Es röhrt der Jaguar – im Stau

Für Lärmschutz werden in Deutschland wirklich Milliarden ausgegeben. Für das Lärmen und Belästigen gibt es trotzdem einen Markt und den besetzt unsere Sportauto-Industrie mit ihren „potenten“ Kunden. Normen und Grenzwerte hin oder her – und beklatscht von der Motor-Journallie. Die Sportwagenfahrer kaufen sich einen Jaguar und deklarieren alle Menschen, die von ihnen belästigt werden und sich wehren, zu Spaßbremsen. Oder zu Sozialneidern. Ganz wie’s beliebt.

Lassen Sie sich dieses Motorsport-Gefasel (ein Gedicht für den Stau vor dem Supermarkt) ruhig auf der Zunge zergehen, bevor Sie das Filmchen ansehen: „Die aktive Sport-Abgasanlage gehört beim Jaguar F-TYPE und F-TYPE S zur Serienausstattung. Das System ist mit aktiven Bypass-Ventilen ausgestattet. Diese ermöglichen ein direkteres Entweichen der Abgase und sorgen dadurch für einen satten, dramatischen Sound. Der Jaguar F-TYPE R besitzt zusätzlich eine Klappensteuerung. Die manuelle Steuerung der Bypass-Klappen bereitet dem Fahrer ein noch faszinierenderes Fahrerlebnis. Der SVR besitzt eine aktive Sport-Abgasanlage mit Klappensteuerung aus Titan und Inconel. Dadurch wird eine Gewichtsersparnis von 16 kg erzielt – der Sound eines Supersportwagens.

Und das hört sich dann wie in unserem Film an, der in Konstanz aufgenommen wurde. Die Geräuschentwicklung des Jaguars schon im Stand ist dramatisch – was der potente Fahrzeugführer zweifelsohne zu wissen scheint.

PS: Uns liegt eine Stellungsnahme des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vor, der man entnehmen kann, dass es verboten ist, diese Sport-Abgasanlage mit Klappensteuerung im öffentlichen Straßenverkehr zu aktivieren. Kein Grund für den Besitzer, nicht am Hebel zu spielen – beziehungsweise mit dem agilen Gasfuß rumzumachen. Merke: Nicht alle Poser kommen aus Mannheim, nicht alle haben eine 3er BMW und Migrationshintergrund – manche haben schlicht und einfach zu viel Geld für ihren Charakter.

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Jaguar, Jaguar, Konstanz, Polizei
13 Kommentare zu “Es röhrt der Jaguar – im Stau
  1. Frank sagt:

    Wie peinlich!

    Aber wieso Sozialneid? Darauf käme ich nun wirklich nicht. Bei den aktuell niedrigen Zinsen kann sich auch der letzte Prolet so einen Wagen leisten. Die Leute, die so rumröhren, sind meist „Immer fit mit Kleinkredit!“

    Kultivierte Menschen mit wirklichem Wohlstand haben diese Poserei nicht nötig. Goldkettchenträger dagegen schon. Die müssen offenbar alle Möglichkeiten nutzen, um von ihrem mangelhaften Selbstbewusstsein abzulenken.

  2. Kofi sagt:

    Ey, der hat halt Frust! 350 PS an der Hinterachse und jetzt steht er vorm Rewe im Stau. Da kann man doch seinen Mitmenschen mal einen Furz vorspielen.

  3. R.W. sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Wagen keinen TÜV hat.

    • Frank sagt:

      „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Wagen keinen TÜV hat.“

      Und wir sind darüber erstaunt, dass wir sowas in großen Mengen immer wieder auf der Straße antreffen. Das ist nur möglich aufgrund eines eklatanten Versagens der Politik einerseits – und der Abwesenheit der Kontrollorgane andererseits.

  4. Matthias sagt:

    Hier ein kleiner Auszug aus dem oben verlinkten Text, mal wieder veröffentlicht in der „Welt“, die sich scheinbar als neues Werbeorgan für die Auto- und Lärmlobby sieht. Der Autor, der seine Identität schamhaft verschweigt, hat offenbar bereits eine Ahnung davon, welche Zielgruppe er mit seinem Gejubel bedient: Die Proleten dieser Welt!

    „Schon beim Anlassen ertönt das Röcheln des V8-Kompressors, das beim morgendlichen Start zur Arbeit zwar nicht jeden Nachbarn begeistern wird, für Motorenfans aber wie Musik in den Ohren klingt. Bei konstanter Beschleunigung bis zur Drehzahlgrenze geht das Ganze dann langsam in ein infernalisches Kreischen über, das fast schon ein bisschen prollig klingt. Zumindest wenn über einen Schalter auf der Mittelkonsole die aktiven Ventile der hinteren Schalldämpfer geöffnet wurden.“ Hurra!?

    Als vom immer weiter ansteigendem Straßenlärm Betroffener hinterlässt mich dieser Artikel und andere an dieser Stelle bereits kritisierte Texte sehr ratlos. Eigentlich wollte ich mir ein Online-Abo gönnen. Aber dafür zahlen und dann sowas lesen müssen? Leider sind Spiegel, Süddeutsche und sogar FAZ auch nicht besser. So kann eben keiner von denen mein Geld bekommen…

    (Aktuell in der FAZ. Mal wieder ein lauter Audi: http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/auto-verkehr/audi-r8-spyder-im-test-preis-und-technische-daten-14493597.html )

  5. Daniel sagt:

    Merke: Ihre Seite ist so flach und überflüssig wie ihre Vorurteile gegen Migranten und Motorradfahrer!!!

    • M. Wagner sagt:

      Richtig! Als Migrant würde ich es mir verbitten, mit so einem Pack in einen Topf geworfen zu werden!

    • Reto sagt:

      Das mit den Migranten habe ich korrigiert. Danke für den Hinweis.

    • Frank sagt:

      Lieber Daniel,
      mich würde mal interessieren, wo hier Vorurteile gegenüber Migranten zu finden sind? Oder wollen Sie hier bloss mittels „Totschlagsargument“ pauschal austeilen und die Lärmbetroffenen und Seitenbetreiber mit ein wenig Polemik auf einfache Weise in die rechte Ecke schieben???

      Wenn Sie damit darauf anspielen, dass im Zusammenhang mit den sehr lobenswerten Aktivitäten der Polizei in Mannheim die Rede von „Lärmverursachern mit Migrationshintergrund“ ist, dann bezieht sich das auf gesicherte Erkenntnisse der Polizei. Dass auf dieser Seite genau diese goldkettchentragenden Proleten mit pathologischem Schwanzdefizit hier nicht gerade kübelweise mit Lob überschüttet werden, ist sicher jedem klar. Dabei spielt der Migrationshintergrund ebensowenig eine Rolle, wie das Geschlecht oder die Konfession. Wer andere belästigt, der muss mit Ironie und Sarkasmus rechnen.

      Merke: Wenn Ihnen diese Seite nicht gefällt, dann einfach andere Seiten besuchen!

      • Reto sagt:

        Danke Frank, das leuchtet ein. Habe den Migrationshintergrund wieder eingefügt.

        • Frank sagt:

          „Die Geräuschentwicklung des Jaguars schon im Stand ist dramatisch – was der potente Fahrzeugführer zweifelsohne zu wissen scheint.“

          An der „Potenz“ habe ich jedoch Zweifel…warum sonst buhlt das Männchen um Aufmerksamkeit?

  6. Peter sagt:

    Sorry, diese „Blechkotze“ kann man doch wirklich nicht mehr als Sound bezeichnen. Letztendlich geht es nur noch darum um jeden Preis aufzufallen, auch wenn damit ein Supersportler wie dieser Jaguar zur Prollkarre degradiert wird und sich das Ganze nur nach peinlichem Gebettel um Aufmerksamkeit anhört. Solche Spacken begrüßt man mit Daumen runter!

    • M. Wagner sagt:

      Lieber Peter, Ich finde den Begriff „Supersportler“ Panne. Sport hat mit körperlicher Bwegung zu tun, nicht mit 8-Gang-Automatik und Servolenkung. Es sei denn das ist es, was Sie mit „Supersport“ meinen.

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