Thementag im SWR: ZuLaut Auspuff-Mafia gegen Anwohner

Im Wald bei Löwenstein auf der Lauer nach guten Bildern und lauten Tönen: Das SWR Team unterwegs mit dem BUND AK Motorradlärm.

Viele Menschen leiden unter Straßenverkehrslärm, 76 Prozent der Bevölkerung ist es an den Straßen zu laut. Im Rahmen des Multimediaprojekts „Hier ist es zu laut!“ hat der SWR im April dieses Jahres zu einer Mitmach- und Messaktion aufgerufen, an der 400 Anwohner besonders belasteter Straßen teilgenommen haben. Sie haben auf Fragen des SWR geantwortet, von ihren Erfahrungen berichtet und eigene Videos und Messungen eingeschickt. Die Hochschule Karlsruhe wertet die Einsendungen aktuell aus. Hier klicken: Der SWR widmete dem Komplex um die Belastung durch Verkehrslärm am 30. Oktober 2019 einen Thementag im SWR Fernsehen, im Hörfunk, online und in den sozialen Netzwerken. Mit dabei auch der BUND Arbeitskreis Motorradlärm und der VAGM e.V.

„betrifft: Hier ist es zu laut! Was tun gegen Straßenverkehrslärm?“

30 Hilferufen von Menschen, die unter Straßenverkehrslärm leiden, sind SWR Reporterinnen und Reporter des Projekts „Hier ist es zu laut“ gefolgt und haben mit professionellem Equipment nachgemessen. Sie haben geprüft, wo genau die Auslösewerte für eine Lärmsanierung überschritten werden – und zeigen, dass der Verkehrslärm vielerorts eindeutig gesundheitsgefährdend ist. Mit diesen Ergebnissen konfrontiert das Rechercheteam Behörden, Politik und Automobilindustrie. Die Doku „betrifft: Hier ist es zu laut! Was tun gegen Straßenverkehrslärm?“ begleitet lärmgeplagte Familien und prüft, ob die Behörden aufgrund der Messergebnisse aktiv werden. Schon jetzt hat das SWR Projekt dazu geführt, dass sich Anwohner zusammenschließen, Unterschriften für Lärmschutz sammeln und neue Protestformen entwickeln.

„Die Auto-Dröhner – Mannheims laute Söhne“

Im Anschluss um 21 Uhr zeigte das SWR Fernsehen die Reportage „Die Auto-Dröhner – Mannheims laute Söhne“: Seit 2016 lauert eine Mannheimer Ermittlungsgruppe um den Polizeidirektor Dieter Schäfer Auto-Posern auf, jungen Männern, die mit teuren Wagen und hohem Schalldruck Aufmerksamkeit suchen. Unter konstantem Kontrolldruck der Polizei ist es in der Stadt inzwischen leiser geworden – doch ganz vorbei ist das Poser- und Lärmproblem trotzdem nicht. Dabei könnte die Politik die Nerven der Bürgerinnen und Bürger schützen, indem sie den Motoren- und Auspufflärm gesetzlich strenger regelt. Das aber tut sie nicht, denn die Auto- und Zubehörindustrie hat die Lärm-Poser längst als zahlungskräftige Kundschaft entdeckt.

Weitere Beiträge in SWR Fernsehen, Hörfunk und Online

Um 22 Uhr zeigt das SWR Fernsehen am 30. Oktober den Bürgertalk „mal ehrlich…es ist zu laut!“ mit Moderator Florian Weber, in dem Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen, die persönliche Erfahrungen mit dem Thema Lärm gemacht haben oder weiter machen müssen: Bahnlärm im Mittelrheintal, Fluglärm rund um den Flughafen Frankfurt, den ganz „normalen“ Lärm des Nachbarn oder der Ausfallstraße vor der Wohnung. „SWR Aktuell“ wird anlässlich des Thementags in seinen Nachrichtensendungen die Messergebnisse und die Reaktionen aus der Landespolitik melden. Die „Landesschau“ sendet Berichte aus besonders lärmgeplagten Orten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. „Kaffee oder Tee“ wird das Thema in einem Studiogespräch weiter vertiefen. Das Schulfernsehen „Planet Schule“ strahlt Beiträge zum Thema Hören, Lärm und Lärmbelästigung aus. Die Hörfunksender SWR1 und SWR4 senden Beiträge, Interviews und Reportagen zum Thema.

Beiträge, Hintergründe und interaktive Karte auf www.swr.de/zulaut

Auf der Projektseite www.swr.de/zulaut werden Hintergründe, Servicetipps und weitere Beiträge zusammengeführt. Dort kann jeder prüfen, ob auch vor der eigenen Haustür nachgemessen wurde: Messwerte, Kommentare und Videoclips der Nutzerinnen und Nutzer, die dem Aufruf der Mitmachaktion gefolgt sind, lassen sich in einer interaktiven Karte des Südwesten Deutschlands einsehen. Die multimediale SWR Wissenschaftsredaktion begleitetet den Thementag mit aktuellen Hörfunkbeiträgen und im Internet unter www.SWRWissen.de

Getagged mit: ,

Knöllchen statt Smileys: Bald Lärmblitzer in Frankreich und der Schweiz

Misst und fotografiert: So sieht der von Bruitparif entwickelte Lärmblitzer aus.

Während in Baden-Württemberg immer mehr Kommunen auf die Einsicht der Biker setzen, und für teuer Geld in unverbindliche Smileyapparte am Straßenrand investieren, greifen die Behörden in Frankreich und der Schweiz zu scharfen Waffen: Wie Heise Online meldet, werden in Paris demnächst Lärmblitzer installiert, die Poser auf zwei oder vier Rädern identifizieren sollen. Auch „Auto Motor und Sport“ berichtet und erklärt das System: „Das von Bruitparif entwickelte Gerät verfügt über vier Mikrofone, die … den Ursprung eines Klangs … lokalisieren können. … Die Tonaufnahmen werden mit Überwachungskameras der Polizei verbunden, die wiederum das Kennzeichen feststellen und automatisch ein Knöllchen ausstellen.“

Auch in Genf (Schweiz) will man damit gegen provokative Lärmer vorgehen: „Das Kantons-Parlament in Genf begründet seine Entscheidung für die Testphase der Lärmblitzer damit, dass 60 Prozent der Einwohner Genfs unter Lärm leiden und der Lärm Herzkrankheiten oder Diabetes verstärken können. Verkehrslärm sei nach der Luftverschmutzung die zweitstärkste Umweltbelastung. In dem Antrag der Politiker soll der Apparat die Lautstärke vorbeifahrender Autos erfassen und das Fahrzeug nach Überschreitung eines festgelegten Grenzwerts fotografieren. Die Polizei soll dann die lauten Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen und Strafen verhängen können.“ Wie man sieht, lässt sich mit Gesetzen tatsächlich gegen den Krach vorgehen – auch in der EU.

Getagged mit: , ,

Quellen + Sachverstand, sie zu interpretieren

Immer wieder treten hier Motorradfahrer zur Diskussion an mit dem Ziel, einen Dialog zu führen. Die Folge ist nicht selten eine Diskussionsschleife, die verkennt, dass es zwar beiden Gruppen darum geht „in Ruhe gelassen zu werden“ – dass aber beide Gruppen etwas Grundverschiedenes mit Ruhe meinen. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo die Dialogbereiten sich diskriminiert fühlen – im Gegenzug aber auch jede Quelle anzweifeln, die die verfahrene Situation beschreibt. Mit Zitatplatitüden möchte unser Mitstreiter Hermann aufräumen – und führt zu den Quellen Sachverstand an. Man merkt: das Thema Lärm ist ohne Physikstudium nicht so leicht zu beschreiben. Hermans geht auf die Kritik von „ein Motorradfahrer“ ein

Ich denke, dass das was Sie hier erleben einfach nur Ausdruck dessen ist, dass die Nerven inzwischen blank liegen.
Motorradlärm ist absichtlich so ‚konstruiert‘, da er wahrgenommen werden soll. Ich bin davon überzeugt dass inzwischen mehr als 80% der Motorräder deutlich lauter sind als technisch notwendig. Leider – und da gebe ich Ihnen recht – werden damit auch die wenigen ‚Anständigen‘ unter diese Kategorie eingeordnet. Versetzen Sie sich aber auch bitte ‚mal in die Lage der Lärmgeschädigten: Angenommen sie würden bei 90% ihrer Einkäufe irgendwie übers Ohr gehauen werden, wären Sie dann wirklich frei vom Gedanken „Alle Verkäufer sind Betrüger“ ?
————————————————————–

@ Motorradfahrer
ich nehme hier Ihren Post:
https://motorradlaerm.de/ivm-die-hersteller-und-heuchler/#comment-49020
wieder auf da er sonst zuweit im Strom zurückliegt und untergeht.

Zitat: „75%“ …
———–

Offen gestanden bin ich der 75% Fixierung etwas müde. Ich denke ich habe mehr geliefert, vielleicht dazu etwas mehr am Ende meines Posts.

——————————————————————-

Zitat: „Kanada .. kann ich nicht beurteilen, ob es so ist, aber: ich würde diese Leute trotzdem nicht als Trottel bezeichnen.“ …“ Die als „Trottel“ oder sonstwas zu bezeichnen, kommt mir nicht in den Sinn.“
———–

Es ehrt sie, dass sie ihre Peiniger nie mit verbalen negativen Begriffen belegen würden (falls dem wirklich so ist, ist dieser Satz durchaus ernst gemeint). Ich denke nicht, dass ich ein verbal ausfallender oder vulgärer Mensch bin, aber es gibt für mich durchaus Fälle wo der Rubicon überschritten wird und ich mir eine etwas deutlichere Wortbildung anmaße. Offensichtlich sind wir hier verschieden gestrickt.
——————————————————————-

Lärmradare:

Ich bin etwas sarkastisch dazu geneigt zu sagen dass sie hier (endlich) argumentativ werden.

Sie erwähnen den „Lärmbericht aus Baden-Württemberg“. Eine kurze Anmerkung dazu: ich schätze es in solchen Diskussionen, wenn Behauptungen durch Quellenangaben untermauert werden. Ich kann also nur vermuten, daß Sie diesen: „https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mensch-umwelt/laermschutz/laermquellen/motorradlaerm/“ Bericht meinen. Wenn Sie sich diesen Bericht (des Landes BW !) aber um die Minute 1:30 wirklich angehört haben, verstehe ich nicht wie Sie auf Ihre Behauptung, dass Motorräder im Grunde nicht auffallend laut wären, kommen.

Ich will nochmals mit anderen Worten versuchen, die Problematik aus meiner Sicht näher zu bringen:
Die meisten Motorradfahrer die ich kenne behaupten in den vielen Diskussionen, die ich mit ihnen hatte: „Mein Motorrad ist nicht besonders laut“. Wenn sie den Bock dann aber anlassen, haut es glatt den Papagei von der Stange. Offensichtlich besteht hier ein wesentlicher Unterschied zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung.

Nun können Sie natürlich ja theoretisch einwerfen: Na vielleicht liegt’s ja an Ihnen (also an mir). Tatsächlich ist meine Samplingrate nicht gross genug um damit allgemeingültige Aussagen zu machen, aber auf meine Links hin, die klarmachen, dass inzwischen Motorradfahrer weltweit nerven, hätte ich dennoch gerne eine Antwort auf die Frage „Warum ist das so?“ die jenseits der ‚75% Diskussion‘ angesiedelt ist.
Ich denke es bedarf schon ein gerütteltes Maß an Verschwörungsdenken, um zum Schluß zu kommen, dass eine weltweite Konspiration gegen (die armen) Motorradfahrer vorliegt.
Schon klar: Wer sein eigenes lautes Motorrad als ‚Musik‘ wahrnimmt, tut sich schwer zu verstehen, dass andere davon schlicht genervt sind. Da gilt die alte Regel: „l’enfer c’est les autres“ (zu deutsch: die Hölle, das sind die andren…“

Nun zu ihrer Kritik über die Messmethoden: Ich gebe Ihnen sogar ein Stück weit recht, allerdings aus einem anderen Blickwinkel heraus.Die Basis für meine Argumentation ist ausgerechnet ein Artikel in ‚Motorradonline‘
https://www.motorradonline.de/ratgeber/alles-zum-thema-motorradlaerm-motorraeder-werden-lauter-wahrgenommen-als-autos/ dem man wohl kaum (Verschörungstheoretiker ausgenommen) motorradfeindliche Presse unterstellen kann. Dort heist es unter dem Titel „Motorradgeräusche lästiger als Pkw-Geräusche“ (implizites Fragezeichen)…
„Wohl kaum, denn die Normen für Geräuschemissionen werden immer weiter verschärft“. Schön, aber vielleicht lohnt es sich dazu zum Beispiel diesen Artikel: „https://www.beobachter.ch/strassenverkehr/motorrader-der-larm-bschiss“ zu lesen. Tja, dumm nur, die Jungs (Prüfstelle der Berner Fachhochschule) haben echt gemessen.

Darf’s noch etwas mehr sein ? Klar, hier:
https://www.beobachter.ch/strassenverkehr/tofflarm-die-larmgrenzwerte-sind-reine-theorie
Wiederum wurde diesmal nachgemessen, Ergenbis: Die (modernen) Pötte zugelassen nach der neusten Euro-4 Norm wären noch nicht einmal durch die vorherige angeblich laschere Euro-3-Norm gekommen. Soviel zur ‚immer strengeren Regelungen‘ und den angeblich leisen Motorrädern.

Dann geht es weiter mit:
„Grundsätzlich sind Motorräder im Straßenverkehr gar nicht lauter als Autos, sondern eher leiser, jedenfalls in Sachen Pegel. Eine Studie zum Thema Motorradlärm im Auftrag der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg kam im Jahr 2010 zu dem Schluss, dass bei gleicher Geschwindigkeit der Emissionspegel von Motorrädern und Pkws etwa gleich hoch liegt.“Klar, dass keine Quellen dazu angegeben werden, aber in dem Link des Landes BW, den ich oben genannt habe, wird ab der Minute 2:30 etwas ganz anderes gesagt, komisch nicht ?

Dann kommt der für mich relevanteste Teil, denn es heisst:
„Denn es ist nicht der Schallpegel an sich, der stört, sondern die subjektiv empfundene Lautheit, die sich in psychoakus­tischen Messungen feststellen lässt. Motorradgeräusche werden der zitierten ­­Studie zufolge als deutlich lauter und damit lästiger empfunden als Pkw-Geräusche – bei 100 km/h sogar als doppelt so laut, obwohl der Schallpegel der gleiche ist. Musikwissenschaftler der Uni Wien ­kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. Motorradgeräusche, so stellten sie in einer psychoakustischen Untersuchung fest, werden als besonders lästig wahrgenommen, weil sie „eine hohe Lautheit mit starkem Energiegehalt bei zwei bis vier Kilohertz, eine klangfarbliche Schärfe und ausgeprägte Rauigkeit“ aufweisen.“
—-
Dieser durchaus wichtige (und richtige !) Sachverhalt wird dann lakonisch mit dem Satz:
„Es geht also vor allem um die Frequenz und die Klangfarbe des Motorradsounds. Daran können Motorradfahrer nichts ändern …“ quittiert.

Himmelarschundzwirn! Motorradfahrer können also nichts dafür, wahrscheinlich mit dem Argument dass diese eben so von den Herstellern verkauft werden. Der Hersteller sagt: Die Kunden wollen dass so (sagen Sie mir bitte falls Sie zu dieser Aussage Belege brauchen). Die ganz Findigen schließen den Reigen mit „Motorräder müssen konstruktionsbedingt einfach lauter sein“ ab. Jeder schiebt also dem anderen den schwarzen Peter zu und zum Schluß ist niemand mehr dafür verantwortlich. Klasse !

Zurück zur ‚klanglichen Schärfe‘, denn hier liegt für mich der Hund begraben:Motorräder werden wie Pkw mit den (gleichen) Verbrennungsmotoren betrieben. Warum sind dann aber letztere (und insbesondere die historisch als ‚laute Nagler‘ beschriebenen Diesel) heute ohne ‚klangliche Schärfe‘ unterwegs – im Gegensatz zu Motorrädern? Ich gebe Ihnen meine Antwort: Weil es so gewollt ist, genauer „weil es der Kunde so wünscht“ (und der Gesetzgeber es zulässt). Haben Sie eine bessere Erklärung dafür ?

D.h. selbst wenn der Artikel Recht hätte und Motorräder nicht lauter als Pkw wären (meine eigenen Messungen widersprechen übrigens dieser Aussage diametral) ist dies noch nicht das wahre Problem. Es ist, wie im Artikel ansatzweise genannt, die Klangstruktur die beabsichtigt(!) (fast) die ganze Schallenergie in ein enges Frequenzband bündelt, welche den Schaden anrichtet. Ein Geräusch wie das sog. „Weiße Rauschen“ wo die Schallenergie über ein weites Spektrum verteilt wird (Bach und Windrauschen wären dazu klassische Beispiele) können sogar als angenehm empfunden werden. Ich selbst habe einen Wildbach im Garten und wenn ich außer Haus bin ‚fehlt mir“ sogar sein Gurgeln und Säuseln.

Zusammengefasst gebe ich Ihnen in soweit Recht, dass die heutigen Messprotokolle nach dB(A) ein schlechter Witz sind. Offensichtlich fehlt es selbst in „Expertenkreisen“ an Kompetenz.Ich hätte noch viel dazu zu sagen i.B. was das „scharfe Klangbild“ im Ohr anrichtet, was intermittierende (Knall)Geräusche bewirken…, aber lassen wir das, ich habe auch noch andere Dinge zu tun.

Lärmdisplays sehr gefragt

Baden-Württemberg geht voran: Hohe Nachfrage aus den Kommunen für Förderprogramm – Land unterstützt 23 Kommunen bei der Anschaffung von Motorradlärm-Displays – die Displays können Anwohnern über die Freibeweisregel rechtliche Möglichkeiten eröffnen

Den Motorradlärm eindämmen – mit Blick auf dieses Ziel hatte das Ministerium für Verkehr im Mai dieses Jahres ein Förderprogramm in Höhe von 130.000 Euro für die Anschaffung von Motorradlärm-Displays eingerichtet. Die Resonanz aus den Kommunen war so groß, dass der Fördertopf zwischenzeitlich deutlich aufgestockt werden musste, um alle Anträge zu bewilligen. 

Das Ministerium fördert nun insgesamt 28 Displays folgender 23 Kommunen, die dem Motorradlärm mittels präventiver Display-Anzeigen beikommen wollen: Baden-Baden, Baiersbronn, Beuren, Biederbach, Bietigheim-Bissingen, Donzdorf, Eislingen/Fils, Gaildorf, Gammelshausen, Heidelberg, Hohenlohe (Landratsamt), Hüfingen, Kernen, Loffenau, Lörrach (Landratsamt), Löwenstein, Mainhardt, Rottweil, Sasbachwalden, Sulzbach/Murr, Sulzbach-Laufen, Untergruppenbach, Wüstenrot. Das Ministerium unterstützt den Kauf der circa 15.000 Euro teuren Geräte mit je 4.000 Euro. Gefördert werden Städte, Gemeinden und Landkreise.

Für den Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, Thomas Marwein, ist die starke Nachfrage ein Zeichen dafür, dass sich die Kommunen Unterstützung im Kampf gegen Motorradlärm wünschen: „Ich freue mich über die große Nachfrage und bin dankbar, dass alle Anträge bewilligt werden konnten. Damit werden Motorradlärmdisplays in ganz Baden-Württemberg sichtbar. Vielen Motorradfahrern ist häufig nicht bewusst, wie viel Lärm von ihren Maschinen ausgeht und wie stark dieser die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen kann. Gerade die Langzeitfolgen von Lärm wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind besorgniserregend. Lärm-Displays sind eine präventive Maßnahme und helfen nachweislich, Motorradlärm zu reduzieren und die Fahrer für das Thema zu sensibilisieren.“ 

Der Förderung waren 2015 und 2016 Pilotversuche mit Motorradlärm-Displays vorausgegangen, die auf Strecken im Hochschwarzwald, der Schwäbischen Alb und den Löwensteiner Bergen Motorradfahrer sensibilisieren wollten. Der Test war erfolgreich – eine Absenkung der Lärmwerte von Motorrädern im Mittel um 1,1 bis 2,2 dB(A) konnte nachgewiesen werden. Das Gerät, welches sowohl die Geschwindigkeit als auch den Lärmpegel misst, wurde in der Folge zur Serienreife entwickelt. 

Die Displayanzeigen sprechen Motorradfahrer konkret an und fordern sie zu einer rücksichtsvollen Fahrweise auf. Rechtlich-regulatorische Maßnahmen, um Motorradlärm wirkungsvoll einzudämmen, sind nach derzeitiger Rechtslage nur in engen Grenzen und unter bestimmten Rahmenbedingungen möglich. Mit Motorradlärm-Displays können Motorradfahrende durch die unmittelbare und individuelle Ansprache zu einer moderaten Fahrweise und somit zu einer Reduzierung der Lärmbelastung angehalten werden.

Hintergrundinformationen

Motorradfahren liegt im Trend: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 2018 in Baden-Württemberg insgesamt 24.858 Krafträder neu zugelassen und damit gut zehn Prozent mehr als 2017. Eine ähnliche Tendenz gibt es bereits für das erste Halbjahr 2019. Die Zahl der in Baden-Württemberg zugelassenen Motorräder stieg in den letzten 50 Jahren kontinuierlich an – und liegt 2019 bei 687.913 angemeldeten Fahrzeugen. Das Kraftfahrtbundesamt zählte Anfang 2019 bundesweit 4,44 Millionen Maschinen. 

Getagged mit: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Lärm-Report aus Tirol

Reportage aus den Alpen: Die Österreicher werden vom Freizeit- und Spaßverkehr belästigt.

Die Alpen leiden mehr und mehr unter dem teutonischen Krachverkehr – eine Fernseh-Reportage im ORF schildert das eindringlich. Während die einen leiden, die anderen ihren „Spaß“ haben, verdienen die Gastronomen ihr Geld auch mit Motorradfahrern und fürchten um den Umsatz. Der Denkfehler: Offensichtlich meint man in unserem Nachbarland (wie auch hierzulande) dass dieser Freizeitlärm auf zwei Rädern unvermeidbar sei. Ganz im Gegenteil. Es ginge weitaus leiser, wenn nicht gar leise. Der Fahrspaß wäre bis auf die akustische Komponente der selbe. Nur will die Kundeschaft das nicht und deshalb gibt sich die Fahrzeugindustrie (auch die Österreichische) alle betrügerische Mühe, die Lärmvorschriften zu umgehen. Und die Politik lässt sich das gefallen. Europaweit. Das ist ausgewogene Berichterstattung, die alle Seiten zu Wort kommen lässt. Nur leider unter der Annahme von falschen Voraussetzungen.

IVM: Die Hersteller und Heuchler

Aufgepasst – endlich mal eine Neuigkeit in Sachen Motorradlärm, die aufhorchen lässt: Der Industrieverband Motorrad Deutschland (IVM) hält seine Kunden in einem Video zum leisen Fahren bzw. Schieben an. Allen ernstes! Wirklich! Mei! Was für eine Wuchtel!

Da hat sich vermutlich der IVM-PR-Kreis getroffen und gesagt: „Es regt sich Unmut im Volk. Natürlich nur in dem Teil, der nicht zu unseren Kunden zählt! Wir müssen etwas tun! Angriff ist die beste Verteidigung! Schuld verschieben! Und zwar lustig, weil Fahrvergnügen ist Kulturgut!“

In dem folgerichtig humorigen und mit Sicherheit viral gehenden Film-Streifen zeichnet eine kreative Kreativagentur ein realistisches Bild zum Stand der Dinge: Die Landbevölkerung hat die Nase (hier = Ohren) voll von den Rowdies. Die Traktoristen und Rollatoristinnen gucken im Film sogar böse! Denen kann man auch nichts recht machen: Früher wurde jede Harley und jeder Streetfighter mit Palmwedeln empfangen, heute kommt der lärmgeplagte Landmann mit der Mistgabel dahergerannt. Pro forma appellieren die Hersteller jetzt an die berittenen Kundschaft, es doch bitte leiser angehen zu lassen. Der Film droht mit Fahrverboten und Schiebzwang. Einschränkender Tenor: Das Motorrad ist ja nicht schuld. Schuld ist das Herrchen mit dem ADHS-Minderwertigkeitskomplex, das draufsitzt! Der Be-Sitzer – wie beim Kampfhund!

Was für ein Noise-Washing!

Können die Hersteller denn gar nichts dafür? Vor 15 Jahren hat BMW noch Motorräder gebaut, die waren als Polizeikrad nicht lauter als ein Pkw. Heute führen die Bayern die Rangliste der Poser mit ihrer BMW S 1000 RR an. Darf wegen Lärmerei nicht auf die Rennstrecke, aber überall Leute belästigen auf öffentlicher Straße. Selbst das Volumenmodell GS geht nicht mehr ohne Auspuffklappen an den Start, geschweige denn durch den TÜV. Ist ja auch eine Art Krawall-Tourenmotorrad. Der TAZ gegenüber hat der Hersteller bekannt, dass es sonst keine Homologation bekommen hätte. Erst jüngst hat das Umweltbundesamt eine BMW RnineT untersucht und festgestellt, dass dieses Ding so laut kann wie 160 Kräder, die den Lärmgrenzwert von 77 Dezibel einhalten. Frage an BMW: Wäre es nicht viel einfacher, dieses „Naked Bike“ leiser und sich selbst ehrlich zu machen? Einfacher als die Fahrer im Nachhinein zum Säuseln bekehren zu wollen, die für diesen Lärmgenerator auf zwei Rädern teuer bezahlt haben?

Schiebung – allerorten

Die Audi-Tochter Ducati scheint angesichts der jüngsten Emissions-Geschichte(n) ebenfalls berufen, ihre Kunden zum Schieben anzuhalten. Spitzenmodell Panigale: Spitzen-Standgeräusch 107 Dezibel bei halber Drehzahl (sic!). Plus 5 Dezibel Toleranz bei der Polizeikontrolle. Dafür hat dieses 200-PS-Modell die Zulassung unter bemerkenswerten Umständen bekommen: Es wurde geräuscharm mit 36,6 km/h im dritten Gang durch den Testzyklus gefahren – oder geschoben. Normenidiotie vom Feinsten…

Ducati Prüfaufkleber: 107 dB (A) Standgeräusch bei halber Nenndrehzahl. Und Fahrgeräusch: Im dritten Gang bei 36,5 km/h den „Grenzwert“ von 80 dB(A) mit Abstand eingehalten.

Geschoben wird ja allerorten: Bestimmt bestückt der IVM auch den illustren Normenkreis in Genf mit kompetenten und diensteifrigen Mitgliedern… Man glaubt es nicht! Wer so einen Testzyklus ersonnen hat, der lebt bar jedes Sachverstands im Herstellerbiotop bei Daimler oder BMW – oder ist raubtierkapitalistisch böswillig.

Zwischenruf:

Ey, du kleiner Diplomingenieur (FH), der du deinen Hintern jahrelang in dieser Normenkommision breit gedrückt hast, um in der Norm den „Stand der Technik“ abzubilden: Was sind schon 1,8 Milliarden Euro für verkehrslärmbedingte Infarkte pro jahr in Deutschland, wenn man dafür viele „legale“ Sportauspuffe mehr verkaufen kann, gell? Und nicht negativ denken, sondern immer lustig bleiben (wie der Film): Herzinfarkt ist ja auch eine Chance, vom Lärm-Hotspot wegzuziehen. Also – wenn man ihn überlebt hat.“ Quelle

Der IVM steht auch für Harley Davidson. Experten schätzen, dass 80 Prozent der Neufahrzeuge dieser Marke einen Zubehör-Krachauspuff mit Klappen bekommen. Seit 2016 und mit Euro 4 sollen Klappenauspuffe offiziell verboten sein. Nichts genaues weiß man nicht – in dieser lobbyistengesteuerten Bananenbiegerrepublik der Scheuerandis werden die Klappenauspuffe von Kesstec und Jeckyll & Hyde jedenfalls munter weiterverkauft. Sonst gäbe es die Firmen ja gar nicht mehr, denn: Ein vernünftiges Produkt haben sie nicht.

Nicht von dieser Welt: Da singt in einem anderen IVM-Lärmvideo ein Mädchen leise lauter, als die Harley vorüberfährt. Die Kuschelvariante von „Born to be wild“ hat leider nichts mit der Realität zu tun.

Auf NRA-Niveau angekommen

Ein ebenso munteres Stelldichein feiern in diesem Verband auch die Japaner (Suzuki, Kawasaki, Honda, Yamaha), die zuhause enge Daumenschrauben in Sachen Lärm angelegt haben, aber hierzulande richtig die Sau rauslassen: für maximale Zufriedenheit der Kunden. Und für den Rest (also die Nichtkunden) gibt es ein tröstendes Filmchen, mit dem die Lärmverdiener, „Sound“-Designer und Normenverdreher sich die Hände in Unschuld waschen.

Merke: Am Gas drehen immer die anderen! Das hat schon fast etwas von NRA

Getagged mit: , , ,

Baden-Württemberg gibt Gas gegen Motorradlärm

Baden-Württembergs Grün-Schwarze Landesregierung leistet sich einen Lärmschutzbeauftragten – und der redet endlich Tacheles: Der weitaus größte Teil der Lärmbeschwerden, die bei ihm auftreffen, beziehen sich auf Motorradlärm. Thomas Marwein nutzt als Lärmschutzbeauftragter die Sommerpause, um die Lärm-Hotspots im Bundesland abzureisen. Es gebe, so Marwein, in Baden-Württemberg keinen Ort mehr, bei dem der Motorradlärm kein Problem darstelle. Je reizvoller die Landschaft und die Topographie, desto schlimmer.

Motorradlärm-Schild im Lautertal. Foto: Arne Hettrich

Die Toleranzgrenze bei Anwohnern in Ausflugsgebieten wie dem Lautertal auf der Schwäbischen Alb sei deshalb schon lange ausgereizt. Sybille Hölz, Ortsvorsteherin aus Münsingen-Buttenhausen hat deshalb einen regelrechten Hass auf Motorradfahrer entwickelt.

Hass auf Motorradfahrer

Die Abneigung gegen Biker kann Thomas Marwein gut nachvollziehen: „Eigentlich ist es in ganz Baden-Württemberg schlimm mit dem Motorradlärm“. Die schönen Strecken im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb würden die Biker zum Fahren einfach einladen. Deshalb gebe es keinen Ort, wo Motorradlärm kein Problem sei.

Einen ganz eigenen Weg geht der Landkreis Rems-Murr, unweit von Stuttgart, der als Naherholungsgebiet der Schwabenmetropole mit reichlich Lärm-Hotspots gestraft ist. Nachdem man hier mit kontraproduktiven (weil lärmenden) Rüttelstreifen nicht weiterkam, versucht es die Landkreis-Verwaltung jetzt mit Schwäbischen Humor und Schilderm „Fahr nicht wie die Sau!“ „In erster Linie wollen wir mit unseren Aktionen sensibilisieren und nicht abstrafen oder verurteilen. Das Fahrvergnügen soll nicht getrübt werden“, betont der Landrat Richard Sigel gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Mal sehen, ob solcherart Humor verstanden wird (und etwas bewegt). Fahrvergügen scheint hier also vor Anwohnerschutz zu rangieren – vielleicht sollte der Landrat sein Wochenend-Domizil mal an einem Hotspot in seinem Landkreis aufschlagen…

Getagged mit: , , ,

UBA misst (endlich) nach: Krachmaschinen ab Werk

Die Tageszeitung „taz“ berichtet exklusiv von Versuchen des Umweltbundesamts (UBA): Viele Motorräder und Sportwagen sind viel lauter als bisher bekannt. Hersteller nutzen technische Tricks, um den „Grenzwert“ zu umgehen und werden zu Helfern der zwei – und vierrädrigen Belästiger. Wenn sogenannte sportliche Fahrzeuge – Autos und Motorräder – mit hohen Motordrehzahlen gefahren werden, sind sie regelmäßig ein vielfaches lauter als der gesetzliche Grenzwert. Das zeigen lang erwartete Messergebnisse, die die taz exklusiv einsehen konnte. Dabei erhöht Straßenverkehrslärm das Risiko von Herzinfarkten, belästigt Anwohner und ruiniert die Lebensqualität vieler Menschen.

Krach-Poser werden von der Fahrzeugindustrie vollversorgt

Manche Motorräder und sogenannte Sportwagen sind einer Studie des
Umweltbundesamts zufolge viel lauter als bisher bekannt. Wenn sie
provokativ gefahren werden – also mit besonders hohen Motordrehzahlen –
spielt der gesetzliche Grenzwert keine Rolle. Das zeigen Messungen des Umweltbundesamts, die die Tageszeitung „taz“ (Dienstag-Ausgabe) exklusiv einsehen konnte.

So präsentiert das der BMW Händler (Foto wurde in einem Showroom aufgenommen): Die R NineT mit abgenommenem Klappen-Auspuff, damit auch der letzte potenzielle Kunde kapiert, dass hier „legaler“ Betrug im Spiel ist. Im Straßenverkehr ist die Erfolgs-Krachtüte der Bayern so laut wie 160 Fahrzeuge mit „Normallärm“ 77 Dezibel.

BMW und Audi – immer vorn mit dabei

Ein Beispiel ist das Motorrad BMW R NineT Urban G/S: Im Lärmtest für die Typzulassung nach EU-Recht kam das Modell laut Umweltbundesamt bei 50 Kilometern pro Stunde in 7, 5 Meter Entfernung auf rund 74 Dezibel. 77 Dezibel waren für diesen Typ erlaubt. Als der Testfahrer aber absichtlich hochtourig fuhr, maß das Amt gleich 99 Dezibel. Eine Zunahme von zehn Dezibel entspricht ungefähr einer Verdopplung der empfundenen Lautstärke. „Ein Fahrzeug mit dem gemessenen Wert verursacht einen Geräuschpegel wie rund 160 Fahrzeuge mit 77 Dezibel“, erläutert Michael Jäcker-Cüppers, Vorsitzender des Arbeitsrings Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik.

Die Kawawsaki Ninja beim Test des Berliner Umweltbundesamts: An sich normkonform. Nur wenn man Gas gibt unerträglich laut. Foto: Wikipedia, Rainmaker47

Die ebenfalls vom Umweltbundesamt getestete Kawasaki Ninja ZX-10R KRT
kam sogar auf 102 Dezibel. Wenn sie im offiziellen Zulassungsverfahren
gemessen wird, war sie nur rund 76 Dezibel laut, also etwa in Höhe des
Grenzwerts. Auch die Harley Davidson Softail Heritage Classic lag bei den „Worst Case“-Fahrten weit über dem in den offiziellen Testfahrten erlaubtem Limit.

Das trifft nicht nur bei den drei getesteten Motorrädern zu, sondern auch bei den drei untersuchten Autos. Das Audi TT RS Coupé etwa verursachte bei der Fahrt mit besonders hohen Drehzahlen einen Geräuschpegel von 102 Dezibel. In der Zulassungsprüfung sind nur rund 76 Dezibel zulässig.

Auch die „Saubermänner“ von Audi schaffen es mit dem TT RS mit 102 dB aufs Prolltreppchen (hier als Ohne-Dach-Variante für die von der Marke eh verwöhnten Frischluftfreunde).
Foto: Wikipedia Alexandre Prévot at https://flickr.com/photos/32569229@N06/11910947404

Umfragen zufolge fühlen sich etwa drei Viertel der Bevölkerung durch Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt, also in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Dabei können chronische Lärmbelastungen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle verursachen, warnt das bundeseigene Robert-Koch-Institut. Dennoch bauen BMW und andere Konzerne Motorräder oder Autos so, dass sie lauter sind als zum Fahren nötig. Der Grund: Gerade männliche Kunden finden es schön, wenn die Fahrzeuge einen kräftigen „Sound“ haben. Legal ist das, weil der Schallpegel für die Zulassung nur in „zahmen“ Situationen mit niedrigen Motordrehzahlen und Geschwindigkeiten beispielsweise von 50 Kilometern pro Stunde gemessen werden.

Lärm macht krank: Die Folgen reichen von Schlafstörungen über Depressionen und Bluthochdruck bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Umweltbundesamt hat eine Meta-Studie beauftragt: Nach diesem Bericht ist zu befürchten, dass rund drei Prozent aller Herzinfarkte in Deutschland durch Straßenverkehrslärm hervorgerufen werden. 2013 waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ohne Schlaganfälle) für 354.493 Todesfälle verantwortlich.(Quelle)

Verkehrslärmbedingte Infarkte kosten
1,8 Milliarden/Jahr

Die Folgekosten für das Gesundheitssystem sind immens: Prof. Kerstin Giering (Hochschule Trier) errechnete 2015 allein für verkehrslärmbedingte Myokardinfarkte Kosten von rund 1, 8 Milliarden Euro pro Jahr berechnet. Dazu kommt volkswirtschaftlicher Schaden: Krankzeiten, Wertverlust der Immobilien, Umsatzeinbußen in der Touristik, etc. Die Kosten für die Volkswirtschaft summieren sich in Deutschland laut Professor Giering auf 9, 1 Milliarden Euro pro Jahr (Quelle).

Link zum Originalartikel:
https://taz.de/Verbotene-Lautstaerke-von-Motorraedern/!5602800/

Top

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen