100 dB-Grenzwert: Kanada macht’s vor

Rigoroser Grenzwert bei 100 dB ohne Bestandsschutz: die franco-kanadische Provinz Quebec macht’s vor.

Während in Deutschland die Politik immer wieder darauf hinweist, dass gegen den Motorradlärm rechtlich nichts zu machen wäre (will heissen: Lärmmachen jenseits der Schmerzgrenze mit einem Motorrad bzw. Poser-Auto ist und bleibt legal, einschliesslich in Wohngebieten) sind andere Länder da schon deutlich weiter. Und das obwohl sie weit weniger dicht besiedelt sind. Im französisch sprechenden Teil Kanadas (Quebec) werden seit einigen Jahren Nägel mit Köpfen gemacht. Dies fing damit an, dass seit 2013 die Polizei mit Geräuschmessern ausgestattet und Teile der Einsatzkräfte speziell für dieses Problem geschult wurden. Darüber hinaus wurde in Zusammenarbeit mit einem Hochschulprofessor (der wohl nicht zur Fahrzeuglobby gehört) ein vereinfachtes Messprotokoll zur Lärmerfassung erstellt. Eine der Kernprinzipien der neuen Vorschrift ist, dass kein Fahrzeug – unabhängig vom Fahrmodus – den immer noch brüllenden Messwert von 100 dB überschreiten darf – und das ganz ohne „Bestandsschutz“.

Na also geht doch !

Die direkte Konsequenz dieser immer noch sehr weitmaschig angelegten Verordnung ist die, dass von ca. 3000 kontrollierten Motorrädern kernige 43% die Grenzwerte überschritten. (Wie war doch der nochmal: „Die weitaus überwiegende Anzahl von Motorradfahrern fährt leise…“ ?) Nach wie vor ist die Strafe für diese Art der Körperverletzung eher bescheiden (umgerechnet 130-200 Euro), aber dennoch wohltuend über deutschen Verhältnissen, wo Vergehen mit lächerlichen 10-20 Euro belegt werden. Das Vorgehen in Quebec führt zu Unmut unter den Bikern die – um den Kontrollen zu entgehen – jetzt vermehrt ins benachbarte Trump-Land einfallen, um eben dort so richtig aufzudrehen. Dass die in den USA fabrizierte Harley dabei an vorderster Front mitlärmt, ist die besondere Ironie der Geschichte. Dies dürfte sogar Lärmgeschädigten (ausserhalb der Einfallsschneisen bzw. den USA) ein von Schadenfreude getriebenes Schmunzeln ins Gesicht treiben. Hier geht’s zum Artikel: Wer der französischen Sprache mächtig ist (und darüber hinaus auch den etwas gewöhnungsbedürftigen Quebec-Akzent versteht) kann sich mit dem in diesem Artikel angegebenen Film direkt ein Bild der Lage machen.

Unser Lieblingssatz des Biker-Sprechers bei der Demonstration: „Unser Protest soll der Bevölkerung zeigen, dass wir allmählich müde werden, ständig belästigt zu werden, wenn wir Spazieren fahren wollen“. In unseren Ohren nur gerecht: Die einen werden belästigt durch Spazieren fahren, die anderen beim Spazieren fahren.

 

50 Kommentare zu “100 dB-Grenzwert: Kanada macht’s vor
  1. Mike sagt:

    Ich mag mein Motorrad und auch Sound aber ohen dass es weh tut. Etwas Hirn einschalten schadet auch nicht beim Fahren und Ohrenstöpsel trage ich nicht.

    Daher finde ich das gut, 100DB sind eine Menge und alles drüber hat nichts mehr mit Sound sondern Schmerzen zu tun egal wie alt das Bike ist.

    • Rainer Rau sagt:

      Warum 100 db, warum lauter als technisch erforderlich? Gibt es keine anderen Möglichkeiten, sich wohl zu fühlen, ohne Land und Leute zu stressen? Ernstgemeinte Frage, nicht unbedingt ein Vorwurf.

      • Mike sagt:

        Was bedeutet „technisch erforderlich“? wie definieren sie das? Ich weiß nicht was darunter gemeint ist technisch gesehen.

        Die 100db nehme ich weil sie im Artikel stehen, von mir aus auch 90 wäre ja quasi die Hälfte. Wenn damit der lauteste Zustand gemeint ist aus 1m Entfernung das sollte fair für alle sein.

        • Der Redakteur sagt:

          100 dB „am Hinterrad“ wären definitiv zu viel. Ich war heute bei einem Sportwagen-Bergrennen in Frankreich. 107 dB waren als Limit ausgeschrieben und wurden ähnlich wie Standgeräuschmessung in D schräg hinten kontrolliert. Also man muss schon Eintritt bezahlt haben und sich sagen, es ist nur ein Mal im Jahr – sonst kann man es unerträglich laut finden.

        • Rainer Rau sagt:

          Dieses ganze Hin und Her über Technik, Grenzwerte, Ausnahmen, Zuständigkeiten bezüglich der unsinnigen Selbstdarstellungsinstrumente verschleiert und vergrößert die Missstände. Zu laut ist zu laut, ganz einfach. Alles, was nicht notwendig ist, sollte es nicht geben, sobald es andere über Gebühr belästigt. Ich kenne Harleys, die man nur sieht, aber so gut wie nicht hört, und die Fahrer genießen ihre Fahrten absolut – ihr gesundes Selbstbewusstsein macht es möglich. Es liegt mir wirklich ehrlich gemeint fern, Ihnen persönlich etwas zu unterstellen, aber viele WOLLEN auch nicht wissen, was gemeint ist. Falsch handeln wider besseres Wissen – das größte Übel unserer Zeit. Nochmal sicherheitshalber: Nicht gegen Sie persönlich gerichtet.

          • Der Redakteur sagt:

            @RR: ich persönlich würde „gesundes Selbstbewusstsein“ nicht mit einem lauten Motorrad assoziieren.

          • Rainer Rau sagt:

            Redakteur: Nichts läge mir ferner als diese Assoziation, ich meinte die mit sozialverträglichen Fahrzeugen.

          • Reto sagt:

            oh ja. Wie recht sie haben.

          • Mike sagt:

            Oh doch ich möchte es gerne wissen, war ja nicht Sarkasmus oder ähnliches. Machen wir es doch an DB Werten fest weil „zu laut“ ist wie „lauter als technisch erforderlich“ so Wischi Waschi. Was ist technisch erforderlich? Bei 100 km/h oder bei 200? Sie verstehen auf was ich raus will…

            Wenn es darum gehen würde Lärm möglichst zu vermeiden wäre wohl das beste mein Bike einfach stehen zu lassen. Also reden wir über einen DB Wert ich sage 100 reichen locker, 90 sollten auch dicke reichen. Der Redakteur sagt 100 wären zuviel am Hinterrad, und sie?

          • Reto sagt:

            Das ganze Thema ist Wischi-Waschi: Standgeräusch und Fahrgeräusch sind schon so angelegt, dass sie nichts miteinander zu tun haben. Beim Anwohnerschutz wird Verkehr rechtlich nicht gemessen, sondern errechnet – Wischi-Waschi! Das Problem ist, dass die Motoräder, die mit 78 zugelassen werden, an vielen Hotspots mit 102 dB (A) am Straßenrand gemessen vorbeifahren und am Sachsenring nicht auf die Strecken dürfen (Wischi-Waschi). Wischi-Waschi ist auch, wenn Sie einen Tipp haben wollen, ob Sie ihre Schleuder am besten stehen lassen sollen. Um was handelt es sich denn? Eine Yamaha TDM 800 (1. Auflage) ist ein akzeptabel leiser Tourer, eine BMW S 1000 RR ist der lauteste Hobel mit Straßenzulassung. Den besser stehen lassen. Die TDM von Yamaha (also die erste, nicht überarbeitete) zeigt, was technisch möglich ist, leise Motorräder zu bauen. Und versuchen Sie die mal auf dem Gebrauchtmarkt mit Originalschalldämpfer zu finden – wischi-waschi.

        • Rainer Rau sagt:

          Ich lasse mich auf diese Diskussion nicht ein, weil sie keinen Sinn macht. Für mich ist es unverständlich, ein Fahrzeug im ÖFFENTLICHEN Straßenverkehr zu anderen als zu Transportzwecken zu benutzen. Zum Skeetschießen gehe ich auf einen Schießstand, zahle meine Gebühren und lebe mein Hobby und meine „Freiheit“ nicht aus, wo und wann es mir gerade passt, ohne Rücksicht auf Belästigung und Gefährdung anderer. Gotcha wird in geeigneter Umgebung betrieben, nicht auf den Straßen und in Wohngebieten. Einen Modellflieger lässt niemand auf der A2 starten und landen. Für die Interessen der „sportlichen“ Fahrer gibt es Rennstrecken; wenn nicht genug, müssen sie welche bauen und selbst bezahlen. Sie sind vielleicht anderer Meinung, aber ich bin für streng durchgesetztes Tempo 90 auf Landstraßen und 130 auf Autobahnen, weil es einfach dem Verkehrsaufkommen angepasst wäre. Deutschland ist unverständlicherweise die unrühmliche Ausnahme. Definitionen verändern keine Missstände!

  2. Henrik Mönch sagt:

    100 dB als lautester Betriebszustand und fast die Hälfte ist krawallig lauter! Das wäre ein Anfang und zeigt zugleich, wie beschissen wir hierzulande werden mit den 78 dB(A), mit denen die hier zugelassen werden.

    • Rainer Rau sagt:

      Oben und unten in der Gesellschaft ist eine Frage des Blickwinkels. Von oben sieht man unten nur Beschissene, von unten sieht man oben nur Arschlöcher.

  3. Rainer Rau sagt:

    Oft, auch von Behörden, wird behauptet: Ein kleiner Anteil verhält sich unangemessen. Heute habe ich von 10 bis 13 Uhr 30 gezählt. Jawoll, ich hatte nicht besseres zu tun, und ich habe keinen Gartenzaun, ich sehe und höre die Katastrophe einfach so und ich bin auch kein Rentner. Ca. 400 Meter Landstraße, 70 km/h, eine einzige sehr lang gezogene Kurve zwischen zwei Kreiseln, dazwischen eine Fußgänger-Überquerungshilfe. In den 210 Minuten „passierten“ 122 Motorräder unser Grundstück. Davon verhielten sich tatsächlich genau 20 im Rahmen der Legalität und der Vernunft. Der kleine Rest von 102 war komplett zu laut, die meisten noch zu schnell. Größtmögliche Beschleunigung, ohne die ganze Strecke zu sehen und um kurz vor den Kreiseln stark bremsen zu müssen, die unsinnigsten Überholvorgänge, Gruppen tun ALLES, um zusammen zu bleiben. Dass die Psychopathen so krank sind, ist schlimm genug, dass die Behörden verschleiern, vertrösten und abwiegeln bis hin zur Verbreitung alternativer Fakten, ist ein Skandal. WOHLSTANDSVERWAHRLOSUNG in der schlimmsten Form.

    • Der Redakteur sagt:

      @RR: Nicht zu vergessen: Biker sind alles extreme Individualisten. Wenn sie in Gruppen vorbeifahren, sieht das nur auf den ersten Blick so aus und hört sich so an, als sei das eine Art Blasmusik auf Rädern. Unsere Individualisten verachten natürlich Vereinsblasmusiker, weil sie keine Individualisten sind.

    • Frank sagt:

      „Wohlstandsverwahrlosung“

      Dazu habe ich gerade heute einen Artikel gelesen. Manchmal hat sogar die WELT lichte Momente!

      Zitat: „Wer will in der Welt von heute noch demütig und bescheiden sein? Dann lieber anmaßend, überheblich und eitel.
      Ganze Erwerbszweige haben sich aufgemacht, just solche Attribute zu fördern. Ihr Daseinszweck ist es, alles und jedes zum Strahlen zu bringen, und sei es bei Licht besehen auch noch so kümmerlich.“

      Dazu passen genau die brüllend lauten AMGs von Mercedes, die krawalligen Ms von BMW, die künstlichen Fehlzündungen der RS-Typen von Audi und die vielen bollernden Motorräder mit „Sport“-Auspuff, die – neben vielen anderen auch ausländischen Produkten – mit möglichst bösem Blick und mit Spoilern hinten und vorne bewaffnet um die Gunst der eitlen, anmaßenden und überheblichen Proleten buhlen, denen Bescheidenheit und Demut völlig fremd sind.

      Bei all dem Krach und Krawall handelt es sich nicht um ein Randphänomen. Es ist eher ein Symptom für eine in Auflösung befindliche Gesellschaft!

      https://www.welt.de/debatte/kommentare/article180931502/Meinhard-Miegel-Die-Folgen-des-Narzissmus-sind-fatal.html

    • Bigfoot sagt:

      Wo wohnen Sie, in welcher Gegend?
      Muss ja ideal für Motorradfahrer sein..
      Ich fahre kein Motorrad.

      • Rainer Rau sagt:

        Die brauchen keine „ideale“ Gegend mehr. Nach Feierabend noch ein bisschen stressen, am Wochenende auf dem Hin- und Rückweg und an den Hotspots – die treiben ihr Unwesen überall. Lediglich die Zuständigen und Verantwortlichen halten ihre direkte Umgebung ruhig und sauber. Die leben anscheinend auf so einer Art Obersalzberg, wo nix an sie rankommt.

        • Bigfoot sagt:

          Bei mir in der Gegend gibt es gar keinen Motorradlärm, eher laute Flugzeuge. Ich wohne in der Einflugschneise des FFM Flughafens, und überlege, hier weg zu ziehen, da es schwer auszuhalten ist

  4. Andi sagt:

    Leider hat sich Deutschland was einst Vorreiter in Umweltschutzthemen war vom Musterknaben zum Dreckschwein entwickelt. Da werden schon seid Jahren in vielen Regionen die Grenzwerte der EU für die Luftverschmutzung überschritten so das die EU nun mit Recht ein Strafverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat. Da werden Lärmaktionspläne nur widerwillig bearbeitet. Maßnahmen werden schon so gut wie keine generiert. Warum soll den der Anwohner geschützt werden, das sollen die anderen Länder machen. Wir verheitzen das Geld lieber in sinnlose extrem überteuerte Prestige Objekte. Der dumme Anwohner soll einfach nur die Steuer dafür zahlen? Das zeigt mir doch das es der Politik scheißegal ist ob sie oder ich oder vielleicht auch ihre Kinder an Lungenkrebs verrecken oder vielleicht auch durch einen Schlaganfall der ausgelöst durch zu viel Lärm behindert werden. Wie war das gleich nochmal im Grundgesetz „jeder Mensch hat ein Recht auf Unversehrtheit“.Das Gesetz wird hier mit Füßen getreten und findet überhaupt keine Berücksichtigung. Die Politiker die für diesen Lärmmurks ( keine Lärmobergrenze, schlechtes Messverfahren für die Polizei, lächerliche Strafen bei Missachtung) sollte zur Verantwortung gezogen werden. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit die Personen und zugehörige Partei ausfindig zu machen. Ich erwarte nicht viel. Ich möchte nachdem ich meine Arbeit geleistet habe und meine Steuern bezahlt habe mit denen ich auch anteilig den Herren und Damen ihre Diäten ermögliche, mich von der Arbeit lärmfrei erholen. Ist das zuviel verlangt??? Ich fordere die Politik auf tun sie endlich ihren Job und beenden diesen Wahnsinn.

    • Rainer Rau sagt:

      Wir waren gestern an der Mosel auf einem Flohmarkt, ca. 3 Stunden. Die Ortdurchfahrt war während der ganzen Zeit ohne eine einzige Unterbrechung zugemüllt mit Harleys und ähnlichem, EIN zusammenhängendes Dröhnen, gewürzt mit Fehlzündungen, für Fußgänger war die Straßenüberquerung ein Glücks- und Geduldsspiel, Verkehrsregeln waren außer Kraft gesetzt. Man konnte sich oft mit den Standbetreibern nicht unterhalten, ohne dicht heranzugehen und zu schreien. Dann hielt ein Lederfetischist mit Rentenbescheid an, die Nutzlast seiner Gehhilfe war mit Sicherheit überschritten. Als ich laut Zweifel äußerte, ob der alleine absteigen kann, gabs ein Riesengelächter. Bei den anschließenden Gesprächen äußerten einige Touristen: „Das letzte Mal an der Mosel, aber sonst ist es auch kaum besser“. Der Heimweg war abenteuerlich, in China fühle ich mich mittlerweile im Verkehr sicherer.
      Am Abend davor hat mir bei einer Familienfeier ein 64jähriger (durch sein Konsumverhalten selbst verschuldeter) Gehstockbedürftiger von seinen Soundmodulen (an zwei von drei PKW in einem 2-Personenhaushalt) und denen seines Sohnes vorgeschwärmt, bis ich mich an einen anderen Tisch setzen musste. Die Wohlstandsverwahrlosung zieht sich durch alle Generationen, die jüngsten sind schon durch ihre Vorbilder unheilbar verseucht.
      Leider ist Deutschland bei unzähligen Konsumjunkies im Ausland immer noch ein großes Vorbild. Es ist vielleicht unsere Bestimmung, die Welt ins Chaos zu befördern – mittlerweile durch tatkräftige Mithilfe des großen Bruders und der naiven Nacheiferer in Fernost.

    • Rainer Rau sagt:

      Andi, bitte nicht mißverstehen. Ich hoffe, Sie tun es auch wie viele andere hier mit Zeit- und Energieaufwand. Bei mir weiß ich, meine Schreiben werden zumindest wahrgenommen. Man muss JEDE Gelegenheit nutzen, Betroffene zu Protest zu motivieren. Wenn die Masse und der Druck stimmen, sollten vielleicht auch mal Reaktionen folgen. Wir haben nur unseren Verstand, ein schwaches Gegengift gegen das Kapital, aber es kann durch andauernden Gebrauch stärker werden (hoffe ich wenigstens), und wir können unsere Zeit nicht sinnvoller einsetzen. Wenn die Lärm- und Raserpest einmal eingedämmt ist, wirkt sich das automatisch auch auf andere Problembereiche aus.

    • Rainer Rau sagt:

      Politiker ausfindig machen? Allgemeinwissen: Ramsauer, Dobrindt, Scheuer …
      Zur Verantwortung ziehen? Nicht in diesem überflussnarkotisierten Konsumentenland. Diejenigen, die nicht im Überfluss leben, haben andere – ebenfalls von oben ignorierte, allenfalls zugrundegeschwafelte – Sorgen.

    • Der Redakteur sagt:

      Die Personen sitzen im Verkehrsministerium und das ist seit Jahren in der Hand von CSU-Dilettanten. Und deren Chefin ist die unselige Angela, die ihre beste Zeit schon lange hinter sich hat.

  5. Maike sagt:

    Lieber Andi,
    Deinen Ausführungen kann ich nur voll zustimmen!

  6. Rainer Rau sagt:

    https://www.volksfreund.de/region/wittlich/500-harleys-auf-dem-wittlicher-marktplatz_aid-24169365
    Selbst auf der untersten „bürgernahen“ Ebene hält die Politik den Umweltzerstörern den Steigbügel.

  7. Karl W. sagt:

    43% zu laut, trotz viel zu moderatem Grenwzert von 100db (der natürlich trotzdem ein guter Anfang ist).
    Das zeigt, daß es in der Bikerszene ein weit größeres Problem mit falsch verstandener Solidarität mit legalen Kriminellen gibt, als bisher angenommen.
    Im Zusammenhang mit Harleys schon erwähnt, gibt es ja viele PKW, die recht leise fahren, auch bei starker Beschleunigung.
    Das und nichts weniger ist der Standard, der anzustreben ist, Lärmvermeidung auf dem neuesten und optimalen Stand. Wers lauter mag, kann sich ja Lärm-CDs anhören oder Lärm aus dem Netz streamen.
    Es gibt kein Recht auf gesundheitsschädigenden Lärm.

    • Rainer Rau sagt:

      Der gute Anfang von 100 db ist wie ein bisschen schwanger oder von .22lfb erschossen zu werden, weil .44mag zu dick ist. Ein wenig schlechter ist nicht gut. Man muss gut überlegen, wem man den kleinen Finger reicht – Rücksichtslosigkeit krallt sich sofort alles. Hier geht nur noch „Entweder – oder“. Aber der Bayern-Andy hat kürzlich seine Prioritäten erklärt, da war vom Lärm- und Raserproblem nicht die Rede; dass er es überhaupt jemals in Betracht zieht, glaube ich nicht.

  8. Hans Schmidt sagt:

    Hat jemand Informationen zu diesem „vereinfachtem Messprotokoll zur Lärmerfassung“ die in Kanada verwendet wird? Auch würde mich interessieren ob es Messwerte von Fahrzeugen im lautesten Modus gibt? Also Fahrzeug auf die Rolle und dann den lautesten Wert bei allen Drehzahlen und Gängen ermitteln. Weil bei der Standgeräuschmessung machen die Klappen ja noch nicht auf und die Messung bei Vorbeifahrt ist eh gefälscht.
    Kleiner Fun Fact: Einige Sportwagen werden hier zu Lande mit 113 dB(A) Standgeräusch eingetragen. Ist doch herrlich. Und wieviel Lärm das Ding produziert wenn er mal richtig drauf latscht ist nicht bekannt, weil man das wohl absichtlich nicht messen möchte?!

    • Der Redakteur sagt:

      Hallo Hans Schmidt,

      die kanadische Regelung könnte sich an der seit Jahrzehnten (sic!) hierzulande von Polizei (und BUND) eingeforderten Geräuschmessung light orientieren. Hier ein Link: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/…/lechner.pdf
      Zum Übrigen: Das Standgeräusch ist ein Referenzwert – der Hersteller bestätigt, dass bei Einhaltung der 113 db(A) Standgeräusch der Wagen im Fahren bspw. 80 dB(A) laut ist. Klingt Schizio – ist es auch. Zudem wenn der Hersteller nichts beweisen, sondern nur unterschreiben muss. Maximalpegel: Nach unseren Erfahrungswerten halte ich es für möglich, dass eine voll ausgereizte BMW S 1000 RR an den 120 dB(A) krazt. Ist ja auch vom bayerischen Marktführer und ein Grund, weshalb ich die Marke gewechselt habe.

  9. Rainer Rau sagt:

    Wahrscheinlich IST es Schwäche, Erpressbarkeit macht schwach. Und die Zuständigen und Verantwortlichen sind leicht zu erpressen: „Wenn ihr … ändert, versiegen die Parteispenden, die Einladungen zu exklusiven Events, die Aussichten auf noch lukrativere Jobs in der Kapitalwelt usw.“. Da entstehen echte Existenzängste.
    Ein noch größeres Problem als das Versagen von Politik und Behörden ist die negative Entwicklung der Mentalität von Millionen geistigen Querschlägern. Das gedankenfreie Konsumverhalten und Mitläufertum machen ein Gegensteuern immer schwieriger; ich weiß nicht, ob der Punkt, an dem eine Änderung noch möglich ist, schon überschritten ist. Es gibt unbestritten unendlich größere Probleme, aber das Lärmer- und Raserunwesen wäre schnell und ohne Kostenexplosion zu beseitigen – Verstand, guten Willen und Abwesenheit von Gier vorausgesetzt.

  10. Karl W. sagt:

    @Rainer Rau
    Kompromissfähigkeit ist eindeutig ein Zeichen von Stärke, aber bei uns haben mittlerweilen die Schwachsinnigen das Sagen.
    Ein Problem ist sicher auch, daß jeder in seiner Blase lebt, Viele sind einfach nicht von Lärm betroffen. Bis sich die Erkenntnis durchsetzt, daß Lärm nur eins von vielen zerstörerischen Symptomen ist, daß auf Lobbyismus und Stillstand zurückgeht, wird es noch eine Zeitlang dauern.

    • Rainer Rau sagt:

      Buchtipp: Harald Welzer: „Wir sind die Mehrheit – Für eine offene Gesellschaft“. Deshalb geben wir nicht auf.

    • Rainer Rau sagt:

      So isses. Viele sind nicht betroffen, viele nehmen den Krach nicht wahr. Die Abgestumpften sind nicht immer die hellsten Kerzen am Christbaum und suchen sogar Radau. Welcher Mensch mit korrekt funktionierenden Sinnen könnte sonst eine ganze Nacht in einer Disco, bei Wacken oder Nature One ertragen? Für die sind Kreischen, Dröhnen, Fehlzündungen und Infraschall Teil ihrer normalen Wohlfühlatmosphäre. Und die Verantwortlichen werden sich hüten, ihre Umgebung mit unserem Problem kontaminieren zu lassen. Hier haben ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter und ein Bauunternehmer mit Kohle anscheinend „ihre“ Straßen in „ihren“ Wohngebieten auf 30 kmh limitieren lassen, beim Fußvolk klirren die Gläser in den Schränken. Herr Scheuer hat eine Einladung auf unser Grundstück am Wochenende auch (vielleicht gottseidank) noch nicht angenommen.

      • Peter sagt:

        Wir hatten vor ein paar Monaten Herrn Landrat Wölfle in unserem Dorf. Er verkündete uns, die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Betroffenen lobend, das traurige Ergebnis, das für unser Dorf keine Umfahrung nötig sei. Bei den Lärmberechnungen dazu, wird von eingehaltenen 50km/h ausgegangen, die wir haben wenn dann mal der Blitzer an der Straße steht, ansonsten geht’s dann eher Richtung 60+ bis dreistellig. Auf meine Frage weshalb man hier nicht mit den üblicherweise durchschnittlich eingehaltenen 58km/h rechnet kam, „weil das so gemacht wird“. Meine zweite Frage war, wie sich die EU-Regelungen zu Tempo 30 mit den ebenfalls von der EU zugelassenen Auspuff-Klappenanlagen verträgt, „wusste er nichts von der Existenz solcher Anlagen und hat sowas auch noch nie gehört.“ Wo wohnt dieser Mann, doch nicht etwa hinterm Mond, dritte Gasse links mit Tempo30, Sackgasse und Anliegerstraße? Nein, bei diesen Herrschaften wird dafür gesorgt, dass es ruhig ist, daher wissen sie auch nicht wovon wir reden, geschweige haben sie auch nur ansatzweise eine Ahnung wie sich dauerhafter Lärm auf die Betroffenen auswirkt. Wenn wir da auf die Mithilfe der Politik hoffen wird das nichts, dafür sorgt die Kfz.-Lobby. Es sei denn, der öffentliche Druck der Betroffenen durch ständig wiederkehrende Leserbriefe, Presseberichte, Info-Veranstaltungen, Beschilderung der Grundstücke und vor allem dem Verhalten der Betroffenen gegenüber den Lärmverursachern. Die Verkehrsüberwachung kann nicht überall sein, meldet diese Chaoten mit Fahrzeugtyp, Kennzeichen und Uhrzeit der Polizei, eine offene Auspuffklappe ist Lärmbelästigung mit Vorsatz, benennt Zeugen. In Mannheim funktionierts, warum nicht auch in anderen Städten, Lärmschutz lebt vom Mitmachen!

        • Rainer Rau sagt:

          Überall das gleiche. Ich bekam ein Antwortschreiben vom Landes-Innenminister. 2 1/2 Seiten, es besteht keine Notwendigkeit, zu wenig Unfälle, die Gesetzgebung, die Wirtschaft, Polizei keine Leute (das glaube ich sogar, die werden in Chemnitz gebraucht), vielleicht kommt mal eine Streife,sehr kompliziert, die Statistik, kann man nix machen…

  11. Peter sagt:

    Hallo zusammen,
    bitte versäumt es nicht, diesen lärmenden Vollpfosten mit einem freundlichen DAUMEN RUNTER sichtbar darzustellen was Ihr von ihrem peinlichen Gebettel um Aufmerksamkeit haltet.
    Gruß und danke das Ihr dabei seid.

  12. Karl W. sagt:

    @Rainer Rau
    Mal halblang, Musik ist eine Frage des Geschmacks, wers laut mag, bitte sehr. Musik ist nicht gesundheitsschädlich und steigert eindeutig das Wohlbefinden.
    Wir werden es ja wohl hinbekommen, unsere noch vorhandene Freiheit nicht dem Lärmpöbel auf den Straßen zu opfern, denn genau das würden wir tun, wenn wir jetzt plötzlich alles ablehnen, was uns persönlich nicht gefällt, obwohl es niemandem wehtut.
    Keine falsch verstandene Toleranz gegenüber dem Lärmterror, aber bitte auch keine Intoleranz gegenüber anderen Lebensauffassungen.

  13. Rainer Rau sagt:

    Es geht nicht um Musik als solche, es geht um Lärm. Wenn man die vorbeifahrende Musik nachts bei geschlossenen Läden und Fenstern noch sehr laut in der Wohnung hört, spielt der Geschmack keine Rolle. Ob Auspuff, Musik oder künstlich produzierte Fehlzündungen: Zu laut ist zu laut.

  14. Rainer Rau sagt:

    wenns denn noch Musik wäre… Wie gesagt: Geschmacksache. Der Geschmack sagt oft viel aus.

  15. Karl W. sagt:

    Nur daß man bei lauter Musik problemlos die Polizei rufen kann und nicht wenige Mitmenschen regelrecht scharf drauf sind, endlich mal einen Grund dafür zu haben. Natürlich rückt die Polizei dann auch sofort an, obwohl laute Musik nur stört, aber nicht die Gesundheit schädigt. Polizei bei Straßenlärm? Keine Chance.
    Fans lauter Musik hören sie in der Regel, um Spaß zu haben, nicht, um gezielt andere Menschen zu terrorisieren, im Unterschied zu lärmenden Fahrern aller Art.

    • Allgäuer sagt:

      Und Sie meinen , daß es Menschen gibt, die andere mit Lärm terrorisieren wollen, nur der Intention des Terrorisierens willen?
      Wenn dies Ihre Meinung ist, ist es klar, daß sachliche Diskussion nicht im Ansatz möglich ist.

    • Bigfoot sagt:

      Na ja, wenn’s die ganze Nacht durchgeht mit der lauten Musik und man schlafen will, schädigt es sehr wohl die Gesundheit!! Ich musste einmal wegen lauter Musik nachts um 1 Uhr die Polizei rufen, die dem Treiben dann ein Ende gesetzt hat!

  16. Bigfoot sagt:

    Gibt es überhaupt im überbevölkerten Deutschland noch ruhige Orte zum Wohnen ? Ich wage es zu bezweifeln!

    Im Ausland finde ich noch ruhige Orte für einen entspannten Urlaub.

    • Hans Schmidt sagt:

      Ja, gibt es NOCH. Wir wohnen in einem Naturschutzpark mitten in SH in einer Sackgasse. Aber durch ständig lautere Motorräder und Autos wird es auch hier lauter. Manchmal wird man auch morgens um vier von einem beschleunigendem Motorrad aus dem Schlaf geholt, der die Hauptstraße (ca. 500m Luftlinie) wieder mit einer Rennstrecke verwechselt. Den Kollegen hört man dann auch gerne mal 30 – 50 Sekunden bis er in fast 3km in den Wald einfährt, unglaublich. Also stiller als bei uns geht es schon fast nicht mehr, aber Motorräder sind hier im Sommer auch die Pest.
      Ich hoffe die Elektromotorräder werden ein Ding.

  17. Karl W. sagt:

    @Bigfoot
    Klar, Idioten gibts überall. Ich wehre mich nur gegen die pauschale Diffarmierung von Leuten, die laute Musik gerne hören (wozu gibts Kopfhörer?). Außerdem gibts auch musikalische Ruhestörer mit einem „braven“ Musikgeschmack, auch mit Schlagern kann man Lärmterror machen.

    @Allgäuer
    Und Sie meinen ernsthaft, daß es keine Menschen gibt, die andere mit Lärm terrorisieren wollen?
    Wenn dies Ihre Meinung ist, ist es klar, daß sachliche Diskussion nicht im Ansatz möglich ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*