Sulzbacher Steige soll entschärft werden

Ein Zeichen gegen den Verkehrslärm im Rems-Murr-Kreis: Die Backnanger Kreiszeitung berichtet aus Sulzbach an der Murr.

Idyllische Straße im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald – aber leider eine verlärmte Gegend. Gegen Raser und Lärmer gehen jetzt die Behörden vor, nachdem Bürgerbeschwerden schon vor Jahrzehnten laut wurden. Rüttelstreifen und Gelbe Karte, Demontage von Sitzbänken in Applauskurven – allerhand hat man sich einfallen lassen. Die Backnanger Kreiszeitung berichtet.

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21 Kommentare zu “Sulzbacher Steige soll entschärft werden
  1. TWD sagt:

    Es ist noch nicht so lange her, da hat man das Raserproblem bei uns ignoriert. Tag für Tag Hockenheimatmosphäre und Gemeinderäte und Bürgermeister sagen das sie davon noch nie etwas gehört haben. Das jetzt etwas probiert wird ist kein Ruhmesblatt, sondern ein Armutszeugnis. Hier sind schon Leute weggezogen, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben.

  2. Rainer Rau sagt:

    Überall dasselbe. Ich frag mich nur, ob der politische Fäulnisprozess sich von unten nach oben ausgebreitet hat oder von oben die Basis erreicht hat. Wir müssen einfach immer wieder deutlich machen, dass das Wählvieh die naiven Alibiaktionen (gelbe Karte, elektr. Displays…) als solche erkannt hat und sich davon nicht ruhigstellen lässt. Die Displays z. B. locken oft die Pestilenz an wie ein Hundehaufen die Mistkäfer. Eine teure Verarsche.

    • Reto sagt:

      Das mit der Gelben Karte kommt aus Mannheim – und könnte in der Tat ein erfolgsversprechendes Modell sein. Mit den Lärmdisplays: die Grünen in BW glauben immer noch an das Gute im Motorradfahrer. Das mag auch für 2/3 gelten, aber eben nicht für den Rest.

      • Ich sagt:

        Das Gute im Motorradfahrer…
        Gibt’s das wirklich? Naja, ich sage Mal, 5 Prozent, die mit Mopeds oder Mofas, da trifft das zu. Der Rest ist „fauliges Gemüse“ und gehört aus dem Strassenverkehr gezogen! Hier im Bereich Sächsische Schweiz war vor kurzem mal wieder bikerseitig Land unter, es startete eine sogenannte“Heimkinderausfahrt“. Ein hübscher Name für Lärmterror durch über 100 dieser Krawallkes. Aber das ist ja für die Kinder, oder? Vorschlag: Sperrung aller Straßen abseits der Bundesstraßen und Autobahnen bei euch und bei uns für Biker, und zwar ganzjährig. Nur das hilft. Ist aber leider nur ein Traum.

      • Wolfgang sagt:

        Hallo Reto,
        ich bin Deiner Meinung. Wenn das mit der gelben Karte konsequent umgesetzt wird, dann besteht endlich mal die Möglichkeit die Unbelehrbaren auf Ihre persönliche Eignung zum Führen eines Fahzeuges zur Eignungsprüfung vorzuladen. Den meisten Gefährdern spreche ich die geistige Reife und das Verantwortungsbewußtsein generell ab. Also der Lappen gehört dann eingezogen. Ich glaube dieser Weg könnte den Wildwuchs eindämmen. Ich habe kurzfristig Termine mit Bürgermeister und Polizeichef verabredet um für die gelbe Karte sowie Anbringung von Rüttelstreifen zu werben. Mit dem Initiator der gelben Karte stehe ich im Kontakt. Wir sollten das Thema gelbe Karte mehr in den Vordergrund bringen und damit den Bekanntheitsgrad dieser Möglichkeit erhöhen. Wie wär`s mit einem Schild in den Vorgärten?

        • Reto sagt:

          Hallo Wolfgang,

          manche Anwohner machen derzeit gute Erfahrungen mit Anzeigen wegen illegaler Rennen. Das ist Straftatbestand und die Polizei knn fast nicht anders. Indizien sind: Start allein (gegen die Uhr) oder in Gruppen. Helmkamer. Fahrerlager. immer dieselbe Strecke… Die gelbe Karte könnte ggf. eine rote werden.

          • Wolfgang sagt:

            Hallo Reto,
            das das Verhalten an unserem Hotspot eindeutig den Sachverhalt illegaler Straßenrennen erfüllt, wird leider von den Ordnungskräften wiedersprochen. Die Gefährder fahren gegen die Uhr und tw. zu dritt oder viert. Auf den Helmen sind Cams angeschraubt um dann Videos ins Netz zu stellen. Je riskanter umso mehr Daumen hoch.
            Aber wir können leider nichts machen, obwohl bei den letzten beiden Kontrollen über 50 % der Bykes mit Mängeln behaftet waren. Es ist traurig daß man als drangsalierter Bürger, der nur seine Ruhe haben will, den Ordnungskräften erklären muß welche Vergehen hier vorliegen. Ich mußte im vergangenen Jahr sehr penetrant vorgehen um eine Anzeige wegen Nötigung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr bei einer Polizeidienststelle machen zu können.

          • Reto sagt:

            Hallo Wolfgang,
            dann geh doch mal an die Medien und thematisiere das mit den Rennen.
            Ich werde versuchen mal Vergleichsmaterial zu beschaffen, wie andere vorgehen…
            Melde mich per Mail.

          • Rainer Rau, sagt:

            Woran kann es liegen, dass die Ordnungskräfte nichts machen „können“? Überforderung? Wichtigere Aufgaben? Vor einiger Zeit wollte ich einen Betrüger anzeigen. Es war schon nicht einfach, überhaupt in die Polizeiinspektion hineinzukommen. Bei dem Verhalten der Beamten hatte ich das Gefühl, etwas falsch zu machen und kam mir wie ein lästiger Bittsteller vor. Die Anzeige kam wegen „Aussichtslosigkeit, landet ohnehin auf einem großen Stapel“ nicht zustande. Das ist nicht gegen die (meisten) einzelnen Polizisten vor Ort gerichtet. Abhilfe schaffen nur klare Richtlinien und Anweisungen von ganz oben, und da wird so schnell nix kommen. Ein Schild im Vorgarten wird die Sache erfahrungsgemäß verschlimmern. Beim kleinsten Anzeichen von Widerstand fühlen sich die … in ihren „Rechten“ eingeschränkt und kämpfen mit anderen Bandagen als wir. Was in diesen Köpfen vorgeht, kann man sich nicht vorstellen, wir müssen leider die Auswirkungen ertragen. Und nicht vergessen: Auf vier Rädern wird’s auch rapide asozialer.

          • Wolfgang sagt:

            Hallo Reto, hallo Rainer,
            wegen verschiedener Vorfälle wie Nötigung sowie Überholen im Überholverbot durch Gefährder, habe ich mir vor 3 Wochen eine höher auflösende Dasham eingebaut. Ich werde bei der nächsten Gelegenheit die Strecke abfahren; wenn es dann zu Überholvorgängen sowie erkennbares Verhalten in Richtung illegales Strassenrennen kommt, dann werde ich eine Anzeige vornehmen. Dieses habe ich dem Chef unserer Polizeibehörde schon mitgeteilt. Ich werde Euch dann informieren.

          • Wolfgang sagt:

            Hallo Reto,
            vielen Dank für Deine Infos.
            Heute habe ich 1 Stunde mit der Dashcam und Block mit Armbanduhr (für`s Protokoll) am Hotspot verbracht. Habe dutzende von Krawallmachern protokolliert sowie auf dem Speicher-Chip. Habe die Polizei angerufen und alles abgegeben. Bei uns wurde eine Sondergruppe eingerichtet mit der ich Kontakt habe. Illegale Straßenrennen, Reifen aufwärmen, mehrere Überholvorgänge im Überholverbot sowie hochgebogene Kennzeichen bis ca. 50 Grad sind weitergeleitet. Da Sie vor meinem Auto immer gewendet haben sieht man den Winkel auch sehr gut. Da die Strecke nur ca. 1 km lang ist, so kann man exakt die Rundenzeiten feststellen. Das Material wird jetzt im Komissariat gesichtet und auf Beweiskraft geprüft. Ich werde dann die Anzeigen auf den Weg bringen. Nachdem einige Byker mir erklären wollten daß Ihr Handel alles rechtskonform sei, habe ich diesen erklärt Sie mögen eventuell in nächster Zeit ein Anschreiben bekommen.Was rechtskonform ist wird Ihnen noch erläutert. Sie haben sich dann getrollt.
            Die Beamten haben mir noch mitgeteilt daß es jetzt permanente kurzfristige Kontrollen geben wird. Das lohnt sich bei 60 % mangelhafter Maschinen in den letzten zwei Wochen.
            Wenn die Staatsanwaltschaft sich meldet mache ich einen Rapport.
            bis dahin alles Gute

  3. Rainer Rau sagt:

    Ein GROBES Foul, die zweirädrige Allgemeinheit zu treffen. Die Nochmehrheit kann nix dafür und wird jetzt durch Kollektivstrafen vielleicht sogar in die falsche Richtung motiviert. Wo ist das Problem?: Gehirn einschalten – Kriminelle markieren – Gesetze anwenden – Kriminelle abschrecken oder ausschalten – fertig.

  4. Herbert Ader sagt:

    Ich kenne die Strecke – es gibt einige reizvolle Wanderrouten im Schwäbischen Fränkischen Wald. Das Befahren dieses Streckenabschnitts ist lebensgefährlich, weil einem die Raser auf zwei oder vier Rädern um die fliegen. Und das Trotz 40 km/h und 60 km/h Schildern. Pure Anarchie. Und wenn kontrolliert wird, dann gibts trotzdem genug Idioten, die per Lichthupe warnen.

  5. Andi sagt:

    Es ist wirklich traurig, dass zu solchen Mitteln gegriffen werden muss, nur weil die Politik sich gegenüber der Motorrad Lobby nicht durchsetzen konnte und Rückrad gezeigt hätte bekommen das nun viele Millionen Anwohner täglich auf den Ohren zu spüren. Danke !!! Wenn ich so meinen Job machen würde wäre ich schon längsz gefeuert.

    • Der Redakteur sagt:

      Ob die Mittel wirken ist fraglich. Jedenfalls zeigt man auch hier mal hektischen Aktionismus. Als nächstes kommen die Geräuschtafeln – viel Geld für nix – und nix gegen viel Lärm.

  6. Rainer Rau sagt:

    Ich: Man darf die Sache nicht verharmlosen, von wegen „Kinder“ und so. Veränderter Anstellwinkel für Kennzeichen, Auspuffveränderungen, drastische Geschwindigkeitsüberschreitungen, extreme Verstöße gegen Verkehrsregeln, und dann oft keine Kohle mehr für verkehrssichere Reifen – das ist kriminell, und zwar vorsätzlich. Da müssen echte Strafen her, es müssen die Wiederholungsmöglichkeiten genommen werden, da ist nix mehr mit „Erziehen“ wie im Jugendstrafrecht. Noch mal: Die charakterliche Eignung zum Führen eines KFZ muss hohen Ansprüchen genügen, das sind keine Spielzeuge.
    Waffengesetz, Rauchverbot, verbotene Kinderpornographie, Kampfhunderegelungen – wieso klappts nicht bei den Krach- und Tempoterroristen? Eine rhetorische Frage – „die da oben“ wollen und können einfach nicht.

    • Ich sagt:

      Tja, warum klappt das nicht. Da sind – ich unterstelle das mal – finanzielle Interessen am Ruder. Ich las vorhin, war es in diesem Beitrag oder in einem anderem, dass die Hotels, Gaststätten etc. in den Erholungsgebieten mit „Biker willkommen“ werben. Aber andererseits soll Ruhe einkehren, denn es ist ein Erholungsgebiet und keine Rennbahn – oder? Also sollten doch eher Schilder herzu, die das Gegenteil anzeigen, und das am besten an JEDEM Ortseingang: BIKER SIND HIER NICHT ERWÜNSCHT! Aber damit würde man sich wieder mit denen anlegen, die auf den Umsatz aus sind, den sie mit solcherlei Klientel machen. So kann das nix werden. Im Müglitztal gibts Schilder mit „Lärm macht krank“ oder so ähnlich. Bringts was? Nein, möchte ich meinen. Nicht falsch verstehen, nicht alle Biker sind so, 5% (meine Meinung) halten sich an die Vorschriften. Haben einen in der Nachbarschaft, seine MZ (Ostmotorrad) hört man kaum. Ich selber zähle mit meiner Simson S51 (für unseren Wald, da kommt man mit dem PKW nicht hin) ebenfalls dazu – und warum? Weil die Originalteile verbaut sind – und bei der Konzeption dieser (ex. DDR) Fahrzeuge auf Ruhe gesetzt wurde und nicht wie im heutigen Zeitgeist auf Krach. Gerade eben rollen wieder 3 durch den Ort – 3 heutige – Lärmkarren verdammte! Das sind die anderen 95% und keine Polizei kann was dagegen machen. Tja, alles schwer hier in old germany….

      • Der Redakteur sagt:

        Hallo Ich,

        wir gehen (in Einklang mit der ACEM im Jahr 2000, also der Motorrad-Herstellervereinigung) davon aus, dass es mindestens 30 % sind, die auffällig laut sind. Mit dem Klappenauspuffskandal nach seit den 2000er Jahren vielleicht eher 50 %. Ich habe in dieser Woche einen Herrn mit einer Yamaha TDM aus 1995 kennengelernt und auf seinen Wunsch mit dem Schallpegelmessgerät gemessen. Trotz 79 PS vollkommen unauffällig. Die heutige TDM allerdings sei wesentlich lauter, sagt der Besitzer. Hat auch mehr PS.

  7. Rainer Rau sagt:

    Mich hat vor ein paar Jahren ein Polizist gefragt, ob mein Motorrad einen Elektromotor habe. Aber bei der Entwicklung der Szene habe ich es wegen Fremdschämens aufgegeben, ich wollte mit denen einfach nichts mehr zu tun haben.

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