IVM: Die Hersteller und Heuchler

Aufgepasst – endlich mal eine Neuigkeit in Sachen Motorradlärm, die aufhorchen lässt: Der Industrieverband Motorrad Deutschland (IVM) hält seine Kunden in einem Video zum leisen Fahren bzw. Schieben an. Allen ernstes! Wirklich! Mei! Was für eine Wuchtel!

Da hat sich vermutlich der IVM-PR-Kreis getroffen und gesagt: „Es regt sich Unmut im Volk. Natürlich nur in dem Teil, der nicht zu unseren Kunden zählt! Wir müssen etwas tun! Angriff ist die beste Verteidigung! Schuld verschieben! Und zwar lustig, weil Fahrvergnügen ist Kulturgut!“

In dem folgerichtig humorigen und mit Sicherheit viral gehenden Film-Streifen zeichnet eine kreative Kreativagentur ein realistisches Bild zum Stand der Dinge: Die Landbevölkerung hat die Nase (hier = Ohren) voll von den Rowdies. Die Traktoristen und Rollatoristinnen gucken im Film sogar böse! Denen kann man auch nichts recht machen: Früher wurde jede Harley und jeder Streetfighter mit Palmwedeln empfangen, heute kommt der lärmgeplagte Landmann mit der Mistgabel dahergerannt. Pro forma appellieren die Hersteller jetzt an die berittenen Kundschaft, es doch bitte leiser angehen zu lassen. Der Film droht mit Fahrverboten und Schiebzwang. Einschränkender Tenor: Das Motorrad ist ja nicht schuld. Schuld ist das Herrchen mit dem ADHS-Minderwertigkeitskomplex, das draufsitzt! Der Be-Sitzer – wie beim Kampfhund!

Was für ein Noise-Washing!

Können die Hersteller denn gar nichts dafür? Vor 15 Jahren hat BMW noch Motorräder gebaut, die waren als Polizeikrad nicht lauter als ein Pkw. Heute führen die Bayern die Rangliste der Poser mit ihrer BMW S 1000 RR an. Darf wegen Lärmerei nicht auf die Rennstrecke, aber überall Leute belästigen auf öffentlicher Straße. Selbst das Volumenmodell GS geht nicht mehr ohne Auspuffklappen an den Start, geschweige denn durch den TÜV. Ist ja auch eine Art Krawall-Tourenmotorrad. Der TAZ gegenüber hat der Hersteller bekannt, dass es sonst keine Homologation bekommen hätte. Erst jüngst hat das Umweltbundesamt eine BMW RnineT untersucht und festgestellt, dass dieses Ding so laut kann wie 160 Kräder, die den Lärmgrenzwert von 77 Dezibel einhalten. Frage an BMW: Wäre es nicht viel einfacher, dieses „Naked Bike“ leiser und sich selbst ehrlich zu machen? Einfacher als die Fahrer im Nachhinein zum Säuseln bekehren zu wollen, die für diesen Lärmgenerator auf zwei Rädern teuer bezahlt haben?

Schiebung – allerorten

Die Audi-Tochter Ducati scheint angesichts der jüngsten Emissions-Geschichte(n) ebenfalls berufen, ihre Kunden zum Schieben anzuhalten. Spitzenmodell Panigale: Spitzen-Standgeräusch 107 Dezibel bei halber Drehzahl (sic!). Plus 5 Dezibel Toleranz bei der Polizeikontrolle. Dafür hat dieses 200-PS-Modell die Zulassung unter bemerkenswerten Umständen bekommen: Es wurde geräuscharm mit 36,6 km/h im dritten Gang durch den Testzyklus gefahren – oder geschoben. Normenidiotie vom Feinsten…

Ducati Prüfaufkleber: 107 dB (A) Standgeräusch bei halber Nenndrehzahl. Und Fahrgeräusch: Im dritten Gang bei 36,5 km/h den „Grenzwert“ von 80 dB(A) mit Abstand eingehalten.

Geschoben wird ja allerorten: Bestimmt bestückt der IVM auch den illustren Normenkreis in Genf mit kompetenten und diensteifrigen Mitgliedern… Man glaubt es nicht! Wer so einen Testzyklus ersonnen hat, der lebt bar jedes Sachverstands im Herstellerbiotop bei Daimler oder BMW – oder ist raubtierkapitalistisch böswillig.

Zwischenruf:

Ey, du kleiner Diplomingenieur (FH), der du deinen Hintern jahrelang in dieser Normenkommision breit gedrückt hast, um in der Norm den „Stand der Technik“ abzubilden: Was sind schon 1,8 Milliarden Euro für verkehrslärmbedingte Infarkte pro jahr in Deutschland, wenn man dafür viele „legale“ Sportauspuffe mehr verkaufen kann, gell? Und nicht negativ denken, sondern immer lustig bleiben (wie der Film): Herzinfarkt ist ja auch eine Chance, vom Lärm-Hotspot wegzuziehen. Also – wenn man ihn überlebt hat.“ Quelle

Der IVM steht auch für Harley Davidson. Experten schätzen, dass 80 Prozent der Neufahrzeuge dieser Marke einen Zubehör-Krachauspuff mit Klappen bekommen. Seit 2016 und mit Euro 4 sollen Klappenauspuffe offiziell verboten sein. Nichts genaues weiß man nicht – in dieser lobbyistengesteuerten Bananenbiegerrepublik der Scheuerandis werden die Klappenauspuffe von Kesstec und Jeckyll & Hyde jedenfalls munter weiterverkauft. Sonst gäbe es die Firmen ja gar nicht mehr, denn: Ein vernünftiges Produkt haben sie nicht.

Nicht von dieser Welt: Da singt in einem anderen IVM-Lärmvideo ein Mädchen leise lauter, als die Harley vorüberfährt. Die Kuschelvariante von „Born to be wild“ hat leider nichts mit der Realität zu tun.

Auf NRA-Niveau angekommen

Ein ebenso munteres Stelldichein feiern in diesem Verband auch die Japaner (Suzuki, Kawasaki, Honda, Yamaha), die zuhause enge Daumenschrauben in Sachen Lärm angelegt haben, aber hierzulande richtig die Sau rauslassen: für maximale Zufriedenheit der Kunden. Und für den Rest (also die Nichtkunden) gibt es ein tröstendes Filmchen, mit dem die Lärmverdiener, „Sound“-Designer und Normenverdreher sich die Hände in Unschuld waschen.

Merke: Am Gas drehen immer die anderen! Das hat schon fast etwas von NRA

Getagged mit: , , ,
132 Kommentare zu “IVM: Die Hersteller und Heuchler
  1. Der_besorgte_Biker sagt:

    Und wieder gehen alle Biker über eine Klinge. Alle sind Raser und Lärmer. Sowieso. Also, ich lasse beim TÜV nachmessen, wie laut meine Yamaha XV535, besset bekannt als Virago, wirklich ist. Standgas: 79 db, Halbgas 83 db, Vollgas 89db. Eine echte Krachmaschine, die vetboten gehört, oder? Ich habe diese Krachreduzierung u.a.durch bessere Dichtungen an den beiden Krümmern erreicht und es fährt sich wunderbar. Die Nachbarn befrage ich regelmäßig, ob sie gestört werden, wenn ich auf Arbeit fahre. Die Antwort war und ist stets NEIN. Und durch Orte fährt es sich mit niedriger Drehzahl wie beim Auto ruhiger und spritschonender. Aber die Virago wird alt (Bj.2000). Weiss jemand, wo sich eine Triumph Street Twin vom Krach her einordnet? Ich will auf dem Limit wie bisher bleiben…

    PS: Krachtest bei Dekra kostet 70 Euro, schon häftig, aber nötig.

    • Reto sagt:

      Fasutregel Commodore: Vor BJ roundabout 2000 mit Original-Auspuff ist unauffällig. Nach 2005 mit viel PS ist Krach ab Werk. Ausnahmen gibt es – nur fast nicht über 80 PS sondern nur darunter. Virago würde ich als unauffällig betrachten. Yamaha hatte ein paar angenehme Bikes (TDM 850 bspw. – auch ein Twin). Triumph braucht mit ihren 60 PS glaube ich auch noch keine Klappen, wenn die Engländer auch zuweilen lärmmäßig danebenlangen.

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Dankeschön Reto für den Hinweis mit der Triumph. Werde aber auf jeden Fall mit meiner „Krach-App“ bei der Probefahrt an einer abgeschiedenen Ecke stoppen und das testen. Ist die zu laut, wars das für mich mit der Street Twin….

        • Reto sagt:

          Auch die Fahrzeugpapiere sprechen Bände. Verdächtig ist ein Fahrgeräusch von 76,5 und ein Standgeräusch von 90 dB(A) auf einem Zettel. Da sind Manipulationen im Spiel, wenn die beiden Werte zu stark spreizen.

          • Der_besorgte_Biker sagt:

            Und genau das, Reto, sind meine Bedenken. Ich will nun mal nicht, dass früh um 5, wenn ich zur Frühschicht fahre, die Nachbarn aus den Betten fallen vor Krach. Das gilt für mich den ganzen Tag und für alle, die an meinem Arbeitsweg wohnen.Wie gesagt, E-Motorräder bezahlbar machen, sowas zu fahren macht Spass, schont Nerven und Umwelt. Aber da stossen wir bei den Herstellern wohl noch lange auf taube Ohren. Leider, leider, leider…

    • Rainer Rau sagt:

      Ist es eigentlich möglich, begreiflich zu machen, dass es NUR um die unnötig laute Hierkommich-Fraktion geht? Warum fühlen sich die Normalos angegriffen, wenn es nur um die Abnormen geht? Ich glaube, dass es oft am Verstehen-Wollen hängt und meine niemanden im Besonderen. Wenn jemand z. B.über Raucher herzieht, muss ich mich als Nichtraucher nicht angegriffen fühlen. Und wenn ich geschrieben habe, dass am Sonntag Vormittag ALLE an unserem Haus vorbei zu laut waren, entspricht das den Tatsachen – es war einfach kein Normaler dabei. Über die Legalität des Krachs muss man genau so wenig diskutieren wie über die Legalität der z. B. Audi-Emissionen.

      • Reto sagt:

        Unter Bikern herrscht Corpsgeist.
        So ein bisschen mitfühlen tut in Sachen Easy Rider jeder ;-)

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Rainer, wissen Sie, was jedes WE bei uns durch den Ort donnert? Ich sage mal, 30% normal, 40% laut und 30%, denen möchte selbst unsereins, die Normalbikerfraktion, mal so richtig aufs Dach steigen und denen sagen, geht woanders posen oder bleibt daheim. Die nerven nämlich auch uns und noch viel mehr. Die sorgen für Fahrverbote und das gilt dann für ALLE. Und das wollen wir nicht, wir wollen nicht für solche Idioten bluten. Und ja, die Industrie befeuert das, leider. Statt z.B.auf E-Bikes zu setzen, komme immer neue, lautere und stärkere Motorräder. Nur wir, die Normalos, können eigentlich nichts tun, wir sind zwischen den Fronten. Schliessen wir uns euch an, können wir gleich unsere Maschinen verkaufen. Und die Krachmscher, die sind uns genauso zuwider, wie euch. Blöde Situation…

        • Rainer Rau sagt:

          Ich habe wohl Ihren ersten Satz mit „alle Biker über eine Klinge“ auf einen falschen Zusammenhang bezogen, tut mir leid. Besonders die Wochenenden machen dünnhäutig. Ich erlebe auch, was so herumdonnert, andernfalls würde es diese Diskussion hier gar nicht geben. Die Krachmacher strahlen durch ihr Verhalten eine gewisse Gewaltbereitschaft aus, zumindest sieht man deutlich ihre Missachtung der Gesellschaft und ihren Regeln. Es ist für normale Menschen fast unmöglich, dagegen zu agieren, weil legale Mittel außer zu Trotzreaktionen zu nichts führen. Die gesamte KFZ-Situation ist total verfahren, das Problem des mutwilligen Lärms und der Raserei wäre völlig unkompliziert zu lösen.

      • Frank Detmers sagt:

        „Normalos“ fühlen sich halt dann angegriffen, wenn Fahrverbote etc. gefordert werden,die dann für alle Motorradfahrer gelten, nur weil ein Teil der Motorradfahrer auffällig ist.

        • Der Redakteur sagt:

          Wir waren am Wochenende zusammen mit einem Fernsehteam an einem beliebten Motorradtreff in Ba-Wü. Multimomentaufnahme: nur an jedem fünften Motorrad war der Originalschalldämpfer dran. Die modernen, starken Kräder allesamt mit Klappen. 20 Prozent Ausreißer (Harley mit Kesstec oder Jeckyll & Hide, DB-Eater, einer alles offen…etc). Nicht repräsentativ aber auch kein Tuner-Treffen. Will heißen: Sind wir so weit, dass wir Strecken wegen der 20 Prozent Normalos nicht sperren sollten? Oder sollten wir sie wegen der 80 % Lärmer sperren? Wer ist hier die Minderheit?

          • Der_besorgte_Biker sagt:

            Der Radakteur, Sie sprechen mir da schon auch aus der Seele. Wie gesagt, diese Krawallos nerven sehr wohl die Normalos. Bin von Zeit zu Zeit mit 2 Kollegen unterwegs. Die eine Maschine ist schön ruhig, wie meine Virago auch. Die Reiseenduro vom zweiten ist grenzwertig, aber er spricht das Problem an. Die ist 3 Jahre alt, hat wohl 80 PS und ist original so. Womit wir wieder beim Hersteller (Suzuki) wären….Und findet mal was im Zubehörhandel, was leiser macht. Fast unmöglich.

          • Der Redakteur sagt:

            Bei BMW haben sich Fahrer schon wegen der GS beschwert. Bei Änderungen, die das Fahrzeug leiser machen, erlischt Betriebserlaubnis…
            Das soll jetzt aber nicht den Eindruck erwecken, als hätten alle Fahrer ein Problem mit dem serienmäßigen Lärm. Aber immerhin gilt die BMW als Tourer.

        • Der_besorgte_Biker sagt:

          Genauso ist das, Frank. Wie bezahlen dann für solche Idioten. Und was machen die? Lärmen woanders…

    • Maike sagt:

      Lieber besorgter Biker,
      vielen Dank für Ihre Aktivitäten zur Lärmreduzierung!
      Wenn Ihre Einstellung üblich wäre, gäbe es diese Seite nicht…

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Tja, Maike, leider gibt es diese Seite aber. Aber, es gibt einige, die wie ich zwar gern Motorrad fahren, die aber sich und der Umwelt nicht mit Monsterradau auf den Wecker gehen wollen. Ich gehe so weit zu sagen, ein E-Motorrad wäre toll. Nur leider viel zu teuer, eine Zero kostet ca.23000 Euro. Macht mein Geldbeutel leider nicht mit. Hier könnte man auch ansetzen, E-Bikes für 8000…15000 Euro, das tut den Ohren UND der Umwelt gut. Ach so, weiter oben wurde von der Hier komme ich Mentalität gesprochen, von blankem Egoismus. Das ist NICHT meine Einstellung. Wer mich kennt, weiß und schätzt das auch.

        • Rainer Rau sagt:

          Das „Hier komm ich“ war von mir. Wobei ich gehofft habe, dass den nicht Betroffenen klar ist, wer gemeint ist. Wenn allgemeine Verbote Unschuldige treffen, ist das nicht akzeptabel. Sie sind einer der Wenigen, die als Verursacher nicht die Lärmleidenden, sondern die Lärmproduzenten anprangern. Ich wollte nicht mehr als dazugehörig angesehen werden und habe Motorradfahren ganz aufgegeben, obwohl ich durch mein Motorrad und vor allem durch meine Fahrweise eher positiv auffiel. Und jetzt kann der Allgäuer mit dem ehemaligen Raucher kommen… – ich bitte darum!

  2. Hermann sagt:

    @Besorgte Biker
    So wie Sie ihren Fall schildern nehme ich ihnen die Ernsthaftigkeit durchaus ab. Das Problem ist einfach nur, dass wenn unter Dutzenden von Krachmachern einer leise unterwegs er eben nicht auffällt – eben weil er leise ist.
    Was wirklich bedenklich ist, ist dass Sie die Arbeit machen mussten die eigentlich die Ingenieure bei den Produzenten schon erledigt haben sollten.
    Solange diese an „Sounddesign“ und nicht an „Schalldämpfern“ arbeiten wird dieses Problem nicht gelöst werden – trotz dem guten Willens Einzelner. Letztlich sind auch 89 dB immer noch happig und ich bin überzeugt dass Motorräder genau so leise (wenn nicht noch leiser) wie Autos sein können wenn der Gesetzgeber dies endlich einfordert und die Produzenten ihre eigentliche Arbeit machen würden. Es ist nicht nachvollziehbar warum Motorradfahrern eine „Sonderlärmlizenz“ zugestanden werden soll (wüssten Sie warum ?).
    In Motorradkreisen wird gerne darauf hingewiesen, dass ja auch Lastwagen und Züge viel Lärm machen. Was dabei aber übersehen wird, ist dass im Gegensatz zu Lastwagen der ‚Sound‘ von Motorrädern bewußt aggressiv gestaltet wird; ‚Alleinstellungsmerknmal‘ auf der Verkäuferseite und „schau mich an wie toll ich bin“ für den Käufer sind hier die Stichwörter. Dass ein Lärm das Dominanzverhalten signalisiert auch Agressionen hervorruft sollte niemand wundern – ganz davon zu schweigen dass am Wochenende eh‘ keine Lastwagen unterwegs sind.

    Kurz: Motorradlärm auf KFZ-Niveau absenken und ‚Sounddesign‘ unterbinden, dann kann man auch wieder sagen: „Bikers welcome“.

    Ist das wirklich so schwer zu verstehen ?

    • Fred sagt:

      So ist es. Busse und LKW sind laut und lauter als die meisten PKW. Das ist aber nicht das wichtige. Es geht darum, wie Lärm vermittelt wird. Motorrad- und Poserlärm wird extrem aggressiv vermittelt und wird entsprechend auch so assoziiert. LKW und Busse im Gegensatz dazu haben aber kein Sounddesign, sie sind konstruktionsbedingt einfach lauter.
      Es ist dieses Dominanzverhalten (passender Begriff), das mit diesem Lärm mitschwingt und das zu entsprechenden Reaktionen führt. Darüber muss man sich dann von Belästigerseite nicht wundern, wenn die dann auch heftig ausfallen.
      Mal abgesehen von den ganzen gesundheitlichen Folgen, die ja schon längst bekannt sind und diskutiert werden – außer natürlich in der Politik.

      • Der Redakteur sagt:

        Genau richtig. Wobei man sagen muss, dass moderne Busse und Lkw leiser geworden sind; vom modernen Schienenverkehr ganz zu schweigen. Dort speziell wurden die richtigen Weichenstellungen getroffen und die Bahngesellschaften mussten reagieren. Nur beim potenzlastigen Individualverkehr … kommt nix.

  3. Claudia Bauges sagt:

    Wir haben verstanden
    Der IVM ist eine Umweltschutzorganisation.
    Und seine Mitglieder sind Umweltengel.
    Der Kunde ist Schuld.

    • Rainer Rau sagt:

      Ich glaube, dass eher die intoleranten Querulanten schuld sind, welche den Sound nicht als wohltuende Entspannungsmusik akzeptieren wollen. Ansonsten müsste ja mal offiziell reagiert werden. Vielleicht wird Ruhebedürfnis bald eine Straftat.

  4. Wann ist Laut zu Laut? sagt:

    Wo liegt denn eigentlich die Grenze?
    Was ist Laut und wann ist es zu Laut?

    Beispiel: ein Motorrad mit 130Ps 94DB bei 6400 U/min (Bj. 2009) Ist das aus Ihrer Sicht zu Laut?

    • Reto sagt:

      Der „Grenzwert“ lag seinerzeit bei 80 dB. Bei Vollgas dürften hier deutlich mehr als 100 rauskommen.

    • Der_besorgte_Biker sagt:

      Wann ist laut zu laut? Interessante Frage, mal aus Arbeitsschutzsicht beantwortet. Die BG ETEM gibt 90 db an, wenn ich das richtig im Kopf habe. Dann beginnen gesundheitliche Beeinträchtigungen und es sind Schutzmassnahmen vorzusehen. Aber, das gilt für den Vor-Ortlärm am Arbeitsplatz. Ansonsten würde ich sagen, das kommt auf die Umgebung an und letztlich auf die Menschen selber die es betrifft. Ich halte es so: Ich fahre gern Motorrad, aber muss ich denn verdammt noch eins im Ort voll aufdrehen?? Reicht da nicht eine ruhige, niedertourige Fahrweise? Nur als Gedanke…ableitend von dem, was man bei uns im Ort immer wieder erleben muss.

    • Rainer Rau sagt:

      Beispiel: Eine Schwarzwälder Kirschtorte mit 2 kg und 180 g Zucker bei 23° Raumtemperatur, (Bautag letzter Samstag). Ist das aus Ihrer Sicht zu süß? Mannomann…

      • Reto sagt:

        Also, da gibt’s ja auch die ganz Süßen … (Rolling Eyes)

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Rainer, die Torte ist zwar süß, aber im Vergleich zur 130PS Maschine wenigstens lecker…Sie verstehen? Meine Frage gleich hinten dran: Braucht man wirklich ein Motorrad mit 130PS oder mehr? Wo ist der Nutzwert ggü. einem Auto? Bei mir ist es der Benzinverbrauch, 3,8l auf 100km vs. 7l auf 100km. Hat 535 ccm bei 46PS , läuft schön ruhig und reicht völlig aus (Spitze bei 160 kmh, fahre ich aber nicht, macht keinen Spass).

        • Reto sagt:

          Ein Motorrad mit 130 (oder gar 200 PS) braucht man nicht, es sei denn, man fährt entsprechend. Und dafür gehen dann schon mal 10 Liter Sprit auf 100 km durch. Dass diese Sorte Rennmotorräder einen infernalischen Krach machen ist die eine Seite, dass sie „Renngeschehen“ auf öffentliche Straßen bringen, die andere.

  5. Knieschleifer sagt:

    Ihr zitiert doch immer wieder den Gesetzestext nach dem ein Fahrzeug so leise sein müsste, wie technisch möglich.

    Bitte:
    Um ein akzeptables Leistungsgewicht und Laufverhalten des Motors zu gewährleisten, ist eine Begrenzung der Lautstärke auf unter 100db bei halber Nenndrehzahl technisch nicht möglich;
    Schalldämpfer sind schwer und erschwerten durch ihren Flusswiderstand das entladen der Brennräume.

    Daher sind die bisherigen Regel bereits eine einseitige Beschränkung zu Lasten der Motorradfahrer.

    • Reto sagt:

      Aha. Endlich hat mir das mal einer erklärt.
      Klatsch, klatsch, klatsch!

    • Frank sagt:

      @Knieschleifer
      Das ist vollständiger Blödsinn und das wissen Sie!

      Nur weil man es dauernd wiederholt, wird der Wahrheitsgehalt nicht besser. Ein gut ausgelegter Schalldämpfer kann sogar das Laufverhalten deutlich verbessern – das Zauberwort heisst Resonanz in Gegenphase. Sowas verringert den Staudruck ins Negative. Wer jemals eine Bassreflexbox entwickelt hat, der weiß worum es da geht. Wenn man das dann noch mittels Klappe variabel gestalten würde, dann wäre dieser Schub über einen breiten Drehzahlbereich nutzbar.

      Andererseits kann ein unangepasster Schalldämpfer den Staudruck sogar erhöhen. Der ist dann zwar brüllend laut, aber auf dem Prüstand hat die Karre dann 5PS weniger. Um mehr geht es bei der ganzen Auspuffdiskussion ohnehin nicht. Tolles Ergebnis, wenn man sich damit alle Nachbarn zum Feind macht!

      Aber ein richtiger Schalldämpfer wird nur ungern von der Industrie umgesetzt. Dann würden leistungsstarke Bikes ja ganz leise. Wer würde sowas wohl kaufen? Ein richtiger „Knieschleifer“ wohl nicht – ist diese Gruppe doch für das vollständige Fehlen von Empathie bekannt.

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Frank, Sie sprechen es genau an. Mir persönlich wird Angst und Bange, wenn ich dran denke, irgendwann einen neuen Schalldämpfer zu brauchen. Weil eben der alte durch ist (meine Virago ist BJ.2002, da kann das jeden Tag passieren). Denn schaue ich in den Ersatzteilehandel, welche Möglichkeiten habe ich. Silvertail? Nö, zu laut (habe das bei einem Bekannten in Action erlebt). Original? Gibts nicht mehr. Die Industrie stellt diese von Ihnen beschriebenen Auspuffe leider nicht her, auch wenn es sich sicher ein guter Teil der NORMALEN Biker, die sich eben wie ich NICHT durch hemmungslosen Krawall definieren, es wünschen. Leider, leider…

    • Matthias sagt:

      Hallo Knieschleifer,

      möglicherweise ist in Ihrem Hirn ein Flusswiderstand, der das normale Denken hemmt.

    • Rainer Rau sagt:

      Was ist mit der Beschränkung der Motorradfahrer zu Lasten der Bevölkerung? Ist da die linke oder rechte Seite des Füllmaterials unter der künstlichen Hirnschale betroffen? Sicherheitshalber: Die geistig Gesunden müssen sich nicht angesprochen fühlen.

  6. Hermann sagt:

    @Knieschleifer

    Soll das ernst gemeint sein ?

    Warum gibt es dann leise Motorräder ?

    Wie oft muss ich noch fragen: Wäre es möglich mir die Studie zu zeigen die zu diesem Schluss führt ?

    Wenn sie diese nicht vorzuweisen haben möchte ich sie gerne bitten auf solche Ergüsse in Zukunft zu verzichten.

  7. Rainer Rau sagt:

    Keiner braucht ein Motorrad mit 130 PS, um sich im heutigen öffentlichen Straßenverkehr verkehrsgerecht, legal und sozial zu verhalten. Bevor jetzt jemand fragt, um wieviel PS es entsprechend bei Autos geht: Entgegen der landläufigen Meinung gibt es sehr wohl dumme Fragen. Natürlich kann jeder kaufen, was erlaubt ist und er für richtig hält. Aber was er dann damit veranstaltet, steht auf einem anderen Blatt. Warum darf man wohl mit einer legal erworbenen cal. 50 mag. nicht hinter dem Haus herumballern? Bei Raserei und Lärmen über den gesetzlichen Rahmen hinaus steht IMMER Vorsatz im Vordergrund, wobei der gesetzliche Rahmen für Lärmen ja schon asozial genug ist. Es hilft nix: Die Produzenten und die Nutzer der kranken Selbstdarstellerinstrumente gehen aus niedrigsten Beweggründen über Leichen, der Gesetzgeber versagt auf der ganzen Linie.

  8. Rainer Rau sagt:

    Fernsehen macht depressiv. Gestern sah man in einer Sendung, wie ein Polizist einen „Verkehrsteilnehmer“ dazu brachte, den db-Eater wieder einzubauen. Dabei zeigte er durchaus Verständnis für das vorherige Missverhalten und drückte sein Bedauern darüber aus, dass „es jetzt nach nichts mehr klingt“. Mit trauriger Miene teilte er dem Gebeutelten noch die Höhe der zu erwartenden Erziehungsmaßnahme mit. Diese war dann mal höher als 10 €, das Fernsehen war ja dabei. Repräsentativ oder nicht – ich weiß es nicht, generiert aber noch mehr Bedenken in eine Verbesserung der Lärmvermüllung.

    • Frank sagt:

      Lieber Rainer Rau,

      genauso nehmen wir das bei uns im Kreis auch wahr! Allerdings hat uns die Polizei diese Bedenken sogar schriftlich bestätigt:

      Denn aus der Kreispolizeibehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises unter Landrat Olaf Schade (SPD) heisst es auf Anfrage:

      „Hinsichtlich der angesprochenen Lärmemission modifizierter Krafträder ist eine Überwachung mit polizeilichen Mitteln nicht möglich und nicht vorgesehen. … Die Polizei verfügt zudem nicht über eine entsprechende Ausrüstung und setzt bei der Fülle von Aufgaben im Bereich der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbekämpfung auch andere Schwerpunkte.“

      Eine Einladung an alle interessierten Kreise, sich ein faustgroßes Loch in den Schalldämpfer zu bohren!

      Und dann wundert man sich darüber, dass die Polizei von der Bevölkerung immer weniger ernst genommen wird…

  9. Ein Motorradfahrer sagt:

    Ich hab diese Seite hier zufällig gefunden und ein bissl drin gelesen. Mein Eindruck ist, dass hier oft „Schaum vor dem Mund“ zu lesen ist, in den „offiziellen“ Artikeln sind Formulierungen enthalten, die verachtend und herabwürdigend sind („…marodierende Gruppen….“, „…Ortsvorsteherin hat ..Hass auf Motorradfahrer… entwickelt..“, letzteres sehr tragisch für eine Inhaberin eines öffentlichen Amtes, die darüber einmal nachdenken sollte). Ein paar kratzen sogar an der Grenze zur Strafbarkeit.

    Bevor ich jetzt verbal gevierteilt und geschlachtet werde, möchte ich drauf verweisen, dass die Seriosität eines Anliegens auch an der Art des Auftretens gemessen wird. Mir ist klar, dass an den entsprechenden Stellen die Nerven blank liegen – so wie an vielen Stellen und vielen Gelegenheiten im Land derzeit. Dies mit Hass gegenüber anderen Gruppen zu verbinden, löst das Problem nicht, es verstärkt es nur. So sind aktuell Mordversuche an Zweiradfahrern keine Seltenheit mehr, anders kann ich mutwillig gelegte Ölspuren nicht interpretieren. Dass dabei bewußt in Kauf genommen wird, alle Zweiradfahrer (Fahrräder, Roller, erstere auch mit Frauen und Kindern besetzt) zu treffen, ist mehr als tragisch. Dass solche aufhetzenden Seiten diese schwachen Charakter der Täter ähnlich anfeuern wie die zu politisch abstrusen Ansichten, sollten sich die Schreiber einmal durch den Kopf gehen lassen!

    Die „Feindseite“ zu diskriminieren, herabzuwürdigen und die Stimmung aufzuputschen ist jedenfalls keine Lösung.

    Ich bin selbst Motorradfahrer, ich denke ich verhalte mich sehr anständig und ich glaube, ich verstehe das Anliegen sehr gut. Gleichzeitig bin ich entsetzt über den Hass, der aus den Kommentaren hervortritt und über die Einseitigkeit beider Seiten. So entstehen Hass-Spiralen, die sich nicht mehr einfangen lassen. Das hat mich zu diesem Beitrag bewogen.

    • Der Redakteur sagt:

      Lieber „Ein Motorradfahrer“,
      Nur weil Ihnen die offene Art nicht passt, wie wir Mißstände hier anprechen, ist das noch lange keine Hetze und auch noch lange keine Sippenhaft oder Menschenverachtung. Wir weisen darauf hin, dass da etwas schief läuft. Auf der einen Seite werden Menschen belästigt und krank gemacht, auf der anderen durch Raserei welche getötet. Das ist so. Unnötig ist beides.
      Zu Ihren Vorwürfen:
      Was an „marodierende Gruppen“ verachtend und herabwürdigend sein soll, verstehe ich nicht. Das Wort steht für „eine Spur der Verwüstung hinterlassend“ und kommt aus dem Soldatischen. Passt also ganz gut zu dem von der Motorradseite geprägten Begriff „Streetfighter“, den ich im Gegenzug als “verachtend und herabwürdigend“ empfinden könnte, wenn er nicht so deplaziert wäre.
      Die Ortsvorsteherin bezieht sich auf die Stimmung der Anwohner – wir zitieren eine journalistische Quelle, die sie zitiert. Das ist 100 % journalistisch korrekt.
      Wo irgendwas an „der Grenze zur Strafbarkeit“ kratzt, sollten Sie mir mitteilen, dann wird es entfernt.
      Der Rest: wir sind nicht für die Zustände auf den Straßen verantwortlich und auch nicht für gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, die Menschen zu Tode bringen können. Wir mißbilligen beides. Unnötig zu sagen, eigentlich. Auch wenn Menschen wie Sie das hier hin und wieder anbringen, um Ursache und Wirkung zu verdrehen.
      Andersrum: Ich verwette meinen Arsch, dass Sie „sehr anständig fahren“ im doppelten Wortsinne interpretieren. Statt Arsch gibt’s eine Flasche Rotkäppchensekt, wenn Sie weniger als 80 PS, keine Klappen und den Originalaupuff dranhaben, und das nachweisen… ;-)

      • Der_besorgte_Biker sagt:

        Der Redakteur, gilt der letzte Abschnitt Ihres Posts mit dem Sekt für alle? Wenn ja, dann bekommen Sie per PN meine Adresse. Können Sie sich mein „böses Viragomonster“ mal anschauen, gerne auch Lärm messen. Und sich davon überzeugen, dass dort an der 535ccm, 46PS Maschine definitiv KEIN Klappenauspuff dran ist. Aber den Sekt nicht vergessen. Und mir den Post nicht übel nehmen, war so ein Gedanke, weil es schon wieder stark danach klang wie: Alle haben das…

        • Der Redakteur sagt:

          Sorry – besorgte Biker sind ausgenommen. ;-) Mein Vater hatte das von Ihnen besesssene Fahrzeug früher (Schwachpunkte: elekrischer Benzinhahn und Zugänglichkeit der Zündkerzen, überhaupt: verbaute Kiste) und deshalb würde ich nie mit einem Viragisten wetten. Im Ernst: es gibt ja auch leise Kräder. Ich habe mir zum Beweis im vergangenen Jahr eine Yamaha TDM 850 gebraucht gekauft. 80 PS nicht lauter als ein Pkw. Aber zugleich das eben deshalb meistverrissene Motorrad seiner Zeit. Und noch verbauter als die Virago (Batteriewechsel bedingt nahezu Motorausbau).

        • Reto sagt:

          Auch wenn der Name sich wie Viagra anhört – das Teil scheint keine Schwanzverlängerung zu sein ;-) (Sorry für den Spaß, der musste raus.) Ist das jetzt justiziabel?

  10. Ein Motorradfahrer sagt:

    … und nun möchte ich noch ein paar Kommentare zur Sache selbst loswerden.

    Eine Art Sippenhaft für Motorradfahrer einzuführen, finde ich falsch und ungesetzlich. Sie ist aus gutem Grund auch abgeschafft worden. Hat man schon einmal eine Autobahn gesperrt, weil es dort zu vielen Todesfällen kommt, da LKW den Sicherheitsabstand nicht einhalten? Sperrt man die Alpen zum Wandern, weil dort an jedem Wochenende etliche Wanderer verunglücken?

    Kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hält bei halber Nenndrehzahl den gesetzlichen Lärmgrenzwert mehr ein, kein LKW, kein Traktor, kein PKW, auch kein Motorrad. Ein solches Argument, polemisch dargestellt an dem Ducati-Aufkleber, schadet ihrer Sache mehr als es nutzt.

    Klappen-Auspuffe sind eine Dämlichkeit sondergleichen (wundern Sie sich, ich bin tatsächlich als Biker dieser Meinung)

    Der „gute Bürger“ in seinen gutbürgerlichen KFZ ist mindestens ebenso ein Raser wie der normale Motorradfahrer. Auf einer hiesigen gut ausgebauten Sonntags vom PKW-Ausflugsverkehr viel befahrenen Straße werde ich mit konformen „Tachostrich über 100 km/h“ von der Mehrzahl der PKW überholt, incl. Vogel zeigen sogar teilweise. Dort wo die Straße 4spurig wird und 120 km/h zulässig sind, das selbe. Es ist also nicht „der Biker“, sonder es sind gewisse Charakter, die sich an nix halten. Gut zu beobachten übrigens an Fahrradfahrern, die sich gegenüber Fußgängern ähnlich verhalten, wie sie es selbst gegenüber Autofahrern beklagen …

    Individuelles Fehlverhalten muss individuell bestraft werden, daraufhin muss gearbeitet werden. Diskriminierung und einseitige Verfolgung ganzer Gruppen haben noch nie geholfen.

    • Der Redakteur sagt:

      Lieber „Ein Motorradfahrer“,
      seit Anbeginn wird an Motorradstammtischen kommuniziert, Motorräder würden immer leiser werden, weil die Grenzwerte sukzessive gesenkt werden.
      Wir dokumentieren mit dem Ducati-Aufkleber, dass das verlogen ist: a) das „immer leiser“, b) das mit dem Grenzwert, der keiner ist.
      Ihre Aussage:
      „Kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hält bei halber Nenndrehzahl den gesetzlichen Lärmgrenzwert mehr ein, kein LKW, kein Traktor, kein PKW, auch kein Motorrad. Ein solches Argument, polemisch dargestellt an dem Ducati-Aufkleber, schadet ihrer Sache mehr als es nutzt.“
      stimmt nicht, jedenfalls nicht in Bezug auf PKW. Und nach reiflicher Auseinadersetzung mit dem Thema auch mit Fachleuten aus der Industrie können wir hier inbrünstig sagen: Es gibt kein Motorrad auf dem Markt, das so leise fährt, wie es könnte. Widerspruch gegen STVZO.
      Was bitte soll an dem Ducati-Aufkleber polemisch sein?

    • Siegfried V. sagt:

      „Ein Motorradfahrer“ schreibt: „Eine Art Sippenhaft für Motorradfahrer einzuführen, finde ich falsch und ungesetzlich. Sie ist aus gutem Grund auch abgeschafft worden.“
      Die armen Motorradfahrer werden damit offiziell als Verfolgte des Regimes anerkannt? Sie und ihre Familien werden gehetzt, verhaftet, gefoltert…
      Ich ertrags nicht! Erst bemängeln, dass man sich nicht pauschal über andere auslässt, unddann ein paar Zeilen weiter Beispiele nachschieben („gutbürgerliche Pkw“, Fahrradfahrer gegenüber Fußgänger) die zeigen, dass Ihnen Polemik in eigener Sache nicht so wichtig ist. Ich gebe Ihnen recht: Sie machen keine Fehler, halten sich immer an die Regeln und sind im Straßenverkehr und auch sonst umzingelt von Deppen. Deshalb auch das Gefühl, verfolgt zu werden?

    • Der_besorgte_Biker sagt:

      Ein Biker, endlich jemand, der schreibt was viele, mir incl.denken und sich wünschen. Wir wollen nicht für diese Jetzt-komme-ich Egofraktion in Haftung genommen werden. Das verlagert das Problem, es beseitigt das aber nicht. Konsequente Kontrollen ALLER, auch der Autofahrer, wäre ein guter Anfang. Und die Industrie ind Boot holen, damit es nicht noch lauter wird (Stichwort bezahlbare E-Motorräder?).

      • Der Redakteur sagt:

        Die Industrie ist bereits im Boot. Sie baut Motorräder, wie es der Markt will: zu laut.

      • Reto sagt:

        Gratulation! Dann sind Sie ja schon zu zweit! Schon recht, dass manche so denken wie Sie. Aber weshalb denn? Weil sich Widerspruch regt, weil die Gemeinden aufstehen, weil es so eine Seite gibt wie hier, die Tacheles redet. Sonst würden Sie sagen, das sind 2 % Verrückte, Ausreißer. Wir gehen mittlerweile von 50 – 70 % aus – in der (unnötigen) Klasse über 100 PS.
        Und zum zweiten Teil: Es gibt ja Kontrollen. Aber durch die fährt der Krawallpilot dank optimaler Industrie/Lobby-Mafia Vorarbeit mit erhobenem Stinkefinger ganz legal durch. Kesstec sei dank!

        • Der_besorgte_Biker sagt:

          Reto. Warum ich eine ruhige Maschine bevorzuge? Weil das fahren geniesen möchte, bisweilen gemeinsam mit meinem 12jährigen Sohn auf dem Sozius. Und dabei keinen Hörschaden davon tragen möchte. Und nicht will, dass andere taub werden, wenn wir auftauchen. Deshalb. Und das Thema E-Motorrad. Das versteht man, wenn man so was mal selbst gefahren ist, das ist nicht beschreibbar. Das ist was ganz besonderes. Man hört das leise surren und den Fahrtwind…

  11. Ein Motorradfahrer sagt:

    Guten Abend, na da habe ich ja quasi den Beißreflex geweckt.

    An den Redakteur:
    Sie bezeichnen es als „offene Art“, ich empfinde es in einigen Formulierungen so wie ich es beschrieben habe. Was mich stört: Ihre Formulierungen „Nur weil Sie …“, oder „Menschen wie Sie“ und unterstellen mir, Ursache und Wirkung zu verdrehen. Diese Formulierung sind für mich herabwürdigend weil sie mir unterschwellig meine Meinung nicht zubilligen und unterstellen mir Dinge. Soviel zur „offenen Art“.

    Ein Marodeur ist „ein plündernder Nachzügler einer Truppe“ der „der am Rande von Kampfhandlungen brandschatzt, plündert, erpresst, raubt, stiehlt, vergewaltigt und mordet.“. In diese Nähe schwerster Straftaten möchte ich mich nicht gerückt sehen. Ganz einfach.

    Das Zitat ist reißerisch und gibt eine Quelle wieder die nicht korrekt zitiert hat, wenn sie nur die Stimmung anderer wiedergibt, was die Formulierung nicht hergibt. Sie lässt auch die Frau in ungutem Licht erscheinen. Aber sei es drum, darum will ich nicht rumrechten.

    Ich versuchte darzustellen, dass diese Seite meines Erachtens zu reißerisch und in der beschriebenen Art und Weise möglicherweise irgendwelche Querköpfe zu irgendwelchen Aktionen bringen kann und anzuregen, wenigstens darüber nachzudenken und sich etwas zurückzunehmen, mehr nicht. Das Ergebnis sehe ich ja eben.

    Und nun zu Ihrem Hinterteil (ich muss schon lachen, ehrlich): Leider liest es sich so, als ob Sie mir Boshafigkeit und Doppelzüngigkeit unterstellen, aber ich kann Sie beruhigen – ich meinte es tatsächlich im echten Wortsinne, anständig, als ich es jederzeit rechtfertigen kann. Ich unterscheide nicht, ob ich im PKW, LKW oder auf dem Motorrad unterwegs bin, ich achte andere Verkehrsteilnehmer und achte auch auf meine Umgebung und ich fahre seit 38 Jahren und habe vor 36 Jahren den letzten und einzigen Unfall verursacht (bin einem in der Stadt hinten draufgefahren mit dem Auto – Blechschaden). Alle Maschinen im Haushalt haben den unmodifizierten Originalauspuff dran, sind motortechnisch unverändert original, haben keine Klappen (wieso auch) und werden rücksichtsvoll bewegt, auch wenn Sie das nicht glauben mögen. Eine hat angeblich 92 PS (900 Kubik, 1998), die andere hat angeblich 105 PS (1200 kubik, 2010). Ja, ich bin einer derer, die sich hier zu Unrecht pauschal an den Pranger gestellt sehen und die zu kommunizieren versuchen und nicht „marodieren“.

    Und ja, ich fühle mich dadurch verfolgt, in dem man mir durch das Legen von Ölspuren, Streuen von Krähenfüßen oder ähnlichem nach dem Leben trachtet.

    Mal was zur TDM (welche exakt eigentlich, es gab zwei) die ist bei halber Nennleistung mindestens ebenso laut wie meine 900er aber ich würde das als völlig normal bezeichnen. Übrigens wurde an genau dieser Maschine eine Art „frühzeitiges Soundtuning“ betrieben vom Hersteller per Hubzapfenversatz damit er „knackiger“ klingt. Aber ein unterschätztes Motorrad wie die ersten BMW K-Modelle (übrigens auch recht leise), schade.

    Und wenn ich mir erlauben darf – ein PKW mit halber Nennleistung im Fahrbetrieb IST lauter als er „darf“. Je nach eingelegtem Gang umso mehr, weil das Roll- und Windgeräusch dazukommt (logo). Natürlich ist das jetzt stark vereinfacht und je nach PKW unterschiedlich, schon die Reifen sorgen für erhebliche Unterschiede. Und warum? Schon ganz einfach deswegen, weil sich niemand rum gekümmert hat, weil es nicht geprüft wird und nicht als wichtig empfunden wurde. Da bleib ich dabei. Vorbeifahrten könnte man messen und ich denke die beiden Fahrzeuggattungen werden sich nicht viel geben, die einen sind eher vom Motor her lauter hörbar, die anderen von den 4 Reifen und etwas vom Wind. Wenn Sie mir die Fachleute nennen wollen, ich lerne gerne dazu … aber ich bin kritisch. In unserem fall kommt es auf die Geräuschemission an, die bei der Fahrt entsteht und wenn ein Fahrzeug mit 50% der Nennleistung bewegt wird (und nicht unnötig im niederen Gang getrieben wird) ist es eben laut. Das macht man ja nicht in einer geschlossenen Ortschaf und nur wenn man muss, also ist das für mich auch nachvollziehbar.

    Das mit dem Ducati Aufkleber hab ich wohl so geschrieben dass es nicht so ankam wie gedacht, also nochmal … der Kleber gibt wieder wie die Messung zustande kommt. Mehr nicht. Die Darstellung klingt wie die Aufdeckung einer Verschwörung, das meinte ich mit reißerisch plus die eingestreuten Formulierungen („Normenidiotie“, „durch die Messung geschoben..“ oder „..der lebt bar jedes Sachverstands im Herstellerbiotop bei Daimler oder BMW – oder ist raubtierkapitalistisch böswillig.“) <– da ist die Polemik. Ich hab es so empfunden.

    Was an vielen Stammtischen kommuniziert wird, ist meistens näher am empfundenen "gesunden Volksempfinden" als an der Realität, tragischerweise.

    • Der Redakteur sagt:

      TDM VD3 – die erste, ohne Proll-Hubzapfen

    • Der Redakteur sagt:

      Zu Ihrem letzten Absatz:
      Diese Norm ist böswillig entstanden. Und das ist der Bedeutung einer Norm nicht angemessen. Es ist genau wie beim Diesel und dort nennen sie es Betrug. Hier nennen die das Cycle Beating mittels Zykluserkennung und Abschaltvorrichtung “legal“. Aus unserer Sicht tatsächlich das Antlitz der stets protegierten Fahrzeugindustrie, die sich alles herausnehmen darf. Deutliche Formulierungen für betrügerisches Handeln einer Gruppe von Rechtsbeugern – mithin mafiöse Strukturen.

  12. Ein Motorradfahrer sagt:

    an den besorgten Biker: Danke, sie haben es so verstanden wie ich es auszudrücken versuche.

    Übrigens: Wenn die Viragio mal am Ende ist, nach einer BMW K umsehen. Sind sehr preiswert zu haben, Ersatzteile sehr gut verfügbar, fahren gut und sind sehr leise.

  13. Ein Motorradfahrer sagt:

    An Siegfried … es ist nicht schön, so pauschal als „gutbürgerlicher PKW-Fahrer“ in eine Schublade gesteckt zu werden, gell? Auch „die Fahrradfahrer“ nicht.

    Den angesprochenen Kern, den ich hier so schön pauschal verpackt hab, ist der angekommen? Jeder soll sich im Straßenverkehr anständig verhalten.

    Ihre Unterstellungen weise ich zurück, das sind Ihre mir unterstellten Vorurteile, nicht meine. Das ist genau das was ich in meinem Ausgangbeitrag meinte.

    Und um es auf den Punkt zu bringen: Wenn man direkt vor meiner Nase in purer Mordlust eine vorsätzliche Diesel/
    Petroleum/Lösungsmittel/Ölspur legt (es war ein Gemisch), fühle ich nach meinem Leben getrachtet. So geschehen am 3.6.2018 auf der L1066 direkt vor Neulautern. Sie können es gerne bei der Polizei nachprüfen, es ist aktenkundig. Und noch eines um Legendenbildung vorzubeugen: Ich hab in mehr als einem Vierteljahrhundert Einsatzdienst bei der Feuerwehr genügend Ölspuren gesehen, um eine vorsätzliche gelegte von einer durch unglückliche Fügung entstandenen unterscheiden zu können. Also sagen Sie mir nicht wie ich mich fühlen soll!

    • Der Redakteur sagt:

      Ich glaube ich könnte ein Jahrhundert Feuerwehrdienst machen und trotzdem nicht unterscheiden, ob eine Ölspur fahrlässig oder mutwillig entstanden ist. Es sei denn, da lägen Glasscherben dabei wie bei jenem Mordanschlag im Allgäu.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Sie werden sich wundern .. gerade die Glasscherbenfälle kommen auch „so“ vor, nur liegen die nicht immer „zufällig“ in Kurven.
        Nein, die Spuren verraten sich durch ihre „auffällige Effizienz“, die bei zufällig entstandenen Spuren so gut wie nie so vorkommt.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Ich kenne die Strecke, den Bericht und die Veranstaltung. Leider gibt der Bericht die Veranstaltung nicht so wieder, wie ich sie empfunden habe.

        Meines Erachtens hakt es an vielen Stellen.

        Man fordert Dinge ein, die teils längst erfüllt sind (manipulierte Fahrzeuge stillzulegen) oder in der verlangten Art schlicht nicht möglich sind (Radarkontrollen oder sonstige Kontrollen ausschließlich für Motorräder) weil sie in der Art am Ende verfassungswidrig sind.

        Dann arbeitet man mit vielleicht durchaus so empfundenen Problemhäufungen, die bei expliziter Betrachtung nicht so sind (schwere und tödliche Unfälle am laufenden Band – die letzten beiden „schweren“ waren PKW-Abbiegeunfälle und nicht im Bereich Neulautern).

        Dann gibt es -sogar auf solchen Veranstaltungen- die üblichen Hitzköpfe, die Selbstjustiz ankündigen oder Maßnahmen totalitärer Art einfordern – das fördert die Glaubwürdigkeit und Umsetzung auch nicht.

        Man muss aber m.E. von der Polizei konsequent einfordern, mehr, dafür aber kürzer zu kontrollieren (wenn die Kontrolle verbrannt ist, kann man aufhören) und die erkannten Defizite konsequent verfolgen. Allerdings kommt man dann durchaus auch selber dran, denn langfristig ausschließlich Motorradfahrer kontrollieren und sonst niemand, geht auch nicht, zumindest so lange wir in einem einigermaßen Rechtstaat leben (keine Diskussion mit alttestamentarischen Begründungen jetzt bitte, wohin das führt sieht man am Libanon).

        Und die Klappen muss man abschaffen, aber das ist eine andere Geschichte…

  14. Ein Motorradfahrer sagt:

    An Reto: Wieso meinen Sie, sagen zu können was ich sagen würde? Es gibt mehr Verrückte als die 2%. Mache sagen sogar, die Verückten laufen draußen rum und die paar Normalen hocken in der Klapse oder im Knast ;-)

    Mal im Ernst: Irgendwas in unserer Gesellschaft führt dazu, dass etliche Leute meinen „Abenteuer“ oder „Thrills“ erleben zu müssen. Die einen machen Cayoning (und kommen ab und zu um dabei), machen alpine Touren (dito), springen von Brücken oder Bungee oder aus Flugzeugen (dito) oder übertreiben es mit dem Motorrad. Ich maße mir es aber nicht an, die gesamte Gruppe danach zu beurteilen oder vorzuverurteilen. Und ich urteile auch nicht über „nötig“ oder „unnötig“. Wieso hat heute jeder halbwegs familien- und anhängertaugliche Diesel PKW 170 PS oder mehr? Ist das nicht auch „unnötig“? Wer beurteilt das? Ich maße mir das nicht an.

    • Der Redakteur sagt:

      Ja, das ist unnötig. Und mit Anmaßung hat das nichts zu tun, das zu beurteilen. Die Ursachen sind Marketing und Autogeilheit – im Gegenzug kaufen die Leute bei Lidl und sparen beim Essen. Ich fahre heute im Durchschnitt 62 km/h übers Jahr. Das konnte mein Käfer damals auch.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Wenn man sich selbst eine Meinung bildet nicht. Aber m.E. ist dann der Anspruch gegenüber der Meinung eines anderen, etwas beurteilen zu können und die eigene Beurteilung dessen eigener gegenüber als „richtig“ darzustellen, das empfinde ich als Anmaßung. Oder gedankenlos.

        Es ist ein Unterschied zwischen „Es ist unnötig“ oder „Ich finde es unnötig“.

        Der Käfer … tja, er war eine Ikone seiner Zeit. Ich glaube kaum einer möchte ihn ernsthaft als Alltagsfahrzeug zurück. Ich erinnere mich an die entzückenden Gimmicks um die Frontscheibe eisfrei zu halten, den exorbitanten Spritverbrauch, winzigen Kofferraum und er war …. ein saumäßig lautes Fahrzeug. Ich hatte seinerzeit einen 124er Fiat geschenkt bekommen, der war zwar in ständiger Gefahr durch Rost zu verschwinden, aber technisch war der dem Käfer um Welten voraus und entsprach dem Konzept des Golf, nur eben schon Jahre vor diesem.
        Die legendäre Robustheit war auch Folge von Verzicht und relativ häufiger Wartung (was nix Schlimmes ist, es dient dem Erhalt einer Investition).

        Über diese Dinge sollte heute auch öfter nachgedacht werden beim Fahrzeugbau, finde ich.

        • Rainer Rau sagt:

          Guten Morgen, ich habe auch eine Meinung, die sollte bitte nicht persönlich genommen werden und ich erhebe keinen Anspruch auf Alternativlosigkeit. In Ihrem letzten Satz taucht das Wort „heute“ auf. Ich glaube, dass „heute“ die Zeit von material- und energieaufwändigen Fahrzeugen zu anderen Zwecken als zum sinnvollen und notwendigen Transport (sehnse, da fängts schon an) dem Ende zugehen sollte. Hobbies, Freizeit, Selbstdarstellung usw. müssten anders als durch Schadstoffemissionen und Ressourcenverschwendung gestaltet werden können. Ich bin in der für mich glücklichen Situation, dass ich durch Erkenntnis und Erfahrung ruckzuck umdenken konnte, wenn ich ein aus meiner Sicht nicht so gesellschaftsverträgliches Verhalten wahrgenommen habe. Bei allem Verständnis für Technikaffinität, Freude an Geschwindigkeit und was weiß ich: Bei der heutigen Bevölkerungsdichte und dem Schwund an Ressourcen sowie dem nicht gelösten Energieproblem gehts halt nicht mehr so wie früher. Wie gesagt: Nur meine Meinung – und die von Prof. Lesch, Prof. Welzer, Ranga Yogeshwar, Mojib Latif, Hannes Jaenicke und recht vielen nicht wirtschaftsbeeinflussten Wissenschaftlern zusammen mit noch zu wenigen Umweltinteressierten weltweit. Das Problem liegt nicht in Normen, Tabellen und Grenzwerten, sondern an den allgemeinen eingefahrenen Konsuminteressen und der Nichtinformiertheit in den Dritt- und Schwellenländern. Wir Dichter und Denker könnten durch Vorbildfunktion unserem Ruf gerecht werden, wenn wir wollten.

  15. Hermann sagt:

    @Motorradfahrer

    Wenn ich ihren Kerngedanken richtig verstanden habe, ist ihr Anliegen darauf einzuwirken, dass weder Ihnen noch anderen Motorradfahrern von einem übereifrigen Motorradhasser nach dem Leben getrachtet wird.

    Der zweite Punkt scheint mir dass Sie sich an dem Begriff ‚unnötig'(-er Verkehrslärm) stoßen.

    Punkt 1)
    Ich möchte Ihnen dazu meine Gedanken geben: Ich kann durchaus nachvollziehen wenn Sie auf verbale Abrüstung abzielen. Im Grunde ist ja ihr Anliegen unserem sehr ähnlich: nämlich nicht das Opfer von „Extremismus“ zu werden.
    Der Unterschied sind schlicht harte Zahlen: während in den letzten Jahren vielleicht zwei oder drei Motorradfahrer durch diese Untaten umgebracht(!) wurden, gehen die Menschen die an den Kollateralschäden des Lärms an Herzkrankheiten gestorben sind in die Tausende (und neuere Forschung weißt auch auf den Zusammenhang mit anderen wie z.B. Neurodegenerative Erkrankungen hin). Vom Verlust an Lebensqualität für Millionen ganz abgesehen.

    Vielleicht dazu einen kurzen Exkurs: Wie Sie wissen können wir die Augen schließen um uns vor Licht zu schützen, wir haben aber keine ‚Ohrenklappen‘. Der Grund ist schlicht dass wir in unsere Vorfahren immer -und vor allem Nachts- auf der Hut sein mussten um Angriffe vom Nachbarstamm oder vom Bär zu vereiteln. Das Ohr fungiert also als primäres Warnsystem.
    Hier greift der bewusst auf Aggressivität gezüchtete Lärm (Stichwort „Soundmanagment“), er ’nutzt‘ nämlich genau diesen Mechanismus um Aufmerksamkeit zu erregen und Macht zu demonstrieren. Ich wage zu behaupten dass inzwischen mehr als 80% der Motorräder dieses Kriterium erfüllen. Die Folge ist Stress, und die daraus sich ergebenden Krankheiten.
    Das Motorrad hat es damit geschafft zum Haßobjekt Nummer 1 zu werden, aus ähnlichen Gründen wie es eben früher der böse Wolf war und das obwohl nicht jeder Wolf gleich Schneewittchen auffressen will.

    Punkt 2)
    Bevor ich darauf eingehe will ich Ihnen kurz meinen eigenen Fall schildern: Seit Jahren werde ich im Sommer pünktlich um 5 Uhr morgens von einem lauten Motorrad geweckt. Ich wohne in den Bergen und höre es durch den Widerhall mehrere Minuten lang, der Schlaf ist dann weg. Da ich oft bis spät in die Nacht arbeiten muss (und nach Mitternacht so wie so oft noch ein lautes Motorrad in die Gegenrichtung unterwegs ist) fehlt mir dann der Schlaf am Tag und ich bin dann klar deutlich weniger effizient in der Arbeit. Rechtlich gibt es dagegen keine Handhabe, erscheint ihnen das OK ?
    Vor drei Jahren ist meine Mutter gestorben und ich konnte die letzten Worte die ich mit ihr austauschen konnte kaum hören weil ständig irgendwelche Knatterfreunde lautstark (obwohl weit weg) zur Schau gestellt haben dass sie das Geld zum Chromerwerb haben – und es jeden wissen lassen mussten. Ist das für Sie in Ordnung ?
    Dass an schönen WE an gemütlich im Garten zu sitzen gar nicht mehr zu denken ist versteht sich von selbst.

    Was bleibt ist schlicht Hass. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugäbe dass mir Phantasien von Reißnägeln, in Brand gesetzten Motorrädern, PU-Schaum im Auspufftopf oder zumindest ein kräftiger Fußtritt gegen eine geparkte Harley in den Sinn kommen. Was mich davon abhält sind natürlich die Vernunft und moralische Prinzipien. Was die umgekippte Harley angeht ist es darüberhinaus nicht nur der Ärger mit dem Besitzer sondern auch das Wissen dass im nächsten Moment sowieso der nächste Lärmer seinen Platz einnehmen wird. Im Klartext: Dieses Problem braucht eine politische Lösung und darum geht es.

    Nun wie versprochen zum Begriff ‚unnötig‘: Ich denke Sie sind mit mir einig dass rein technisch gesehen ein Motorrad genau so leise wie ein Auto wohl aber eher noch leiser sein könnte. Technisch ist damit der Lärm also wirklich unnötig.
    Wenn ich ihre Zeilen aber richtig interpretiere spielen Sie ja in ihren Vergleichen mit anderen „unnötigen“ Tätigkeiten wie Canyoning, Fallschirmspringen etc. darauf an dass mit dem Motorrad Lärm zu machen unter den Schutz der „persönlichen Freiheit“ fällt und damit -wenngleich ein wenig verklausuliert das „Toleranzargument“ gebracht wird.
    Ich möchte dazu den, zugegeben etwas ausgelutschten, Satz „Dass die Freiheit des einen da endet wo die des anderen anfängt“ einwerfen. Dass die meisten hier den zunehmenden Lärm von Horden von Motorrädern als Folter empfinden (und real darunter leiden !) ist wohl nicht zu weit gegriffen. Nach Toleranz für (so empfundene) Folterknechte zu verlangen übersteigt aber in meinen Augen den Gültigkeitsbereich von „Toleranz“. Genau das gilt es zu ändern: keine sozial unverträglichen Sonderrechte für die zahlende Kundschaft mehr, sondern -und damit bin ich mit Ihnen einig- per Gesetz und nicht mit individuellen Racheakten

    Bin auf ihre Antwort gespannt….

    • GHJ sagt:

      „Dass die meisten hier den zunehmenden Lärm von Horden von Motorrädern als Folter empfinden (und real darunter leiden !) ist wohl nicht zu weit gegriffen“

      Das „hier“ bezieht evtl. auf die hier vertretenen Interessierten, evtl. auch noch auf den Bekanntenkreis derjenigen und auf andere Interessengruppen mit der gleichen Intention.
      Die spannende Frage ist allerdings, wie viel % der Bevölkerung sehen es wirklich als die oben beschriebene „Folter“ an?
      Mal die Bekannten und Freunde ausgeschlossen, die selber motorradfahren , gibt es in meinen Bekanntenkreis (Arbeit, Freizeit, Sportverein etc.) oder auch im Bereich meines Kundenstammes eigentlich nie den Bedarf über „Folter“ , hervorgerufen durch Motorradlärm ,zu diskutieren.
      Über viele andere aktuelle Themen spricht man zwangsläufig mit anderen Menschen , da es aktuelle Themen sind. Dieses gehört einfach nicht dazu. Daher glaube ich nicht daran, daß dies ein dringendes Problem unserer Gesellschaft ist.
      Das soll nicht heißen, daß es kein Problem darstellt. Es gibt genug Idioten unter den Motorradfahren, aber es so hoch zu stilisieren und als Folter darzustellen, ist übertrieben und spiegelt sich in der Gesellschaft als Solches nicht wieder.

      • Reto sagt:

        Es kommt immer darauf an, in welchen Kreisen Sie verkehren. Im Motorradclub oder an einem Hotspot dürften die Ergebnisse deutlich voneinander abweichen. Wenn Sie da wohnen, wo die Idioten ständig rumfahren, werden Sie mit Folter richtig liegen.

        • GHJ sagt:

          Sie haben meinen Kommentar nicht richtig gelesen, oder?
          Es geht nicht um Hotspots oder Motorradclubs – dort mag man sich den Meinungen der eigenen Filterblase hingeben.
          Es geht um das normale private und berufliche Leben abseits der eigenen Hobbies und privaten Interessen. Dort spielt dies Thema keine Rolle, man spricht nicht über dieses Thema, weils es für den Großteil der Bevölkerung kein wichtiges Thema ist.

          • Reto sagt:

            Man muss nicht alles lesen, was Sie aus der Filterblase Ihres Lebensumfelds so von sich geben. Ich kann ja nicht einschätzen, welchen seltsamen Interessen und möglicherweise belästigenden Hobbies Sie sich hingeben. Vielleicht haben Sie nur Tuningfreunde und Motorradkumpels und können deshalb die Wichtigkeit des Themas nicht einordnen.
            Repräsentativ ist:
            Nach Untersuchungen des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2018 fühlen sich 75 Prozent der Befragten in ihrem Wohnumfeld durch Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt.

          • CC sagt:

            Wenn es kein wichtiges Thema für Sie und Ihre Freunde ist, warum lungern Sie hier rum?

          • Reto sagt:

            Er möchte weiter anderen Leuten ungestört auf den Sack gehen.

          • Rainer Rau sagt:

            Kommen sie mal in meine Filterblase, dann klingeln Ihnen beim Thema Motorradlaerm die Ohren. Meine Filterblase beinhaltet einen „Großteil der Bevölkerung“, arbeitende Menschen mit dem Bedürfnis nach Normalität in ihrer freien Zeit.

      • Fladimier sagt:

        Altes Muster: Es gibt natürlich wichtigere Themen auf der Welt, die davon ablenken könnten, dass hier Menschen belästigt, genervt und geschädigt werden. Kim Jong Un beispielsweise hat Atomraketen, die machen auch Lärm….
        Lasst uns doch im Ruhe weiter rücksichtslos unseren „Rennsport“ auf öffentlichen Straßen ausüben. Und kümmert Euch um den Kim!

        • GHJ sagt:

          Ich mag den Kim, habe auch generell nichts gegen Atomraketen oder die Atomkraft im Allgemeinen.

          Und es ist eben nicht nur für mich kein wichtiges Thema, sondern eben auch für den Großteil der Bevölkerung.
          Oder wie erklären Sie sich , daß das Thema „Motorradlärm“ öffentlich eigentlich nicht existent ist? Und mit öffentlich meine ich, die breite Öffentlichkeit, die sich zur Zeit zB. mit dem Thema Co2, Migration, Brexit, USA-Iran Konflikt , Kim Jong Un etc. beschäftigt.
          Haben Sie in überregionalen Zeitungen oder Medien etwas von „Folter“ durch Motorradlärm gelesen, gesehen oder gehört? Und der Grund dafür ist keine Verschwörung der „Lärmer“, wie gleich wohl wieder kolportiert werden wird, sondern daß es die meisten Menschen einfach nicht interessiert.

          • Reto sagt:

            75 % der Bevölkerung sehen das laut der hier zitierten UBA UNtersuchung anders. Sie sollten nicht von sich auf alle anderen schließen (inklusive Ihrer Vorliebe für Kim und die Raketen).

          • Ein Motorradfahrer sagt:

            Naja, das Thema wird auf den Regionalseiten schon reingetragen, so ist das auch nicht.

            Leider aber mit dem von mir bemängelten Zungenschlag, viel Emotion und leider auch viele Halb und sehr leider auch Nicht-Wahrheiten.

            Leider aber auch lässt man die Leute seitens der Verkehrsüberwachung im Regen stehen. Man könnte durchaus den einen oder anderen Übertreiber mal dran erinnern, wie man sich zu verhalten hat auf 2 und auf 4 Rädern und auch mit dem 7,49t-Geschoss. Man schießt sich halt wieder auf eine Zielgruppe ein..

        • Volker Müller sagt:

          Genau da ist der Fehler.
          Rennsport gehört auf die Rennstrecke und nicht auf die öffentlichen Strassen.

          • GHJ sagt:

            vollkommen am Thema meines Kommentares vorbei. Natürlich gehört Rennsport auf die Rennstrecke. So what?
            Zu schnelles Fahren kann leise geschehen und zu lautes Fahren zum Umkippen langsam. Da gibt es keinen causalen Zusammenhang – sondern dies nur eine weitere Verallgemeinerung, die die Motorradfahrer als Gruppe diffamiert.

          • Reto sagt:

            Blödsinn. Natürlich gibt einen Zusammenhang: Rasen ist in der Regel mit hohen Drehzahlen verbunden – und die mit Lärm.

  16. Hermann sagt:

    @GHJ =“Motorradfahrer“ ?

    Zitat: „Die spannende Frage ist allerdings, wie viel % der Bevölkerung sehen es wirklich als die oben beschriebene „Folter“ an?“

    Eine wichtige und richtige Frage. Zuvor aber der Einwurf, dass auch Minderheiten vor Belästigung geschützt werden müssen, hier gilt nicht einfach das „Mehrheitsprinzip“.
    Wahrscheinlich braucht es das auch nicht, Reto hat ja mit seiner 75% Zahl die Dinge schon klargestellt. Vielleicht ist es noch wichtig nachzuschieben dass es vor allem die Unterschicht trifft, die können sich die ruhige Wohnlage schlicht nicht leisten. Damit wird das Problem auch eines der sozialen Gerechtigkeit.

    Ich lade Sie ein sich selbst mal schlau zu machen: Kanada rückt inzwischen den Lärmtrotteln richtig auf die Pelle:
    https://ici.radio-canada.ca/premiere/emissions/sur-le-vif/segments/entrevue/112885/bruit-moto-sanction-amende-quebec , wenn Herr Marwein (Lärmschutzbeauftragter von BW) sagt „Es gibt in Baden-Württemberg keinen Ort mehr, bei dem der Motorradlärm kein Problem darstellen…“ sollte das zumindest zu Denken geben. In England werden jetzt „Lärmradar“ aufgestellt, ich denke das die das nicht nur zum Spaß machen. Die Information dass iB. im Lech und Inntal aber auch in anderen Tälern in A + CH + I die Leute gegen Motorradlärm Sturm laufen bedarf nur wenig Aufwand um nachgegoogelt zu werden.
    Schauen sie auch mal hier rein:
    „https://timesofindia.indiatimes.com/city/chandigarh/rein-in-motorcycles-without-silencers-hc-to-district-court/articleshow/63836920.cms“, ich habe auch ähnliche Artikel aus Nepal, USA und anderswo, es ist also wirklich kein typisch deutsches Problem. Sagen Sie mir bitte falls sie mehr Input benötigen

    Und nochmals,auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Motorradlärm ist insoweit „anders“ als er bewusst auf Aggressivität getrimmt ist. Das unterscheidet ihn wesentlich von anderen Quellen wie Fluglärm, Zügen, LKW’s etc.
    (zur abschließenden Übung: Motorrad oder ‚Motorcycle‘ in Verbindung mit ‚Sound‘ googlen, nur mal so…)

    • Ein Motorradfahrer sagt:

      an Hermann:
      Nein, ich bin ich und nicht der ander. Ist aber durchaus bezeichnend, wenn sofort so etwas vermutet wird.

      Die 75% Frage ist die Frage, was man als Antwort bekommt, wenn man wie fragt .. cui bono …

      Ihr Minderheitenschutz ist exakt meine Meinung. Es sollen nicht einzelnen für andere büßen müssen. Geradee das wird aber auf dieser Webseite durchaus oft praktiziert und von den Initiativen gefordert (Zweiradverbot auf bestimmten Strecken). Wer denkt dabei an die nicht so betuchten, die mit dem Roller zur Arbeit fahren oder die anderen die anständig fahren mit dem sonstigen motorisierten Zweirad? Man könnte ja auf die Idee kommen, die A6 für LKW zu sperren, weil es dort auf manchen Abschnitten regelmäßig zu toten LKW Fahrern kommt, die zu dicht hintereinander her fahren. Macht man ja auch nicht.

      Mich stört mal wieder der Begriff „Lärmtrottel“, ich bin wahrscheinlich zu empfindlich, was solche Herabwürdigungen anderer angeht.

      Die Lärmradare sind mal ein Anfang um der wahren Lage nachzuspüren, ich hoffe, dass die Erkenntnisse auch wahrheitsgemäß ausgewertet werden und nicht den Erwartungen angepasst werden. Man erinnere sich … Geräte die PKW LKW und Motorräder zu unterscheiden vermögen stellten sich mit hoher Fehlerquote heraus. Das kam aber erst raus, als man Kontrollmessungen mit Video gemacht hat.

      • Hermann sagt:

        @Motorradfahrer

        Zitat:
        Nein, ich bin ich und nicht der ander. Ist aber durchaus bezeichnend, wenn sofort so etwas vermutet wird.

        Ich bin mir nicht sicher was Sie daraus schließen, was war ihrer Meinung nach mein (negativer ?) Grundgedanke um so etwas zu sagen ?
        ————————————————————

        „Die 75% Frage ist die Frage, was man als Antwort bekommt, wenn man wie fragt .. cui bono …“

        Ich denke meine Ausführung war deutlich breiter als die erwähnten
        75%. Sie benutzen diesen einen Punkt um pauschal alle anderen in den Müll zu werfen. In der Tat, cui bono !
        —————————————————————

        Zitat: “ Geradee das wird aber auf dieser Webseite durchaus oft praktiziert und von den Initiativen gefordert (Zweiradverbot auf bestimmten Strecken).“

        Ich verlange das nicht und für mich ist das auch keine Lösung. Ich will dass Motorräder sowohl klanglich wie auch lautstärkemässig sich nicht mehr Auto unterscheiden lassen. Beides sind Verbrennungsmotoren, warum sollen Motorräder eine Sonderstellung haben ?
        Niemand wird mehr von ‚den bösen Motorradfahreren‘ sprechen sondern nur noch vom Lärmproblem allgemein, ohne dass euch spezifisch noch jemand ans Leder will.

        ————————————————————

        Zitat: „Mich stört mal wieder der Begriff „Lärmtrottel“, ich bin wahrscheinlich zu empfindlich, was solche Herabwürdigungen anderer angeht.“

        Die Lärmgrenze die Kanada gesetzt hat sind 100dB(A). Wie nennen Sie Menschen die mit Geräten >100db, wenn gewollt auch mitten in der Nacht umherfahren, ‚liebe Mitbürger‘ etwa ?

        —————————————————————–

        Zitat: „Die Lärmradare sind mal ein Anfang um der wahren Lage nachzuspüren, ich hoffe, dass die Erkenntnisse auch wahrheitsgemäß ausgewertet werden und nicht den Erwartungen angepasst werden. “

        Warum wird dann speziell auf Motorrad(web)Seiten darüber gesprochen ?
        https://www.rideapart.com/articles/354468/uk-tests-noise-cameras-motorcycles/

        Auf der Webseite der Regierung(!) findet sich folgender Artikel:
        https://www.gov.uk/government/news/new-noise-camera-trial-to-crack-down-on-illegal-vehicles
        Der scheint -politisch korrekt- ursprünglich ihrer Logik zu folgen, je mehr man aber nach unten ließt wird klarer um wen es geht.

        Falls Ihnen damit immer noch nicht getan ist (und Sie etwas Französisch verstehen):
        https://www.ladepeche.fr/2019/07/27/ce-nouveau-radar-automatique-detecte-les-motards-qui-font-trop-de-bruit,8334360.php

        Im Klartext werden in der Schweiz jetzt ebenso Lärmradarsysteme aufgestellt. Der Titel lässt dabei keinen Zweifel um wen es dabei geht.

        Ach ja, wenn wir schon dabei sind: warum wurden in Deutschland die ‚Lärmpfosten‘ („Lärm + pfosten + Messung“ googlen) genau entlang beliebter Bikerstrecken aufgestellt ?

        Reicht das oder braucht es noch mehr Belege ?

        • Ein Motorradfahrer sagt:

          an Hermann:

          „Negativ“ stieß mir die Gleichsetzung auf, ich sei poste unter zwei Identitäten. Sowas liegt mir fern.

          75% … ich wollte auf den Umstand hinweise, dass man auf entsprechend formulierte Fragen entsprechend massiv gleichartige Antworten bekommt. So lange die Frage nicht offen liegt, ist Diskussion über das Ergebnis immer ein Fischen im leicht rüben, weil man nur das aggregierte Ergebnis sieht.

          Kanada .. kann ich nicht beurteilen, ob es so ist, aber: ich würde diese Leute trotzdem nicht als Trottel bezeichnen. Alle Fahrer von direkteinspritzenden BEnzinern ohne Partikelfilter emittieren irre Mengen Feinstaub, der den von Dieseln völliog in den Hintergrund stellt. Die Leute wissen das nicht mal bzw fahren ein legales Auto. Die als „Trottel“ oder sonstwas zu bezeichnen, kommt mir nicht in den Sinn.

          Bei den Lärmradaren … danke für die Berichte, aber die Anzahl der Berichte sagt nichts über die Seriosität oder Korrektheit oder … aus. Das sind keine „Belege“ an sich sondern dokumentieren nur, was wo wer tut. Ich bin trotzdem gespannt was rauskommt. Bei den Lärmpfostengeräten zumindest einer Firma weiß man inzwischen, dass sie nicht korrekt zuordnen können. Hoffentlich wird das berücksichtigt.
          Und wenn jetzt Widerspruch kommt wegen „Belege“ dann sollte man sich die Kriterien für ernsthafte wissenschaftliche Arbeiten ansehen (z.B den Lärmbericht aus BW – diese Wissenschaftler haben zumiondest methodisch sauber gearbeitet und es öffentlich beschrieben – wahrscheinlich kennt ihn deswegen kaum einer).

          Abstrakt gesehen könnte man sonst sagen, je mehr unbewiesener Anschein, desto mehr Beweis. Von der Justiz sind wir hoffentlich gaaanz weit entfernt.
          Sauberer Nachweis, da kann ich alles mitgehen. Aber wenns unsauber zugeht, da bin ich dagegen.

          • Der Redakteur sagt:

            Wir haben mittlerweile aus der Schweiz und aus Baden-Württemberg glasklare Nachweise, dass die Überabeitung der Norm 2016 das Gegenteil dessen gebracht hat, was Ziel war. Statt 2 dB weniger Lärm haben wir überbordenden Lärm links und rechts des Messpunkts. Das bestätigen auch die ersten aktuelle Ergebnisse des UBA in der TAZ – sauberer Nachweis aus drei Quellen nenne ich das. Nur leider ändert es nichts, weil die Motorradlobby aus Freelance-Journalisten, Fahrzeugindustrie und den Lärmliebhabern unter den Fahrern in puncto Norm auf europäischer Ebene in mafiösen Strukturen ganze Arbeit geleistet hat.

          • Der Redakteur sagt:

            Zitat „1 Motorradfahrer“
            „bei den Messgeräten zumindest einer Firma weiß man inzwischen, dass sie nicht korrekt zuordnen können…“
            Weiß MAN das? Quelle?
            Was ändert dass MAN das weiß, an der Tatsache, dass Menschen belästigt und geschädigt werden?
            Besonders abgesichts der Tatsache, dass die Belästiger ja nicht mit Konsequenzen für Ihr Handeln zu rechnen haben?

  17. Hermann sagt:

    @Fladimir

    Zitat: „Altes Muster: Es gibt natürlich wichtigere Themen auf der Welt, die davon ablenken könnten, dass hier Menschen belästigt, genervt und geschädigt werden.“

    Wenn Motorradlärm völlig unwichtig ist kann man ihn ja auch genausogut verbieten. Das dürfte auch niemand merken, schon alleine deshalb weil jeder gebannt nach Nordkorea schaut.

  18. Ein Motorradfahrer sagt:

    an Herrmann:
    Es geht mir persönlich darum, Hetze und Jagd auf Minderheiten zu verhindern. Das klingt erst einmal stramm, ist aber der eigentliche Kern. Störend empfinde ich wie anfangs beschrieben den „aufheizenden“ Duktus so mancher Beiträge etc und vermeiden will ich die damit von mir empfundene Gefahr von Aktionen von Hitzköpfen, korrekt. Geschrieben habe ich, weil ich ganz einfach meine Meinung kundtun will, sonst kommt man nie ins „Gespräch“.

    Am Begriff „unnötig“ stört mich nur die Wertung, die so oft damit verbunden wird und der Allgemeinheitsanspruch, der dabei für mich zu lesen ist. Es ging um „unnötige“ Motorleistung, nebenbei bemerkt. Das andere waren Beispiele für von mir persönlich für „unnötig“ empfundene Aktivitäten, die aber die Sache jedes einzelnen sind (obwohl ich per Saldo irgendwie das auch gesellschaftlich mittragen muss).

    Zum Punkt 1

    Ich halte zum einen die veränderten und die Klappenauspuffe für das tatsächliche Problem. Da letztere auch noch zulässig sind, sind sie im Massen vorhanden und werden ohne Nachzudenken benutzt. Das in den Griff zu bekommen ohne diejenigen zu treffen, die nicht daran beteiligt sind, ist die Kunst.

    Gleichzeitig versteh ich Ihre Beweggründe sehr gut. Ich wohne an einem Ort mit Fluglärm. Ganz konkret nicht direkt in sondern knapp neben der An- und Abflugschneise, je nach Windrichtung. Durch Veränderung der An- und Abflugrichtung hat sich die Lärmbelastung startender Jets vor einigen Jahren sogar noch erhöht. Die Politik ist aber entzückt von der wirtschaftlichen Bedeutung des regionalen Flugbetriebs und hält ihre Hand drüber. Mein persönlicher Ausweg: https://www.alpine-gehoerschutz.de/ – ohne Witz. Wochenends habe ich dann tagsüber den Betrieb der Flugschulen, die in Ballungsräumen nicht mehr fliegen dürfen (!) und die Fallschirmspringermaschine und die privaten Flugbewegungen etc. – ich weiß wie es sich anhört, ständig beschallt zu werden. Da es sich aber im Rahmen der Gesetze abspielt, muss ich mich damit so gut es geht einrichten und meine Maßnahmen für mich machen (Lärmschutz, geht „von oben her“ halt schwer), obwohl mein Haus zuerst da war. Ich seh für meinen Lärm keine Änderungschance, ich hoffe, Ihre Initiative kann für Sie eine Verbesserung bringen, aber eben ohne das „Mitverhaften“ der „leiser/en“, die nicht der Auslöser sind.

    • Reto sagt:

      Ich halte sowohl die Begriffe „Hetze“ und „Jagd“ als auch den Begriff „Minderheit“ hier für fehlgenutzt. Eine Minderheit ist ein numerisch geringerer Teil einer Gesamtheit, der sich durch personale oder kulturelle Merkmale von der Mehrheit unterscheidet (WikiP). Sie verkehren die Rolle der Belästiger in die Opferrolle.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Reto … ich lass mir nicht gerne Fehlverhalten vorwerfen wenn ich es nicht mache. Ich bin kein Belästiger, nicht mehr als Sie und andere auch. Ich fahren ein ganz normales Motorrad ohne Klappe etc. (und anständig…siehe weiter oben). Und Minderheit … ja, personales Merkmal = fährt Motorrad).
        Was ich als Hetze empfinde, hab ich oben erläutert und mit Beipsielen dieser Webseite erläutert. In den Kommentaren gibts auch Ansätze … „..trottel..“, „.. will anderen auf den Sack gehen…“). Jede Hetze fängt irgendwo an und hier bei den „dezenten Beleidigungen“ ist für mich eindeutig der Anfang.

        • Der Redakteur sagt:

          Sie sollten mal sehen, was ich hier an dezenten Beleidigungen und Provokationen von den Auspuff-Spacken rausfiltere.
          Das Wort Hetze ist doppelt codiert und nicht jede emotionale Äußerung bedeutet, dass man in Gruppen mit der Mistgabel einem „Sportfahrer“ hinterherrennt…
          Und genau das soll Hetze suggerieren analog: Diskriminierung von Minderheiten.

          • Ein Motorradfahrer sagt:

            Das kann ich mir vorstellen. So anonym zieht es sich leicht vom Leder.

            Die Grenze von emotionaler Äußerung ist bei uns beiden offenbar verschieden.

            Aber Hetze erzeugt Hass und fängt früh an .. „Gesamtheit unsachlicher, gehässiger, verleumderischer, verunglimpfender Äußerungen und Handlungen, die Hassgefühle, feindselige Stimmungen und Emotionen gegen jemanden, etwas erzeugen“.

            Dagegen will ich wirken, selbst wenn ich im Endeffekt nichts ausrichten können sollte. In dem Fall bleibt mir die Gewissheit: An mir lags nicht, ich hab die sachliche Auseinandersetzung gesucht.

  19. Ein Motorradfahrer sagt:

    an Reto

    Die Untersuchung des Umweltbundesamts in allen Ehren, aber was sagt das aus? Dass heute viel Verkehr ist. Und dass sich Leute davon gestört fühlen. Das sind Binsenweisheiten. Hat mit dem Thema „Motorradlärm“ weniger zu tun

    Direkt neben meinem Wohnort ist ein kleines Kaff. Dort wohnte man bis vor einigen Jahren sehr schön ruhig. Mangels Bus fuhr man mit dem Auto zur Arbeit – zusammen mit vielen an den Häusern anderer vorbei. Die fanden das auch nicht so erbaulich.
    Mittlerweile hat man eine Straße umgelegt und jetzt ist dort der Verkehr, der vorher wo anders war. Jetzt ist dort Unmut.

    Was soll ich davon halten? Alle fahren irgendwie ein Fahrzeug, wollen aber den Verkehr nicht bei sich haben?

    • Reto sagt:

      ich habe keine andere Argumentation erwartet….

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Natürlich. Haben Sie die „Untersuchung“ mal ganz angeschaut? Die Frage/Erhebungsart? Das sind sog. „repräsentative Umfragen“ mit all ihren statistischen Unzulänglichkeiten wenn „nur“ ca 2.000 Menschen befragt werden. Leider ist sie so gut auf den Seiten des UBA versteckt, dass ich sie nicht finden kann. Kennen Sie den Link zur Quelle? Dann diskutiere ich das gerne. Widergekäute Einzelzahlen nutzen nix.

        In der Pressemitteilung des UBA dazu steht zB auch „60% fühlen sich von „Geräuschen der Nachbarn“ beeinträchtigt.“ Das ist genauso eine Binsenweisheit. Irgendwann geht jeder Nachbar mit einem Lärm dem anderen auf den Seiher. Nur der Kontext der Befragung ist nicht veröffentlicht … oder ich find ihn nicht. Ich möchte mir schon selbst ein Bild machen.

        • Reto sagt:

          Stammtischniveau. Bockmist, Trumpscher, den Sie da verzapfen.

          • Ein Motorradfahrer sagt:

            Als trumpscher Proll auf Stammtischniveau erscheinen Sie mir, wenn Sie sich so äußern. Fällt ihnen kein besseres Niveau der Diskussion ein?

            Ich will nicht widerkäuen, was das UBA per Pressemitteilung einfach so schreibt und was einen gigantisch weiten Interpretationsraum gibt. So einfach „glaube“ ich nicht, ich will es schon genauer sehen und meine Meinung an die von da erhobenen Daten halten. Damit will ich rausbekommen, wie die vermutlich reale Lage ist und nicht irgendwelchen Interessen gesteuert nachrennen.
            Wenn Sie nicht mehr Niveau der Auseinandersetzung drauf haben, wäre das sehr bedauerlich. Andererseits spräche es Bände.

            Wenn Sie also Zugang zu der Quelle der zitierten Untersuchung haben: nur her damit.

    • CC sagt:

      GHJ sagt:
      „ … man spricht nicht über dieses Thema (Motorradlärm) weils es für den Großteil der Bevölkerung kein wichtiges Thema ist…“
      Die repräsentative Untersuchung des Umweltbundesamts sagt das Gegenteil.

    • Reto sagt:

      Es ist ein Unterschied ob Sie ein „Fahrzeug“ fahren oder einen Proll-AMG oder eine Klappen-BMW. Die Leute stört der Lärm – und uns besonders der unnötige/mutwillige/ADHS-Anteil daran.

    • Rainer Rau sagt:

      Was „nötig“ ist oder nicht, ist in vielen Fällen bei unserer Bevölkerungsdichte schon lange nicht mehr Sache des Einzelnen – der findet Rauchen im Restaurant immer noch für nötig. Warum sollte ein Problem nicht beseitigt werden, obwohl es noch andere gibt? Sollte man Zahnschmerzen weiter ertragen, obwohl man einen verstauchten Fuß hat? Ich weiß nicht, ob ich etwas missverstehe, finde aber Ihre Argumentation gegen unsere Bemühungen um Normalität im Straßenverkehr bei Ihrer Betonung auf „stört mich auch“ usw. recht merkwürdig.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Lach …merkwürdig find ich manche Dinge hier auch. Nur – wer entscheidet denn, was „nötig“ ist?

        Nein, ich bin durchaus ihrer Meinung. Suchen Sie sich eine Mehrheit zusammen und lassen sie auf demokratische Weise das Motorradfahren verbieten. Das ist ein demokratischer Vorgang, der dann für alle gilt.

        Ansonsten drehen wir uns im Kreis mit den Argumenten…

  20. Volker Müller sagt:

    Hallo Zusammen,
    ich bin selber Motorradfahrer und stelle fest, dass sei 2009 die Anzahl der lauten Auspuffanlagen zugenommen hat.
    Daher kommt doch der ganze Mist mit den Streckensperrungen etc..
    Warum können wir nich gegenseitig auf einander Rücksicht nehmen?

    Ich habe noch einen originalen Auspuff an meiner Harley.
    Dennoch gehen mir die Kollegen mit Ihren lauten Maschinen auf die Nerven.
    Aber deswegen aller verteufeln??
    Wenn ein paar Dummheiten machen, gleich alle bestrafen? Nein, es gibt auch vernüftige Motorradfahrer.
    Warum nicht hier mehr Messungen an den Hotspots machen?
    Warum nicht Geldstrafen ab 2000 Euro und eine Stilllegung des Fahrzeuges bis November??

    Ich denke der Gesetzgeber ist hier gefordert, aber die haben ja mehr mit anderen Dingen zu tun.
    Und wie man jetzt wieder aktuell am Klimaschutz sieht hauen die auch lieber überall drauf anstatt mit Hirn und Verstand an die Sache ranzugehen.

    • Rainer Rau sagt:

      Ich weiß nicht, wieviele Kommentare sie hier gelesen haben, aber es werden keineswegs „alle“ verteufelt. Wenn auch der Stress zu deutlichen Worten führt, ist doch klar, wer gemeint ist.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Warum werden dann pauschale Streckensperrungen für alle gefordert? Damit haut man „alle“ in die Pfanne, teilweise sogar Anwohner auf 2 Rädern.

        • Rainer Rau sagt:

          Nicht von mir. Aber auch wenn es nur um die Unerträglichen ginge, wären es FAST alle.

          • Ein Motorradfahrer sagt:

            Na kommen Sie, hier auf dieser Webseite wird die Streckensperrung für alle 2Räder so bejubelt und beworben …

            Ich bin schon neugierig, auf welcher Strecke „fast“ alle „unerträglich“ sind. Rein schon daher, um herauszufinden, wie andere welche Geräusche empfinden.

            Nach den mir zugänglichen Studien und was hier teilweise auch gesagt wurde, liegt es auch am speziellen „agressiven“ Sound, den manche Fahrzeuge offenbar bei manchen Menschen hervorrufen. Nach meinem Kenntnisstand scheint da auch einer der gründe zu liegen. Steht schon in der Studie zu Motorradlärm drin, die das Land BW beauftragt hat. Dort haben die Wissenschaftler den Unterschied zwischen technischer Lautstärke und dem „empfundenen Geräusch/Sound/Lärm“ (der in sone ausgedrückt wird) herausgearbeitet. Leider hat das bislang noch niemand weiter ausgearbeitet und weiter erforscht.

            Irgendwo dort liegt vermutlich auch die Ursache, dass meine alte BMW als „nicht störend“ empfunden wird (die die ich befragen konnte), obwohl sie ein Standgeräusch von 102 dB im Schein stehen hat, ein Fahrgeräusch von 89 dB (natürlich sind die Werte nicht vergleichbar, weil sie völlig unterschiedlich erhoben wurden, sogar mit verschiedenem Abstand).

  21. Matthias sagt:

    Volker Müller schrieb:

    Warum nicht hier mehr Messungen an den Hotspots machen?
    Warum nicht Geldstrafen ab 2000 Euro und eine Stilllegung des Fahrzeuges bis November??

    Ich denke der Gesetzgeber ist hier gefordert, aber die haben ja mehr mit anderen Dingen zu tun.

    Genau so würde funktionieren und dann wäre Ruhe (im wahrsten Sinne des Wortes)!
    Aber unsere Politiker/Gesetzgeber versagen hier auf ganzer Linie. Ich weiß wovon ich rede. Habe schon mit einigen Kommunal- und Bundestagsabgeordneten ausführlich gesprochen. Da kommt nur „bla, bla, blubb“. Die haben alle die Hose voll vor der entsprechenden Lobby der Auto- und Motorradlärmer.
    Darunter zu leiden haben die vernünftigen und rücksichtsvollen Fahrer und vor allem wir Anwohner. Früher war es „nur“ am Wochenende schlimm; inzwischen die ganze Woche. Spätestens um 16 Uhr geht es auch unter der Woche los mit den gehirn- und rücksichtslosen Rasern und Lärmern. Hauptsächlich Motorräder, aber inzwischen auch immer mehr manipulierte Autos. Die fahren an so einem Abend unbehelligt zig Kilometer und nerven tausende von Anwohnern.
    Aber jede Gemeinde muss einen Lärmaktionsplan vorlegen (Vorgabe der EU) und diesen für viel Geld umsetzen. Da werden dann Tempo-30 Abschnitte eingerichtet. Aus diesen Abschnitten fahren dann die Lärmer raus, dass die Tassen wackeln. Grüße aus Absurdistan.
    Ich hoffe einfach, dass die Geduld der Geschädigten bald mal überstrapaziert ist und sie die Sache selbst in die Hand nehmen. Auf die Politik und entspr. Gesetze zu warten ist vergeudete Lebenszeit !

    • Ein Motorradfahrer sagt:

      „..Ich hoffe einfach, dass die Geduld der Geschädigten bald mal überstrapaziert ist und sie die Sache selbst in die Hand nehmen. Auf die Politik und entspr. Gesetze zu warten ist vergeudete Lebenszeit !“

      Suoer. Einfach super. GENAU so soll sich „das gesunde Volksempfinden“ Bahn brechen? Einfach super. Nix gelernt aus der Geschichte, der Welt um uns herum etc.

      Mannmann .. der Absatz wäre wahrlich nicht nötig gewesen!

      Die Politik hat sich einseifen lassen und bei den ersten Klappenauspuffen nicht reagiert. Aber nicht nur da. Das Problem an den Klappen ist, dass sie formal legal sind. Man könnte sie ebensogut als „defeat device“ verbieten, wenn man wollte.

      • Der Redakteur sagt:

        … was mir ganz gehörig auf den Sacke geht sind die dämlichen Assoziationen Richtung Vergangenheit. Nicht jeder, der seine Sache in die eigene Hand nehmen will, zieht mit dem Strick los – oder der Ölflasche. Es kann auch sein, er gründet eine Bürgerinitiative.

        • Rainer Rau sagt:

          So, wie die, um die es hier geht, sich verhalten, können die sich wahrscheinlich nur „radikale“ Reaktionen vorstellen – so radikal wie ihre eigene Selbstdarstellung.

      • Rainer Rau sagt:

        Der ganze Krach bis jetzt an diesem Wochende, der dazu zwingt, die Fenster geschlossen zu halten und den Blutdruck in die Höhe treibt, wäre auch nicht nötig gewesen – und es ist noch lange nicht vorbei! Beschwerden über krankmachende Missstände mit den Hirnis unserer Vergangenheit zu vergleichen ist schon reichlich unverschämt. Das passt zu den Tausenden von Totenkopf-Tshirtträgern mit ihrer panzermäßigen Lärmentwicklung eher wie die Faust aufs Auge – Sowas, schon wieder ein Aufruf zur Gewalt. Mannmann!

  22. Ein Motorradfahrer sagt:

    …. gut, dass Sie das erwähnen. Ihre abschätzigen Bewertungen der Meinung anders Denkender („… dämlichen Assoziationen…“) und die auszugsweise Sichtweise lassen den Schluss auch ganz leicht zu. Respekt vor Menschen mit abweichenden Meinungen spiegelt dieser Kommentar nicht wider, ganz im Gegenteil.

    Wie soll ich es werten, wenn Sie es als „dämlich“ empfinden, wenn ich den Satzteil „..Auf die Politik und entspr. Gesetze zu warten ist vergeudete Lebenszeit !“ so interpretiere als wie er erscheint: Aufruf zum Handeln auch außerhalb der Gesetze.

    Wenn Sie erwarten, hier entweder unisono mit Gleichgesinnten über das gemeinsame Thema räsonieren zu können oder einen evtl. Kommentar eines heißblütigen Rennfahrers der „Seite mit anderen Ansichten“ plattmachen zu können, dann kanns nun mal passieren, dass sich Biker auch sehr reflektiert zu Wort melden, die sich, ihre Würde und ihre Ansichten nicht in der hier gezeigten Art und Weise einfach an die Wand nageln lassen.

    • Verena sagt:

      Es ist ein Unterschied zwischen Andersdenken und Schädigen/Belästigen. Und Sie versuchen hier ständig Belsätigen unter das Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit/ des Minderheitenschutzes /der Menschenwürde zu packen. Das ist leider allzu durchsichtig.

      • Ein Motorradfahrer sagt:

        Ich bin der Meinung, das ein anständig + normal bewegtes klappenloses Motorrad keine größere Belästigung darstellt, als jedes andere Fahrzeug.
        Ich versuche rüberzubringen, dass ich gegen das pauschale alle-Zweiradfahrer-sind-Belästiger bin. Damit wird Fehlverhalten einiger (den gedankenloser Klappenbenutzer und den gedankenlosen „Erfindern“ und“Genehmigern“ derselben) anderen zugerechnet, die sich nicht „falsch“ verhalten.

        Dagegen wehre ich mich und mache das auch m.E. ausreichend deutlich.
        Was soll ich dann davon halten, wenn mir ständig was anderes unterstellt wird oder sogar andere Wendungen untergeschoben werden sollen? Oder unter zwei Identitäten zu posten? Oder subversiv zu formulieren („anständig“)? Oder auf niederes Niveau abzusinken („… Bockmist, trumpscher, den Sie da verzapfen….“) wenn einem offenbar nichts anderes dazu einfällt?

        Denken Sie wirklich mit allen Beiträgen will ich die Klappenfraktion in Schutz nehmen? Dann wundert mich nichts mehr auf dieser Seite.

        Was ist denn für Sie „belästigen“?

  23. Rainer Rau sagt:

    Den ersten Satz unterstreiche ich dreifach! Der gilt auch für die entsprechenden Autos. Der Rest spricht zum Teil dafür, dass ich und andere anscheinend missverstanden werden WOLLEN. Haarspaltereien über „falsch, anständig, belästigen, nötig“ usw. führen zu Rückschlüssen. Die Vorstellung, zu welchen, überlasse ich Ihnen.

    • Ein Motorradfahrer sagt:

      Nein, ich gehe lediglich auf Ihre und die anderen Argumente ein, nehm sie beim Wort und dort wo ich sie so nicht teile, sag ich das auch. Auch wenn „Argumente“ aus meiner Sicht keine sind (siehe oben ..“Belege“…) dann versuche ich das auch zu begründen im Detail. Auch und vor allem, wenn verdreht wird (siehe bei „Verena“ oben – da wird eine Kausalkette dargestellt, die so nicht von mir aufgestellt wurde und mir angedichtet).
      Sind das dann „Haarspaltereien“ oder absichtliche Missverständnisse?

      Die Frage nach „Belästigen“ war ernst gemeint – wie soll ich ernsthaft drauf eingehen, wenn das Wort in dem Zusammenhang mehrdeutig ist und ich nicht erkenne wie es der Sender meint? Ich frage, bevor ich urteile. So einfach ist das.

      Wahrscheinlich ist dieses Kommentarteil nicht das richtige Format für so einen Austausch, das kann auch sein.

      • Der Redakteur sagt:

        Beispiel für Belästigung „Sport-Hotspot“:
        Belästigen ist, wenn Sie in den Garten möchten und Wochenendruhe genießen und 500 Meter entfernt turnen auf einer Landstraße drei Kollegen auf leistungsstarken Motorrädern 20 Mal durchs Kurvenparadies. 150 Meter Beschleunigen als ginge es um die WM, dann hinter einem Auto um die Kurve, dann wieder aufreißen und überholen bis zum nächsten Überholopfer. Da sind 500 Meter bei entsprechender Ausstattung der Maschienen gar nichts. Und mal sind es drei, mal sind es 15 – aber immer hört es sich an wie Nürburgring direkt im eigenen Garten. Dank Hitzewelle verschiebt sich das ganze auch mal Richtung 21-22 Uhr. Dann müssen Sies Fenster zumachen, wenn sie ein Gespräch führen wollen oder Fernsehen. Oder falls die Kinder schlafen sollen.
        Der „Rundkurs-Hotspot“ sieht anders aus. Da fahren in manchen Stunden 250 vorbei – da machts die Menge und dass 30 % mit Klappen und EU-ABE „legal“ dabei sind.

        Und die Belästigten sitzen da und diskutieren mit Ihnen über Dezibel und Diskriminierung von Minderheiten. Und dass es auch anständige Fahrer gibt. Ich war erst auf einem Motorradtreff und habe mit allerhand Volk geredet. Da nehmen alle Rücksicht und gleiten im 5. Gang durch Ortschaften – aber der Sound gehört natürlich dazu, wenn da niemand wohnt. Und der Klappenauspuff hat 2500 Euro gekostet. Und für die Eifel der DB-Eater rausgemacht. Im Fernsehen war ja unlängst zu sehen, dass das 30 Euro und ein mahnendes Wort kostet, wen man ihn zufällig im Rucksack hat.

        • Rainer Rau sagt:

          Ob DAS die Mühe wert war – ich glaube nicht. Jemandem etwas zu erklären, was er ohnehin kennt, bringt nichts außer Stoff für unsinnige Diskussionen und Provokationen. Jeder, der dieses Forum kennt, weiß genau Bescheid. Die Opfer versuchen, aus der Machtlosigkeit herauszukommen, die Täter versuchen, sich als Opfer darzustellen. Nur wieder ein Neuer nach dem alten Muster, vielleicht hatte er eine „schwere Kindheit“ – „Not worth the powder“!

          • Der Redakteur sagt:

            Das mit der schweren Kindheit ist ein neuer Aspekt. Aber gut! Hihihi!

          • Der_besorgte_Biker sagt:

            Allgemein: Zum Anfang der Diskussionen dachte ich, das sei ein interessantes Thema. Ja, man bekommt nur noch laute Karren zu kaufen. Ich schrieb, dass ich mich für eine Triumph interessiere, jetzt nicht mehr. Warum? Durchschnitt 95db, fällt aus. ABER, das ist unwichtig. Ich habe, wie viele andere auch, eine recht ruhige Maschine, aber, wir sind die TÄTER, stimmts? Oder anders, gerade ist der Nachbar mit seiner alten ETZ250 los gefahren. Und da ALLE einen brüllend lauten Klappenauspuff ohne db eater haben, da fielen soeben bei allen Nichtbikern die Glasscheiben raus. Was will ich sagen? Mich piept diese Alle mit Motorrad sind Verbrecher Diskussion an. Es gibt nur schwarz und weiß, keine Zwischentöne. Und das eigentliche Thema ging komplett unter. Schade. Ich jedenfalls habe meinen letzten Beitrag dazu geschrieben. Zum Glück, nicht wahr? Einer dieser Verbrecher mit seiner 88db Virago weniger in unserem schönem Forum…. Und ja, noch etwas. Meine Nachbarn sagen, wenn etwas zu laut ist. Die MZ meines Nachbarn und meine Virago gehören nicht dazu, bisher.

  24. Hermann sagt:

    @ Besorgter Biker
    Ich denke dass das was Sie hier erleben einfach nur Ausdruck dessen ist, dass die Nerven inzwischen blank liegen.
    Motorradlärm ist absichtlich so ‚konstruiert‘ dass er wahrgenommen werden soll. Ich bin davon überzeugt dass inzwischen mehr als 80% der Motorräder deutlich lauter sind als technisch notwendig.
    Leider -und da gebe ich Ihnen recht- werden damit auch die wenigen ‚Anständigen‘ unter diese Kategorie eingeordnet. Versetzen Sie sich aber auch bitte ‚mal in die Lage der Lärmgeschädigten: Angenommen sie würden in 90% ihrer Einkäufe irgendwie übers Ohr gehauen werden, wären Sie dann wirklich frei vom Gedanken „Alle Verkäufer sind Betrüger“ ?
    ————————————————————–

    @ Motorradfahrer
    ich nehme hier Ihren Post:
    https://motorradlaerm.de/ivm-die-hersteller-und-heuchler/#comment-49020
    wieder auf da er sonst zuweit im Strom zurückliegt und untergeht.

    —————————————————————-
    Zitat: „„Negativ“ stieß mir die Gleichsetzung auf, ich sei poste unter zwei Identitäten. Sowas liegt mir fern.“
    ——–
    Es war ein Fragezeichen hinter der „Gleichsetzung“, der Stil erschien mir ähnlich, das war alles.
    Ihre Reaktion diesbezüglich hat aber wohl einen Beißreflex ausgelöst und ich kann mir die Retourkutsche „Dass sag auch etwas über Sie aus“ nicht ganz verkneifen.
    ———————————————————————

    Zitat: „75%“ …
    ———–

    Offen gestanden bin ich der 75% Fixierung etwas müde. Ich denke ich habe mehr geliefert, vielleicht dazu etwas mehr am Ende meines Posts.

    ——————————————————————-

    Zitat: „Kanada .. kann ich nicht beurteilen, ob es so ist, aber: ich würde diese Leute trotzdem nicht als Trottel bezeichnen.“ …“ Die als „Trottel“ oder sonstwas zu bezeichnen, kommt mir nicht in den Sinn.“
    ———–

    Es ehrt sie, dass sie ihre Peiniger nie mit verbalen negativen Begriffen belegen würden (falls dem wirklich so ist, ist dieser Satz durchaus ernst gemeint).
    Ich denke nicht, dass ich ein verbal ausfallender oder vulgärer Mensch bin, aber es gibt für mich durchaus Fälle wo der Rubicon überschritten wird und ich mir eine etwas deutlichere Wortbildung anmaße. Offensichtlich sind wir hier verschieden gestrickt.
    ——————————————————————-

    Lärmradare:

    Ich bin etwas sarkastisch dazu geneigt zu sagen dass sie hier (endlich) argumentativ werden.

    Sie erwähnen den „Lärmbericht aus BW“. Eine kurze Anmerkung dazu: ich schätze es in solchen Diskussionen wenn Behauptungen durch Quellenangaben untermauert werden. Ich kann also nur vermuten, daß Sie diesen: „https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mensch-umwelt/laermschutz/laermquellen/motorradlaerm/“ Bericht meinen.
    Wenn Sie sich diesen Bericht (des Landes BW !) aber um die Minute 1:30 wirklich angehört haben, verstehe ich nicht wie Sie auf Ihre Behauptung, dass Motorräder im Grunde nicht auffallend laut wären, kommen.

    Nach mehreren Versuchen will ich nochmals mit anderen Worten versuchen die Problematik aus meiner Sicht nahe zu bringen:
    Die meisten Motorradfahrer die ich kenne behaupten in den vielen Diskussionen die ich mit Ihnen hatte „mein Motorrad ist nicht besonders laut“. Wenn sie den Bock dann aber anlassen haut es glatt den Papagei von der Stange. Offensichtlich besteht hier ein wesentlicher Unterschied zwischen Fremd und Selbstwahrnehmung.

    Nun können Sie natürlich ja theoretisch einwerfen: Na vielleicht liegt’s ja an Ihnen (also an mir). Tatsächlich ist meine Samplingrate nicht gross genug um damit allgemeingültige Aussagen zu machen, aber auf meine Links hin die klarmachen dass inzwischen Motorradfahrer weltweit nerven hätte ich dennoch gerne eine Antwort auf die Frage „Warum ist das so ?“ die jenseits der ‚75% Diskussion‘ angesiedelt ist.
    Ich denke es bedarf schon ein gerütteltes Maß an Verschwörungsdenken um zum Schluß zu kommen dass eine weltweite Konspiration gegen (die armen) Motorradfahrer vorliegt.
    Schon klar, wenn mein sein eigenes, lautes Motorrad als ‚Musik‘ wahrnimmt tut man sich schwer zu verstehen, dass andere davon schlicht genervt sind. Da gilt die alte Regel: „l’enfer c’est les autres“.

    Nun zu ihrer Kritik über die Messmethoden: Ich gebe Ihnen sogar ein Stück weit recht, allerdings aus einem anderen Blickwinkel heraus.
    Die Basis für meine Argumentation ist ausgerechnet ein Artikel in ‚Motorradonline‘
    https://www.motorradonline.de/ratgeber/alles-zum-thema-motorradlaerm-motorraeder-werden-lauter-wahrgenommen-als-autos/

    dem man wohl kaum (Verschörungstheoretiker ausgenommen) motorradfeindliche Presse unterstellen kann.

    Dort heist es unter dem Titel „Motorradgeräusche lästiger als Pkw-Geräusche“ (implizites Fragezeichen)…
    „Wohl kaum, denn die Normen für Geräuschemissionen werden immer weiter verschärft“.

    Schön, aber vielleicht lohnt es sich dazu zum Beispiel diesen Artikel: „https://www.beobachter.ch/strassenverkehr/motorrader-der-larm-bschiss“ zu lesen. Tja, dumm nur, die Jungs (Prüfstelle der Berner Fachhochschule) haben echt gemessen.

    Darf’s noch etwas mehr sein ? Klar, hier:
    https://www.beobachter.ch/strassenverkehr/tofflarm-die-larmgrenzwerte-sind-reine-theorie
    Wiederum wurde diesmal nachgemessen, Ergenbis: Die (modernen) Pötte zugelassen nach der neusten Euro-4 Norm wären noch nicht einmal durch die vorherige angeblich laschere Euro-3-Norm gekommen. Soviel zur ‚immer strengeren Regelungen‘ und den angeblich leisen Motorrädern.

    Dann geht es weiter mit:
    „Grundsätzlich sind Motorräder im Straßenverkehr gar nicht lauter als Autos, sondern eher leiser, jedenfalls in Sachen Pegel. Eine Studie zum Thema Motorradlärm im Auftrag der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg kam im Jahr 2010 zu dem Schluss, dass bei gleicher Geschwindigkeit der Emissionspegel von Motorrädern und Pkws etwa gleich hoch liegt.“

    Klar, dass keine Quellen dazu angegeben werden, aber in dem Link des Landes BW den ich oben genannt habe wird ab der Minute 2:30 etwas ganz anderes gesagt, komisch nicht ?

    Dann kommt der für mich relevanteste Teil, denn es heist:

    —–
    „Denn es ist nicht der Schallpegel an sich, der stört, sondern die subjektiv empfundene Lautheit, die sich in psychoakus­tischen Messungen feststellen lässt. Motorradgeräusche werden der zitierten ­­Studie zufolge als deutlich lauter und damit lästiger empfunden als Pkw-Geräusche – bei 100 km/h sogar als doppelt so laut, obwohl der Schallpegel der gleiche ist. Musikwissenschaftler der Uni Wien ­kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. Motorradgeräusche, so stellten sie in einer psychoakustischen Untersuchung fest, werden als besonders lästig wahrgenommen, weil sie „eine hohe Lautheit mit starkem Energiegehalt bei zwei bis vier Kilohertz, eine klangfarbliche Schärfe und ausgeprägte Rauigkeit“ aufweisen.“
    —-
    Dieser durchaus wichtige (und richtige !) Sachverhalt wird dann lakonisch mit dem Satz:
    „Es geht also vor allem um die Frequenz und die Klangfarbe des Motorradsounds. Daran können Motorradfahrer nichts ändern …“
    quittiert.

    Himmelarschundzwirn, Motorradfahrer können also nichts dafür, wahrscheinlich mit dem Argument dass diese eben so von den Herstellern verkauft werden. Der Hersteller sagt: Die Kunden wollen dass so (sagen Sie mir bitte falls Sie zu dieser Aussage Belege brauchen). Die ganz Findigen schließen den Reigen mit „Motorräder müssen konstruktionsbedingt einfach lauter sein“ ab.
    Jeder schiebt also dem anderen den schwarzen Peter zu und zum Schluß ist niemand mehr dafür verantwortlich. Klasse !

    Zurück zur ‚klanglichen Schärfe‘, denn hier liegt für mich der Hund begraben:

    Motorräder werden wie PKW’s mit den (gleichen) Verbrennungsmotoren betrieben. Warum sind dann aber letztere und i.B. die historisch als ‚laute Nagler‘ beschriebenen Diesel heute ohne ‚klangliche Schärfe‘ unterwegs -im Gegensatz zu Motorrädern ? Ich gebe Ihnen meine Antwort: Weil es so gewollt ist, genauer „weil es der Kunde so wünscht“ (und der Gesetzgeber es zulässt). Haben Sie eine bessere Erklärung dafür ?

    D.h. selbst wenn der Artikel Recht hätte und Motorräder nicht lauter wie PKW’s wären (meine eigenen Messungen widersprechen übrigens dieser Aussage diametral) ist dies noch nicht das wahre Problem. Es ist wie im Artikel ansatzweise genannt die Klangstruktur die beabsichtigt(!) (fast) die ganze Schallenergie in ein enges Frequenzband bündelt, welche den Schaden anrichtet.
    Ein Geräusch wie das sog. „Weiße Rauschen“ wo die Schallenergie über ein weites Spektrum verteilt wird (Bach und Windrauschen wären dazu klassische Beispiele) können sogar als angenehm empfunden werden. Ich selbst habe einen Wildbach im Garten und wenn ich außer Haus bin ‚fehlt mir“ sogar sein Gurgeln und Säuseln.

    Zusammengefasst gebe ich Ihnen in soweit Recht, dass die heutigen Messprotokolle nach dB(A) ein schlechter Witz sind. Offensichtlich fehlt es selbst in „Expertenkreisen“ an Kompetenz.
    Ich hätte noch viel dazu zu sagen i.B. was das „scharfe Klangbild“ im Ohr anrichtet, was intermittierende (Knall)Geräusche bewirken…, aber lassen wir das, ich habe auch noch andere Dinge zu tun.

  25. Ein Motorradfahrer sagt:

    an Hermann

    Zuerst meinen Dank für diesen angenehmen und fundierten Beitrag und auch dafür, dass Sie sich die Arbeit gemacht habe.

    Ja, in meinem Posting meinte ich diese Studie, aber nicht den dazu gemachten zusammenfassenden Bericht. Probieren Sie mal https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/documents/10184/357304/abschlussbericht_motorradlaerm.pdf/0b9f5893-bfd8-49ac-9570-a78cfda5d3fe (genau so) oder geben Sie auf der Seite in der Suche „Motorradlärm“ ein, die seiteninterne Suche findet den Bericht dann. Er ist aber sehr sperrig zu lesen.

    Die ganzen Berichte darüber sind mE. mehr oder weniger für die Katz‘, denn sie sind für eine der beiden Seiten gemacht und beleuchten das Thema daher nicht ausgewogen oder gar fundiert genug. Viele sind auch einfach falsch. Oder halt voneinander abgeschrieben. Es will sich vermutlich auch kaum jemand damit eingehend beschäftigen. Fahrverbot-fertig.

    Ich meinte übrigens die klappenlosen serienmäßigen Fahrzeuge, die m.E. nicht lauter als PKW sind, wenn sie anständig im Rahmen der Straßenverkehrsordnung bewegt werden (Autobahn ausgenommen, das werden die auch laut wie aller Verkehr bei Nennleistung, aber das hatten wir ja schon).

    Jedoch ist bei der pseudoakustischen Bewertung das Empfinden eben wieder der heiße Punkt. Würde jede der Seiten Probanden bereitstellen, ich wette, dass die ermittelten Schwellen ganz anders aussehen würden. Das macht die Sache so schwierig und ist geeignet, ganze Gruppen gegeneinander aufzubringen, weil eine Wertung stattfindet, die auf ähnlicher Basis jede Seite für sich beansprucht. Wie man das wirklich ordentlich in den Griff bekommen will, kann ich in unserer gesellschaft nicht erkennen.
    Da wird dann im Endeffekt das Ruhebedürfnis des einen gegen den des anderen aufgerechnet. Muss einer Straßenverkehrslärm (mit welchen Anteilen Motorrad-LKW etc) eher dulden als Industrielärm oder Fluglärm (welcher? Ich habe hier wie irgendwo oben beschrieben den zivilen Spaßverkehr der Fallschirmspringer und auch den Rettungshubschrauber, der im direkten Bereich meines Hauses immer in Höhen unter 200m, oft auch noch niederer drübergeht, weil er auf dem keinen km entfernten Krankenhaus landen will. Auch wenn es wahrscheinlich sozial geächtet würde, gerade der ist extrem störend (laut wie die Sau und die Abgasschleppe ist bei der Flughöhe auch nicht zu verachten). Ich ärgere mich drüber, gleichzeitg ist da aber auch meine soziale Bremse, die es mich hinnehmen lässt, weil ich es bewerte (meinen Nachtschlaf oder Ruhe gegen den Unglücklichen, der da oben gerade Hilfe bekommt (die übrigens nicht bewertet wird sondern stattfindet). Der Mops bin halt ich in dem Moment. Die Fallschirmspringer gehen ihrem Hobby nach, ich maße mir nicht an darüber urteilen zu wollen, hätte halt nur gerne etwas mehr gerechtere Verteilung der Anflugstrecke. Der ist sonst nicht lauter als der Laubbläser oder Rasenmäher der Nachbarschaften…

    Das illustriert den großen Konflikt um solche Wertungen (wobei ich jetzt den Bogen im Gedankengang rund habe – ironischerweise bin es gerade ich der das für sich ganz persönlich reklamieren kann, ich weiß nicht wie es meine Nachbarn tun. Mehr kann ich nicht schreiben, weil ich dann noch leichter identifizierbar wäre als sowieso schon. Ich denke ein guter Recherchierer könnte herausbekommen, wer ich bin, er möge sein Geheimnis für sich behalten und mich vor den Wirrköpfen bewahren, sondern mir eine email schreiben, dann könnten wir vielleicht mal 1:1 diskutieren.

    Und ja, es kann jeder etwas tun, ganz einfach mit der rechten Hand oder dem rechten Fuß. So wie man abends draußen nicht mehr rumbrüllt oder Rasen mäht kann man auch leise fahren. Das würde wahrscheinlich reichen. Leider nimmt das auf allen Ebenen immer mehr ab.

    Jetzt ist der Beitrag sehr lang geworden und es gäbe noch viel zu diskutieren, ich lass es jetzt mal gut sein bis auf den letzten Satz, da sage ich die Experten wissen das, aber man will verkaufen wie so oft …

    • Der Redakteur sagt:

      Zitat „Ein Motorradfahrer“:

      „…Ich meinte übrigens die klappenlosen serienmäßigen Fahrzeuge, die m.E. nicht lauter als PKW sind, wenn sie anständig im Rahmen der Straßenverkehrsordnung bewegt werden (Autobahn ausgenommen, das werden die auch laut wie aller Verkehr bei Nennleistung, aber das hatten wir ja schon).“

      Da liegen Sie meines Erachtens daneben, weil Sie den Beschleunigungslärm vernachlässigen. Einige Motorradfahrer neigen dazu, den Hahn bei möglichen und unmöglichen Gelegenheiten aufzureißen – und wenn auch nur wegen 50 Metern. Die entstehende Sägezahnkure wird für Anwohner zur Nervensäge – und zwar gerade abseits der Autobahn. Diese Fahrweise macht auch klappenlose Kräder laut. Im übrigen ist das ein Fahrverhalten, das beim Auto seltener vorkommt – hier eher in der Poserszene.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.