Superlegale Polizeiverarsche: Aus der Kesstech-Werbung

Kesstech, ein deutscher Hersteller von Motorrad-Auspuffsystemen, hat nach eigenen Angaben schon 30.000 Anlagen an BMW und Harley Davidson geliefert. Der Hersteller hat den Trick mit dem Lärm perfektioniert: „Im Auslieferungszustand ist das MMV System geschlossen und verfügt über eine Europäische Betriebserlaubnis (EG-BE). Mittels des mitgelieferten Verstellwerkzeuges lässt sich das MMV in Sekundenschnelle in den Zustand „geöffnet“ (US-Version) versetzen, in diesem Fall erlischt aber die EG-BE. Je nach Fahrzeug und Ausführung des Endschalldämpfers werden durch den geöffneten Zustand sehr viel höhere dB-Werte mit dem Kesstech typischen Soundfeeling erreicht.“ Der Fahrer hat es also in der Hand, ob er leise fährt oder den Hebel umlegt und seine Mitmenschen belästigt. Das geht sowohl per Hebel als auch elektronisch. Vorsicht Ironie: So war das bestimmt in der neuen Zulassungsnorm vorgesehen, die den Lärm-Wert auf dem Papier nach unten verschoben hat. Das lästige Ausschrauben des DB-Eaters entfällt! (Ironie Ende)


Zum Film: Kleine Kostproben von Sound und Verfahren im Kesstech-Interview. Der interviewte Kesstech-Mitarbeiter heißt (wie der Reporter sagt) „lustigerweise Michael Stiller“ – Witz verstanden?   Quelle: Youtube.com/1000PS

 

Auf ihrer Internetseite erklären die Unterfranken, wie sie aus Produkten, die einst als Schalldämpfer gedacht waren, richtige geschmeidige Krachtröten fabrizieren, wie sich die Kunden das wünschen. Natürlich alles superlegale Polizeiverarsche. Zitat: „Das Kesstech-Team arbeitet von Tag zu Tag daran, jedem Motorradfahrer seinen ganz persönlichen Fahrspaß zu ermöglichen“. Also klares Ziel: „ganz persönlichen Fahrspass“. Spaß geht natürlich nicht ohne Lärm, mit dem man die Mitmenschen wunderbar und „ganz persönlich“ belästigen kann.

In einer Verlautbarung auf der Internetseite erklärt das Unternehmen ungeniert, wie nahe die Entwicklung dieses Krachgeräts den Manipulationen kommen, die VW in den USA nachgewiesen wurden – natürlich alles „legal“: „die 3. Generation des Elektronischen Soundmanagements ESM3 … greift künftig nur noch ein, wenn die Elektronik erkennt, dass der Endschalldämpfer einer Geräuschmessung nach den gültigen europäischen gesetzlichen Bedingungen unterzogen wird.“ Im Klartext: Wenn der Prüfzyklus erkannt wird, macht die Auspuffklappe zu – und das „System“ erfüllt die Regeln. Wenn keiner misst, schaltet das Ding auf Durchzug. Und weil der Erkennungsprozess „optimiert“ worden ist, schließen die Auspuffklappen den Auspuff immer seltener: „Da die Elektronik den Prüfzyklus in der Vorbeifahrtmessung exakter erkennt, bedeutet dies, dass die Versteller (Auspuffklappen) der Kesstech-Auspuffanlage innerhalb eines deutlich schmaleren Bereiches schließen als bislang. Darüber hinaus wird aber nun auch viel exakter diagnostiziert, ob das Fahrzeug … auch tatsächlich getestet wird. Erkennt die Elektronik, dass dies nicht der Fall ist, öffnen die Versteller wieder sehr zeitnah.“

Schöner kann man nicht erklären, wie intensiv das Team dieses Herstellers daran arbeitet, bestehende Umwelt- und Lärm-Normen immer weiter zur Farce zu machen. Auch wie man die Polizei zum Narren hält, wird erklärt: „Weiter wurde auch der Bereich für die offizielle Standgeräuschprüfung exakter gefasst“. Sprich: Nur kein Dezibel im Standgeräuschmodus verschenken, wenn die technisch lausig ausgestatteten Polizisten sich wundern, dass die laute Kiste im Standgeräusch ganz zahm ist. Für alle Besitzer einer so ausgestattene Krachmaschine bedeutet dies, „dass die aktivierte Anlage im Regelfall nahezu dauerhaft geöffnet gefahren werden kann.“

Es ist doch schön, wenn die Saubermänner von BMW Motorrad solche Partner haben. Wie schreiben die Münchner: „Nachhaltigkeit ist für die BMW Group integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und … als Unternehmensziel auf Konzernebene verankert.“

Nachsatz: Die Nachhaltigkeit hättet ihr mal besser auf Produktebene als auf Konzernebene verankert! Dieses Land investiert Milliarden in Lärmschutz – und Konzerne wie BMW sorgen dafür, dass dieser Lärmschutz auch wirklich gebraucht wird.

Veröffentlicht in Meinung, VAGM
48 Kommentare zu “Superlegale Polizeiverarsche: Aus der Kesstech-Werbung
  1. Frank sagt:

    Vielen Dank Kesstech, Akrapovic, oder wie Ihr alle heisst!

    Vielen Dank ferner an all die Ignoranten in den Bundes- und Landesministerien, dem TÜV, dem Kraftfahrtbundesamt und all den anderen Behörden, die ich schon angeschrieben habe und die alle mit dem Problem nichts zu tun haben wollen und sogar die Existenz eines Problems leugnen!

    Vielen Dank an alle, die Ihr dafür verantwortlich seid, dass ich jetzt mein Haus mit zusätzlichem passiven Lärmschutz ausstatten muss. Weil alle zwei Minuten die Lampe über dem Esstisch wackelt. Vielen Dank dafür, dass es Helden der Strasse gibt, die den Drehzahlbereich Ihres Bikes bis in den roten Bereich testen, weil ich so erkennen kann, ab welchem Schalldruck die Scheiben anfangen zu klirren!

    Endlich weiß ich jetzt, warum ich als Privatmann 30.000 Euro in die Hand nehmen muss. Damit andere Privatleute ihrem schönen Hobby frönen können.

    Ach, ach, die Welt ist schön. Es lebe die Freiheit!

    • Marco sagt:

      Ab in den Wald ziehen.. Vorsicht: Vögel produzieren 1 db Lärm!!

      • Reto sagt:

        Vögel sind viel lauter – aber das ist eine andere Geschichte, die zu erklären möglicherweise Ihren physikalischen, empathischen und intellektuellen Rahmen sprengen würde.

        • Elf sagt:

          Aber ich denke, wenn Vögel Ihre eigens erdachte „Schallmauer“ von irgendwas 70 dbA überschreiten , würden Sie sich auch gegen die stark machen.Oder?
          Na, ja ist auch nicht mehr als Recht. Die Vögel waren ja schließlich auch nicht zuerst da. Genau wie die meisten Strassen ja nicht schon da waren,an denen Sie wohnen und über die die bösen Töfftöffs alle so schlimm laut hinwegrasen.

          • Reto sagt:

            Mein größter Wunsch ist, dass sich hier mal einer der Krawallbrüder zur Sache äußert. Dass beispielsweise die Zürcher Stadtpolizei Motorradtypen gemessen hat, die 24x lauter waren als zulässig. Hier auf dieser Seite gibt es ein Dutzend echte Bezugspunkte und Fakten, auf die Sie mal eingehen könnten. Stattdessen immer dieselben Dumpfbackenthemen von Kirchenglocken, Laubbläsern und Singvögeln – oder dass die Straßen vorher da waren. Wenn Sie sich durch diese Seiten blättern und sich informieren, werden Sie feststellen dass das Problem nicht auf die 1970er Jahre datiert, sondern nach 2000: EU-ABE, Motorsteuerung, Klappenauspuffe und dann noch die Creme de la Creme mit den herausgeschraubten DB-Eatern. Ich jedenfalls habe an meiner Straße gewohnt, bevor Belästiger wie Sie hier aufgetaucht sind. Ihr Argument hat die Güte der Scheißhausparole von den kurzen Röcken am Hauptbahnhof, die geradezu zur Vergewaltigung einladen.

          • Lautaberpasstschon sagt:

            Dann machen wir ihren Wunsch doch einmal war, hier ist einer dieser „krawallbrüder“. Fahre ein extrem lautes Motorrad ohne db killer, ohne kat quasi ohne alle Spaßbremsen. Wie kann ich ihnen helfen? :)

  2. alf sagt:

    Gute Deutsche Ingenieurskunst!
    Man sollte doch stolz sein, auf solch innovative Unternehmen. Aber es wird immer das Negative hervorgehoben. Aber diese Haltung entspricht halt unserer Zeit.
    Ich dagegen denke positiv. Auch in Bezug auf die Flüchtlingskrise und die daraus resultierende Mehrarbeit der Ordnungshüter: die Damen und Herren in Blau und Grün sind in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich immens damit beschäftigt, sich um die Folgen und Auswirkungen der Flüchtlingskrise zu kümmern, so daß die Zahl der sinnlosen Polizeikontrollen im Straßenverkehr abnehmen wird. Refugees welcome!

    • Frank sagt:

      Hallo Alf,

      diese Firmen verdienen Ihr Geld auf skrupellose Weise auf Kosten der Gesundheit anderer Menschen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zu den steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Darauf kann man gerne stolz sein…

      Auch ich bin stolz auf die innovative deutsche Ingenieurskunst:

      Erstens haben wir innovative Firmen, die Hightech-Fensterscheiben herstellen, die den Krach der skrupellosen Egomanen auf zwei Rädern draußen halten.

      Zweitens verdiene ich als Ingenieur das Geld, das erforderlich ist, diese Maßnahmen zu bezahlen. Immerhin 30.000 Euro. Viel mehr als so manches Krawallbike kostet.

      Und drittens haben wir hier in Deutschland Ingenieure, die aktuell daran arbeiten den ausufernden Lärm und seine Verursacher demnächst festzustellen. Blitzanlagen für Krawallbrüder – bezahlt durch Bürgerinitiativen. Solche Bürgerinitiativen gibt es inzwischen überall in Deutschland (Siehe auf dieser Website unter Hotspots). Und bei dem ignoranten Verhalten von einigen Motorradfahrern und Autotunern werden es täglich mehr!

      Und nein, ich sage nichts gegen Flüchtlinge. Sehr wohl fordere ich allerdings mehr gut ausgebildete und ausgerüstete Polizei, um den Egomanen mit Ihren manipulierten Schallverstärkern endgültig das Handwerk zu legen.

      Ihre Reaktion ist die typische Reaktion, wie sie vor Jahren noch Raucher zeigten, wenn man sich über Zigarettenrauch in Restaurants, U-Bahnen, oder öffentlichen Gebäuden beschwerte. Heute darf man fast nirgendwo mehr rauchen.

      In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Tag!

    • Kristina sagt:

      Es ist widerlich, wie hier agumentiert wird. Streiche „agumentieren“, setze „agitieren“. Polizeikontrollen sind also sinnlos und Refugees welcome, so lange man Euch in Ruhe rasen und terrorisieren lässt. Ich bekomme bei diesem asozialen Geschwafel Würgeanfälle.

  3. gerd sagt:

    Polizeiverarsche? Sieht gesetzlich wohl etwas anders aus. Man bewegt sich im gestezlichen Rahmen und Nichts anderes. Ändern Sie die Gesetze auf europäischer Ebene. Dann kann man losheulen, wenn diese Regelungen unterlaufen werden.

    • Frank sagt:

      Ja, ist schon klar, alles superlegal. Arbeiten Sie bei BMW oder bei Kesstech???

      Hier nur ein paar Gründe, warum das ganze Thema eine Verarsche von Polizei und betroffenen Anwohnern ist.

      Diese Irren sind täglich auf der Strasse und „beglücken“ uns:
      https://www.youtube.com/watch?v=PV5MYDfxGaM
      https://www.youtube.com/watch?v=yYhrieSWQto
      https://www.youtube.com/watch?v=Wa0b9O5PHmM

      Und hier die Anleitung zur perfekten Polizei-Verarsche:
      https://www.youtube.com/watch?v=ESC92M6Vi88

      Noch Fragen? Ich empfehle als Anschauungsmaterial die ganzen Videos, die unsere ach so tollen Helden auf zwei Rädern überall einstellen. Das ist die gelebte Wirklichkeit auf unseren Strassen. Und das hier nur ein ganz kleiner Ausschnitt davon. Eigentlich haben alle diese „Leute“ eine Anzeige verdient. Vorsatz! Und die Hersteller sind mittels entsprechender Produktmerkmale Komplizen dieser Täter. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie auf einem Sonntagnachmittag von hunderten dieser „Herrschaften“ belästigt werden? Nur weil Sie in einer schönen Gegend wohnen?

      Ich kann nur allen vernünftigen Bikern raten, sich von den Proleten auf zwei Rädern entschieden zu distanzieren!

  4. Michael Stein sagt:

    Die Industrie führt den Staat vor. Erst werden Normen zurechtgebogen und dann technisch umgangen. Bei VW, bei KessTek und bei BMW. Erlaubt ist, was Geld bringt. Lebensqualität und „Spaß“ nur für den, der auf dem Motorrad sitzt. Er hat ja für den Lärm teuer bezahlt, mit dem er andere belästigt. Ist ja sein gutes Recht! Ey: Kranke! Lauter Kranke.

  5. Peter sagt:

    Das ist die Perversion der EU Gesetzgebung die uns alle zig Milliarden an Steuergeldern kostet, hunderttausende krank macht und dafür sorgt, dass wir mit 30 km/h durch die Gegend kriechen. 2000€ für dieses jämmerliche Geknatter zahlen, mit Ohrstöpseln unterm Helm durch die Gegend posen um den selbst erzeugten akustischen Dünnschiß zu ertragen das ist Rücksichtslosigkeit in Perfektion, hohler geht´s nicht.

  6. Klaus sagt:

    Ich bin ein Motorradfahrer der auch gerne Sound hat, wobei Sound nicht laut sein muss. Und etwas grips gehört auch beim Fahren dazu. Ich bin in vielen Dingen anderer Meinung als Sie. Ich will keine Kennzeichen vorne und auch nicht das ich mein 14 Jahre alte Motorrad wegen irgendwelchen Neuen Vorschriften nicht mehr fahren darf.

    Aber das mit den Klappenauspuffen ist doch echt Beschiss. Klar ist erlaubt was nicht verboten ist aber die Vorschrift bezüglich der Lautstärkemessung ist doch echt ein sinnloser Kram.

    Mein Vorschlag wäre sagen wir max 90 DB egal bei welcher Drehzahl und Geschwindigkeit. Wenn dann ein Motorrad bei 300 und 15000 Umdrehungen 90 hat, werden es beim normalen Fahren deutlich weniger sein. Macht es zwar einfacher bei der Zulassung aber wie das bei einer Straßenkontrolle einfach zu testen sein soll ist mir auch nicht klar.

    • Reto sagt:

      Hallo Klaus,
      zunächst mal: Motorräder die 14 Jahre alt sind haben Bestandsschutz und sind in der Regel weitaus leiser als die aktuellen Modelle, die sich um den „Grenzwert“ (ist ja kein Grenzwert im Sinne von Obergrenze) technisch herumlügen. Schlüsseljahre sind tatsächlich die späten 1990er – da hat das Serienmanipulieren begonnen. Das mit den 90 dB als echter Grenzwert/Maximalwert klingt gut. Damit würde aber wohl die komplette Superbike-Liga (BMW R 1000 RR, Ducati Panigale & Co), sowie Klappen-Retros wie die R90T von BMW und auch die meisten Harleys vermutlich keine Zulassung mehr bekommen. Die bräuchten allesamt eher 100 dB als Grenzwert. Wenn man sich auf die 90 dB einigen könnte, dann würden wir auf die Forderung nach Kennzeichnung vorn verzichten ;-)

    • Frank sagt:

      Hallo Klaus,
      vielen Dank für Deinen differenzierten Beitrag. Wenn sich alle Motorradfahrer so darstellen würden, wie Du, dann wäre sicher Dialog und gegenseitiges Verständnis viel greifbarer.

      Niemand will irgendwem den Spass verderben. Leben und leben lassen – das ist eher die Devise. Mit den von Dir vorgeschlagenen 90dB als echte Obergrenze kann ich gut leben. Ich wusste immer, dass ich an einer Strasse wohne. Statt dessen messe ich auf unserer Terrasse oft 100dB und mehr. 20 Meter und ein Schallschutzzaun reichen nicht, um diesen infernalischen Krach zu dämpfen. Erzeugt von Proleten, die so ganz anders denken als Du.

      Ehrlicherweise tut es mir richtig leid, wenn die vernünftigen unter Euch Motorradfahrern ständig in einen Topf geworfen werden mit diesen schwarzen Schafen, die bei Ihren ohnehin schon lauten Tuning-Auspüffen zusätzlich noch den DB-Killer entnehmen und die ganze Umgebung mit unnötigen, teils infernalischen Lärm beschallen. „Oh, eine Eisdiele mit hübschen Mädels! Da muss man doch mindestens zwei Gänge ‚runterschalten, damit die auch ganz sicher mitbekommen, was für ein harter Kerl ich bin!“

      Diese „Helden“ sind dafür verantwortlich, dass es zu Streckensperrungen und anderen Einschränkungen kommt. Den resultierenden Streit haben diese primitiven Egomanen auf zwei Rädern verbrochen. Und darunter müssen dann alle leiden.

      Dir lieber Klaus wünsche ich hingegen allzeit freie Fahrt!

  7. Peter Bürger sagt:

    Raserei tötet, Lärm auch – nur langsamer.
    Wer zu schnell fährt oder unnötigen Lärm verursacht, verhält sich rücksichtslos, das gilt nicht nur für Biker sondern für jeden Verkehrsteilnehmer. Der Verkehrsfluss ist in der Regel so schnell wie der Vorrausfahrende. Jeder der rücksichtsvoll fährt betreibt aktiven Lärmschutz.

  8. Oldenbürger sagt:

    Ich lese hier schon länger mit, und melde mich, weil ich einen ähnlichen Auspuff wie den im Video gezeigten an meinem Motorrad montiert habe, mit mechanischer Steuerung.
    Um mal die Beweggründe zumindest eines lauten Fahrers aus erster Hand aufzuzeigen, werde ich einfach mal in die Tasten hauen, ich hoffe, das endet nicht zu unstrukturiert.
    Es geht mir nicht darum, andere Menschen zu nerven. Im Gegenteil, am liebsten fahre ich durch enge Seitenstraßen, die direkt an Felder und Wälder angrenzen. Bei einigen Einträgen hat man ja den Eindruck, die Anwohner denken, dass die Motorradfahrer extra durch den Ort fahren, nur um sie persönlich zu ärgern… und Motorradfahrer, die das wollen, Stichwort 2. Gang und 100 km/h, kann ich absolut nicht verstehen. Ich fahre eine Harley, und mein Ziel ist es, so früh wie möglich hoch zu schalten, um das Blubbern genießen zu können.
    Allerdings war der Kauf des Auspuffs ein absolutes Muss für mich – warum? Weil der Sound (ja Sound, nicht Lautstärke. Schon die Serienanlage hat 100db im Stand eingetragen) einfach nicht nach Harley klang. Das klang absolut dünn, ausströmende Luft, kein bassiger Ton, kein Blubbern. Und dabei habe ich noch ein Vergasermodell, die Einspritzer ab 2004 sind nochmal zugestopfter.
    Aber die jetzige Anlage bietet genau das, jeder Zylinderschlag wird zelebriert durch einen kräftigen, durchdringenden Bass, und ist dabei deutlich lauter als die Originalanlage. Die Bauart mit offenen Klappen nennt sich im Fachjargon „Straight Pipe“, das heißt die Abgase kommen durch ein Rohr ohne jeglichen Dämpfer und ungebremst nach draußen.
    Der Sound jetzt ist wirklich super, aber ehrlich zugegeben verstehe ich, warum sich einige Anwohner an der Lautstärke stören. Wenn ich zum überholen ansetze, das heißt 2 3 Gänge runterschalten und am Hahn reißen, hört man die Geräuschkulisse noch 3 Wagen VOR dem Überholten.
    Ich brauche es nicht laut. Aber ich will einen vernünftigen Sound. Und so geht es meiner Meinung nach vielen Motorradfahrern, die Originalanlage bietet keins von beidem, die Zubehöranlagen beides. Und auf Kosten der Anwohner nehmen ich und viele andere die Lautstärke in Kauf und genießen dafür einen tollen Sound. Böte die Originalanlage einen identischen Sound bei geringerer Lautstärke, wäre ich sicher keine Zubehöranlage spazieren fahren.

  9. lisa sagt:

    @Oldenbürger
    na, wenn das kein Fake Kommentar ist , dann weiß ich auch nicht.
    Jetzt gehts natürlich wieder los.

  10. Hugo sagt:

    Hier ein erster Fahrbericht :

    Funktion Aus:
    Klappen geschossen, Klang irgend wo zwischen Original und „Muss ich nicht haben“ und im Vergleich zu Jekill und Hyde kein Stück besser.

    Funktion AN:
    Das ist jetzt eine andere Welt zu allem was ich bislang hatte. Klappen OFFEN, vom Starten bis zum Ausschalten.
    Sie schließen in messrelevanten Situationen, die es aber im normalen Fahrbetrieb nicht gibt. Heißt sind immer OFFEN !! ausser sie wird geprüft.
    Man muss quasi Erzwingen das die Anlage noch schließt.
    Dachte zuerst die wäre kaputt oder ich wäre zu blöde, aber im Ernst, die nimmt die Messvorgaben sehr genau, sonst bleibt sie offen.
    Jegliche Verwendung einen „Prüftasters“ wie bei Jekill und Hyde wäre Idiotisch und würde nur wie da zum Verlust der Zulassung führen, allerdings hier ohne irgend welchen Wert.

    Klang Offen:
    Laut, Richtig Laut, etwas mehr noch als die Jekill und Hyde, kommt aber erheblich mehr rüber weil wegen des grösseren Durchmessers erheblich Bassiger.

    Verarbeitung:
    Bestens, sehr Massiv und von den Halterungen sehr durchdacht.
    Hier sieht man tatsächlich den Unterschied zwischen Engineering Made in Germany und Made in Holland. Dafür könne die wiederum in Käse besser.

    Fazit:
    ESM3 ist für mich im Augenblick das Mass der Dinge, selbst für CanBus Modelle, wobei es ja wohl bald ESM3 für jedes Baujahr gibt, egal wie ALT die Kiste ist.
    Der Umstieg von Jekill und Hyde hat sich für mich 100pro gelohnt, wobei wäre besser gewesen gleich bei KessTech, hätte paar Euros gespart.
    Die denken halt weiter als andere.

    • Keimrich sagt:

      Lieber Hugo,
      danke für die Bestätigung aus der Praxis. Schön, dass es auch unter den Bikern Menschen gibt, die unsere Position bestätigen. Was den Käse angeht („den können Holländer besser“) hoffe ich, dass Du vom Krach mehr Ahnung hast als von den Milcherzeugnissen.

  11. Marcus sagt:

    Wisst Ihr was auf der anderen Seite echt dumm ist ??? Man muss die Mopeds ja nunmal so kaufen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass es nichtmal möglich ist ein Motorrad leiser zu machen,- watt nu ?? Auf Mopedfahren verzichten ?? Wohl nicht denn dann haben wir ganz andere Dinge welche schnell mal verboten werden sollten odr wo man verzichten sollte. Das Problem ist dass jegliche veränderung illegal ist,- lauter ist sogar einfacher legal zu realisiern als leise…

    • Reto sagt:

      Es geht nicht um Mopeds. Es geht um Motorräder. Und die sind so laut, weil die Hersteller Euch zuliebe in Sachen Winklezüge alles tun, damit Sie Euren Lärmgeschmack entsprechen. Und jetzt so tun als würde man keine leisen mehr kaufen können. Dann kauf‘ Dir ein Gebrauchtes!

  12. HD-Fan sagt:

    Ich zitiere aus dem Bericht Parade der „Harley Days“ erreicht Lärmstufe 3: „Gerade das sehr sensible Gehör von Kindern, ist bei den Lautstärken, die tausende von Harleys erzeugen, stark gefährdet.“ Zitat Ende

    Hier mal ein paar Zahlen:
    Autohupen, LKW-Fahrgeräusch, Schnarchgeräusch. 90dB
    Oktoberfestzelt 90 bis 105 dB
    Schnellzug in geringer Entfernung, Walkman, Rockkonzert. 110 dB
    Kinderspielzeug in Ohrnähe (z.B. Rasseln, elektronische Geräuscheffekte) 115dB
    Knall bei einer Airbag-Entfaltung. 160 dB
    Knall einer Kinderspielzeugpistole in Ohrnähe. 180dB
    Quelle: http://joomla3.frawo.de/index.php/diverses/dezibeltabelle

    Sollte man sich bei diesen unglaublichen Werten beim Kinderspielzeug nicht darum kümmern das die Kinder geschützt werden und das solches Spielzeug verboten wird? Ist man nun gezwungen auf den Airbag zu verzichten weil der einfach zu laut ist? Leider lese ich hier jedoch immer nur Motorräder, Motorräder und nochmals Motorräder. Da liegt der Verdacht nahe, das ihr euch auf diese Gruppe eingeschossen habt und das es euch gar nicht so sehr um die Sache Lärm geht sondern eher darum die Motorradfahrer auf´s Korn zu nehmen. Ich glaube, das könnte Neid sein!

    • Reto sagt:

      Wenn man hier etwas Fundiertes zum Thema Lärm berichtet, dann finden sich gleich ein halbes Dutzend Google-Schlaumacher, die mit Copy-Paste dagegenhalten. Klarstellung Ihrer Recherchen: Wenn ein großkalibriger Büchsenschuss 140-160 dB produziert, wird die Pulverblättchenpistole wohl kaum noch mal 20 dB drauflegen. Ihre Quelle ist schlicht schlechter Journalismus (hier: die erstbeste SWR-Seite). Beim Büchsenschuss ist Gehörschutz dringend angeraten, sonst kann ein einziger Schuss das Gehör ruinieren. Und was das Thema Airbag angeht: Lieber Gehörschaden als Hirnschaden, das ist bei Normalbürgern Güterabwägung. Auch Ihr Verdacht zur Gefühlslage der Anti-Lärm-Aktivisten ist unbegründet. Den meisten Harley Fahrern gegenüber entwickle ich keinen Neid. Allenfalls ein wenig Mitleid, wenn ich sehe, wie die zur Sommerfastnacht als Easy Rider verkleidet ausrücken und dass sie das Posen auch akustisch so nötig haben.

      • Müller sagt:

        Auch bei einem Rockkonzert werden keine 110dB im Mittel erreicht, ohne sich als Veranstalter strafbar zu machen… Diese Aufstellung ist leider ein wenig übertrieben.

        • Reto sagt:

          Bei einem Rockkonzert, beim Autorennen und bei Dragsterrennen zahlen Menschen Eintritt (und tragen zudem oft Gehörschutz). Anwohner werden umsonst belästigt ;-)

  13. JoAn sagt:

    Es gäbe doch eine so schöne Lösung:
    (BASH) Bordcomputer assisted soundemmission engines for Helmets für E-Bike und Kraftrad
    Für PKW
    (BSE)Bordcomputer assisted soundemmission engine
    Freie Wählbarkeit von Sound und Emotion!
    Jeder Fahrzeugsound wählbar. Zusätzliche Original Hersteller Sounds in Erstausrüsterqualität nachladbar.
    Übertragung via Bluetooth, Steuerung via App (IOS oder Android) oder über den Bordcomputer, mehrere Modi auswählbar!

    Krafträder: perfekte ultimative „Reception“ des Sounds in Helm und via Vibratonseinlagen in Sitzbank und der stylischen Powerreception Kombi (Auch Maßanfertigung wird angeboten).
    Die Fachpresseist begeistert!

    Sound kann via Bluetooth auch bis zu 500m* weit an andere Fahrer übertragen werden.
    *je nach Umwelt- und Sendebedingungen werden geringere Reichweiten erzielt

    PKW: Unsere App steuert die Massagesitzfunktion* um und unterlegt einen knackig bassigen Wunschsound . Ja – richtig gehört – auch ein Cinquecento kann nun wie ein F458, Ihr ecobooster wie ein klassicher V8 Mustang im Colby-Mode klingen.
    Gönnen Sie sich diesen kleinen Luxus.
    * Massagesitzfunktion nur in ausgewählten Fahrzeugtypen.
    Ffordern sie eine Modelliste an.

  14. Mike sagt:

    Hier ist auch ein Krachmacher…..chopper und bums….
    Jeder hat sein Hobby. Ich will nicht argumentieren wer lauter und wer leiser ist. Ist mir egal. Mein Motto : Leben und leben lassen. Und nein ich habe kein Hartz4, ich bin Ingenieur und verstehe sehr wohl wodrum es geht. Aber in anderen Ländern geht es auch und niemand meckert. Deutschland ist das Land der Neider, Meckerer und Besserwisser. Weiter so!
    Übrigens: meine Frau hat als Kind direkt neben der Strassenbahn gewohnt. Sie sagt sie habe es nicht mehr gehört.
    Man kann auch nach Dingen suchen die stören. Oder die Anderen einfach in Ruhe lassen.

    • Reto sagt:

      Ich weiß nicht wie Leute wie Sie immer darauf kommen, dass man Ihnen etwas neide. Aber ich finde es schon bemerkenswert, dass man einem Menschen, der vorgibt, eine höhere Bildungsstätte von innen gesehen zu haben, den Blödsinn seiner eigenen Worte erklären muss. Sie schreiben: „Oder die Anderen einfach in Ruhe lassen.“ Jetzt mal Klartext. Sie nehmen mit Ihrem akustisch ausgelebten Minderwertigkeitskomplex uns die Ruhe. Oder umgekehrt die Bitte: Wandern Sie doch in ein Land aus, wo solche Belästiger willkommen geheißen werden. Wenn es denn eines gibt. Ihrer Gattin mein Beileid. Weniger für die Straßenbahn als für ihre Partnerwahl.

  15. Martin S. sagt:

    also als Fahrer einer „verstellbaren Auspuffanlage“ bin ich mir im Klaren darüber, dass ich im absolut offenen Zustand illegal unterwegs bin. Das weiß auch die Polizei und reagiert dementsprechend. Ich „verarsche“ in diesem Falle nicht die Polizei sondern mich selbst!
    €uro 80 und ein Punkt in Flensburg sind dann das Ergebnis für meine „Freiheit“ wenn ich den Verstoß gegenüber der Polizei zugebe. Dennoch habe ich es als Besitzer einer solchen Anlage in der Hand, den Auspuff leise zu stellen, wenn ich in ein einem Wohngebiet unterwegs bin.
    Es gibt viele Biker unter uns die sich auch daran halten.
    Bei den automatischen, klappengesteuerten Auspuffanlagen sieht das dagegen schon nicht mehr ganz so einfach aus. Hier wird der mögliche Rahmen, den der EU-Gesetzgeber vorgeschrieben hat, drehzalabhängig dynamisch ausgeschöpft was aber völlig legal ist! Wenn eine solche Anlage dagegen manipuliert wird und dauernd völlig offen ist, dann ist sie natürlich wieder illegal.
    Es liegt also am jeweiligen Biker wie er sich unterwegs verhält. Ein großer Teil von uns nimmt entsprechend Rücksicht auf die nicht motorisierten Mitmenschen und stellt seinen Auspuff auch mal leise bzw. lässt ihn im legalen Betrieb die Klappe automatisch schliessen. Schwarze Schafe gibt es natürlich auch unter uns Bikern und das will ich auch gar nicht verheimlichen. Dafür gibt es aber die Exekutive die sich um diese Biker kümmert.
    Den meisten Bikern von uns gefällt der Sound ihrer Auspuffanlagen dagegen eh viel besser wenn sie sich ausserhalb geschlossener Ortschaften bewegen dürfen und genau hier fängt es für mich an lächerlich zu werden, wenn selbsternannte Motorradlärmhasser dies zu einem gesellschaftlichen Problemfall deklarien müssen gegen den durch Gesetzesverschärfung unbedingt vorgegangen werden muss …

  16. Der Redakteur sagt:

    Können Sie sich vorstellen, dass Sie mit einem Motorrad, das zehn Mal lauter ist als der Pkw-Verkehr, auch außerhalb geschlossener Ortschaften Anwohner belästigen? In jeder Ortschaft gibt es Strecken nach dem Ortsschild, die dennoch an Wohngebieten vrobei führen. Ihr Lärmteppich ist kilometerweit zu hören. Für Sie sind Menschen, die sich darüber beschweren, lächerlich. Sie hingegen sind für mich rücksichtslos, egoistisch und schlicht asozial im Wortsinne.

    • Martin S. sagt:

      wer sich hier „asozial“ und egoistisch verhält sollte erst noch geklärt werden. Auf den Strecken (ausserhalb geschlossener Ortschaften) auf denen ich mit meiner Harley unterwegs bin sind so gut wie keine Ortschaften. Mein Bike hat dann im 5 Gang bei ca. 80 km/h eine Drehzahl von unter 3.000 Umdrehungen. Selbst bei offenem Auspuff ist für einen Anwohner an der Strecke nur ein kurzzeitiges, tiefes Bollern zu hören. Zudem wird Lärm in der Frequenz vom Menschen unterschiedlich stark wahrgenommen. Hohe Frequenzen (z.B. bei hohen Drehzahlen im kleinen Gang) werden daher viel eher als störender Lärm empfunden.
      Von einem durchgehenden, kilometerweiten Lärmteppich kann also überhaupt keine Rede sein.

      Wenn ich meine Hütte natürlich gleich an den Strassenrand einer vielbefahrenen Bundesstrasse setze, dann darf ich mich natürlich nicht wundern, wenn der Lärmteppich dort deutlich höher ist als im idyllischen Grünen und sogleich einen Motorradlärmhasser-Blog ins Web stellen um das Übel der Strassenbenutzer zu beseitigen.
      Das empfinde ich persönlich als intolerant, egoistisch, verbohrt, soziopathischund und unter aller Sau! Solche Mitmenschen braucht kein Land!!!
      Diese ewigen Erbsenzähler und Korinthenkacker gehen einem nur noch auf den Keks.
      Mensch geh doch mal zum Wandern in die Berge und entspann Dich dort ordentluch in der ruhigen Umgebung und lass uns Motorradfahrer in Ruhe …

      • Der Redakteur sagt:

        „Mensch geh doch mal zum Wandern in die Berge und entspann Dich dort ordentluch in der ruhigen Umgebung und lass uns Motorradfahrer in Ruhe ..“

        Vielerorts in den Bergen sind solche Ignoranten wie Sie mit ihren unnützen Krachtüten leider auch schon unterwegs. Wie wäre es, wenn Sie mal Ihren Helm abnehmen und sich umhören.

      • Anwohner W. sagt:

        Bestechend logisch: „Auf den Strecken (ausserhalb geschlossener Ortschaften) auf denen ich mit meiner Harley unterwegs bin sind so gut wie keine Ortschaften. “

        So ein intelligenter Zeitgenosse kann folgerichtig auch ausschließen, dass Leute, die er nicht sehen kann, ihn hören können.

  17. Matthias sagt:

    Genau. Wir wohnen außerhalb. Und bei schönem Wetter kommen stündlich hunderte von diesen Vollspacken vorbei. Toleranz? Die vergeht einem dabei ganz gehörig!!!

  18. Matthias sagt:

    An Martin S.
    „Solche Mitmenschen braucht kein Land!!!“

    Ja. Stimmt. Immer schön an die eigene Nase fassen!

  19. Dirk sagt:

    Hallo liebe Motorradfreunde und Nichtfreunde .
    Ich selber fahre gern Motorrad und dies mit einer 20 Jahre alten Honda
    welche ziemlich leise ist (legaler Serienauspuff). Jeder hier hat irgendwie recht und muß seine Interessen vertreten . Ist es aber wirklich nötig diese paar Motorradfahrer welche nur in den Sommermonaten mit durchschnittlich 2500 km jährlich fahren in ihrem geliebten Hobby so zu beschneiden. Es sind fast alles hart arbeitende steuerzahlende Menschen die nur mal am Wochenende Spaß haben wollen. Klar definieren diese Spaß anders als der lärmgeplagte Anwohner , aber ist es wirklich so schlimm ? Ich appelliere einfach mal für mehr Verständnis für den Anderen. Ich selber wohne im Norden von Leipzig wo man ganz legal einfach mal das Nachtflugverbot für Transportflugzeuge russischer Bauart außer Kraft gesetzt hat . Täglich (!!) etwa 60 Antonov“s gegen 23:00 und morgens ab 03:30 und das ganz legal im Zeichen der „Arbeitsplätze“. Unsere Kinder welche früh morgens zur Schule müssen werden dauerhaft krank und den Gesetzgeber interessiert es einen Scheissdreck was aus denen wird. Aber die bösen Motorradfahrer brechen Gesetz ! Wie so oft in diesem Lande werden wieder einmal Minderheiten vorgeführt. Also Lärmgeplagte: redet mal mit den Bikern , stellt ein Schild „30“auf und ihr werdet merken das Biker auch nur ganz normale Familienmenschen sind welche kein Gesetz brechen wohl aber Spaß und Freude haben wollen . Dialog ist die Lösung
    beste Grüße , Dirk

    • Reto sagt:

      Hallo Dirk,
      Führen Sie mal den Dialog mit Menschen, die den Auspufflärm für das entscheidende Kriterium bei ihrem Hobby halten, unterm Helm vorbeibrausen und meinen, man halte sie für einen Hecht. Ich habe jedes Verständnis für Fluglärmgeplagte. Aber rechtfertigt die Tatsache, dass Fluglärm mit Sicherheit ein schlimmes, wahrscheinlich das schlimmere Übel ist, dass 30 % der Biker sich so einen Kesstech-Scheissdreck (o.ä.) an ihren Hobel schrauben, damit sie sich cool fühlen können – auf Kosten anderer, die verzweifeln?
      Wir reden nicht von dem einen Gernegroß, der mal vorbeifährt. Wir reden an manchen Stellen von 100 in der Stunde (hoch und runter) zu den besten Erholungsgzeiten und beginnend ab 7 Uhr. Ich habe auch langsam die Schnauze voll von Menschen, die hier exakt auf dieser (Kesstech)-Seite landen, weil sie einen Kesstech-Auspuff googeln und natürlich immer ein ganz leises Motorrad im Serienzustand fahren und natürlich kein Interesse am Krach haben. Dann kommt der Reflex: sie fordern andere Leute zu ein bißchen Toleranz auf (und erwähnen beiläufig, dass sie selber die größten Lärmopfer sind von Kirchenglocken, Antonovs und Laubbläsern) – da kann doch das bißchen Motorradlärm kein Problem sein?! Doch. Ist es. Gehen Sie mir bitte mit Ihrem Toleranzbegriff und ihrem „Minderheitenschutz“ zum Teufel – bei dem können Sie Spaß haben so viel Sie wollen. Übrigens auch mit Ihrem verlogenen Ansatz zum Dialog. Sie wollen nur das, was Sie als Belästiger den Opfern stehlen – Ihre Ruhe.

      • Dirk sagt:

        Hallo Reto ,
        Das ist doch schon mal der erste Ansatz zum Dialog – vielen Dank dafür. An ihrer doch sehr emotionsgeladenen Schrift ist gut zu erkennen das sie kein Biker sind , wohl aber Betroffener mit Motorenlärm (gleich aus welcher Fahrzeuggattung). Die Psyche des Bikers ist ihnen fremd (ich fahre seit etwa 35 Jahren Motorrad) und glauben sie mir bitte , nur wenige von denen machen den „Hecht“ oder wollen durch Lärm obercool rüberkommen. Sie fröhnen lediglich ihrem Hobby und machen sich über die Befindlichkeiten der Anderen wenig Gedanken und genau dort verstehe ich meinen Ansatz zum Dialog durchaus als ehrlichen Anstoß. Nicht unwahr ist auch mein Hinweis auf das mediale Interesse am Anprangern von Minderheiten. Hier sind es die lauten Biker (natürlich sind alle Raser!) anderswo die Flüchlinge und vor kurzem die Griechen. Weiter zurück in der Geschichte Deutschlands möchte ich hier nicht gehen. Desweiteren wollte ich den Blick auf die Wichtung dieser Problematik lenken oder anders , haben wir in diesem Land wirklich nichts wichtigeres zu tun ? Im übrigen sind es höchstens 5% der Biker die zu laut fahren , die meisten nervt dies selbst. In meiner Fahrergruppe (wir sind alle so um die 55-60) gibt es nicht Einen der mit so einem Ding rumfährt. Erstens nervt es uns selbst und regelmäßige Polizeikontrollen (zumindest in Sachsen) würde dies schnell vereiteln. Von einem Massenphänomen kann also keine Rede sein. Reto (heissen sie wirklich so ?), leihen sie sich mal im Frühling ein Motorrad aus (ein leises !) und haben sie Teil an der zweit schönsten Sache der Welt . Dann kommt der Dialog von allein an den schönsten Plätzen in diesem Lande.
        Ich grüße sie herzlich , Dirk

        • Reto sagt:

          Hallo Dirk,
          Ich fahre Mofa, Moped, Motorrad seit 1978 und bis heute mehr als 3000 km/a. Wurde in all diesen Jahren übrigens noch nie kontrolliert. Einer der Vorsitzenden von diesem Verein hier fährt auch – und wurde auch noch nie kontrolliert. Aber weil wir als umweltverantwortliche Zeitgenossen das Motorrad kaum zum Spazierenfahren nutzen, werden wir Sie leider nicht an den Wurstbuden dieser Welt auf ein Benzingespräch treffen und uns über den so wichtigen Sound unserer Motoren austauschen können.
          Zur Zielgruppe:
          Das mit den „drei Prozent“ sind die, die den DB-Eater rausschrauben und dafür belangt werden können. Wir gehen mit dem ACEM (europ. Herstellerverband) von 30 % zu lauten aus, Tendenz leider dank Rechtslage steigend (legale zu laute Zubehörauspuffe mit EU-ABE (vgl. Tests in Motorrad), Auspuffklappen, die die Norm umgehen, eben der ganze Kesstech-Scheißdreck, den Sie gegoogelt haben). Zum Rest: Längst wiederlegte Facebook/Stammtisch-Statistik. Und ja, gebe ich Ihnen recht, es gibt wichtigere Sachen auf dieser Welt. Gegenfrage: Haben Sie sich schon einmal überlegt, in ein Wohngebiet zu ziehen, das im Umkreis von 1-2 Kilometern an so einem Hotspot liegt, wo Sie Ihren Garten vor lauter Krach nicht mehr nutzen können oder bei der Grillparty Gehörschutz tragen müssen? Ich könnte Ihnen solche „bevorzugten“ Wohnlagen auch in Sachesn nennen. Für diese Menschen gibt es sommers nichts wichtigeres auf der Welt… Sie können dort den Dialog suchen…

          • Dirk sagt:

            Hallo nochmal ,
            Es freut mich sehr das wir Brüder im Geiste sind. Auch ich habe den Führerschein fürs Zweirad seit 1978 (bin selbst Bj.:1963)und bin entschiedener Gegner von Lärmbelästigung jeglicher Art. Ich habe weder die Kaufabsicht einer dieser Anlagen noch möchte ich meine 20 Jahre alte Honda anderweitig manipulieren , wenn doch hätte ich es längst tun können , dafür brauchen wir nicht die Fa.Kesstech ! Sehr wohl habe ich aber Interesse an allem was mit Motorrad zu tun hat und stieß auf die hier von ihnen dominierte Seite . Ich bin lediglich ein entschiedener Gegner in unserer Gesellschaft Fronten aufzubauen , diese sind niemals zielführend und verderben jegliches Miteinander. Das ist im privaten und öffentlichen Bereichen immer so , Beispiele habe ich bereits genannt.
            Ich sehe das sie bereits tief in dieser Thematik sind doch eines fehlt mir schon sehr : wo ist ihr Lösungsansatz ?
            Dem Gesetzgeber ist diese „Manipulation“ durchaus bekannt.
            Ein Biker aus unserer Gruppe arbeitet bei „Maserati“. Dort sind Klappensysteme schon mind. 10 Jahre Serienzustand.
            Der Gesetzgeber greift hier aber leider nicht ein , Wirtschaft hat (wie auch beim Fluglärm) anscheinend immer die bessere Lobby. Wo sollen in Sachsen diese Hotspots sein ? Wenn der Gesetzgeber nicht eingreift – die Industrie wird uns diesen Gefallen nicht tun. Also , Lösungsansätze bitte ! Dirk

          • Reto sagt:

            Zunächst mal: Wir machen zusammen mit anderen Gruppen und Initiativen auf den Mißstand aufmerksam. Wir ändern weder Gesetze noch Normen – wir machen unsere kleine Lobbyarbeit dagegen. Man kann das Problem nur lösen, wenn sich Problembewusstsein entwickelt. Davon sind wir weit entfernt. Die Industrie sagt, der Kunde will es. Der Kunde sagt: Ich kann ja gar nichts mehr kaufen, was keinen Krach macht. Beide haben mittlerweile leider recht. Wir sehen speziell im Autombilbereich unsere Prognose aus 2007 bewahrheitet: der Lärm kommt mit den Proleten auch in die Städte. Strickmuster identisch. Nur: damit bekommt die Diskussion eine neue Komponente (siehe Mannheimer Poser). Mal sehen wie sich das Problembewusstsein entwickelt…

  20. Ralph Davis sagt:

    Kann ich so einen Auspuffklappen Fahrer eigentlich wegen Körperverletzung anklagen ?
    Wenn so ein Auto oder Motorrad mit 110dB an mir vorbeirast tuts weh.
    Wie gut sind doch da die Lärmvorschriften beim Arbeitsplatzschutzgesetz

  21. Rocker der was kompensieren muss... sagt:

    Hallo,
    ich habe den gesamten Blog gelesen und nun aufgrund der verbohrten Argumentationsweise und der schamlosen Übertreibung einiger Autoren beschlossen, mir noch heute eine Kess-Tech Anlage für meine Harley zu bestellen. Meine aktuelle BSL Anlage (auch schon Laut) ist mir mittlerweile zu dezent.
    Übrigens gibt es für schmale 100€ (illegale) Fernbedienungen die die Klappen permanent offen halten (brutal laut) und im Falle einer Polizeikontrolle (nach abstellen des Motors) automatisch wieder auf „legal“ zurückschalten…geil
    Beste Grüße

    • Reto sagt:

      Bitte kompensieren Sie weiter, Sie „Rocker“. Und danke für die Beweisführung, dass man die Dummheit der Menschen in dieser Sache gar nicht „übertreiben“ kann.

    • Frank sagt:

      An den Möchtegern-Rocker:
      Ich liebe diese Art von Kommentaren – zeigen Sie doch eindeutig, wie diese Szene tickt. Bei diesen Leuten hilft kein Appell an ihre Vernunft – wo nichts ist, kann man auch nichts ansprechen!

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