Moral der „Gutmenschen“

Gutmenschen ist ein Schimpfwort geworden in dieser Gesellschaft. Auch die Arbeitskreise gegen Motorradlärm hören die Bezeichnung immer wieder. Nette Kolumne von Sibylle Berg (auch) zu unserem Thema in Spiegel Online. Zitat: „Wenn Sie ein moralischer Mensch sind, dann sind Sie einer oder eine von den Guten. Ihre Instinkte sind in Ordnung, vermutlich auch Ihr Gehirn, Sie nehmen sich die Zeit zu überlegen, was Ihr Handeln bewirkt, wie andere empfinden. Sie werden nicht besser durch Ihr Leben gehen, Sie bekommen weder einen Orden noch ein paar Extrajahre. Nichts wird leichter oder angenehmer. Aber – Sie sind weder krank noch ein Arschloch. Und dazu beglückwünsche ich Sie, sonst wird es keiner tun. Aber Sie helfen, das Zusammenleben vieler ein bisschen angenehmer zu machen.“

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11 Kommentare zu “Moral der „Gutmenschen“
  1. Rainer Brehm sagt:

    Schöner Gedanke. Jetzt werden gleich wieder die Lärmapostel kommen und Toleranz einfordern. Damit das Zusammenleben (für sie) ein bisschen angenehmer wird. Also bitte Typen in Lederklamotten und Rennmontour nur mit Samthandschuhen anfassen („Gut gefällt uns Kaffe und Kuchen statt Knöllchen“). Sonst werden sie bockig und wir Normalbürger werden schon sehen, was wir davon haben. Das Recht (nicht die Moral) ist nämlich auf Seiten der Krachmacher. Krachmachen ist bei denen ein Menschenrecht.

  2. Betel Javer sagt:

    Es gibt eben keine Knöllchen zu vergeben, weil von ihren 30 Prozent 27 mit enummer auf ihrem Auspuff unterwegs sind…

    Die Moral ist immer auch ein Diktat der Menge und dem Ethos gleich. Was sie tun ist, ohne Reflektion zu üben, sich selbst zur bedeutenden Menge stilisieren. Bei tausenden Motorradfahrern durch ihren Ort können sie sich grob vorstellen welche Ethik die Moral prägt.

    Was ich geschrieben habe hört sich danach an, dass ich mit der schieren Anzahl das Verhalten rechtfertigen will. Ist nicht so. Nur fängts mich überall zu jucken an, wenn ich derartige, halb zu Ende gedachte Kommentare lese.

    Krachmachen ein Menschenrecht…
    definiert mal Krach in klaren Zahlen und mit geltenden Gesetzen, und dann kanns weiter gehen mit „unverstandener und alleingelassener, von Politik und Recht im Stich gelassener Gutmensch, gegen rücksichtlose Terroristen“.

    wir Normalbürger…
    Sie können doch sich nicht als Norm annehmen nur weil es ihnen gefällt. Wegen zwei Stunden unterm Helm nach Feierabend fangen sie also an zu differenzieren?

    wahhhhhh!!!

    Betel

    • Keimrich sagt:

      Setzen Sie mal Ihre Moral (die von unterm Helm) in eine mathematisches Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich von Straßenlärm, knapp die Hälfte durch Fluglärm und ein Viertel durch Schienenlärm erheblich belästigt. (Quelle: Die Zeit). Und dann nehmen Sie mal ein bißchen Luft aus Ihrem waahhh! und denken drüber nach, wer hier die Norm abbildet.

      • Betel Javer sagt:

        nachlesbare Quelle bitte. Die Zahlen sind fantastisch.Um fluglärm ausgesetz zu sein muss ich schätzungsweise in einem 20km Radius um einen Fughafen wohnen. Dann muss ich noch die Prozent raus nehmen die nicht „erheblich belästigt“ sind.
        Und das soll auf 50% aller Deutschen zutreffen? Selbe beim Schienenverkehr.
        Solche Zahlenwerte enthält man wenn Fragen gestellt werden wie „finden sie Fluglärm gut“…

    • Rainer Brehm sagt:

      „Die Moral ist immer auch ein Diktat der Menge und dem Ethos gleich. Was sie tun ist, ohne Reflektion zu üben, sich selbst zur bedeutenden Menge stilisieren. Bei tausenden Motorradfahrern durch ihren Ort können sie sich grob vorstellen welche Ethik die Moral prägt.“

      Welche Sachen nehmen Sie ein, dass Sie zu solchen Schlüssen kommen? Tipps bitte per PN an mich ;-)

  3. Betel Javer sagt:

    wegen sätzen wie diesen:
    „Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beteiligten an der UBA Online-Lärmumfrage sich wahrscheinlich durch ein allgemein höheres Interesse an der Umwelt, zumindest jedoch an einer stärker ausgeprägten Affinität hinsichtlich der Lärmproblematik charakterisieren lassen.“

    Wenn man die Quellen die sie angeben liest bleibt nicht mehr viel übrig. „erheblich“ oder in der Umfrage „äußerst“ belästigt genannt, sind dann noch 16,8% anstatt 50%.
    Wenn man dann noch die von den Verfassern selbst aufgestellten Einwände einbringt…

    Andere Ergebnisse der Umfrage um den Verkehrslärm einschätzen zu können:

    -von Sportanlagen fühlen sich 9,1% äußerst belästigt
    -von ihren Nachbarn sogar 21,1%

    Es ist einfach falsch was sie as Fakten verbreiten

    https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/auswertung-online-laermumfrage-des

  4. Rainer Brehm sagt:

    B.J. zitiert – und stellt infrage:
    „Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beteiligten an der UBA Online-Lärmumfrage sich wahrscheinlich durch ein allgemein höheres Interesse an der Umwelt, zumindest jedoch an einer stärker ausgeprägten Affinität hinsichtlich der Lärmproblematik charakterisieren lassen.“

    Wegen dieses Satzes stellen Sie die Grundaussage „es ist den Leuten zu laut“ infrage? Was wollen Sie uns damit sagen? Dass die Studie Pillepalle ist, nur weil sich überproportional Umweltaffine und Lärmbetroffene zu Wort melden? Befragen Sie mal die Arschbesitzer dieses Landes, ob sie sich durch Hämorrhoiden gestört fühlen? Was? Sie haben keine Hämorrhoiden? Dann ist die Studie Kacke, weil sich ja nur die Hämorrhoiden-Leider zu Wort gemeldet haben.
    (… und gleichzeitig Anderen vorwerfen, sie denken Dinge nicht zu Ende …)
    Ich gehe davon aus, dass Sie in einer ruhigen Wohngegend wohnen und in der Freizeit Ihre Harley mit offenen Tüten in den Naturparks spazierenfahren. Dann ist klar, dass Ihnen zu wenig Ihresgleichen befragt wurden, um die Studie in Ihrem Sinne repräsentativ zu machen.
    ( … ich fasse es nicht … )

  5. Betel Javer sagt:

    „Befragen Sie mal die Arschbesitzer dieses Landes, ob sie sich durch Hämorrhoiden gestört fühlen?“

    Ja genau. Weil dann fragen sie „wie schlimm ist es unter Hämorrhoiden zu leiden?“ und nicht „wie viel Prozent der Deutschen leiden unter Hämorrhoiden“…

    Ich stelle nicht in Frage,dass es den Leuten zu laut ist, sondern zeige auf, dass mit völlig falschen Zahlen argumentiert wird, um den Eindruck zu erwecken es wäre überall in Deutschland wie in Hallenbach.

  6. Der Redakteur sagt:

    Dass es überall zu laut ist, hat niemand behauptet. Dass es immer lauter geworden ist in den vergangenen Jahren schon. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es auch Differenzen zwischen den Befragungen in den zitierten Quellen. Was eher für die Studien spricht.

    Ich habe den Eindruck dass Sie mehr wissen über die Art der Befragung durch das Umweltbundesamt – so wie Sie ja auch wissen, wie die Hämorhoidenbesitzer in den Befragungsbias gelockt wurden. Vielleicht hätte man besser Sie als Berater in Sachen statistischer Relevanz hinzuziehen sollen. Oft mangelt es bei solchen Befragungen ja an Kompetenz. ## Ironie aus ##

    Ich finde es schon bemerkenswert, wie jedes Statistik/Befragung/Studie hier haltlos verrissen wird, nur weil manchen das Ergebnis nicht nach dem Munde redet. Wir reden hie speziell von der unabhängigen Institution Umweltbundesamt, die in vielen Fällen unbequeme Wahrheiten postuliert hat.

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