BUND fordert realistisches Meßverfahren

Der Deutschlandfunk berichtet zum Thema Motorradlärm – und spricht mit der baden-württembergischen BUND-Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch: „Es ist genauso wie beim Diesel, dass die Lärmgrenzwerte im Realbetrieb eben überschritten werden.“ Im Artikel heißt es: „Die bei manchen Modellen im Auspuff verbauten Klappensysteme, die die Lärmemissionen eigentlich mindern sollen, ändern ihre Stellung in Abhängigkeit davon, wie viel Gas der Fahrer gerade gibt“. Dass Auspuffklappen die Emissionen „eigentlich“ mindern sollen, ist PR-Sprech der Fahrzeugindustrie und gilt nur dann, wenn mit „eigentlich“ die eng definierte Prüfzone gemeint ist. Die BUND-Forderung wurde gegen die von Christian Schäfer vom ADAC repräsentierte Fahrer-/Fahrzeuglobby dennoch klar positioniert: „Der BUND fordert, dass der Grenzwert nicht nur über einen bestimmten Zustand gemessen wird, sondern über alle Zustände und alle Geschwindigkeiten und auch auf der Straße eingehalten werden muss. Und wir fordern, dass diese Ersatzauspuffanlagen nicht mehr verkauft und nicht mehr zugelassen werden.“ Auf die Forderung, keine Krachauspuffe mehr zuzulassen, sagt der ADAC-Mann allen Ernstes: er halte von solchen restriktiven Maßnahmen nicht viel. Denn: „Genau das ist das Problem, dass man nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren darf. Es sind nur einige wenige, die das Maß dann überreizen.“ Den Betroffenen an den Motorradlärm-Hotspots würde es vermutlich schon reichen, wenn diesen „einigen wenigen“ keine zu lauten Auspuffe mehr verkauft würden. Von den mehrheitlich Normalen ohne Lärmambitionen hätte damit ja wohl auch keiner ein Problem.

6 Kommentare zu “BUND fordert realistisches Meßverfahren
  1. Werther sagt:

    Der ADAC ist eben auch nur ein Lobbyverband wie der BUND. Vertritt hier die Interessen der Raser…

  2. Oliver S sagt:

    Zum Thema Klappensysteme möchte ich gerne folgendes sagen. Ich bin mittlerweile seit knapp 16 Jahren Ex-Motorradfahrer, überlege aber damit wieder anzufangen. Nein, ich gehörte damals nicht zu den Bikern mit den illegalen „Don Krawallo“ Auspuffanlagen. Zurück zur Thematik. Nachdem ich mich in den letzten Jahren mit dem Thema Motorrad zu gut wie nicht mehr beschäftigt hatte, bin/war ich natürlich nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Vor 3 Wochen nutzte ich die Gelegenheit bei einer Händlerverstanstaltung mein Wissen etwas auf Vordermann zu bringen. Seit letztem Jahr gilt für Motorräder die Euronorm 4 mit verminderter Geräuschemission. Was soll ich sagen, ich war schlichtweg überrascht was dort von 3 Herstellern von Zubehöranlagen präsentiert wurde. Im geschlossenen Zustand war der Klang/Sound im aktzeptablen, normalen Bereich. Aber dann wurde der Schalter am Lenker betätigt und auf offen gestellt. Ich kann nur der sagen, ein Wahnsinn und selbst für mich als ehemaligen Biker unvorstellbar laut. Auf meine Frage wie das heutzutage möglich ist und damit die Euronorm 4 zu schaffen, kam als Antwort „Der geänderte Prüfzyklus gibt uns einen gewissen Spielraum und Möglichkeiten“. Früher gab es diese Technik gar nicht. Entweder du bist mit der Serienanlage im Originalzustand, Zubehöranlage mit ABE gefahren, oder eben die illegalen Anlagen. Somit keine Chance bei einer Kontrolle auf leise zu stellen und damals gab es noch 3 Punkte für diese Art von vergehen. Normaler Klang im legalen Rahmen O.K., aber die Klappensysteme braucht kein Mensch. Falls ich dieser Leidenschaft wieder nachgehen sollte, investiere ich das Geld lieber in Sicherheitsausrüstung als in unnötigen Lärm.

  3. Andi sagt:

    Ich finde da müßten normalerweise ein paar Verantwortliche des Kraftfahrzeugbundesamt den Hut nehmen. Es ist eine Frechheit was heutzutage zugelassen wird und die nächsten Jahre uns zulärmen wird. Danke an die Zuständigen, ich hoffe das ihr mal selbst in den Genuss kommt nicht mehr die Terrasse nutzen zu können.

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