Petition fordert Lärm-Umweltzonen

Petition fordert Lärmschutzplakette analog Umweltplakette.

Petition fordert Lärmschutzplakette analog Umweltplakette.

Eine Bundestags-Petition zur Einrichtung regionaler Lärm-Umweltzonen für Erholungsgebiete ist jetzt vom Petitionsausschuss zugelassen worden und steht ab sofort hier zur Mitzeichnung bereit. Die Petition fordert niedrigere, effektive und nicht umgehbare Lärmgrenzwerte in zukünftig als Lärm-Umweltzonen ausgewiesenen Erholungsgebieten. Petent ist die Lärmschutzinitiative „www.rettet-die-stille.de“, die von den VAGM e.V. / motorradlaerm.de unterstützt wird. Die Petition richtet sich ausdrücklich nur gegen besonders laute Fahrzeuge (zum Beispiel hochtourige Motorräder, Sportwagen mit absichtlich lauten Sport-Auspuffanlagen, Quads, Powerboote oder lautstarke Fluggeräte), die in Beschleunigungsphasen, Hochgeschwindigkeitsfahrten und bei Steigflügen oder in niedriger Flughöhe außergewöhnlich laute, aber eigentlich vermeidbare Dezibel-Werte verbreiten.

Diese Fahrzeuge dürfen heute – auch ohne verbotene Manipulationen an der Technik – allein aufgrund umgangener Lärmschutzvorschriften, aufgrund von teilweise unerklärlichen EU-Typenzulassungen oder aufgrund von Bestandsschutz so laut sein, dass ganze Gegenden, Täler, Bergstraßen und Pässe, Seeufer in Erholungsgebieten lärmverschmutzt und damit entwertet werden. Dadurch verlieren viele Erholungsgebiete ihren Charakter als Erholungs- und letzte Rückzugsmöglichkeit vor dem zunehmenden Lärm, was letztlich auch zu lärmbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen führt. So existieren für Motorräder ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h überhaupt keine Lärmgrenzwerte. Und bestehende Lärm-Grenzwerte und Messmethoden bei Geschwindigkeiten unter 80 km/h sind aufgrund intensiver Lobbyarbeit der Hersteller so definiert, dass sie – ähnlich des VW-Abgas-Skandals – von den Herstellern mit einfachsten, allerdings legalen Tricks umgangen werden können. Es sind, anders als oft behauptet, deshalb nicht nur einige „schwarze Schafe“ die an ihren Maschinen manipulieren, sondern es handelt sich hier schlicht um ein systematisches Versagen der Lärmschutzvorschriften. Dies sollte zumindest bei besonders lärmsensiblen Erholungsgebieten nicht länger toleriert werden.

Nur Klasse 3: Für diesen Klappenauspuff-Porsche könnte es knapp werden mit dem Befahren von Umweltzonen.

Nur Klasse 3: Für diesen Klappenauspuff-Porsche könnte es knapp werden mit dem Befahren von Umweltzonen.

Wenn es Lärm-Umweltzonen gibt, dann würden Fahrzeuge analog zu den bereits bestehenden Abgas-Umweltplaketten bei der Zulassung (und nachfolgend dann regelmäßig bei den periodischen Hauptuntersuchungen) bei Erreichen der verschärften Grenzwerte eine Umwelt-Lärmplakette erhalten, die ihnen das Befahren bzw. Überfliegen der Lärm-Umweltzonen gestattet. Auch Bestandsfahrzeuge müssen – analog zur Abgas-Umweltplakette – die Plakette vorweisen. Die Analogie zur Abgas-Umweltplakette zeigt auch, dass sich Lärm-Umweltzonen praktisch umsetzen lassen und zudem mit geltendem EU-Wettbewerbsvorschriften in Einklang gebracht werden können.

Ohne verschärfte Lärmschutzgrenzwerte ist eine Lösung des Problems nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil, für viele Sportwagen- oder Motorradfahrer gilt das Motto „je lauter, desto besser“. Motorrad-Hersteller berichten übereinstimmend, dass leise Motorräder oder leise Auspuffanlagen sich schlicht nicht verkaufen. Weil die Einsicht dieser Fahrzeugführer nicht gegeben ist, muss der Staat oder die EU regulativ eingreifen. Die Einrichtung von Lärm-Umweltzonen würde mit der Zeit auch zu einer Lärmreduzierung außerhalb von Erholungsgebieten führen, weil getrieben durch die Nichtbefahrbarkeit der Erholungsgebiete, die Fahrzeugführer in Zukunft vielleicht doch vermehrt leisere Fahrzeuge nutzen würden. Die Petition finden Sie hier. Dort kann dann gleich online mitgezeichnet werden. Es werden 50.000 Mitzeichner benötigt, um der Petition Nachdruck zu verleihen.

 

 

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8 Kommentare zu “Petition fordert Lärm-Umweltzonen
  1. Frank sagt:

    Hallo liebe Lärmgeschädigte und betroffene Anwohner,
    bitte unbedingt alle diese Petition unterzeichnen!

    Dazu muss man sich erst auf der Bundestagsseite registrieren. In der Petition selbst kann man anonym – nur mit Nummer – erscheinen. Hinterher kommt eine Bestätigungsmail, in der man den Link zur Bestätigung anklicken muss. Das Ganze ist nach fünf Minuten erledigt.

    Hier noch einmal der Link:
    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2016/_07/_12/Petition_66701.html

    • Mario sagt:

      Hallo Frank,

      leider läßt sich der vom Bundestag erhaltene link nicht öffnen.

      Weißt du, woran das liegt?

      Danke und Gruß,

      Mario

  2. Frank sagt:

    Übrigens: Bei (Ehe-) Partnern können beide unterzeichnen – jede Stimme zählt! Bitte auch die Info an alle Mitstreiter, Freunde, Verwandte und Bekannte weiterleiten!

    Die Teilnahme an der Petition ist innerhalb von 5 Minuten erledigt:

    1. Einfach dem Link
    https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2016/_07/_12/Petition_66701.html
    folgen und auf der Seite „Petition mitzeichnen“ anklicken.

    2. Auf der folgenden Seite den Reiter „Ich bin neu hier“ anklicken.

    3. Auf dem nun folgenden Formular die mit “ * “ gekennzeichneten Pflichtangaben machen. Als Passwort einfach ein Wort mit 8 Buchstaben (mit min. einem Großbuchstaben sowie einer Zahl, zum Beispiel: LaerM65713) eingeben.

    4. Nicht vergessen, unten die Kästchen zu Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen anzuklicken – ein Haken erscheint dort.

    5. Ganz unten dann noch die Wahl zwischen „Nummer“ oder „vollständiger Name“ als Angabe in der Petitionsliste ausfüllen – wir empfehlen die Anonymität („Ich möchte ohne Namen, nur mit Mitzeichner-Nummer aufgeführt werden“).

    6. Jetzt den Button „Jetzt registrieren und mitzeichnen“ anklicken.

    7. Daraufhin wird automatisch eine E-Mail an Ihre E-Mail-Adresse versandt. Diese enthält einen Bestätigungslink. Diesen Link bitte anklicken.

    8. Fertig!

  3. Heide Klerks sagt:

    Gute Idee. Hoffentlich kommt man so diesem Krach bei. Darf dann natürlich nicht nur 20 Euro kosten, wenn dadegen verstossen wird.

  4. Spreadwing sagt:

    UNTERSCHREIBEN!!! Es ist unerträglich wie viel Geld diese Belästiger investieren, damit Sie mit ihrem Lärm die Mitbürger belästign können. Die sind dann gezwungen Geld zu investieren in Fenster und Wälle, damit sie halbwegs in Ruhe leben können. So was nennt man Pervertierung des Verursacherprinzips.

  5. Gabriele Remberg sagt:

    ich unterschreibe gern. Wir konnten uns am Sonntag beim Essen am Sorpesee nur schwer unterhalten.

  6. Till Wollheim sagt:

    Warum nur in Zonen? Lärm ist überall schädlich und vielleicht in Ballungsgebieten noch schlimmer, da schon die Grundbelastung unerträglich ist.
    Lärm sollte eigentlich überall verboten sein! Es gibt Autos und ja auch Motorräder die man aus 100 m Entfernung nicht mehr hören kann. Die hiermit erwiesene technische Möglichkeit muß im Gesetz in einer flexiblen Anpassung als Maßstab des Zulässigen eingeführt werden.
    Dass die Lärmschutzregeln nicht so wie notwendig sind, ist eindeutig ein Resultat der Korruption unserer Volksvertreter!
    Im Übrigen weiß ja jeder, daß diese Krachmache eigentlich bemitleidenswerte … sind mit einem … Minderwertigkeitskomplex! Diesen präsentieren sie stolz der Umwelt – die aber darauf gerne verzichten kann! Jedes Jahr sterben in der BRD 50’000 vorzeitig wegen der Auswirkungen von Lärm – das rückt das Bild, was denn nun der wirkliche Terrorismus ist, in ein ganz anderes Licht!

  7. Thomas sagt:

    Lärmgrenzwerte sollten Bestandteil jeder zukünftig vergebenen (bestehenden rot, gelb, grün) Umweltplakette werden.
    Auch sollte bei neu eingeführten Umwelplakettenfarben (lila ?) dort radikal vorgegeangen werden.

    Wenn man in den neuen Zonen die Lärmgrenzwerte gleich auf 65 bis max 69 dB(A) fest legt, wird man sich wundern das das dann nicht nur vereinzelte LKW bzw. Motorradmodelle schaffen werden.

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