Wegweisende Entscheidung mit Vorbildcharakter weit über Südtirol hinaus
Mit dem Verbot organisierter Motorsportveranstaltungen in geschützten Gebieten und oberhalb von 1.600 Metern setzt Südtirol ein längst überfälliges Zeichen für den Schutz von Mensch, Natur und Lebensqualität.
Jahrelang mussten Anwohnerinnen und Anwohner hinnehmen, dass ihre Heimat an Veranstaltungstagen zur Kulisse für organisierte Motorsportaktivitäten wurde – mit erheblichem Lärm, zusätzlichen Emissionen und unnötigen Verkehrsbelastungen. Naturparks, Dolomitenpässe und sensible Naturräume sind keine Rennstrecken und keine Bühne für motorisierte Freizeitveranstaltungen.
Diese Entscheidung hat Vorbildcharakter weit über Südtirol hinaus. Sie zeigt, dass Politik den Mut haben kann, die Interessen der Bevölkerung und den Schutz sensibler Naturräume höher zu gewichten als die Wünsche einzelner Veranstalter. Gerade in Deutschland, wo Anwohner entlang vieler beliebter Motorradstrecken seit Jahren unter vermeidbarem Verkehrslärm leiden, sollte dieser Beschluss aufmerksam verfolgt werden. Südtirol liefert damit einen Maßstab für einen verantwortungsvollen Umgang mit besonders schützenswerten Landschaften.
Schutz von Mensch und Natur muss Vorrang haben
So heißt es in der Verlautbarung der Landesregierung:
„Beide strategischen Dokumente sehen vor, sensible Natur- und Berggebiete besser zu schützen, Umweltbelastungen zu reduzieren und die Lebensqualität der Bevölkerung zu schützen. Organisierte Motorsportveranstaltungen stehen diesen Zielen entgegen, da sie zusätzliche Belastungen durch Lärm, Emissionen und Verkehr verursachen.“
Positiv ist auch, dass der Individualverkehr von der Regelung unberührt bleibt. Es geht nicht darum, Motorradfahrer oder Autofahrer pauschal auszugrenzen. Untersagt werden ausschließlich organisierte und geführte Motorsportveranstaltungen, die regelmäßig zu erheblichen zusätzlichen Belastungen für Anwohner und Umwelt führen.
Diese Maßnahme kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Wer an beliebten Bikerstrecken lebt, weiß, dass auch außerhalb organisierter Veranstaltungen weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht. Überhöhte Geschwindigkeiten, unnötiger Motorradlärm und rücksichtsloses Fahrverhalten beeinträchtigen vielerorts die Lebensqualität der Anwohner an jedem schönen Wochenende.
Die Südtiroler Landesregierung hat mit ihrer Entscheidung Verantwortung übernommen und ein deutliches Signal gesetzt. Nun sind andere lärmbetroffene Regionen auch in Deutschland gefordert, diesem Beispiel zu folgen. Die Lebensqualität der Menschen und der Schutz sensibler Naturräume dürfen nicht länger hinter den Interessen motorisierter Veranstaltungen zurückstehen.
Forderung: Deutschland muss nachziehen
Die Entscheidung der Südtiroler Landesregierung darf kein Einzelfall bleiben. Deutschland sollte diesem wegweisenden Beispiel folgen und organisierte Motorradtouren sowie Motorsportereignisse in Schutzgebieten ebenfalls untersagen.
Wer es mit dem Schutz von Natur, Klima und der Gesundheit der Anwohner ernst meint, kann nicht länger zulassen, dass Schutzgebiete regelmäßig für organisierte Motorradtouren und Motorsportereignisse genutzt werden. Was in Südtirol möglich ist, muss auch in Deutschland möglich sein.

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