Mannheim und die Lärm-Poser

In Mannheim geht es laut her: Krawallposer belästigen die Bürgerschaft. Ausriss Mannheimer Morgen.

In Mannheim geht es laut her: Krawallposer belästigen die Bürgerschaft. Ausriss Mannheimer Morgen.

Mannheim hat ein Problem mit lauten, prolligen Auspuffen: Die Bürgerschaft rebelliert gegen Raser und Poser, die nachts ganze Straßenzüge aus dem Schlaf reißen. Schema FF wie Auspu“ff“klappe. AMG Mercedes, dicke Audis, Porsche und BMW überbieten sich im Lärm. Auspuffklappentuning meist, das nach dem selben Muster wie bei den Motorrädern das Problem jetzt in die Innenstädte trägt. Die Polizei steht fassungslos vor Zulassungspapieren, die Fahrzeugen zulässige 74 dB(A) Fahrgeräusche attestiert – bei 115 dB(A) Standgeräusch. Der Referenzwert für die Polizei liegt bei tief fliegenden Düsenjägern, das „Fahrgeräusch“ allerdings soll nur so laut sein wie ein Popel-Polo. Otto-Normal-Polizist bleibt nicht viel übrig, als dieses Fahrzeug durchzuwinken. Wie es zu diesen Werten kommt? Auspuffklappen vielleicht? Zykluserkennung vielleicht? Oder eine Auspuffanlage mit EU-ABE – Zulassung aus Luxemburg, wie bei vielen Porsches, weil es ja in Zuffenhausen keinen ordentlichen (Zwinker!) TÜV gibt? Jedenfalls ist die Mannheimer Polizei wild entschlossen, ein Exempel zu statuieren. Wir sind gespannt, ob das Exempel hier auch für die Poser auf zwei Rädern taugt. Dem „Mannheimer Morgen“ war das Thema jedenfalls einen großen Aufmacher wert.

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11 Kommentare zu “Mannheim und die Lärm-Poser
  1. Peter sagt:

    Auch diesen nach Aufmerksamkeit bettelnden Dummposern sollte man mit dem Daumen nach unten signalisieren was man von ihrem Krawall hält.

    • Feld sagt:

      Gut, daß ich nich in Mannheim wohne. Da hört man mein lautes Mopped ja gar nicht bei den ganzen Autospacken. Lieber volles Mett durchs Revier. Nachts ist´s am coolsten. Da gibt´s so wenig Nebenstörgeräusche von anderen Verkehrsteilnehmern. Gas is rechts!

      • Reto sagt:

        Hallo Frank Feld,
        wenn Sie groß sind und richtiges Motorrad fahren dürfen, können Sie ja vielleicht nach Mannheim ziehen. Dann sind Sie unter Ihresgleichen.
        Liebe Grüße!

  2. Heide Klerks sagt:

    Hier kochen wirklich die Emotionen hoch, weil es diese Typen übertreiben. Die Prolldichte in Mannheim ist extrem. Manchmal kommt zum Auspuffkrach auch noch die rollenden Diskotheken dazu, bis tief in die Nacht. Unerträglich und eine Form von Körperverletzung!!

  3. Lothar M. sagt:

    Liebes Team Motorradlärm,
    vielen Dank für die vielen Informationen auf dieser Seite!

    Ich habe gerade die Links der Original-Artikel an unseren Landrat geschickt. Seit Jahren kämpfen unsere Nachbarn und wir schon – aber die Politiker sind auf diesem Ohr taub. Dass doch etwas geht, zeigt dieser Artikel. Ich hoffe, er nimmt sich an Mannheim ein Beispiel. Es wird wirklich Zeit, dass gegen diesen unsäglichen Zustand vorgegangen wird.

    Danke und weiter so!!!

    http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/polizei-und-stadt-sagen-dem-autolarm-den-kampf-an-1.2896209

    http://www.morgenweb.de/mannheim/kommentare-mannheim/gut-aber-uberfallig-1.2896890

    http://www.morgenweb.de/mannheim/stadtteile/innenstadt-jungbusch/vier-burgervereine-machen-gegen-die-poser-szene-mobil-1.2882980

  4. tourenfahrer sagt:

    Eine Entwicklung, die schon seit vielen Jahren vorhersehbar war. In Singen/Hohentwiel kochte, ähnlich wie in Mannheim, die Stimmung hoch. Freitagabend kamen teilweise mehrere hundert Schwachmaten mit ihren gepimpten, oder auch serienmßig lauten AMG`s, RS usw. und hatten nichts besseres zu tun, als die Georg-Fischer-Straße und die drum herum liegenden Straßen und Kreisverkehre -einschließlich der Wohnbebauung- zu beschallen. Gerne auch aus der Schweiz. Vermutlich, weil es dort zu teuer wäre. Und die gleiche Entwicklung auch in anderen Städten. Aber wer weiß. Vielleicht kommt ja jetzt Bewegung in die Politik. In Singen wurde ein m.E. sehr probates Mittel eingeführt. Dort wurde das Bußgeld für „unnützes herumfahren“ und „vermeidbaren Lärm verursachen“ (dazu gehört auch das Gasgeben bei Rot an der Ampel oder das durchdrehen der Räder beim Losfahren) jeweils von 10 bzw. 20 Euro auf 200 Euro hochgesetzt. Und Polizei und Bußgeldstelle ziehen das durch. Die ersten Gerichtsverhandlungen verliefen erfolgreich – die Urteile wurden bestätigt.

    Und wenn das alles nichts hilft, scheint mir langsam der Punkt erreicht, wo man vorsätzlichen Terror mit (sagen wir) geeigneten Maßnahmen bekämpfen könnte.

    Vielleicht sollte man prüfen, ob eine Interessengruppe eine Datensammlung einrichtet. In die könnten durch Lärm geschädigte Anwohner oder Nachbarn Fahrzeugmodell, Kennzeichen, Namen, Adressen von besonders hartnäckigen auffälligen Mitbewohnern und Wiederholungstätern eingeben. Vielleicht könnte dann der direkte Kontakt (telefonisch, schriftlich oder persönlich) zu einer Verhaltensänderung führen. Und wenn alles nicht hilft: die Baumärkte würden sich über eine Umsatzsteigerung z.B. bei Bauschaumdosen sicher freuen. Das soll Auspuffanlagen ziemlich leise machen. GRINS

    Das war natürlich spassig gemeint. Aber falls Behörden und Polizei keine Abhilfe schaffen können: möglicherweise versthen manche Egomanen nur eine deutlichere Sprache.

    • Frank sagt:

      Und Sie denken, daß jemand Ihnen dieses Ammenmärchen von „mal so individuell hochgesetzen Bußgeldern“, die auch noch juristisch Bestand haben , glaubt?
      Es gibt Gesetze, diese werden durch die jeweiligen Institutionen durchgesetzt und alles darüber hinaus ist Gequatsche und Selbstjustiz. Aber viel Erfolg !

      • tourenfahrer sagt:

        Wenn Sie es nicht glauben, rufen sie beim Ordnungsamt der Stadt Singen am Hohentwiel oder der Polizei in der Stadt an. Oder beim Amtsgericht in Singen, wo die ersten Verhandlungen gegen Leute, die Einspruch eingelegt haben, stattfanden. Vielleicht halten Sie es dann für kein Ammenmärchen mehr.
        Wenn die verantwortlichen Behörden in Mannheim (Polizei, Stadtverwaltung) Interesse daran haben, den Lärmschwachsinn dort zumindest zu verlagern (stoppen lassen sich die Lärm-Terroristen vermutlich nicht), werden sie die Vorgehensweise kopieren. Ich kann es den betroffenen Anwohnern nur wünschen.

  5. Das MotorradMausi sagt:

    Von der Initiative „Rettet die Stille“ wurde eine Petition eingereicht: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2016/_07/_12/Petition_66701.html
    Das betrifft jetzt Mannheim nicht so sehr, aber es zeigt unseren Volksvertretern, daß das Thema Lärm beim Bürger für Aufruhr sorgt und es ist hoffentlich ein Anfang. Und nur ein Puzzleteilchen in der Bewegung für mehr Ruhe.

  6. tourenfahrer sagt:

    Anscheinend bekommen die Spinner in Mannheim endlich die richtigen Antworten geliefert. Die ersten Presseveröffentlichungen lesen sich vielversprechend.

    Das ist halt der Unterschied zwischen Stadt (viele punktuell bezogenen Beschwerden) und Land, wo einzelne Beschwerdeführer (noch) nicht den Druck auf Entscheidungsträger ausüben können, obwohl die Sache die gleiche ist. Lärmterror, zwar nicht durch einen kleinen Verursacherkreis, der immer auf und ab fährt. Dafür viele, die zwar nur ein Mal vorbefahren. In der Summer aber das gleiche Ergebnis liefern.

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/mannheim-bremst-autoposer-aus-a-1107789.html

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