Sperrung: In Rinteln ist jetzt Ruhe

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Die Schaumburger Nachrichten berichten aus Rinteln: Die Stadtverwaltung hat in Absprache mit dem Landkreis und der Polizei beschlossen, die Kreisstraße 74 für Motorräder zu sperren – ohne Ausnahme und Uhrzeitbegrenzung. Nach Angaben der SPD-Fraktion begannen die Probleme mit der gestiegenen Anzahl von Motorradfahrern auf der sogenannten Unabhängigkeitsstraße im Jahr 2007. Seither könnte vor allem in den Sommermonaten regelrechter „Zielverkehr von Motorrad fahrenden Gruppen“ beobachtet werden. „Sie betrachten die Unabhängigkeitsstraße als ihr Eigentum, um dort Rennen in unterschiedlicher Form zu fahren“, heißt es in einer Stellungnahme der SPD-Fraktion. Diese Gruppe schrecke auch nicht davor zurück, normale Straßennutzer zu bedrohen, wenn sie sich an ihren Rennen gehindert fühlt. Es sei schon vorgekommen, dass Autofahrer und Spaziergänger verbal bedroht und sogar mit Steinen beworden wurden. Übrigens sind solche Zustände keine Einzelfälle – wohl aber ein Einzelfall ist das beherzte Einschreiten der Behörden.

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Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Polizei, VAGM
18 Kommentare zu “Sperrung: In Rinteln ist jetzt Ruhe
  1. CBR1100XX sagt:

    Wann werden die Bürger-Initiativen gegen Motorradlärm eigentlich verstehen, dass Streckensperrungen keine Lösung sind? Einerseits sind wir Motorradfahrer die Egoisten, weil wir nur an uns selbst denken und nicht an unsere „lärmgeplagten“ Mitmenschen. Aber Streckensperrungen aufgrund von Bürger-Initiativen haben doch irgendwo auch einen gewissen egoistischen Hauch, oder nicht? Frei nach dem Motto: Hauptsache wir sind die Biker los und haben unsere Ruhe, die Probleme haben jetzt die, die an der Umleitungsstrecke wohnen. Ist das etwa nicht egoistisch?

    Wenn ich als Motorradfahrer eine gesperrte Strecke sehe, habe ich zwei Möglichkeiten:

    Möglichkeit 1: Ich benutze diese Strecke trotzdem und riskiere es, erwischt zu werden. Wenn ich nicht erwischt werde, habe ich Glück. Wenn ich erwischt werde, dann zahle ich eben die 30€ Bußgeld als „Eintritt“.

    Möglichkeit 2: Ich weiche auf eine andere Strecke aus, wo schon die nächste Bürger-Initiative auf mich wartet, um sich zu beschweren.

    Die Probleme sind nur zu lösen, wenn man auf uns Motorradfahrer zugeht und uns nicht permanent als Schwerverbrecher hinstellt, die sinnlos Benzin verfahren und dabei andere Leute terrorisieren.

    Wenn sich die Bürger-Initiativen mehr mit den Motorradfahrern kurzschließen würden, würden sie eventuell auch einsehen, dass die Hetzjagd gegen die Motorradfahrer der falsche Weg ist.

    • Reto sagt:

      Ist jemand ein Egoist, der sich einen Sicherheitsdienst engagiert, weil zu viel in der Gegend eingebrochen wurde? Weil die Einbrecher dann anderswo einbrechen? Sie verwechseln Ursache und Wirkung: Mit einem Serienauspuff ohne Auspuffklappen und ohne Hotspots, an denen Rennen gefahren werden, würde es vermutlich keine Bürgerinitiativen geben. Zu Möglichkeit 1: Man braucht dann keine Polizei mehr, um Sie zu erwischen. Es genügen Zeugen. Und im Wiederholungsfalle kommt es teurer. Zu Möglichkeit 2: Hoffentlich.

      • CBR1100XX sagt:

        Über die Argumentation mit „Ursache und Wirkung“ könnte man sich jetzt streiten. Meiner Meinung nach ist eine Streckensperrung nur die Abschiebung eines Problems. Generell empfinde ich gesperrte Strecken für Motorradfahrer als Diskriminierung.

        Die Tatsache ist: Der Großteil der Motorräder verfügt auch im Serienzustand bereits über eine Auspuffklappe.

        Und die Hot Spots werden sich nicht vermeiden lassen, solange es keine Alternativen gibt. Argumente wie z.B. „Wer schnell und laut fahren will, der soll auf die Rennstrecke fahren“ sind völlig realitätsfremd. Wie viele Rennstrecken haben wir denn in Deutschland? Insgesamt 10 Stück verteilt über das gesamte Bundesgebiet, von denen nicht mal alle permanent zugänglich sind. Wenn es nur 10 Cafés in Deutschland geben würde, würden sie ihren Kaffee doch sicher auch zuhause im Garten trinken, oder nicht?

        Es wird immer nur gefragt, was der Staat und die Politik für die lärmgeplagten Anwohner tut. Aber komischerweise werden nie die Alternativen für uns Motorradfahrer diskutiert. Wenn man uns nirgendwo haben will, wo sollen wir denn dann hin? Gesperrte Rennstrecken und öffentliche Rennveranstaltungen sind in Deutschland leider Gottes Mangelware. Deshalb entstehen die Hot Spots auf den beliebten Strecken.

        Dass man die Polizei braucht, um mich zu erwischen, habe ich nirgendwo behauptet. Jedoch ist es in Deutschland immer noch so, dass wir eine Fahrerhaftung bei Verkehrsordnungswidrigkeiten haben. Und nur anhand eines notierten Kennzeichens lässt sich der Fahrer des Motorrads noch lange nicht feststellen. Nur die Polizei ist berechtigt dazu, in den Verkehr einzugreifen, mich zu stoppen und mich einer Kontrolle zu unterziehen.

        Ich weiß, dass die Fahrerhaftung in Deutschland vielen Nicht-Motorradfahrern ein Dorn im Auge ist, da ich immer wieder zu hören bekomme, dass wir Motorradfahrer uns in einem „rechtsfreien Raum bewegen“. Da mag ein Funken Wahrheit dran sein, wobei ich der Meinung bin, dass dort auch der Neidfaktor eine Rolle spielt. Nach dem Motto „Ich werde mit dem Auto erwischt und muss zahlen und der Motorradfahrer nicht“. Leuten mit diesem Motto steht es meiner Meinung nach frei, selbst den Motorradführerschein zu machen, ein Motorrad zu kaufen und von diesem Vorzug zu profitieren, wenn sie es denn gerne möchten.

        Tatsache ist aber: Im Falle einer Lasermessung oder einer Verkehrskontrolle wird man als Motorradfahrer genauso zur Rechenschaft gezogen wie ein Autofahrer, da die Identität vor Ort festgestellt wird. Und an beliebten Motorradstrecken wird dies fast ausschließlich so gehandhabt, da der Polizei die Problematik durchaus bekannt ist. Es ist also nicht so, dass wir Motorradfahrer einen Freibrief zum Rasen haben und machen können, was wir wollen.

        …das dürfen nur Diplomaten und über die regt sich nie jemand auf.

        • Reto sagt:

          Bezogen auf die Rennstrecken: Versuchen Sie mal, mit einem EU-ABE-Auspuff auf eine echte Rennstrecke zu kommen. Da dürfen Sie nicht drauf wegen der Lärmbelästigung. Jetzt Sie wieder: „Dann bleibt uns ja nichts anderes übrig, als unsere Rennspielchen mit den lauten Auspuffen im Straßenverkehr abzuhalten.“

  2. Kormoran 1 sagt:

    Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es direkt lustig zu lesen, mit welchen verdrehten Argumenten die Biker sich verteidigen wollen.
    Zitat:“Die Probleme sind nur zu lösen, wenn man auf uns Motorradfahrer zugeht.“
    Wer sollte wohl mal auf wen zugehen? Und wieviele Versuche mag es wohl schon von betroffenen Anwohnern gegeben haben? Hundert? Tausend?

    • CBR1100XX sagt:

      An Kormoran 1:

      Wer benutzt hier die „verdrehten Argumente“?

      Wir Biker haben kein Anliegen gegenüber den Anwohnern. Wir wollen und brauchen nichts von Ihnen. Die Anwohner haben allerdings das Anliegen, dass sie ihre Ruhe haben wollen. Warum ist es bitteschön verdreht, wenn derjenige, der das Anliegen hat auf denjenigen zugehen soll, an den er das Anliegen richtet?

      Wenn Sie das Anliegen haben, sich ein Brötchen zu kaufen, warten Sie dann auch zuhause, bis der Bäcker bei Ihnen klingelt und Sie fragt, ob Sie ein Brötchen kaufen möchten?

      Die Strategie mit Streckensperrungen, der Hetzerei und der einseitigen Berichterstattung gegen Motorradfahrer hat das exakte Gegenteil von dem zur Folge, was Sie erreichen wollen. Denn umso mehr fühlen sich die meisten Motorradfahrer provoziert.

  3. Adler1 sagt:

    Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass eine Streckensperrung für ALLE Motorradfahrer eine Diskriminierung darstellt. Ich denke, ein Vertreter der Motorradfahrer sollte sich einmal bis zum europäischen Gerichtshof durchklagen um das abschließend abzuklären. Ein sinnvoller und demokratischer Weg kann nur das Bestrafen von Verkehrsteilnehmern sein, die sich nicht an die bestehenden Gesetze in Deutschland, also an die STVO halten. Keinesfalls sollte sich die Bestrafung aus Bequemlichkeit an ein ganzes Kollektiv richten und damit an eine beachtliche Gruppe von deutschen und europäischen Bürgern, die auch Motorräder fahren dürfen.

  4. ernie sagt:

    Grundlegend sehe ich in Streckenverboten eine Einschränkung für Motorradfahrer, welche auf die Masse bezogen keineswegs gerechtfertigt ist. Natürlich gibt es Personen, die mit unzulässigen Auspuffanlagen andere belästigen oder Raser, die sich und andere gefährden. Raser gibt es aber ebenso bei Pkw Führern. Wie viele haben sich schon über Radfahrer aufgeregt , welche in großen Gruppen fahren und den Verkehr behindern mit ihrem oft rücksichtslosen Verhalten? Bestehen für diese gewisse Verbote? Eine sinnvolles Vorgehen stellt nur die konsequente Kontrolle dar wie sie beispielsweise in sundern und Umgebung zukünftig durchgeführt wird. Außerdem habe ich hier von keinem das Wort Tourismus gehört… Ist sich kein Mensch bewusst, dass an den bösen Motorradfahrern auch ein Teil der Gesellschaft profitiert?

    • Reto sagt:

      Stichwort Tourismus: Immer mehr Tourismusregionen (heutiges Beispiel: Bayerischer Wald) merken, dass wegen der Krachtüten immer mehr klassische Touristen in den Urlaubsregionen wegbleiben. Selbstversuch: Wandern Sie doch mal genussvoll an der Schwarzwaldhochstraße. Früher Traumstraße, heute Alptraumstraße das ganze Wochenende. Es wäre schön, wenn einmal ein paar Motorradfahrer sozialen Druck auf die Krachmacher ausüben würden. Stattdessen immer dieselbe Leier!

  5. cbr600rr sagt:

    Hallo @ Reto,
    zu Ihrem letzten Beitrag möchte Ich mich gerne äußern.
    Die Schwarzwaldhochstraße ist groß und lang. Im Bereich des Ruhesteins zum Beispiel habe ich es bisher selten erlebt, dass jemand „viel zu schnell und viel zu laut“ unterwegs war. Gerade am Wochenende sind doch sehr viele „Genussbiker“ mit relativ leisen Maschinen unterwegs, da der geübte Schwarzwaldfahrer genau weiß, dass vor allem am Wochenende dort zu viel los ist, um zu „heizen“.
    – Insofern dramatisieren sie die ganze Problematik doch ein wenig.

    Abgesehen davon gibt gerade an der B500 so viele Wanderer, Radfahrer, Familien am Wochenende, sodass sich hierbei wirklich keiner beschweren kann.

    Zum anderen: Ihre doch sehr radikale Haltung entgegen Motorradfahrern (bspw. CBR1100X), die sich zivilisiert zum Thema äußern finde ich persönlich kontraproduktiv, da man sich bei Ihnen doch sehr schnell provoziert fühlt.

    Abgesehen davon kann ich Ihren Unmut absolut verstehen, wenn ein Motorradfahrer sich vor allem innerorts daneben benimmt und zu laut ist. Ich persönlich – und fast alle anderen auch – gondeln durch die Dörfer der schönen Schwarzwaldstraßen im 6en Gang bei niedriger Drehzal und warten darauf, dass es außerorts wieder los geht – UND NICHT VOR DEN HAUSTÜREN DER ANWOHNER.
    Schön zu sehen am Hotspot Loffenau! Hier fahren ALLE so leise wie möglich durch, hier zeigen die aufgehängten Banner Wirkung und alle sind glücklich.

    Im Allgemeinen denke ich, dass hier doch sehr Vieles überdramatisiert wird und dementsprechend sehr überzogen und teilweise auch respektlos miteinander umgegangen wird.

    • Reto sagt:

      Guten Tag,
      der typische Motorradlärm-Hotspot liegt nicht innerorts, sondern häufig an Ortsausgängen oder an Motorradstrecken in Ortsnähe. Das ist es wohl, was Sie meinen mit: “und warten darauf, dass es außerorts wieder los geht“. Das Geheule gerade dieser Beschleunigungsorgien ist leider kilometerweise zu hören.

  6. Michael Ackermann sagt:

    Fehlverhalten einiger- diskriminierende Bestrafung aller.Interessant was unser Rechtssystem so alles hergibt wenn es sich um Minderheiten handelt.
    Wennes tatsächlich Bedrohungen oder gar Steinwürfe gegeben haben sollte wäre das unter normalen Umständen ein Fall für die Justiz , allerdings einzeln und nach Anhörung aller Betroffenen.
    Was eine Streckensperrung, auch hinsichtlich Rasen ausrichten soll konnte noch nie nachgewiesen werden. Interessant auch das sowas für bekannte Raserstrecken, allerdings für die rasende Autofahrermehrheit noch nie in Erwägung gezogen wurde.

  7. hugendubel sagt:

    Die Diskussion ist leidlich und von keiner Seite zu gewinnen. Toleranz ist keine deutsche Tugend und sollen bitte die anderen üben aber bloß nicht man selbst.

    Auf der einen Seite kann ich die Anwohner verstehen. Sicherlich sind vielleicht nur 1% der Motorradfahrer für dieses Problem zuständig, das hilft den Anwohnern aber nicht viel. Das Flugzeug ist auch das sicherste Verkehrsmittel, aber die Statistik ist einem herzlich egal wenn man in dem Flugzeug sitz, was gerade abstürzt.

    Auf der anderen Seite gibt es für die „Heizer“ auch keine Alternativen, selbst wenn alle sie nutzen wollten. Rennstrecken sind rar und werden immer weiter reguliert. Natürliche Lärmbarrieren werden abgeschafft und zu Bauland erklärt, damit die Kommune ihr Geld verdient und das gilt auch für „HotSpot“ Bundesstraßen. Die glücklichen Käufer freuen sich über günstige Preise und sind plötzlich überrascht, das es dort aufeinmal auch laut ist. Das darf ja nicht sein, also muss weiter reguliert werden. Hier ist keine Verständigung realistisch zu erwarten. Die Anwohner pochen auch ihr Recht und die Motorradfahrer auch. Die Praxis zeigt, das funktioniert bei Rennstrecken schon nicht (und da hat man wenigstens konkrete Ansprechpartner auf beiden Seiten), dann wird es bei anonymen Straßen unmöglich.
    Deutschland ist einfach zu dicht bevölkert, als dass sich alle Interessen unter einen Hut bringen lassen.

    Also sollen ruhig alle Strecken verboten werden. Fakt ist, die Motorradfahrer werden nicht anfangen alle ihre Motorräder zu verkaufen sondern trotzdem fahren. Wenn es nur noch „falsche“ Strecken gibt sind alle gleich „falsch“ also kann man im Umkehrschluss wieder überall fahren. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s gänzlich ungeniert.

  8. Hohmann sagt:

    Ich finde es von den Motorradfahrern hirnrissig, dass sie extra laute Auspuffe Benutzen!

    • Bandit1200 sagt:

      Das finde ich auch, aber bin selbst Motorradfahren. Also bitte nicht verallgemeinern

    • User07 sagt:

      Wenn sie den Lärm toll finden können sie sich das doch per Inohrkopfhörer an hören und sich voll dröhnen. Da müssen sie doch nicht die ganzen anderen Leute mit belästigen.

  9. User07 sagt:

    Ein guter Teilschritt gegen die Radautypen wäre ein landesweites Überholverbot für Motorräder und LKW`s. Auch wirken Straßen mit nur einer Spur pro Richtung wunder bei der Begrenzung von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Denn in dem Fall reicht ein einzigster Fahrer pro Richtung um die Raserei zu unterbinden.

  10. User07 sagt:

    Ein anderer guter Weg zur Begrenzung des Motorradlärms ist wenn bei jedem Besitzerwechsel die Karre nur neu zugelassen werden kann wenn die aktuellen für neue Motorräder geltenden Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Und 80 oder demnächst 76 dB(A) ein zu halten ist technisch nun wirklich keine Schwierigkeit.

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