Wenn im Audi die Scham gewichen ist, ein akustisches Ärgernis zu sein…

Screenshot von der Süddeutschen zeitung online: Hemmungslose Auspuffjubelei.

Hemmungslose Auspuffjubelei im Mainstream-Medium. Foto: Audi Pressefoto/Screenshot von der Süddeutschen Zeitung online

Manchmal fragt man sich, welche Interessen Journalisten vertreten, wenn Sie ungeniert der Lärmbelästigung durch Sportfahrer das Wort reden. Felix Reek schreibt als Freelancer für die Süddeutsche Zeitung eine Lobeshymmne auf den Lärmproduzenten Audi TT RS. Reek, der in seinem SZ-Profil angibt, sein Vater habe ihn „abwechselnd mit Formel-1-Motoren und Jimi Hendrix beschallt“ (was an sich nach einem Literatur- und Filmwissenschaftsstudium ausreichend Qualifikation sein sollte, ein Auto zu testen) steht für eine Gruppe von freischaffenden Journalisten, die ihrem Lärmfetischismus offensichtlich ohne Kontrolle eines Redakteurs in einem Mainstream-Blatt fröhnen darf. Ohne Zweifel: Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) gibt sich gerne als Speerspitze des investigativen Journalismus. In Anbetracht des üppigen Anzeigenbudgets von Audi geht es der SZ aber offensichtlich eher darum, sich auch einen Teil vom „Lärmkuchen“ abzuschneiden.  Audi (lat. für „Horch!“) wird für seinen neuesten Lärmpöbler  in einem neuen Fotoreport über alle Maße gelobt. Vielleicht war auch nur der erste Test des Wagens im Juli nicht gut genug für die Audi Anzeigenabteilung – damals titelte ein anderer „Auto-Fachmann“: Der Audi TT RS ist schnell, aber kein echter Sportwagen. Da rückt Reek natürlich akustisch einiges zurecht, denn er weiß, was einen echten Sportwagen ausmacht:

„… Unter einem kleinen Spoiler ragen zwei riesige ovale Auspuffrohre heraus, die es mit der Abgasanlage jedes Supersportwagens aufnehmen können. Sie sorgen dafür, dass der Audi TT RS bereits beim ersten Anlassen eine ordentliche Soundkulisse liefert. In der Tiefgarage klingt das ein kleines bisschen nach Formel 1“

„Interessant wird es, sobald man einen unscheinbaren Knopf in der Mittelkonsole drückt. Der öffnet die Auspuffklappen und liefert den Sound, den Sportwagenfahrer erwarten. Der TT RS wird merklich lauter, er grollt dunkel. Wer sich nach einer Weile an die irritierten Blicke auf der Straße gewöhnt hat, geht einen Schritt weiter und wechselt in „Dynamic“, den Sportmodus des Audis. Dann brüllt und heult das Coupé, der Auspuff knallt beim Gasgeben und gibt laut schmatzende Geräusche von sich, wenn die perfekt arbeitende Siebengang-Automatik herunterschaltet. Herrlich.“

Und man kann immer noch einen draufsetzen:

„Wenn allerdings die Scham davor gewichen ist, ein akustisches Ärgernis im Stadtverkehr zu sein, stellt man fest, wie toll der TT RS klingt. Besser sogar als der weitaus teurere R8.“

JAWOLL! TOLLER = LAUTER!

Dieser Fotoreport über den Audi TT RS zeigt, welchen Standpunkt die SZ vertritt: Sie will lieber explizit die Poserszene und ihre Lieferanten in der Industrie befeuern, anstatt die Nerven und die Gesundheit der Allgemeinheit oder zumindest von 13 Millionen Straßenanliegern in Deutschland zu achten, die täglich unnötigem Verkehrslärm ausgesetzt sind. Lärm ist nach diesem Standpunkt ein Kulturgut. Vor allem, wenn das die Meinung eines Werbekunden ist … der „zu Hause“ bereits wegen seines „herrlichen Sounds“ Probleme hat (Hier ein Artikel aus der „Augsburger Allgemeinen“).

Welche Ethik rechtfertigt diese anmaßende Verherrlichung des völlig überflüssigen und für weite Teile der Bevölkerung gesundheitsschädlichen Verkehrslärms? Ein Journalist der SZ schrieb auf einen entsprechenden Leserbrief eines VAGM-Mitglieds bezüglich des Einsatzes von „Active-Sound“ (Außenlautsprecher) bei BMW:
„Dass BMW jetzt sogar einen Lautsprecher installiert, um für den „richtigen“ Sound zu sorgen, klingt grotesk. Wir bleiben bei der SZ auf alle Fälle weiter an diesen Themen dran!“. Ach ja? Der Lautsprecher ist nicht weniger grotesk als die Auspuffklappen des Audi – beides produziert vermeidbaren Lärm. Die Ernsthaftigkeit an diesem Thema dran zu bleiben führt die SZ mit diesem Artikel erfolgreich ad absurdum! Den vollständigen Fotoreport kann man sich hier ansehen.

Veröffentlicht in Allgemein, Audi, Medienberichte, Meinung, VAGM Getagged mit: , , , , ,
23 Kommentare zu “Wenn im Audi die Scham gewichen ist, ein akustisches Ärgernis zu sein…
  1. Maike sagt:

    Wenn man die Bildunterschriften liest, denkt man, es handele sich um ein typisches Tuningmagazin von Proleten für Proleten. Erstaunlich, was eine so seriöse Zeitung wie die Süddeutsche veröffentlicht. Erstaunlich und enttäuschend.

    • Reto sagt:

      Auch die serösen Tageszeitungen lassen solche Beiträge immer häufiger von sogenannten Petrolheads schreiben. Meist feiberufliche Journalisten, die sich ausschließlich in der Blase ihresgleichen bewegen, und die nicht unerheblich vom Sponsoring der Autokonzerne leben (Fahrtkostenzuschüsse, Testwagen etc.). Zur Audi-Veranstaltung fährt man dann mit dem derzeit getesteten Ford und dem Sprit, der von Ford bezahlt wird, und rechnet den Sprit dann nochmal bei Audi ab. Die pinkeln selbst dann nicht in den Brunnen, aus dem sie trinken, wenn sich Zweifel im Benzinkopf anmelden, ob das noch gut ist, was da läuft.

  2. Karmel sagt:

    So lang das legal ist könnt Ihr so viel rumproleten wie Ihr wollt. So lange es legal ist, so lange ist mir egal, wen ich da belästige.

  3. Maike sagt:

    Mit dem „Rumproleten“ kennen sich die sogenannten Petrolheads sehr gut aus. Haben die wirklich Sprit im Kopf?! Und irgendwo muss die Empathie ja wohnen…

    • Pedro Nagel sagt:

      Hallo Maike
      Ich ( 57 j.) komme aus Baden-Baden und fahre selbst eine Harley Davidson
      Die Schwarzwald -Hochstraße habe ich quasi vor der Haustür und fahre sie aber nicht an Wochenenden. Das wird mir zu gefährlich.
      Gerade dann finden sich die „Organspender “ (auch aus der Schweiz ein,) die mit Irrer Geschwindigkeit und Drehzahlen hier hoch donnern……
      Ich fahre gerne in Richtung Todtnau oder ins Allgäu, gelegentlich auch ins Berchtesgadener Land.
      Die Verkehrskontrollen finde ich ok, habe ja nix zu befürchten, und da ich mit der absoluten serienmäßigen Auspuffanlage an meiner Harley unterwegs bin -die dennoch einen angenehmen Tiefen und guten Klang hat, -kann ich jede Ausfahrt genießen..

      Was die Anwohner betrifft kann es also, auch meiner Meinung nach, nicht länger hingenommen werden ,wenn diese Sonntags auf der Terasse sitzen und das Kaffeegeschirr bereits zu vibrieren beginnt obwohl noch niemand zu sehen ist…..
      Aus diesem Grund fahre ich so gut es geht im 4. oder im 5. Gang mit niedrigen Drehzahlen mit 50 km/ h durch die Ortschaften, dabei blubbert die Harley nur so vor sich hin, was mir wiederum immer öfter von Menschen am Straßenrand -egal welchen Alters-mit erhobenen Daumens oder „freundlichem zunicken “ gedankt wird.
      Wobei ich grundsätzlich der Meinung bin dass die meisten Harley-Fahrer eher gerne mit 70-90 km/h über Landstraßen cruisen und dieses Motorrad zum “ heizen“ und “ in Kurven werfen“ eh nicht gebaut ist. Diesen Bereich erfüllt eine andere “ Fraktion“ die daran Freude haben.

      Allerdings gibt es auch für Harleys entsprechende Auspuffanlagen die sehr viel lauter als die Serienauspuff sind.
      Egal wer jetzt was für eine Marke fährt und was die “ Legalität“ hergibt, mir selbst würde ,wenn ich den ganzen Tag mit der Maschine unterwegs bin am Abend der Schädel brummen,darüberhinaus in der Angst zu leben durch eine Kontrolle der Polizei mir selbst den Sonntag zu versauen, oder bei Anwohnern- auch bei mir zuhause-als Feindbild zu gelten—das ist es mir nicht wert.
      Ich habe es lieber–wie schon oft geschehen–dass Männer weit über 70j alt zu mir herkommen,wenn ich an irgendeinem Kaffee mit Aussenbewirtung anhalte, die Maschine bestaunen und sagen….. Die hört sich aber gut an… Und mich dann ausfragen und von ihren alten Motorradzeiten berichten–das macht Spaß.
      Deshalb—wie man in den (Schwarz)Wald hineinschreit…….
      Es geht nur “ miteinander“ und nicht “ gegeneinander“—-vielleicht wurde ich deshalb-trotz abgeschabter Harley-Lederjacke aus den 80ern und sonstiger entsprechender typischen Harley-Kleidung noch nie schräg angeguckt…
      Weit wichtiger ist doch den Mitmenschen wie vernünftig ich auf einen mit Menschen belebten Marktplatz “ zufahre“— oder An-und Abfahre. Spätestens dann wissen alle wessen Geistes Kind der Fahrer ist.
      ImÜbrigen kenne ich schon den Einen oder anderen der sein Motorrad bereits wieder “ zurückgebaut“ hat weil ihm das Elende Gekreische unterm Helm inzwischen selbst auf den Zeiger ging.
      Ich denke dass sich das über kurz oder lang alles von selbst regelt

      Mit meinem Schreiben wollte ich nur eine Lanze brechen dass es auch noch Biker gibt,die die Situation der Bürger–je nachdem wo sie wohnen und diesen „Zirkus ständig mitmachen müssen“ sehr wohl verstehen.
      Beste Grüße
      P.Nagel

      • Ole sagt:

        Hallo P. Nagel,

        ein schöner Kommentar von einem vernünftigen Motorradfahrer wie mir scheint.
        Allerdings gefällt mir eine Sache nicht – ich habe den Eindruck, du stellst alle Sportmaschinenfahrer auf eine Stufe. Ich selber fahre eine Suzuki GSX-R 1000 K5, und habe mich bewusst für den großen Hubraum entschieden. Aber nicht, weil man damit so schön rasen kann, sondern aus einem quasi umgekehrten Grund. Weil bereits sehr früh sehr viel Leistung anliegt, kann ich damit innerorts niedertourig vor mich hinrollen, ohne zu viel Lärm zu veranstalten. Auch auf der Landstraße lässt sich ohne übertriebenen Lärm zügig fahren, wer früh im 6. Gang ist, schont die Anwohner und beugt Streckensperrungen vor.
        Und dank des Zubehörauspuffs habe ich sogar in diesen niedrigen Drehzahlbereichen einen schönen Klang, ohne zu laut zu werden. Im Gegensatz zum originalen Auspuff mit Klappenanlage, bei dem sich das Motorrad unter dem Helm unten rum wie ein Staubsauger angehört hat und ab einer bestimmten Drehzahl unverhältnismäßig losgeschrien hat. Der jetzt viel harmonischere Klangverlauf verleitet mich sogar eher zum langsamfahren, weil ich viel früher mitbekomme, wie die Maschine klingt und ich somit früher hochschalte.
        Auf eine hoffentlich unfallfreie Saison für uns, und eine weniger lärmbelastete Saison für die Anwohner.

        MfG
        Ole

        • Pedro Nagel sagt:

          Hallo Ole
          Danke für den Kommentar–ich weiß was Du meinst-eine „Verallgemeinerung“ lag nicht in meiner Absicht und möchte das auch nicht so verstanden wissen.
          Laut Deiner Beschreibung siehst Du Vieles ähnlich und verhältst Dich auch so entsprechend-Respekt-
          Eine unfallfreie Saison wo immer es Dich in diesem Jahr hinzieht
          Beste Grüße
          P.Nagel

  4. Frank sagt:

    Hallo Herr Nagel,
    hallo Ole,

    zunächst vielen herzlichen Dank für die vielen vernünftigen Gedanken – ein schöner, ja maximaler Kontrast zu vielen anderen Beiträgen hier und den oft prolligen Beschimpfungen und Beleidigungen, die wir tagtäglich erhalten und die wir auch aus rechtlichen Gründen hier nicht veröffentlichen können. Diese von Ihnen vorgetragenen Gedanken sollten sich mehr Leute machen. Ich wünsche Ihnen beiden allzeit gute Fahrt!

    Leider sind Sie mit Ihrer Einstellung nach meinen Erfahrungen ganz eindeutig in der Minderheit. Denn kaum hatten wir ein paar schöne Tage, war bereits schon klar, in welche Richtung die Reise in diesem Jahr wieder geht – noch mehr Lärm, noch mehr schlimmerer Lärm. Durch Motorräder, aber inzwischen auch durch Autos und zunehmend durch Quads oder Trikes. Krach liegt voll im Trend.

    Ohne Sie kritisieren zu wollen, ist aber doch festzustellen, dass Sie beide davon ausgehen, dass tiefere Frequenzen für Straßenanlieger angenehmer sind. So lange ein bestimmter Pegel nicht überschritten wird, stimme ich zu. Aber ab einem bestimmten Pegel machen gerade diese tiefen Frequenzen große Probleme!

    Denn tiefere Frequenzen transportieren deutlich mehr Energie. Das kann man einfach beweisen: Lassen Sie doch mal eine Harley und eine gleichlaute (dB(C), siehe unten) “Kreissäge“ gleichzeitig von Ihnen wegfahren. Welches Bike hört man länger?
    Noch anschaulicher ist die Tatsache, dass man in einem Mehrfamilienhaus aus der Nachbarwohnung lediglich dumpfe Geräusche hört. Denn tiefe Frequenzen durchdringen problemlos Wände, während die hohen Frequenzen gleichzeitig gut gedämpft werden. Dieser Effekt bewirkt, dass der so trendige „dumpfe Bollersound“ oder das „angenehme Blubbern“ sogar durch teure Schallschutzfenster dringt. Toll! Wir können bereits seit langem unsere Gärten nicht mehr benutzen – und jetzt geht’s an unsere letzte Zuflucht: Unsere Wohnzimmer!

    Hinzu kommt, dass genau diese tiefen Frequenzen von der bei der Zulassung üblichen Messung in dB(A) nicht erfasst werden – die A-Bewertung blendet diese Frequenzen einfach aus. Die Hersteller reagieren in letzter Zeit zunehmend mit einer riesigen Überhöhung dieser tiefen Frequenzen und sprechen davon, dass dieses „alles legal“ ist. Richtiger wäre daher die Vermessung mittels C-Bewertung – dann würden viele der problematischen Fahrzeuge keine Zulassung mehr bekommen. Und Schallschutzfenster würden Schallschutzfenster bleiben…

    :-(

  5. Pedro Nagel sagt:

    Guten Tag,Frank
    Ihren Kommentar habe ich aufmerksam gelesen und danke Ihnen dafür. Sie haben völlig Recht.
    Auch ist das Thema zu ernst und nachvollziehbar -deshalb habe ich es ,wie Sie wissen,als Biker ja zustimmend kommentiert und zum Ausdruck gebracht(… Genau wie Ole mit seinem vernünftigen Beitrag) dass man, wie wir es tun ,durch Fahrweise und Handhabung ,verbunden mit Hirnmasse sehr viel dafür tun kann -sowohl Ihnen und Ihrer Familie und anderen Leidensgenossen das Leben erträglicher zu machen. Wir reden aber inzwischen nicht nur von Motorrädern sondern immer öfter auch von Autos….
    Weit schlimmer finde ich die Audi’s RS,Golf VR6 und AMG-Mercedes,die mit sequentiellem Getriebe durch Wipp-Tasten am Lenkrad die Gangwechsel herbeiführen,und im Millisekundenbereich beim Gangwechsel nach oben oder zurückschalten enorme “ Kracher“ von sich geben–alles mit Segen des TÜV –dagegen klingt meine Harley bei vernünftiger Fahrweise geradezu jungfräulich.Früher war dies Ferrari vorbehalten oder Lamborghini–man hat es hingenommen weil –wann bekam man so etwas mal zu sehen oder gar zu hören….

    Da absolute serienmäßige und nicht manipulierte Auspuffanlagen, verbunden mit Niedrig-Drehzahlen bei der Fahrweise im Gemeinsinn mit den Mitmenschen das Einzige ist was ein Fahrer selbst tun kann , sollte Ihnen signalisieren dass wir es besser nicht machen können um nicht doch in Ungnade zu fallen.
    Und darum geht es doch.—und wenn das noch mehr tun gibt es diese Seite auch bald nicht mehr.

    Wir können jetzt nicht noch die Motorenkonstruktion verändern,welche auch für das Geräusch zuständig ist–aber wenn ich mit einem in Deutschland –und für Auslieferung nach Deutschland –mit unseren Gesetzen ,serienmäßigen Fahrzeug unterwegs bin -ein gutes Gewissen haben kann,( ..oder etwa doch nicht?? )und jetzt noch “ Nachhilfe“ bekomme was ein tiefer Ton im Wohnzimmer bewirkt,dann muss ich Ihnen eine mir gerade vor kurzem selbst passierte Situation schildern die künftig eine viel brisantere Rolle ,was die “ Gesundheit“ angeht, einnehmen wird.

    Zum Beispiel über die Gefahren -über die sich vermutlich noch Wenige Gedanken gemacht haben ,ausgehend von Elektro-Fahrzeugen. Ach wie herrlich leise die sind–aber brandgefährlich……

    An einem Septembertag 2016 schloss ich mein Büro ab, ging die Treppe hinab und wollte zu meinem Auto über den Parkplatz. Ich war jetzt nicht sonderlich in Gedanken und lief dennoch geradewegs in einen Roller,—gefahren von einem jungen Mädchen,die gerade um die Ecke des Gebäudes fuhr…… -ein Elektro-Roller–ich hab das Ding nicht mal ansatzweise gehört…..Außer einem abgebrochenen Rückspiegel ist nichts passiert–das Mädchen saß gerade auf dem Sattel und fuhr selbst gerade los. Mir wurde aber erst in diesem Moment klar wie gefährlich auch das sein kann und mir noch niemand –weder Kinder noch ein älterer Mensch jemals vor meine serienmäßige Harley gelaufen sind.
    Oder flapsig bemerkt-gestehen Sie mir diesen Spaß zu- -,der mit „Harley “ oft in Verbindung gebrachte Spruch “ Loud Pipes-Save Lifes “ bekam in diesem Moment für mich schon wieder eine Sichtweise aus einer ganz anderen Richtung-zumindest wenn einem diese Situation selbst widerfuhr…..

    Nicht dass ich „laut „für gut heiße ( Sonst würde ich doch dazu keinen Kommentar abgegeben haben) ,aber diese ganze herbeigesehnte Elektro-Welle und Leisetreterei wird die Gefahren die dadurch entstehen erst dann näher beleuchten wenn sich das mehr und mehr durchsetzt.

    Auch“ Ruhe “ birgt Gefahren–das Kind das dem Ball über die Strasse nachrennt……die Oma die über die Strasse geht……der Radfahrer,behelmt und mit Ohrstöpsel und Musik in den Ohren……der Jogger der aus dem Waldweg über die Straße läuft und auf der genüberliegenden Seite wieder in den Wald will,—, es wird manchmal knallen und wenn Sie dann das Unfallopfer fragen wie das passiert ist..(logisch- natürlich muss
    man auch gucken..hätte ich auch müssen…weiß jeder) dann werden die Antworten sein “ I heb nix g’hört das do ebbes kommt..“
    Ich sage nur abwarten…Solange man noch etwas hört sitzen abends auch noch alle am Tisch…mein Zusammenprall mit dem E-Roller hätte für das Mädchen und mich auch anders ausgehen können.
    Wie gesagt-ich fahre mit ruhigem Gewissen und mit Vernunft,respektiere meine Mitmenschen und toleriere eines jeden Meinung-ich kann die Welt nicht verändern, ebensowenig wie ich mein 7 Zentner schweres Motorrad sonntags spazieren schieben kann, helfe wo immer es geht und bringe mich auch sozial ein, aber ein kleines bisschen Freude möchte ich noch im Leben haben.

    Und wie mein Beispiel oben zeigt welche Gefahren auch lautlose Fahrzeuge mit sich bringen werden ,so wird ebenso Schlagzeilen machen die Situation der explodierenden Akkus beim Frontal-Crash von E-Autos und deren Folgen……..von den steigenden Unfallzahlen derer die mit Elektro-Fahrrädern zusammenrasseln ( … welche ich wie ein Mofa mit einem Nummernschild versehen würde) einmal ganz abgesehen.
    Es hat alles zwei Seiten im Leben und ich finde es gut wenn man sich darüber austauscht.
    Beste Grüße
    Peter Nagel

    • Reto sagt:

      Für mich alles okay. Aber muss sich die Freude an einem 7 Zentner schweren Motorrad unbedingt in Belästigung der Mitmenschen ausdrücken?

  6. Frank sagt:

    Hallo Herr Nagel,
    vollkommen lautlose Fahrzeuge sind sicher nicht ungefährlich, jedoch fordert die hier auch niemand. Uns allen geht es nur um die Fahrzeuge, die mehr als die üblichen 80 bis 90 dB(C!) verursachen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass viele Fahrzeuge mit „schönem, sonoren Klang“ diesen mit einer starken Überhöhung im Tieftonbereich erzielen. Nach der Messung mit A-Bewertung halten diese Fahrzeuge oftmals die maßgeblichen Grenzwerte ein. Misst man dagegen mit C-Bewertung, sieht die Sache häufig anders aus. Dann werden bei der Messung die tiefen Frequenzen mitgemessen, die bei der A-Bewertung ausgeblendet werden. Und auf dem Display stehen dann oft 100dB und mehr. Wen wundert es, dass dann die Scheiben klirren?

    • Der Redakteur sagt:

      Hallo Frank,

      lautarme Fahrzeuge sind so gefährlich wie Fahrräder: Wenn wir uns mal alle daran gewöhnt haben, dass Autos leise fahren. Fahhräder, die von Rowdys bewegt werden, sind zudem gefährlicher als rücksichtsvolle Radler. Das ist nicht anders als bei den Motorradlern: Die am skrupellosesten unterwegs sind, wollen, dass mit lauten Auspuffen ihr Leben gerettet wird. In Summe alles vorgeschoben Argumente.

  7. Pedro Nagel sagt:

    Hallo Reto
    Ich weiß jetzt nicht was Sie meinen wenn Sie schreiben… „dass ich mit meinem Motorrad Menschen belästige…“
    Sicherlich haben Sie meine Berichte aufmerksam gelesen und zur Kenntnis genommen, dass ich nur geschrieben habe ähnlich zu denken wie Sie und auch Frank, und mich so zu verhalten dass ich mit meiner Fahrweise gerade nicht in diese Schublade gesteckt werde.
    Schon das signalisiert doch vernünftiges Miteinander-Ihre Antwort dazu lässt doch vermuten dass Sie aber auch vernünftige Motorradfahrer am liebsten “ verbieten“ wollen.
    Es kann nicht das Ergebnis eines Meinungsaustauschs sein wenn man am Ende doch wieder die “ Verbieter-Keule“ schwingt, sondern vielmehr zur Erkenntnis gelangt dass Einer den Anderen versteht und dabei feststellt ,dass es auch Fahrer gibt die Rücksicht praktizieren bei dem was sie tun.
    Wenn ich jetzt mein Hobby aufgebe und es verlagere auf lautloses Federball-Spielen kommen 100 andere die beim Fahren nicht so rücksichtsvoll sind wie ich.
    Gewonnen haben wir dabei beide nichts….ich verliere mein Hobby und Sie müssten sich-obgleich ich im Straßenverkehr fehle-weiter aufregen.
    Deshalb sprach ich auch bei meinen Kommentaren immer von einem “ miteinander“ und “ mitdenken“
    Mit Verboten erreicht man selten Akzeptanz–im Dialog hingegen weitaus mehr wenn jeder dem Anderen ein stückweit entgegenkommt.
    Ich würde mich freuen wenn Sie es ähnlich sehen .
    Beste Grüße an Sie
    Pedro

  8. Frank sagt:

    Hallo Herr Nagel,
    ich vermute, Reto bezieht seine Aussage auf „den üblichen Harley-Fahrer“ mit der „üblichen Harley“.

    Diese Fahrzeuge gelten als Vorreiter des hier besonders kritisierten „sonoren, dumpfen Bollersounds“ mit hohem Pegel und überhöhtem Tieftonanteil im Geräuschspektrum. Sie fallen besonders auf, weil überdurchschnittlich viele Harley-Fahrer ihr Fahrzeug customizen – vor allem mit Zubehörauspuffsystemen mit dem Ziel möglichst tief und möglichst laut zu „klingen“. Anschließend wird noch der dB-Killer entnommen und die Klappe auf vollen Durchzug gestellt. Alle sollen hören, wer da kommt! Diese Dinger sind meist jenseits von gut und böse aber sehr weit verbreitet und m.E. für den allgemein schlechten Ruf der Harley-Fahrer verantwortlich.

    Und dieser schlechte Ruf trifft dann ungerechtfertigt Leute wie Sie, die mit dem Originalauspuff unterwegs sind und sich mit den sonstigen „Krawallbrüdern“ sonst nur die Motorradmarke teilen. Unfair, wie ich finde. Wenn man, so wie Sie es berichten, mit dem Serienauspuff unterwegs ist und auf die Drehzahlen achtet – dann macht man bereits vieles richtig. Viel mehr kann man kaum verlangen – außer in der Szene für seinen Standpunkt zu werben und den oben beschriebenen „üblichen Harley-Fahrern“ diese Fragen zu stellen:

    Warum so laut? Warum wollt/müsst Ihr so auffallen? Wieso sorgt Ihr so für unseren schlechten Ruf? Was wollt Ihr wem beweisen?
    Was glaubt Ihr, wie es sich für Anwohner anfühlt, wenn täglich hunderte von Euch mit diesem Krach vorbeidonnern?
    Wisst Ihr, dass dieser „sonore Bollersound“ selbst durch Schallschutzfenster bis in die Häuser dringt?
    Was würdet Ihr sagen, wenn man Euch aus Euren Häusern vertreibt?
    Wisst Ihr, dass dieser Krach neben dem Tinnitus – den Ihr irgendwann bekommt – bei den Anwohnern Herzinfarkte, Schlaganfälle, Depressionen und allgemeine unspezifische Beschwerden verursacht?

    Diese Zusammenhänge scheinen vielen Leuten unklar zu sein. Und genau diese Leute kritisieren wir hier.

    • P.Nagel sagt:

      Hallo Frank
      Diese Gespräche führe ich des Öfteren und zum Teil sogar schon mit Erfolg. Besonders bei Kontrollen wenn wir warten müssen…
      Es ist zwar mühselig aber es fruchtet.
      Der Eine oder Andere hat schon wieder “ auf Serie zurückgebaut“
      ….auch dem eigenen Brummschädel zuliebe nach einer ausgiebigen Fahrt.
      Den Rest erledigen dann die Kontrollen….und dem “ Klappengedöns“ hat dann auch die Stunde geschlagen…
      Das Problem ist dass eine Serienanlage gebraucht schwerer zu finden ist im Netz und die “ Zubehöranlagen“ mehrere Seiten füllen.
      Was mir in Gesprächen aufgefallen ist -die Fahrer,die mit ihrer Maschine unser Land kennenlernen wollen und meist Langstrecken fahren ( nicht nur in den Urlaub ) sind serienmäßig unterwegs.
      Anders würden man das selbst auch nicht ertragen-die lautesten waren die mit den wenigsten Kilometern auf der Uhr..
      Ich glaube immer noch dass sich das über kurz oder lang von selbst erledigt-nämlich dann wenn es richtig an den Geldbeutel geht.
      Ich möchte Sonntags nicht mit dem Helm unterm Arm nach Hause laufen müssen weil man mir die Kiste eingezogen hat…
      Das habe ich im letzten September bei einer Kontrolle im Elsass erlebt–der Polizei dort war es egal ob alles im Schein “ eingetragen“ war…..die haben die Löffel gespitzt da war der Biker noch garnicht da, man hat ihn nur gehört, und ehe er sich wild gestikulierend in „Überzeugungsarbeit“ versuchte beendeten die Herren das Thema und schoben das Ding zur Seite und nahmen es noch genauer unter die Lupe.

      Meine “ Durchsicht“ bestand in einmal drumherum laufen,danach musste ich sie starten–der Beamte drehte einmal am Gas und sagte: “ schöne Weiterfahrt und kommen Sie gut nach Hause“

      Wer hatte jetzt mehr vom Sonntag—der Andere oder ich?????
      Beste Grüße und Danke für Ihre Antwort,Frank.
      P.Nagel

  9. Frank sagt:

    Stellt sich aus meiner Sicht nur noch eine Frage: Wo wird denn überhaupt noch kontrolliert?

    In NRW offensichtlich nicht. Nach vielen Raserunfällen mit Toten ist man in Köln aufgewacht. Aber beispielsweise im Ruhrgebiet befinden sich die Ordnungskräfte im Tiefschlaf. Ich kenne niemanden, der in den letzten zehn Jahren in eine allgemeine Verkehrskontrolle geraten wäre. Lärmkontrollen? Fehlanzeige! Noch nie gesehen.

    Sie schreiben vom Elsass. Vielleicht läuft es dort anders?

  10. P.Nagel sagt:

    Hallo Frank
    Da haben Sie wieder Recht weil mir das selbst auch schon aufgefallen ist.
    Wir sind oft in NRW da meine Frau von dort kommt ( bei Bonn )
    Als wir im Bergischen Land unterwegs waren konnte ich das auch feststellen……ebenso bei einem Verwandten in Paderborn und dem dortigen Umland.
    Nein-bei uns im Badischen -gerade im Schwarzwald auf der B 500 sind diese Kontrollen.
    Da steht die Polizei meist oben auf der Höhe und hört die Fahrzeuge recht früh, da diese bergauf richtig Gas geben und nimmt diese dann oben „in Empfang.“
    Das Gleiche gilt auch für die Pfalz und eben ganz extrem im benachbarten Elsass.
    In 2017 hörte ich,sollen diese Kontrollen auch bei uns noch ausgeweitet werden.
    Ich bin mir sicher dass dies erst recht im bevölkerungsreichsten Bundesland auch passiert.
    Allerdings sind die Beamten mit ihren Sonderschichten und unzähligen Überstunden auf Grund der Gefährdungslagen anderer Natur bereits so in Anspruch genommen dass dieses Thema doch eher hinten ansteht.
    Anders kann ich mir das nicht vorstellen.
    Gerade heutzutage Polizeibeamter zu sein ist wahrlich kein beneidenswerter Beruf.
    Vom fehlenden Respekt zu diesem Berufsbild einmal ganz abgesehen….
    Beste Grüße und ein hoffentlich angenehmes Wochenende wünscht Ihnen
    P.Nagel
    Gelegentlich sind manche Streckenabschnitte an Wochenenden auch gesperrt.

  11. Frank sagt:

    Hallo Herr Nagel,
    ich glaube, wir stimmen in der großen Mehrzahl aller Punkte überein. Das beweist ganz nebenbei, dass man mit den Leuten hier durchaus reden kann. Und dass wir nicht wie dauernd behauptet, Motorradfahrer allgemein hassen. Ganz anders, als diese Zuschriften hier Glauben machen wollen – Zuschriften von Leuten, die sich nicht gerade als „die hellsten Kerzen auf der Torte“ outen:

    „Laute Motorräder sind geil, also verpisst euch.“ (ahmed)

    „Du wirst hier keine Antwort bekommen, weil hier nur verbohrte, spießige, unfähige, weinerische, über alles schimpfende und zu keiner diskussion bereite Spaßbremsen und Frührenter gibt. Sobald der Ansatz einer richtigen Argumentation aufkommt ziehen sie sich zurück weil sie ihre eigenen Denkfehler erkennen aber Angst haben das diese öffentlich werden. Mit diesen Worten wünsche ich ihnen eine extrem laute und ohrenbetäubende Saison 2017 :)“ (TimB)

    „Ihr alten Weicheier, hier heulen erwachsene Männer über ein paar Motoren rum, sowas ist echt armselig. Holt euch mal nen Bier und lasst euch Eier wachsen.“ (Christian Harten)

    Für Euch liebe Freunde habe ich hier einen aktuellen, gut recherchierten Bericht aus dem ZDF, in dem Ihr alle auch angemessen zu Wort kommt:

    https://www.zdf.de/comedy/heute-show/heute-show-tatort-autobahn-100.html

    • Marco Rahlsächs sagt:

      ja wer so eine reiserische und oft auch hetzende website betreibt darf sich über solche nachrichten nicht wundern ;)

      • Reto sagt:

        Sie müssen sich von der „reiserischen“ und „hetzerischen“ Aufmachung diser Seite nicht angesprochen fühlen, wenn sie es nicht sind.

  12. Matthias sagt:

    @Marco

    Deutsche Panzer rollen wieder – gerade heute bei dem schönen Wetter! Alle 20-30 Sekunden ist wieder einer viel zu laut. Der Krach dringt bis zu uns ins Schlafzimmer. Ich habe so die Schnauze voll von Eurem gottverdammten Lärmen und Beleidigen, dass ich mir gerade vorgenommen habe, mich gegen Euch zu engagieren – wo ich es nur kann!!!

    Gerade habe ich als erste Aktion meinen Mitgliedsantrag für den VAGM abgesendet. Diese Website, die Betreiber und ihre Aktivitäten werde ich in Zukunft massiv unterstützen. Und wenn Ihr so weiter macht, werden noch viele andere folgen, die ebenfalls die Schnauze von Euch voll haben!

  13. Maike sagt:

    An Ahmed, TimB, Christian Harten und Marco Rohlsächs:

    Ihr tut mir so leid! Euch fehlt es so sehr an Hirn und Potenz, dass Ihr diese Defizite mit Krach und aggressiven Beleidigungen ausgleichen müsst. Unheimlich schade für Euch! Aber mangelndes Selbstbewusstsein ist heilbar. Geht doch einfach zum Psychotherapeuten. Viel Erfolg!

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