Vom Rasen und Lärmen: Akustischer Terror im Erholungsgebiet

Anwohner und Erholungssuchende entlang beliebter Motorradstrecken kennen das Problem: Bei schönem Wetter und zu Erholungszeiten bietet beispielsweise der Schwarzwald oder der Schwäbisch Fränkische Wald an vielen Stellen eine Geräuschkulisse wie der Nürburgring.

Es gibt zwar Motorräder, die kann man zügig vorbeifahren sehen – und sie sind dabei nicht lauter als ein Pkw. Aber leider auch eine Menge Motorräder, die schleppen in voller Fahrt einen Lärmteppich hinter sich her, der kilometerweit zu hören ist. Motorradfahrer-Organisationen selbst und leider oft auch Behörden reden von „Schwarzen Schafen“, von einer „kleinen Minderheit“, von „zwei Prozent“.

Die Polizei hat kaum eine Handhabe: Lärmkontrolle für die Medien im Rems-Murr-Kreis.     Foto: sie

Ganz anders sehen das das Umweltbundesamt, der BUND und der europäische Motorrad-Herstellerverband ACEM, der das Thema in einer Studie aufgriff: Etwa 30 Prozent der Motorradfahrer/innen fallen demnach durch massive Lärmentwicklung auf.

Manchen Hotspot an Ausflugsstrecken passieren an einem Wochenendtag 1.000 Motorräder – das verlärmte Drittel mischt sich lautstark darunter. Wieder andere Hotspots werden von marodierenden Gruppen terrorisiert: Dort treffen sich Männer/Frauen aller Altersklassen in engen Lederkombis und voller Schutzausrüstung. Das geschieht nach Feierabend oder am Wochenende mit dem Zweck, „ein paar mal“ auf und ab zu fahren oder „ein paar Runden“ zu drehen: Ziel ist ein wenig Angst-Thrill – mit regelmäßig fatalen Folgen, trotz Schutzausrüstung.

Beides bedeutet für die Anwohner oft stundenlang modulierenden, aggressiven Lärmterror: die Gartennutzung wird zur Nervensache, der Grillabend zur Tortur – und Grundstücke und Häuser werden in diesen „ruhigen Ortsrandlagen“ nur im Winter verkauft. Und obwohl die Strecken mittlerweile mit Sicherungseinrichtungen aufgerüstet wurden wie eine Rennpiste: immer wieder Rettungshubschrauber, Martinshorn – und neue Wegkreuze. Polizei und Behörden werden häufig erst nach einer Häufung von Rasanzunfällen aktiv, nicht wenn Bürger sich beschweren oder Unterschriften sammeln.

Die Vereinigten Arbeitskreise gegen Motorradlärm kennen die Ursachen für dieses ausufernde Lärmproblem in Erholungszonen. Die Summe aus vielen Einzelpunkten hat in den vergangenen Jahrzehnten eine rechtsfreie Zone unter den Helmen entstehen lassen:
unglückliche oder schlampige Gesetzgebung,
– die Nachfrage des Marktes, der es laut will, und dem keine Grenzen gesetzt werden
– die Folge von jahrzehntelanger, schleichender Motorrad-Lobbyarbeit und
– die fatale Konsequenz eines Corpsgeists in Kreisen der Biker.

Merke: Nicht alle Biker sind laut – aber die Mehrheit stört es eben auch nicht, wenn ein Drittel ihrer Kollegen sein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom krachend und heulend auf öffentlichen Straßen auslebt. Und selbst viele wohlmeinende Biker gewähren diesen „Autonomen“ leider bereitwillig Deckung.

MOTORRADLAERM.DE informiert über diese Mißstände – und arbeitet an einer Verbesserung. MOTORRADLAERM.DE wird unterstützt vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und getragen von den VAGM – wir freuen uns, wenn Sie unsere Initiative mit einer Spende unterstützen wollen. Bitte erfragen Sie dazu unser email hidden; JavaScript is required

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31 Kommentare zu “Vom Rasen und Lärmen: Akustischer Terror im Erholungsgebiet
  1. Babette Choyna sagt:

    Hallo, habe beim “Googeln” diese Seite gefunden. Als Anwohner eines wie Sie es nennen “Hotspots” – einer Straße, die stark von Rasern frequentiert wird – sind wir über jeden Tip zur Abstellung der Lärmbelästigungen dankbar. Der Landkreis blockt ab, sieht bzw. hört kein Problem. Von Jahr zu Jahr wird es schlimmer. Bei uns fahren – oder eher rasen – sie zwischen zwei Punkten bei schönem Wetter hin und her. Es ist nicht zum Aushalten. Wir sind ein kleines Dorf mit ca. 580 Einwohnern. Der größte Teil ist diesen Lärm seit Jahren gewohnt und hat keinen Antrieb (mehr?), etwas zu unternehmen. Wir wohnen jetzt im 12 Jahr hier.

  2. Alfred Dern sagt:

    Unerträglicher Motorradlärm an Wochenende in Weisenbach/Murgtal Nordschwarzwald! 24.06.2012 um 18:06

  3. Motorradlärm genervter sagt:

    Viele Motorradfahrer entdecken bzw. haben entdeckt, dass Sie anscheinend in einem rechtsfreien Raum leben – gerade hier bei uns an der B195 entwickelt sich diese Raserszene gerade weiter. Ich hoffe, dass es nun endlich zur Gründung einer BI kommt und die Strecke für Motorräder über kurz oder lang gesperrt wird. Eine Rücksicht auf viele Anwohner an einer 40 km Strecke ist von Seiten dieser scheinbar rechtsfrei lebenden Rennpiloten nicht zu erwarten.

  4. Ralf Pinzer sagt:

    Ich bin durch einen Beitrag in einem Motorradforum auf Ihre Seite gestoßen. Als begeistertet Motorradfahrer einer motorradfahrenden Familie und Anwohner in der Nähe einer Einfallstraße in ein Ausflugsgebiet für Motorradfahrer kenne ich beide Seiten. Und beide sind emotionell.
    Aber wie immer sind es Leute, welche sich über gesetzliche Vorschriften hinweg setzen, die für Unmut sorgen. Die Masse der Motorradfahrer ist mit diesem Hobby mittlerweile alt geworden und befindet sich im Bereich von 40+. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass Sie sich über einen Lehrer Ihrer Kinder, Ihren Steuerberater, ehemalige Schulkameraden oder Ihren Anwalt aufregen.

    • admin2 sagt:

      Hallo Herr Pinzer,
      danke für Ihre Meldung. Auch die VAGM haben Mitwirkende, die Motorrad fahren. Und wir sind uns sehr wohl bewusst, dass hier auch Lehrer, Steuerberater und Rechtsanwälte (und also 40+) für die Belästigung an den Strecken sorgen. Es ändert nichts an der Qualität der Belästigung, dass offensichtlich auch Studierte mitmischen. Im Gegenteil: umso schlimmer… ;-)

    • Anwohner Peter, der auch einen Beruf hat! sagt:

      Wie darf man das verstehen? Wenn man über 40 ist und „Steuerberater“, darf man sich über geltende Gesetze hinwegsetzen?
      Die Opfer regen sich nicht über den Dauerlärm auf, sie LEIDEN draunter. Wir haben im übrigen auch alle Berufe, denen wir trotz monatelang fehlendem Wochenende nachgehen müssen oder sind – noch schlimmer, auch „über 40“ – und zwar schon so alt, dass wir gar nicht mehr am Wochenende aus dem eigenen Garten fliehen können. Oder haben kleine Kinder. Oder sind krank und können uns dem Lärm überhaupt nicht entziehen. Oder möchten einfach nur die Fenster öffnen. Leider scheren sich die Behörden anscheinend wirklich nirgends um die Rechte der Anwohner, das wird ja beim Lesen der verschiedenartigen Kommentare immer klarer.

  5. S. Pankow sagt:

    Hallo zusammen,

    Streckensperrungen betreffen immer alle Motorradfahrer. Auch diese, die sich an die Bauartvorschriften für ihr Motorrad halten und im Rahmen der Straßenverkehrsordnung unterwegs sind und das ist die Mehrheit der Motorradfahrer.

    Leider gibt es auch in Deutschland Gewaltverbrechen, die von einigen wenigen verübt werden. Werden aus diesem Grund alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland als Mörder/Totschläger verurteilt? Nein!

    Warum sollen dann alle Motorradfahrer mit Streckensperrungen bestraft werden?
    Das ist so nicht einzusehen und kann/darf so nicht gefordert werden!
    Jeder, der dieses fordert ist ein Radikaler und radikale Gruppen sind (Gott sei Dank) im Laufe der Geschichte noch nie an ihr Ziel gekommen.

    Ich fordere mehr Personal für die Polizei und dadurch mehr Kontrollen an den sog. Hotspots. Dafür fehlt allerdings den Ländern das Geld.
    Der richtige Ansatz wäre also: Wo ziehen wir Geld ab, damit die Länder Gelder für mehr Polizeibeamte haben, die dann die Kontrollen durchführen?!

    Die Linke zum Gruß

  6. H. Knabe sagt:

    Hallo Herr/Frau Pankow,
    wenn demonstriert wird und in den Kreis der friedlichen Demonstranten mischen sich ein paar Vermummte, dann tut sich die Polizei auch nicht schwer damit die ganze Demonstration aufzulösen. Ähnlich ist das mit den Motorradfahrern: In der Menge tauchen die Autonomen Raser und Lärmer unter. Und die Menge nimmt die Autonomen auch noch in Schutz.
    MFG
    G. Knabe

    • Matthias Bornhorst sagt:

      Weit gefehlt!

      Wir Motorradfahrer diskutieren in diversen Foren dieses Thema intensiv. Und der Tenor der Mehrheit ist nach meiner Erfahrung ganz klar der, dass die Raser mit Krawalltüten, die nicht einmal innerhalb geschlossener Ortschaften Rücksicht nehmen können, uns Motorradfahrer im Allgemeinen in Verruf bringen.

      Hielte sich jeder Verkehrsteilnehmer einfach mal an §1 der StVO, könnte man sich den ganzen Ärger sparen.

      Aber bitte genau deshalb: Nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren!

    • Anwohner Peter sagt:

      Es sind nicht ein paar Raser. Es sind jedes Wochenenden hunderte manchmal tausende bollernde und jaulende Motorräder, die die betroffenen Anwohner mitten im Ort terrorisieren. Das kann jeder hören. Nur die Behörden nicht. Die haben ja Wochendende.
      Das Märchen von den „schwarzen Schafen“ wird nicht wahrer, wenn man es ständig wiederholt.

  7. Kurz sagt:

    motorradlaerm.de … eine der besten Initiativen der letzten Jahre. Auch in der Stadt ist der Motorradlärm oft sehr störend, auch wenn etwa 1/3 aller Motorradfahrer Rücksicht nehmen.

  8. Stephan Steinbach sagt:

    Hotspot Meldung!

    Meine sehr geehrten Damen und Herren,

    ich bin absolut auf Ihrer Seite, ich fühle mich von Motorradlärm auch gestört. Besonders von den 105db meiner Aprilia, leider legal und mit Klappensteuerung. Ein gesuchter Hotspot wäre also immer ca. 200m um meine Person zu finden. Ich verwende aber mittlerweile einfach Ohrenstöpsel, ich mußte mir deswegen ein größeres Kontingent zulegen, so daß ich in der Lage wäre Ihnen einige davon abzugeben. Vielleicht wäre das ja eine Lösung Ihres Problems, eine andere wäre sich einfach den Stock aus dem A…., naja lassen wir das einfach.

    Ich verbleibe hochachtungsvoll.

    S.Steinbach

    P.S.
    Meine Motorradfreunde und ich freuen uns schon besonders auf Ihr Symposion am 22.03.13 in Stuttgart, wir planen zahlreich zu erscheinen und Ihre Tagung passend musikalisch zu untermalen.

    • H. Karl sagt:

      Ja, Herr Steinbach entspricht genau unserer Zielgruppe. Idealtypisch.

    • Bernd Martin sagt:

      Für Euch Motorradfahrer sollte man einen großen Spielplatz bauen, da gibt es dann eine neue Lobby die für diese Plätze eintritt um richtig Kohle zu machen.
      Das Organspende aufkommen wird dann auch effektiver.

      • Biker_13 sagt:

        Einen solchen „großen Spielplatz“ gibt es bereits: Die Rennstrecke.
        Und der normale Motorradfahrer fährt, wenn er „es krachen“ lassen will zu dem Zweck dort hin. Schon im Interesse der eigenen Sicherheit. Und Lärmvorschriften gibt es dort auch nicht.

        • Reto sagt:

          Oh doch! Die Lärmvorschriften auf der Rennstrecke sind strenger als im richtigen Leben, weil Anwohner dort klagen können. Auf der normalen Straße gibt’s das nicht.

  9. Lederwaren sagt:

    Exzellenter Artikel. Interessant zu verfolgen. Neue Details, die man kennen sollte.

  10. Thomas Jenkel sagt:

    Hallo und Guten Tag,

    ich gehöre zu einer bunt gemischten Gruppe von begeisterten Motorrad fahrern. Auch wir fahren immer mal wieder zu den bekannten Motorrad Treffpunkten um Spaß zu haben und mit gleichgesinnten nette Gespräche zu führen. Es gibt immer wieder mal Motorradfahrer die ihre Auspuffanlagen manipulieren und die Lautstärke alles andere als angenehm ist aber das sind doch eher die Ausnahmen. Wenn da stundenlang jemand mit seiner Krachtüte immer wieder hin und her fährt finde ich das auch nicht in Ordnung und störens. Aber man sollte nicht alle über einen Kamm scheren. Beispielsweise im Harz sind auch sehr viele Spaziergänger unterwegs, auch diese laufen einfach so achtlos über die Straße, oder die Radrennfahrer die mal einfach so zu dritt oder viert nebeneinanderfahren und sich ohne umzuschauen gegenseitig überholen. Und dann hätte ich auch noch die Sonntagsfahrer anzubieten, die fahren schön genülich mit 30 durch die Gegend und schauen sich die Gegend an, dabei werden dann regelmäßig die Kurven geschnitten oder man kommt versehendlich ein bisschen inden Gegenverkehr. Dies ist auch ständig und überall an den schönen Tagen zu beobachten. Vielleicht sollte man auch für diese Gruppen eine extra Plattform im Internet anbieten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist heutzutage leider ein Fremdwort geworden. Immer haben die anderen Schuld und man selber macht natürlich alles richtig und keine Fehler. Wir können unser schönes Hobby leider nur ein paar Monate im Jahr aktiv betreiben und die anderen Monate haben die Damen und Herren die es wünschen ihre Ruhe. Aber ich glaube auch in der Motorrad freien Zeit wird es genug Damen und Herren geben die sich über andere Punkte aufregen können. Ich denke es gibt wichtige Dinge mit denen man sich beschäftigen könnte und auch viel schlimmeres wo es HAndlungsbedarf gibt. Ich werde mich zum Wochenende auf jeden Fall wieder aufs Motorrad setzen und den ein oder anderen Hotspot anfahren.

    Lieben Gruß und einen schönen Tag

    • H. Karl sagt:

      Zitat aus dem Kommentar:
      „Gegenseitige Rücksichtnahme ist heutzutage leider ein Fremdwort geworden. Immer haben die anderen Schuld und man selber macht natürlich alles richtig und keine Fehler.“
      Also sollen die Anwohner Rücksicht nehmen auf die Motorradfahrer?

    • Anwohner Peter sagt:

      An den „bekannten Motorradtreffpunkten“ wohnen Menschen. Die schiere Massse an Motorrädern dort macht durch den Lärmpegel ein Wohnen aber an den Wochenenden den gesamten Sommer über unmöglich. Zu behaupten, es gäbe da keinen Handlungsbedarf (klar, es sind ja nur die anderen betroffen), zeigt die Haltung, die dahinter steckt ja wohl mehr als deutlich. Aber wehe, wenn man selbst betroffen ist, dann ist aber Holland in Not … „Die anderen Monate“, die die Herrschaften den Anwohnern zur Nutzung „überlassen“ ist übrigens Winter. Vielen Dank, Herr Jenkel. Warum fahren Sie denn nicht im Winter und überlassen den Einheimischen den Sommer? Unglaublich diese Selbstgefälligkeit!

    • Dieter Kaag sagt:

      Die Verweise Herrn Jenkels auf Rennrad- oder Sonntagsfahrer zeugen einmal mehr von extrem geringer Selbstreflexion. Ich möchte auch ignorante Rennradfahrer nicht in Schutz nehmen, aber Hr. Jenkel sollte sich mal das Verhältnis Störender zu Gestörten Mitgeschöpfen (Menschen, aber auch Tiere) vor Augen führen. Da ist der Lärm verursachende Motorradfahrer einsame Spitze, wenn er etwa auf der Schwarzwaldhochstrasse Hunderte bis Tausende Anderer mit seinem Krach vom erholsamen Sonntag abhält. Für die Freiheit des Einzelnen (Kradfahrers) bezahlen viele viele Andere.

    • Bernd Müller sagt:

      Der arme Motorradfahrer Jenkel – dass man aber auch immer so belästigt wird, von diesen Menschen, die „ihre Ruhe“ haben möchten … nein wirklich. Da besteht aber mal dringender Handlungsbedarf. Diesen Raudies sollte man aber endlich mal das Handwerk legen, Und dann laufen die einfach so auch noch im Ort herum, diese Leute, nicht zu fassen! Und die Kinder von denen womöglich auch noch. Das geht natürlich nicht! Und dauernd beschweren die sich über den Lärm, diese rücksichtslosen Anwohner. Da muß doch endlich mal durchgegriffen werden. Weg mit den Anwohnern! Das kann ja so nicht weitergehen.
      Nehmt doch endlich mal Rücksicht auf diese armen Motorradfahrer!
      Vielleicht sollte man eine Bürgerinitiative für diese Armen Leute gründen? Wer hat einen guten Vorschlag für einen Namen?
      „Schneller durch den Ort“ vielleicht? „Bürger für mehr Lärm im Garten“?

  11. Michael G. sagt:

    Ich war selbst ein begeisterter Motorradfahrer, aber es sind so ‚Viele‘ geworden. Die Individualität bleibt auf der Strecke. Man steht Sonntags quasi mit dem Motorrad im Stau oder in den Kurven, wo am meisten passiert.
    Auch wenig Prozent bedeuten bei der Vielzahl an Motorrädern heute, an einer beliebten Strecke, permanenten Geräuchpegel und Einschränkung der Lebensqualität von immerhin mehreren Tausend Gartensonnern idyllischer Orte. Diese Personengruppe auch noch unbedingt an sonnigen Tagen im Garten sitzen wollen, wenn es gerade so schön auch zum Motorradfahren ist.
    Und da ist der Interessenskonflikt zweier Personengruppen ‚Lebensfreude durch Lärm und Geschwindigkeit‘ und ‚Lebensfreude durch Ruhe und Naturidylle‘; einfach nicht zu lösen oder?
    Jedes Motorrad macht wohl Lärm, wenn es mit hoher Drehzahl gefahren wird. Aber auch laute Bikes sind leider überhaupt keine Ausnahme.
    Ich glaube, auch ein hartgesottener Motorradfreund würde es auf Dauer nicht gut finden, wenn über Stunden an jedem Wochenende warmer Monate im Frühjahr, Sommer und Herbst, endlos reihenweise Ottomotoren mit dem Sound landwirtschaftliche Fahrzeuge vor seinem Haus vorbeifahren würden. Naja, ihn hält ja nichts zu Hause, weil er bestimmt auf seinem Motorrad sitzt.

  12. Bernd Bartholomäi sagt:

    Wie in einem anderen Kommentar bereits geschrieben: Wenn man in vernünftigen Drehzahlregionen bleibt, ist das Motorrad auch nicht so laut.

    Aber das kapiert wohl nicht jeder.

  13. C Wagner sagt:

    Hier ein schönes Beispiel zu gegenseitiger Rücksichtnahme. In Nürnberg eröffnete ein Harley Shop an einer Hauptstraße welche direkt an eine Einrichtung für Blinde und das Süd Klinikum grenzt (beides groß ausgeschildert). Seit diesem Zeitpunkt ist das Verkehrsaufkommen mit schweren Maschinen sprunghaft angestiegen, die Lärmbelästigung ist unerträglich geworden, an ein Öffnen der Fenster nicht mehr zu denken. Gerade die Harleys sind aus weiter Entfernung schon zu hören, die Belastung ist enorm. Wenn wir schon bei Rücksichtnahme sind, dann wird hier deutlich, wie ignorant die Rechte von Kranken und behinderten Menschen, welche auf Ruhe bzw. auf akustische Signale angewiesen sind, mit Füßen getreten werden. Ich habe nicht vor, alle über einen Kamm zu scheren, aber diese Killerphrase darf den tatsächlichen Zustand auch nicht verharmlosen. Die persönliche Freiheit ein Hobby auszuüben darf nur soweit gehen, wie andere Menschen davon nicht gesundheitlich beeinträchtigt werden. Für mich grenzt die Lautstärke einiger Maschinen an vorsätzliche Körperverletzung. Und da sprechen wir eben nicht über Spaziergänger oder Radfahrer.

    • Florian Kubas sagt:

      Anderer Blickwinkel gefällig:

      Warum baut man den solche Einrichtungen, und ich meine in erster Linie die Einrichtung für Sehbehinderte, an eine Hauptstrasse??
      Ich nehme an, auf Dieser sind nicht nur Motorräder unterwegs, sondern unter Anderem auch Lkw´s. Und diese sind ja auch nicht gerade leise, dafür aber das ganze Jahr über präsent.

      • Reto sagt:

        Ich glaube nicht, dass man blind oder behindert sein muss, um mit einem Harley-Shop Probleme zu bekommen. Harleys sind regelmäßig weitaus lauter als LKW, weil sie bewusst lauter gemacht werden: Der größte Harley Händler Deutschlands in Frankfurt verkauft nach eigenem Bekunden zu jedem zweiten neuen Motorrad einen extralauten Zubehörauspuff. Und auf diese Motorräder klettern dann spießige Zahnärzte, Manager und Rechtsanwälte – und spielen Rocker. Oder Rocker – und spielen Rocker. Auch nicht besser als die, die Rennmotorräder kaufen – und dann Rennfahrer spielen.

  14. Mike sagt:

    Und da sind Sie wieder. . . .

    Kaum lässt das Wetter es zu rufen Sich die Plagegeister in Form von Motorradrasern wieder auf den Plan. Hier im Bereich der B195 zwischen Dömitz und Boizenburg sollten die Behörden und die Polizei endlich gegen diese vorgehen – Keiner der Anwohner kann bei schönem Wetter auch nur den Gedanken an ein ruhiges Wochenende genießen – es sei den die Strecke ist durch Hochwasser Alarm gesperrt. Ansonsten liefern sich hier 70% der Motorradraser jeden schönen Tag ein persönliches Rennen gegen die Blutarmut in Ihrem Gehirn!
    Diese Strecke sollte endlich für Motorräder an den Wochenenden gesperrt werden – Ausweichrennstrecken finden sich genug in den angrenzenden Wäldern wo deren Raserdummheit dann auch mehr Bäume im Wege stehen.
    Sperrt endlich die B195 Dömitz / Boizenburg (wenigstens teilweise) für Motorrad Raser oder geht energischer gegen diese vor. Auch wäre es Zeit endlich die Halterhaftung in diesem Zuge in Niedersachen und MV einzuführen.

    • Johnny Rocket sagt:

      Ihr vernachlässigt, dass es durchaus Gesetze und Regelungen, Polizeikontrollen und Strafen gibt. Es ist auch bedeutend teurer geworden, wenn man mit einem unzulässigen Auspuff erwischt wird. Ihr profiliert euch als Opfer tolerierter Verbrechen, aber das ist schlicht falsch. Denkt ihr nicht, dass es bedeutend wichtigere Missstände in diesem und anderen Ländern gibt, als eure subjektive Wahrnehmung des Straßenverkehrs?

      • Reto sagt:

        Fakt ist leider, dass am Krad Auspuffklappen und EU-ABE Zubehörauspuffe dafür sorgen, dass jeder Lärmgrenzwert gerissen wird und dass es gegen dieses bewusste Umgehen der Lärmnorm derzeit keine Handhabe seites der Polizei gibt – einen guten Eindruck vermittelt dieser Film. Bezüglich wichtigerer Missstände: Gegen welche Missstände aus Ihrer subjektiven Wahrnehmung unternehmen Sie etwas? Oder reicht es Ihnen, Toleranz dafür einzufordern, dass Sie andere Menschen belästigen?

  15. anton sagt:

    Es kotzt mich an als Alltagsmotorradfahrer, der im Rahmen der StVO und der StVZO unterwegs ist, von irgendwelchen Gutmenschen ständig fälschlicherweise kriminalisiert zu werden.
    Unterm Helm und bei Fahrtwindgeräuschen höre ich nichts von meinem Motorradlärm. Ob die Maschine laut oder leise ist, weiß ich nicht. Ich kann mich nur darauf verlassen, dass die zulassungskonforme tüvgeprüfte Maschine auch nur zulässige Töne entlässt. Und ich bin mir sicher, dass es 99% der Motorradfahrer genau so geht.

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