Google Lärm Maps

Liebe Leidensgenossen,

ich war neulich im Bayerischen Wald auf einem abgelegen Berggipfel (dem Zwerch-Eck) unterwegs, weil mir die Gipfelaussicht bei Google-Maps-Bilder so gut gefallen hat. Auf der Wanderung traf ich keine Menschenseele und ich fühlte mich völlig glücklich in der herrlichen Natur, bis… Sie wissen schon, bis meiner Ruhe am Gipfel durch das nervös-wespenartige Beschleunigungsgeräusch von Motorrädern ein jähes Ende gesetzt wurde. Nicht mal mehr auf den Gipfeln der schönsten Berge hat man mehr seine Ruhe…

Da kam mir plötzlich eine gute Idee:

Man könnte doch einfach überall, wo man wandert und wo es schön ist, Fotos auf Google-Maps/Earth hochladen auf dem man sich mit einem Schild abbildet (man kann sich natürlich hinter dem Schild verstecken oder das Schild in die Landschaft stellen und mitfotografieren), auf dem in großen Letter „Motorradlärm – Schade“ (oder ein anderer Slogan steht).
Die Bilder könnten von niemanden gelöscht werden und würden das Ausmaß des Problems (bis in die Tourismusbehörden und von da aus weiter nach oben….) schön illustrieren. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte.

Ich werde damit am Großen Arbersee, einem herrlichen eiszeitlichen Karsee, beginnen. Dort ist ein wahrer Hotspot und viele Menschen sind enttäuscht über den Lärm in der Ruhe, die sie eigentlich suchen.

Ich bitte Sie, diesen Vorschlag weiterzuverbreiten. Vielleicht findet man so besser Gehör.

Mit freundlichen Grüßen,
M.S.

(Bitte veröffentlichen Sie nicht meinen vollen Namen!)

Veröffentlicht in Hotspots, Medienberichte, VAGM
5 Kommentare zu “Google Lärm Maps
  1. N.T. sagt:

    Die Idee ist wirklich super.
    Man könnte ja vielleicht eine Datei hier auf der Seite zum Runterladen anbieten mit einem Schild und Text zum selber eintragen (für den Ort) drauf, die jeder sich ausdrucken könnte.
    Dann hätte man nicht viel Arbeit und alle Schilder sehen gleich aus.

  2. Joggi sagt:

    Super Idee!
    ich fahre selbst Motorrad, wohne an einer auch gerade Nachts gerne benutzten „Rennstrecke“ (so bekommt der „Sommernachtstraum“ eine ganz neue Bedeutung). Die Auspuffanlagen meiner Motorräder (nein „Bikes“ sind und bleben Fahrräder!) sind serienmäßig, eventuell vorhandene DB-Eater am dem dafür vrgesehenen Platz (und in Zukunft verschweißt!) in der Auspuffanlage.
    Liebe Motorradfahrer – WIR haben es in der Hand, ob uns ein paar „Biker“ das Hobby kaputtmachen dürfen. Lautstarke Abgasanlagen haben nichts mit „Freiheit und Abenteuer“ zu tun.
    By the way: ein „born to be wild“ Steppenwolf läuft auch nicht permanent jaulend und lautgebend durch die Landschaft, sondern pirscht sich „lautlos“ an die Beute ran.
    Das zum Thema lächerliche Leitbilder.

    Ironie ON:
    Mein Vorschlag zur Enspannung – RESONANZHELME – da wird der „Sound“ analog zur Gasgriffstellung direkt im Helm erzeugt und, je nach Totvolumen des betreffenden „Biker“-Schädels, der dessen Psyche entsprechende Lärmpegel direkt und umweltfreundlich dort entsorgt wo er hin gehört. Wer mag könnte das dann auch via Bluetooth funkkoppeln und seinen „Mitbikern“ überspielen oder gar via facebook, instagram, oder telegram „teilen“. Das wäre doch was?
    Ironie Off

    Ich schäme mich nicht ein Motrorradfahrer zu sein, mir geht es ums FAHREN nicht ums Lärmen. Wenn Elektromotorräder nicht so UNVERSCHÄMT teuer wären hätte ich schon eines.
    Vielleicht sollte man Streckensperrungen für Elektromotorräder aufheben – DAS wäre m.E ein echter Anreiz zu Kauf und Nutzung.

    P.S. und was BMW angeht – seufz. Ich fahre u. A. auch eine R26 von 1955, die war und ist leise! Auch die 75/6 und spätere Boxer und Multizylinder waren „leise“. Warum Marketingfuzzies „Lärm“ zum Programm machen müssen…
    Aber auch für diese Gruppe eien Idee: Warum zum Teufel sollte man, wenn man schon so Zubehör und „Customizing“ verrückt ist, nicht ein spezielles „SILENCER Package“ vermarkten und die damit entstehenden „Rolling Ghosts“ entsprechend (inclusive einer Zulassungsmöglichkeit) auf lärmgesperten Strecken vermarkten können?
    Nur mal so als Ansatz… ?

    • Reto sagt:

      Eben: Motorräder gingen früher leise (angesehen von HD)
      Vielleicht hört ja von den BMW Marketingfuzzis einer mit. Lärm ist beim Motorrad keine zugesicherte Eigenschaft. Früher konnten die tatsächlich leise Kräder herstellen. Allerdings fordert der Markt es laut (=Marketing). Aber vielleicht ein Grund auch eine leise Maschine anzubieten? Ich kenne jemand, der kauft wegen der Klappen keine BMW mehr. Ob er eine leise kaufen würde muss ich nachfragen ;-)

  3. Dirk sagt:

    Früher musste es auch teilweise leise sein, weil die Deutsche Regulierungswut es halt so wollte. Andere Länder waren da schon Jahrzehnte eher soweit, daß man dort nur die wichtigen Dinge reglementierte. Nun in Zeiten der EU sieht es harmonisiert halt manchmal anders aus. Moppeds dürfen in bestimmten Teilbereichen lauter sein, in anderen wiederum müssen sie leiser sein, viele unsinnige Hauptuntersuchungsgängeleien sind passe, etc. Alles verändert sich halt mal. So lange es im gesetzlichen Rahmen ist, so what? Ein Hoch auf die EWG und vor Allem den Bestandsschutz!

    • Reto sagt:

      Wenigstens streitet heute keiner mehr ab, dass die Kisten zu laut sind. Früher kam an dieser Stelle immer die Aussage „Motorräder sind ja heute viel leiser als früher“. Das nenne ich Bewusstseinswandel. Beim Rauchen hat das mit dem Nichtraucherschutz auch länger gedauert – und dann war es plötzlich da, ohne Bestandsschutz.

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