Selbst wenn’s verboten wäre…

Ausriss aus motorradonlie.de

Überall in Europa ordnen Staaten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus an. Dazu gehören auch Einschränkungen der persönlichen Mobilität. Die Regelungen schließen eigentlich auch Motorradtouren aus Spaß an der Freude aus. Ausdrücklich verboten sind diese nicht, wie die Zeitschrift „Motorrad“ in ihrem Online-Angebot informiert. In der Praxis merken Anwohner nichts davon, dass an den Rennstrecken Vernunft oder gar Ruihe einkehren würde – wieso auch, wenn dieser Teil der Mortorradszene über Vernunft und Empathie generell nicht zu erreichen ist. So versucht sich auch die Zeitschrift (als Plattform der Gemäßigten) in problemdämpfenden Worten mit der Überschrift: „Motorradtouren sind nicht mehr geboten“. Ob das jeder versteht?

22 Kommentare zu “Selbst wenn’s verboten wäre…
  1. Kein Bikerfan sagt:

    Dazu hatte ich gestern in der Nachbarschaft einen Disput. Der wollte doch tatsächlich seine Krachkiste rausholen…und das trotz Verbotes hier in Sachsen. Auf meine Frage, was das soll, kam, er müsste zur Spätschicht. Ich habe ihm klar gesagt, dass ich ihn anzeigen werde, sollte er dafür seinen Krawallbock benutzen. Punkt aus, Leute, wehren wir uns, so haben wir noch etwas länger Ruhe vor diesen Krachassis. Er schob seine Mistbock übrigens widerwillig in die Garage zurück und nahm das Auto…

    • Reto sagt:

      Ähnliches Erlebnis:
      Kumpel sagt: „Statt Auto ist im Moment Motorrad schöner“.
      Ich: „Muss das sein?“.
      Er: „Du wieder mit deinem Lärm. Ich habe ja eine dreistufige Klappenschaltung und kann auch leiser.“
      Früher hat er immer behauptet er hätte so was nicht nötig und die Kiste sei zulässig.

      • Rainer Rau sagt:

        Alle könnten leiser, aber das winzige Selbstwertgefühl glaubt, laut wertet ihre Armut auf.
        Diese Art von Zulässig ist profitgesteuert, für die Konsumenten gilt der vorherige Satz.
        Das Rückgrat von Kein Bikerfan finde ich bemerkenswert, vielleicht hat er bei einem solchen Nachbarn eh nix zu verlieren.
        Hier im Ort würde ich auch einen, komplett ohne jedweden Schallschutz unterwegs, anzeigen, aber er ist einfach zu schnell. Polizei wimmelt ab, der Bürgermeister spielt selbst mit dem Soundmodul am Audi rum.

        • Kein Bikerfan sagt:

          *Rainer Rau – Nein, bei dem war das überfällig. Zum Hintergrund: Ich sorge derzeit mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen auf der Schiene dafür, dass Güter von A nach B kommen. Auf der Lok. Und nach der Nachtschicht will man definitiv eines: Ruhe. Wäre seine Mühle leiser, so wie früher eine originale MZ etwa, ich denke, dann hätten wir kein Problem. Aber so ist er fällig das nächste mal, und das weiß er auch. Fällig im rechtlichen Sinne. Bei manchen geht`s halt nur so….

  2. ZU LAUT! sagt:

    Eines unserer Mitglieder hat am gestrigen Samstag die Landesregierung von NRW angeschrieben. Liebe Lärmgeplagte, es ist immer eine gute Idee, sich mit diesem belastenden Thema an die Verantwortlichen zu wenden. Vielleicht nutzt Ihr diese Zeit des #stayathome dazu, Euch unserem Mitstreiter anzuschließen?!

    Adressaten:
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    Betreff:
    Trotz Corona: Unerträglicher Lärm durch Ausflugsverkehr!

    Text:
    Sehr geehrte Herren Laschet, Wüst, Reul und Laumann,

    ich sitze gerade am Rand des Ruhrgebietes am geschlossenen Fenster. Draußen hallt dröhnend der Lärm von hunderten Motorrädern und sogenannten „sportlichen“ PKW durch die Landschaft. Er dringt in unsere Häuser und verhindert, dass Millionen verantwortungsbewusste, zusammengepferchte Menschen ihr Los mit Würde (er-) tragen können.

    Es scheint sogar, dass angesichts der durch Corona leeren Straßen noch schneller und aggressiver gerast wird als sonst. Aus Köln, Leverkusen und auch von anderswo beispielsweise wurde bereits eine starke Zunahme illegaler Autorennen berichtet.

    Persönliche Konsequenzen aus der Krise, Rücksicht, Demut? Oder gar Vernunft? Alles bei den betreffenden Leuten nicht vorhanden. Wenn etwas passiert, nehmen sie wie selbstverständlich in Kauf, dass sie anderen unnötig ein Krankenhausbett wegnehmen und die ohnehin schon bis an den Rand belasteten Ärzte und Pfleger binden.

    Ich empfinde diese Situation als unerträglich.

    Bitte beschließen Sie weitere Maßnahmen – wie bereits in Bayern erfolgt – die diesen unnötigen und unerträglich belastenden Ausflugsverkehr nachhaltig beenden!

    Mit freundlichen Grüßen

    • MokkaTeo sagt:

      MokkaTeo sagt:
      Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.
      16. April 2020 um 16:51 Uhr

      https://rp-online.de/nrw/land-bekaempft-motorradlaerm_aid-13525843

      Diese Meldung ist von 2011.

      Was hat sich seitdem getan?
      Nicht allzu viel oder anders gesagt…Nope

      Gut- jetzt sind andere Geister am Werk und der Landtag in Düsseldorf hat sich am 12.03. tatsächlich mit diesem Thema und der Initiative Silent Rider befasst.

      Einzelheiten kann man auf der Seite des Landtag NRW, 84. Plenarsitzung vom 12.03.20 erfahren

      Überschrift:
      Verantwortungsvolles Miteinander von Motorradfahrern und Anwohnern

      Hört sich zunächst erstmal vielversprechend an.
      Doch wie mir ein Kommunalpolitiker einmal so schön gesagt hat:

      -Erstmal viel fordern und dann hoffen und sehen, daß zumindest ein bischen davon übrig bleibt.-

      Konsens:

      „Unser Ziel muss es sein, die Interessen der Biker und Anwohner in einem fairen Ausgleich zu bringen“

      In neun Jahren stelle ich den Artikel, aus dem der Konsens stammt, online.

      • Reto sagt:

        Verantwortungsvolles Miteinander von Motorradfahrern und Anwohnern

        Heisst das Anwohner sollen verantwortungsvoll mit Motorradfahren umgehen und die Klappe halten?

        • MokkaTeo sagt:

          Ja, so steht’s geschrieben.

          Z.B. Rechts halten und den draengelnden Motorradfahrer im Ueberholverbot auf meinem Weg zur Arbeit Handzeichen aus dem Fenster geben und freundlich vorbeiwinken.

          Living Irony

  3. BB sagt:

    Danke, dass sie sich mit diesem Thema an die Landesregierung in NRW gewendet haben. Es ist überfällig und dieses Thema wird für mich immer bedrückender weil seit Jahren nichts geschieht.
    Ich komme zwar aus Baden-Württemberg, aber hier gibt es natürlich das gleiche Problem. Ich hatte mich hier in Konstanz schon vor 3 Jahren an sämtliche Gemeinderatsmitglieder, sämtliche Fraktionen, Polizei, ADAC, Bund und DUH gewandt und überall nur Abwinken und Achselzucken zur Antwort bekommen. Es scheint so, als würden wir uns hier in einem rechtsfreien Raum bewegen und niemand wagt es die mächtige Motorradlobby anzugehen. Es ist überfällig, dass wir uns endlich wehren!
    Ich meine hier übrigens nicht nur manipulierte Motorräder sondern natürlich auch am Auspuff manipulierte Autos.
    Man muss sich bewußt sein, dass dieser Motorrad- und Autolärm absichtlich und vorsätzlich produziert wird, d.h. es ist eine reine Provokation. Jedes Auto bzw Motorrad kann ja auch leiser bzw könnte mit funktionierenden Schalldämpfern hergestellt werden. Es geht den Akteuren also nicht mehr um das Fahren an sich sondern um das absichtliche Produzieren von Lärm und damit um die Terrorisierung ihrer Mitmenschen. Dass dieses Verhalten erlaubt ist, schockiert mich seit Jahren. Eigentlich habe ich in dieser Beziehung das Vertrauen in unseren Rechtsstaat verloren. Da der Staat hier nicht hilft, überlege ich, was man überhaupt tun kann. Es gibt zwar viele Initiativen und Appelle, doch die bewirken ja nichts. Man muss sich wohl selbst wehren.

    • Der Redakteur sagt:

      Was den BUND angeht, so geht unter anderem diese Website auf Initiativler vom BUND zurück. Dass Sie sich ausgerechnet an den ADAC gewandt haben finde ich besonders. Ob Ihr Nickname passend ist – ich weiß nicht…

      • BB sagt:

        Wie gesagt, Initiativen, Appelle und Vorschläge auch vom BUND gibt es seit Jahren, es passiert nur leider nichts…
        Mit dem Nickname haben Sie wahrscheinlich recht, ich werde ihn ändern bzw. nicht mehr benutzen.

        • Der Redakteur sagt:

          Der Bund ist nicht der König von Deutschland. Der König von Deutschland heißt mit Vornamen Krach und mich Nachnamen Mammon. ;-)

          • Laut ist Out sagt:

            Liebe Lärmgeplagte,
            mir geht es genauso wie den meisten von Euch … auch ich genieße die regnerischen Tage zwischenzeitlich mehr als die sonnigen und trockenen.
            Neben den zweirädrigen nehmen auch die vierrädrigen Lärmer immer mehr zu … bei letzteren fallen uns immer mehr Quads und als Automarke insbesondere Audi auf.
            Vorstöße bei Polizei und Landratsamt (ich wohne Außerorts an einer Landstraße) sind leider ergebnislos. Wenn mal dann 1 Mal im Jahr auf Drängen der Anwohner kontrolliert wird ist es verdächtig still. Daher sind wir Anwohner zum Schluß gekommen, daß es gar keinen Willen seitens der Zuständigen gibt gewisse „Rennstrecken“ zu befrieden.
            Daher haben wir den Weg über die Behörden resigniert eingestellt.
            Letztendlich – so hart es klingt – ist für uns das im Tal erschallende Martinshorn die einzige „Erleichterung“ die wir verspüren. Dann ist meist wieder ein rücksichtsloser Krachmacher für eine gewisse Zeit aus dem Verkehr gezogen.
            In diesem Sinne … Rasen und Lärmen lassen. In der Hoffnung, daß die kleinhirnigen, meist geschwindigkeitsaffinen und Krach-Junkies nur sich selbst und keine unbeteiligten Dritten „erledigen“.

          • Der Redakteur sagt:

            Audi ist in diesem Sinne auch meine Lieblingsmarke: Markenentwicklung direkt vom Klorollenhut zur Vertreterposaune. Heisst ja auch „Horch!“

    • Kein Bikerfreund sagt:

      Der Krach von Motorrädern lässt sich nur über einen Weg vermeiden: Diese Dinger, neue und alte, aller Größenklassen werden VERBOTEN. Die Zulassungen werden kassiert, es gibt keinen TÜV mehr dafür. Ausnahmen: Elektromotorräder oder ähnliches ohne Soundgenerator, denn die sind definitiv leise. Leider ist das aber nur ein Traum.

      • Laut ist Out sagt:

        @ Kein Bikerfreund
        ich stimme Ihnen soweit zu, daß der § 49 StVZO konsequent und insbesondere auch rückwirkend angewendet werden müsste!
        Zudem sollten unsere Politiker dringend die Bußgeldbemessung einmal gründlich überarbeiten:
        https://www.bussgeldkatalog.net/strassenverkehrszulassungsordnung/49-stvzo/

        Sie nahmen das Kraftfahrzeug trotz übermäßiger Geräuschentwicklung in Betrieb. –> 20 Euro

        349100 Sie führten das Kraftfahrzeug, dessen Schalldämpferanlage defekt war. –> 20 Euro

        349101 Sie führten das Kraftfahrzeug, dessen Schalldämpferanlage defekt war und belästigten dadurch Andere. –> 30 Euro

        … und für schwäbische Extremsparer:
        349106 Sie weigerten sich, die Geräuschentwicklung prüfen zu lassen. –> 10 Euro

        Ein generelles Verbot von „Verbrennern“ (Motorräder, Autos, etc.) ist nicht zielführend. Diese werden – hoffentlich – i.S.d. Umweltbelastung ohnehin mit den Jahren obsolet.

  4. Maike sagt:

    Oft liest man hier „Wir haben schon alle angeschrieben, nichts passiert, wir haben resigniert.“

    Das jedoch spielt nur den Lärmern in die Hände!!!

    Es sind dicke Bretter, an denen wir da bohren. Es braucht Geduld und einen langen Atem. Und es braucht Zusammenhalt unter den Betroffenen. Und es braucht immer mehr Menschen, die sich nicht länger ihrem Schicksal ergeben!

    ZU LAUT! hat Recht. Wir müssen die Verantwortlichen immer, und immer wieder, mit unserem Problem konfrontieren. Erst wenn diese täglich nicht mehr nur einen Brief oder E-Mail bekommen, sondern hunderte Beschwerden, dann erst wird das Problembewusstsein ansteigen.

    Daran sollten wir gemeinsam arbeiten!

    • Rainer Rau sagt:

      Sie haben absolut recht! Nach ca. 10 Jahren kann man schon die Motivation verlieren, insbesondere durch die Art und Weise, wie Bitten und Appelle abgeschmiert werden. Weiterhin scheinen es immer dieselben zu sein, die sich bemerkbar machen, neue Gebeutelte, die trotzdem mal in die Gänge kommen sollen, habe ich noch nicht gefunden. Es gibt mehr als genug Genervte, aber ohne Rückgrat. Ins Gesicht geben sie einem Recht, hinter dem Rücken ist man der Querulant. Ich habe eine Befürchtung, die man hier allerdings nicht diskutieren kann – nicht im Bezug auf legal oder illegal, sondern wegen anderer Wirkungen.
      Vielleicht merken viele jetzt ohne Ablenkung durch Arbeit usw., wie gravierend der mutwillig /böswillig erzeugte Läerm sich auf die Lebensqualität normaler Menschen auswirkt. Ich mach DENEN jetzt auf jeden Fall wieder die Postfächer voll!

      • ZU LAUT! sagt:

        Danke Maike!
        Danke Rainer Rau!
        Danke auch an Lärmn. alias BB!

        Nur wenn wir endlich als Betroffene allesamt am selben Strick ziehen und uns als Gruppe bei den Verantwortlichen in Politik und Behörden deutlich bemerkbar machen, haben wir eine Chance auf Besserung.

        Alle die jetzt noch untätig auf ihrem Sofa sitzen bleiben, sind selbst schuld an ihrem Schicksal!

    • BB sagt:

      Maike, du sagst es braucht Zusammenhalt…
      Wie wäre es mit einer Petition, Unterschriftenliste, onlinepetition, bei der übers Netz eine große Zahl Menschen erreicht werden kann etc?
      Gibt es da vielleicht schon was?

  5. MokkaTeo sagt:

    Ja, so steht’s geschrieben.

    Z.B. Rechts halten und den draengelnden Motorradfahrer im Ueberholverbot auf meinem Weg zur Arbeit Handzeichen aus dem Fenster geben und freundlich vorbeiwinken.

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