Deutsche Umwelthilfe fordert grundlegendes Umdenken in der Lärmschutzpolitik
In einer neuen alarmierenden Studie zeigt das Umweltbundesamtes auf, dass Straßenverkehrslärm in Deutschland jährlich die enormen Gesundheitskosten von rund 5,1 Milliarden Euro verursacht – und damit eine massive, bislang unterschätzte Belastung für Gesellschaft und Volkswirtschaft darstellt. Die Zahlen machen deutlich: Jahr für Jahr entstehen Schäden in einer Größenordnung, die den gesamten Investitionen des Bundes in den Lärmschutz seit 1978 entsprechen.
Die Untersuchung zeichnet ein alarmierendes Bild: Lärm ist nach Luftverschmutzung einer der größten umweltbedingten Gesundheitsrisiken. Er begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkte, Depressionen und beeinträchtigt die Entwicklung von Kindern. Dennoch bleiben die gesetzlichen Regelungen lückenhaft – verbindliche Grenzwerte fehlen, und selbst bei hoher Belastung gibt es oft keinen Anspruch auf konkrete Schutzmaßnahmen.
Vor diesem Hintergrund kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die bisherige Lärmschutzpolitik scharf und fordert ein grundlegendes Umdenken: verbindliche Grenzwerte, konsequente Lärmaktionspläne und deutlich mehr finanzielle Mittel für wirksamen Schutz. Besonders kritisch sieht die DUH zudem Pläne, Elektrofahrzeuge künftig durch künstlich erzeugten Motorenlärm lauter zu machen – ein Schritt, der das Potenzial leiser Mobilität konterkarieren würde.

2 Kommentare
Hallo,
seit vielen Jahren versuche ich hier in Klagenfurt am Wörthersee, einer mit Motorsport stark frequentierten Region, eine gesetzliche Regelung für die Festsetzung von Lärmschutzgrenzen zu erreichen. Bislang leider VÖLLIG AUSSICHTSLOS. Zur urbanen Verkehrsberuhigung könnte man landesweit in die StVO oder in die KFG einen Paragrafen mit Lärmgrenzen Dezibel einbauen, um die vorhandenen Schallschutzgeräte einzusetzen. Stattdessen haben hier in Klagenfurt Zentrum mit engen Gassen und hohen Wänden die Kurzstreckenraser und rücksichtlosen LAUTEN Poser völlig freie Fahrt!
Nur eine Gesetzesänderung auf Landesebene könnte etwas ändern; wird aber leider politisch von der Sportmotorenlobby verhindert. Stattdessen glaub man mit Bodenwellen oder verkehrsfreien Innenstädten das Problem abzuschaffen, zulasten der Mehrheit, die solches nicht möchte.
Bitte halten Sie mich über weiteres dazu auf dem Laufenden.
Mit freundlichen Grüßen
Dirk M. Bentlin
Gerne halten wir Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden. Alle Fakten liegen auf dem Tisch: gesetzliche Änderungen auf Bundesebene zum Lärmschutz sind überfällig. Der Ball liegt im Feld der Politik.