AKTUELLE NACHRICHTEN

 

Baden-Württembergs Regierung
macht Druck gegen Motorradlärm

 

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich für eine spürbare Minderung des von Motorrädern verursachten Lärms ausgesprochen. Die dafür geltenden gesetzlichen Anforderungen seien nicht ausreichend, erklärte der Minister heute (21.9.2012) in der Sitzung des Bundesrats und brachte zugleich einen entsprechenden baden-württembergischen Antrag in die Länderkammer ein. Er forderte den Bund auf, sich bei der die EU-Kommission dafür einzusetzen, anspruchsvolle Lärmbegrenzungsvorschriften zur Genehmigung neuer Krafträder (Fahrzeugklasse L) festzulegen: „Sie sollten dieses wichtige Ziel national und in der EU im Interesse der lärmgeplagten Bürgerinnen und Bürger voranbringen.“

Die Vorschriften für die Genehmigung müssten so gestaltet werden, dass sie alle dermöglichen Nutzungspraxis entsprechenden Betriebszustände von Motorrädern ausreichend umfassen. Dazu gehöre, dass nicht nur die Standgeräusche sondern auch die Fahrgeräusche gemessen und die Geräuschgrenzwerte deutlich gesenkt werden. Ferner plädierte Minister Hermann dafür, wirksamer zu kontrollieren, ob sicherheits-, umwelt- und geräuschrelevante Umrüstteile für Motorräder den in der Serienproduktion von Krafträdern verwendeten und genehmigten Teilen entsprechen, um unzulässige Manipulationen zu verhindern beziehungsweise leichter erkennen zu können.

Im Sinne betroffener Bürgerinnen und Bürger, vieler umweltbewusst fahrender Motorradfahrer und als Signal an die Motorradindustrie ist es deshalb nötig, unzureichende rechtliche Rahmenbedingungen national und EU-weit zu verbessern. Minister Hermann kritisierte, dass die von der United Nations Economic Commission of Europe (UN/ECE) für die Geräuschentwicklung von Krafträdern überarbeiteten Geräuschvorschriften, die voraussichtlich von der Europäischen Kommission in europäisches Recht umgesetzt werden soll, die damaligen Ziele nur sehr zurückhaltend angeht.

Er befürchte daher, dass bei einer unveränderten Übernahme dieser neuen Geräuschvorschriften auf Jahre hinaus keine Verbesserung bei gesundheitlichen Belastungen durch Motorradlärm in der EU möglich sein wird. Ferner würden dadurch falsche Signale an die weltweiten Hersteller gegeben und die Bemühungen um „lärmarme“ Motorräder entwertet. Am 13. Oktober will die Länderkammer in der Plenarsitzung darüber abstimmen.

 

Bikergruppe rastet aus:
Gefährliche Körperverletzung

Motorradfahrer rasten aus: Ausriss aus der Badischen Zeitung Schönau.

 

Auch im südlichen Schwarzwald geht es bei einer Bikerattacke auf einen Autofahrer mit Gewalt zur Sache: Wegen aggressiven Fahrens ist eine zehnköpfige Motorradfahrergruppe im Wiesental aufgefallen. Ein Autofahrer, der das mit seiner Handykamera gefilmt hat, wurde erst bedroht und dann vor einem unbesetzten Polizeiposten zusammengeschlagen, das Handy dabei zerstört. Vorfälle wie dieser dokumentieren eindrucksvoll wie sicher sich Biker unter den Helmen fühlen und welches Gewaltpotenzial sich aus dieser Sicherheit schöpfen lässt. Aggressives Rasen und aggressives Auftreten gegenüber Zeitgenossen haben die gleiche Wurzel. Bei vermummten Demonstranten spricht die Polizei von autonomen Rechtsbrechern – beim Motorradfahrer gilt das selbe Phänomen: Schutzhelm und Kennzeichen (keine Halterhaftung) sorgen für eine Anonymisierung der Schläger und für eine Eskalation der Gewalt. Wir fordern die Politik mit Vehemenz zu einer Gesetzesänderung auf, die da nur heißen kann: Halterhaftung für Motorräder. Hier mehr lesen in der „Badischen Zeitung“.

Wieder mal ne Morddrohung …
Neue Qualität in Sachen Glaubenskrieg

Morddrohungen gegen Motorradlärmaktivisten sind nicht an der Tagesordnung – aber so was kommt vor. Meist anonym via Internet (anonymisierender Proxyserver) oder per Post (ebenfalls anonym). Eine neue Qualität hat der öffentliche Aufruf zur Ermordung des Motorradlärm-Aktivisten Hans Häfele aus Hirrweiler – vorgetragen von einem militanten Motorradfahrer, für den sein Hobby offensichtlich untrennbar verbunden ist mit einem lauten Auspuff: Rainer Bayer. Von seiner privaten Homepage aus (www.rainerbayer.de) fechtet der Ingenieur und derzeit noch Lehrbeauftragte einen Kleinkrieg aus gegen Menschen, die ihr Recht auf Ruhe einfordern. Doch seine neueste Attacke erinnert bisweilen eher an einen Glaubenskrieg bzw. hat mittlerweile fundamentalistische Züge. Vornehmlich geht es gegen Häfele und die Mitglieder der Motorradlärm-Initiative „B39“ im gar nicht so idyllischen Löwenstein bei Heilbronn. Ob man das ernst nehmen muss (oder nicht) sollte die Staatsanwaltschaft Heilbronn klären.

Hier ein Auszug als Zitat (und zur Beweissicherung) von Bayers Homepage:

Originaltext – eine Morddrohung – von der Internetseite www.rainerbayer.de (31.8.2012)