Offener Brief eines Physikers an Dobrindt und Marwein

Hermann Emerich ist Physiker und arbeitet in Grenoble an einem renommierten Institut.
Auch in Frankreich sind die Folgen der verfehlten Lärmschutzpolitik zu hören. Er schickt uns diesen offenen Brief.

 

An den deutschen Verkehrsminister
Alexander Dobrindt
und den Lärmschutzbeauftragten von Baden Württemberg
Thomas Marwein

Sehr geehrter Herr Dobrindt,
sehr geehrter Herr Marwein,

Ich wende mich mit diesem offenen Brief an Sie, damit angesichts der ausufernden Entwicklung des Motorradlärms endlich tragbare Lösungskonzepte entwickelt werden. Ich bitte sie daher den Artikel – trotz seiner Länge – bis zum Ende durchzulesen. Um mich vorzustellen: Ich betrachte mich als durchschnittlichen Repräsentanten der deutschen Bevölkerung und arbeite als Wissenschaftler (Fachrichtung Physik) in einer europäischen Forschungsanstalt. Durch die Natur meiner Beschäftigung, würde ich mir eine gewisse Tendenz zum kritischen Hinterfragen zuschreiben, ohne daß ich dadurch aber automatisch zum Rechtsspezialisten bzw. technischen Berater mutiere. In meinen Vorträgen fordere ich die Zuhörer gerne zur Eigenarbeit auf. Als einleitende Übung würde ich daher vorschlagen das Stichwort „Motorradlärm“ (i. B. ein paar Tage nach einem schönen Wochenende) in Google einzugeben und dabei den Suchzeitraum auf eine Woche zu beschränken. Vermutlich liefert diese Handlung Ergebnisse, vor allem wenn Sie über ein paar Wochen wiederholt wird, die mir die notwendige Rechtfertigung verleihen das Problem Motorradlärm als allgemein zu bezeichnen und nicht (nur) als ein Ausdruck meiner persönlichen Frustration.

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Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Medienberichte, Meinung
7 Kommentare zu “Offener Brief eines Physikers an Dobrindt und Marwein
  1. A. Gross sagt:

    Ein ausgezeichnetes Schreiben, Herr Emerich.
    Ich habe den Link zu Ihrem Schreiben gerade einem Bayerischen Landtagsabgeordneten zukommen lassen, von dem ich weiss, dass er das Lärmproblem durch Motorräder ernstnimmt. Vielen Dank für Ihre Mühe.

  2. Frank sagt:

    Toller Brief – vielen Dank!

    Ich habe den Link sofort auf Facebook geteilt. Ich bitte alle, die uns hier unterstützen wollen, oben rechts auf dieser Seite den „Like“-Button zu drücken. Vielen Dank!

  3. Knut Ammers sagt:

    So komplex ist die Totalverarsche der Industrie, so lang wie der Brief!!! Und die Politik tut nichts dagegen. Heute Abend knapp drei Stunde Geheule von diesen rücksichtslosen Idioten, denen ich die Hämorrhoiden an ihren bereiten Motorradarsch wünsche!

    • Der Redakteur sagt:

      Das mit den Hämorrhoiden finde ich eine gute Idee. Blutig, aber nicht so blutig wie die Kollision mit einer Leitplanke. Deshalb ok und ein frommer Wunsch. Danke.

  4. Andi sagt:

    Super Brief Herr Emerich. Vielen Dank für Ihre Mühe. Sie haben den Nagel wirklich auf den Kopf getroffen. Weiter so.

  5. Mathias Müller sagt:

    Sehr lang, aber sehr gut. Vielen Dank !

    Ein wesentliches Stichwort in dem Brief: „Körperverletzung“ Ich darf ergänzen: „vorsätzlich“.
    Das ist doch auch im Strafrecht keine Bagatelle oder bloße Ordnungswidrigkeit.
    Warum führen z.B. VCD oder BUND da keine Musterklage durch?
    Was in Sachen Motorradlärm abgeht ist menschenverachtend une wie geschrieben Ausdruck von grenzenlosem Egoismus und dumpfer Machtdemonstration.
    Und die Politiker schauen zu und hören weg (im wahrsten Sinne des Wortes) ! Die Oberpfei** dabei ist Minister Dobrindt. Der steckt alle Energie in eine Maut die keiner braucht, aber die wirklichen Themen scheinen ihn nicht zu interessieren.

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