Offenbarungseid am Sachsenring: Serie immer lauter

Vom Sachsenring hört man seltsame Töne, die so gar nicht ins Bild der lärmenden Fraktion passen. Große Teile der Motorradlobby – darunter auch Marktführer „Motorrad“ verbreiten immer noch die Milchmädchenrechnung, dass Motorräder ja im Laufe der Jahre immer leiser geworden seien. Dem geben wir recht, ergänzen aber: nur auf dem Zulassungs-Papier. In der Praxis sieht das ganz anders aus, wie jetzt aus berufenem Munde zu hören ist: Ruben Zeltner, der Geschäftsführer des Verkehrssicherheitszentrums (VSZ) am Sachsenring, teilte laut „Freier Presse“ mit, dass es sich beim Sachsenring in Sachen Lärm um eine der am strengsten überwachten Rennstrecken in Deutschland handele. Und jetzt kommt’s: Die in Serie hergestellten Autos und Motorräder seien heute prinzipiell lauter als früher. Deshalb sollen auch die Motorräder, die auf der Rennstrecke fahren, mit speziellen Auspuffanlagen ausgerüstet werden. So wurde laut Zeltner bereits in der vergangenen Woche an einem Porsche GT 3 ein eigens entwickelter Zusatzschalldämpfer getestet. Dieser Autotyp mache besonders viel Krach. Resultat: Mit dem neuen Schalldämpfer war er zehn Dezibel leiser.

Sachsenring: Die Belästigung durch Freizeitfahrer auf Seriengerät mittlerweile höher als die durch Rennen. Quelle: Google Earth

Auf gut Deutsch: Die hier bewegten „sportlichen“ Serien-Fahrzeuge – ob Autos oder Motorräder – sind mutwillig lauter als technisch machbar. Und allein durch ein aufgestecktes Zubehörteil sind sie zehn Dezibel leiser zu machen. Das wird die Anwohner an den Straßen und Hotspots aber freuen. Denn laut §49 Straßenverkehrszulassungsordnung (STVZO) müssen Kraftfahrzeuge so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt. Aber wer von den Petrolheads wäre bisher dadurch aufgefallen, dass er sich einen „leiseren“ Zusatzauspuff an die Kiste schraubt. Hier gehts zum Artikel in der Freien Presse Chemnitz.

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