Fragen und Antworten – Motorradlärm bei Facebook

Nach der Presseaussendung zum Tag des Lärms 2013 haben wir das Thema Motorradlärm auf Facebook thematisiert. Das Experiment ist beendet, nachdem alle nötigen Argumente ausgetauscht wurden. Hier die typischen Diskussionsbeiträge aus den Facebook-Diskussionen rund um Motorradlärm – kurz zusammengefasst mit Antworten– zum Nachlesen:

1. „Haben Sie keine anderen Probleme? Haben Sie mit dieser lächerlichen Initiative nichts besseres zu tun?“

Antwort: Gegenfrage: Haben SIE nichts besseres zu tun? Also als Anwohner und Erholungssuchende zu terrorisieren?

2. „Motorradlärm ist doch eine Randerscheinung. Mich stören Kirchenglocken und LKW-Verkehr viel mehr.“

Antwort: Zunächst mal: Schön zu hören, dass Sie auch zu den Menschen gehören, die sich vom Lärm gestört fühlen. Es gibt in der Tat ein Menschenrecht auf Ruhe. Und Lärm wird mittlerweile als eines der übelsten Umweltgifte angesehen. In der Tat haben wir Verständnis für nahezu jede Lärmbeschwerde (außer vielleicht Kinderlärm). Motorradlärm konzentriert sich im Gegensatz zu vielen anderen Lärmarten (Rasenmäher, LKW) aber auf die Erholungszeiten, oft gerade auf die Samstage und Sonntage und die Abendstunden und ist deshalb besonders lästig. Die Randerscheinung mag in der Breite nicht ins Gewicht fallen – an der Schwarzwaldhochstraße, an der Idyllischen Straße (Rems-Murr-Kreis) und an vielen anderen Strecken artet Motorradlärm jedoch in Lärmterror aus.

3. „Seid doch ein wenig toleranter!“

Antwort: Der Toleranzbegriff bezieht sich gemeinhin auf die Duldung oder Akzeptanz bestimmter Überzeugungen, Handlungsweisen oder Sitten – im religiösen oder weltanschaulichen Sinn. Es ist eine Pervertierung von Toleranz, beispielsweise von Menschen, die belästigt werden (sexuell, akustisch etc.) Toleranz einzufordern.

4. „Jeder Rasenmäher hat doch heute 98 dB.“

Antwort: Das Typenschild auf dem Rasenmäher weist die maximale Lärmentwicklung des Geräts aus – nicht wie bei den Motorrädern ein Wert inmitten des Drehzahlbandes. Deshalb ist ein Vergleich schwierig. Die Zeiten für den Betrieb eines Rasenmähers sind gesetzlich geregelt. Sonntags beispielsweise ist es verboten, einen Rasen zu mähen. Zudem kann man mit dem Nachbarn kommunizieren, wenn das Rasenmähen stört. Mit einer anonymen Masse unter Helmen ist das nicht möglich. Auch einen Rechtsweg gegen das Motorradlärmen gibt es derzeit nicht. Übrigens gibt es Rasenmäher, die sind nur 56 dB(A) laut. Aber es gibt ja auch Motorräder, die leiser sind.

5. „Warum wollt Ihr uns unser liebstes Hobby vermiesen?“

Antwort: Wir glauben nicht, dass Motorradfahren zwingend laut sein muss – BMW Polizeimotorräder beispielsweise sind nur wenig lauter als ein PKW. Der Umkehrschluss ist: Ihr „vermiest“ uns mit Euren lauten Tröten das Wochenende, die Abendstunden, die Erholungszeiten – und damit unsere Lebensqualität.

6. „Warum wettert Ihr nicht gegen Ferrari und US Cars?“

Antwort: Ferraris und US Cars treten in seltenen Fällen massiert auf. Motorräder hingegen – und speziell die Zielgruppe der Sportmotorräder mit extralauten Zubehörauspuffen – treten regelmäßig und konzentriert an bestimmten Strecken auf, die sie dann auch ausgiebig und wiederholt befahren. Im Übrigen haben Sie recht: US Cars und Sportwagen sind lauter als zulässig – sie nutzen die gleichen Schlupflöcher wie Motorräder mit EU-Zubehörauspuffen. Vielleicht lässt sich das Problem ja mit dem Motorradlärm gemeinsam lösen – wir arbeiten daran.

7. „Die Welt ist heute so laut – damit muss man leben.“

Antwort: Es gibt rund 10.000 Lärmtote jährlich in Europa – rund 25.000 sterben im Straßenverkehr– und die einen sterben oft so sinnlos wie die anderen (Raser…). Besonders der mutwillige Lärm sollte vermieden werden. Außerdem sollten Sie es den Betroffenen überlassen, mit welchem Grad an Belästigung sie zu leben bereit sind – und wann sie sich wehren. Das Drittel manipulierter Bikes trägt den Lärm rücksichtslos in die Naherholungsgebiete und Mittelgebirge, unnötigerweise und aus egoistischen Motiven, die zudem Menschenleben gefährden.

8. „Mein Motorrad hat 106 dB vom TÜV eingetragen – und ist damit legal. Da könnt Ihr gar nichts machen.“

Antwort: Was Sie da eingetragen haben ist nur ein Beleg dafür, dass Sie eine besonders laute Auspuffanlage montiert haben – und keiner dafür, dass diese Anlage legal ist oder der Norm entspricht. Ihnen das zu erklären würde den Rahmen der Diskussion sprengen – und hätte vermutlich bei Ihrer Lärmaffinität auch keinen Sinn. Bei Wikipedia können Sie nachlesen, dass Ihr Eintrag von 106 dB(A) keinen Wert hat – ausser vielleicht die Polizei zum Narren zu halten. Außerdem ist eine unter dubiosen Umständen erteilte Betriebserlaubnis noch kein Freibrief für die Belästigung von Menschen.

9. „Loud Pipes save lives!“

Antwort: Zu deutsch etwa: „Laute Pfeifen retten Leben“ (Pfeifen ist vermutlich doppelt codiert ;-)). Geht davon aus, dass der Lärm andere Verkehrsteilnehmer vor dem herannahenden „Sportfahrer“ warnt. Ist physikalisch völliger Humbug – schon gar gleich für Menschen, die im Auto sitzen. Der Auspufflärm ist zudem gerichtet und entsteht als Lärmschleppe. Und wem hilft es, „gewarnt“ zu werden, wenn der „Sportfahrer“ schon vorbei ist?

10. „Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet“

Antwort: Sinnfreier Aphorismus, der vermutlich ebenfalls an einem Motorradstammtisch erfunden wurde (vgl. „Loud pipes…“). Bei etwa 70 Prozent der 600 tödlichen Unfälle 2012 waren die Biker selbst schuld, sagt die UDV (Unfallforschung der Versicherer (im Spiegel 17/2013): Motorradfahrer töten also doch – sich selbst. UDV Chef Siegfried Brockmann ebenda: „Wenn bei … anderen Freizeitsportarten so viele Menschen sterben würden, dann hätte der Staat längst ein Verbot ausgesprochen“.

11. „Erst günstig ein Grundstück an einer Bundes- oder Landsstraße kaufen und sich dann über den Lärm beschweren!“

Antwort: Häuser und Grundstücke an Motorradlärm-Hotspots werden im Winter verkauft und zwar als ruhige Ortsrandlage. Wenn die Motorräder nicht wären, wären sie das auch im Sommer. Deshalb gab’s diese Grundstücke nicht zum Vorzugspreis – und man darf sich (Ihrer Logik folgend) auch beschweren. Übrigens berichten langjährige Anwohner, dass sich das Problem erheblich verschlimmert hat im vergangenen Jahrzehnt.

12. „Viele Gemeinden leben doch vom Motorradverkehr!“

Antwort: Dass Motorradtourismus kein sanfter Tourismus ist und ein vergiftetes Geschäftsmodell, das haben mittlerweile viele Gemeinden beispielsweise im Schwarzwald gemerkt. Je massierter die Biker auftreten, desto höher auch die Zahl des Lärmer-Anteiles – und desto weniger normale Urlauber kommen noch. Beschwerden über den Krach im Naturidyll häufen sich – und schrecken weitere Urlauber ab. Ein Besuch am Wochenende im Hochsauerland oder an der Schwarzwaldhochstraße vergrämt Normalurlaubern diese Urlaubsziele. Zudem: Überschriften im Motorradzeitschriften wie „Fünf Alpenpässe an einem Tag“ zeigen, von welcher Qualität dieser Typus Urlauber manchmal sein kann. Die Tourismuswirtschaft besteht nicht nur aus Bikerhotels, Kiosken und Tankstellen.

13. „Im Vergleich zu früher sind die Motorräder heute leiser.“

Antwort: Das stimmt leider nur auf dem Papier. In Wirklichkeit haben Auspuffklappen, Motormanagement und überbordende Leistungszuwächse (Drehzahlen, PS) massive Auswirkungen auf die Lärmentwicklung. Auch sind heute weitaus mehr Motorräder unterwegs als in den 70ern.

14. „Die Polizei kann doch was tun gegen zu laute Motorräder!“

Antwort: Leider tut sie das in der Praxis nicht. Und wenn, dann nur in wenigen Fällen. Mittlerweile kann die Polizei zwar wieder gegen demontierte DB-Eater in den Endtöpfen vorgehen (einige Jahre lang war hier ein Paragraph bei der Überführung der StVZO im europäisches Recht „verloren“ gegangen). Gegen die zu lauten EU-Zubehörauspuffe aber ist derzeit kaum ein Kraut gewachsen. Und genausowenig gegen manuelle oder automatische Auspuffklappen.

15. „In Wirklichkeit ist doch nur eine Minderheit zu laut! 1-2 Prozent!“

Antwort: Wir gehen – wie die europäische Herstellervereinigung ACEM , das Umweltbundesamt und viele Sachverständige der Polizei von einem Drittel weitaus zu lauter Motorräder aus. Bei den Sportmotorrädern liegt die Zahl vermutlich höher, bei den Tourenmotorrädern deutlich darunter. In „Das Motorrad“ (26/2012) beziffert Thomas Trapp, Geschäftsführer des größten Harley-Händlers Deutschlands,  die Zahl seiner Kunden, die an einem neuen Motorrad einen lauteren Auspuff montiert haben wollen auf über 50 Prozent. Zwei Drittel der lärmenden Zubehörauspuffe sind laut Trapp Klappensysteme.

Die „1-2 Prozent“, mit der die Polizei gerne nach Kontrollen aufwartet, beziehen sich auf die einfach zu ermittelnden Fälle von Demontage des DB-Eaters. Das ist ohne große Fachkenntnis durch einen Freiwilligen im Polizeidienst nachweisbar. Aber rund ein Drittel der Motorräder fährt mit Auspuffen aus der Zubehörindustrie und einer allgemeinen Betriebserlaubnis aus einem EU-Land. Diese Auspuffe sind nach Tests von Motorradzeitschriften im Prüfzyklus in den weitaus meisten Fällen bis zu doppelt so laut wie zugelassen. Und bereits Serienauspuffe sind durch Auspuffklappen und Motormanagement herstellerseitig manipuliert, um die Prüfkriterien 80 dB (A) Fahrgeräusch zu erfüllen.

16. „In Sachen Ölflaschenmorde hegen Sie heimliche Sympathie mit dem/n Mördern.“

Antwort: Das ist völliger Blödsinn. Wir verurteilen nicht nur diesen Mordanschlag sondern jegliche Gewalt.

17. „Wir haben Verständnis für die Situation der Anwohner an beliebten Motorradstrecken – aber wir verurteilen die Art und Weise, wie sie im Arbeitskreis Motorradlärm und im VAGM argumentieren und vorgehen.“

Antwort: Wir haben das Thema zu vielen Bundes- und Landtagsabgeordneten dieser Republik getragen, waren bei Behörden, auf Motorradtreffs und bei Infoveranstaltungen der örtlichen Bürgerinitiativen. Selbst von Vernunft getragene Diskussionsrunden in den vergangenen Jahren haben keinen spürbaren Konsens gebracht. Und schon gar keine Wirkung gezeigt. Diesen verfilzten Pelz kann man nicht waschen, ohne ihn nass zu machen. Und dazu gehört auch, die Missstände anzuprangern. Es erscheint uns fraglich, ob wir die verkrusteten Strukturen aus selbstgefälligen Argumenten („loud pipes…“), einem von den Herstellern auf Kundenwunsch  selbstgestrickten ISO-Verfahren und nachlässiger und teils schlampiger Gesetzgebung durch „Kaffee statt Knöllchen…“-Aktionen aufbrechen kann. Fakt ist, dass die Lärmbelästigung auch nach teils jahrzehntelangem Argumentieren weiter zunimmt. Es wird aggressiver gefahren denn je. Fakt ist auch, was der  größte Harley-Händler Deutschlands im „Motorrad“ von sich gegeben hat. Auf die Frage: Was für die Kunden beim Auspuffkauf das wichtigste sei, Sound, Leistung, Marke oder Preis? Antwortet er: „Ganz klar der Sound“.

18.  „Das ist ein Streetworker-Thema, Sie müssten die Verursacher auf der Straße glaubhaft mit Argumenten erreichen.“

Antwort: Bestehende Streetworker-Ansätze gehen immer davon aus, dass das, was auf dem Parkplatz vernunftbestimmt diskutiert wurde, dann an der Ortausfahrt noch gilt. Leider ist das in der Praxis nicht so, wenn die hormonelle Steuerung des Gashahns einsetzt. Wir haben auch bei den meisten Streetworker-Ansätzen, wie sie vereinzelt aus den Reihen der Motorradfahrer kommen, den Eindruck, dass am Verhalten – aber nicht am Status Quo etwas verändert werden soll: Also im Sinne von „laute Auspuffe für alle – aber bitte erst weit nach dem Ortsschild richtig den Gashahn aufdrehen!“ Bezogen auf das erste Argument dieses Absatzes kann das aber keine Lösung sein, sondern nur ein Feigenblatt, das eine strengere Gesetzgebung verhindern soll. Streetworker geben im Laufe der Diskussion auch häufig zu, dass sie selber eine Krachtüte fahren – das ist pädagogisch lackierte Heuchelei.

19. „Mich stört, dass Ihr gegen alle argumentiert – ich bin aber ein Tourenfahrer.“

Antwort: Es ist schwierig, anständige und mutwillige Biker zu unterscheiden. Einige Mitarbeitende an diesem Projekt fahren selber Motorrad und alle hier geben sich reichlich Mühe, nach der 1/3 – 2/3 Methode den feinen Unterschied zu machen. Wir bitten um Verständnis, dass dieser feine Unterschied nicht immer klar zu ziehen ist. Wie hat der Chefredakteur des „Tourenfahrer“ jüngst geschrieben: „Man kann es drehen und wenden wie man will – wir sind das Problem…“

 20. „Euer aggressives Vorgehen ist zum Kotzen!“

Antwort: Zunächst einmal empfinden es auch viele Anwohner von Motorradstrecken als sehr aggressiv, was sich vor ihren Augen und vor allem Ohren abspielt. Kaum weniger zimperlich werden unsere Aktivisten angegangen – die nichts anderes tun, als auf einen Mißstand hinzuweisen, den eine große Minderheit der Biker anrichtet – und der vom Rest stillschweigend toleriert wird. Von wenig kompetenten Wortmeldungen, über wüste Beleidigungen, die Ankündigung und Realisierung von Belästigungsfahrten zu Aktivisten bis hin zu Morddrohungen reicht das Portfolio der Reaktionen der Zielgruppe. Will sagen: Könnte man auch als „zum Kotzen“ empfinden. Oder umgekehrt: welche Argumente würden Sie denn nicht als aggressiv und als gegen Ihr Lebensmodell des Lärmens gerichtet empfinden?  Bitte um Aufklärung …

 

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53 Kommentare zu “Fragen und Antworten – Motorradlärm bei Facebook
  1. Seehuber Marianne sagt:

    Lärm ist Umweltverschmutzung, gerade der von den lauten Motorrädern oder Sportautos. Wer Lärm macht sollte dafür kräftig bezahlen. Vielleicht kommt mal ein Gesetz heraus, in dem ein Fahrzeug, egal welches, nur noch bestimmte Dezibel an Lärm machen darf. Wenn das Gefährt lauter ist, muss es beim TÜV eingetragen werden und dafür sehr viel mehr bezahlt werden, so dass sich das nur noch wenige leisten können. Ich finde je lauter ein Fahrzeug ist, desto geistig minderbemittelter ist der Fahrer.

    • Keimrich sagt:

      Die Idee mit der „Lärmsteuer“ finde ich gar nicht schlecht:-) Das würde dann zumindest zu ihrer Theorie passen. Ich kann es leider auch nicht nachvollziehen, warum man beim Motorrad fahren nur Spaß haben kann, wenn es auch laut ist.

      • gs biker sagt:

        Auf deine Frage hin, ob Motorrad fahren nur Spaß macht wenn es laut ist hätte ich eine Gegenfrage.

        1. Dreh bitte einmal in einer Diskotheke die Musik leiser. Glaubst du irgendjemand würde dann noch tanzen?

        Diese ganze Umfrage, bzw. die ganze Seite zeigt doch einfach nur wie viel Zeit Menschen damit verschwenden andere Menschen zu regeln.
        Kümmert euch bitte um euer Leben und lasst jeden leben wie er mag.

        Statt wochenlang diese Seite zu füllen und zu pflegen wäre ich an der Stelle des Autors liebe an einen ruhigen
        See gefahren.
        Oder stören da die Boote oder die spielenden Kinder mit dem ganzen Lärm?

        • Keimrich sagt:

          Ganz klar, Disko und Motorrad ist dasselbe:
          In die Diskothek gehen die Leute um zu tanzen und laute Musik zu konsumieren. Sie zahlen Eintritt dafür.
          Homo Sapiens sitzt auf dem Motorrad, um andere Menschen zu beschallen und zu belästigen. §1 STVO gibt ihm das Recht zur freien akustischen Entfaltung seines bißchens Persönlichkeit. Tut sich nur die Frage auf: Homo kennen Sie bestimmt, aber was bedeutet Sapiens?
          Nur falls Sie es googeln: Es war hier ironisch gemeint, is klar, nee?

    • Dieter Rosenau sagt:

      Sehr gut formuliert – entspricht auch zu 100% meiner Meinung!!!

  2. Arenz sagt:

    Für Menschen die an viel befahrenen Straßen wohnen, ist der Lärm besonders lauter Motorräder eine schwere zusätzliche Belastung. Hier im Rheinland wo sehr viel Verkehrslärm zusammenkommt aber auch anderswo, wo weniger die Häufigkeit als die Geschwindigkeit der Motorräder den Anwohnern Sorge bereitet, trifft das Interesse auf Sicherheit und Ruhe auf das Interesse der freien Freizeitgestaltung. Verschärfend kommt hinzu, daß Motorräder besonders an den allgemeinen Erholungstagen von Freitag bis Sonntag unterwegs sind. Ich finde, daß ungewöhnlich lärmende Fahrzeuge, also nicht nur die Motorräder, ebenso wie besonders schnelle Fahrzeuge einer strengeren Reglementierung unterworfen werden müssen. Meine Meinung ist, daß es keine vernünftige Rechtfertigung für diesen Lärm gibt. Es mag auch anderen Lärm geben, meinetwegen mag man auch die Kirchenglocken anführen aber rasen und akustisches Aufmotzen hat wirklich sehr wenig vernünftige Argumente auf seiner Seite. Das merkt man letztlich auch an der eher unsachlich geführten Diskussion der Befürworter von Motorradlärm. Ein Argument möchte ich noch anführen, es mag eine falsche Beobachtung sein aber mir scheint es als gäbe es unverhältnismäßig viele Unfälle zwischen Motorrädern und Krankenwagen bzw Einsatzfahrzeugen allgemein. Und ich frage mich ob Eigenlärm, Tempo und Helm nicht eine Ursache dafür sein könnten.

    • Keimrich sagt:

      Diese Regulierung ist ein sehr wichtiger Punkt. Natürlich wird es immer wieder Menschen geben, die sich den Gesetzen und Verordnungen wiedersetzen, und das oft bewusst, aber je strenger, also präzieser bestimmte Gesetze ausformuliert werden, desto weniger Gesetzeslücken und Grauzonen können in diesem Bereich entstehen. Wenn in der Herstellung und der Verwendung der Maschinen genauere Vorgaben, was z.B die Lautstärke angeht (und zwar im Stand und während der Beschleunigung) im Gesetz verankert sind, dann steht zumindest das Recht auf unserer Seite. Auch sollten Manipulationen an Auspuffen etc. besser kontrolliert werden. Das setzt aber auch mehr Kenntnis seitens der Gesetzeshüter voraus, was auch nicht immer einfach zu verwirklichen ist. Was die Beobachtung der unverhältnismäßig vielen Unfälle zwischen Motorrädern und Einsatzfahrzeugen angeht, so würde ich das nicht unbedingt auf speziell diese beiden Fahrzeugklassen beschränken. Je nachdem von wo her das Einsatzfahrzeug und damit das Martinshorn kommt, ist es auch als Autofahrer manchmal erst recht spät zu hören. Ich denke, das allgemein der Eigenlärm, das Tempo und der Helm zu einem höheren Unfallrisiko führen.

    • Stefan Wollenweber sagt:

      In England gibt es, abgesehen von Pizza Lieferfahrzeugen, nahezu kein Motorrad ohne offenen Auspuff. In England kann es auch passierern, daß eine Gruppe Männer ihr Radio mit in die Gartenwirtschaft nimmt und die weiterern Gäste mit fragwürdigen Musikrichtungen beschallt. Keiner stört sich daran. Noch härter im Nehmen sind Inder und Chinesen, für die Lärm einfach als Tatbestand des normalen Lebens angesehen wird, auch unsere türkischen Freunde mögen es gern laut. Der deutsche, grüne-wählende und wohlhabende Spießbürger hingegen empfindet Lärm als krankheitsfördernde Erscheinung, vor allem dann, wenn es von einem Tun erzeugt wird, daß er selber nicht betreibt und erst recht, wenn er im Geheimen vielleicht selber Motorrad fahren will, es jedoch von seiner vegan lebenden, Flüchtlinge pfegenden Ehefrau nicht erlaubt bekommt. An einer von Motorrädern stark frequentierten Straße zu wohnen, ist sicher nicht immer angenehm, aber die Gegner sollten sich immer bewußt machen, es ist legal, dort herzufahren. Wem das nicht paßt, der muß wegziehen, wer das Geld dafür nicht hat, dableiben, so wie die schlecht verdienenden Bewohner im Stuttgarter Westen auch nichts dagegen unternehmen können, daß die völlig verstopfte B10 direkt an ihren Fenstern vorbeiführt. Ich persönlich wohne relativ ruhig, lediglich die Harley meines Nachbarn, der Mann offensichtlich taub, brabbelt ab und an mit Auspüffen vorbei, die nur aus Krümmern bestehen. Dafür muß ich aber auch manchmal auf Baustellen 12 bis 16 Stunden sein und jemand flext die ganze Zeit irgendwelche Bleche und Luftkanäle auseinander, die offensichtlich nicht gepaßt haben. Oder ich muß wochenlang im Ausland sein, ohne meine Familie und ohne meine Motorräder. Will sagen, daß Leben ist nicht immer so, wie es sich ein Studienrat als optimal vorstellt, es hat Ecken und Kanten, schöne und schlechte Momente. Und es kann nicht immer alles so arrangiert werden, daß es nur diesen Leuten gefällt, die im Übrigen immer nur für sich persönlich formulierern, was gut oder schlecht ist. Zumal ein Einknicken vor der Öko Mafia auch keinen Sinn macht, noch immer wurden nach einer Einigung auf einen Grenzwert schon wenige Wochen später neue Ziele definiert, solange, bis das Endziel erreicht wird, den vollständigen Zusammnebruch des freien Individualverkehrs. Erst wenn wir alle politisch korrekt in Bussen und Bahnen sitzen, werden wir wissen, wie schön doch einst ein Auspuff geklungen hat.

      • Ansgar Höffert sagt:

        Viel dummes Zeug auf einmal.
        Man kann nicht einfach irgendwo mit Kind und Kegel „wegziehen“, nur weil auf einmal irgendwelche Idioten meinen, eine Straße, an der man früher normal gewohnt hat, sei auf einmal ein Motorradparcour, auf dem man den ganzen Tag ohne Sinn und Grund hin und herdonnern kann, so dass den ganzen Tag die Wände wackeln.
        Von welchem Geld soll man denn bitte schön wo hin ziehen?
        Das nennt man Enteignung – ich dachte immer, das gibt es in Deutschland nicht. Habe ich mich wohl getäuscht.
        Es geht weder um „Studienräte“ (die übrigens trotzdem wie alle Menschen auch in Recht auf Wohnen haben) noch um eine „Öko-Mafia“, sondern z.B. mich (kein „Studienrat“, sondern im Pfegebereich tätig) und meine Familie mit Kindern, 92-jährigen Opa und Tante im Haus, die am Wochenende mal mit der Familie oder Freunden den Garten des eigenen Hauses benutzen möchte.
        Schlimm auch, wenn man nach einer Nachtschicht am Wochenende einfach ein bischen Ruhe zu hause braucht – daran ist dank der egostischen Spießbürger auf 2 Rädern meißt nicht zu denken.
        Herr Wollenweber: warum meinen Sie, dass es „Recht“ ist, dass ich mit der ganzen Familie aus meinem Haus, das die Familie seit 1946 bewohnt, ausziehen soll, das Dank einer rücksichtslosen Meute von Leuten wie Ihnen nun nicht mehr bewohnbar ist?
        Übrigens: wenn Ihnen Ihr Beruf nicht gefällt – wechseln Sie ihn doch enfach, anstatt die Wut darüber mit Ihrem Krach an Unschuldigen auszulassen. Andere Menschen, die Sie terrorisieren, haben vielleicht auch einen „schweren“ Beruf.
        Schön für Sie, dass sie „ruhig“ wohnen und wahrscheinlich jedes Wochenende selbstverständlich auch im eigenen Garten verbringen können. Fahren Sie doch einfach jedes Wochenende im Kreis von Freitag Mittag bis Sonntag abend um Ihr eigenes Haus, wenn Sie den Krach so lieben. Dann erlebt Ihre eigenen Familie und die Nachbarn mal hautnah, wie schön das ist. Dann ist der Krach dort, wo die Leute ihn anscheinend lieben und nicht bei uns. Ich verstehe nicht, warum Sie das mit unserem Haus tun müssen?

  3. M. sagt:

    Vielen Dank für Ihr Engagement! Ich habe die Website motorradlaerm.de gerade erst entdeckt und unterstütze das Anliegen voll und ganz!

    Motorradlärm gibt es übrigens nicht nur auf dem Land. Auch in Städten gibt es regelrechte Rennstrecken, wo besonders in lauen Sommernächten wie der heutigen in absolut rücksichtsloser Weise rumgerast wird. Zum Teil klingt es wie illegale Wettrennen. Auf jeden Fall ist es ein unerträglicher Krach, wenn man in der Nähe der betroffenen Straßen wohnt, und ich halte die Verursacher für vollkommen asoziale und bestenfalls gedankenlose, im schlimmsten Fall vorsätzlich rücksichtslose Personen. Ich empfinde einfach nur Verachtung und Abscheu gegenüber so einem Verhalten.

    • Keimrich sagt:

      Da haben Sie Recht. In den Städten ist dieses Problem ebenfalls gegeben. Durch den allgemeinen Verkehrslärm fällt er Möglicherweise nicht ganz so sehr auf wie auf dem Land. Allerdings finde ich den Lärm der Motorroller und Mopeds in den Städten, die auch in normaler, nicht beschleunigter Fahrweise sehr laut sein können, weitaus dramatischer.

  4. Norbert sagt:

    Es ist mir unbegreiflich, wie rücksichtslos viele Motorradfahrer ihren Mitmenschen gegenüber sind, und es ist mir unbegreiflich, dass der Staat hier tatenlos zuschaut. Warum kontrolliert die Polizei im Rahmen ihrer Geschwindigskeitskontrollen nicht auch die Lärmentwicklung? Ich wohne in 51515 Kürten im Bergischen Land und fahre hier regelmässig mit dem Rennrad. Was man am Wochenende oder in den Abendstunden sowohl im Ort als auch draussen unterwegs auf die Ohren bekommt, ist unglaublich. Das ist häufig agressiver Lärm, unter dem viele Menschen leiden müssen, weil es einem Idioten gefällt. Ich schliesse mich der Meinung von M. an, dass es sich bei den Verursachern um vollkommen asoziale und vorsätzlich rücksichtslose Personen handelt. Die Rede ist hier nicht von Tourenfahrern, deren Maschinen kaum lauter als ein PKW sind.

    • Keimrich sagt:

      Hallo,
      danke für Ihren Meinungsbeitrag. Die Polizei hat meist weder die Ausrüstung noch das gesetzliche Regelwerk, hier tätig werden zu können. Und weil die Zielgruppe auch schnell mit dem Anwalt kommt, fasst sie die Polizei auch oft nur mit Samthandschuhen an. Leider.

  5. Maria Heinrichs sagt:

    Ich habe kein Problem mit „normalen“ Motorradfahrern“, deren Fahrzeuge eine normale Lautstärke haben. Ich habe nur eine Abneigung gegen die, die nach der TÜV-Abnahme ihre Kisten sofort wieder umbauen und anschließend einen riesen Lärm machen. Wir haben z. B. bei uns in der Nachbarschaft diverse Motorrad-Fahrer, gegen die ich absolut nichts habe. Nur leider ist da eine Person zwischen, die sein umgebautes Motorrad (andere Auspuffanlage) aus der Garage holt und erst einmal mindestens eine halbe Stunde davor andauernd hochdreht. Sorry, aber dafür habe ich absolut keine Verständnis. Da geht mir echt Hut hoch und ich sehe „Rot“. Muss sowas denn sein?

  6. Martin H. sagt:

    Zu Ihrem Punkt 10:
    Der Spruch hat sehr wohl seine Berechtigung, was man auch nach kurzer Recherche mit vernünftigen Quellen sehr schnell nachvollziehen kann. Dabei verweise ich nur auf die Zahlen von DVR, Statistischem Bundesamt und ähnlichen neutralen (!) Quellen.
    Wie hingegen der UVD auf seine vollkommen abstrusen Zahlen kommt, ist mir ein Rätsel und widerspricht allen anderen, glaubwürdigen Quellen.
    MfG, Martin H.

    • Keimrich sagt:

      Hallo Herr H.,
      Sie sind unnötigerweise im Spam gelandet – danke für den Hinweis per Mail.
      Zunächst mal die Unfallforschung der Versicherer kürzt sich UdV ab (und nicht UVD) und ist eine durchaus seriöse Institution und vielleicht neutraler als die Motorradonline, der man eine gewisse Lobbyfunktion nachsagen könnte. So abstrus sind die Zahlen des UdV offensichtlich auch nicht, was eine Recherche bei einer Ihrer „neutralen Quellen“ ergab (Deutscher Verkehrssicherheitsrat DVR) Zitat (http://www.dvr.de/aktuelles/sonst/2745.htm?qu=motorradunf%E4lle):
      „In den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 ereigneten sich auf Bayerns Straßen rund 3.900 Unfälle mit Motorradfahren. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 ist das ein Anstieg um 16,6 Prozent. Dabei wurden 65 Motorradfahrer getötet und weitere 3.268 verletzt. Rund jeder zweite dieser Unfälle war auf Selbstverschulden der Motorradfahrer zurückzuführen. Überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Fehler beim Überholen waren die Hauptunfallursachen.“ (Bei der Schuldfrage geht es um alle Unfälle, nicht nur um die tödlichen.)
      Die Unfallforschung der Versicherer (UdV) ging lediglich einen Schritt weiter und hat analysiert, wer bei den tödlichen Unfällen die Schuld trug. Und dieser Quelle (UdV) zufolge sind bei den tödlichen Unfällen zu 70 % die Motorradfahrer schuld. Das Schuldthema sieht innerorts bestimmt anders aus – aber es ging ja um die Frage des Todes („Motorradfahrer werden getötet…“), und nicht des Verunfallens im Allgemeinen.
      Der Stammtisch-Spruch versucht, die Schuld zu verschieben. Es sollte bei den Statistiken aber auch gar nicht primär um die Schuldfrage gehen – sondern unserer Ansicht nach einfach um die Tatsache, dass immer rücksichtloseres Auftreten einer Gruppe der Biker eben auch in den Unfallzahlen/arten niederschlägt. Wir haben einfach die Stammtischparole, die uns entgegengehalten wurde, gegen Fakten gestellt. Bei den von Ihnen zitierten („seriösen“) Quellen offenbart sich bei näherer Betrachtung gar kein Widerspruch.

      Mit freundlichem Gruß
      Keimrich

      • Martin H. sagt:

        Hallo Keimrich,
        da muss ich aber etwas richtigstellen: Die Zeitschrift Motorradonline zitiert in ihrem Artikel
        http://www.motorradonline.de/archiv/unfallstatistiken/158054 lediglich Zahlen des Statistischen Bundesamtes – und die sind neutral. Mir sind auch aus anderen Quellen ganz ähnliche Zahlen bekannt, diese haben sich seit den 90er Jahren nicht geändert.
        Und diese Quelle: http://www.zweiradsicherheit.de/zahlen-unfallzahlen.html zeichnet ein ganz ähnliches Bild.
        Gerne lasse ich Ihnen Scans zukommen mit den anderen Quellen, welche ich besitze. Auch dort werden als Unfallursache Nr. 1 von Motorradunfällen ganz klar „die Mißachtung der Vorfahrt des Zweirads durch andere Verkehrsteilnehmer“ (DVR) benannt und keineswegs überhöhte Geschwindigkeit, eigenes Verschulden etc.
        Natürlich spielen diese auch eine gewisse Rolle, aber nicht, wie stets und gern behauptet, die hauptsächliche.
        Warum sollten dann plötzlich an den tödlichen Motorradunfällen die Motorradfahrer angeblich zur überwiegenden Mehrheit selbst schuld sein, wenn ihnen vom DVR u. a. bescheinigt wird, daß an den Motorradunfällen insgesamt hauptsächlich andere VT die Schuld tragen? Das ist sehr wohl ein Widerspruch.
        Schön wäre es, wenn den Lesern dieser Seite doch alle diese Quellen vorlägen, damit sie sich ein eigenes Bild machen können.
        MfG Martin H.

        • Keimrich sagt:

          Hallo Herr Hirsch,
          danke für die Quellen. Nochmals zum Ausgangspunkt. Das war die plakative Unschuldlamm-Vermutung „Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet!“ und zwar gerade auch noch von solchen Leuten, die anhand ihrer Facebook-Einträge unzweifelhaft als Teil der Raseclique gelten können. Es geht bei dieser Behauptung doch nur um die tödlichen Unfälle – und da können wir keinen Widerspruch erkennen zwischen denen von Ihnen zitierten Quellen (die sich an allen Unfällen orientieren) und der unsrigen (die nur die tödlichen Unfälle analysiert). Es geht nur um zwei unterschiedliche Unfall-Typen!

          Fazit: Bei den vielen Unfälle innerorts oder bei Vorfahrt-Unfällen werden Zweiradfahrer „übersehen“ und zum Unfallopfer. Das ist losgelöst von der Schuldfrage eine schlimme Sache. Für die Mehrzahl der tödlichen Unfälle hingegen tragen Unfallopfer (laut Unfallforschung der Versicherer) selbst die Verantwortung. Die Bekloppten, die Straßen zu Rennstrecken umwidmen, sind nicht nur besonders häufig Todesopfer und für den Lärm an Hotspots hauptverantwortlich – sie ziehen auch noch die vielen Normalen und Tourenfahren in Mißkredit.

          Mehr wollten wir gar nicht ausdrücken ;-)

          • Martin H. sagt:

            Hallo Herr Keimrich,
            der Spruch „Motorradfahrer töten nicht…“ wird von ganz gewöhnlichen und vernünftigen Motoirradfahrern verwendet, nicht nur von der „Raserclique“; schlicht und ergreifend, weil er wahr ist.
            Natürlich ist mir bewußt, daß die Zahl der Unfälle und die Zahl der tödlichen Unfälle zwei verschiedene Dinge sind; diese können jedoch nicht losgelöst voneinander stehen, da ein Motorradfahrer, um tödlich zu verunglücken, erst einmal überhaupt verunglücken muß. Eine so krasse Diskrepanz kann hier nicht „plötzlich“ auftauchen.
            Abgesehen davon ziehe ich die Aussage, Motorradfahrer wären „an 70 % der tödlichen Motorradunfälle selber schuld“, grundsätzlich in Zweifel: Diese These wird lediglich von der Unfallforschung der Versicherer aufgestellt; dies ist jedoch keineswegs ein neutrales, unabhängiges Institut, denn es arbeitet für die Versicherungen; d. h. hier ist sehr viel Geld im Spiel. Niemand sonst kommt zum gleichen Ergebnis.
            Die neutralen Institutionen hingegen widersprechen in ihren Aussagen grundsätzlich der Behauptung der UdV – oder können Sie sich vorstellen, warum z. B. das Statistische Bundesamt Lobbyarbeit für die Motorradfahrer betreiben sollte?
            Hier noch einmal ein Link, damit der Leser sich selber ein Bild machen möge:
            http://www.motor-talk.de/forum/motorradfahrer-t4646940.html?page=26#post38445843 (die angehängten Bilder im Beitrag sind eingescannte Seiten). Hier auch noch einmal die klare und eindeutige Aussage des DVR: „Unfallursache Nr. 1 ist die Missachtung der Vorfahrt des Zweirades durch andere Verkehrsteilnehmer.“

          • Keimrich sagt:

            Hier auch noch einmal die klare und eindeutige Aussage des DVR: “Unfallursache Nr. 1 ist die Missachtung der Vorfahrt des Zweirades durch andere Verkehrsteilnehmer.”

            Gut. Aber warum sollte das der Aussage widersprechen, dass „Wie die UDV ermittelte, knapp 60 Prozent aller tödlichen Biker-Unfälle immer wieder auf denselben Abschnitten passieren – und die sind selten länger als einen Kilometer.“ (Aus Spiegel 4/2013). Hier geht es nicht um Abschnitte, wo Bikern die Vorfahrt genommen wird, sondern um Abschnitte, auf denen gnadenlos gerast wird. Sie reden immer von Unfällen, wir nur von tödlichen Unfällen.

        • Keimrich sagt:

          Warum das ein Widerspruch sein soll verstehen wir immer noch nicht. Aber Ihre Hartnäckigkeit illustriert eindrucksvoll, wie hartnäckig sich selbstgestrickte Vorurteile halten. Hier gehts zum zugrundeliegenden Artikel im Spiegel. Lesen Sie hier:

  7. M. Maier sagt:

    Ich fahre selbst Motorrad und bin zugleich durch motorradfahrende Idioten generverter Anwohner; bin also sozusagen „Experte“ bei dem Thema.

    Ein Lärmsteuer ist meiner Meinung ein totaler Quatsch. Im Straßenverkehr – egal ob mit zwei oder vier Rädern – wird man ja jetzt schon ständig abgezockt.

    Massive Lautstärken-Kontrollen, Bußgelder die auch ein wirklich wehtun und sinnvolle Grenzwerte sind Maßnahmen die ich für sinnvoll halte. Diese würden den weitaus größten Teil der Motorradfahrer (wie z.B. mich) nicht stören und würden den gewünschten Effekt bringen.

  8. Motorradcustomer123 sagt:

    Hallo Lärmgeplagte,
    die Diskussionen über zu laute Auspuffanlagen werden immer bestehen bleiben, es wird immer die „Lärmhasser“ und die „Soundfetischisten“ geben. …Ich kann die Leute verstehen, die genervt sind von extrem lauten Auspuffanlagen, ich bin jedoch selbst Motorradfahrer und sehe einen guten Motorsound als absolutes Muss an. Man sollte jedoch nochmal deutlich unterscheiden, was ein guter Sound ist und wo der „sinnlose Lärm“ beginnt. …Es gibt Customchopper, die haben nur einen verlängerten Krümmer als Auspuff, das mag zwar vor der Eisdiele gut klingen, ist jedoch stark übertrieben, ich bin zwar von gutem Sound begeistert, aber das ist schon extrem laut. >Das sind Fahrzeuge mit einem Standgeräusch von deutlich über 110db. ….
    Auch kann ich sagen, dass mindestens 80 Prozent der Supersportler bei uns viel zu laut sind, da die db-killer immer draußen sind und die Auspuffe zusätzlich schon nach wenigen Tausend Kilometern „freigebrannt“ sind, weil diese Motorräder nach dem Warmfahren,auf den Landstraßen die ganze Zeit voll beschleunigt werden, auf Geschwindigkeiten die meist sogar über 200kmh liegen, quasi wie auf einer Rennstrecke. Dadurch werden die Auspuffe sehr heiß und die Dämmwolle verbrennt sehr schnell. … Wenn wir im Sommer draußen sitzen beim Grillen, dann hat man meistens eine „Rennstreckenakustik“, da kann ich mir schon vorstellen, das die „nicht fahrzeugbegeisterten“ Leute, davon sehr genervt sind. …

    Die Bußgelder drastisch zu erhöhen, wird nicht den gewünschten Erfolg bringen, denn die von mir erwähnten Supersportlerfahrer lassen sich auch nicht von der Polizei „herauswinken“, weil sie viel zu schnell sind, sie fahren einfach an den Polizisten vorbei und werden durch ihre extrem riskante Fahrweise auch nicht geschnappt. …Bei solchen Personen bringt also eine höheres Bußgeld überhaupt nichts, im Gegenteil das steigert noch den Kick, weil die Konsequenzen, wenn sie doch geschnappt werden sollten, noch größer wären. ….

    Die vorbildlichen Tourenfahrer werden durch solche Leute in den Dreck gezogen. …

    Trotzdem muss ich sagen, dass eine „angemessene Akustik“ (Ich weiß das dieser Begriff enorm dehnbar ist.)die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen „kann“. …Gerade viele ältere Leute beschweren sich darüber, dass sie doch das Fahrzeug garnicht kommen hören haben und Kinder bleiben durch laute Auspuffanlagen natürlich eher am Straßenrand stehen und laufen nicht herüber. >Das ist aber wirklich das einzig positive daran. …

    Die Polizei-BMW-Motorräder mit den „Freizeitspaß-Motorrädern“ zu vergleichen, halte ich jetzt aber für einen Scherz, denn viele Motorradfahrer rümpfen schon die Nase, wenn sie solch biedere Fahrzeuge sehen, dadurch war ja die Marke BMW bei den Motorrädern jahrelang verpönt, bis die Marke gezeigt hat, dass sie auch anders kann. …

    • Keimrich sagt:

      Diese Wortmeldung illustriert sehr schön, dass manche Motorradfahrer sich nicht an Gesetze und Regeln halten wollen. Un der Polizei fällt nicht viel ein dagegen. Wehe aber, wenn einer seinen Rasen zur unpassenden Zeit mäht.

      • Motorradcustomer123 sagt:

        Wo die Einsicht nicht ansatzweise vorhanden ist, können Gesetze nicht viel, bis garnichts ändern. …

        Man muss aber auch erwähnen, dass es auch öfters „getunte“ Autos gibt, die sehr laut sind. …Oftmals jüngere Fahrer, die sich keine teuren und leistungsstarken Autos leisten können, versuchen dann halt mit Lautstärke aufzufallen. …

        • Keimrich sagt:

          Jedes Gemeinwesen basiert auf Regeln – beispielsweise ist das Umbringen von Menschen verboten, ob ich das nun einsehe oder nicht. Es reicht nicht, Gesetze zu machen – jemand muss sie auch durchsetzen. Hier hapert es bei den Auspuffen (ob an zwei oder vier Rädern) ganz gewaltig.

  9. CBR1100XX sagt:

    Direkt zu Beginn: Ich bin Motorradfahrer und fahre eine Sportmaschine.

    Es gibt hier in meinen Augen viele Punkte, die einseitig vorgetragen sind, um die Motorradfahrer absichtlich in ein noch schlechteres Licht zu rücken. Einige davon wurden ja bereits von anderen Leuten angesprochen und thematisiert, aber ich möchte gerne noch einmal meine Meinung dazu sagen:

    -zum Punkt 1: Ich terrorisiere mit meinem Auspuff niemanden, da ich immer mit DB Killer fahre und sich die Lärmwerte meiner Maschine im legalen Bereich befinden.

    -zum Punkt 5: „BMW Polizeimotorräder beispielsweise sind nur wenig lauter als ein PKW“. Dieser Vergleich hinkt gewaltig, da es sich bei den Polizeimaschinen um Tourenmotorräder handelt, die motortechnisch für Laufruhe konstruiert sind und in völlig anderen Drehzahlbereichen arbeiten, als eine Sportmaschine. Eine Enduro-Maschine mit nur einem Zylinder oder eine hochdrehende Supersportmaschine kann, technisch gesehen, nicht so klingen wie die Tourenmaschinen, die die Polizei verwendet.

    -zum Punkt 10: Auch dieser Vergleich hinkt extrem, weil hier eine völlig unpassende Statistik in den Raum geworfen wird. Bei dem Zitat „Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet“ geht es nicht darum, wie viele Motorradfahrer generell verunglücken, sondern darum, wie viele durch Fremdverschulden ums Leben kommen. Das Zitat „Bei etwa 70 Prozent der 600 tödlichen Unfälle 2012 waren die Biker selbst schuld“ bezieht sich auf alle Motorradunfälle. Dass viele Motorradunfälle durch Leichtsinn und ohne Fremdeinwirkung geschehen, steht hier nicht zur Debatte, dem ist natürlich so. Aber wenn sich ein Motorradfahrer selbst den Schädel einfährt, ist es das gleiche, wie wenn ein Bergsteiger beim Klettern abstürzt oder ein Segelflieger mit seinem Flugzeug abstürzt. Daran trägt er alleine Schuld, dabei wird niemand anderes verletzt und der Verunfallte stirbt bei seinem Hobby. Nur dass es dann keine Initiativen gegen Bergsteiger oder Segelflieger gibt, wobei diese ja genauso jemanden verletzen könnten, wenn sie vom Himmel fallen.

    Das Zitat „Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet“ bezieht sich darauf, dass viele Motorradfahrer bei Unfällen mit Fremdeinwirkung unverschuldet sterben, weil sie übersehen werden. Dies wird aber gerne zusammen mit der (nicht unerheblichen) Menge an selbstverschuldeten Unfällen in einen Topf geworfen, um den Motorradfahrern die Schuld zuzuschieben… Hier einmal zwei weitaus passendere Statistiken:

    (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/motorradunfaelle-der-gegner-heisst-auto-a-84647.html)

    (http://www.ingenieur.de/Branchen/Verkehr-Logistik-Transport/Bei-Motorrad-Unfaellen-tragen-ueberwiegend-Autofahrer-Schuld)

    …ich hoffe diese Statistiken werden nicht als „Sinnfreier Aphorismus vom Stammtisch“ abgetan. Auf diese Unfallzahlen bezieht sich das diskutierte Zitat.

    Und zu Punkt 11: Hier wird das ganze auch wieder sehr einseitig hingestellt. Fakt ist doch: Wenn ich ein Haus an einer viel befahrenen Straße baue oder kaufe, muss ich mit Straßenlärm rechnen. Und das auch wenn man es im Winter kauft und das Haus als „ruhige Ortsrandlage“ beschrieben wird. Wer so etwas blind kauft und sich nicht informiert, der ist zweifelsfrei naiv. Das wäre das selbe, wie wenn man ein Haus oder ein Grundstück neben einem Flughafen kauft und hinterher sagt: „Als ich es besichtigt habe, ist gerade kein Flugzeug gestartet, daher konnte ich ja nicht wissen, dass es hier Fluglärm gibt“. Die Straßen und den Motorradlärm gibt es nicht erst seit gestern. Es ist wie das altbekannte Beispiel mit der Rennstrecke in Schleiz („Schleizer Dreieck“). Diese existiert seit 1923 (!) und ist Europaweit bekannt. Trotzdem gibt es immer wieder Beschwerden über den Motorlärm. Da frage ich mich wie bei allen anderen Lärmgeplagten: Warum zieht man dann dort hin, wenn man es vorher weiß?

    Es kann doch nicht die Schuld der Motorradfahrer sein, dass sich andere Leute unzureichend über die Lage ihrer Grundstücke informieren.
    ——————————-

    Als Schlusswort:

    Wenn ich mich zuhause z.B. von Baustellenlärm gestört fühle, dann setze ich mich aufs Motorrad, fahre los und bin zufrieden.
    Wenn die „Lärmgegner“ an einer viel befahrenen Straße wohnen und sich dann über Motorradlärm beschweren, warum fahren Sie in Ihrer Freizeit nicht einfach dort hin, wo es ruhig ist? Anwohner, die neben einem Flughafen oder einem Kindergarten wohnen, machen dies genauso. Denn für diesen Lärm kann man ja glücklicherweise nicht die bösen Motorradfahrer verantwortlich machen. …obwohl, die haben ja auch Kinder im Kindergarten oder fliegen mit dem Flugzeug in den Urlaub?!

    Warum habe ich eine Zubehör-Auspuffanlage an meine Maschine gebaut? Weil Motorrad fahren mein Hobby ist und weil dazu auch sportlicher Sound gehört. Wer seine Zeit lieber damit verbringt, am Straßenrand Motorräder zu zählen und Lärmpegelmessungen zu machen, weil er den lieben langen Tag vor Langeweile nichts zu tun hat, der kann das von mir aus gerne tun. Entschuldigung für diesen Stereotyp des klassischen „Lärmgeplagten“ fortgeschrittenen Alters, aber ich konnte es mir nicht verkneifen, da wir Motorradfahrer hier ebenso mit Vorurteilen beworfen werden.

    Und wer sich über die zumeist jungen Motorradfahrer beschwert (ich selbst bin 21 Jahre alt), der sollte niemals vergessen, dass er selber einmal jung war und in seiner Jugend vielleicht nicht durch einen lauten Auspuff, aber vielleicht durch andere Dinge aufgefallen ist.

  10. Kim Jensen sagt:

    Ich unterstreiche alles, was hier bisher über den rücksichtslosen Lärm geschrieben worden ist! Vielleicht könnte man das Loud-Pipe-Feeling dieser Spezies verstärken, indem man ihren eigenen Krach direkt in den Helm leitet?
    Und als Nichtfahrer habe ich eine Frage zu Motorrädern: fahren die nicht alle ohne KAT? Werde ich mit meinem kleinen alten Auto (800 kubik) steuermäßig abgestraft, weil ich die Umwelt über die Gebühr mit meinen Abgasen belästige – und atme dafür von jedem Motorrad die ungefilterten Abgase ein, wenn es mich überholt? Klärt mich auf, falls ich falsch liege.
    Und noch was: warum wird die Motorradszene auch noch gepuscht, indem sich selbst Kirchen nicht entblöden, die geballte Masse zu speziellen Motorradgottesdienste durch das Land zu treiben? Und dafür werden ganze Autobahnen gesperrt !!

    • CBR1100XX sagt:

      an Kim Jensen:

      Zuerst einmal vorweg: Ich bin Motorradfahrer, trotzdem hoffe ich aber, dass meine Antwort veröffentlicht wird. Mein anderer Beitrag wartet hier leider immer noch auf Freischaltung…

      Es ist nicht so, dass einen der Motorradhelm vom Lärm völlig abschottet. Das ist unter nicht Sachkundigen ein weit verbreiteter Irrtum. Der Motorlärm und auch der Fahrtwind dröhnt permanent in den Ohren, auch durch den Motorradhelm hindurch. Wobei der Fahrtwind ab 100 km/h schlimmer ist, als der eigentliche Lärm des Motorrads. Deswegen fahren viele Motorradfahrer mit Ohrenstöpseln.

      Zum Thema „Fahren die nicht alle ohne Kat“: Nein. Alle Motorräder ab Baujahr 2006 müssen zwangsweise einen Kat haben. Im Jahr 2006 wurde gesetzlich festgelegt, dass alle neuen Motorräder mindestens die Abgasnorm Euro 3 erfüllen müssen. Bist zum Jahr 2006 war die Erfüllung der Euro 3 Norm freiwillig. Manche Hersteller boten daher bereits Motorräder mit Kat an, andere nicht. Eben weil es nicht vorgeschrieben war und weil der Kat Leistung kostet. Alle Motorräder, die bis 2006 gebaut wurden und damals noch nicht der Abgasnorm Euro 3 entsprochen haben, dürfen auch weiterhin ohne Kat gefahren werden. Es ist also nicht so, dass alle Motorräder ohne Kat unterwegs sind. Es sind wenn überhaupt nur ältere Maschinen, die vor 2006 gebaut wurden und das werden immer weniger.

      Ich kann mir bei Ihnen nicht vorstellen, dass ihr 800ccm Auto zwangsweise einen Kat haben muss. Da Autos in dieser Größenordnung schon lange nicht mehr gebaut werden, könnte ich mir vorstellen, dass dieses Auto bereits älter als 25 Jahre alt ist und daher könnten Sie hierfür auch einfach eine H-Zulassung beantragen.

      Entschuldigung, aber was haben Sie bitteschön gegen Motorradgottesdienste? Haben wir Motorradfahrer nicht das Recht, auf solch eine Veranstaltung und auf eine freie Entfaltung unserer Persönlichkeit und unseres Hobbys? Für Radrennen oder Auto Oldtimer-Treffen werden teilweise auch ganze Strecken gesperrt. Stört Sie das etwa auch?

      Das zeugt wieder von der Voreingenommenheit der Nur-Autofahrer. Wenn die Steuereinnahmen fehlen würden, die der Staat jährlich durch uns Motorradfahrer in Form von Kraftstoffsteuer, KfZ-Steuer und auch die Mehrwertsteuer auf neue Motorräder und Motorrad-Teile einnimmt, würden auch Sie als Autofahrer aufschreien. Denn oftmals wird vergessen, dass auch wir Motorradfahrer Steuerzahler sind und dass wir für unser Hobby jährlich mehr Abgaben an den Staat zahlen, als so mancher Autofahrer, der im Jahr nur 5000km fährt.

      Ich bin der Meinung, dass jeder, der etwas gegen Motorradfahrer hat, erst einmal selbst Motorrad fahren sollte, bevor er seine Meinung kundtut. Denn wie kann jemand über eine Sache urteilen, von der er selbst keine Ahnung hat? Ich selber fahre Auto und Motorrad, deswegen kann ich es mir auch erlauben, über beide Seiten mein Urteil zu fällen.

      • Reto sagt:

        1. Priester segnen ja nicht nur Motorräder, sondern bei Bedarf auch Kanonen.

        2. „Wer etwas noch nie gemacht hat, sollte sich kein Urteil erlauben dürfen“: Also keine Richter, die noch nie betrogen, geraubt und gemordet haben! Die müssen was verstehen von der Sache.

      • Hajo sagt:

        Also wenn das stimmt was CBR1100XX schreibt:
        “ Es ist nicht so, dass einen der Motorradhelm vom Lärm völlig abschottet. …….. Deswegen fahren viele Motorradfahrer mit Ohrenstöpseln.“,
        dann sollte diesen Raudies der Freigang entzogen werden, und sie sollten in die Geschlossene überwiesen werden. Das spottet ja jeder Beschreibung, dass unnötiger Lärm absichtlich produziert wird, der die Anwohner der entsprechenden Straßen nervt, und selber schützen sich diese „Soundfreunde“ mit Ohrstöpseln.
        Liebe Freunde der Erde gibt es wirklich keine Möglichkeit diese gemeingefährlichen Wesen einzuweisen?

  11. Klaus-J. sagt:

    Der überwiegende Teil der Motorräder haben heut zu Tage einen
    geregelten Kat, sowie auch Roller. Der Schadstoffausstoß ist aber sehr viel höher wie bei einem PKW.
    Bei den Motorradgottesdiensten sollte man vielleicht auch mal den
    Menschen gedenken die durch unnütz verursachte Lärmbelästigung
    zu Schaden gekommen sind. Damit spreche ich unsere armen alten
    unter uns lebenden Menschen an, die dazu beigetragen haben,das
    es uns doch einigermaßen gut geht. Sie haben Anrecht darauf, in
    Ruhe und Frieden zu leben. Lärm erzeugt Bluthochdruck, führt zu
    Schlaganfällen und Herzinfarkten – sehr oft zum Tod.
    Ein erfahrener und von Gott überzeugter Geistlicher ist sicher-
    lisch in der Lage, die Bike Gefährten zu ermuntern sich in christlicher Nächstenliebe zu üben, dazu gehört vor allen Dingen gegenseitige Rücksichtnahme. LEBEN ist das kostbarste was wir haben. MACH MIT, RÜCKSICHTNAHME RETTET LEBEN !!!

  12. Reinhard Falk sagt:

    Wie kommt der Staat dazu Motorradfahrern zu verbieten auf öffentlichen Straßen zu fahren anstatt seiner verdammten Pflicht nachzukommen und laute Motoren aus dem Verkehr zu ziehen. Von mir aus auch verschrotten.
    Sippenhaft ist eine der größten Ungerechtigkeiten dieser Welt!!

  13. Dominik S. sagt:

    Hallo und guten Tag!

    Ich bin von Beruf Hörgeräteakustiker und selbst Motorradfahrer und befahre regelmäßig die schönen Schwarzwaldstraßen.

    Zu dieser Anprangerei die hier in ihrem Denunziantenforum stattfindet kann ich eigentlich nur den Kopf schütteln.

    Zum einen kann ich es verstehen, wenn sich einige Leute durch den Lärm gestört fühlen. Ich wohne selbst in einer lauten Innenstadt und weiß wie das ist, wenn man ständigem Lärm ausgesetzt ist. Durch meinen Beruf habe ich auch die nötigen Hintergrundkenntnisse was die Akustik angeht.

    ALLERDINGS kann ich es absolut nicht verstehen, wie sich teilweise „Aktivisten“ hier äußern. Genauso kann ich es nicht verstehen, wie sich ein Ortsvorsteher in einer namhaften ZDF „Motorradraser-Doku“ beschwert, dass ein Unterfahrschutz von allgemeinen Steuergeldern finanziert wird und die „private Rennstrecke“ sicher gemacht wird.

    – Denn die Motorradfahrer zahlen keine KFZ Steuern.

    Jedes mal, wenn ich etwas lese, dass den Inhalt „die bößen Motorradfahrer“ beschreibt, so trifft immer die Aussage auf „Wir haben nichts gegen Motorradfahrer, aber diejenige, die zu laut/schnell/böße aussehen/anders sind, die wollen wir hier nicht“.
    Sie würden sich auch darüber aufregen, wenn alle Motorräder gesetzeskonform ausgestattet wären, einfach weil an schönen Wochenendtagen die Frequentierung so groß ist, dass nahezu alle 10 Sekunden ein Motorrad vorbei fährt.
    Komischerweiße haben Ihre Aussagen immer diesen „Ich bin ja kein Rassist, ABER…“ Beigeschmack.
    Zudem sind sie doch vorurteilbehaftet bis zum Erbrechen. Es sind ja immer die Sportmotorräder auf den die jungen Raser uns alle gefährden und mit den lauten Pötten ins Grab bringen.
    Fakt ist: Die Motorradfahrer werden immer älter und der Supersportler-markt stirbt aus. Das sind zwei Wahrheiten, die sie erfolgreich verdrängen, weil sie in ihrer eigenen Verbohrtheit nicht sehen wollen.

    Auf mich macht diese ganze Diskussion den Eindruck, als würden sie sich alle aufregen, nur damit sie etwas zu meckern haben – denn das können wir Deutschen doch am allerbesten.

    Zum Abschluss muss ich sagen:
    Viele Motorradfahrer fahren unvernünftig schnell, unvernünftig laut und gehen nur auf die Landstraße um sich allgemein unvernünftig auf zu führen – manchmal (oder öfters) ausserhalb der gesetzlichen Rahmen. Aber genau dort liegt der Reiz! Denn nichts ist schöner als die Unvernunft! (solange kein anderer dabei verletzt oder gefährdet wird, selbstverständlich)

    • Ines sagt:

      Lieber Motorrad fahrender Hörgeräteakustiker, der sie völlig frei sind von Vorurteilen und mit Wehmut den Supersportler-Markt sterben sehen. Ihr Schlussatz fasst trefflich zusammen um was es geht. Sie schreiben:

      „Viele Motorradfahrer fahren unvernünftig schnell, unvernünftig laut und gehen nur auf die Landstraße um sich allgemein unvernünftig auf zu führen – manchmal (oder öfters) ausserhalb der gesetzlichen Rahmen. Aber genau dort liegt der Reiz! Denn nichts ist schöner als die Unvernunft! (solange kein anderer dabei verletzt oder gefährdet wird, selbstverständlich.)“

      Sie gefährden dabei aber sich und andere. Und sie belästigen andere. Selbstverständlich. Und wenn sie genau diese beiden Punkte ändern würden (nicht gefährden und nicht belästigen) hätten Leute wie wir keine Probleme mit Leuten wie Ihnen.

    • Reto sagt:

      Zitat 1: „Auf mich macht diese ganze Diskussion den Eindruck, als würden sie sich alle aufregen, nur damit sie etwas zu meckern haben – denn das können wir Deutschen doch am allerbesten.“

      Zitat 2: „Zudem sind sie doch vorurteilbehaftet bis zum Erbrechen.“

  14. Goldy1800 sagt:

    Es sollte jeder vor seiner Haustüre kehren, und seinen Mist beiseite räumen. Lasst endlich die in Ruhe ob Motorradfahrer oder Waffenbesitzer oder,oder denn die Mauler haben über alles und jeden zu meckern.

  15. brian sagt:

    Wie wäre es denn, wenn jemand von der Initiative einfach mal eine Petition auf einer der für Petitionen spezialisierten Plattformen eröffnet? Z.b. eine für ein Verbot dieser Auspuff-Klappen. Wenn man, so wie ich, in der Stadt wohnt, gehen die einem tierisch auf die Nerven. Ich habe Google bemüht und fand keine einzige. Eventuell lassen sich so viel mehr Unterstützer erreichen und Forderungen besser umsetzen. Ich wäre dabei!

    Lieben Gruß

    brian

    • Vmax sagt:

      @brian
      ich denke, es ist keine Petition zu den Auspuff-Klappen zu finden, weil dieses Thema scheinbar nur eine Minderheit aufzuregen scheint. Warum sollen sich Menschen mit einer solchen Nebensächlichkeit beschäftigen? Wenn Gesetzesverstöße vorliegen, kann dies geahndet werden, Punkt. Aber man kann aus allen Mücken Elefanten machen. Daher sind heutzutage auch Heerscharen von Richtern damit beschäftigt, sich um Lappalien zu kümmern, die Menschen mit Rechtsschutzversicherung meinen vor Gericht austragen zu müssen.

      • Reto sagt:

        Beispiel für solche Lappalien und Rechtsschutzversicherungen. Mahdentalstrecke bei Stuttgart: Erst klagt einer, weil er wegen der schlechten Strecke hingefallen ist, dann klagen die anderen, weil es deswegen zu einer Streckensperrung für Motorräder gekommen ist. Gutes Beispiel.

  16. Jimmi Dulan sagt:

    Hallo, ich begrüße ihre Initiative, da auch ich Lärm als Bedrohung meiner Gesundheit und meines Wohlbefindens empfinde. Lärm macht krank – definitiv. Ich wohne in einer eigentlich ruhigen Gegend. Daher empfinde ich den Lärm durch Gartengeräte aller Art als besonders belästigend. Wer an einer Autobahn oder sonstigen vielbefahrenden Straße wohnt, hat da verständlicherweise andere Lärmbelästigungen zu ertragen. Generell kann man nur an den Gesetzgeber appellieren, gesetzgeberisch wirksam gegen die Lärmverursacher vorzugehen – aber, nicht nur Gesetze erlassen, sondern diese auch durchsetzen. Der Appel an die Mitmenschen kann nur lauten, sich vernünftig und „lärmarm“ zu verhalten. Ich bin auch Motorradfahrer, verhalte mich aber durch die Fahrweise möglichst rücksichtvoll. Mir ist auch klar, dass dieses Hobby nicht gerade sehr vernünftig ist – aber es macht so viel Spaß und mit Rücksichtnahme und Verständnis sollten wir doch alle einigermaßen gut miteinander zurechtkommen. In diesem Sinne wünsche ich uns eine möglichst lärmarme Zukunft.
    Viele Grüße aus Bayern – Jimmi

  17. Wanderer sagt:

    Danke für diese Seite und den Text. Stimme allem zu.

    Als ich den Kommentar las:
    „Warum habe ich eine Zubehör-Auspuffanlage an
    meine Maschine gebaut? Weil Motorrad fahren
    mein Hobby ist und weil dazu auch sportlicher
    Sound gehört. Wer seine Zeit lieber damit
    verbringt, am Straßenrand Motorräder zu zählen
    und Lärmpegelmessungen zu machen, weil er den lieben langen Tag vor Langeweile nichts zu
    tun hat, der kann das von mir aus gerne tun.
    Entschuldigung für diesen Stereotyp des
    klassischen “Lärmgeplagten” fortgeschrittenen
    Alters, aber ich konnte es mir nicht verkneifen,
    da wir Motorradfahrer hier ebenso mit Vorurteilen beworfen werden.“

    Da dachte ich: Ja, es sind wirklich genau so egoistische Idioten, wie Du immer befürchtet hast.

  18. Encounter sagt:

    Ich weiß leider nicht, ob diese Seite noch aktiv ist, möchte aber trotzdem auf den auf dieser Homepage genannten Sachverhalt eingehen.

    Als erstes: Auch ich fahre Motorrad.
    Es gibt nichts schöneres als z. B. im Frühling an einem Rapsfeld vorbeizufahren und den Geruch und den Wind im Gesicht zu spüren…
    Jeder der noch nie ein Motorrad bewegt hat, kann nicht nachvollziehen, wieso wir Motorrad fahren, oder was uns unser Hobby bedeutet.

    Zur Sache:
    Die Vielzahl der Personen die hier einen Kommentar „abgelassen“ haben, ist absolut anmaßend.

    Sprüche wie „informiert euch über die Grundstücke die Ihr kauft“ oder aber „es sind genau so egoistische Idioten wie ich dachte“ sind absolut daneben.

    Ich möchte mal versuchen, einen Dialog zu starten, ohne ständiges „angiften“ oder Beschimpfungen.

    Wer, von den Seitenbetreibern und denjenigen die hier nur und unablässig auf die Motorradfahrer prügeln, war den schonmal an einem Bikertreff? Wer hat den Dialog gesucht? Wer drescht nicht nur hohle Phrasen von den ach so bösen Motorradfahren?

    Ja, ich fahre Motorrad… Und ja, Motorräder „müssen“ eine gewisse Lautstätke haben… Das gehört für mich und viele andere zur Faszination des Motorradfahrens.

    Ich möchte mich aber ganz klar von den Idioten, die es zweifelsfrei unter uns Bikern gibt, distanzieren.
    Es gibt einen gewissen Prozentsatz, die zu schnell oder zu Laut sind. Sich und andere im Straßenverkehr zu gefähren ist absolut unnötig. Gibt es etwas sinnfreieres als bei einem Verkehrsunfall zu sterben? Womöglich noch unverschuldet? Ich glaube wir sind uns alle einig, das dieser Frage keiner Antwort bedarf.

    Ich habe mich schon des öfteren extrem erschrocken, wenn mich jemand anders mit seinem Motorrad überholt und dabei so laut ist das ich fast einen Unfall habe, eben weil ich mich so erschrocken habe. Von der Geschwindigkeit möchte ich da garnicht erst anfangen.

    Ich wehre mich auch dagegen das hier alle Motorradfahrer über einen Kamm geschoren werden. Die überwiegende Zahl fährt vernüftig und will niemanden belästigen oder sterben, sondern einfach nur etwas Spaß haben und dem Alltag entfliehen.
    Wir sind nicht nur Junge Raser die nichts zu verlieren haben und meinen Sie müssen die Sau raus lassen. Klar gibt es die… Aber es gibt auch eine Menge Biker die einfach nur Ehemann, Bruder, Schwager, bester Freud, Arbeitskollegen oder Vater ist.
    Selbstverständlich gilt dies auch für alle Motorradfahrerinnen.

    Es ist, wie es immer ist…
    Die einen fordern Ruhe und Beschränkungen, die anderen „freie Entfaltung Ihrer Perönlichkeit“.

    Ich denke so kommen wir nicht weiter.

    Es muss eine gemeinsames Miteinander her… Es müssen Informationsversnstaltungen her. Es muss die Aufklärung her. Auch wir Biker müssen begreifen das unsere zu lauten Abgasanlagen andere stören. Ich habe volles Verständnis für aufgebrachte Anwohner.

    Höhere Strafen, mehr Kontrollen, oder Halterhaftung werden in diesem Fall nichts nützen und man bestraft damit nicht nur die Idioten sondern alle. Und das ist in meinen Augen ein Unding. Meine Maschine ist original und ja, ich zieh die Kupplung und rolle, wenn ich beispielsweise Familien oder Reiter sehe. Einfach weil es eine Frage des Respektes ist.
    Bevor jetzt wieder Stimmen kommen, das ich dann wohl die Ausnahme sei… Dies ist nicht der Fall. Ich kenne viele die das genauso machen.

    Meinen Kommentarnamen habe ich bewusst gewäht. Wir brauchen „Begegnungen“ und einen konstruktiven Dialog. Wir müssen weg von Beschimpfungen und dem Generalverdacht für alle Motorräder.
    Das Problem wird sich nicht kurzfristig lösen lassen. Wir müssen alle einen Prozess beginnen, in dem wir miteinander reden. Da schließe ich alle mit ein… Uns Motorradfahrer, die Anwohner, die Fachblätter, die Politik… einfach alle.

    In was für einer Gesellschaft möchten wir leben?

    Liebe Anwohner, sucht den Dialog und geht gezielt auf Motorradfahrer zu… Möglichkeiten gibt es genug… Und bitte seit unvoreingenommen, ihr werdet die Person mit der „Sportmaschine“ und dem lauten „Auspuff“ nicht kennen… Also sucht das Gespräch und fangt nicht gleich mit Vorurteilen oder Beschimpfungen an…

    Liebe Motorradfahrer, denkt bitte daran das ihr unter Umständen Menschen stören könntet. Gefährdet nicht euch und andere, wenn Ihr die Sau raus lassen wollt, geht auf die Rennstrecke.

    Ich könnte nun zur Fachpresse oder zur Politik dergleichen Ansätze schreiben, aber ich denke worauf ich hinaus will sollte allen klar geworden sein.

    Lasst uns miteinander reden, lasst uns einen Dialog führen… Lasst uns gemeinsam eine Lösung/Regelung finden mit der alle leben können.

    DAS ist der einzige Weg…

    Allen Bikern immer genung Gummi und DLzG und allen Anwohnern einen schönen Sommer…

    Zeit Motorradfahren zu gehen…

    Encounter

    • Keimrich sagt:

      Der BUND (als Mitinitiator dieser Seite) hatte in Baden-Württemberg immer wieder Infostände auf Motorradveranstaltungen. Die rechtlichen Regelungen (wie auf dieser Seite nachzulesen) sind allerdings so, dass sich die angesprochenen Kreise einen Dreck darum scheren: Warum leiser sein, wenn laut offensichtlich legal ist? Bitte vergleichen Sie den Artikel vom Flughafen Lahr über die neue Lärmnorm. FG

  19. ubi sagt:

    Also unser Nachbar hat eine dieser Klappensystemauspuffanlagen an seine Harley gebaut. Habe mir das zeigen lassen, wenn er die Klappen elektronisch schließt ist sie super leise da wird keiner in der Nachbarschaft mehr wach wenn er zur Frühschicht fährt. Man hört ihn höchstens noch wenn er außerhalb der Ortschaft die Klappen öffnet, ist dann aber soweit weg das es nicht mehr störend auffällt. Könnte das nicht eine Lösung sein, dass in Ortschaften keiner mehr gestört wird und die Biker trotzdem ihren Spaß haben können? Mit so einer Lösung sind hier alle Glücklich. Das heißt irgendwie social control Auspuff bin kein Spezialist aber da hier auch viele Biker auf der Seite ihre Kommentare hinterlassen sollte man für sowas Werbung machen!

    • Reto sagt:

      Ich glaube nicht, dass es nötig ist für Klappensysteme Werbung zu machen. Das Problem ist, dass es nicht nur um die Nachbarn bei der Frühschicht geht (halte übrigens die Situation, dass einer mit seiner Harley zur Frühschicht fährt für einen grenzwertigen Sonderfall). Es geht nicht nur um die Nachbarn: Wenn einer am Ortsausgang seine Klappen aufmacht, ist er oft kilometerweit zu hören. Es ist genau wie Sie schreiben: Motorräder könnten leise sein. Nicht so leise wie ein Pkw – aber akzeptabel laut. Nur: Genau hier scheiden sich die Geister.

  20. Horst Queck sagt:

    Per Zufall bin ich auf diese Webseite gestossen, eigentlich war ich auf der Suche nach allgemeinen Informationen zu Lärmursachen, Lärmfolgen und Läermbekämpfung. Als ehemaliger Biker (zuletzt BMW R1100R)habe ich mich natürlich hier etwas eingelesen. Imposant finde ich die umfangreiche Ausarbeitung der LU B-W. Vermisst habe ich systematische Erkenntnisse über Lärmursachen an Motorrädern, wie zum Beispiel auf der Webseite des Umweltbundesamtes veröffentlicht.
    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/steven.pdf
    Demnach sind ja die Erkenntnisse nicht neu, dass die sogenannten Ersatzauspuffanlagen und deren vom Hersteller oft vorgesehenen Manipulationen neben dem Fahrverhalten der Motorradfahrer die Hauptursache der erheblichen Lärmbelästigungen sind. Mir persönlich verschliesst sich das total, wieso Motorradfahren erst dann richtig Spass machen soll, wenn das Motorrad die zulässigen Lärmwerte gigantisch überschreitet. Ursache für mich ist auch das dilettantische Verhalten der Gesetzgeber, auch in der Vergangenheit. Zunehmend mehr wird auf der einen Seite der Lärm als Geissel der Menscheit angeprangert, auch als Ursache für Schlafstörungen, die ja auch wiederrum eine Mitursache der heute vielzitierten Burnoutsyndroms sind, und dann kommen solche schwachmatischen Vorschriften wie die ECR 41 zustande. Hier muss dringend nachgebesset werden. Die Polizei muss Messverfahren in die Hand bekommen, mit denen sie besser feststellen kann, ob ein Bike lärmtechnisch daneben liegt. Ausschlag kann dann eine ausführliche Untersuchung einer sachverständigen Institution wie TÜV, DEKRA etc. bringen. Das Risiko tragen Fahrer und Halter. Und: die Genehmigungsverfahren für Ersatzauspuffanlagen müssen drastisch verschärft werden. Ausserdem: mutwillige Lärmverursachung, vor allem durch Manipulation an der Auspuffanlage, ist kein Kavaliersdelikt, das muss als Straftatbestand geahndet werden, wie Körperverletzung. Eines noch: vergessen wurde meines Erachtens die Unzahl der Rollerle. Vor ca. 50 Jahren, als die Mofas eingeführt wurden, waren das leise säuselnde Fietse. Heute lärmen die Dinger oft genug, natürlich schon aufgrund diverser Manipulationen, aber auch dadurch, dass die Dinger allesamt ein Variomatikgetriebe haben, was bewirkt, dass sie hauptsächlich bei voller Drehzahl gefahren werden. Dann kommt noch eines dazu: Zweitakter sollte es heute garnicht mehr geben, nicht nur wegen des Lärms, auch wegen des Gestanks und der Schadstoffemissionen. Und: warum kann man nicht die zulässigen Lärmwerte für solch ein Kurzstrecken- und Stadtfahrzeug drastisch senken? Zu meiner Person: ich bin Dipl. Ing. der Physikalischen Technik und war einige Jahre Geschäftsführer Deutschland des Weltmarktführers in Professioneller Schall- und Schwingungsmesstechnik.

    • Reto sagt:

      Danke für den Zwischenruf – die Seite und der Inhalt sind uns bekannt. Der Arbeitskreis Motorradlärm im BUND hat selbst bei diesem verbraucherforum Motorradlärm in Berlin referiert. Sachstand damals war, dass die Norm unzureichend ist und dass Zubehörauspuffe das ganze noch toppen. Daran hat sich leider nichts gändert. Sachstand heute ist, dass obendrein der Klappenauspuff selbst beim meistverkauften Motorrad Deutschlands von BMW verbaut wird und so die Lärm-Norm umgangen wird. Sachstand ist auch, dass mit einer dümmlichen Nachbesserung der Norm (ECR 41) von Seiten der Industrie versucht wird, Politik und Bürger an der Nase herum zu führen. Summasummarum: Seit 2010 hat sich vieles noch verschlechtert. Allein: Mittlerweile stehen ganze Landstriche auf und lassen sich die Lärmpöbelei nicht mehr gefallen. Das stimmt uns zuversichtlich.

  21. Hinrich sagt:

    Zwischenruf eines „20-Jahre-ohne-Auto“ Motorradfahrers:
    Gespräch am Sudelfeld (sehr bekannte Passstraße südlich von Rosenheim): „Bin ich mit meiner Rennmaschine als Filmaufnahme im Internet“ Ich: „Aha“ „Ja, richtig geil, bin ich stolz drauf. Die haben mich als besonders schlechtes Beispiel gefilmt“
    Schwarzwald Süd: Beim Linksabbiegen plözlich links und rechts röhrende, aggressiv am Gashahn spielende neben mir. Nach Abbiegen (Geschwindigkeit ist auf 50 km/h begrenzt) noch einer links, versucht sich mit wiederum aggressiven Gasstössen zwischen mich und den vorausfahrenden PKW zu drängen nach Hupsignal meinerseits wird drohend die Faust geschüttelt und ein Abdrängen von der Fahrbahn angedeutet. Mein Schreiattacke beeindruckt die Gruppe weiter nicht. Im Folgenden mit über 100 km/h durch einen Ort und das dürfte dann auch so weitergegangen sein..
    Immerhin locker fünf bis sechs Verstösse gegen die StVO bis hin zum gefährlichen Eingriff in den Strassenverkehr (gezieltes Abdrängen ) schlappen drei bis vier Minuten. Nicht schlecht..
    Im Übrigen schweizer Kennzeichen, offenbar kann man sich in Deutschland so schön im wahrsten Sinne des Wortes austoben.
    Soviel zum Thema Einsicht, Selbstkontrolle und die gelobte Freiheit der Strasse…

  22. Andreas Klink sagt:

    Hallo, wir wohnen an der Mosel, hier an einem Sonnigen Tag mal im Garten oder auf der Terrasse zu sitzen und den Tag zu genießen ist nicht möglich! Pro Stunde fahren ca. 30 bis 40 Motorräder die Mosel Berge rauf und runter. Und das mit Drehzahlen und Geschwindigkeiten die jenseits des Guten sind. Letzte Woche wurde innerorts ein Motoradfahrer mit 173 km/H erwischt, eine Genugtuung für jeden Bürger……

  23. Tom sagt:

    Ich denke mal es sollten jegliche Auspuffklappen verboten werden. Warum sollte man das erlauben mehr Lärm zu machen als technisch vermeidbar.

    Und Auspuffklappen sind ja nun wirklich eine vermeidbare Belästigung.

  24. Frank sagt:

    Hallo Tom,

    genauso kurz und knapp, wie Sie es formuliert haben: Sie haben recht.

    Wir wundern uns alle auch täglich darüber, dass unser Verkehrsminister nichts dagegen hat, dass ständig gegen §49 StVZO Abs.1 (Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.) verstoßen wird. Frei nach dem Motto: Was kümmert mich geltendes Recht, wenn die Leute von der Industrie so nett sind…

    Mögliche Beschwerdeadressen – die man immer mal wieder anschreiben kann – sind:

    Verkehrsministerium: email hidden; JavaScript is required
    Kraftfahrtbundesamt: email hidden; JavaScript is required oder email hidden; JavaScript is required
    Umweltministerium: email hidden; JavaScript is required

    Wenn wir stillhalten wird sich niemals etwas ändern…

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