, dass meine (jungen) Kinder den Garten nicht mehr benutzen können und es in ihren Kinderzimmern den ganzen Sommer nach Benzin stinkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*