Erkenntnis: Wenn zwei miteinander rasen – ist’s ein Rennen!

Zwei Männer aus Freiburg haben sich ein illegales Rennen im Höllental geliefert, wie die Badische Zeitung berichtet: Sie beschleunigten dabei auf über 170 Stundenkilometer. Gefilmt wurden die Raser von einer zivilen Videostreife der Polizei. Die Polizei ermittelt wegen eines illegalen (und natürlich legal lauten) Straßenrennens – und das ist eine Straftat. Gut so!

Das Höllental – hier wurde das illegale Rennen veranstaltet. Foto: Joachim Haller / Wikipedia.

Die Rennmaschinen wurden artgerecht bewegt – allerdings auf der vielbefahrenen und unfallträchtigen Höllentalstrecke und nicht auf der Rennstrecke: Nach Polizeiangaben saßen die Herren Rennfahrer auf einer Ducati mit 197 PS (von 0 auf 100 in drei Sekunden, Spitzengeschwindigkeit 299 Stundenkilometer) und auf einer BMW mit 165 PS, (0 auf 100 in 3,1 Sekunden, Spitze Tempo 255 km/h). Führerschein weg, Strafverfahren am Hals – schöne Abschreckung zur Abwechslung mal. Auch ohne Typenangaben ist klar, dass beide Fahrzeuge zu der Krachfraktion gehören. Wir beobachten den Fortgang der Sache und freuen uns, dass die Polizei endliche diesen Paragraphen auch gegen Biker einsetzt.

danke @Alex

Kavaliersdelikt…

… aus dem Polizeibericht der Verkehrspolizei Freiburg. Da hat aber einer nicht nur Verständnis, sondern will es auch mitteilen.

Straßenverkehr ist der Problemtreiber beim Lärm

Am Internationalen Tag gegen Lärm (29. April) unter dem Motto „Ich bin ganz Ohr“ fordern Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann und der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg Thomas Marwein schärfere Rechtsgrundlagen zum Schutz vor Lärm, insbesondere vor Straßenverkehrslärm.

Laut eines Berichts der Europäischen Umweltagentur (EEA) leidet jeder fünfte Europäer unter Lärm. Insbesondere der Straßenverkehrslärm macht vielen Menschen zu schaffen und gilt als Lärmverursacher Nummer 1. Europaweit sind laut EEA-Bericht schätzungsweise 113 Millionen Menschen von einer durch den Straßenverkehr verursachten Lärmbelastung jenseits von 55 Dezibel am Tag betroffen.

Logo der BW-Initiative mit über 90 Mitgliedsgemeinden.

Für den Verkehrsminister unterstreichen diese Zahlen das gewaltige Ausmaß von Verkehrslärm als Umweltbelastung: „Hier sind alle gefordert: Politik, Gesetzgebung, Planer, Forschung, Hersteller, aber auch jeder Einzelne von uns. Dem Schutz vor Lärm muss endlich der gebührende Stellenwert eingeräumt werden. Lärm mindert nicht nur unsere Lebensqualität, sondern kann auch ernstzunehmende gesundheitliche Folgen haben.“

Lärmrichtwerte müssen dringend gesenkt werden

Beim Lärmschutzbeauftragten schrillen ebenfalls die Alarmglocken: „Problematisch sind die besonders hohen Lärmbelastungen“, betont Marwein. „Aus der Lärmwirkungsforschung wissen wir, dass die Werte, die in Rechtsetzung und Rechtsprechung bislang als Schwelle einer verkehrslärmbedingten Gesundheitsgefahr herangezogen werden, zu hoch angesetzt sind.“ Die Werte von 70 dB(A) tags und 60 dB(A) nachts liegen etwa 15 Dezibel über den Empfehlungen der WHO. „Wir sehen dringenden Handlungsbedarf, diese Werte wenigstens um 5 dB(A) auf 65 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der Nacht zu senken“, so Marwein.

Erforderlich ist aber auch, dass der Straßenverkehr insgesamt leiser wird. Herrmann findet: „Es ist ein Unding, dass die vorhandenen technischen Potenziale genutzt werden, um Fahrzeuge vorsätzlich laut zu machen, auf der anderen Seite aber in Lärmschutzmaßnahmen investiert wird“. Dies gelte vor allem für Sportwagen und Motorräder. Hermann und Marwein fordern, Soundtasten und Klappenauspuffe, die nur dazu da sind, dass Fahrzeuge lauter werden, zu verbieten. „Die Unterwanderung des Lärmschutzes durch derartige technische Normen muss von der EU endlich unterbunden werden“, adressiert der Verkehrsminister.

Großes Potenzial, Fahrspaß und Landschaft ohne störenden Lärm zu genießen, schreibt der Lärmschutzbeauftragte Elektromotorrädern zu. Hier sind die Hersteller aufgerufen, echte Alternativen für umwelt- und lärmbewusste Bikerinnen und Biker auf den Markt zu bringen.

Initiative Motorradlärm: Land und Kommunen gehen gegen Lärm vor

Sonja Schuchter spricht für die Kommunen – sie ist Bürgermeisterin von Sasbachwalden.

95 Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg (Stand 29. April) sind bereits Mitglied der „Initiative Motorradlärm“. Sprecherin der Kommunen ist die Bürgermeisterin Sonja Schuchter aus Sasbachwalden im Schwarzwald. Sie setzt sich dafür ein, dass Motorräder leiser werden, Motorräder leiser gefahren werden und rücksichtsloses Fahren deutliche Folgen hat. Hierzu müssen alle auf verschiedenen Ebenen ihren Beitrag leisten: die Europäische Union, die Bundesregierung, Hersteller und Händler sowie Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer. Das Anliegen wurde bereits in den Bundesrat eingebracht.

Informationen zur Initiative Motorradlärm finden Sie auf der Internetseite des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg hier.

StVO Novelle: Abschreckung erhöht, Wurzel des Lärm-Problems verschont

Die StVO wird novelliert: Die „Poser“ Bußgelder gegen Lärm werden künftig nicht nur deutlich von 10 auf 80 bzw. von 20 auf 100 € angehoben, es findet zudem eine Aufwertung der Bedeutung des Lärmschutzes und die Gleichsetzung mit der Verkehrssicherheit statt. Eine wichtige Entscheidung: Behörden können die Lärmproblematik nicht mehr negieren. Immer noch geht man allerdings in der Politik davon aus, dass die Polizei genug Kapazität zum Kontrollieren hat und die härteren Sanktionen auch durchsetzen kann. Und auch die Wurzel des Übels wird geschont: Hersteller und Vertreiber von Lärmprodukten kommen weiter ungeschoren davon.

Auf Seite 43 des Bundesratsbeschlusses findet sich die Begründung:

„Um der Wertigkeit des Lärmschutzes (Schutzgut Gesundheit nach Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz) auch bei Verstößen gegen die Vorschriften des § 30 Absatz 1 Sätze 1, 2 und 3 StVO im Hinblick auf das in der Bußgeldkatalog-Verordnung geregelte Sanktionsniveau angemessen Rechnung zu tragen, sollte in der Anlage zu § 1 Absatz 1 der Regelsatz zur laufenden Nummer 117 (bislang 10 Euro) und zur laufenden Nummer 118 (bislang 20 Euro) jeweils deutlich angehoben werden. Die Motorrad- und Autoposing-Lärmproblematik lässt sich nur durch eine intensive Überwachung und durch wirkungsvolle Sanktionsmaßnahmen im Sinne der lärmbetroffenen Bevölkerung lösen. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Regelsätze entsprechend anzupassen. Dem Lärmschutz sollte insoweit der gleiche Stellenwert eingeräumt werden wie der Verkehrssicherheit.“

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Horror-Sonntag in Hückeswagen

RP-Online berichtet von einem Tag in Zeiten von Corona.

Influenzer-Video: Wie Menschen auf laute Motorräder reagieren

Den Film sollte man sich ansehen: Da kaspern sich zwei Halbstarke durch den Straßenverkehr mit der superlauten BMW S1000RR und pendeln über die Reaktionen auf den Krach zwischen naiver Heiterkeit über den eigenen „Sound“ und Empathiegeheuchel für all jene, die zusammenschrecken, wenn der auf der BMW am Gaszug zieht. Liebe Politiker, liebe Ordnungshüter: Dieses Motorrad ist im Original schon unverschämt laut; wahrscheinlich das lauteste, das man derzeit bekommen kann. Aber das ist solchen Menschen natürlich noch nicht laut genug, deshalb hier mit einer Arrows Komplettauspuffanlage (vermutlich mit Slowenischer oder Luxemburger ABE). Warum man an diesem Gerät trotz anderslautender gesetzlicher Regelung weiterhin den DB-Eater einfach so entnehmen kann, weiß wohl allein der Scheuer-Andi (mit seinem ganz eigenen, bajuwarischen Rechtsverständnis). Jetzt ist das Ding so laut, dass Kinder weinen und selbst der fünf Meter entfernte Mitfahrer unterm Helm (auf dem Begleitmotorrad) zusammenschreckt. Tun Sie sich diesen Video-Mist an, dann wissen Sie, mit wem wir es zu tun haben: „Mein Vater würde mich umbringen, wenn ich mit dem Motorrad nachts heimkommen würde“. Er bekennt gleich darauf, dass diese Art innerfamiliärer Abmurksung auch mit der eigenen Maschine (Triumph Speed Triple) droht. Haha! Ach ja übrigens: Erschrecken will man ja keinen… Aber – sorry – es lässt sich halt nicht vermeiden. Und ausserdem wird man noch von Anderen als Lärmer „gefeiert“ (rolling eyes). Geil, geil, geil!

Dank @ Morgan!

Winfried Hermann findet klare Worte

Ausschnitt aus www.Motorradonline.de

Motorrad, die größte Motorradzeitschrift Europas interviewt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann zu der von ihm mitinitiierten Motorradlärm Initiative. Lesenswertes Interview und interessante Psychologie dahinter: Nichts scheint mehr zu schrecken, als ein Verbot von Strecken. Interessant auch die Abstimmung am Fuß des Texts. Wohlgemerkt: Hinter Motorrad scharen sich eher die besonnenen Biker.

Die Mehrheit ist für Laut: Quelle – Motorradonline.de

Einen Dank übrigens im Namen der Anwohner und Ruhesuchenden an Hermann für die klaren Worte – auch dafür, das BW in dieser Frage wirklich mal voraus ist.

Situationsbericht aus Baden

Motor(en*rad)lärm …

Baden leidet unter Raserlärm…

Ein wunderbares Wochenende zum entspannen, das Wetter ist schön, wir wollen den Garten mit der Familie & Freunden beim Grillen genießen .…
Doch unser Ansinnen hat einen Haken:
Wir wohnen außerorts, an einer der vielen landschaftlich reizvollen und kurvenreichen Landstraßen im Schwarzwald/Baden.
Die Lärmproblematik und Unfallhäufigkeit ist bekannt.
Das Einschalten der Polizei und das Ersuchen nach mehr Kontrollen stoßen jedoch auf personelle & materielle Engpässe. Finden sie statt, bleiben sie dank Informations-Leaks ergebnislos. Und wenn die Polizei dann ein oder zwei Mal im Jahr die Zeit findet, sich den penetrant nörgelnden Anwohnern zu erbarmen, dann herrscht aus vorherig genannten Gründen das Schweigen im Tale.
Das Landratsamt und das Landesministerium für Verkehr im Osten von Baden (Stuttgart) – tja, die berufen sich auf leider unvollständige Statistiken welche nicht mal ihr Papier wert sind … von politischer (legislativer) und exekutiver Seite … nichts zu erwarten … Wir fühlen uns Ohnmächtig und mit der Situation alleine gelassen. Verkauft und verraten.
Trotzdem! Wir lassen uns unsere Freude am Leben und das Zusammensein nicht so leicht nehmen. Daher haben wir, in guter Hoffnung, eingeladen … Familie, Freunde ….

Jedoch: FEHLANZEIGE !
Dumpfes Grollen von Motoren, dank sei der Auspuff-Klappen-Technik, gemischt mit kreischend lautem, kreissägenartigem Zweitakter-Sound. Unbeschreiblicher Krach, Knattern, erzwungene Fehlzündungen – und es schallt und reflektiert diese Geräusche im idyllischen Tal über mehrere Kilometer – ohne Unterlass ! Keine Minute vergeht, ohne diese „Musik“ von geistig minderbemittelten Spaß-Proleten.

Dann… plötzlich! Die Lärmkulisse verschwindet.
Aus der Ferne sind fast musikalische, symphonische und wohltuende Klänge zu vernehmen. Ein Martinshorn erschallt im Tal. Dann stimmt ein zweites Horn und ein Drittes ein … die Hörner ertönen und schallen, wie die Leitmotive in einer Bachschen-Fuge… eines ordnet sich dem nächsten unter, nimmt dann Anlauf um sich mit den Anderen zu messen und sich gegenseitig fulminant zu überbieten.
Doch schlagartig verstummt alles. Himmlische Ruhe! Keine Martinshörner, keine Fehlzündungen, kein Motorenlärm. Kein Knattern.
Die Stille wäre fast beängstigend – fast, wären da nicht plötzlich das lange vermisste Gezwitscher von Vögeln und das sanfte Rauschen und Plätschern des Baches im Talgrund zu hören … und wir? Wir können wieder miteinander reden, ohne unsere Stimmen erheben zu müssen. Wunderbar !

Der Preis hierfür ?
Vermutlich ein verunglückter, geschwindigkeits-affiner, klein-geistiger und egoistischer Spaß-Rennfahrer der sich überschätzt – und die Kurve oder Verkehrslage unterschätzt hat. Oder vielleicht beides.
Einer dieser lebens- überdrüssigen Asphalt-Cowboys (Cowboys sollte es ja in Deutschland eigentlich nicht geben), der sein geliebtes und verhätscheltes Spielzeug zerlegt hat. Jetzt steht er neben den Resten dieses – von Audi, BMW, Daimler, Porsche, Kawasaki, Ducati und all die anderen, hoch ehrwürdigen und renommierten Herstellern und Zulieferer für Sound-Design, Tuning und Fahrspaß gefertigten, vormals ach so schönen – Terror-Fun-Artikels.
Kurz grämt er sich ob des kaputten Spielzeugs und überlegt schon, welchen Ersatz er sich wohl mit dem Geld der Versicherung zulegen wird … vielleicht etwas schnelleres? Mit noch markigerem Sound?
Dank der unsäglichen Arroganz des – von schwarzen CSU-Doppel-Nullen geleiteten Verkehrsministeriums sowie exzellenter Lobbylistenarbeit – welche den Spaß des Individuums über die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Wähler und Mitmenschen stellen, ist auf dem deutschen Spielzeugmarkt alles erlaubt und verfügbar. Hier ist das gut dressierte Konsum-Bürgerlein bestens aufgehoben.
Hauptsache der Profit und die Aktienkurse stimmen. Audi-Schmuse-Andi und Konsorten regeln und sichern das wirtschaftliche Wachstum zum Wohle unserer innovationsüberdrüssigen, faulen und bestens vernetzten Schlüsselindustriemanager. Und eben diese Industriekapitäne ziehen sich dann nach einem erfolgreichen Arbeitsleben – mit 4.000 Euro Rente pro Tag – in den gut bezahlten Ruhestand eines Aufsichtsrates zurück (Beispielgröße bezieht sich auf Aldi-Aufsichtsrat).
Da fehlt zu unser aller Glück nur noch ein ehemaliger Black-Rock-Manager, welcher unsere Renten allzu gerne an diese Spaß-Industrie koppeln würde …. herzlichen Glückwunsch !

Zurück zu unserem Fest:
Wir halten – ob der durch Hörner eingeleiteten Bach-Fuge – kurz inne und hoffen, daß kein unbeteiligter Dritter zu Schaden gekommen ist.
Letztendlich können wir nun – ganz egoistisch – die nächsten Stunden in Ruhe genießen. Die natürliche Geräuschkulisse wirkt entspannend auf uns. Stresslevel bauen sich ab, Herz-Kreislaufprobleme sagen Adieu und die Steaks vom Grill mit den Salaten schmecken wunderbar. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, lachen und sind froh, mal wieder ein Wochenende gemeinsam und vor allem in Ruhe genießen zu dürfen.
Eine Ruhe, die wir sonst nur an einem verregneten Wochenende im Haus genießen könnten.

Ja, „wir“ sind auch egoistisch und spaß-orientiert. Der Unterschied: Unser Spaß belästigt niemanden und verursacht keine Kosten für Schallschutz-Maßnahmen und keine Herz-Kreislauf-Beschwerden betroffener Lärmopfer, denen meist nichts übrig bleibt, als sich am Wochenende in den ruhigen Keller zu verziehen.

Ich denke, Sie verstehen nun, weshalb wir die Aktion SilentRider unterstützen und zeichnen.
Besten Dank fürs Lesen und bleiben Sie gesund !

Gruß aus Baden.

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