Rasen kommt teuer – vor allem für die Gesellschaft

Das Motorrad als Sportgerät: teuer und laut für die Allgemeinheit.

Das Motorrad als Sportgerät: teuer und laut für die Allgemeinheit. Quelle: CE Delft, HINFRAS und Fraunhofer ISI

 

Während auf Internet-Motorradforen und bei Facebook derzeit wieder die Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer gegenüber den Motorradpiloten gepredigt wird, zeigen Untersuchungen, dass die Allgemeinheit der Motorradcommunity recht viel nachsieht: Betrachtet man die externen Kosten des Personenverkehrs, dann entpuppt sich das motorisierte Zweirad als echter Kostenfaktor – und zwar nicht für den Besitzer, sondern für die Gesellschaft, die mehr oder weniger freiwillig die anfallenden Kosten übernimmt (Volkswirte nennen das „externe Kosten“ oder Spillovers). In einer Studie der renommierten Institute CE Delft, HINFRAS und Fraunhofer ISI von 2008/2011 sind motorisierte Zweiräder der Spitzenreiter und damit teuerstes Verkehrsmittel für die Gesellschaft. Kostentreiber sind vor allem die Unfälle: Schäden, Rettung, Krankenhausaufenthalte etc. Aber auch in Sachen Lärmkosten sind Motorräder einsame Spitze. Diese Grafik richtet sich speziell an jene Menschen, die das Motorrad auf öffentlichen Straßen als Sportgerät mißbrauchen und dabei diese Kosten und Lärm produzieren. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass es sich beim Motorradverkehr überwiegend um Freizeitverkehr handelt.

 

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66 Kommentare zu “Rasen kommt teuer – vor allem für die Gesellschaft
  1. lisa sagt:

    traue keiner Statistik , die du nicht selber gefälscht hast.

    • Keimrich sagt:

      @lisa:
      Genau! Lieber trauen wir Stammtischsprüchen und Scheißhausparolen à la: „Motorradfahrer töten nicht, sie werden getötet“ und „Loud Pipes save lives!“. Institutionen wie Fraunhofer oder CE Delft sind ja per se gegen Motorradfahrer eingestellt.

      • Manfred Görke sagt:

        laut einer aktuellen Statistik werden Motorradunfälle über 70% von Autofahrern und NICHT von Motorradfahren verursacht…noch Fragen???

        • Reto sagt:

          Laut einer aktuellen Statistik werden Statistiken zu Motorradunfällen zu 70 % an Motorradstammtischen entworfen. 1. Bitte um Quelle. 2. Statistisch wird häufig unterschieden zwischen Raserunfällen, die oft tödlich enden und Innerorts-Unfällen, wo Motorradfahrer oft übersehen werden. Aber ansonsten gebe ich Ihnen Recht: Schuld haben immer die anderen.

          • Manfred Görke sagt:

            …genau so einen Spruch habe ich erwartet und bedanke mich, dass meine Erwartung nicht enttäuscht wurde.
            Diskussion für mich beendet ;-)

  2. Klaus sagt:

    Überrascht mich nicht es sind ja nicht die Gesamtkosten sondern die kosten pro Person / 1000KM und da Motorräder viel weniger sind und noch weniger gefahren werden und auch das Risiko als Motorradfahrer zu sterben (glaub x20) überrascht es mich nicht.

    Bleibt für mich nur die Frage was wollen sie damit sagen? Ich hatte in meinem Kommentar mit der Obergrenze mit 90Db noch zu ihnen gehalten aber hiermit bin ich nicht ganz einverstanden.

    Sie schreiben „Diese Grafik richtet sich speziell an jene Menschen, die das Motorrad auf öffentlichen Straßen als Sportgerät mißbrauchen“. Das ist verständlich aber was ist mit dem Rest. Muss ich nun ein schlechtes Gewissen haben weil wenn ich mal in einer Kurve ausrutsche einen Heli brauche??
    Sagen sie mir bitte was sie damit bei den normalen Motorradfahrern bezwecken wollen.

    • Keimrich sagt:

      Es geht bei dieser Meldung gar nicht um den „normalen Motorradfahrer“. Und genau das wird mit diesem Satz gesagt: „Diese Grafik richtet sich speziell an jene Menschen, die das Motorrad auf öffentlichen Straßen als Sportgerät mißbrauchen“. Die angesprochene Klientel nimmt es in Sachen Rücksicht bei anderen nicht so genau (Unfallkosten, Lärmbelästigung, etc) – aber ist immer dann vorn dabei, wenn andere Rücksicht nehmen sollen. Auf diesen Widerspruch wollte ich hinweisen.

      • Klaus sagt:

        Nicht falsch verstehen, ich finde es vollkommen richtig dass sich dieser Artikel gegen Raser richtet. Aber wenn es heißt „speziell an jene Menschen, die das Motorrad auf öffentlichen Straßen als Sportgerät mißbrauchen“ dann bedeutet es dass es sich allgemein auch an alle anderen Motorradfahrer richtet. Ansonsten müsste es heißen dass sich nur Raser angesprochen fühlen sollen oder es sich ausschließlich an Raser richtet. Ich habe nichts gegen den Artikel dieser hat wie erwähnt Recht aber durch die Formulierung erweckt es einen falschen Eindruck. Nachdem das geklärt ist sehe ich aber kein Problem mehr ;-)

        • Keimrich sagt:

          Vielleicht ist es etwas altmodisch, wenn ich davon ausgehe, dass „Sportfahrer“ und „Sportgeräte“ im Straßenverkehr nichts zu suchen haben. Rennsport gehört auf die Rennstrecke – und nicht auf die Landstraße. Vielleicht haben wir uns alle schon zu sehr daran gewöhnt, dass immer aggressiver und immer „sportlicher“ gefahren wird – und vergessen dabei, welches Risiko für Leib und Leben da eingegangen wird. Sportfahrer und Spaßfahrer auf zwei und auf vier Rädern scheren sich einen Scheiß um Geschwindigkeitsbegrenzungen, Überholverbote und eben um das Grundgesetz der Straße. Und natürlich ob sie mit ihrem „Hobby“ andere Belästigen. Und um den Kropf völlig zu leeren: Hier ist immer wieder die Rede davon, dass wir am liebsten alle Hobbys verbieten würden. 1. Es gibt auch Hobbys ohne Brummbrumm. 2. Was ist das für ein Hobby, das ohne Belästigung der Mitmenschen nicht geht?

          • Tommy sagt:

            Ich habe mir nun mal Zeit genommen und alle Kommentare gelesen. Und dass das allseits beliebte Argument „Rennstrecke“ fällt, wundert mich nicht.

            Da frage ich mal die Gegenseite: Auf welche Rennstrecke soll man denn hier fahren? Es gibt deutschlandweit nicht mal eine einzige Rennstrecke, die permanent von Motorradfahrern genutzt werden kann. Mit Ausnahme vom Hockenheimring und vom Nürburgring, die zumindest in regelmäßigen Abständen bei den Touristenfahrten genutzt werden können.

            Ansonsten scheint es ein beliebtes Argument zu sein, dass die sportlichen Motorradfahrer doch einfach auf einer imaginären Rennstrecke fahren sollen, die es in Deutschland gar nicht gibt. Dieses Argument hat man mir am Kesselberg auch schon an den Kopf geworfen und auf die Frage wo denn hier diese Rennstrecke ist, auf die ich fahren soll, habe ich nur unüberlegtes Gestammel als Antwort bekommen.

            Sie als Anwohner möchten jeden Tag ihre Ruhe genießen, der sportliche Motorradfahrer möchte am liebsten jeden Tag sein Hobby genießen. Nur wie soll das funktionieren, wenn er das nicht kann, weil es „die Rennstrecke“ in Deutschland nicht gibt? Da ist es aus meiner Sicht kein Wunder, dass man die Straße zur Rennstrecke umfunktioniert, weil man gar keine Alternative hat. Und solange sich das nicht ändert, wird sich an Ihrer Problematik wahrscheinlich auch nichts ändern.

            Tut mir leid dass ich das so direkt sagen muss, aber das ist so. Die sportlichen Motorradfahrer fühlen sich durch Ihre Schritte auch immer weiter schikaniert, weil man von Ihnen Vorschläge (eben wie die Aussage mit der Rennstrecke) bekommt, die man nicht umsetzen kann. Wenn Sie sagen „Fahrt doch auf die Rennstrecke wenn ihr heizen und Lärm machen wollt“, dann ist es kein Wunder wenn der Motorradfahrer aufgrund der Unmöglichkeit dieses Vorschlags antwortet „Dann fahrt ihr doch einfach immer dort hin, wo es ruhig ist, wenn ihr eure Ruhe haben wollt.“

          • Reto sagt:

            Sie sind leider im falschen Film: die öffentliche Straße ist keine Rennstrecke. Alles andere regelt die SVO. Nur leider wird die aus unterschiedlichen Gründen nicht durchgesetzt. Wenn sie konsequent durchgesetzt würde, hätten Sie und ein Teil der Anwohner ein Problem weniger: Dann hätten Sie nämlich keinen Führerschein mehr. ;-)

  3. Frank sagt:

    Hallo Klaus,

    jeder kann einmal verunglücken und einen Heli brauchen. Und damit überproportional hohe Kosten produzieren, die dann die Allgemeinheit tragen muss. Das kann sogar Fussgänger treffen.

    Das Diagramm zeigt aber, dass die Wahrscheinlichkeit unter Motorradfahrern viel größer ist. Das liegt sicher nicht an besonnenen Menschen wie Dir. Eher an den Unbesonnenen unter Euch. Ich wohne direkt an einer Strasse. Im Sommer sehe ich beide Gruppen unter den Motorradfahrern: Die Besonnenen und die Raser. Sie unterscheiden sich ganz deutlich in Geschwindigkeit, Fahrweise und … auch Geräusch. Ein Raser „liegt“ in der Kurve unweit meines Hauses. Der hatte auf unübersichtlicher Strecke den Hahn voll aufgerissen, mehrere Autos überholt um dann in der Kurve bei völlig überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seine Maschine zu verlieren. Heute steht dort ein kleines Kreuz mit Kerze von den Angehörigen.

    So traurig das ist, diese Art von Leuten sind für den Großteil der Höhe des Balkens verantwortlich. Vermutlich im Gegensatz zu Dir. Bitte akzeptiere, dass auch wenn hier und in den Statistiken nicht zwischen Vernunft und Unvernunft unterschieden wird, diese zwei Seiten unter Euch Motorradfahrern bestehen. Will sagen, ein Anteil von Euch ist für die Existenz dieser Seite ebenso verantwortlich wie für all die Bürgerinitiativen, den Ärger, den Lärm, die Streckensperrungen, die externen Kosten und die Gewinne bei Firmen wie Akrapovic oder Kesstech. Und für die meisten der Kreuze in den Kurven. Ohne diese Gruppe wäre der obige Balken sicher viel, viel kleiner! Und dann gäbe es sicher weder dieses Diagramm noch überhaupt diese Website hier!

    Allen Besonnenen Fahrern kann ich immer wieder nur raten, sich von diesen schwarzen Schafen ganz deutlich zu distanzieren.

    Lieber Klaus, ich wünsche Dir ein weiteres Mal immer gute Fahrt!

  4. Daniel sagt:

    Vergessen wurde nur, dass bei Unfällen keine Sachschäden berücksichtig werden. Siehe Studie.

    „Damage to property :
    Not included because material damages are paid by the traffic
    participants through insurance premiums“

    Da bei Autounfällen häufig nur Sachschäden entstehen ist die Aussagekraft bzgl. der Belastung für die Gesellschaft unzureichend.(steigende Versicherungsbeiträge belasten auch die Gesellschaft)
    Des Weiteren wird nicht klar, ob unverschuldete Unfälle der Verursacherkatergorie zugeordnet werden.
    Bsp.: Nimmt ein Teilnehmer X einem anderem Teilnehmer Y aus einer anderen Kategorie die Vorfahrt. Wird der Personenschaden Gruppe X oder Gruppe Y zugeordnet?
    Da bei einem Motorradunfall fast immer Personenschäden entstehen ist die Statistik nicht verwunderlich. Nehme man nur Sachschäden auf würden die Autos aufgrund eines höheren Wertes auch ganz vorne liegen.
    Man sollte die Passage „Damage to property :
    Not included because material damages are paid by the traffic
    participants through insurance premiums“ im Text ergänzen. Zudem verweist die Studie auf Seite 31 : „in this study we focus on human losses“.
    Im anderen Fall kann man sonst nur von gezielter Stimmungsmache gegen Motorradfahrer reden.

  5. Frank sagt:

    „Im anderen Fall kann man sonst nur von gezielter Stimmungsmache gegen Motorradfahrer reden.“

    Wenn ich sowas lese, platzt mir der Kragen!

    Ich selbst muss jetzt privat 30.000 Euro (!) in zusätzlichen Schallschutz investieren. Weil Firmen wie BMW, Kesstech, Akrapovic und andere so großartig und erfolgreich daran forschen, wie sie möglichst noch mehr Schall auf die Strasse bringen. Und weil immer mehr Motorradfahrer dieses Angebot dankend annehmen. Und als ob das noch nicht reicht, entnimmt noch ein erheblicher Anteil den dB-Killer oder stellt die Klappen auf permanenten Durchzug – einfach um uns Anwohnern das Leben so richtig zur Hölle zu machen.

    Auch dieses sind externe Kosten. Die sich folgerichtig auch im Diagramm oben wiederfinden. (Ja, ich wusste schon immer, dass ich an einer Strasse wohne. Nein, das hat uns nie gestört. Aber ja: Seit ca. drei Jahren nimmt der Krach immer mehr zu und heute ist es unerträglich!)

    Lieber Daniel,
    wir reden hier von Tätern – nicht von Opfern! Von „Stimmungsmache“ wie gegen eine unschuldige Minderheit kann hier keine Rede sein. Wäre auch unnötig. Weil „Stimmung“ im Sinne von Wut haben wir hier alle schon reichlich! Siehe die Liste der Betroffenen unter „Hotspots“. Die wird nämlich immer länger.

    Und wenn brave, besonnene Leute ebenfalls leise Motorrad fahren: Ihr Lieben – wir meinen Euch nicht! Ihr bekommt bloß mit ab, was eine skrupellose und egoistische Gruppe unter Euch verursacht…

    • Daniel sagt:

      Ich kritisiere, dass die Statistik falsch dargestellt wird.
      „Kostentreiber sind vor allem die Unfälle: Sach- und Körper-Schäden, Rettung, Krankenhausaufenthalte etc.“
      Dies ist nachweislich falsch. Sachschäden werden nicht berücksichtig. Somit ist dies oben ein irreführender Text.
      Man kann die Zustände kritisieren sollte jedoch so fair bleiben, dass man bei der Wahrheit bleibt und nicht falsche Interpretationen hinzudichtet.
      Übrigens sind die Gesamtkosten die durch Lärm erzeugt werden bei Autos 4 mal höher als bei Motorrädern.

      • Reto sagt:

        < Übrigens sind die Gesamtkosten die durch Lärm erzeugt werden bei Autos 4 mal höher als bei Motorrädern.>
        Könnte das daran liegen, dass auf 4,15 Millionen Motorräder 44 Millionen Pkw kommen?
        Schönes Beispiel für faire Argumentation ;-)

  6. selb sagt:

    @Frank
    „ihr bekommt bloß mit ab, was eine skrupellose und egoistische Gruppe unter Euch verursacht…“

    So wurde von 1933 – 1945 auch argumentiert.

    • Reto sagt:

      Dabei wird allerdings Ursache und Wirkung verdreht. Wir wehren uns gegen Euren akustischen Terror.
      Wir sind der Widerstand…

    • Frank sagt:

      „So wurde von 1933 – 1945 auch argumentiert.“

      @selb
      Und Du warst dabei?

      • Reto sagt:

        @Selb:
        Wer Motorradraser mit Naziverfolgten gleichsetzt und Bürger, die sich diese Belästigung wehren, mit Nazis, der hat nicht nur keine Ahnung von Geschichte sondern auch kein Recht, hier mitzudiskutieren – Kraft Amtes Ordnungshüter wird der Herr hiermit gesperrt.

  7. Bertram sagt:

    Ich kann in dieser Statistik keine Hetze gegen Motorradpiloten erkennen. Aber ich gehöre auch zu denen die belästigt werden. Vielleicht ist man da sensibler wenn man darauf hingewiesen wird, dass man als Belästiger wahrgenommen wird. Und muss dann in die Abgründe der Statistik hinuntersteigen, um irgendwelche Haare in der Suppe zu finden. Diese Statistik ist genau so wie ich es erwartet habe und trifft damit wohl den Nagel auf den Kopf. Auch wenns nichts ändert.

  8. Spielt keine Rolle sagt:

    Hallo liebe Anwohner,
    Nachdem ich hier so ziemlich jeden Beitrag samt Kommentaren gelesen habe, möchte ich einmal sagen wie ich als Motorrad-Fan mit Zubehör Auspuff samt serienmäßiger automatischer klappenregelung an einem 2Zylinder über das ganze Thema Lärm und Belästigung denke. Ich genieße den schönen Sound meiner Maschine. Sie bollert dumpf im unteren und mittleren Drehzahlbereich und das nicht einmal laut, nur tief. Deswegen habe ich mir auch eine solche Anlage gekauft. Ich will niemanden stören und fahre immer in einem sehr hohen Gang und minimalem Gas durch Ortschaften. Damit belästige ich ganz sicher keinen, denn so bin ich nahezu geräuschlos unterwegs. Außerhalb von Ortschaften gebe ich ab und zu an übersichtlichen Kurven auf Landstraßen Gas und genieße den herrlichen kernigen Sound den mir mein Motorrad schenkt wenn ich es dementsprechend fahre. Ich will niemanden drangsalieren und durch Lärm quälen. Wenn ich das wöllte, dann könnte ich einfach im ersten Gang durch den Ort fahren und alle nerven. Bitte schert nicht alle Motorradfahrer und Motorräder (zum Beispiel mit Drosselklappen und Klappenauspuffen) über einen Kamm. Wir sind zu 99% keine Unmenschen und Prolls, jedoch kommt es in diesem Forum sehr zu diesem Eindruck! Anstatt Motorradfahrer zu verteufeln, aggressiv zu hetzen und Konflikte anzuheizen könntet ihr mit dieser Energie freundlich auf euer Problem aufmerksam machen und versuchen den Motorradfahren ein wenig Empathie zu entlocken. Denn kein Motorradfahrer wird sein Verhalten ändern wenn er auf eine Seite wie diese trifft.

    • Reto sagt:

      Hallo lieber Klappenauspufffahrer,
      mal ein Beispiel: an der Weinstraße in Schnait (bei Stuttgart) stehen seit 3 Jahren Schilder, die behördlicherseits auf das „Problem“ aufmerksam machen. Dort können Sie als Anwohner ohne Gehörschutz am Wochenende nichteinmal ein Würstchen hinterm Haus grillen – geschweige denn davor. Häuser sind unverkäuflich. Glauben Sie, dass diese Schilder so etwas wie Empathie auslösen und zur Verbesserung der Situation beigetragen haben? Die Anwohner leiden seit Jahren, weil die Strecke eine Einflugschneise ins Naherholungsgebiet ist – und die Motorradfahrer verstehen nicht, warum man ihren duften Klappen-Sound scheisse finden kann. Die sind doch – wie Sie schreiben – „nahezu geräuschlos unterwegs“. Wo sollen wir Konsens finden, wenn Sie als Teil der Zielgruppe mit Klappenauspuff schon das Problem leugnen? Wir glauben nicht, dass man geschätzte 350.000 Lärmer (30 %) unter den Motorradfahrern bekehren kann, die viel für ihre Klappen oder Zubehörauspuffe bezahlt haben. Wir fordern eine Änderung der Rechtslage, weil von Ihnen keine Empathie zu erwarten ist. Das soll nicht heißen, dass wir mit Ihnen nicht diskutieren. Aber jene, mit denen hier diskutiert wird, geben sich reichlich Mühe, dass ich sie bei den von Ihnen genannten 1 % einordne. Will aber gerne von Ihnen lernen, wenn Sie einen Tipp geben, mit welchen Argumenten man Sie erreichen kann… Noch was: Motorradfahrer meinen, wenn man ruhig durch den Ort fährt ist alles okay. Hotspots liegen zu 80 % an den Ortsausgängen, wo der Hahn aufgedreht wird, bis der Arzt kommt (das Bild ist doppelt codiert).

      • Auchanwohner sagt:

        Sehr geehrter Herr oder Frau Reto,

        ist ja alles nachvollziehbar (in Bezug auf die Klappenauspuffe und notorisch Unbelehrbare) , aber die Darstellung der Untersuchung und die Diskussion Derselben auf dieser Plattform, bewirkt bei dem geneigten oder ungeneigten Leser, doch im Großen und Ganzen eine negative Einstellung zu Motorradfahrern im Allgemeinen. Da beißt die Maus keinen Faden ab und da muß sich auch niemand wundern, daß die Argumente auf dieser Seite von vielen einfach nicht ernst genommen werden.

        Auchanwohner

        • Keimrich sagt:

          Auch wir gehen davon aus, dass viele Klappenauspuff-Piloten und notorisch Unbelehrbare die Argumente dieser Seite „nicht ernst nehmen“. Aber war das anders zu erwarten?

      • Spielt keine Rolle sagt:

        Zuerst einmal eine technische Richtigstellug: Eine automatische Klappe im Auspuff (Drosselklappe) wie sie in so ziemlich jedem Mittel und Oberklasse Motorrad verbaut ist, ist im unteren Drehzahlbereich fast gänzlich geschlossen und öffnet erst bei maximaler Last und Maximalem Gas vollständig. Das heißt der Geräuschoutput ist allein vom Fahrer und Fahrweise abhängig. Richtige Klappenauspuffanlagen aka Kesstech sind extrem selten und teuer und auch fast nur für Harleys und manche BMW’s erhältlich.

        Ich kenne die Weinstraße in Schnait und die Schilder. Das ist in meinem unmittelbaren Umkreis und mich haben diese Schilder ehrlich gesagt dazu inspiriert den Beitrag zu schreiben, da sie für mich ein positives Beispiel sind und ich sie von letzter Saison in Erinnerung behalten habe. Ich wollte auch nur darauf aufmerksam machen, dass der Umgangston in diesem Forum alles andere als freundlich ist und übrigens rein garnichts mit dem guten Beispiel in Schnait zu tun hat. Dass diese Seite fast nur Anfeindungen in den Kommentaren enthält zeigt ja schon, dass die Kommunikation schiefläuft. Aber ich verstehe sie natürlich. Ich leugne nicht dass es schwarze Schafe unter den Motorradfahrern gibt. Ich für meinen Teil achte darauf niemand anderen zu drangsalieren und mein eigenes Hobby vernünftig zu leben ohne dass der Arzt für mich oder Sie kommt. Das Problem sind rücksichtslose Fahrer und nicht die Motorräder auf denen sie sitzen. Und ich lasse mich nicht wegen meiner Leidenschaft ein schön klingendes Motorrad zu fahren kriminalisieren. Denn ich bin keiner von den Rasern! Ich hoffe lieber dass solche Aktionen wie in Schnait weiterhin Erfolg haben, denn ich habe sie ja seit letzter Saison noch im Hinterkopf.

        • Reto sagt:

          Schön dass Sie das Beispiel Schnait kennen. Und schön, dass Sie Rücksicht nehmen. Sie können sich ja mal mit den Anwohnern ins Benehmen setzen, ob sich dort etwas zum Besseren gewendet hat, seit die Vorbeipilotiernden plakativ wissen, dass sie hier die Anwohner belästigen. Meine Informationen (und wir halten Kontakt zur Initiative in Schnait) sagen etwas anderes als „erfolgreich“. Ihre Leidenschaft für Ihr in Ihren Ohren „schön klingendes“ Motorrad in Ehren: Aber meinen Sie nicht, dass Ihre Umwelt möglicherweise hier zu einem anderen Schluss kommen darf?

        • Heide B. sagt:

          Zitat: „Zuerst einmal eine technische Richtigstellug: Eine automatische Klappe im Auspuff (Drosselklappe) wie sie in so ziemlich jedem Mittel und Oberklasse Motorrad verbaut ist…“
          Eben! Die ist da verbaut weil die Lärmnorm umgangen werden soll!!!
          Das ist keine „technische Richtigstellug“ sondern das Problem!!!

          • Auchanwohner sagt:

            na ja, das Problem sehen ja scheinbar nicht alle als Problem an . Vor allem die Behörden nicht, daher sollte man das Ganze nicht so wichtig nehmen. Tun die Behörden gottseidank eben auch nicht.

          • Reto sagt:

            Lieber Auchanwohner,
            das Lärmproblem paart sich häufig ja mit schlimmen Unfällen der Raser/Lärmer: Tote, Verletzte, weinende Kinder, zerstörte Familien, unbeteiligte Geschädigte – man stellt Kreuze auf und manchmal ein Warnschild „Raser verlieren“: “Dieses Problem sehen ja scheinbar auch nicht alle als Problem an. Vor allem die Behörden nicht, daher sollte man das Ganze nicht so wichtig nehmen. Tun die Behörden gottseidank eben auch nicht.“

    • Frank sagt:

      @Klappenfahrer („Spielt kine Rolle“)
      Genau dieses Unbedarftheit bezüglich Akustik bei Fahrern, Zulassungsbehörden, Politikern und Ordnungskräften sorgt dafür, dass wir Anwohner immer mehr Probleme bekommen: Es sind genau diese tiefen Frequenzen, die uns nicht nur wie bisher das Leben im Garten nehmen, sondern zunehmend auch in unseren letzten Zufluchtsraum – in unsere Häuser – dringen.

      Warum? Einfaches Beispiel: Wer in einem Mietshaus wohnt, hört sicher hin und wieder durch die Wände von seinen Nachbarn. Musik, Trittschall, Stimmen. Was kommt denn durch die Wände an? Genau: Nur die dumpfen, tiefen Frequenzanteile. Der Rest wird von den Mauern erfolgreich zurückgehalten. Aber wer das kennt, der weiß, wie sehr dieses dumpfe Wummern von nicht einmal lauter, aber basslastiger Musik beim Nachbarn nerven kann!

      Was lernen wir daraus? Euer tiefer, dumpfer Bollersound macht unsere Investition in Schallschutzzäune und Schallschutzfenster sinnlos! Dieser „Sound“ geht durch Mark und Bein!

      Und außerdem wird jede Messung dieses angeblich leisen „Sounds“ unwahr ausfallen. Denn Lärm wird vorzugsweise durch dB (A) gemessen. Was ansich bereits ein Skandal ist. Warum? Weil die A-Bewertung per Definition tiefe Frequenzen unterdrückt. Das heisst, diese tiefen Anteile werden bei einer Messung überhaupt nicht erfasst. Und damit sind Eure Kisten zwar vielleicht legal. Aber legitim? Ist es legitim, andere zu nerven? Obwohl man das weiß? Ist das nicht Vorsatz?

      Wundert Euch deshalb nicht, dass Ihr hier solche Kommentare lesen müsst. Es bleibt dabei: Egal ob Kreissäge oder dumpfer Bollermann – auf dem Bock sitzt ein skrupelloser Egomane, dem seine Umwelt vollkommen egal ist!

      • Betel sagt:

        Hi Frank,

        Die Nachbarn sind ein gutes Beispiel.
        Ein Nachbar der Musik hört ist erträglich, weil nicht dauerhaft hörbar. Wenn aber viele, bis alle Nachbarn Musik hören herrscht ein konstanter Pegel. Und aus etwas Hörbarem wird Lärm.
        Genauso verhält es sich mit Motorradlärm.
        Mein\ein Motorrad ist bestimmt hörbar, aber kein Lärm. Erst wenn 10s nach mir der nächste vorbeifährt und wieder der nächste… usw., wird aus hörbaren Geräuschen ein Lärm Teppich, der hier als Terror empfunden wird.
        Ich glaube, dass auch eine neue Norm die Problemlage an Hotspots nicht mindern kann. Wenn tausende Motorräder ländliche Verkehrswege nutzen, entsteht eine Belastung für die Anwohner. Niemand würde so nah eine Bundesstrasse oder Autobahn bauen, wie Menschen Gartenzäune vor kurvige Landstrassen ziehen, aber wenn eine Landstrasse von tausenden genutz wird, ist es eben irgendwann das Gleiche.
        Als Fahrer sieht man sich selbst nie als Problem, da man normal unterwegs ist. Aber Hundert oder Tausend meiner Sorte werden zum Problem, da derartige Massen nicht auf Dorfstrassen gehören.

        Wie kann man diese Problem lösen?
        Wahrscheinlich gar nicht. Ausser ich und alle anderen hören auf Motorrad zu fahren, weil auf einer 150km Tour sich auf fünf Strassen Massen ansammeln.

        In Bebenhausen wird am Wochenende eine Strasse nach Tübingen komplett geschlossen. Für Motorradfahrer wie Autofahrer. Dann werden Streckensperrungen auch nicht mehr von der Justiz kassiert,aber irgendwie will sich niemand auch ins eigene Fleisch schneiden.

        Was ich geschrieben habe klingt böser als es gemeint ist. Ich kann die Verzweiflung verstehen,die entsteht wenn man diesem Lärm ausgesetz ist, aber der Einzelne der dort vorbeifährt ist kein Unmensch,weil er dort vorbei fährt. Erst die Masse macht das Problem und ich kann für den Motorradfahrer vor mir genauso viel wie sie als Anwohner für mich.

        Grüße
        Betel

        • Reto sagt:

          Andere Idee: man könnte ein Motorrad fahren, das weniger belästigt. Ja, die gibt’s…

          • Betel sagt:

            Das löst doch das Problem nicht.
            Die Menschen organisieren sich in Bürgerinitiativen, weil bei ihnen am Gartenzaun, beim ersten Sonnenstrahl die Hölle losbricht. Da hilft es doch nicht, wenn ich alle ein bischen leiser mache, ich müsste sie ja lautlos machen.

            Die Argumentation, ich als Motorradfahrer müsste meine Kaufentscheidung davon abhängig machen ob ich meine Umwelt belaste, sonst sei ich empathielos, hinkt.
            Wenn ich so argumentiere müsste jeder,auch sie, bei jedem Produkt das er erwirbt den Einfluss auf eine anonyme Masse abwägen.
            Das ist Sozialromantik und würde gleichzeitig bedeuten, Kein Feisch, kein Käse, keine Kleidung aus Bangladesh und so weiter und so fort…
            Wenn ich ein gesetzeskonformes Motorrad fahre, ist mir als Einzelnem nichts vorzuwerfen. Dafür sind Gesetze und Normen da. Wenn die ihnen widerstreben steht es ihnen frei sich für eine Änderung einzusetzen. Wir leben ja Gott sei Dank in einer freien demokratischen Republik. Nur sie können nicht jemanden verteufeln, wenn er sich an alle Normen hält, nur weil sie ihnen nicht gefallen.

            Sie behaupten, 30 Prozent aller Motorräder seien zu laut.
            Haben sie eine Zahl, wie viele ihr Motorrad absichtlich und wissentlich ohne dbKiller fahren oder sonst illegale technische Änderungen vorgenommen haben?

          • Reto sagt:

            Irgendwie hat man hier immer den Eindruck, dass man für dumm oder doof verkauft wird, nur weil man sein Recht einfordert. Sozialromantiker oder Gutmensch? Ich persönlich bin lieber beides als jemand, der andere terrorisiert. Um es klar zu sagen: Was im Normenbereich „Verkehrslärm“ läuft, steht im diametralen Widerspruch zu den Grundrechten des Straßenverkehrs, der eine eindeutige Position hat zu sinnlosem Lärm und auch zum hirnlosen Gerase (§1 ff). Und was die höhere Rechtsnorm ist, brauche ich hier nicht zu erklären – es ist eine Frage der Durchsetzung für den Moment. Klar ist: Jede Gesetzeslücke wird ausgenutzt. Aber man muss ja nicht! Was da im Moment läuft, wird zur Lösung des Problems beitragen – ähnlich wie die Finanzkrise zur Regulierung der Banken beigetragen hat. Die hier offenbare Regelungslücke wird seit Anfang der 2000-er Jahre immer brachialer von Industrie und Zielgruppe ausgenutzt. Damit arbeiten beide an der Lösung des Problems mit. Irgendwann knallt’s. Und das ist gut so. Zu Ihren Fragen: Wir gehen von 3-5 % DB-Eatern aus und in Abstimmung mit den Zahlen des ACEM von 30 % zu lauten Krädern.

        • Heide B. sagt:

          Motorradlärm müßte als das eingeordnet werden, was es ist, nämlich Freizeitlärm also willkürliches und unmotiviertes Spaziererfahren mit massiver Lärmentwicklung und Belästigung.

          • Marco sagt:

            Lassen sie mich raten, sie würden am liebsten allen Motorradfahreren den Führerschein wegnehmen und alle Motorräder verschrotten lassen damit diese völlig unnütze Freizeitgestaltung verboten wird?

          • Keimrich sagt:

            Man muss Fragen nicht immer selbst beantworten: Günther Oettinger, unser heutiger Multimediakommissar in Brüssel, hat sich jedenfalls so im Interview mit MOTORRAD geäußert, als er forderte, das Motorradfahren zu verbieten. Oettinger sprach Motorrädern einen volkswirtschaftlichen Nutzen ab, bezeichnete sie als Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und zog wörtlich den Schluss: „Ich sehe es als legitim an, Motorradfahren zu verbieten und nur als Sport zu begrenzen“, (MOTORRAD 4/1989, S. 12). Oder eine andere Quelle (Spiegel): Etwa 70 Prozent der rund 600 Biker, die im vergangenen Jahr ums Leben kamen, waren selbst schuld, fand die Unfallforschung der Versicherer (UDV) heraus. „Wenn beim Segelfliegen, Freeclimbing oder anderen Freizeitsportarten so viele Menschen sterben würden“, sagt UDV-Chef Siegfried Brockmann, „dann hätte der Staat längst ein Verbot ausgesprochen.“

          • Marco sagt:

            Doch ich hätte gerne eine Antwort von dem Autor erhalten, was interessiert mich was einer vor langer Zeit sagte.

            Und warum Motorradfahren noch nicht verboten ist? Ist wie mit Zigaretten und Alkohol, weil man dafür Steuern bezahlt. Also sich selbst umbringen okay aber bitte erst nachdem man brav Steuern dafür bezahlte. Angaben über Steuern von Segelfliegen, Freeclimbing konnte ich nicht finden.

          • Keimrich sagt:

            In diesem Land lässt sich leichter eine Partei verbieten als belästigende Auspuffe. Zufrieden?

  9. Betel sagt:

    Es ist nicht gut so, dass es knallt, und es knallt jetzt bereits. Man wird beschmissen, ausgebremst, irgend welche Idioten fahren in die Mitte der Strasse, sodass man ja nicht überholt, oder sogar abgedrängt. Jede Ausfahrt hat man eine andere nette Geschichte zu erzählen. Und diese Sachen passieren immer in den selben fünf Ecken. Sobald man von den Hotspots wegfährt sind die Leute eher interessiert am Motorrad und freuen sich,als dass sie einem an die Gurgel wollen.
    Nach dem Lesen dieser Seite und vor allem den Komentaren wurde mir eben klar, dass sie es nicht schaffen ihren Protest vom Individuum zu lösen.
    Ich gehe doch nicht zum Händler und sage „einmal bitte das lauteste Motorrad“. Es gibt keine Gruppe Motorradfahrer die losfährt um sie zu terrorisieren. 3% fahren ohne Betriebserlaubnis, sagen sie, für die ist die Polizei zuständig. Der Rest hat sich nichts zu Schulden kommen lassen ausser dass er die selbe Strasse benutz wie taussend andere vor ihm und tausend nach ihm. Wenn er nicht gegen die von ihnen erwähnten Paragraphen verstösst und wie Inge den ganzen Tag hoch und runter fährt. Aber hier sind wir wieder bei den Aufgaben der Polizei.

    Nach meinen Erlebnissen ist es mir wichtig sie darum zu bitten, Einfluss auf ihre Mitstreiter auszuüben, von persönlichen Racheakten abstand zu nehmen. Der einzelne Motorradfahrer hat mit den restlichen nichts zu tun und ist für sich zu bertrachten. Aus diesem Grund trägt er keine Schuld an dem durch Häufung auftretenden Problem, solange er sich an die StVO hält.
    Sie kämpfen gegen eine EUNorm aber nicht gegen den Fahrer.

    • Reto sagt:

      Sorry – aber da verwechseln Sie Ursache und Wirkung. Diese Seite ist adressiert an Politik und Journalisten. Weil es mit der Zielgruppe wenig Sinn macht, sich auseinanderzusetzen und weil die gutmeinenden Motorradfahrer keinen Einfluss auf die Zielgruppe nehmen/können/wollen. Wir wehren uns friedlich und wir wehren uns mit Argumenten. Und die Reichweite dieser Seite ist begrenzt. Wir weisen auf ein Problem hin, gegen das die Polizei wenig bis nichts unternimmt (wie hat einer unserer Diskutanten gesagt: zum Glück haben die derzeit mit den Flüchtlingen wichtigeres zu tun). Und die Politik (von Grün bis Schwarz) beginnt den Leidensdruck ihrer Bevölkerung erst langsam zu verstehen. Nicht wir sind dafür verantwortlich, dass ein Irggeleiteter mit Dachlatten schmeißt, weil er meint er könne damit einen von 200 Irregleiteten vom Bock holen. Wir sehen die Sachen sehr wohl differenziert – der Vorsitzende dieses Vereins fährt Motorrad und sein Teil (eine BMW aus den 90ern) ist in der Tat und nachgemessen kaum lauter als ein PKW. Und: Er fährt mit dem Motorrad zur Arbeit, er fährt zivil und nicht spazieren. Ich wünsche weder ihm noch Ihnen, dass irgendein ölflaschenwerfender Idiot/Mörder ihn oder Sie angeht. Das Rocker-Blatt Bikers News schreibt in seiner Novemberausgabe 2015 mit Bezug auf den BUND Arbeistkreis Motorradlärm: „Wir hätten über diese Soundsysteme vielleicht nicht so oft berichten sollen, denn jetzt ist es rausgekommen…“ (Seite 20ff.) Die Motorradszene weiß sehr wohl wie man es macht und wie (legal oder illegal) gemogelt wird, bis sich das Trommelfell biegt. Und wenn 50 Prozent der Harleykäufer den schon nicht leisen Originalauspuff gleich gegen eine Zubehöranlage tauschen (Aussage des größten Harley-Händlers Deutschlands), dann ist das eben doch „einmal vom lautesten was Sie haben, bitte!“ Wir billigen keine gefährlichen Eingriffe in den Straßenverkehr und unsere Mitstreiter unternehmen keine Racheakte – aber wir sehen sehr wohl Fahrer und Industrie als verantwortlich für eine Situation, die Anwohner in die Verzweiflung treiben kann. Wenn Sie bei BMW anfragen, wieso die Kisten mittlerweile so laut sind, sagen die: weil der Markt es fordert. Der Markt sind Sie und solange Sie nicht sagen, dass Sie eine möglichst leise Kiste wollen, dann verorte ich Sie mit Ihrem Klappenauspuff auch leider in der Zielgruppe.

    • Heide B. sagt:

      Zitat: Man wird beschmissen, ausgebremst, irgend welche Idioten fahren in die Mitte der Strasse, sodass man ja nicht überholt, oder sogar abgedrängt.“
      Ganz typisch: Die anderen sind die Idioten. Man selber hat Recht. Durchschlängeln, Überholen an unmöglichen Stellen, auch im Gegenverkehr, Hinterradexperimente und Kavalierstarts. Nein ganz gewiss! Diese Seite ist der Grund dafür, weshalb Motorradfahrer nicht mehr in aller Ruhe ihrem Hobby nachgehen können und weshalb immer weniger Leute Rücksicht nehmen auf das berechtigte Spassinteresse der Raaser.

      • Betel sagt:

        Hier ist gar nichts typisch, weil es keinen Typ Motoradfahrer gibt.
        Sie können doch nicht ernsthaft daraus, dass ich absichtliche Gefährdungen im Strassenverkehr verurteile schliessen, dass ich ein Raser wäre. Sebst wenn dem so wäre,hätte niemand das Recht mich mit diesen Mitteln daran zu hindern.
        Meine Message ist denke ich klar.
        Motorradlärm gibt es, und er ist für Anwohner die Hölle. Er entsteht aber nicht weil alle Motorradfahrer Raser und Idioten sind, sondern weil sie an manchen Punkten gehäuft auftreten.

        • Heide B. sagt:

          Es gibt die Raser und Lärmer und es gibt den Rest. Und der Rest erstarrt in einem erstaunlichen Chorsgeist und unternimmt nichts ausser das er mit den anderen nicht in einen Topf geworfen werden will. Meine Erfahrung als Anwohnerin mit Schildern „bitte leise“. Da schert sich niemand drum. Als Anwohner wird man auch noch blöd angemacht wird als Blockwart plus anonyme Emails an die Betreiber der Initiative. Aber die Emails haben leider keinen zitierfähigen Inhalt. Ich glaube die würden uns gerne für ihr Recht auf Lärm abmurksen.

  10. Betel sagt:

    Gut, verstanden.
    Ich gehöre aus ihrer Sicht definitiv zur Zielgruppe. Nur interpretiere ich den §1 anders.Ich denke, dass ich wenn ich alle Normen einhalte ich mich bereits im „als nach den Umständen unvermeidbar“ Bereich befinde. Wohin gegen sie diesen als das Minimum des Möglichen betrachten.

    Zur Schilderung der Art ihres Protestes:
    Wenn man diese Seite betrachtet und die Kommentare liest bekommt man allerdings einen anderen Eindruck. Hier diskutiert die „Dachlattenfraktion“ mit der „Ich-überhol-auf dem-Hinterrad-Ecke“.
    Jeder zweite Kommentar beinhaltet Drohungen zwischen den Zeilen oder befindet sich argumentativ weit ab der Polemik.
    Und sie sind da nicht besser, ich erinner an Zeilen wie „Irgendwann knallt’s. Und das ist gut so.“
    Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass das friedlich zu verstehen ist?
    Wenn ihr Knall nur eine neue Norm die nicht mehr umgangen werden kann ist, glaube ich nicht, dass diese Seite geschlossen wird.
    Dinge wie Bestandsschutz etc. lassen ihren Knall trotz eigentlichem Sieg ziemlich leise erscheinen und alles geht weiter wie davor.

    Grüße Betel

    • Reto sagt:

      Diese Diskussionen wie die mit Ihnen sind wirklich schwer zu führen. Ihre sprachliche Intrepretationsfähigkeit ist in Sachen § 1 oder § 49 im gleichen Regelwerk höchst flexibel – und auf der anderen Seite verengen Sie meine Formulierung „es knallt“ in Richtung Tötungsdelikt (weder ist es das, noch war es so gemeint). Ich gebe Ihnen Recht und vielleicht hilft Ihnen das: Sie sitzen im Moment vor dem fetteren, vermutlich zugelassenen Auspuff und ich lasse Ihnen Ihren Sieg. Nur dürfen Sie nicht von mir erwarten, dass Sie für Ihren Klappenauspuff meinen Segen bekommen – genausowenig wie ich glaube, dass Ihnen Ihre Maschine akustisch nur untergejubelt wurde. Nach Lektüre dieser Seite wissen Sie jetzt, dass Sie möglicherweise Menschen damit belästigen, deren Freizeit, Erholungsphasen, Heimat und Heimstatt entwerten und vielleicht auch nicht überall gern gesehen/gehört sind. Mehr können wir Ihnen nicht bieten.

      • Betel sagt:

        Was ich mir erhofft hatte, war ein Einblick, was sie denn von einem heutigen Motorradfahrer erwarten.
        Wenn ich meinen Standardauspuff nicht gegen einen leiseren, den es nicht gibt, ersetze, bleibt nicht viel übrig was ich tun kann. Ich kann in Ortschaften untertourig fahren und am Ortsrand nicht aufreissen.
        Sie könnten sowas wie ein Profil für ihren gewünschten Motorradfahrer erstellen.
        Leitsätze für den richtigen Gebrauch eines Motorrads.
        „Wir fahren die ersten 500m Ortsauswärts unter Halber Nenndrezahl“
        Fänd ich gut! und wenn sie sowas verteilen würden müssten sie sich wahrscheinlich mehr als nur Spott anhören, aber irgendwas bleibt auch bei den Dümmsten hängen.
        Dann Schilder die an der problematischen Stelle das entsprechende wiederholen. Das brennt sich schneller ein als Stroh das einem auf die Fahrbahn geschmissen wird.
        Wie mein Fahrlehrer immer gesagt hat, „halten heisst schalten“, „Sicht weg, Gas weg“ :-) sowas brennt sich ein.
        Grüße

        • Frank sagt:

          Was sollen wir tun? Zettel verteilen? Lächerlich! Das hat jahrelang nicht funktioniert. Einsicht bei den schwarzen Schafen? Gleich null! Statt dessen Häme und dumpfes Gefeixe in den einschlägigen Foren. Diese „Maßnahme“ kann man sich sparen. Es sei denn man steht darauf, sich auslachen zu lassen!

          Nein, über diesen Stand sind wir lange hinaus! Hier geht es aus meiner Perspektive nur noch darum, Politiker davon zu überzeugen, dass es ein Problem mit Motorradlärm gibt. Und dass es harte Maßnahmen braucht. Temporäre Streckensperrungen an Wochenenden sind das Mindeste. Zusätzlich braucht es ein Verbot der Klappenanlagen (auch bei PKW) und verschärfte Kontrollen der dB-Eater auf der Strasse mit möglichst drakonischen Strafen bei Zuwiderhandlungen.

          Die Verantwortung für diese Einstellung tragen Hersteller von Klappenauspuffanlagen ebenso wie die Leute, die aus ihren Brülltüten den dB-Eater entnehmen, genau wie die Leute, die absichtlich mit Höchstdrehzahlen an den Eisdielen vorbeifahren um den Mädels zu imponieren. Diese Typen treffen mit ihrem Verhalten direkt die vielleicht 60% vernünftigen Biker, die mit den Maßnahmen dann ebenso leben müssen. Leute, Ihr habt den Bogen überspannt – seht es endlich ein!

          Ich kann nur immer an die vernünftigen Motorradfahrer appellieren, sich eindeutig von der Klientel der Raser und Lärmer zu distanzieren. Jeder Genußfahrer, der nicht lauter als ein LKW daherkommt, ist uns aus meiner Sicht absolut willkommen. Und ein LKW ist beileibe laut genug!

          • Auchanwohner sagt:

            @Frank
            “ Diese Typen treffen mit ihrem Verhalten direkt die vielleicht 60% vernünftigen Biker, die mit den Maßnahmen dann ebenso leben müssen. Leute, Ihr habt den Bogen überspannt – seht es endlich ein!“

            Es sind diese wohl differenzierten und gut recherchierten Aussagen , die diese Initiative und das Thema bei den politischen Verantwortlichen bestimmt auf deren Prioritätenliste ganz nach oben katapultieren wird. Glück auf!

          • Reto sagt:

            Wir werden sehen. Wie schreibt „Motorrad.net“? „Motorradlärm ist in aller Munde“.
            Und in aller Munde ist es uns bedeutend lieber als nur auf unseren Ohren. ;-)

  11. Auchanwohner sagt:

    @Keimrich
    Oettinger – Motorräder verbieten etc. 1989 ?

    Also der gleiche Herr Oettinger, der kurze Zeit später als leuchtendes Beispiel eines vorbildlichen Verkehrsteilnehmers in die Geschichte einging, in dem er sich mit 1,4 Promille hinters Steuer seines Wagens setzte?
    Und der später nach Wahl zum Ministerpräsidenten in Bawü relativierte:
    „Meine Aussage war unter dem Eindruck des Besuchs einer Unfallklinik entstanden.“ Wegen der schweren Verletzungen der Biker war Oettinger schockiert. Jetzt denkt er anders: „Motorrad fahren ist sicher eine schöne und reizvolle Freizeitbeschäftigung.“

    Viel Erfolg weiterhin, Sie sind auf einem guten Weg mit Ihrer Initiative und bei der hervorragenden Argumentation bin ich mir sicher, daß durschlagende Maßnahmen gegen Lärmer und Raser bestimmt in den nächsten 100 – 200 Jahren realisiert werden.

    • Keimrich sagt:

      Ich persönlich möchte Motorradfahren gar nicht verbieten. Ich finde es nur interessant, dass der Gedanke schon von wichtigeren Personen geäußert wurde.
      @Auchanwohner: Was Sie angeht: Warum gehen Sie angesichts dieser lächerlichen und völlig unbegründeten Initiative eigentlich ab wie’s Zäpfchen?

  12. Andreas Gmeiner sagt:

    Interessante Diskussion mit solider Argumentation (@Auchanwohner). Vielleicht ist mein Beispiel für die Diskussion hilfreich.

    Ich bin stolzer Besitzer eines denkmalgeschützten Altbaus aus dem Jahre 1874, den ich in den letzten 10 Jahren mit erheblichen Aufwand, auch unter Aufwendung von ca. 200.000 Euro an Steugergeldern aus diversen Fördertöpfen, kernsaniert habe. Zur Information: Das Haus steht 131m Luftlinie entfernt von der Bundesstraße B11 im Bayerischen Wald. Bis vor ca. 10 Jahren gab es überhaupt keine Lärmprobleme. LkWs oder PkWs sind praktisch nicht zu hören. Die in der nähe vorbeifahrende Waldbahn ist zwar zu hören, aber das Geräusch ist schnell vorüber, berechenbar und stört akustisch nicht weiter. Zum Problem aber ist tatsächlich ausschließlich der Motorradtourismus geworden. Und es stimmt: Es gibt Motorräder, die sehe ich in der Ferne vorbeifahren, höre sie aber kaum und es gibt Krads, die höre ich kilometerweit. Das liegt auch daran, dass auf besagten Abschnitt der B11 gerne überholt und beschleunigt wird.
    An manchen Tagen ist es mir unangenehm, mit Gästen draußen im Garten zu sitzen, weil man meint, ich wohne nicht am Rande des Nationalparks sondern am Nürburgring. Ich finde die Aussage, man könne vorher wissen, wo man wohnen möchte oder einfach verkaufen und wegziehen, dreist dumm, zumal da sich diese Problem erst in den letzten Jahren eingestellt haben und am Haus ein hoher ideeller und finanzieller Wert hängt. Genauso dumm finde ich, dass Motorradlärm wahlweise mit Laubläserlärm oder Kinderlärm verglichen und relativiert wird. Erstere sind zeitlich begrenzt und dienen einem bestimmten Zweck und werden schon gar nicht zu Prahlzwecken benutzt und Kinderlärm kann auch einfach Überlegungen schlecht normiert und reglementiert werden.

    Meine Vernunft sagt mir, dass ein gewisse Toleranz für Freizeitlärm und den Lebensstil (-sinn) anderer zu akzeptieren ist. Wenn jemand unbedingt auf großer Motorräder mit kernigem Sound abfährt, so muss man schon liberal genug sein, diese Vorliebe, die man selbst nicht teilt, anzuerkennen und zu erdulden. Was aber in den letzten Jahren passiert ist, ist schlichtweg das absurde, unerträgliche Ergebnis aus zügellosem Individualismus und semi-krimineller Lobbyarbeit.

    Gesundheit und Gemeinwohl sind individuellen Bedürfnissen vorzuziehen, vor allem wenn sich diese auf den Freizeitbereich beziehen und durchaus vermeidbar sind. Statt Dezibel-Höchstspitzen, lieber ein leiser aber gut gestylter Sound, wenn man schon auffallen, gefallen oder prahlen möchte.

    Wer aber anecken und in Pöbelmarnier bewusst provozieren möchte, dem sollte ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden.

    Glück auf von meiner Seite. Ich hoffe inständig, dass auch Motorräder, wie alle anderen Fortbewegungsmittel auch, endlich vernünftig gezügelt werden, und ein Kompromiss im Interessenkonflikt erzielt werden kann.

    An die Lärmer: Wollt ihr das wirklich in Kauf nehmen, dass ihr 1000 Leute vor den Kopf stößt, nur um Euren Ego-Trip bzw. Eurer Angeberei zu fröhnen? *Kopfschüttel*

  13. Willy sagt:

    Ich teile die Ansicht, dass es in den letzten Jahren schlimmer geworden ist. Massiv schlimmer. Unser Haus steht fast einen halben Kilometer von so einer Strecke weg. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass bei uns 50-60 wirklich belästigende weil modulierende Kreissägen-Dezibel ankommen, hätte ich ihn früher für verrückt erklärt. Aber das kommt wirklich auf der Terrasse an. Die Folge ist dass Unterhaltungen gestört werden bzw. man lauter reden muss. Und das ein Paar mal ind er Minute. Wenn man das zurückrechnet auf den Ort des Endstehens sind wir mit Sicherheit bei weit über 100 Dezibel, was ich mir nicht erklären konnte. Nachdem ich diese Seite studiert habe ist mir klar, dass auch über 100 Dezibel machbar sind, wenn die Norm umgangen wird und sich ausserdem nur auf den Bereich zwischen 50 und 70 km/h bezieht. Herzlichen Dank an die Initiative, Sie treffen hier ins Schwarze!

  14. Tommy sagt:

    Ich habe ja nicht viel anderes erwartet als ich diese Seite angeklickt habe… Aber diese Statistik direkt zur Begrüßung, da kommt man als Motorradfahrer aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

    Was soll diese Statistik mit dem roten Balken aussagen? Ich fasse es nicht, dass man hier als Argument gegen Motorradfahrer aufführt, dass sie bei Unfällen höhere Kosten verursachen. Eine Tatsache, die ja eigentlich völlig logisch ist, weil ein Motorradfahrer im Gegensatz zu einem Autofahrer so gut wie ungeschützt ist. Bei einem Unfall mit geringer Geschwindigkeit werden Autofahrer in den meisten Fällen überhaupt nicht verletzt und es entstehen lediglich Blechschäden, ein Motorradfahrer wird bei dieser Art von Unfällen trotz Schutzkleidung fast immer verletzt und das Motorrad wird stark beschädigt. Was soll denn jetzt die Konsequenz daraus sein? Motorradfahren verbieten, weil man sich dabei schneller verletzt als im Auto? Dann wäre ich auch dafür, dass demnächst Heimwerken verboten wird und man nur noch Profi-Handwerker arbeiten lassen darf, denn Heimwerker Unfälle kosten ja auch jedes Jahr Geld, was die Allgemeinheit tragen muss.

    Wie kann man denn auf die Idee kommen, das höhere Verletzungsrisiko als Argument gegen Motorradlärm und Motorradfahrer einzusetzen?

    Und ich möchte mal wissen, wo die ganzen Sachen wie Ortsumgehungen und Lärmschutzwände mit in diese Statistik reinzählen, die durch den generellen Verkehrslärm verursacht werden. Da erscheint mir der gelbe Balken bei den PKWs schon ein wenig arg klein.

    Dass in die vermeintlichen Kosten für den „Lärm“ auch die Kosten sinnlose Investitionen wie lärmmessende Leitpfosten oder seit neustem die Lärm-Anzeigetafeln mit reinspielen, die von Lärmgegnern gefordert werden, scheint man auch zu vergessen. Denn diese Investitionen haben bisher keine nachweislichen Ergebnisse gebracht, haben zehntausende Euro von Steuergeldern verschlungen und werden jetzt wahrscheinlich in der Statistik als „externe Kosten durch Motorradfahrer“ aufgeführt.

    …heißt das jetzt im Umkehrschluss, dass die Lärmgegner immer mehr solcher Investitionen fordern werden, um den Balken immer größer werden zu lassen? Denn diese Kosten werden nicht durch die Motorradfahrer verursacht, sondern durch diejenigen die solche Investitionen fördern und dann am Ende auch umsetzen. Und diese Leute brauchen sich dann nicht mit diesem dicken gelben Balken brüsten und damit auf die Motorradfahrer zu zeigen, wenn sie einen gewissen Teil dieser Kosten selbst gefordert haben.

    • Reto sagt:

      Die Statistik ist ein Position gegen die Forderungen von Bikern, die zum Saisonbeginn Rücksicht einfordern. Sie belegt, dass die Gesellschaft schon allerhand Rücksicht nimmt auf sinnloses Rasen, Lärmen und Unfälle. Ansonsten ein schöner Text, wenn Sie nicht Ursache und Wirkung verwechseln würden.

      • Tommy sagt:

        Ich habe es weiter oben schon geschrieben und dort leider keine Antwort bekommen. Besonders auf das Argument man solle doch „auf die Rennstrecke fahren“.

        Wir als Motorradfahrer müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir uneinsichtig sind. Aber wie soll ich als Motorradfahrer mit sportlicher Fahrweise denn einsehen, dass ich gemäß Ihrer Vorstellung auf die Rennstrecke fahren soll, wenn es überhaupt keine gibt? Das oben genannte Argument, von Motorradfahrern zu verlangen, man solle es hinnehmen, den sportlichen Fahrstil verboten zu bekommen, ist eine ebenso unwirkliche Forderung, wie wenn ein Motorradfahrer von Ihnen fordert, dass sie den Lärm hinnehmen müssen.

        Dass die Lösung an Verkehrssicherheit und leise Auspuffanlagen zu appellieren nicht praktikabel ist, sieht man ja an dem Trend, der sich abzeichnet und der aus ihrer Sicht trotz der versuchten Maßnahmen ins negative, aber keinesfalls ins positive geht.

        Da wird es doch sicherlich erlaubt sein, das Konzept zu überdenken, wenn sich die Situation trotz Bürgerinitiativen und vermeintlichen High-Tech Lösungen verschlimmert, anstatt verbessert? Oder sehe ich das falsch?

        Jemanden, der ohne dB-Killer und aus Überzeugung innerorts im erste Gang fährt, werden Sie nicht in seiner Überzeugung umdrehen können. Weder durch LED Tafeln, noch durch Leitpfosten mit Lämmessung, durch Kontrollen, Bußgelder, Streckensperrungen oder Punkte. So gut kenne ich die Szene und das gebe ich Ihnen notfalls auch schriftlich. Von daher muss es eine andere Lösung geben. Das ist die viel zitierte Rennstrecke, die aber nirgendwo existiert.

        • Tommy sagt:

          P.S.: Ja, die vereinzelten Touristenfahrten die auf deutschen Rennstrecken stattfinden sine eine Möglichkeit für uns Motorradfahrer, legal sportlich zu fahren. Aber diese Möglichkeit bietet sich dann oftmals nur an einem Wochenende im Monat und dafür muss ein Großteil der Biker dann quer durch die fahren. Aber das will kein Motorradfahrer, ein Motorradfahrer will sein Hobby am liebsten jeden Tag ausleben und das wann er will.

          Sollte das das Argument von Ihrer Seite sein… Dann ist das für uns Motorradfahrer in etwa so praktikabel wie wenn wir Ihnen vorschlagen würden, dass sie doch einfach die vereinzelten verregneten Tage nutzen sollen, um sich zu erholen. Aber sie wollen ja auch am liebsten jeden Tag Ruhe und das selber bestimmen.

          Verstehen Sie auf was ich hinaus will?

  15. Thomas sagt:

    Lieber Tommy, der Trend, von dem du sprichst, zeichnet sich ab, weil sich dicke Auspuffe an infantile Herren wie Deine Freunde aus der Szene gut verkaufen und sich damit viel Geld verdienen lässt. Das hat erst mal nichts mit Recht haben zu tun, sondern mit Augenwischerei auf Seiten der Politik. Dein Hobby belästigt viele andere, aber wenn man selbst Opfer ist, weil für Euch arme BrummBrummfahrer nicht mal eine eigene Rennstrecke gebaut wird, dann braucht man sich um diese Nörgler auch nicht weiter zu kümmern. Was bilden die sich überhaupt ein, Ruhe zu wollen, wenn sie doch im Naturschutzgebiet, pardon, Motorradschutzgebiet wohnen. Nein, natürlich ist Euer Hobby, das naturgemäß extrem laut (je lauter desto besser, so machen es die Platzhirsche doch auch) sein muss, viel wichtiger als alles andere. Weg mit dieser Initiative, hier gibt es gar keinen echten Interessen Konflikt. Gut gemeinte Schilder bringen eh nix, weil sich der gemeine Motorradfahrer nicht dran hält. Die Herren SIND halt leider rücksichtslos, das können die sogar schriftlich bestätigen. Tja, Lieber Tommyboy mit „y“, wüsstest Du, dass Euer Hobby gar nicht so laut sein muss, sondern auch mit weniger Dezibel und mit Rücksicht betrieben werden könnte, sodass tatsächlich beides möglich wäre: Sinnlos im Garten sitzen und die Ruhe genießen und sinnlos in der Gegend rumfahren. Verstehst Du, auf was ich hinaus will?
    Aber gut, wenn einem die anderen Wurst sind und die Moral indirekt proportional zur Auspuffgröße ist, dann kann man natürlich so argumentieren wie Du. Ich kenne kein Hobby, das so viele Menschen nachweislich belästigt wie Deines. Sollte einem eigentlich zu denken geben. Aber vielleicht braucht man den dicken Sound auch deshalb, weil man damit auffällt und manche haben das nötig, diese Macht, diese akustische Verheissung, dass da ein ganz harter, wahrscheinlich tätowierter, eher übergewichtiger Mitfünziger-PROLL daherkommt, der mit Sound mangelnde Bildung oder mangelndes Selbstbewusstsein kaschieren sozusagen übertönen möchte. Entschuldige Tommy, das war natürlich beleidigend und stereotyp,aber das ist leider genau das Bild, das viele mit lauten Proll-Bikes assoziieren. Ist wahrscheinlich nicht so unter Bikern. Da ist man der dicke August gell?

  16. Frank sagt:

    Hallo Tommy,

    dass es unverbesserliche, notorische Raser und Lärmer gibt, die jede Strasse mit der Rennstrecke verwechseln, ist uns allen bekannt.

    Aber dieses Verhalten ist nicht zu rechtfertigen. Was soll das Argument, dass es keine Rennstrecken gibt? Kaufe ich mir ein Segelboot, wenn ich in den Bergen wohne? Und beschwere mich anschließend darüber, dass es so weit zum Wasser ist? Und rechtfertige mit dieser Argumentation dann das mutwillige und illegale Aufstauen eines Gewässers, in dem dann tausende Anwohner ertrinken?

    Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da stellen Menschen ihr lautes Hobby über das offensichtliche Leid von so Vielen. Was soll daran OK und zu rechtfertigen sein?

  17. Betel sagt:

    Mensch Tommy das kann doch nicht dein Ernst sein?!?!?
    Es gibt so viele Möglichkeiten Motorradfahren als Sport zu betreiben… dass für dich niemand jedes Wochenende die Nürburgring-Gp-strecke sperrt liegt nicht daran, dass es zu wenige Rennstrecken gibt, sondern du zu wenig Geld hast. Die meisten Rennstrecken arbeiten hart an ihrer Wirtschaftlichkeit.
    Aber abgesehen von den fünf großen Rennstrecken gibt es ein riesiges Angebot an Kartbahnen, Crossstrecken, Endurowandern, usw., das es einem ermöglicht seine Fähigkeiten zu testen und zu erweitern. Der einzige begrenzende Faktor ist hier Geld und Zeit.
    Wenn Motorradfahrer wie du, die sich selbst als sportliche Fahrer bezeichnen, in der Masse die finanziellen Mittel hätten jedes Wochenende Trackdayangebote etc wahrzunehmen, gäbe es die Rennstrecken und gäbe es mehr Angebote.
    Der einzige Grund wieso die Leute lieber den Kesselberg hoch- und runterfahren als auf die Renne zu gehen ist, dass es fünfstellige Summen kostet wenn man konsequent dabei ist.

    Auf der Strasse gilt die StVO und an die haben sich alle zu halten, auch Menschen die gerne sportlich fahren.
    Diese sportlichen Strassenfahrer sind auch der Grund wieso alle bei Touristenfahrten Angst um ihr Leben haben, weil Eisdielenprofis auf Kamikaze Einsatz sind.
    Bitte schreib in Zukunft nicht mehr von „uns“ als Motorradfahrern, nur weil du deinen Blödsinn unterschreiben würdest, wird das kein Anderer auch tun.

    Auf der Seite geht es um vermeidbaren Lärm und darüber wird diskutiert, dass die Idioten die in uneinsehbaren Kurven das Knie runterdrücken keinen Führerschein mehr haben sollten, bestreitet glaube ich keine der beiden Seiten.

    Grüße Betel

    • Tommy sagt:

      Auch wenn es jetzt ein Vergleich mit den USA ist, der nur bedingt aussagekräftig ist. Aber ich war mehrere Wochen in den USA und dort sieht man das alles sehr viel anders. Dort gibt es überhaupt keine Lärmschutzbestimmungen, weder für Autos, noch für Motorräder. Und es ist dort eher so, dass Passanten und Anwohner den Daumen hoch zeigen, wenn sie ein lautes Muscle Car, eine laute Harley oder ein lautes Sportbike hören. Die Lärmbelastung als Gesundheitsrisiko, wie es sie hier in Deutschland gibt, schein in den USA scheinbar nicht zu existieren. Aber diese Menschen kommen doch auch nicht vom Mars, wenn sie damit leben können?

      In den USA gibt es sehr viele Hot Spots für Motorradfahrer, ähnlich dem Kesselber. Man lebt dort allerdings die Mentalität, dass die Polizei die sportliche Fahrweise auf diesen Strecken toleriert. Warum? Weil es sich um abgelegene Strecken handelt und sich dort niemand gestört fühlt. Denn dort wird nach dem Motto verfahren: „Dort stören und gefährden sie kaum jemanden, dort lassen wir sie machen.“

      Ein Beispiel dafür ist z.B. die „Snake“ in der Nähe von Malibu, Californien. Dass dort Unfälle an der Tagesordnung sind, ist logisch. Jedoch fallen sie in den seltensten Fällen ernst aus.

      https://www.youtube.com/user/rnickeymouse/videos

  18. Tommy sagt:

    @Thomas: Das war ja mal wieder ein sehr netter Stereotyp. :D Der von dir angesprochene Klischeebiker ist auch in den Kreisen verpönt, in denen ich verkehre. Und der hat nicht mit mangelnder Bildung zu kämpfen, denn diese Art von Biker die wir unter Chopper-Fahrern verallgemeinern sind zur Hälfte Zahnärzte, Steuerberater oder Unternehmer, die nach Feierabend bei der Harley die Klappe aufmachen und zeigen müssen, dass sie das lauteste Bike haben.

    Es gilt da schon zu differenzieren, welchen „Sinn“ der Lärm hat. Und genau deshalb werden Chopperfahrer von sportlichen Fahrern eher belächelt, weil die meistens nur geradeaus fahren können und deswegen mit Lärm auf sich aufmerksam machen und damit punkten möchten. Der „Sinn“ (ich setze das mal bewusst in Anführungszeichen) von nachgerüsteten Auspuffanlagen bei Sportmaschinen ist eng verbunden mit der Fahrweise und zum sportlichen fahren gehört nun mal der hörbare Motorklang. Ich fahre auch ein Sportbike mit Zubehör Auspuff, jedoch grundsätzlich mit dB-Killer, weil mir alleine die 90€ Geldbuße schon zu schade wären. Es lässt sich bei hochdrehenden Vierzylindermotoren aber auch durch einen Serienauspuff nicht vermeiden, dass der Motor deutlich hörbar ist. Das liegt in erster Linie an der Fhrweise, ob man bei 6000 Touren schon schaltet, oder ob man jeden Gang bis 13.000 Touren ausdreht.

    Die Argumente für Kartbahnen, Nürburgring etc. sind ja schön und gut, dennoch bietet es dem Motorradfahrer als einzelnen nicht die Möglichkeit zu sagen: „Ich habe jetzt, Dienstag, 15 Uhr Feierabend und möchte gerne eine Runde sportlich fahren.“ Weil es einfach nicht realisierbar ist. Und das ist wie gesagt der Grund, warum das ganze dann auf die Straße verlagert wird. Der Kesselberg ist da ein Beispiel und ja, ich habe dort auch schon des öfteren meine Runden gedreht und ja, ich benutze dabei auch mein Knie. Das hat aber fahrphysikalische Gründe und sagt nichts über die Geschwindigkeit aus, denn das geht auch bei 50 km/h.

    Mein Argument war einzig und alleine die Aussage „Fahr doch auf die Rennstrecke“. Was ich auch sofort tun würde, wenn es hier eine geben würde. Da wäre ich sogar bereit Eintritt zu zahlen. Nur ist es schwierig, Dienstag um 15 Uhr mal schnell auf den Nürburgring zu fahren.

  19. Betel sagt:

    Ja, das Problem an der Sache ist, dass dein Spielraum wegfällt, wenn du dich selbst im Grenzbereich bewegst. Da kann man selber fahren wie man möchte, wenn was unverhersehbares passiert wars das. In jüngeren Jahren macht man das mal, bis man selber die Negativerfahrungen gesammelt hat und es versteht. Wenn man mal jemanden aus dem Wald gezogen hat oder,wie ich,selber im Hubschrauber lag sieht man das anders. Aber da entfernen wir uns gerade zu weit vom egentlichen Thema.
    Zwei von meinem Kumpeln haben gar kein Strassenmotorrad mehr und fahren nur noch auf der Strecke, weils ihnen einfach zu gefährlich geworden ist.
    Hier gehts um die Orte, an denen am Wochenende die Luft brennt sobalds warm wird. Wenn aufm platten Land alle Stunde mal ein Motorrad zu hören ist, startet niemand Bürgerinitiativen, da bedarf es mehr und darüber sollte man eben mal nachdenken.

    Der gravierende Unterschied zur USA ist eben die Bevölkerungsdichte und Zersiedelung in Deutschland, das sollte man bedenken.

    Zu jeder Uhrzeit jeden Tag wann man möchte „sportlich“ fahren zu können ist eben einfach nicht möglich, das muss man akzeptieren. Wenn man sportlich fahren will, und damit meine ich nicht, mal zu beschleunigen oder sonst was( wie schnell man von 50 auf hundert zieht geht keine Sau was an), sondern eben mit 200plus auf die Gerade, dann muss man raus ausm Strassenverkehr. Da gibts nichtmal eine Diskussionsgrundlage.
    Du hast mich echt weit gebracht Tommy, dass ich gegen dich argumentier.

  20. Tommy sagt:

    Dass es nicht die Musterlösung ist, das auf die Straße zu verlagern, das ist mir auch klar. Aber da drehen wir uns im Kreis. Zu fordern, dass man es akzeptieren müsse, dass man nicht jederzeit sportlich fahren kann, wann man will, das ist wieder das andere Extrem von der Aussage, dass die Gegenseite akzeptieren muss, dass sie nicht ständig ihre Ruhe haben kann. Ich habe selber auch schon 2 Motorradunfälle gehabt, allerdings beide unverschuldet. Und ich habe alleine letzte Saison 9 Motorradunfälle erlebt, bei denen ich als Ersthelfer dazu gekommen bin. Also mir brauchst du da nichts erzählen, ich bin Mitte 20 und ich hab hier bei manchen Leuten das Gefühl, dass diejenigen schon mit 50 Jahren auf die Welt gekommen sind und nie eine Zeit durchlaufen haben, in der sie selber jung waren und Dinge getan haben, die vielleicht auch nicht jedem gefallen haben.

    Was ich persönlich auch nicht verstehe ist, dass viele Fahrverbote an Wochenenden und Feiertagen gelten. Ich sehe bei sowas dort am ehesten die Lösung, mit der beide Parteien leben könnten: Warum verhängt man auf enstprechenden Hot-Spot Strecken nicht ein Sonntags-Fahrverbot für Motorräder, statt sie das ganze Wochenende zu sperren?

    Das wäre aus meiner Sicht die Lösung, mit der beide Parteien auskommen könnten. Wenn man den z.B. den Kesselber werktags öffnen würde (was ja auch den Samstag mit einschließt) und ihn nur Sonntags sperren würde, dann wäre das doch eigentlich prozentual gesehen die Lösung, mit der der Großteil beider Parteien leben könnte.

    Denn machen wir uns nix vor: Die sportlich gesinnten Motorradfahrer werden ihre Meinung tendenziell wohl nicht ändern und die Anwohner, die sich gestört fühlen, wohl auch nicht.

    Warum setzt man den Hebel also nicht dort an? Eine Lösung, bei der auf beiden Seiten 100% Einsicht und Zufriedenheit herrschen gibt es nicht. Aber 70% auf beiden Seiten wären doch schonmal besser als gar nichts?

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