Populistischer Meinungsbeitrag…

Link zum Original hier.

Zehn Jahre hat der Spiegel das Thema eher totgeschwiegen, jetzt wird gleich dreifach auf Motorradlärm eingegangen. Zu zwei Dritteln ehrt uns das, denn das war sauberer, abwägender Journalismus. Auf das andere Drittel möchte ich eingehen, denn hier pflegt ein Motorradfahrer sein persönliches Interesse und nutzt seinen Job als Mitarbeiter im Brüsseler Korrespondentenbüro, um mit einem Kommentar im Mobilitätsressort sein Mütchen zu kühlen. Aus der Forderung des Bundesrats, temporäre Streckensperrungen als ultima ratio gegen anders nicht zu beruhigende Hotspots zu ermöglichen, konstruiert er ein allgemeines Feiertags- und Wochenendfahrverbot gegen motorisierte Zweiräder, solange sie von einem Benzin-Motor angetrieben werden. Das sind populistische Methoden, die im Journalismus auch in einem Meinungsbeitrag keine Rolle spielen dürfen.

Becker-Kommentar: Den „mächtigen Anwohnerinitiativen“ auf die Finger geschaut. Ausriss aus: Spiegel Online.

Spiegelredakteur Markus Becker wirft all jenen, die gegen den unnötigen und mutwilligen Lärm kämpfen, Ignoranz, Intoleranz und Heuchelei vor. Der hier mißbräuchlich verwendete Toleranzbegriff begegnet mir im Zusammenhang mit Motorradlärm häufig – wenn auch relativ selten aus dem Munde eines Geisteswissenschaftlers. So formuliert Becker die Forderung an die Belästigten, Geschädigten und seit Jahrzehnten von der Politik und Polizei mißachteten, doch bitte gute Miene zum bösen Freizeitspiel seiner lärmenden Freunde zu machen. Toleranz also den Schädigern gegenüber, die lautes Gerät kaufen oder lautes Zubehör anschaffen? Lärm ist laut WHO das Umweltgift mit der zweithöchsten Krankheitslast.

Becker predigt außerdem – ganz mit der Fahrzeugindustrie – dass 80 Dezibel als Grenzwert technisch überhaupt nicht zu schaffen seien. Ja, das Ende des Kraftrads, wie wir es kennen, naht! Herr Becker: Es hat nur noch keiner probiert! Das erinnert fatal an den beschworenen Untergang des Abendlands, als seinerzeit Katalysatoren eingeführt werden sollten. Jedenfalls kann ich auf Nachfrage gerne ein 90-PS-Motorrad vermitteln, das diesen Grenzwert einhält, auch wenn es in Deutschland schwer zu bekommen ist und noch schwerer zu verkaufen. Für noch mehr Leistung innerhalb dieses Grenzwerts muss ich passen. Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass sich jemand in der Fahrzeugindustrie über dieses Thema jemals Gedanken gemacht hat. Bei der bisherigen Lobbyunterstützung war nicht davon auszugehen, dass diese Tricksereien an Autos und Motorrädern jemals aufs Tapet kommen. Ja – wir sind selbst überrascht über die Bundesratsinitiative! Heuchelei ist ganz etwas anderes, Herr Becker: Dass in jedem Fahrzeugbrief eines neu zugelassenen Motorrads heute 77 dB (A) als Fahrgeräusch-Grenzwert stehen. Und dass dann bei den Anwohnern beliebter Motorradstrecken jeweils hundertfach am Tag deutlich über 100 dB (A) ankommen. Dazu schweigen Sie.

Becker verweist in seinem Meinungsbeitrag auf irreführende Positionen der Anti-Motorrad-Lobby. Es gebe gar keine Vorrichtungen, „die individuell vom Fahrer einstellbare Soundkulissen ermöglichen“. Hier nutzt er wiederum – populistisch und unwissenschaftlich – sprachliche Ungenauigkeiten; auch kolportiert über die einschlägigen Motorrad-Medien bis in die Schweiz. Fakt ist – und das ist gemeint: Bis heute gibt es tastengesteuerte Klappenauspuffe als Zubehör zu kaufen, bis heute werden elektronisch gesteuerte Klappenauspuffe an vielen Serien-Motorrädern ab Werk verbaut. Und bis heute gibt es Zubehörauspuffe mit EU-ABE. Das ist auch bei vielen Sportwagen der Fall, was dann auf der Straße ebenso unangenehm auffällt, wie die Lärmer auf zwei Rädern. Es ist aber keinesfalls technisch notwendig, was viele konventionelle Benzinmotoren zeigen, die ohne Klappen (und ohne Lärm) auskommen. Der TAZ gegenüber hat BMW Motorrad eingeräumt, dass die Klappenauspuffe allein dazu dienen, dass die Motorräder eine Geräuschzulassung bekommen.

Was die „Lobbyarbeit“ der „mächtigen Anwohnerinitiativen“ angeht, so verweise ich auf den Porsche-„Sound“spezialisten Hans-Martin Gerhard, der gegenüber SWR Fernsehen freimütig bekannte, dass die Lärmnorm bis zum Jahre 2016 „nicht das Papier wert war, auf dem sie gedruckt wurde“. Die neue, das haben wir erlebt, ist es auch nicht. Aber seine Wortmeldung ist insofern bemerkenswert, als dass Gerhard die wertlose Vorlage selbst verfasst hat, was im letztendlichen Gesetzesentwurf aus einer Word-Datei ausgelesen werden konnte. So sieht Lobbyarbeit in Deutschland aus: Porsche schreibt den Lärmgesetzentwurf. Wie definieren Sie Herr Becker Ihre Aufgabe als Mitarbeiter des Spiegel? Den mächtigen Anwohnerinitiativen auf die Finger zu sehen? Und wie bezeichnen Sie den hier gezeigten Einsatz für Ihre persönlichen Interessen? Während wir unsere „Lobby“-Interessen mit Argumenten und Social Media Reichweite vertreten müssen, nutzen Sie die Reichweite Ihres Brötchengebers für die Verbreitung von persönlichen Halbwahrheiten.

Herr Becker verweist nach Recherche auf unserer Internetseite auch darauf, dass wir eine 17 Jahre alte ACEM-Studie zitieren. Dieser Herstellerverband der Motorradindustrie hatte seinerzeit ermittelt, dass rund ein Drittel (30 Prozent) der Motorräder illegal lärmmanipuliert seien. Damals waren noch die Kunden die Bösen, heute sind es die Hersteller selbst, weshalb die Studie natürlich nicht neu aufgelegt wird. Der Vorwurf, wir würden mit alten Zahlen argumentieren, trifft uns nicht. Den 30 Prozent haben wir uns seinerzeit angeschlossen, weil es nichts Besseres gab – übrigens haben wir die Studie auf Empfehlung des Umweltbundesamt (UBA) bekommen. Und übrigens hat sich das UBA seinerzeit auch auf diese Quelle bezogen.

Seither ist rein gar nichts besser geworden: Die Betrügereien haben sich nur erheblich gewandelt. Die Hersteller geben sich alle Mühe, das illegale Treiben der Kunden durch eigenes „Sound“design zu erübrigen – und selber Geld mit Lärm zu verdienen. Auspuffklappen ab Werk und Zubehörauspuffe, die laut „Motorrad“-Tests in der großen Mehrzahl viel zu laut sind, werden montiert und bestimmen heute das Bild der „legalen“ Manipulationen. Und Menschen wie Herr Gerhard von Porsche sorgen durch die Lobby-Hintertür über die Norm für den gesetzlichen Segen.

Es ist, lieber Herr Becker, pure Demagogie, ein Problem wegzudiskutieren, nur weil keiner genau sagen kann, wie groß es ist; nicht nur weil Sie nicht Betroffener sind und in einer ruhigen Gegend wohnen, sondern darüberhinaus (perfiderweise) auf der anderen Seite auf dem Bock hocken. Bis hierhin war es undurchdachter Corpsgeist, der Sie bewegt. Der Rest des Artikels ist purer Whataboutism. Und das ist letztlich die Schwäche dieses Meinungsbeitrags: arm an Fakten, auch dünn an Argumenten – und dann bedienen Sie sich auch noch dieser Manipulationstechnik. Auch wenn die Brüder am digitalen Motorradstammtisch jubeln: Der Verweis auf Motorradlärm-Gegner, die gerne große Autos fahren oder mit dem Flugzeug in ferne Länder schweben, ist eines Journalisten, Geistenwissenschaftlers und Ex-Wissenschaftsredakteurs unwürdig. Für einen Lärmer hingegen schon fast typisch.

Nichts für ungut. Wir halten auch Ihren Lärm noch aus.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Beitrag stand, Markus Becker sei Leiter der Wissenschaft-Redaktion des Spiegel. Tatsächlich ist er Mitarbeiter im Brüsseler Büro der Zeitschrift. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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48 Kommentare zu “Populistischer Meinungsbeitrag…
  1. JS sagt:

    „Einfach“ nur mal ein Dankeschön, dass es euch gibt.

    Im letzten Jahr, es war schon herbstlich, wollte ich im Sauerland eine
    Immobilie erwerben. Schön gelegen, mit Blick auf einen See. Leider –
    oder für mich: zum Glück – konnte ich dort vom Balkon nicht nur den
    Blick auf den See genießen sondern bekam auch gleich den Lärm der
    Motorrad-Freizeit-Raser mit, die die schöne Strecke entlang des
    Gewässers natürlich auch gerne nutzten, um mit ihrem Lärm auf sich
    aufmerksam zu machen.

    Der Makler deutete meine Miene richtig und gab mich als Kunde verloren,
    worauf er mir freimütig gestand, dass es im Sommer noch viel schlimmer sei.

    Macht weiter so. Endlich nimmt sich einer des Themas an.

  2. K. Werner sagt:

    Geehrte unsportliche „Verkehrsexperten“

    die auf Ihrer Website genannten Fakten und Zahlen zum Motorradlaerm sind zum Teil schlichtweg falsch.

    Mir ist es schleierhaft wie man zu solchen Aussagen und angeblichen Fakten kommt.

    Man benötigt wohl eine Grundlage zum reflexartigen Ruf nach Fahrverboten.

    Bin geneigt zu sagen: Typisch Deutsch

    Ist wohl in den Genen verankert

    Verkehrslärm ist definitv ein großes Problem. Motorradlärm ist in diesem Bereich ein sehr, sehr kleiner Faktor.

    Dieses reflexartige Verhalten hinsichtlich Fahrverboten und das Fehlen von jedem technischen Verständnis im Bereich Lärmemmissionen ist wirklich unterste Schublade.

    Meine Unterstützung für den B.U.N.D beende ich.

    MfG

    K. Werner

    • Der Redakteur sagt:

      Dieses reflexartige Verhalten hinsichtlich Fahrverboten und das Fehlen von jedem technischen Verständnis im Bereich Lärmemmissionen ist wirklich unterste Schublade.

      Lärmemission schreibt man nur mit einem „m“

    • Wolfgang sagt:

      Lieber K.Werner
      Natürlich ist Verkehrslärm ein allgegenwärtiges Problem in der heutigen Zeit.
      Jeder möchte (oder muss) mobil sein, keine Frage. Unterscheiden sollte man jedoch zwischen vermeidbarem Lärm und unvermeidbarem Lärm. Sie geben doch sicher zu, dass mancher Biker (nein, nicht alle!) einen Klappenauspuff verwendet oder den DB – Killer entfernt, um „gehört“ zu werden. Aber wer möchte den Krach denn eigentlich hören?
      Freuen Sie sich , wenn Sie von anderen ständig gestört werden? Ich brauche den „Sound“
      Ihrer Maschine nicht, muss aber scheinbar damit leben. Schließlich wollen Sie ja Ihren Spaß!! Nein, ich will Ihnen keinen Egoismus vorwerfen, überlege nur, wie ich dieses Verhalten einiger Zeitgenossen verstehen soll.
      Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass Sie diesen Lärm scheinbar als „unvermeidbar“ einstufen und, dass so manche manipulierte Maschine hinter der nächsten Kurve doch plötzlich leise wird.
      Ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt…

    • Hermann sagt:

      Zitat Werner (Flaschbier ?)

      „Die auf Ihrer Website genannten Fakten und Zahlen zum Motorradlaerm sind zum Teil schlichtweg falsch.“

      Anstatt genau das zu tun was Sie hier als Vorwurf einwerfen:

      Wo bleiben ‚ihre‘ Fakten ? Welche Informationen sind ihrer Ansicht nach falsch ?
      Ihre Bemerkung betreffs „Fehlen von technischem Verständnis im Bereich Lärmemmissionen ist wirklich unterste Schublade“: Könnten Sie aus der Schmollecke herauskommen und erklären auf welche Passage / Aussage sie damit anspielen ?

      Danke.

  3. Emaille sagt:

    Herumfahren mit Motorrad,
    ist d’oller als man meinen mag.

    Ganz ohne Können und auch Kraft,
    man düst durch die Naturlandschaft.

    Auch Oma und Opa sind dabei,
    weil Gehen ist nicht mehr der Schrei.

    Ob dann von Nah oder von Fern
    dabei entsteht ein Höllenlärm,

    Wer sonst würd‘ merken, wie ich bin,
    das, was ja ist manch Hobbies Sinn.

    Von Egoismus keine Spur,
    es ist doch Teil Deutschlands Kultur.

  4. Wolfgang Loßmann sagt:

    Fahrverbote für alle!!!
    Wie bescheuert sind einige.

  5. Matthias sagt:

    „Allgemeine Fahrverbote für alle Motorradfahrer!“

    Diese vorsätzlich gestreute Falschmeldung geistert gerade durch soziale Medien.

    Und wie man sieht, springt der eine oder andere Redakteuer, schlecht oder gar nicht recherchierend, auf diesen Zug auf. Zuletzt Herr Becker vom Spiegel.

    Der Lokführer in diesem Zug brüllt sonst Parolen auf Pegida-Kundgebungen, der Schaffner trägt einen Button „Merkel muss weg“. Aber man hätte es bereits vor Abfahrt am Bahnhof ahnen können – das Graffiti mit dem zwangsimpfenden Bill Gates lächelt breit von der rechten (!) Seite und hinten klebt ein Aufkleber „F…You, Greta“.

    Sehr geehrter Herr Markus Becker, wollten Sie tatsächlich mit diesem Zug fahren? Oder haben Sie bloss Ihren Zug verpasst – den Zug zur Konzernzentrale, wo Sie von den Bossen Ihr Bakschisch für diese rundgelutschte Hersteller- und Lärmerlobby-Propaganda erhalten sollten?

    Das ist kein Journalsimus mehr. Das ist – getarnt inmitten des ansonsten seriösen Spiegel – das widerwärtige Abziehbild der üblichen rechten Hetze. Auf Kosten der Gesundheit von Millionen Straßenanwohnern.

  6. Fred sagt:

    Ich lese schon seit langer Zeit (seit ca. 2017) den Spiegel nicht mehr. Noch ein Grund mehr, ihn nicht mehr anzurühren. Das Problem ist bekanntermaßen über Jahre entstanden durch die massive Lobbyarbeit in Deutschland. Ich denke, dass es eine Lösung gibt für die Betroffenen: Auswandern.
    So wie ich das sehe, gibt es Auto- und Motorradlärmer natürlich auch anderswo: Zum Beispiel in Paris oder in diversen Städten in Großbritannien. Vielleicht hat sich jemand damit mal beschäftigt oder kann aufgrund seines Urlaubs dazu etwas sagen?

    Vorhin ist hier übrigens ein bekannter AMG vorbeigekommen. Hat sich angehört, als ob jemand auf der Straße mit einem Gewehr herumschießt. Gerast ist er auch noch (locker 70 km/h in der 50er Zone). Angst vor dem neuen Bußgeldkatalog hat der nicht. Ich kann auch sagen, warum: Die Polizei setzt diesen nämlich gar nicht um. Dass sie den Wagen nicht aus dem Verkehr ziehen kann, ist wohl noch nachvollziehbar, weil die Auspuffanlage dem Modell entspricht und zugelassen wurde, aber zumindest die 80 Euro könnte sie hier und da mal kassieren.

    • Reto sagt:

      Die Spiegels haben halt auch Corona, Medienkrise und Populismus… ;-)

    • Rainer Rau sagt:

      Also, für mich wird dieser Lärm nicht sozialer, nur weil er auch woanders stattfindet. Leben in Deutschland war doch mal angenehmer als in vielen anderen Ländern, sogar von Ausländern teilweise bestätigt. Lebensstil und Lebensqualität sollen sich in verschiedenen Ländern unterscheiden, aber in einem Land wie unserem ist dieser mutwillige, rücksichtslose und aus niedrigsten Beweggründen erzeugte Krach einfach nicht gesellschaftsverträglich. Wer den Lärm in London gut findet, sollte z. B. auch mit dem dortigen Gesundheitssystem zufrieden sein. Und in Paris einen Polizisten anzugreifen, würde ich mir 3mal überlegen.
      Die Ich-Mich-Mein-Mentalität ufert rasant aus, Autorität und Respekt passen nicht mehr dazu. Zu allem Übel wird mit der Lärmpest noch Geld verdient, da weiß die Politik schon, wessen Interessen sie vertritt.

  7. Matthias sagt:

    Ich fühle mich von Herrn Becker gut vertreten und begrüße es, wenn er mit seinem meinetwegen polarisierenden Artikel hier mal ein gegenteiliges Statement gesetzt hat!
    Bei dem, was um das Thema Fahrverbote und Lärmbelästigung neuerdings wieder Fahrt aufgenommen hat, ist das in meinen Augen auch nötig, um dieser komischen Hexenjagd etwas Gegendynamik zu verpassen, ob nun im Spiegel oder sonstwo.
    Seit fast 40 Jahren fahre ich gern und verantwortungsvoll Motorrad, und meine hat auch weit über 100 PS. Das ist offenbar Grund genug für Leute wie Sie, Leute wir mich pauschal zu verurteilen und an’s Kreuz nageln zu wollen, und darum hoffe ich, das es mehr von meiner Sorte gibt, die Ihnen dazu Paroli bieten.
    Wenn ein Motorradfahrer mit viel Getöse und zu schnell durch die Landschaft jagt, dann soll er die Konsequenzen spüren. Dafür aber pauschal alle zu verdammen ist armselig. Ich wohne auch auf dem Lande, und die Mehrzahl derer, die mich nerven und mir unangenehm auffallen, die sind mit 4 Rädern ausgerüstet. Führen Sie selber Ihr Fahrtenbuch und lassen sich mit Ihrem Karren von der Landstraße verbieten! Solange Sie weiter Ihren Unrat pauschal über allen Motorradfahrt auskippen wollen, hoffe ich, das es reichlich Gegenwind für Sie gibt.
    Verschonen Sie uns alle mit Ihrer Hetze !
    Und Ihr anderen Kommentatoren – schaltet mal euren Verstand ein und denkt darüber nach, wie man mit Maßhalten eventuell etwas mehr erreicht. Es gibt auch reichtlich Motorradfahrt, die das tun, ob Ihr’s glaubt oder nicht!

    • Der Redakteur sagt:

      Genau diese differenzierte Verfahrensweise schlägt der Bundestag vor: Zeitlich begrenzte Streckensperrungen als Ultima Ratio in Konfliktfällen: Am Kesselberg und am Schauinsland passiert das heute schon, weil sich zu viele Raser auf die Schnauze gelegt haben. Da steht nämlich nichts von allgemeinen Sonntagsfahrverboten. Herr Becker hingegen zitiert vor allem ein Töffblättchen aus der Schweiz wenn Sie sich damit gut vertreten fühlen, gebe ich den Vorwurf der Verallgemeinerung gerne zurück.

    • Riversong sagt:

      Ja, der Fahrtenbuchvorschlag ist der absolute Brüller. Fast hoffe ich ja, dass der irgendwie in Gesetzesform gegossen wird, einfach nur um zu sehen, wie schnell dieser Käse vom BVG wieder kassiert wird…

  8. Wudel sagt:

    Auf einer Artikel reagieren kann man ja machen aber sich fast nur erklären ist auch nicht richtig und dann noch faktenlos argumentieren…

    Unterste Schublade.
    80db ist unmöglich zu bauen bei einem Verbrenner. Meine 125er schafft das schon nichtmal (Euro3) und an der ist alles original.
    Und das mit den Klappen welche ansteuerbar sind mit Zubehör, dass macht nicht jeder Hersteller. Zudem werden die Motorräder danach nochmals geprüft vom Hersteller, es gibt da eine EU Norm…

    Und was ist mit Oldtimer? Die sind alle Lauter, egal ob Auto oder Motorrad. Aber dann gibt es vielleicht eine Regelung das die fahren können und dann holen sich alle Motorradfahrer so ein altes Teil und Greta liegt flach mit gekreuzten Augen. Geiles Ziel habt ihr.

    Dieser ganze Verband ist für den A*sch und diese ganze Diskussion geht nur auf Kosten von unter 10 Millionen Motorradfahrern, damit die Autoindustrie ihre SUV voranbringen kann welche mit 100db über die Straße düsen aber das stört ja nicht,Aha.

    Das alles ist ein Einschnitt in das Leben eines Menschen und Verletzt damit meiner Meinung nach unser deutsches Grundrecht.

    • Der Redakteur sagt:

      Es gibt kein Grundrecht auf Lärmen und Belästigen beim Ausüben von Grundrechten.

    • Rainer Rau sagt:

      Endlich hats einer geschafft, Greta mitspielen zu lassen. Die „gekreuzten Augen“ geben interessante Einblicke. Jetzt fehlen noch „die Chinesen“, „die Inder“ und „die Zustände der ehemaligen DDR“, dann haben wir die intelligentesten Argumente wieder mal gehört.

      Die Äußerungen bezügl. Technik und die gesamte Ausdrucksweise lassen nur den Rat zu: Langsamer atmen, Hyperventilation ist ungesund, zusammen mit Auspufflärm noch mehr.

  9. Ein Motorradfahrer sagt:

    Man kann auch mal darüber nachdenken:

    –>Motorradfahrer sind keine minderwertigen Bürger mit weniger Rechten

    Die geplanten Fahrverbote ausschließlich für Motorradfahrer auf bestimmten Strecken an bestimmten Tagen entsprechen nicht dem Gleichheitsprinzip: Ein bestimmter Sachverhalt (hier Verkehrslärm) und miteinander vergleichbare Fälle (hier zu laute Fahrzeuge, zu lautes Fahren) würden durch denselben Träger der öffentlichen Gewalt -die öffentliche Hand-ungleich behandelt: Motorradfahrer sind gesperrt, alle anderen Verkehrsteilnehmer sind nicht gesperrt.

    Jeder Politiker sollte (!) dieses Prinzip kennen und wissen was er im Amtseide geschworen hat. Ungleichbehandlung führt zu nichts. Aber der Bundesrat unterstützt gezielt die Initiative, alle Motorradfahrer für das Fehlverhalten Einzelner zu maßregeln.

    –> Beamte dienen dem ganzen Volk

    „Der Verein “ Silent Rider“ will die Thematik in die breite Öffentlichkeit tragen, um so Druck auf die Politik aufzubauen und endlich Veränderungen zu erwirken.“

    Dazu beauftragte der Verein Silent Rider e.V. eine professionelle Event-Agentur, die die Kampagne medienwirksam in die Öffentlichkeit trägt mit Online-Shop, Newsletter, Sponsoren. Dies ist professionelle, bezahlte Lobbyarbeit für einen bestimmten Teil der Bevölkerung. Mitglieder im Verein Silent Rider e.V. sind vor allem – aber nicht nur – Städte und Gemeinden, vertreten durch ihre (Ober-)Bürgermeister*innen. Diese sind hauptamtliche Beamte und als solche verpflichtet, die Interessen der Gesamtheit wahrzunehmen. Sind sie also legitimiert, Partei zu ergreifen, die Ungleichbehandlung von Motorradfahrern im Zusammenhang mit einer generellen Verkehrslärmproblematik zu fördern und den Lobby-Verein Silent Rider e.V. samt Werbeagentur zu unterstützen? Den Verein zu unterstützen, der sich auf die Fahne schreibt: „Mit der durch den Bundesrat gefassten 10-Punkte-Entschließung sieht der Verein ein wichtiges Etappenziel erreicht.“?

    –> Grundrechte gibt es auf beiden Seiten

    Der jetzt von vielen staatlichen Ebenen befürwortete und unterstützte, professionell kommunikativ / medial getriebene Lobbyismus gegen die „schwarzen Schafe“ sorgt nicht für Wohlwollen und Unterstützung der Motorradfahrer, denn die Maßnahmenkataloge richten sich gegen alle, nicht nur gegen die „schwarzen Schafe“. Der „wirksame Druck“ (s. Bundesratsinitiative) schafft keine gemeinsame Basis, sondern nur das Gefühl der Ungerechtigkeit bei annähernd jedem Motorradfahrer. So sehr die Mehrheit die Anliegen der Anwohner versteht, so wenig lässt man sich als Besitzer*in eines legalen Motorrads mit mittelmäßig ambitioniertem Fahrverhalten durch pauschale Verbote dermaßen öffentlich an den Pranger stellen.

    Die Politik und ganz besonders die Eiferer in den Reihen des Bundesrates sollten innehalten und sich besser tun gut daran, sich in Differenzierung üben und dies auch kommunizieren. Und genauso, wie es fanatische Schreihälse auf Seiten der Motorradgegner gibt, gibt es unbelehrbare Raser mit illegalem Sound auf Seiten der Motorradfahrer. Keine/r hat mehr Recht(e). Es gibt nicht „das bessere Recht“.

    –>Normenakzeptanz entsteht aus akzeptablen Normen.

    Der Großteil der im Straßenverkehr befindlichen Motorräder ist legal und entspricht den Normen, die verfassungsgemäß zustandgekommen sind. Diese Normen können selbstverständlich verändert werden in einem verfassungsgemäßen Rahmen. Technisch nicht machbare Vorgaben zu geben, ist sinnlos.

    Verkehrslärm ist nicht ein Motorradproblem, sondern ist verursacht durch die Summe der Verkehrsmittel inklusive Bahn, Flugverkehr, Busse etc. Zur Beurteilung von Lärm gehört auch die Betrachtung von Straßenbelägen, Schall-Problematiken usw. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, die Normen in Bezug auf Verkehrslärm laufend zu prüfen und zu überarbeiten.

    Die Normen für Motorräder nicht im üblichen Verfahren in der EU anzupacken, sie nicht technisch zu überarbeiten, sie nicht neu zu definieren, sondern aus einer europäischen technischen Fragestellung eine nationale umwelt- oder gesundheitspolitische Frage zu machen und damit Tür und Tor für willkürliche Einzeleingriffe zu öffnen, fördert nicht die Normenakzeptanz.

    ->Anwohner sind Autofahrer sind Flugreisende sind Eltern sind Motorradfahrer sind Heckenschneider sind …

    Jede/r von uns verursacht möglicherweise täglich Lärm, der andere stört.

    Das Anliegen, dass Motorradfahrer ihre Maschinen leiser fahren sollen, ist 100% richtig.

    Das Anliegen, dass Motorräder keine Lautstärke-Verstärker brauchen, ist richtig.

    Das Anliegen, dass Raser, Manipulierer, Radaubrüder rausgezogen werden sollen, ist richtig.

    Das Anliegen, undifferenziert möglichst großen Druck via undifferenzierter Fahrverbote auf alle Motorradfahrer auszuüben, um Politik und Industrie zu bewegen, statt diejenigen zu ermitteln und zu sanktionieren, die sich nicht regelkonform verhalten, ist jedoch falsch, entspricht nicht unserer Verfassung, unserem aktuellen Staatsverständnis (sondern dem zuvor) und führt zu großem Missmut und Verärgerung bei allen Zweiradfahrern, die sich pauschal verurteilt fühlen. Sippenhaft und Gruppenbestrafungen sind aus gutem Grund abgeschafft und sollen es auch bleiben.

    Schöne Grüße

  10. Tourenfahrer sagt:

    Fahrverbote bringen, wie auch in der Vergangenheit, nur wenig bis nichts. Sie verlagern die Probleme nur. Dieses Mal allerdings zu Lasten der vom Lärm geplagten Anwohner. Meine Meinung. Warum?

    Der harte Kern wird weiterhin fahren wie er möchte, auch an Wochenenden und Feiertagen. Auch über für Motorräder gesperrte Strecken. Das Hintergrundrauschen verschwindet bzw. verteilt sich etwas, mehr aber auch nicht. Die, die sich an Verbote halten werden dann aber den „Spaß“ für alle Beteiligten über die ganze Woche verteilen – Fahrten bei Dunkelheit sind ja vor allem bei aktuellen Motorrädern gar kein Problem mehr.

    Und ja, ein nicht unerheblicher Teil der Motorradfahrer ist sauer – ohne das jetzt auch nur irgendwie bewerten zu wollen. Da wird alleine aus Trotz nun nach Privatadressen der „Lärmgegner“ gesucht, welche viel zu einfach zu ermitteln sind, um dann genau dort, wo es am meisten weh tun wird, mehr, schneller und lauter fahren wollen. In Gruppen. Geplant. Kindisch? Ja. Asozial? Ja. Auch Selbstverschuldet? Ja.

    Ein Auswandern in andere Länder kann ich übrigens nicht empfehlen, dort sind die Motorräder oftmals noch lauter – Roller und PKWs übrigens auch. Aber dort ist man generell oftmals toleranter.

  11. Landbewohner, 66 Jahre, Akademiker, seit 2005 kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sagt:

    Letztes Jahr wollte unser Gesangsverein vor der Kirche singen. Er musste abbrechen, weil gleichzeitig aus der Gaststätte gegenüber eine Gruppe Motorradfahrer kam, sich zur Weiterfahrt rüstete und die Motoren startete. Die Gruppe bestand aus älteren Leuten mit zivilisierten, nicht manipulierten Maschinen. Trotzdem verstand man sein eigenes Wort nicht mehr. Der „harte Kern“, wie sie der Vorblogger nennt, sind asoziale, prädebile Jugendliche, die man, da des Lesens unkundig, hier im Blog nicht erreicht. Aber die zivilisierten Tourenfahrer decken diese Typen eben. Sie setzen den Ton und die Politik unter Druck, fordern von anderen Toleranz und üben diese selbst nicht. Der Gegenbegriff zu Toleranz ist nicht etwa Intoleranz, sondern Achtung. Leute, die sich wie Conan der Zerstörer zusammenrichten, mit dem Motorrad im Kreis fahren und Freiluftaktivitäten anderer unmöglich machen, kann ich wohl tolerieren, weil mich unsere Gesellschaft und ihre politische Elite dazu zwingen, aber achten kann ich sie nicht. Sie nicht, Herr „Tourenfahrer“! Ebensowenig den Blogger vor Ihnen, den mit „Normenakzeptanz entsteht aus akzeptablen Normen“ und den „technisch nicht machbaren Vorgaben“. Wenn ich meine Erbtante erschlage, muss man das Strafrecht so ändern, dass es die Tantenschläger akzeptieren, und Erben ohne Tantenschlagen ist ja wohl technisch unmöglich….

    • Klaus sagt:

      Das ist ja mal der Gipfel der Korinthenkackerei ! Die Gruppe der Motorradfahrer war doch nach spätestens 2 Minuten wieder weg,oder nicht ? Und der Gastwirt ernährt möglicherweise seine Familie mit dem Ertrag seiner Wirtschaft,und bezahlt Gewerbesteuer in Ihrer Gemeinde.

      • Der Redakteur sagt:

        Und in diesen 2 Minuten des Anlassens darf der Gesangverein Pause machen…
        Wobei sie weltfremderweise davon ausgehen, dass so ein Gastwirt ausschließlich von Motorradfahrern lebt und mit den Apfelsaftschorlen die Gewerbesteuer der Gemeinde hochhält. Denken Sie an die Opportunitätskosten, die entstehen, wenn die anderen Gäste weg bleiben, die sich von den Bikern belästigt fühlen. Beispielsweise der Gesangverein der sich hier nicht mehr aufgehoben fühlt.

        • Klaus sagt:

          Ja klar, man erwartet Toleranz und Entgegenkommen, möchte das aber natürlich im Gegenzug nicht gewähren, und wenn der Gesangverein sich in der Wirtschaft nicht mehr aufgehoben fühlt, weil da ab und zu ein paar Motorradfahrer einkehren, dann ist das natürlich schon sehr schade, auch und insbesondere für den Gastwirt, der ja gerne den Gesangverein und andere Gäste, die möglicherweise mit dem Motorrad anreisen, bewirten würde.Fragen Sie doch mal die Gastwirte im Schwarzwald und anderswo was die von Fahrverboten halten, speziell an Sonn-und Feiertagen.Und Motorradfahrer steigen nicht mehr wie früher nur in billigen Pensionszimmern ab und essen Wurstsalat. Schauen Sie mal wieviele BMW´s oder Harleys vor den besten Hotels parken, möchte ihr Männergesangsverein diesen Umsatz kompensieren, wenn wir nicht mehr fahren dürfen ?

          • Der Redakteur sagt:

            Dann schauen Sie doch mal an, wie viele Schwarzwald-Gemeinden so unter den reichen Harley- und BMW-Piloten leiden, dass sie sich in der Initiative Motorrad Lärm zusammen getan haben.

          • Klaus sagt:

            Ja da wird was hochgepuscht, weil das gerade“in“ zu sein scheint,es gibt genügend rechtliche Möglichkeiten die schwarzen Schafe mit gesetzeswidrig manipulierten Fahrzeugen aus dem Verkehr zu ziehen. Am vergangenen Sonntag wurden auf der Strecke zwischen Elzach und Schonach im Schwarzwald 40 Motorradfahrer kontrolliert und davon nur 4 Stück wegen zu lauter Abgasanlage beanstandet, das rechtfertig dann also Ihrer Meinung nach Fahrverbote für alle Motorradfahrer ? BMW Motorräder sind bis auf wenige Ausnahmen bei angepasster Fahrweise zumindest in den Orstdurchfahrten sehr sehr leise.

          • Der Redakteur sagt:

            Dieser Satz „es gibt genügend rechtliche Möglichkeiten die schwarzen Schafe mit gesetzeswidrig manipulierten Fahrzeugen aus dem Verkehr zu ziehen“ und dieser Satz von Ihnen „40 Motorradfahrer kontrolliert und davon nur 4 Stück wegen zu lauter Abgasanlage beanstandet“ zeigt das Dilemma: Das sind 10 % entfernte DB-Eater – und was ist mit den legal lautgemachten? Die durften weiterfahren.

          • Klaus sagt:

            Legal laut gemacht gibt es nicht, entweder legal oder illegal manipuliert, dazwischen gibt es nichts !

          • Reto sagt:

            Bravo Klaus! Der könnte von Trump sein!

    • Tourenfahrer sagt:

      Dann kann ich ja mal genau so „sachlich“:

      „Letztes Jahr wollte unser Gesangsverein vor der Kirche singen.“

      Übrigens beides Dinge, die ich persönlich unter Lärm verbuchen und verbieten würde. Es geht aber nun mal nicht nur nach mir.

      „Die Gruppe bestand aus älteren Leuten mit zivilisierten, nicht manipulierten Maschinen. Trotzdem verstand man sein eigenes Wort nicht mehr.“

      Ihr Gesang hätte möglicherweise mein Gespräch auch gestört und unterbunden. Ein LKW, ein Bus oder ein Flugzeug auch. Ja, ich weiß, Whataboutism. Ich muss also erst einen Verein gegen Altherren-Gesang gründen, damit mein Beispiel valide ist und ich anbringen darf, dass sich Menschen durch viele verschiedene Dinge gestört fühlen … .

      Spaß bei Seite:

      „Der „harte Kern“, wie sie der Vorblogger nennt, sind asoziale, prädebile Jugendliche, die man, da des Lesens unkundig, hier im Blog nicht erreicht.“

      Richtig, dieses Verhalten ist asozial.

      „Aber die zivilisierten Tourenfahrer decken diese Typen eben.“

      Nein, kein Stück. Zumindest nicht alle.

      „[…]aber achten kann ich sie nicht. Sie nicht, Herr „Tourenfahrer“!“

      Was auch immer ich Ihnen im vorherigen Posting getan habe. Im Alter scheint der ein oder andere einfach zu verbittern. Schade eigentlich.

      • Der Redakteur sagt:

        Hauptsache unser Tourenfahrer ist nicht verbittert, sondern schiebt dies Attribut in alter Manier den anderen unter.

        • Tourenfahrer sagt:

          Wäre ich verbittert, würde ich stundenlang mit einer S1000RR um Ihr Haus ballern. Stattdessen bin ich hier aber auf der Suche nach einem Konsens, nach Möglichkeiten die Situation für alle Beteiligten zu verbessern. Nicht weil ich es muss, sondern weil es mich interessiert und ich ganz aufrichtig Probleme erkenne.

          • Reto sagt:

            Suchen Sie weiter nach dem Konsens? Die einen belästigen, die anderen werden belästigt?
            Die Belästiger starten mit guten Vorsätzen (und legen sie am Ortschschild ab) und die Belästigten sind ein bißchen toleranter (in welcher Form übrigens, indem wir Ruhe geben? Gehörstöpsel einführen, am Straßenrand applaudieren). Geben Sie mir mal einen Tipp, wie Sie meine Situation verbessern wollen mit Ihrer Touren-BMW mit Auspuffklappe.

  12. Andi sagt:

    @Landbewohner 66 Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau so geht es mir auch. Danke für Ihren Beitrag.

  13. Klaus sagt:

    Kennen Sie eine weitere Möglichkeit ? Legal bedeutet Kraftfahrzeug mit EU ABE, damit legal auf allen Strassen zu jeder Zeit legal zu bewegen. Illegal manipuliert bedeutet Verlust der ABE, die Teilnahme am Strassenverkehr ist mit solchen Fahrzeugen nicht mehr gestattet und strafbewehrt- welche 3. Möglichkeit sehen Sie ?

  14. Schröder sagt:

    Die Argumente sind doch allen, die sich für dieses Thema interessieren, bekannt. Im Grunde genommen lassen sich weitgehend vernünftige Gegenmaßnahmen in drei Sätzen zusammenfassen:

    Solange mit Augenmaß verursacherbezogene und keine pauschalen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, dürfte dies von der überwiegenden Zahl der Motorradfahrer akzeptiert werden.

    Den Motorrad- und Auspuffanlagenherstellern sollte der Gesetzgeber mit geeigneten Vorschriften das Tricksen sowie die nachträgliche Entfernbarkeit von Schalldämpfern unmöglich machen.

    Eine BMW NineT mit serienmäßigem proletenhaftem Aufpuffgedröhn – nur als Beispiel – muss nun wirklich nicht sein.

    Den Herstellern sollte man klarmachen können, dass sie schon seit längerem am eigenen Ast sägen.

    Warum ist das eigentlich so schwierig?

  15. Landbewohner, 66 Jahre, Akademiker, seit 2005 kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sagt:

    Leben im technisierten Wohlstand und erfolgreich Denken schließen sich offenbar aus. Klaus´ 2 Sekunden, die der Gesangsverein halt eben mal die Klappe halten soll, sind erstens theoretisch (in der Gruppe fällt einer Frau nach dem Motorstarten garantiert ein, dass sie noch für kleine Mädels muss) und finden zweitens während der gesamten weiteren Tour ununterbrochen statt: 100m weiter will sich ein Ehepaar auf der Terrasse unterhalten – 2s Pause; 2km weiter schläft jemand im Garten – 2s Pause; 10km weiter hört jemand gerade Musik bei offenem Fenster – 2s Pause; und so weiter und weiter und weiter.

    Die hier im Blog erwähnte SWR-Journalistin bemerkt zu Recht, das Bike sei das ideale Feld für E-Antriebe und sie verstehe nicht, warum sich hier nichts tue. Klare Antwort: die Biker WOLLEN KRAWALL. Motorradfahren ist Spaßmobilität. Kritische Typen wie die Enduros des jugendlichen harten Kerns haben keinen ccm Stauraum. 90% der Chopper und Cruiser – Senioren mit Halbhelm, die einige Fettlebern früher mal den Film Easy Rider sahen – haben einen dauernd offenen Auspuff. Bei keiner Art des modernen Verkehrs ist es so offensichtlich, dass er überflüssig und damit böswillig ist. Die Biker sollen sich nicht wundern, wenn man sie auf ihre verschrobene Woyzeck-Ideologie, ihr heuchlerisches Unterschichtsgehabe (Warnung mit Handzeichen vor Polizeikontrollen aus „Solidarität mit armen Leuten, die auch mal einen knattern wollen“ oder gar „Mobilität des kleinen Mannes, der sich kein Auto leisten kann“) festnagelt und in Sippenhaft nimmt.

    Aber ganz ruhig, liebe Krawall-Biker: Regt euch doch nicht so auf! Es passiert garantiert nichts – egal wer regiert: Es wird sich nichts ändern. Eure Kumpel sitzen als Staatssekretäre in den Ministerien und sprechen „mit industriefreundlichen Grüßen“ alles zuerst mit der Bike-Industrie ab und sie sitzen als Sachgebietsleiter in den Landratsämtern und blockieren was geht – notfalls indem sie Verwaltungsvorschriften aus den 1950er-Jahren wiederbeleben oder die 97te Bestandsschutzregelung herausziehen. Keine Angst – eure Motorradlobby hat alles im Griff! Gesetze sind Show, umgesetzt wird gar nichts. Und selbst wenn es ein neues Verbotsschild gibt. Schert doch niemanden! Das kennt ihr doch: So ein Mist! Hab ich nicht gesehen…. Die von euch abfällig Anwohnerlobby genannten Lärmgeschädigten sammeln und belegen mühsam gesundheitliche Schäden und Gefahren für das Gemeinwohl, dann wird abgewogen zwischen dem mühsam Gesammeltem und Belegtem und eurem Recht auf freie Krawall- pardon: Persönlichkeitsentfaltung. Beim Abwägen helfen dann zigtausend unterbeschäftigte Verkehrsanwälte. Also ganz ruhig – alles im grünen Bereich!

    • Tourenfahrer sagt:

      „Die hier im Blog erwähnte SWR-Journalistin bemerkt zu Recht, das Bike sei das ideale Feld für E-Antriebe und sie verstehe nicht, warum sich hier nichts tue. Klare Antwort: die Biker WOLLEN KRAWALL.“

      Überzeugen Sie die Automobilindustrie davon, dass es sinnvoll ist den leeren Akku eines E-Bikes an jeder Tankstelle gegen einen vollen eintauschen zu können, lassen Sie das Ganze dann zumindest halbwegs bezahlbar werden und Sie dürfen mein aktuelles Motorrad in ein E-Bike verwandeln.

  16. Tourenfahrer sagt:

    @Reto

    „Geben Sie mir mal einen Tipp, wie Sie meine Situation verbessern wollen mit Ihrer Touren-BMW mit Auspuffklappe.“

    Ich fahre übrigens keine BMW und mein Motorrad verfügt, soweit ich weiß, über keine Auspuffklappe. Ist bei knapp unter 100 PS wohl auch nicht nötig(?).

    Das Folgende meine ich absolut Aufrichtig:

    Ihre Situation können wir nur gemeinsam verbessern. Sie und ich müssen vor allem ein Umdenken bewirken. Bei Ihnen, bei allen Führern von Kraftfahrzeugen, der Industrie und auch der Politik.
    Welche Vorschriften und Gesetze am Ende auch das Licht der Welt erblicken mögen, so lange diese nicht eingehalten und vor allem kontrolliert werden sind sie – ebenso wie die aktuellen Prüfungszyklen bezüglich der Lautstärke eines Fahrzeuges – nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Und DAS muss doch vor allem anderen verhindert werden.

    Dazu müssen Fakten geschaffen und populistische Stammtischparolen abgebaut werden – wir brauchen eine gemeinsame Basis über die gesprochen, diskutiert und verhandelt werden kann und die gemeinsame Ziele ergibt (z.B. das Recht nicht mit Lärm belästigt zu werden).

    Es mag gut sein, dass Sie dies schon seit Jahren so versuchen. Ich verfolge „Sie“ aber erst seit kurzem und der Eindruck den Sie und Ihre „Unterstützer“ hier auf mich hinterlassen ist ein (ich entschuldige mich für die Wortwahl) sehr verbitterter. Sie haben gefühlt aufgegeben und jeder Mensch, der sich nicht sofort Ihren Ansichten unterwirft, ist der Feind.

    Ich betone es gerne nochmals: Für mich darf jedem der in irgendeiner Art und Weise auf der öffentlichen Straße über die Stränge schlägt die Eignung für das Führen eines Fahrzeuges entzogen werden. Hierfür gibt es schon jetzt Gesetze. Eine Einhaltung und vor allem die Ahndung von Verstößen muss zugesichert werden – hier sehe ich das mit Abstand größte Problem.

    Gerne bin ich auch für die Anpassung und Erweiterung von geltendem Recht um Auspuffklappen, anderen Blödsinn und alle Idioten die es gibt „auszusperren“. Nur bitte einfach nicht zum Leidwesen der Allgemeinheit.

    • Rolf Mennen sagt:

      „… den Eindruck den Sie und Ihre „Unterstützer“ hier auf mich hinterlassen ist ein (ich entschuldige mich für die Wortwahl) sehr verbitterter. Sie haben gefühlt aufgegeben und jeder Mensch, der sich nicht sofort Ihren Ansichten unterwirft, ist der Feind.“

      Das ist in vielen Bereichen heutzutage so. Diskussionen können nicht mehr sachlich geführt werden, mit dem Ziel für alle Parteien einen respektablen Konsens zu erzielen. Sondern ideologisch und verbittert und mit dem Ziel nur sein Ziel durchzusetzen.
      Macht aber nichts. Das Ganze wird sich zukünftig von selber regeln. Beide Seiten werden Zugeständnisse machen müssen und die meisten Anhänger beider Seiten werden dazu bereit sein. Ein paar ideologisch Verblendete auf beiden Seiten, werden weiterhin auf ihren Standpunkten verharren.

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