Vom Motorrad-Wahnsinn im Rems-Murr-Kreis

Eindrucksvolle Bilder – und Töne: Der erste Sommertag des Jahres wird zur Horrorshow an den Hotspots in Baden-Württemberg. RTL Explosiv berichtet aus dem Rems-Murr-Kreis bei Stuttgart – von Hotspots die seit Jahrzehnten gegen Gerase und Belästigung kämpfen. Mit dabei VAGM-Initiativler, Betroffene und BUND Motorrad-Lärmtechnik-Spezialist Holger Siegel. Die Botschaft der ebenfalls zu Wort gekommenen Biker an die Anwohner und Erholungssuchenden in der Lärmhölle ist eindeutig: Ihr seid uns doch so was von egal…

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Anwohner verstehen draußen ihr eigenes Wort nicht

An einem sonnigen Tag das Gesicht in die Sonne halten, dabei einen kalten Drink in der Hand und ansonsten einfach nur die Ruhe genießen. Schön wär’s, finden die Menschen im Rems-Murr-Kreis. Denn: Kaum kommt die Sonne raus, heizen hier im Minutentakt Motorradfahrer vorbei. Dieser Dauer-Krach ist für viele Anwohner eine richtige Nerven-Zerreißprobe. Denn beim Grillabend im Garten verstehen die ihr eigenes Wort nicht mehr. „Man denkt bei so Kolonnen, da kommt ein Panzer“, berichtet ein Anwohner unserer Reporterin, die sich die Situation vor Ort mal genauer angesehen hat. Wie schlimm das Ganze wirklich ist, wie die Raser sich rechtfertigen und was der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung dazu sagt, sehen Sie im Video.

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Plakataktion! Was wollt Ihr Euren Leuten damit sagen?

Der Bundesverband der Motorradfahrer startet eine Plakataktion für „leiser Fahren“. Wir fragen uns: Was will diese Aktion sagen? Dass MotorradfahrerInnen auch nur Menschen sind, die ihre Ruhe wollen? Dass man es als Motorradfahrer zuhause gerne ruhig hat, aber auf Mitmenschen beim Herumrasen leider keine Rücksicht nehmen kann, weil Hähne ja auch krähen? Tickt ein Hirn unterm Helm anders als in der Familie? Quintessenz: Immerhin 22 Prozent der Motorradfahrer haben es gerne, wenn sie im Garten an einem Sommertag gestört werden… Na – hoch lebe die Demoskopie!

Quelle alle Plakate: BVDM

Lärmschutzbeauftragter zum Motorradlärm: «Es geht so nicht weiter»

Hat ein Herz für Motorradfahrer und für sie immer einen Slot im Terminkalender frei: Deutschlands bester Verkehrsminister Andi Scheuer inmitten der Motorradlobby. Foto: IVM

Motorradlärm am Wochenende hat aus Sicht des Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg, Thomas Marwein, ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr hinnehmbar ist. «Es geht so nicht weiter», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Ob im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb oder im Odenwald: «Sobald das Wetter schön ist, sind beliebte Biker-Strecken voll und die Bewohner haben keine Ruhe mehr.» Wer direkt an der Straße wohne, leide nicht selten unter Lärm von bis zu 100 Dezibel. «Das entspricht einem Presslufthammer. Da kann man nicht mehr auf der Terrasse sitzen. Es ist wirklich schlimm, wie die Leute in den Dörfern darunter leiden». Der Bundesverkehrsminister sieht das anders – so kurz vor Ende seiner Amtszeit.

Die drastische Verschärfung der Lage führt Marwein zum einen auf deutlich gestiegene Zulassungszahlen bei den Motorrädern in den letzten Jahren zurück, zum anderen auf immer lautere Maschinen. Verstärkt werde das Problem durch die Fahrweise einzelner und dadurch, dass viele im Pulk dort unterwegs sind, wo andere sich ausruhen wollen. «Das hört man kilometerweit. Ob Anwohner oder Wanderer – das nervt. Mit der Ruhe ist es dann vorbei.»

Der Lärmschutzbeauftragte forderte die Hersteller auf, leisere Maschinen zu bauen. Er kann sich auch Prämien für E-Motorräder vorstellen. «Es braucht Änderungen am Fahrzeug und am Fahrstil», betonte er. Uneinsichtige Biker müssten durch mehr Kontrollen und hohe Bußgelder zur Räson gebracht werden. Fahrverbote nach dem «Tiroler Modell», wo auf einigen beliebten Bergstraßen laute Maschinen von Juni bis Oktober nicht mehr fahren dürfen, wären für Marwein nur der letzte Ausweg.

Wie viele Menschen unter Motorradlärm leiden, zeigt der Zulauf der vor zwei Jahren auf Anstoß des Landes gegründeten «Initiative Motorradlärm»: Was mit gut zwei Dutzend Orten begann, ist heute ein Zusammenschluss von rund 160 Städten, Dörfern und Kreisen. «Sie repräsentieren zwischen 3,5 bis 4 Millionen Bürger», so Marwein.

Was ist der Beitrag der Biker?

Derweil ruft Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu mehr Rücksicht und Miteinander auf. Fahrspaß, eine sichere und verantwortungsvolle Fahrweise und der Schutz von Anwohnerinnen und Anwohnern müssten zusammen gehen, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag nach einem Gespräch mit Vertretern von Motorrad-Verbänden in Berlin. Er finde es gut, dass die Biker mit eigenen Vorschlägen einen Beitrag zur Konfliktentschärfung leisten wollten. Ja, es ist schön, wenn die Verursacher über das Problem nachdenken – Grund zu Lobeshymmnen allerdings ist das nicht.

An dem Treffen nahmen den Angaben zufolge Vertreter von Hersteller- und Fahrerverbänden teil. Sie übergaben Scheuer ein Strategiepapier zur Zukunft des motorisierten Zweiradverkehrs. Bei der Eindämmung von Motorradlärm gehe es um Entlastung für Anwohner hochfrequentierter Strecken bei Vermeidung von Streckensperrungen für Motorradfahrer, wie der Industrie-Verband Motorrad Deutschland mitteilte.

Der Schwarzwald ist komplett initiativ

Im Schwarzwald hat das Ausmaß der Belästigung mittlerweile Dimensionen angenommen, die die Gebietskörperschaften förmlich in die Initiative Motorradlärm zwingen – zum Gesundheitsschutz ihrer Anwohner. Foto: Schwarzwaldverein

Von wegen „über den Gipfeln ist Ruh’“: Mittlerweile ist fast der gesamte Schwarzwald der Motorradlärminitiative beigetreten, die in Baden-Württemberg vom Lärmschutzbeauftragten Thomas Marwein initiiert wurde. Kurz vor dem ersten Mai jetzt eine digitale Gesprächsrunde mit 200 Teilnehmern aus dem Naturpark Schwarzwald. Fazit: Niemand fordert ein pauschales Verbot, aber Motorradlärm ist kein Randproblem, verursacht wird es von viel mehr als „von ein paar Schwarzen Schafen“. Und noch immer sind wir auf der Suche nach dem Kraut, das gegen sozial unverträgliches Motorradfahren hilft. Die Neue Rottweiler Zeitung berichtet.

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Tag gegen Lärm 2021 – zeig‘ mir Deinen Lärm #1 #2

Bitte Ton anschalten, aber nicht zu laut drehen…

Distanz: 650 Meter zum Wohngebiet. Bemerkenswert ist, dass das Martinshorn im unteren Film maximal 120 dB laut sein darf, die Motorräder aber im Fahrzeugbrief alle 77 dB Fahrgeräusch eingetragen haben. Bitte selber beurteilen.

#Volksverdummung #Abgasskandal lässt grüßen

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Tag gegen Lärm: Initiativen vernetzen sich bundesweit

Vernetzt aktiv gegen Motorradlärm: Silent Rider, Initiative Motorradlärm Baden-Württemberg und VAGM e.V. kooperieren künftig gegen unnötigen Lärm. Holger Siegel, Edith Götz, Bärbel Lehmann, Heinrich Wenisch (VAGM e.V.) Karl-Heinz Hermanns, Marco Schmunkamp, Jochen Weiler (Silent Rider e.V.) und Sonja Schuchter (Initiative Motorradlärm). (von l. nach r., von o nach u.)

Problem erkannt – aber nicht gelöst:
Motorradlärm-Initiativen vernetzen sich zum Tag gegen Lärm bundesweit

Die Politik hat das Problem erkannt – aber das Problem ist weiter ungelöst. Auf diesen Punkt bringen es die bundesweiten Initiativen gegen Motorradlärm, die zum „Tag gegen Lärm“ am 28. April vereinbart haben, dass sie künftig intensiver zusammenarbeiten. Die drei größten Interessensvertretungen sind die Initiative Motorradlärm aus Baden-Württemberg, in der 158 Gemeinden und Landkreise vereinigt sind, dann Silent Rider mit Wurzeln in vielen Eifelgemeinden und Mitgliederschwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die Anwohnerinitiative VAGM – Vereinigte Arbeitsgemeinschaft gegen Motorradlärm e.V., die bundesweit die Interessen von betroffenen Anliegern an Hotspots vertritt.

Gemeinden, Städte und ganze Landkreise begehren gegen das Problem Motorradlärm auf. Ja selbst der Bundesrat hat sich 2020 zu einer Empfehlung an die Bundesregierung bekannt, das Problem mit klaren Einschränkungen des Lärms an der Wurzel und deshalb beim Verursacher „leistungsstarkes Motorrad“ unter anderem mit einem echten Grenzwert anzupacken: „Es geht nicht gegen alle Motorradfahrer – aber es geht gegen die extrem lauten und davon gibt es zu viele,“ sagt Silent Rider Sprecher Karl-Heinz Hermanns. In vielen Städten und Gemeinden der Republik – vom Schwarzwald über die Eifel, dem Sauerland, dem Weserbergland bis ins Erzgebirge und in vielen Metropolregionen – belasten der laute Teil des Motorrad-Tourismus und speziell auch Raser mittlerweile Lebensqualität und Erholungswert ganzer Landstriche. Weit über 300 Motorradlärm-Hotspots deutschlandweit listet die Anwohnerinitiative VAGM e.V.

Tiroler Modell auch für Deutschland

Untersuchungen aus Tirol zeigen, dass die ganz lauten Fahrzeuge in puncto gesundheitsschädigender und belästigender Wirkung akustisch weit aus dem Normalverkehr herausragen. Die Tiroler haben deshalb die Reißleine gezogen und mit dem Tiroler Modell temporäre und auf bestimmte Straßen bezogene Streckensperrungen für besonders laute Kräder in der Saison eingeführt. „Das pragmatische Vorgehen unseres Nachbarlandes wurde mittlerweile von der EU abgesegnet. Wir sehen nun, dass es entsprechende Möglichkeiten für den Schutz der Anwohner an besonders belasteten Strecken gibt, was auch in Deutschland möglich sein sollte,“ sagt Sonja Schuchter von der Baden-Württemberger Initiative gegen Motorradlärm.

Mehrheit der Bürger offen für Fahrverbote

„Der Ball liegt eindeutig bei Politik und Behörden,“ sagt Holger Siegel, Sprecher der VAGM e.V. „Nachdem man uns jahrelang gepredigt hat, dass dies ein Problem auf EU-Ebene sei, hat die EU jetzt das Tiroler Modell gutgeheißen“. Nach 20 Jahren Kampf gegen den mutwilligen Lärm fordert er jetzt ein deutschlandweites Modell, das die Hersteller lauter Fahrzeuge auf zwei und vier Rädern unter Zugzwang setzt, aber auch den auffällig lauten Fahrzeugbestand angeht. Nach Messungen des Baden-Württembergischen Verkehrsministeriums müsse man davon ausgehen, dass ein Drittel aller Kräder akustisch stark auffällig ist – ein Vielfaches lauter als der aktuelle Grenzwert von 77 dB(A). Holger Siegel: „Die ganzen verständnisvollen Dialoge und Aktionen wie „Kaffee statt Knöllchen“ haben bisher nichts, bis wenig gebracht – wir brauchen eine Verbesserung für die Menschen an den Strecken“. Dabei sehen die Initiativen auch die öffentliche Meinung hinter sich: Im August 2020 hatte das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Nachrichtenmagazins Spiegel erhoben, dass eine große Mehrheit der Bundesbürger Fahrverbote für laute Motorräder gutheißt.

Zum Tag gegen Lärm haben die Initiativen eine Social-Media-Aktion „Zeig mir deinen Lärm“ ausgerufen: Anwohner sollen dabei in Kommentaren und Videos transparent machen, wie sie die Belästigung durch mutwillig laute Fahrzeuge erleben.

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Zu den Personen

Sonja Schuchter ist Bürgermeisterin der Gemeinde Sasbachwalden und spricht für die „Initiative Motorradlärm“, welche über 160 Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg repräsentiert.

Karl-Heinz Hermanns ist Vorsitzender des Vereins „Silent Rider e.V.“ Er ist Bürgermeister a.D. der Eifelgemeinde Simmerath. Marco Schmunkamp ist Bürgermeister von Nideggen, Jochen Weiler ist Bürgermeister von Heimbach.

Holger Siegel ist Sprecher der Anwohnerinitiativen VAGM e.V. – Vereinigte Arbeitsgemeinschaften gegen Motorradlärm und Sprecher des Arbeitskreises Motorradlärm im Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND. Edith Götz und Heinrich Wenisch sind Vorstandsmitglieder im VAGM Weserbergland, Niedersachsen, Bärbel Lehmann vertritt als Vorstandsmitglied im VAGM die Inititiative Müglitztal, Sachsen.

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Die Todgeweihten, sie grüßen sich

Es ist schon nicht einfach, die Contenance zu behalten, wenn in Social-Media-Kanälen Mist verzapft wird. Besonders schlimm ist aber, wenn echte Journalisten sich das Recherchieren sparen oder aber über das reichweitenstarke Sprachrohr ihres Brötchengebers Halbwahrheiten in eigener Sache verbreiten. Jüngstes Beispiel: Computer-BILD Text-Chef Martin Seigel. Auch wenn er es nicht erwähnt: Er ist natürlich selbst Motorradfahrer und verkündet als solcher in einem Meinungsbeitrag in sieben Minuten das Ende der Freiheit – auf www.welt.de.

Ende der Freiheit zu Lärmen

Die Freiheit, um die es hier geht, ist die Freiheit andere Menschen akustisch zu schikanieren – an Gesundheit, Geist und Vermögen. In der Meinungsspalte der Zeitung lässt der Autor vom Stapel: Der Bundesrat wolle „das Motorradfahren am Wochenende eingeschränkt verbieten“. Mit dieser nahezu uneingeschränkt falschen Formulierung verbiegt er, dass der Bundesrat die Möglichkeit eröffnen will, dass Hotspot-Strecken in Einzelfällen und wenn alles andere versagt hat, auch aus Lärmschutzgründen befriedet werden – was bisher nicht möglich ist. Bisher müssen erst genug der Seigel’schen Freiheitsfreund*innen im Unterfahrschutz der Leitplanke ihr Leben lassen, um Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Sperrungen zu ermöglichen. Auch das (die Toten) ist bedauerlich – wird aber erstaunlicherweise als unvermeidlich hingenommen. So ist halt Freiheit!

Tagesgeschäft von Diktaturen

Aber ein fünftelwahres Geschribsel gemixt mit Scheisshausparolen, die sonst nur aus den demokratiefeindlichen Schmuddel-Ecken der AFD oder der Querdenker zu hören sind („Freiheiten einfach ganz abzuschaffen, gehört zum Tagesgeschäft in Diktaturen“) aktiviert natürlich die Massen der „anständigen“ Motorradgemeinde. Tausendfach wehren sie sich dann lautstark in Innenstädten, um (im Wortsinne) zu demonstrieren, dass Motorräder in den letzten 20 Jahren immer lauter geworden sind. Das sind sie wirklich, dank vieler Betrügereien von Herstellern und Zubehörindustrie (und nicht zuletzt dringend gewünscht von den Fahrern). Unreglementiert und unsanktioniert das Ganze – Scheuer sei Dank! Aber es sind ja nur ein paar schwarze Schafe, die Seigel als Bösewicht*innen identifiziert und nicht 30 Prozent, wie beispielsweise in Baden-Württemberg das Verkehrsministerium langzeitgemessen hat.

Sozialverträglich ist möglich – aber nicht gewollt

Wer sich an einen Hotspot stellt, wird neben viel bösem Lärm-Stumpfsinn auch erleben, dass Motorradfahren ohne das Schikanieren von Menschen technisch möglich ist – und deshalb nicht pauschal verboten werden muss. Nur das Schikanieren mit Maschinen, die teils überhaupt nicht mehr sozialverträglich bewegt werden können, muss verboten werden. Selbst beim Ausfahren aus der Garage weckt eine BMW S1000 RR das ganze Viertel. Wie übrigens auch die tollen Poser mit ihren Mercedes AMG.

Biker sind vulnerable Gruppe

So viel, so seltsam. Aber auf Folgendes muss man auch als BILD-Journalist erst mal kommen: In diesem an Plattheiten reichen Statement werden die Motorradfahrer in die „vulnerablen Gruppen“ eingeordnet, die von islamistischen Halbirren umgefahren und von „Wutbürgern“ durch Öl-Lachen ins Schleudern und in den Tod getrieben werden. Beides ist in der Tat einmal vorgekommen und ohne Frage verurteilenswert – dürfte aber nicht ansatzweise geeignet sein, die Statistik der Raserunfälle auf zwei Rädern zu verdrehen oder die Verantwortung für die Todeszahlen anderen in die Schuhe zu scheiben. Bei Rasanzunfällen ist die Unfallursache statistisch einwandfrei geklärt; sie liegt in der testosterongesteuerten Gashand der „vulnerablen Gruppe“ selbst und nicht beim Dschihad.

Knieschleifend die Linke zum Gruß

Außerdem erfährt man auf Welt.de auch noch, dass Motorradfahrer besonders aufmerksame und mustergültig rechtskonforme Zeitgenossen sind, die im Gegensatz zu Autofahrern nicht ständig WhatsApp-Nachrichten beim Fahren eintippen. Vielleicht ist Herr Seigel entgangen, was man auf jeder Motorrad-Strecke Tag für Tag beobachten kann: Es geht um den Bikergruß – besonders gern bei Schräglage in der Kurve oder beim Überholen mit 120 km/h. Auch der Normalkradler nimmt dabei (in den nicht seltenen Fällen der Begegnung mit einem Artgenossen) die linke Hand vom Lenker, formt mit den Fingern ein V (für Vulnerabel), schaut seinem entgegenkommenden Motorradkumpel in rasender Fahrt tief in die Augen und demonstriert, wie cool verletzliche Gruppen auch in physikalisch unstabilen Zuständen stabile Freundschaften pflegen – auch wenn der Tod nah ist.

Motorradlärm ist ein Problem der Bürger

Kommunal berichtet: die Kommunen haben ein Problem.

Die Saison beginnt, die Motorradfahrer/innen kehren zurück in die Naherholungsgebiete, Mittelgebirge und an die Küsten – was früher gut für den Tourismus schien, quält mittlerweile Anwohner in Gemeinden, Städten und Landkreisen. Und verschreckt die normalen Urlauber. Die Kommunen positionieren sich mehr und mehr gegen die Belästiger/innen mit den Krachmaschinen. Bürgermeister und Bundesrat gehen mit der Initiative Motorradlärm und der Kampagne Silent Rider gegen Motorradlärm vor. Wie es gelingen soll, illegale Rennfahrer und Spaß-Krawallmacher auf den Straßen zu bremsen, darüber berichtet Kommunal, eine Zeitschrift für Städte und Gemeinden. Unsere Mitstreiterin Bärbel Lehmann berichtet dabei von ihrem Hotspot Müglitztal in Sachsen. Hier geht es zu dem Beitrag.

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