IVM: Die Hersteller und Heuchler

Aufgepasst – endlich mal eine Neuigkeit in Sachen Motorradlärm, die aufhorchen lässt: Der Industrieverband Motorrad Deutschland (IVM) hält seine Kunden in einem Video zum leisen Fahren bzw. Schieben an. Allen ernstes! Wirklich! Mei! Was für eine Wuchtel!

Da hat sich vermutlich der IVM-PR-Kreis getroffen und gesagt: „Es regt sich Unmut im Volk. Natürlich nur in dem Teil, der nicht zu unseren Kunden zählt! Wir müssen etwas tun! Angriff ist die beste Verteidigung! Schuld verschieben! Und zwar lustig, weil Fahrvergnügen ist Kulturgut!“

In dem folgerichtig humorigen und mit Sicherheit viral gehenden Film-Streifen zeichnet eine kreative Kreativagentur ein realistisches Bild zum Stand der Dinge: Die Landbevölkerung hat die Nase (hier = Ohren) voll von den Rowdies. Die Traktoristen und Rollatoristinnen gucken im Film sogar böse! Denen kann man auch nichts recht machen: Früher wurde jede Harley und jeder Streetfighter mit Palmwedeln empfangen, heute kommt der lärmgeplagte Landmann mit der Mistgabel dahergerannt. Pro forma appellieren die Hersteller jetzt an die berittenen Kundschaft, es doch bitte leiser angehen zu lassen. Der Film droht mit Fahrverboten und Schiebzwang. Einschränkender Tenor: Das Motorrad ist ja nicht schuld. Schuld ist das Herrchen mit dem ADHS-Minderwertigkeitskomplex, das draufsitzt! Der Be-Sitzer – wie beim Kampfhund!

Was für ein Noise-Washing!

Können die Hersteller denn gar nichts dafür? Vor 15 Jahren hat BMW noch Motorräder gebaut, die waren als Polizeikrad nicht lauter als ein Pkw. Heute führen die Bayern die Rangliste der Poser mit ihrer BMW S 1000 RR an. Darf wegen Lärmerei nicht auf die Rennstrecke, aber überall Leute belästigen auf öffentlicher Straße. Selbst das Volumenmodell GS geht nicht mehr ohne Auspuffklappen an den Start, geschweige denn durch den TÜV. Ist ja auch eine Art Krawall-Tourenmotorrad. Der TAZ gegenüber hat der Hersteller bekannt, dass es sonst keine Homologation bekommen hätte. Erst jüngst hat das Umweltbundesamt eine BMW RnineT untersucht und festgestellt, dass dieses Ding so laut kann wie 160 Kräder, die den Lärmgrenzwert von 77 Dezibel einhalten. Frage an BMW: Wäre es nicht viel einfacher, dieses „Naked Bike“ leiser und sich selbst ehrlich zu machen? Einfacher als die Fahrer im Nachhinein zum Säuseln bekehren zu wollen, die für diesen Lärmgenerator auf zwei Rädern teuer bezahlt haben?

Schiebung – allerorten

Die Audi-Tochter Ducati scheint angesichts der jüngsten Emissions-Geschichte(n) ebenfalls berufen, ihre Kunden zum Schieben anzuhalten. Spitzenmodell Panigale: Spitzen-Standgeräusch 107 Dezibel bei halber Drehzahl (sic!). Plus 5 Dezibel Toleranz bei der Polizeikontrolle. Dafür hat dieses 200-PS-Modell die Zulassung unter bemerkenswerten Umständen bekommen: Es wurde geräuscharm mit 36,6 km/h im dritten Gang durch den Testzyklus gefahren – oder geschoben. Normenidiotie vom Feinsten…

Ducati Prüfaufkleber: 107 dB (A) Standgeräusch bei halber Nenndrehzahl. Und Fahrgeräusch: Im dritten Gang bei 36,5 km/h den „Grenzwert“ von 80 dB(A) mit Abstand eingehalten.

Geschoben wird ja allerorten: Bestimmt bestückt der IVM auch den illustren Normenkreis in Genf mit kompetenten und diensteifrigen Mitgliedern… Man glaubt es nicht! Wer so einen Testzyklus ersonnen hat, der lebt bar jedes Sachverstands im Herstellerbiotop bei Daimler oder BMW – oder ist raubtierkapitalistisch böswillig.

Zwischenruf:

Ey, du kleiner Diplomingenieur (FH), der du deinen Hintern jahrelang in dieser Normenkommision breit gedrückt hast, um in der Norm den „Stand der Technik“ abzubilden: Was sind schon 1,8 Milliarden Euro für verkehrslärmbedingte Infarkte pro jahr in Deutschland, wenn man dafür viele „legale“ Sportauspuffe mehr verkaufen kann, gell? Und nicht negativ denken, sondern immer lustig bleiben (wie der Film): Herzinfarkt ist ja auch eine Chance, vom Lärm-Hotspot wegzuziehen. Also – wenn man ihn überlebt hat.“ Quelle

Der IVM steht auch für Harley Davidson. Experten schätzen, dass 80 Prozent der Neufahrzeuge dieser Marke einen Zubehör-Krachauspuff mit Klappen bekommen. Seit 2016 und mit Euro 4 sollen Klappenauspuffe offiziell verboten sein. Nichts genaues weiß man nicht – in dieser lobbyistengesteuerten Bananenbiegerrepublik der Scheuerandis werden die Klappenauspuffe von Kesstec und Jeckyll & Hyde jedenfalls munter weiterverkauft. Sonst gäbe es die Firmen ja gar nicht mehr, denn: Ein vernünftiges Produkt haben sie nicht.

Nicht von dieser Welt: Da singt in einem anderen IVM-Lärmvideo ein Mädchen leise lauter, als die Harley vorüberfährt. Die Kuschelvariante von „Born to be wild“ hat leider nichts mit der Realität zu tun.

Auf NRA-Niveau angekommen

Ein ebenso munteres Stelldichein feiern in diesem Verband auch die Japaner (Suzuki, Kawasaki, Honda, Yamaha), die zuhause enge Daumenschrauben in Sachen Lärm angelegt haben, aber hierzulande richtig die Sau rauslassen: für maximale Zufriedenheit der Kunden. Und für den Rest (also die Nichtkunden) gibt es ein tröstendes Filmchen, mit dem die Lärmverdiener, „Sound“-Designer und Normenverdreher sich die Hände in Unschuld waschen.

Merke: Am Gas drehen immer die anderen! Das hat schon fast etwas von NRA

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41 Kommentare zu “IVM: Die Hersteller und Heuchler
  1. Der_besorgte_Biker sagt:

    Und wieder gehen alle Biker über eine Klinge. Alle sind Raser und Lärmer. Sowieso. Also, ich lasse beim TÜV nachmessen, wie laut meine Yamaha XV535, besset bekannt als Virago, wirklich ist. Standgas: 79 db, Halbgas 83 db, Vollgas 89db. Eine echte Krachmaschine, die vetboten gehört, oder? Ich habe diese Krachreduzierung u.a.durch bessere Dichtungen an den beiden Krümmern erreicht und es fährt sich wunderbar. Die Nachbarn befrage ich regelmäßig, ob sie gestört werden, wenn ich auf Arbeit fahre. Die Antwort war und ist stets NEIN. Und durch Orte fährt es sich mit niedriger Drehzahl wie beim Auto ruhiger und spritschonender. Aber die Virago wird alt (Bj.2000). Weiss jemand, wo sich eine Triumph Street Twin vom Krach her einordnet? Ich will auf dem Limit wie bisher bleiben…

    PS: Krachtest bei Dekra kostet 70 Euro, schon häftig, aber nötig.

    • Reto sagt:

      Fasutregel Commodore: Vor BJ roundabout 2000 mit Original-Auspuff ist unauffällig. Nach 2005 mit viel PS ist Krach ab Werk. Ausnahmen gibt es – nur fast nicht über 80 PS sondern nur darunter. Virago würde ich als unauffällig betrachten. Yamaha hatte ein paar angenehme Bikes (TDM 850 bspw. – auch ein Twin). Triumph braucht mit ihren 60 PS glaube ich auch noch keine Klappen, wenn die Engländer auch zuweilen lärmmäßig danebenlangen.

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Dankeschön Reto für den Hinweis mit der Triumph. Werde aber auf jeden Fall mit meiner „Krach-App“ bei der Probefahrt an einer abgeschiedenen Ecke stoppen und das testen. Ist die zu laut, wars das für mich mit der Street Twin….

        • Reto sagt:

          Auch die Fahrzeugpapiere sprechen Bände. Verdächtig ist ein Fahrgeräusch von 76,5 und ein Standgeräusch von 90 dB(A) auf einem Zettel. Da sind Manipulationen im Spiel, wenn die beiden Werte zu stark spreizen.

          • Der_besorgte_Biker sagt:

            Und genau das, Reto, sind meine Bedenken. Ich will nun mal nicht, dass früh um 5, wenn ich zur Frühschicht fahre, die Nachbarn aus den Betten fallen vor Krach. Das gilt für mich den ganzen Tag und für alle, die an meinem Arbeitsweg wohnen.Wie gesagt, E-Motorräder bezahlbar machen, sowas zu fahren macht Spass, schont Nerven und Umwelt. Aber da stossen wir bei den Herstellern wohl noch lange auf taube Ohren. Leider, leider, leider…

    • Rainer Rau sagt:

      Ist es eigentlich möglich, begreiflich zu machen, dass es NUR um die unnötig laute Hierkommich-Fraktion geht? Warum fühlen sich die Normalos angegriffen, wenn es nur um die Abnormen geht? Ich glaube, dass es oft am Verstehen-Wollen hängt und meine niemanden im Besonderen. Wenn jemand z. B.über Raucher herzieht, muss ich mich als Nichtraucher nicht angegriffen fühlen. Und wenn ich geschrieben habe, dass am Sonntag Vormittag ALLE an unserem Haus vorbei zu laut waren, entspricht das den Tatsachen – es war einfach kein Normaler dabei. Über die Legalität des Krachs muss man genau so wenig diskutieren wie über die Legalität der z. B. Audi-Emissionen.

      • Reto sagt:

        Unter Bikern herrscht Corpsgeist.
        So ein bisschen mitfühlen tut in Sachen Easy Rider jeder ;-)

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Rainer, wissen Sie, was jedes WE bei uns durch den Ort donnert? Ich sage mal, 30% normal, 40% laut und 30%, denen möchte selbst unsereins, die Normalbikerfraktion, mal so richtig aufs Dach steigen und denen sagen, geht woanders posen oder bleibt daheim. Die nerven nämlich auch uns und noch viel mehr. Die sorgen für Fahrverbote und das gilt dann für ALLE. Und das wollen wir nicht, wir wollen nicht für solche Idioten bluten. Und ja, die Industrie befeuert das, leider. Statt z.B.auf E-Bikes zu setzen, komme immer neue, lautere und stärkere Motorräder. Nur wir, die Normalos, können eigentlich nichts tun, wir sind zwischen den Fronten. Schliessen wir uns euch an, können wir gleich unsere Maschinen verkaufen. Und die Krachmscher, die sind uns genauso zuwider, wie euch. Blöde Situation…

        • Rainer Rau sagt:

          Ich habe wohl Ihren ersten Satz mit „alle Biker über eine Klinge“ auf einen falschen Zusammenhang bezogen, tut mir leid. Besonders die Wochenenden machen dünnhäutig. Ich erlebe auch, was so herumdonnert, andernfalls würde es diese Diskussion hier gar nicht geben. Die Krachmacher strahlen durch ihr Verhalten eine gewisse Gewaltbereitschaft aus, zumindest sieht man deutlich ihre Missachtung der Gesellschaft und ihren Regeln. Es ist für normale Menschen fast unmöglich, dagegen zu agieren, weil legale Mittel außer zu Trotzreaktionen zu nichts führen. Die gesamte KFZ-Situation ist total verfahren, das Problem des mutwilligen Lärms und der Raserei wäre völlig unkompliziert zu lösen.

      • Frank Detmers sagt:

        „Normalos“ fühlen sich halt dann angegriffen, wenn Fahrverbote etc. gefordert werden,die dann für alle Motorradfahrer gelten, nur weil ein Teil der Motorradfahrer auffällig ist.

        • Der Redakteur sagt:

          Wir waren am Wochenende zusammen mit einem Fernsehteam an einem beliebten Motorradtreff in Ba-Wü. Multimomentaufnahme: nur an jedem fünften Motorrad war der Originalschalldämpfer dran. Die modernen, starken Kräder allesamt mit Klappen. 20 Prozent Ausreißer (Harley mit Kesstec oder Jeckyll & Hide, DB-Eater, einer alles offen…etc). Nicht repräsentativ aber auch kein Tuner-Treffen. Will heißen: Sind wir so weit, dass wir Strecken wegen der 20 Prozent Normalos nicht sperren sollten? Oder sollten wir sie wegen der 80 % Lärmer sperren? Wer ist hier die Minderheit?

          • Der_besorgte_Biker sagt:

            Der Radakteur, Sie sprechen mir da schon auch aus der Seele. Wie gesagt, diese Krawallos nerven sehr wohl die Normalos. Bin von Zeit zu Zeit mit 2 Kollegen unterwegs. Die eine Maschine ist schön ruhig, wie meine Virago auch. Die Reiseenduro vom zweiten ist grenzwertig, aber er spricht das Problem an. Die ist 3 Jahre alt, hat wohl 80 PS und ist original so. Womit wir wieder beim Hersteller (Suzuki) wären….Und findet mal was im Zubehörhandel, was leiser macht. Fast unmöglich.

          • Der Redakteur sagt:

            Bei BMW haben sich Fahrer schon wegen der GS beschwert. Bei Änderungen, die das Fahrzeug leiser machen, erlischt Betriebserlaubnis…
            Das soll jetzt aber nicht den Eindruck erwecken, als hätten alle Fahrer ein Problem mit dem serienmäßigen Lärm. Aber immerhin gilt die BMW als Tourer.

        • Der_besorgte_Biker sagt:

          Genauso ist das, Frank. Wie bezahlen dann für solche Idioten. Und was machen die? Lärmen woanders…

    • Maike sagt:

      Lieber besorgter Biker,
      vielen Dank für Ihre Aktivitäten zur Lärmreduzierung!
      Wenn Ihre Einstellung üblich wäre, gäbe es diese Seite nicht…

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Tja, Maike, leider gibt es diese Seite aber. Aber, es gibt einige, die wie ich zwar gern Motorrad fahren, die aber sich und der Umwelt nicht mit Monsterradau auf den Wecker gehen wollen. Ich gehe so weit zu sagen, ein E-Motorrad wäre toll. Nur leider viel zu teuer, eine Zero kostet ca.23000 Euro. Macht mein Geldbeutel leider nicht mit. Hier könnte man auch ansetzen, E-Bikes für 8000…15000 Euro, das tut den Ohren UND der Umwelt gut. Ach so, weiter oben wurde von der Hier komme ich Mentalität gesprochen, von blankem Egoismus. Das ist NICHT meine Einstellung. Wer mich kennt, weiß und schätzt das auch.

        • Rainer Rau sagt:

          Das „Hier komm ich“ war von mir. Wobei ich gehofft habe, dass den nicht Betroffenen klar ist, wer gemeint ist. Wenn allgemeine Verbote Unschuldige treffen, ist das nicht akzeptabel. Sie sind einer der Wenigen, die als Verursacher nicht die Lärmleidenden, sondern die Lärmproduzenten anprangern. Ich wollte nicht mehr als dazugehörig angesehen werden und habe Motorradfahren ganz aufgegeben, obwohl ich durch mein Motorrad und vor allem durch meine Fahrweise eher positiv auffiel. Und jetzt kann der Allgäuer mit dem ehemaligen Raucher kommen… – ich bitte darum!

  2. Hermann sagt:

    @Besorgte Biker
    So wie Sie ihren Fall schildern nehme ich ihnen die Ernsthaftigkeit durchaus ab. Das Problem ist einfach nur, dass wenn unter Dutzenden von Krachmachern einer leise unterwegs er eben nicht auffällt – eben weil er leise ist.
    Was wirklich bedenklich ist, ist dass Sie die Arbeit machen mussten die eigentlich die Ingenieure bei den Produzenten schon erledigt haben sollten.
    Solange diese an „Sounddesign“ und nicht an „Schalldämpfern“ arbeiten wird dieses Problem nicht gelöst werden – trotz dem guten Willens Einzelner. Letztlich sind auch 89 dB immer noch happig und ich bin überzeugt dass Motorräder genau so leise (wenn nicht noch leiser) wie Autos sein können wenn der Gesetzgeber dies endlich einfordert und die Produzenten ihre eigentliche Arbeit machen würden. Es ist nicht nachvollziehbar warum Motorradfahrern eine „Sonderlärmlizenz“ zugestanden werden soll (wüssten Sie warum ?).
    In Motorradkreisen wird gerne darauf hingewiesen, dass ja auch Lastwagen und Züge viel Lärm machen. Was dabei aber übersehen wird, ist dass im Gegensatz zu Lastwagen der ‚Sound‘ von Motorrädern bewußt aggressiv gestaltet wird; ‚Alleinstellungsmerknmal‘ auf der Verkäuferseite und „schau mich an wie toll ich bin“ für den Käufer sind hier die Stichwörter. Dass ein Lärm das Dominanzverhalten signalisiert auch Agressionen hervorruft sollte niemand wundern – ganz davon zu schweigen dass am Wochenende eh‘ keine Lastwagen unterwegs sind.

    Kurz: Motorradlärm auf KFZ-Niveau absenken und ‚Sounddesign‘ unterbinden, dann kann man auch wieder sagen: „Bikers welcome“.

    Ist das wirklich so schwer zu verstehen ?

    • Fred sagt:

      So ist es. Busse und LKW sind laut und lauter als die meisten PKW. Das ist aber nicht das wichtige. Es geht darum, wie Lärm vermittelt wird. Motorrad- und Poserlärm wird extrem aggressiv vermittelt und wird entsprechend auch so assoziiert. LKW und Busse im Gegensatz dazu haben aber kein Sounddesign, sie sind konstruktionsbedingt einfach lauter.
      Es ist dieses Dominanzverhalten (passender Begriff), das mit diesem Lärm mitschwingt und das zu entsprechenden Reaktionen führt. Darüber muss man sich dann von Belästigerseite nicht wundern, wenn die dann auch heftig ausfallen.
      Mal abgesehen von den ganzen gesundheitlichen Folgen, die ja schon längst bekannt sind und diskutiert werden – außer natürlich in der Politik.

      • Der Redakteur sagt:

        Genau richtig. Wobei man sagen muss, dass moderne Busse und Lkw leiser geworden sind; vom modernen Schienenverkehr ganz zu schweigen. Dort speziell wurden die richtigen Weichenstellungen getroffen und die Bahngesellschaften mussten reagieren. Nur beim potenzlastigen Individualverkehr … kommt nix.

  3. Claudia Bauges sagt:

    Wir haben verstanden
    Der IVM ist eine Umweltschutzorganisation.
    Und seine Mitglieder sind Umweltengel.
    Der Kunde ist Schuld.

    • Rainer Rau sagt:

      Ich glaube, dass eher die intoleranten Querulanten schuld sind, welche den Sound nicht als wohltuende Entspannungsmusik akzeptieren wollen. Ansonsten müsste ja mal offiziell reagiert werden. Vielleicht wird Ruhebedürfnis bald eine Straftat.

  4. Wann ist Laut zu Laut? sagt:

    Wo liegt denn eigentlich die Grenze?
    Was ist Laut und wann ist es zu Laut?

    Beispiel: ein Motorrad mit 130Ps 94DB bei 6400 U/min (Bj. 2009) Ist das aus Ihrer Sicht zu Laut?

    • Reto sagt:

      Der „Grenzwert“ lag seinerzeit bei 80 dB. Bei Vollgas dürften hier deutlich mehr als 100 rauskommen.

    • Der_besorgte_Biker sagt:

      Wann ist laut zu laut? Interessante Frage, mal aus Arbeitsschutzsicht beantwortet. Die BG ETEM gibt 90 db an, wenn ich das richtig im Kopf habe. Dann beginnen gesundheitliche Beeinträchtigungen und es sind Schutzmassnahmen vorzusehen. Aber, das gilt für den Vor-Ortlärm am Arbeitsplatz. Ansonsten würde ich sagen, das kommt auf die Umgebung an und letztlich auf die Menschen selber die es betrifft. Ich halte es so: Ich fahre gern Motorrad, aber muss ich denn verdammt noch eins im Ort voll aufdrehen?? Reicht da nicht eine ruhige, niedertourige Fahrweise? Nur als Gedanke…ableitend von dem, was man bei uns im Ort immer wieder erleben muss.

    • Rainer Rau sagt:

      Beispiel: Eine Schwarzwälder Kirschtorte mit 2 kg und 180 g Zucker bei 23° Raumtemperatur, (Bautag letzter Samstag). Ist das aus Ihrer Sicht zu süß? Mannomann…

      • Reto sagt:

        Also, da gibt’s ja auch die ganz Süßen … (Rolling Eyes)

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Rainer, die Torte ist zwar süß, aber im Vergleich zur 130PS Maschine wenigstens lecker…Sie verstehen? Meine Frage gleich hinten dran: Braucht man wirklich ein Motorrad mit 130PS oder mehr? Wo ist der Nutzwert ggü. einem Auto? Bei mir ist es der Benzinverbrauch, 3,8l auf 100km vs. 7l auf 100km. Hat 535 ccm bei 46PS , läuft schön ruhig und reicht völlig aus (Spitze bei 160 kmh, fahre ich aber nicht, macht keinen Spass).

        • Reto sagt:

          Ein Motorrad mit 130 (oder gar 200 PS) braucht man nicht, es sei denn, man fährt entsprechend. Und dafür gehen dann schon mal 10 Liter Sprit auf 100 km durch. Dass diese Sorte Rennmotorräder einen infernalischen Krach machen ist die eine Seite, dass sie „Renngeschehen“ auf öffentliche Straßen bringen, die andere.

  5. Knieschleifer sagt:

    Ihr zitiert doch immer wieder den Gesetzestext nach dem ein Fahrzeug so leise sein müsste, wie technisch möglich.

    Bitte:
    Um ein akzeptables Leistungsgewicht und Laufverhalten des Motors zu gewährleisten, ist eine Begrenzung der Lautstärke auf unter 100db bei halber Nenndrehzahl technisch nicht möglich;
    Schalldämpfer sind schwer und erschwerten durch ihren Flusswiderstand das entladen der Brennräume.

    Daher sind die bisherigen Regel bereits eine einseitige Beschränkung zu Lasten der Motorradfahrer.

    • Reto sagt:

      Aha. Endlich hat mir das mal einer erklärt.
      Klatsch, klatsch, klatsch!

    • Frank sagt:

      @Knieschleifer
      Das ist vollständiger Blödsinn und das wissen Sie!

      Nur weil man es dauernd wiederholt, wird der Wahrheitsgehalt nicht besser. Ein gut ausgelegter Schalldämpfer kann sogar das Laufverhalten deutlich verbessern – das Zauberwort heisst Resonanz in Gegenphase. Sowas verringert den Staudruck ins Negative. Wer jemals eine Bassreflexbox entwickelt hat, der weiß worum es da geht. Wenn man das dann noch mittels Klappe variabel gestalten würde, dann wäre dieser Schub über einen breiten Drehzahlbereich nutzbar.

      Andererseits kann ein unangepasster Schalldämpfer den Staudruck sogar erhöhen. Der ist dann zwar brüllend laut, aber auf dem Prüstand hat die Karre dann 5PS weniger. Um mehr geht es bei der ganzen Auspuffdiskussion ohnehin nicht. Tolles Ergebnis, wenn man sich damit alle Nachbarn zum Feind macht!

      Aber ein richtiger Schalldämpfer wird nur ungern von der Industrie umgesetzt. Dann würden leistungsstarke Bikes ja ganz leise. Wer würde sowas wohl kaufen? Ein richtiger „Knieschleifer“ wohl nicht – ist diese Gruppe doch für das vollständige Fehlen von Empathie bekannt.

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Frank, Sie sprechen es genau an. Mir persönlich wird Angst und Bange, wenn ich dran denke, irgendwann einen neuen Schalldämpfer zu brauchen. Weil eben der alte durch ist (meine Virago ist BJ.2002, da kann das jeden Tag passieren). Denn schaue ich in den Ersatzteilehandel, welche Möglichkeiten habe ich. Silvertail? Nö, zu laut (habe das bei einem Bekannten in Action erlebt). Original? Gibts nicht mehr. Die Industrie stellt diese von Ihnen beschriebenen Auspuffe leider nicht her, auch wenn es sich sicher ein guter Teil der NORMALEN Biker, die sich eben wie ich NICHT durch hemmungslosen Krawall definieren, es wünschen. Leider, leider…

    • Matthias sagt:

      Hallo Knieschleifer,

      möglicherweise ist in Ihrem Hirn ein Flusswiderstand, der das normale Denken hemmt.

    • Rainer Rau sagt:

      Was ist mit der Beschränkung der Motorradfahrer zu Lasten der Bevölkerung? Ist da die linke oder rechte Seite des Füllmaterials unter der künstlichen Hirnschale betroffen? Sicherheitshalber: Die geistig Gesunden müssen sich nicht angesprochen fühlen.

  6. Hermann sagt:

    @Knieschleifer

    Soll das ernst gemeint sein ?

    Warum gibt es dann leise Motorräder ?

    Wie oft muss ich noch fragen: Wäre es möglich mir die Studie zu zeigen die zu diesem Schluss führt ?

    Wenn sie diese nicht vorzuweisen haben möchte ich sie gerne bitten auf solche Ergüsse in Zukunft zu verzichten.

  7. Rainer Rau sagt:

    Keiner braucht ein Motorrad mit 130 PS, um sich im heutigen öffentlichen Straßenverkehr verkehrsgerecht, legal und sozial zu verhalten. Bevor jetzt jemand fragt, um wieviel PS es entsprechend bei Autos geht: Entgegen der landläufigen Meinung gibt es sehr wohl dumme Fragen. Natürlich kann jeder kaufen, was erlaubt ist und er für richtig hält. Aber was er dann damit veranstaltet, steht auf einem anderen Blatt. Warum darf man wohl mit einer legal erworbenen cal. 50 mag. nicht hinter dem Haus herumballern? Bei Raserei und Lärmen über den gesetzlichen Rahmen hinaus steht IMMER Vorsatz im Vordergrund, wobei der gesetzliche Rahmen für Lärmen ja schon asozial genug ist. Es hilft nix: Die Produzenten und die Nutzer der kranken Selbstdarstellerinstrumente gehen aus niedrigsten Beweggründen über Leichen, der Gesetzgeber versagt auf der ganzen Linie.

  8. Rainer Rau sagt:

    Fernsehen macht depressiv. Gestern sah man in einer Sendung, wie ein Polizist einen „Verkehrsteilnehmer“ dazu brachte, den db-Eater wieder einzubauen. Dabei zeigte er durchaus Verständnis für das vorherige Missverhalten und drückte sein Bedauern darüber aus, dass „es jetzt nach nichts mehr klingt“. Mit trauriger Miene teilte er dem Gebeutelten noch die Höhe der zu erwartenden Erziehungsmaßnahme mit. Diese war dann mal höher als 10 €, das Fernsehen war ja dabei. Repräsentativ oder nicht – ich weiß es nicht, generiert aber noch mehr Bedenken in eine Verbesserung der Lärmvermüllung.

    • Frank sagt:

      Lieber Rainer Rau,

      genauso nehmen wir das bei uns im Kreis auch wahr! Allerdings hat uns die Polizei diese Bedenken sogar schriftlich bestätigt:

      Denn aus der Kreispolizeibehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises unter Landrat Olaf Schade (SPD) heisst es auf Anfrage:

      „Hinsichtlich der angesprochenen Lärmemission modifizierter Krafträder ist eine Überwachung mit polizeilichen Mitteln nicht möglich und nicht vorgesehen. … Die Polizei verfügt zudem nicht über eine entsprechende Ausrüstung und setzt bei der Fülle von Aufgaben im Bereich der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbekämpfung auch andere Schwerpunkte.“

      Eine Einladung an alle interessierten Kreise, sich ein faustgroßes Loch in den Schalldämpfer zu bohren!

      Und dann wundert man sich darüber, dass die Polizei von der Bevölkerung immer weniger ernst genommen wird…

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