Zum Tag gegen den Lärm: niedersächsische Initiativen gegen Motorradlärm fordern: „LÄRMPAUSE STATT LÄRMPOSING“


Zum Motorrad-Saisonauftakt präsentiert die Normenkommission UNECE die neue Lärm-Zulassungsnorm UNECE-R 41.05.
Kommunen und Anwohnerinitiativen rechnen nicht mit einer Verbesserung der Lage an den Strecken. Hauptkritikpunkt an der Norm: es soll auch künftig keine Lärmobergrenze für Motorräder geben, es bleibt als bei „legalen“ Spitzenbelastungen durch Auspufflärm von 110 bis 120 db(A).

Zur zukünftigen Zulassungsregel Euro 5+, die ab 2025 gelten soll, wird die EU noch einen Grenzwert festlegen, der auf Basis dieses UNECE-Normenverfahrens ermittelt werden soll.
Geplant war eine Grenzwertabsenkung von 77 auf 72 dB (A). Dagegen laufen die Fahrzeugindustrie und ihre Lobbyisten bereits Sturm – mit teils abstrusen „technischen“ Argumenten.
Ein Maximalgrenzwert für den Lärm steht also weiterhin in den Sternen und Verbesserungen durch Änderungen des Zulassungsverfahrens werden sich deshalb – wenn überhaupt – erst in vielen Jahren ergeben.
Umso dringender wird die Umsetzung effektiver „Sofort-Maßnahmen“ auf allen anderen Ebenen, die geeignet sind, den betroffenen Menschen, die zum Teil bereits seit Jahren unter dem Krach leiden, endlich zu helfen. Insbesondere die niedersächsische Landespolitik, an die wir uns mit unserer Aktion wenden, ist in der Pflicht, alles zu tun, um die Umsetzung wirkungsvoller „Ad hoc“ Maßnahmen in den jeweilgen Wahlkreisen und aktiv auch in der Landespolitik zu unterstützen, um ernsthafte Gesundheitsgefahren abzuwenden.

Die niedersächsischen Initiativen gegen Motorradlärm fordern daher„Lärmpausen statt Lärmposing“.
Konkrete Forderung an die Abgeordenten des niedersächsischen Landtags: Einsatz für die Ausschöpfung aller Möglichkeiten ein, um die überfällige Umsetzung praktikabler Lösungen vor Ort zu ermöglichen, die den leidenden Anwohnern endlich tatsächlich helfen: die Menschen benötigen JETZT Hilfe – und nicht in 10 Jahren.
„Lärmpause statt Lärmposing – Anwohner müssen gesund wohnen können!“

VAGM e.V. – Weserbergland
Vereinigte Arbeitsgemeinschaften gegen Motorradlärm,
Region Weserbergland
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Initiativen gegen Motorradlärm
(Landkreis Osnabrück)
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Osnabrück: Anwohner auf der Flucht vor Krad-Freizeitlärm

Die Saison hat begonnen. Die Motorräder sind wieder unterwegs. Besonders kurvige und bergige Strecken sind bei den Bikern beliebt. Nicht gerade zur Freude der Anwohner. Die erleben jedes Wochenende das Gleiche: Motorradlärm ohne Ende. Auch im Landkreis Osnabrück gibt es einige dieser Strecken, auf denen die Motorradfahrer rauf und runter fahren, nicht selten mit frisierten extra lauten Motorrädern. Jens Müller ist der Sprecher von mehreren Initiativen gegen Motorradlärm im Landkreis Osnabrück. OS-Radio 104,8 Moderatorin Verena Morris hat ihn im Mittagstalk empfangen.

9./10. April – 1 Lärmpause am Feldberg

Anwohner müssen wohnen können in ihrem Zuhause!

April-LÄRM-Pause (9. & 10. April 2022): 1. Streckensperrung für Motorräder im Feldbergebiet im Taunus 2022, damit Anwohner und Erholungssuchende im Taunus nicht permanent dem massiven Lärm von Motorrädern ausgesetzt sind. An folgenden Terminen erfolgen wieder Sperrungen für 🏍🏍:
07.-08. Mai
11.-12. Juni
09.-10. Juli
13.-14. August
10.-11. September
08.-09. Oktober. #stillertaunus #taunus #grosserfeldbergtaunus #streckensperrung #streckensperrungenfürmotorradfahrer #gegenmotorradlärm #gegenmotorradraserei #lärm #lärmschutz #erholung #luftkurortschmitten @motorradlaerm.de @initiative.silent.rider @freunde_des_taunus

Große Schilder gegen großen Lärm

Motorradlärm Weserbergland e.V. zieht gemischte Bilanz zum Saisonende

Am letzten Wochenende der Saison fällt das Resümee, das der Verein bei einem Arbeitstreffen im Landkreises Holzminden am letzten Wochenende der Saison über die zurückliegenden Monate seit der Vereinsgründung im Frühjahr zieht, gemischt aus:

„Sehr erfreulich ist die Entwicklung unserer Mitgliederstruktur, die inzwischen auch Betroffene aus den angrenzenden Kreisen und sogar verschiedenen Bundesländern einbezieht“, so der Vorstand. Das mache deutlich, wie sehr die gesamte Region belastet sei. Es gebe bei vielen Anwohnern großen Leidensdruck, die froh sind, mit Mitbetroffenen aktiv werden zu können. Zudem sei die Vernetzung mit anderen Intiativen intensiviert worden.

Gespräche mit Vertretern von Behörden, Institutionen und Politik von Kreis- bis zur Europaebene, Fachleuten und Medien, aber auch der Austausch mit Motorradverbänden hätten in den vergangenen Monaten nicht nur dazu beigetragen, dass das Problem in der Öffentlichkeit „angekommen“ sei, sondern auch durch nützlichen Input zu einiger Sachkunde geführt. Es sei gelungen, Banner bzw. Schilder in einigen betroffenen Ortschaften zu platzieren, die Anschaffung mehrerer Lärmdisplay sei zugesagt. „Damit wird immerhin eine „Visualisierung“ des Problems erreicht, so z.B. auch durch diese von uns noch als Bürgerinitiative initiierte Schilder-Aktion mit dem ADAC, die jetzt zum Ende der Saison umgesetzt wurde.“ Gelöst sei das Problem indes aber noch längst nicht.

Ausdrücklich bedankt sich der Verein bei der Polizei für die intensivierten Aktivitäten an bestimmten Strecken in dieser Saison, die allgemein zur Kenntnis genommen würden. Anwohnern aber auch Lärmverursachern werde gezeigt, dass das Problem ernst genommen wird. „Dass Plakate und Polizei-Kontrollen alleine den Menschen aber noch keine nennenswerte Reduzierung des Lärmpegels in ihren Häusern und Gärten bringen werden, darüber sind wir uns im Klaren. Die Polizei tut mit Sicherheit was sie kann“, so Vorstandsmitglied Bartsch. „Die Wirkung der Verkehrsüberwachung ist aber flüchtig: Kontrollen sprechen sich einerseits in den Netzwerken blitzschnell herum, was zum Einen zu Ausweichverkehr und punktueller Verhaltensänderung führt.“ Andererseits seien viele Motorräder „legal“ laut und belästigend – und in der großen Masse nunmal ein Problem: „Was einige betroffene Anwohner auszuhalten haben, ist schlicht menschenunwürdig“, so E. Schatta.

Auch mit den Zielen des nachhaltigen Tourismus in der Region sei das kaum vereinbar. Wenn ganze Bereiche durch einen inakzeptablen Lärmteppich zeitweise zur „No Go Area“ würden, stelle das auch die Glaubwürdigkeit des Werbens der Tourismusverbände mit „Ruhe und Erholung in der Natur“ in Frage. Werde diese hohe Frequenz der Fahrzeuge nicht reduziert, und nicht auf ein weiteres Anwerben von immer mehr Motorrädern in der Region verzichtet, werde der Lärmpegel nicht sinken, ist man sich einig.

„Nach mehrjähriger Abwesenheit sind wir vor 3 Jahren hier in die Region in unser Haus zurückgekehrt. Nun müssen wir feststellen, dass sich die Situation grundlegend geändert hat: von einer normalen Straße im ländlichen Raum hat sich die Strecke zu einem Motorrad-Hotspot entwickelt, obwohl sie mitten durch das Landschaftsschutzgebiet führt,“ so einer der Teilnehmer, Anwohner der B241. M. Weiß fügt hinzu: wenn in einer Viertelstunde 97 Motorräder über die Weserbrücke in der Münchhausenstadt donnern, die auch Kurort ist, ist das weder sozialverträglich noch förderlich für unseren Tourismus. Nicht nur wir Anwohner sind genervt von dem ständigen Lärm, auch unsere Besucher und Urlauber sind alles andere als begeistert von Motordröhnen und Auspuffsound. „Das Verkehrsministerium hat uns letzte Woche aus erster Hand bestätigt, dass es für die lokalen Behörden durchaus Handlungsspielraum für Beschränkungen zum „Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen“ gibt.“

Dazu passt auch eine aktuelle Information aus dem Baden-Württembergischen Sulzbach, wo das nun im Sinne der Ortsansäßigen in die Tat umgesetzt werden soll. Sollte die Frequenz der Motorräder auch in der nächsten Sasion nicht beschnitten werden, müsse daher mit konkreten Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden, so der Vereinsvorstand.“

Weserbergland-Initiative: Anwohner auf der Flucht vor Krad-Freizeitlärm

Nur bei Regen und Schnee haben wir hier Ruhe: Anwohnerin im Weserbergland macht bei NTV ihrem Unmut Luft. Quelle: NTV

Die einen machen den Lärm, die anderen die Flatter. NTV berichtet aus dem Weserbergland. Unter anderem kommen Vertreter der VAGM und anderer Motorradlärm-Initiativen zu Wort. Beispielsweise eine älteren Dame, die aus der Einflugschneise des Hannoveraner Flughafens aufs Land geflüchtet ist und vom Regen unter die Traufe kam. Die schiere Masse der Freizeitbiker ist es nicht allein, was die Anwohner terrorisiert – und genau das kommt leider in den Beitrag zu kurz: Viele der Motorräder sind ab Werk unnötig viel zu laut oder nachträglich laut gemacht. Schätzungsweise 30 Prozent fallen aus dem Rahmen und sorgen dafür, dass ältere Damen wie die Aktivistin Eva am Wochenende ins Auto steigen und das akustische Heil woanders suchen müssen. Sehenswerte Doku unter anderem auch deshalb, weil mal keine Ledermenschen zu erklären versuchen, warum es ihre Freiheit und höchste Verzückung ist, Anwohnern auf Sack und Senkel zu gehen, deren Gesundheit zu beeinträchtigen – und dass Sound einfach dazuge“hört“, weil alle hören sollen, welch potentes Rennpferd sie hier aufgesattelt haben. Das Weserbergland ist eine für Biker attraktive Mittelgebirgslandschaft in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen – für andere Erholungssuchende und Anwohner gilt das Attribut „attraktiv“ immer weniger. Kontakt zur Bürgerinitiative Weserbergland: MOTORRADLÄRM WESERBERGLAND e.V. E-Mail: email hidden; JavaScript is required
www.motorradlaerm.de/mlwb-e.V
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Arge2Rad: dreiste Lügen-Märchen zum Tirol-Modell

Auch als Freund der Österreicher muss man manchmal den Kopf schütteln – beispielsweise über die Begründung, mit der die Industrie-Lobbyisten von der Arge2Rad die rechtliche Grundlage von Streckensperrungen nach dem „Tiroler Modell“ torpedieren wollen. Zur Erinnerung: Hier wird auf einigen Strecken besonders lauten Krädern das Fahren verboten. Weil das Fahrgeräusch im Fahrzeugbrief zur Identifizierung nicht taugt (da steht immer nur 77 dB), wird zur Unterscheidung von Laut und Leise das realistischere Standgeräusch herangezogen. Die Arge2Rad ist der illustre Dachverband der österreichischen Zweiradindustrie und Zweiradimporteure. Und diese Lobbyisten entblöden sich nun nicht so zu tun, als könnten sie keine Fahrzeugbriefe lesen und als hätten sie nicht selbst die Zulassungnormen für ihre Zwecke (laut verkauft sich gut) zurechtgebogen. Jetzt verschicken sie Pressemitteilungen mit ihrer Taka-Tuka-Algebra. Und die Kronenzeitung (BILD für Österreicher) fällt sogar darauf rein.

Ausriss aus der Kronenzeitung – unreflektiert Pressemitteilung abgedruckt.

Vorgehensweise: Die Arge2Rad hat sich ein paar Fahrzeugscheine aus dem Sortiment ihrer Mitglieder zurechtgelegt und die Zahlen und Buchstaben darin interpretiert. Beispiele sind Motorräder von Suzuki und Ducati. Wir zitieren:

„Suzuki: bei gleichem Fahrgeräusch von 77 dB(A) hat die GSX-1100 ein Standgeräusch von 96 dB(A) und der Burgmann 400 von 84 dB(A); also KEIN Unterschied beim Fahrgeräusch, aber ein Unterschied von 12 Dezibel im Standgeräusch!

Was Wunder, könnte man sagen: Die Suzuki GSX trägt den Kosenamen Gixxer nicht zuletzt wegen ihres Geräuschs und ist wirklich erheblich lauter als der Burgman-Roller – das bildet das Standgeräusch exakt ab, nicht aber das Fahrgeräusch mit Abschlatvorrichtung. Aber noch mehr Beispiele:

Ducati: das Fahrgeräusch der Panigale Superleggera und ebenso der Multistrada V4S ist 77 dB(A), das Standgeräusch der Panigale beträgt 108 dB(A) und das der Multistrada 92 dB(A); dh auch in diesem Beispiel gibt es KEINEN Unterschied im Fahrgeräusch, aber 16 dB(A) im Standgeräusch.“

Dazu stellt sich Karin Munk, Generalsekretärin der Arge2Rad, einmal janz dumm: „Diese beiden Beispiele … zeigen … doch ganz eindeutig, dass das Standgeräusch keinen Rückschluss auf das Fahrgeräusch zulässt, das ja letztendlich das Kriterium der Lärmbelastung für Anrainer darstellt.“

„Unerklärliche“ Lärmunterschiede trotz gleichen Fahrgeräuschwerts

Ja komisch, liebe Karin Munk. Jetzt fällt es uns auch auf! Alle Motorräder – ob laut oder leise – sind in ihren Fahrzeugbriefen im Fahrgeräusch alle genau 77 dB laut. Und die Vergleiche beziehen sich wirklich auf sehr extralaute lärmige Motorräder (Ducati Panigale) und echt extraleise moderate Kandidaten wie den 400 ccm Roller Burgman von Suzuki (schreibt man übrigens auch in A mit nur einem N). Woher kommt es aber jetzt, dass einem die Ohren abfallen, wenn eine Ducati Panigale an einem vorbeikracht – mit 77 dB Fahrgeräusch? Und dass der kleine Burgman eben leise vorbeifährt?

Jetzt wollen Sie uns doch nicht erzählen, liebe Karin Munk, dass Sie nicht wissen, warum bei allen 77 dB im Fahrzeugbrief steht? Im „entscheidenden Fahrgeräusch“, mit dem ja die Anwohner an der Strecke ihre Probleme haben? Die Motorradlobby hat doch genau diese Norm gestrickt, nach der jede vermaledeite Kettensäge auf zwei Rädern einen Stempel mit 77 dB kriegt – ob nun Panigale oder Stadtroller, weil die Elektronik den Prüfzyklus erkennt und auf den Mess-Punkt genau auf leise schaltet. Zykluserkennung, ganz wie beim Dieselskandal übrigens – die gleiche Branche, die gleichen Methoden. Nur an den Standgeräuschen, die ja nur ein Referenzwert sind und für die es keinen Grenzwert gibt, kann man erkennen, welches Potenzial das Motorrad lärmmäßig hat.

Euch kann man nicht trauen!

Die Rechnung, die Arge2Rad aufmacht, belegt genau das Gegenteil der Karin-Munk-Behauptung und entlarvt die Lüge: Das Standgeräusch ist Stand dieser unseligen Norm tatsächlich der weit verlässlichere Wert, um Krachkisten ab Werk zu identifizieren. Die Ducate Panigale schießt auf der Straße und im Fahrzeugbrief den Vogel ab. Sie ist im lobby-manipulierten Fahrgeräusch nur auf dem Papier genauso laut wie der Burgman, aber im unlimitierten Standgeräusch ganze 24 dB lauter als der leise Suzuki Roller. Das sind Welten, die genau das Stangeräusch im Fahrzeugbrief abbldet.

Für EURE dreiste Lobby-Lüge habt ihr ein goldenes Belästiger-Schweinchen verdient, das wir Euch bei Gelegenheit gerne zuschicken. Eure Verbrauchertäuschung sorgt nicht dafür, dass man Euch trauen kann, wenn Ihr in Eurer Pressemitteilung „…ab 2024 noch leisere Motorräder…“ versprecht.

Dürfen wir raten? Noch leiser? Eine Ducati Panigale mit 50 dB Fahrgeräusch und 110 dB Standgeräusch vielleicht?

Staatssekretärin Zimmer: „Die Hersteller sind gefordert, leisere Maschinen auf den Markt zu bringen“

Geht das Thema Motorradlärm an: BW-Staatssekretärin Elke Zimmer.

Die Baden-Württembergische Staatssekretärin des Ministeriums für Verkehr, Elke Zimmer, hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Tuning Szene über Lärmschutzfragen ausgetauscht. Dabei führte sie auch Gespräche mit Hubert Sommer, dem Gründer und Inhaber der Firma Hattech, Erbach an der Donau. Der Spezialist für Auspuffanlagen ist „Leiser-Tuner“. Er führt Geräuschreduzierungen an Motorrädern durch. Die Staatssekretärin plädierte für die Herstellung von leiseren Motorrädern und Kraftfahrzeugen: „Die Hersteller sind nun dran, leisere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Es ist doch absurd, wenn wir als Gemeinschaft auf der einen Seite horrende Summen für Lärmschutzmaßnahmen ausgeben. Auf der anderen Seite wird völlig unnötig Lärm erzeugt, indem Hersteller laute Sounddesigns verbauen. Firmen wie Hattech zeigen: Motorradfahren geht auch leiser.“ 

Hattech bietet neben „normalen“ Sport-Auspuffen auch zulässige Lärmreduzierungs-Sets an, die extrem laute Modelle von BMW und Audi/Ducati im Fahrzeugbrief auf das Level von 95 dB Standgeräusch bringen – damit dürfen die reduzierten Krachmacher auch im Geltungsbereich des Tiroler Modells fahren. Ein Beweis, dass es technisch leiser geht – und dass das Tiroler Modell auch psychologisch funktioniert. Ohne das Tiroler Modell würden solche Umbausets sicherlich nicht angeboten. Ansonsten bietet Hattech auch Zubehörauspuffe an, bei denen der Hinweis „DB-Killer entnehmbar“ zeigt, wes Geistes Kind die Techniker sind. Ergo: Ohne Druck geht in dieser Szene gar nichts

Hubert Sommer, Geschäftsführer der Firma Hattech sagte: „Uns persönlich liegt das Thema Geräuschreduzierung schon seit langem am Herzen, da wir selbst viel und gerne Motorrad fahren. Gerade bei langen Touren ist uns ein guter Sound wichtig, der aber nicht unangenehm für die Fahrerin/den Fahrer und das Umfeld ist. Daher haben wir schon früh angefangen, Schalldämpfer und Geräuschreduzierungen zu entwickeln, die einen tollen Klang haben, aber gleichzeitig angenehm von der Geräuschentfaltung sind.“ Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) vom vergangenen Jahr hat ergeben, dass fabrikneue Motorräder und Sportwagen unnötig laut sind. Demnach erfüllen die Fahrzeuge zwar formal die europarechtlichen Voraussetzungen von Typprüfungen und sind somit auf dem europäischen Markt zulassungsfähig. Allerdings werden die gesetzlich festgelegten Lärmgrenzwerte nur innerhalb der abgeprüften Fahrmodi eingehalten. In der Praxis sind die Fahrzeuge deutlich lauter.  Das Land Baden-Württemberg fordert schon seit langem mehr Unterstützung vom Bund zu diesem Thema. Der müsste sich in den europäischen Gremien dafür einsetzen, dass die Typprüfung von Fahrzeugen stärker den realen Fahrbedingungen auf der Straße entspricht. Ziel ist, dass die Fahrzeuge nicht nur im Labor die Grenzwerte einhalten, sondern auch auf der Straße unter normalen Fahrbedingungen hörbar leiser unterwegs sind. „Verkehrslärm ist eine der größten Umweltbelastungen unserer Zeit. Er beeinträchtigt die Gesundheit und Lebensqualität von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Erholungssuchenden zunehmend. Nur leise Mobilität ist nachhaltige Mobilität“, betonte Staatssekretärin Zimmer. Hubert Sommer präsentierte der interessierten Staatssekretärin seine umgebauten, leiseren Fahrzeuge. „

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