„Superlärm“: Grüne wollen Statement gegen Lärmskandal ins EU-Wahlprogramm

Na – wenigstens die haben’s kapiert: Die Grünen sind dabei, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Wo immer in Stadt und Land Beschwerden gegen Motorradlärm kommen, wird ein Lärmmessgerät aufgehängt und nach Brüssel verwiesen. Motto: Die Zulassungsrichtlinien sind EU-Sache – die habens verbockt, die sollens richten. Per Nachtragsantrag versucht jetzt Carl Ulrich Gminder die Diskussion in die Bundesdeligiertenversammlung der Grünen zu tragen, die das Wahlprogramm für die Europawahl 2019 vorbereitet. Tenor positiv – schon nach ein paar Stunden: „Wir wollen, dass die Bürger Europas – Anwohner, Urlauber, Erholungs­suchende und Naturliebhaber – wieder Ruhe finden. Wir wollen diesen mutwilligen Superlärm beenden. In allen Betriebszuständen sind die Lärmgrenzwerte einzuhalten, nicht nur im gesetzlichen Normtest. Die Tests sind an die Realität anzupassen. Umgehungstricks wollen wir ausnahmslos unterbinden, Hersteller und Fahrer*innen deutlich sanktionieren. Wir werden den Vollzug für Polizei, Zulassungsstellen und Bürger einfach und effektiv gestalten.“ Darauf ein dreifach Hoch!

37 Kommentare zu “„Superlärm“: Grüne wollen Statement gegen Lärmskandal ins EU-Wahlprogramm
  1. Florence sagt:

    Von mir auch ein dreifach Hoch! Hoffentlich ziehen die Grünen das auch durch und lassen sich nicht davon abbringen (Auch wenn Spenden fließen sollten!

  2. Andi sagt:

    Bei der nächsten Bundestagswahl wähl ich Grün. Daumen hoch. Endlich setzt sich eine Partei für unsere Belange ein. Das wird von mir belohnt.

  3. Bigfoot sagt:

    Ich finde die Grünen dennoch nicht wählbar, zu viele andere Nachteile

    • Der Redakteur sagt:

      Demokratie ist das Leben mit Kompromissen. Wenn ich das nicht akzeptieren würde, bräuchte ich nie zur Wahl.

    • Rainer Rau sagt:

      Wenn man unsere Gesamtsituation sachlich betrachtet und den Kopf nicht in den Sand steckt, MUSS man die Notwendigkeit gravierender Änderungen in unserer Lebensweise erkennen. Mir ist es lieber, ich reagiere selbst auf diese Erkenntnis und gestalte die Veränderungen mit, als dass diejenigen mir Veränderungen aufzwingen, die für die Probleme verantwortlich sind und waren. Wie diese dann aussehen werden, will ich mir gar nicht vorstellen. Die Ansprüche der konsumgesteuerten Masse in der „zivilisierten“ Welt sind jedenfalls nicht ohne Zerstörung der Mitwelt erfüllbar.

      Sagt jetzt nicht: „Thema verfehlt!“ Rasen und Lärmen sind solche sinnlose und zerstörerische Ansprüche. Diejenigen, die davon profitieren, werden alles tun, ohne irgendwelche Rücksicht ihren Profit zu steigern. Literatur von Harald Welzer, Claus Leggewie, Harald Lesch z. B. hilft uns weiter als „Autobild“, „Motorrad“, „Schöner wohnen“ oder Kreuzfahrtkataloge und „Finde den billigsten Flug“. Wer selbst Kinder hat oder wenigstens die nachfolgenden Generationen überhaupt zur Kenntnis nimmt, KANN so nicht weitermachen. Wir müssen nicht in Höhlen zurückkehren und rohes Fleisch essen, aber das andere Extrem kann’s auch nicht sein.

      Noch´n Gedicht, vielleicht das wichtigste der Welt:
      Ein Mensch, der denkt, wenn auch verschwommen,
      er müsste sich – genau genommen –
      im Grunde seines Herzens schämen,
      zieht vor, es nicht genau zu nehmen.
      (Eugen Roth)

      Nehmen wir´s genau, wo Abgase, Feinstaub und Plastikmüll bleiben, wo Rohstoffe für I-Phone und Alexa herkommen, wie Fleischüberfluss und Biosprit erzeugt werden, wie Krach und Gefährdung sich auf andere auswirken – und ob unsere Nachkommen uns nachträglich die Pest an den Hals wünschen!

    • Bigfoot sagt:

      Wegen so einer eher nichtigen Kleinigkeit wie Motorradlärm würde ich sicher nicht die Grünen wählen…

  4. Fred sagt:

    Ein positives Zeichen! Meine Stimme bei der nächsten Wahl geht an Grün. Von anderen Parteien kann man das offenbar nicht erwarten.

  5. Hedi sagt:

    Mal ehrlich! Es ist eher verwunderlich dass die Grünen das Thema nicht im Kernprogramm haben als dass es jetzt in einem Nachtrag nachgeschoben wird. Dass die CSU mit ihnen Verkehrsministern (die an multiplem Versagen der Sinnesorgane inklusive Geschmackssinn leiden) diesen Wahlprogrammpunkt nicht hat, ist klar. Aber für Grün eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

    • Rainer Rau sagt:

      DJ Andi, der Auftritt sagt alles. Der Mensch, der für „schwachsinnig“ zum ersten Mal den Begriff „bescheuert“ verwendete, hatte anscheinend prophetische Fähigkeiten.

  6. Rainer Rau sagt:

    So ist das, wenn man schon ein bisschen was zu verlieren hat. Die ÖDP nimmt keine Spenden an. Wir haben ja noch 3 Jahre Zeit, die Neuen bei den Grünen zu beobachten. Wichtig ist, dass viel mehr Menschen die Fakten erkennen und akzeptieren, da muss man dranbleiben, wenns auch manchmal unangenehm wird.

  7. Mathias sagt:

    Ja, es ist schon mehr als verwunderlich, dass so ein Antrag nicht schon sehr lange bei den Grünen im Grundsatzprogramm steht. Trotzdem natürlich gut. Im Prinzip.

    Wenn das nämlich die EU entscheidet, wird ein beträchtlicher Anteil von uns Genervten eine Entscheidung nicht mehr erleben.
    Aber wir engagieren uns für unsere Kinder.

    Was ist eigentlich mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH)? Warum keine Klage zu diesem Thema (so wie zum Thema Stickoxide)? Da gibt es doch zwei „schöne“ Ansatzspunkte:
    a) Grundgesetz Art.2: 2) „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“
    b) StVO §30: „Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten.“

    Dann braucht es nur noch mutige Richter (keine Politiker-Labertaschen) und es kommt endlich ! Bewegung in die Sache

    • Max sagt:

      Und auch das Eigentum schützt das Grundgesetz – eigentlich. Mein 1874 im Bayr. Wald erbautes Haus ist wegen der akustischen Salven im Sommer sicher nur noch die Hälfte wert.

  8. Rainer Rau sagt:

    Das größte Recht auf Unversehrtheit haben so gewisse Konten.

  9. Maike sagt:

    Endlich kapiert es eine ganze Partei! Meine Stimme geht erstmals an Grün!

    • Der Redakteur sagt:

      Abwarten. Ein Antrag ist noch kein Programm. Und ein Programm ist noch keine Politik. Aber der gute Wille zählt erstmal. PS: Ich habe sie bei allen Veggy-Day-Unzulänglichkeiten immer schon gewählt. ;-)

  10. Lui sagt:

    Meine Stimme bekommen sie auch! Ich habe mich auch schon bei der Bürgerbeauftragten meines Bundeslandes über Motorradlärm beschwert. Sie sollen spüren, dass die Bürger sich dagegen wehren.

  11. Christian Hetzel sagt:

    Wie wäre es mit einem Fahrverbot an den Wochenenden für Motorräder mit Verbrennungsmotor?
    Letzte Woche war ich mal wieder im Bereich Lierbachtal bis Ruhestein unterwegs mit dem Rad, was für eine blöde Idee, und musste feststellen dass es noch viel schlimmer geworden ist mit dem Lärm.
    Erholung gleich Null, Stresslevel deutlich höher als unter der Woche auf den Baustellen wo ich eingesetzt werde. Als Anlieger käme ich sicher auf dumme Gedanken denn die können ja schlecht das Gebiet meiden. Wenn der Nachbar um die Mittagszeit den Rasen mäht wird sofort der Anwalt eingeschaltet und prozessiert. Was ist das für eine Verhältnissmäßigkeit? Tatsächlich macht es keinen Unterschied ob man am Nürburgring ist oder sich im Bereich Schwarzwaldhochstraße aufhält und das ist keine Übertreibung! Man könnte durchaus auch von Lärmterror sprechen ohne zu übertreiben, denn nichts anderes ist es. Da die Politik sich damit schwer tut, sollte man die Anlieger und andere Lärmgeplagte zu Demonstrationszügen bewegen und regelmäßig diverse Zufahrtsstraßen am Wochenende blockieren. Vielleicht kommt dann schneller etwas in Bewegung.

    • Rainer Rau sagt:

      Ich verstehe die Idee, aber es würde viele Anständige treffen. Es sind nicht nur die Motorräder, mittlerweile grassiert die Lärmpest auch mit 4 Rädern – da kommt noch die „Musik“ dazu. Das Sinnvollste wäre ein striktes Verbot von unnötigem, vermeidbare Lärm und die kompromisslose Durchsetzung. Ich sehe die Lärmer als Gewalttäter an, aber mit gleichen Mitteln dagegen anzukämpfen wäre problematisch. Versuchen Sie einmal. sich in die Denkweise der Raser und Lärmer hinein zu versetzen, da ist Phantasie gefragt. Wenn die Politik nix tut, kanns noch lange dauern – Erwartung von Einsicht ist illusorisch.

      • Reto sagt:

        Lieber Rainer Rau,
        es gibt bereits ein Verbot von unnötigem Lärm. Aber diese Verbote (u.a. § 49 STVZO) werden dem Fetisch Individualverkehr geopfert. Wie so vieles in diesem Land… Bsp? Diesel, Flugbenzin, Steuerfreibeträge für Pendler, Höchstsatz 4500.- Bahn… Oder – noch näher – betrachten Sie die Ergebnisse des Dieselgipfels. Der Gipfel!

        • Rainer Rau sagt:

          So sehe ich das auch. Aber ich kenne z. B. zwei Motorräder, die man nicht wahrnimmt (und die trotzdem noch niemanden überfahren haben). Davon gibt’s bestimmt noch mehr, und die würden von einem Rundumschlag auch betroffen sein. Zur Zeit sehe ich nur eine Chance in wirksamen Kontrollen und individuellem rigorosem Aus-dem-Verkehr-ziehen. Für eine Lösung der großen allgemeinen Verkehrsprobleme ist ein Umdenken und Umsteuern in der Gesellschaft erforderlich, welches ich noch für unmöglich halte. Es gibt Ansätze bei einer intelligenten Minderheit, aber Rasen, Lärmen und Selbstdarstellungen irgendwelcher Art mit allgemein schädigenden Auswirkungen kriegt man nur mit Einsicht der herrschenden Politik geregelt – und da sehe ich weltweit noch schwarz.
          Und der Dieselgipfel: Wenn ich die Macht hätte, EINE Partei zu verbieten, würde mir die Entscheidung zwischen CSU und AfD sehr schwer fallen, und damit will ich keinerlei Sympathie für die letztere zum Ausdruck bringen.

          • Reto sagt:

            Das Motorrad an sich ist noch nicht mal per se ein Umweltfrevel. Sieht man einmal von Modellen jenseits der 100 PS ab. Es gibt sparsame und leise Modelle – und auch die können Spaß machen. Aber es gibt davon immer weniger im verkehr, weil das Motorrad als Spaßfahrzeug umdefiniert wurde. Und Spaß hier = Spaß auf Kosten anderer.

          • Reto sagt:

            Ein Lieblingsbeispiel von mir: Yamaha TDM 850 aus den 90ern. 80 PS Motorrad sehr leise. Auf dem Gebrauchtmarkt allerings mit Originalschalldämpfern so gut wie nicht zu finden. Wieso? Das Motorrad war für den Markt zu leise.

  12. Rainer Rau sagt:

    Unsere Bürgerbeauftragte und ihr Vorgänger sind recht fit im Abwimmeln. Die Infos, die sie bei Polizei und LBM einholten und mir mitteilten, gehen stark in Richtung alternativer Fakten. Das Gleiche beim Innenminister, der machte eigentlich erst einen interessierten Eindruck. Jetzt muss man dran bleiben, damit die sehen, dass man es ernst meint. Wenn man Gleichgesinnte findet und die ebenfalls zu Eingaben und Beschwerden bewegen kann, tut sich irgendwann etwas. Kleine Erfolge stellen sich schon öfters ein. Die allgemeine Einstellung der herrschenden Politik wird bei den neuesten Leistungen des DJ Andi wieder überdeutlich, da haben wir noch einiges zu tun.

  13. Andi sagt:

    Leider sind unsere Politiker die Marionetten von der Auto und Motorrad Industrie. Die Politik hat eine Fürsorge Pflicht gegenüber den Bürgern.Eigentlich steht alles im Gesetzbuch und muss nur Anwendung finden (jeder Bürger hat das Recht auf Unversehrtheit oder Fahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass unnötiger Lärm vermieden wird, selten so gelacht obwohl es eigentlich zum Heulen ist). Was wird von der Politik gemacht? Nur das was die Fahrzeug Industrie vorgibt. Weil leise Motorräder verkaufen sich ja so schlecht und dann kostet das so viele Arbeitsplätze …Es geht hier nur um die Belange der Industrie die Gesundheit von uns ist denen doch scheißegal. Ich bin froh das sich nun endlich eine Partei für uns stark macht auch wenn es ein Kampf David gegen Goliath ist. Aber wie heißt es so schön wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat bereits verloren.

  14. Rainer Rau sagt:

    Noch liegt es an den Wählern, den David aufzupäppeln. Wenn aber erst eine bestimmte politische Denkweise das Sagen bekommt, wird eine Änderung durch z. B. freie Wahlen schnell der Vergangenheit angehören – siehe Türkei und einige östliche sowie südamerikanische Staatsgebilde. Auch in der Politik gibt es Tipping-Points, in der Wirtschaft sind sie meiner Meinung nach schon überschritten.

  15. Lui sagt:

    Wer Lärm als Nichtigkeit beschreibt leidet unter PS Potenz! Die Menschen merken nicht, dass ihnen ein Stück Persönlichkeit fehlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*