Bitte, bitte, … nicht! Grüne bieten faulen Kompromiss an

von Hamburger und Reto

Der Spiegel berichtet über eine Initiative grüner Politiker, die vermitteln wollen zwischen motorradlärm-geplagten Anwohnern und (ja wem?) – der aktuellen Lärmsituation. Laut wird es mit diesem „Entgegenkommen“ an den Hotspots auf lange Zeit bleiben. Die Grünen schlagen (hier gibts das Papier als Download) sensationelle Maßnahmen vor nach dem Muster: „wir tun so, als ob wir was tun – am Ende wird sich nichts ändern, aber wir können wenigstens sagen, wir haben ganz viel getan“:

Besonders knuffig ist diese Passage: „Biker sollen vor allem zu mehr Rücksichtnahme bewegt werden, da die aktuellen Maschinen, die legal sehr laut gefahren werden dürfen, noch lange auf den Straßen unterwegs sein werden. Der Bund sollte deshalb Lärmdisplays sowie Kooperationen zwischen Betroffenen, Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern fördern.“

Ist das nicht spitzenmäßig!?

Ich schlage vor, der Bund verdonnert die Lärm- und Gesundheits-Geschädigten dazu, den Krachmachern, wenn sie bei ihnen vorbeibrettern, Kaffee und Kuchen ausgeben zu müssen. Bei der Gelegenheit können sie ja dann – wenn sie es unbedingt wollen – Bettel-Flyer reichen mit „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte ein bisschen leiser, aber natürlich nur, wenn’s wirklich keine Umstände macht …“

Freizeitspaß vor Gesundheitsschutz und Lebensqualität – das ist doch mal eine überzeugende Prioritätensetzung

Das Prinzip könnte Schule machen. Man erlaubt einfach alles, die Umwelt verschmutzen, Sondermüll illegal entsorgen, Menschen diskriminieren, belästigen, schädigen, zusammen schlagen, in Corona-Zeiten auch wieder Massenveranstaltungen, Partys etc … – dafür pflanzen wir aber die ganze Republik mit Displays zu (das Stück zu 15.000 Euro, hilft aber so sicher wie Placebo): „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte nehmt Rücksicht, benehmt euch nicht unbedingt wie asoziale Hornochsen! Und wenn doch… – ach komm, macht auch nix“.

66 Kommentare zu “Bitte, bitte, … nicht! Grüne bieten faulen Kompromiss an
  1. Der Redakteur sagt:

    Immerhin bleiben sie bei den 80 dB und hinzu kommt das unnütze Hin- und Herfahren auch ausserorts. Beides begrüßenswert. Die Frage nur, warum sich die Politik damit abzufinden scheint, dass die aktuellen Kräder, die unter betrügerischen Voraussetzungen eine Zulassung erhalten haben, weiter geschont bleiben.

    • Marc Laurel sagt:

      Wären Sie einverstanden, wenn Ihr rechtmäßig erworbenes Haus enteignet würde, wenn sich herausstellt, dass schon immer so eine besondere Froschart daneben laicht?

      Das ist doch noch wirklich kein Problem. Diese Motorräder werdn jährlich weniger, für neue kommt eine sinnvolle Regelung und.das ganze Clientel überaltert sowieso. Die Anzahl legal lauter Modelle > 95DB ist außerdem gering.
      Eine enteignungsgleiche Maßnahme gegen jeden Bestandsschutz wird es nicht geben können. Das haben selbst die Grünen verstanden.

      • Reto sagt:

        Wären Sie einverstanden, wenn Ihr rechtmäßig erworbenes Haus enteignet würde, indem jedes Wochende hunderte von Krachmaschinen daran vorbeiführen und sie weder ein Fenster öffnen noch den Garten nutzen könnten, nur weil eine Industriemafia Maßnahmen ersonnen hat, die Lärmnormen zu umgehen. Wären Sie damit einverstanden, wenn Sie davon krank würden?

        • Marc Laurel sagt:

          Reto, hier ging es nur um die Frage warum legal zugelassene Fahrzeuge nicht betroffen sind.
          …und eine möglichst gut beschreibende Antwort.
          Lassen Sie sich beraten, was eine Enteignung ist und welche Voraussetzungen vorliegen müssen.
          Bei Ihrer Immobilie wird sich durch das Fahren von Fahren von legal zugelassenen Fahrzeugen keine Enteignung durch eine staatliche Massnahme feststellen lassen. Von einer Wertminderung und Gebrauchseinschränkung kann man sicher ausgehen. Aber eben nicht von einer Enteignung. Ggf. können Sie Gemeinde zu Schallschutzmaßnahmen verpflichten. Das können auch Maßnahmen sein, wie von dieser Initiative angestrebt.

          • Reto sagt:

            Jetzt mal losgelöst von juristischer Wortklauberei: Ist Iher Maschine wichtiger oder meine Gesundheit als Anwohner eines Hotspots? Ihre Maschine oder der Wertverlust meiner Immobilie an einem Hotspot? Ihre persönliche Freiheit oder meine Lebensqualität an und in meinem Zuhause?

  2. Rainer Rau sagt:

    Es gibt wohl keinen Kompromiss, der diese Zustände erträglich macht.
    Wenn die Grünen – eine der wenigen wählbaren Parteien – in diesem Fall auch nur wieder Fensterbilder häkeln und damit die Lärmschutzfenster wirksamer machen wollen, reicht es mal wieder nicht aus.
    Würden alle geltenden Regeln endlich mal durchgesetzt, hauptsächlich im Bezug auf Rasen, wäre das schon ein Fortschritt. Das, was dem Hund am anderen Ende der Leine nachgesagt wird, sitzt bei den meisten Motorrädern im Sattel mit der Gewissheit, dass Scheuer seine Hand über ihn hält. Die Hand, mit der er zum Wohle des Volkes den Meineid geleistet hat.

  3. Der Redakteur sagt:

    Hier gibts das Grüne Papier noch in ganzer Länge zum Download. https://bit.ly/gruenekompromiss

    Auch wenn vermutet werden muss, dass der Scheuer die Bundesratsinitiative links liegen lässt, finde ich es auch zu früh, die Luft rauszulassen und Displays zu pflastern. Die haben tatsächlich etwas von taubem Aktionismus.

    • Klaus sagt:

      Wenn doch alle bei Herrn Habeck ihren Unmut kundtun vielleicht hilft das bei seiner Meinungsbildung. Dazu sollten ihn alle anschreiben. Nicht zurücklehnen und warten. Meldet euch bei ihm. Ich hoffe jeder schreibt ihn an.

      • Rainer Rau sagt:

        Ein zweites Schreiben ging an Frau Baerbock.

        • Klaus sagt:

          Super. Ich habe auch den Verkehrsminister von Baden Württemberg, den Bürgermeister unserer Stadt, das Straßenbauamt Rems Murr, die übergeordnete Abteilung 4 in Stuttgart, den Landrat Rems Murr und verschiedene hier vertretene Parteien angeschrieben.

  4. Dirk sagt:

    Wie ist den ihr Vorschlag die Situation zu verbessern? Jetzt bitte nicht mit Fahrverboten kommen. Die lösen das Problem nicht sondern verlagern es nur.

    • Reto sagt:

      Weg mit diesen Zulassungsnormen, Verbot und Rückrüstunbg von Auspuffklappen (auch bei Autos), Verbot unnützen Hin- und Herfahrens, etc. Dann hat die Poizei auch tatsächlich etwas zu kontrollieren.

      • Kein Bikerfreund sagt:

        Eine Frage: Was ist unnützes hin- und herfahren? Beispiel: Nachbar fährt mit seinem Kracheisen (angeblich) zur Arbeit, kommt nach 9h wieder. In meinen Augen unnötig, jede Motorradfahrt ist unnötig. Kann ich ihn jetzt dafür anzeigen? Was ich sagen will, ist, dass diese Formulierung mal wieder dehnbar ist wie Kaugummi. Nur harte Fahrverbote bringen etwas und bei Verstößen harte Strafen bis hin zu Haftstrafen für Unbelehrbare.

    • Rainer Rau sagt:

      Tschuldigung – soll die Frage etwa ernst gemeint sein?

    • Rossi sagt:

      Hallo Dirk,

      weißt du, inzwischen ist mir vollkommen egal, ob angeblich etwas verlagert wird, wenn es dafür nur stellenweise ruhiger wird. Zudem glaube ich, daß landschaftlich schöne Strecken ihr Krachpublikum anziehen, so, wie Straßen ihren Verkehr schaffen, und durchaus nicht alles ‚verlagert‘ wird.

      ‚Verlagert‘ ist übrigens schon mal ein schöner Ausdruck: Verlagert werden Lasten, Belastungen, Belästigungen. Paßt.

      Außerdem freue ich mich über Fahrverbote, weil sie bitter nötige Bewegung ‚reinbringen, zB siehe Österreich – danke, liebe Österreicher!

      Wie wäre es damit, einfach jedes Jahr die 10 krachbelästigtsten Strecken dichtzumachen? Nach ein paar Jahren sollte die Message bei den Herstellern _und_ den Lärmschleudern angekommen sein.

      Ja, Streckensperrungen wirken. Wie gut sieht man an der Reaktion: „Was-ist-mit-Rasenmäher/LKWs/Autos/Laubbläsern/usw.-ismen“, „das verlagert nur“, „alles nur bedauerliche Einzelfälle“ …

      Am schönsten finde ich, daß die Motorradfahrer und die Hersteller anfangen, sich den schwarzen Peter gegenseitig hinzuschieben, etwa https://www.alpentourer.eu/alpentourer-blog/motorradlaerm-hersteller-sehen-schuld-bei-motorradfahrern/.

      Ja, Streckensperrungen wirken. Allein die Androhung bewirkt schon etwas, aber nicht genug. Da sollten jetzt durchaus ein paar kommen. Je mehr, desto besser.

      Grüße, Rossi

  5. Stefanie Harms sagt:

    So ein Unsinn. So etwas gibt es doch schon ewig und es bringt keine Verbesserung eher noch eine Verschlimmerung.
    Die begreifen nicht, dass sie es hier nicht mit geistig gesunden rational denkenden Menschen mit Empathie zu tun haben, sondern mit rücksichtslosen Egomanen. Die fühlen sich erst recht angestachelt dadurch.

  6. Theresa sagt:

    Bei Manchen und wahrscheinlich bei Vielen hilft der Dialog halt nix. Die haben für 15.000 ein Motorrad gekauft und wollen rumrasen und rumlärmen damit. Also der Mist mit den Lärmtafeln ist wirklich eine teure Zumutung. Bringt ein Viertele dB und kostet 15.000. Und dann kann der Gemeinderat in Ruhe weiterschlafen und seine Bürger im Lärm lassen. Die Hotspot-Raser rührt das Täfelchen nicht.

  7. Wolf sagt:

    Hätte nicht gedacht das die Grüne Verbotspartei zu so sinnvollen Ideen in der Lage ist. Beide Daumen hoch.

  8. Herbert Wolf sagt:

    Hätte nicht gedacht, das von der Verbotspartei so ein sinnvoller Vorschlag kommt. Beide Daumen hoch dafür.

  9. Klaus sagt:

    Hallo, heute ist Mal wieder ein ganz besonderer Tag. Da kommen diese kranken Menschen mit ihren Radau Kisten wieder rücksichtslos bei uns durch den Ort. Überhöhte Geschwindigkeit ist das kleinste Problem. Hochturig und mit extra Gas geben, überholen im Ort und absolut rücksichtslos. Da kann man mir noch Hass empfinden. Ich kann einfach nicht nachvollziehen wer meint es wäre nur eine Minderheit. Kaum einer dieser Typen ist irgendwie normal unterwegs. Es scheint wie wenn in deren Köpfen irgendetwas ausgeschaltet ist. Ich bin für Streckensperrungen und Demos an den Hotspots. Immer an Samstag und Sonntag. Je öfters diese Strecken wegen Demos gesperrt sind und je ablehnender die Leute auf diese kranken Kaoten reagieren um so unattraktiver wird ihr Radau erhalten. Ich empfehle alle Restaurants an denen steht, Motorradfahrer willkommen, zu beukotieren. Die kommen nur an schönen Tagen. Es muss etwas passieren. Ich kann nur sagen wehrt euch, ohne Gewalt aber massive. Diese Typen müssen regelrecht geächtet werden.

  10. Jürgen sagt:

    Heute sind wegen der Hitze nur die Bekloppten unterwegs gewesen, die ohne Schutzausrüstung , mit Jeans und Turnschuhe fahren. Dafür waren die umso lauter, wegen der kurzen Beinchen meist auf niedrigen Maschinen hauptsächlich einer amerikanischer Firma unterwegs. Ich bin als Motorradfahrer für Sonntagsfahrverbote und sofortiger Verschrottung überlauter Mopeds!

    • GS Fahrer sagt:

      Das sieht oft nur so aus ! Ich fahre auch in Jeans mit Protectoren und Kevlarfasern und Motorradsneakern mit Knöchelschutz, warum sind denn in Ihren Augen alle Motorradfahrer bekloppt? Finde Sie diese einseitige ständige Stigmatisierung in der Sache hilfreich ?
      Wir bezeichnen doch auch nicht jedes Sensibelchen, das sich an normalen Verkehrsgeräuschen stört, als Bekloppte .

      • Jürgen sagt:

        Und es ist eben nicht „normal“, solchen infernalischen Lärm zu machen, indem man den Klappenauspuff außerorts öffnet, ihn manipuliert oder die Gänge ausdreht. Da muss man schon mächtig einen an der Murmel haben und ordentlich Minderwertigkeitsgefühle.

        Motorräder, die auf Rennstrecken wegen des Lärms verboten sind gehören erst recht nicht auf die Straße!

        Das sei nur den „bekloppten“ gesagt, die anderen sind nicht angesprochen, würden aber auch sympathischer rüberkommen, wenn sie leisere Maschinen fahren würden.

    • Fellmann sagt:

      Glaubt Ihnen auch niemand.
      Fahrverbote sind Unsinn und von den Bundesregierung am 07.07 auch schon als Solcher bewertet worden.

  11. Rainer Rau sagt:

    Augen auf, Ohren auf, überall, wo es eine Teerdecke gibt.

    Derartige Fragen kenne ich zur Genüge, sie machen das Land kein dB leiser.

    • Markus sagt:

      Also auch auf der Teerdecke des kombinierten Rad und Fußweges, wo sich gestern die Wanderer aus der Großstadt über die Radler hochtourig und lautstark echauffiert haben. Da war ein Lärmpegel, der dem Wert eines Naherholungsgebiet nicht gerecht wurde. Da sollte ich doch glatt einen neuen Hotspot melden, vielleicht fehlt dieser noch auf Ihrer Karte.

  12. Tourenfahrer sagt:

    Ich kann die ganzen Anfeindungen hier immer noch nicht nachvollziehen. Genau so wenig wie die nicht vorhandene Bereitschaft einen Dialog oder Kompromisse einzugehen.

    Wohin das führt? Richtig. Zu nichts. Alles bleibt wie es ist und die lärmgeplagten Anwohner schauen in die Tonne.

    Schade.

    • Rossi sagt:

      „Ich kann die ganzen Anfeindungen hier immer noch nicht nachvollziehen. Genau so wenig wie die nicht vorhandene Bereitschaft einen Dialog oder Kompromisse einzugehen.“

      Was für einen Dialog? Zum Beispiel ‚bittebitte macht doch freiwillig ein bißchen weniger Krach‘? Wie gut das funktioniert, haben wir schon gesehen. Nämlich gar nicht.

      Und was für Kompromisse? Wie sollen die denn aussehen? Zum Beispiel Motorradlärm sonntags nur von 14-20 Uhr, aber dafür morgens Ruhe? Ja, das wird ganz bestimmt funktionieren.

      „Wohin das führt? Richtig. Zu nichts. Alles bleibt wie es ist und die lärmgeplagten Anwohner schauen in die Tonne.“

      Schon klar. Die lärmgeplagten Anwohner, die keine Lust auf windige Diskussionen und faule Kompromisse haben, sind jetzt daran schuld, daß lärmgeplagte Anwohner in die (Krach-)Tonne schauen.

      Diese Täter-Opfer-Umkehr mache ich nicht mit.

      • Markus sagt:

        Sie betrachten andere Sichtweisen als Geschwätz.
        Ich selbst wohne seit 24 Jahren in einem sogenannten Lärmhotspot, sogar in Reichweite einer Bergstrecke.
        Ich sitze sogar in der ersten Reihe.
        In den ganzen 24 Jahren hat sich an der Anzahl der sogenannten lauten Motorrädern nichts verändert. Es gibt sie, aber diese Fahrzeug sind nicht die Mehrheit, sondern eine absolute Minderheit und schon gar nicht sind es die verteufelten Klappenauspuffanlagen, es sind ältere Fahrzeuge mit veränderten Endschalldämpfern.
        Mich persönlich stört diese Geräuschkulisse nicht, so geht es auch sehr vielen anderen Einwohnern hier.
        Natürlich gibt es Einwohner, die sich beschweren, aber das ist nicht die Mehrheit. Bei diesem Hotspot wird viel Getöse von Motorradgegnern unternommen. Nach dem Motto je lauter man schreit, desto mehr wird man wahrgenommen.
        Interessant ist noch ein Beitrag in der Stuttgarter Zeitung vom Jahr 2019 zum Thema Fluglärm und dessen Beschwerden am Stuttgarter Flughafen. Ein Drittel der Beschwerden kam von genau 3 Personen.
        Nur so viel dazu.

        • Reto sagt:

          Gratuliere, dass Sie Ihren Wohnort an der Rennstrecke gut finden, dann müssen Sie ihn ja auch nicht unter Wert verkaufen und wegziehen. Ansonsten: Ihr persönlicher „Musikgeschmack“ hat nichts mit dem anderen Leute zu tun. Ihre persönliche Statistik hat keine Relevanz? Ihr Beitrag in der Stuttgarter Zeitung ist ohne Quelle usw. usw
          Seit Jahren die gleiche „Argumentation“: Also mich störts nicht. Ich wohne auch da, mich stört Gülle viel mehr. Ich wäre wirklich überrascht, wenn mal einer eine neue Lüge bringen würde, die alten langweilen mich.

          • Markus sagt:

            Das ist keine Antwort, haben Sie Zahlen, wieviel Prozent der Anwohner im Verhältnis zu Gesamteinwohnerzahl einer Kommune sich an dem Motorradlärm stören? Haben Sie wahrscheinlich nicht, weil es keine gibt.
            Solche Zahlen würden die Diskussion sicherlich versachlichen.
            Der Beitrag in der Stuttgarter Zeitung ist vom 04.10.2019 und lautet Massive Zunahme von Beschwerden über Fluglärm und die Zahlen dort besagen, dass 3 Personen für ein Drittel der Lärmbeschwerden verantwortlich sind.
            Den Artikel können Sie gerne nachlesen, aber vielleicht passt das nicht in Ihre Sichtweise. Ich bleibe dabei, in unserer Kommune wird das Thema übertrieben und bewusst unsachlich, auch in unserer Lokalpresse dargestellt. Aussagen von Kommunalpolitikern sind persönliche Meinungen, die ungeprüft abgedruckt werden. Ob Sie wahr sind oder nicht das spielt keine Rolle. Hauptsache es passt zu der eigenen Anschauung.
            Übrigens, der Gestank der Gülle und der Traktorenlärm stört mich nicht, aber eine Doppelmoral mancher Kommunalpolitiker.

          • Reto sagt:

            Doppelmoral? TipTop! Ich kann hier in der Timeline nachverfolgen, dass Sie das lauteste Raser-Serien-Motorrad von BMW S1000 RR fahren. Und dann teilen Sie uns mit, dass die Anwohner bei Ihnen im Ort mit ihren Beschwerden (gegen Lärm oder gegen Sie?) völlig überziehen und dass es Sie persönlich gar nicht stört, an einer Lärmstrecke zu wohnen. Klar: Sie können ja nicht gleichzeitig herumlärmen und wohnen. Und dann die Doppelmoral (der Lokalpolitiker) an den Pranger stellen. Auf diese Wuchtel mache ich heute Abend ein kühles Bier auf… Sagen Sie’s niemand, was Sie hier so an Denkproben vom Stapel lassen. Also mir wäre das super-peinlich.

        • Rossi sagt:

          „Sie betrachten andere Sichtweisen als Geschwätz.“

          Ja, ich bezeichne Geschwätz als Geschwätz. zB diese Nummer hier, ich darf in Gänze zitieren, damit man sich das nochmal auf der Zunge zergehen lassen:

          „Also auch auf der Teerdecke des kombinierten Rad und Fußweges, wo sich gestern die Wanderer aus der Großstadt über die Radler hochtourig und lautstark echauffiert haben. Da war ein Lärmpegel, der dem Wert eines Naherholungsgebiet nicht gerecht wurde. Da sollte ich doch glatt einen neuen Hotspot melden, vielleicht fehlt dieser noch auf Ihrer Karte.“

          … Sie vergleichen also ein paar streitende Wanderer mit dem Motorradlärm, die am Wochenende und gern auch zwischendurch ganze Täler zerkrachfräsen, und stellen es auf gleiche (Belästigungs-)höhe. Dasselbe wäre, wenn ich (mir fällt gerade nichts hinreichend §“%$&%!“ ein) sagen würde: Was stört ihr euch an dem ewigen Gestank der Chemiefirma in X, in Y hat einer mal einen Furz gelassen, der stinkt genauso.

          Dafür habe ich ein Wort: Geschwätz.

          „Mich persönlich stört diese Geräuschkulisse nicht, so geht es auch sehr vielen anderen Einwohnern hier.“

          Komisch – ich treffe im Schwarzwald immer nur die anderen.

          Unter’m Strich: Sie versuchen, das Problem kleinzureden: ‚Sind ja nur wenige, die das stört‘, ’nicht lauter geworden‘ (mit der schönen Nummer ‚die alten Kisten sind lauter‘, als ob sich das auch noch von selbst lösen wurde), die üblichen ‚bedauernswerte Einzelfälle‘ („eine absolute Minderheit“), dann erzählen Sie, daß die, die das stört, ja eh bloß 3 Leute sind, also nur eine ganzganzwenigkleine Minderheit, und legen noch ein bißchen Täter-Opfer-Umkehr drauf:

          „Bei diesem Hotspot wird viel Getöse von Motorradgegnern unternommen.“

          Seltsam, an den Hotspots, die ich kenne, höre ich immer nur Getöse, Geröhre, Gefräse von den Motorradfahrern. Und zwar von früh bis spät.

          „Ob Sie wahr sind oder nicht das spielt keine Rolle. Hauptsache es passt zu der eigenen Anschauung.“

          Klar. Zu meiner verqueren Anschauung, das muß auch noch kommen. Wissen Sie was? Ich habe kein Problem mit meiner Anschauung, ich habe eins mit meinen Ohren!

          Ansonsten danke ich für die Anregung „Nach dem Motto je lauter man schreit, desto mehr wird man wahrgenommen.“: Wir müssen lauter schreien. Sie werden’s zwar nicht glauben, aber wir sind mehr als nur drei Hanseln hier im Schwarzwald. Ich persönlich werde am lautesten nach Streckensperrungen schreien. Bei dem lauten Abwehrgeschrei scheint mir das eine gute Idee.

          Ja, ich habe plötzlich auch wieder ganz neue Motivation, lauter zu schreien.

        • Bigfoot sagt:

          Am Stuttgarter Flughafen ist ja auch kaum Flugaufkommen, ein Mini Flughafen, da gibt es nix zu beschweren..

      • Tourenfahrer sagt:

        @Rossi

        „Was für einen Dialog?“

        Wie wäre es denn, wenn man gemeinsam überlegen würde was man wirklich tun kann?

        Was kann ich als Motorradfahrer tun, oder was kann ich noch MEHR tun?

        „Und was für Kompromisse?“

        Die, die man gemeinsam findet.

        „Schon klar. Die lärmgeplagten Anwohner, die keine Lust auf windige Diskussionen und faule Kompromisse haben, sind jetzt daran schuld, daß lärmgeplagte Anwohner in die (Krach-)Tonne schauen.

        Diese Täter-Opfer-Umkehr mache ich nicht mit.“

        Wenn ich als Motorradfahrer einfach nur der Feind bin, Sie nicht mit mir diskutieren möchten, ja, dann sind Sie es selbst schuld wenn Sie alleine in der Politik (und auch bei Motorradfahrern) nichts bewirken.

        • Rossi sagt:

          [Rossi: „Was für einen Dialog?“]
          „Wie wäre es denn, wenn man gemeinsam überlegen würde was man wirklich tun kann?
          Was kann ich als Motorradfahrer tun, oder was kann ich noch MEHR tun?“

          Ok. Was schlagen Sie vor? Ich schlage vor:

          – Streckensperrungen an Lärmhotspots zur Soforthilfe, sagen wir die ersten 10 Strecken gleich, dann pro Jahr weitere 10,
          – Lärmhotspots nicht über das ganze Jahr mitteln, sondern Spitzen und tagesweise,
          – Sofortige Einführung von Lärmgrenzwerten über den gesamten Fahrbereich, diese
          – Lärmgrenzwerte sagenwir 90dB, nach 3 Jahren 85dB, dann 5 Jahren 80dB ohne „Bestandsschutz“.

          [„Und was für Kompromisse?“]

          „Die, die man gemeinsam findet.“

          ‚kay. Fangen Sie an.

          [Rossi: „Schon klar. Die lärmgeplagten Anwohner, die keine Lust auf windige Diskussionen und faule Kompromisse haben, sind jetzt daran schuld, daß lärmgeplagte Anwohner in die (Krach-)Tonne schauen.
          Diese Täter-Opfer-Umkehr mache ich nicht mit.“

          „Wenn ich als Motorradfahrer einfach nur der Feind bin, Sie nicht mit mir diskutieren möchten, ja, dann sind Sie es selbst schuld wenn Sie alleine in der Politik (und auch bei Motorradfahrern) nichts bewirken.“

          Nein, Sie sind nicht ‚einfach nur der Feind‘, Sie sind die Lärmbelästigung (‚Sie‘ jetzt verallgemeinert). Und wir haben schon viel bewirkt: Wir haben das Thema in die Öffentlichkeit und in die Presse gebracht, wir haben angefangen, uns zusammenzuschließen (von Gemeinden zu Verbänden), und gerade jetzt sieht es endlich so aus, daß sich die Länder- und Bundespolitik aufwacht. Ich sehe auch an den schönen Motorraddemonstrationen, daß sich etwas bewegt – wozu würden ‚die Motorradfahrer‘ das sonst machen?

          Abschließend muß ich sagen, daß ich das Problem auch darin sehe, daß alle Appelle an die vernünftigen, diskussionsbereiten Motorradfahren rein gar nichts gebracht haben. Ich sehe sie doch ständig an den Plakaten zB mit dem Kind, das die Hände an die Ohren drückt, vorbeiröhren. Ich habe auch noch nie mitbekommen, daß besonders laute Krachfräsen irgendeine Diskussion oder Problem mit ‚kompromißbereiten, dialogbereiten Motorradfahrern‘ bekommen hätten.

          Anders ausgedrückt: Ihr Motorradfahrer habt so viel verbrannte Erde hinterlassen, daß die Kompromißbereitschaft vermutlich nicht nur bei mir auf einem Tiefpunkt angekommen ist.

          Eines noch zu „wenn Sie nicht mit mir diskutieren wollen … selbst schuld wenn Sie … nichts bewirken“: Ich lasse mir auch nicht vorschreiben, was ich zu tun habe, und ich bin inzwischen sehr allergisch auf ’selbst schuld‘ – Sie wissen schon, ws ich meine: die beliebte Täter-Opfer-Umkehr, die viele Motorradfahrer so gern draufhaben.

    • MokkaTeo sagt:

      Tourenfahrer meint:

      –Ich kann die ganzen Anfeindungen hier immer noch nicht nachvollziehen. Genau so wenig wie die nicht vorhandene Bereitschaft einen Dialog oder Kompromisse einzugehen.

      Wohin das führt? Richtig. Zu nichts. Alles bleibt wie es ist und die lärmgeplagten Anwohner schauen in die Tonne.—

      Bei allem Respekt:

      Was versprechen Sie, GS- Fahrer, Hannoveraner etc. sich von einem Dialog mit lärmgeplagten Bürgern?

      Was wollen Sie damit bewirken?

      Glauben Sie ernsthaft, daß Sie mit einer anonym geführten Diskussion in einem Forum mit anonymen Teilnehmern die Empathie rücksichtsloser Motorradfahrer „da draußen“ erwecken können?

      Pardon- aber dafür sind Sie, Hannoveraner etc. imho zu unwichtig.

      Oder fordern Sie aktiv andere Motorradfahrer auf, doch mehr Rücksicht zu nehmen?

      Klären Sie uns doch einmal auf, wie Sie die Lage entschärfen möchten. Vorschläge?

      Selbst Ober- Streckenwart Wilczynski, der auch in seiner etwas beschränkten Sichtweise bei jeder noch so kleinen, Ungerechtigkeit, die der motorradfahrenden Zunft auch nur ansatzweise zugefügt werden könnte, vor Ort ist, kann den harten Kern nicht sprengen.

      Der Schutzengel aller Biker hat zudem auch kein besonders grosses Interesse, den Anwohnern zu helfen. Denn sonst würde er und seine Kumpane nicht nur heuchlerisch in einem Lärmforum mitlobbyieren, sondern mehr ernsthaften Einsatz dafür aufbringen. Oder nicht jede kleinste Streckensperrung, die den Einwohnern Linderung bringt, bereisen.

      Und dann glauben Sie, daß Sie die Welt verändern können?
      Ernsthaft?

      Ich denke eher, die Motorradfahrer werden in Zukunft „in
      die Tonne schauen“ um es mal mit Ihren Worten zu benennnen.

      Der Druck auf den Staat wächst, um endlich gegen Raser und Lärmer- auf zwei oder vier Rädern vorzugehen.
      Und das ist, was zählt. Und es wird sich etwas regen.

      Mit dem harten Kern meine ich übrigens nicht die Allgemeinheit der Motorradfahrer, sondern „nur“ Raser und Lärmer.

      Gegen sozialvertäglich fahrende Biker oder Autofahrer ist ja auch nichts einzuwenden.

      Ungerecht ist es halt, wenn die Lärmkeule dann jeden trifft.
      Und sie wird treffen.

      • Tourenfahrer "T" sagt:

        @MokkaTeo

        „Was versprechen Sie, GS- Fahrer, Hannoveraner etc. sich von einem Dialog mit lärmgeplagten Bürgern?“

        Ich erhoffe mir vor allem einen Kompromiss, der für alle Seiten einen effektiven Nutzen hat und dafür sorgt das Motorradfahrer und lärmgeplagte Bürger gemeinsam eine Masse gegen Lärm, Raserei und Idioten im Straßenverkehr darstellen die endlich eine hohe Relevanz besitzt.

        Meinen Sie ernsthaft, dass ich extremen Lärm, die hohe Gefährdung von anderen und absolut überhöhte Geschwindigkeiten auf der Straße als etwas positives empfinde?

        „Oder fordern Sie aktiv andere Motorradfahrer auf, doch mehr Rücksicht zu nehmen?“

        Ja. Und das nicht nur passiv durch das Vermeiden, Ignorieren oder Verlassen von Motorradgruppen und Communities (offline und online), sondern aktiv. Die Themen die Sie hier haben, sind auch bei Motorradfahrern hoch im Kurs. Und zumindest in meinem Dunstkreis hat in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden.

        „Und dann glauben Sie, daß Sie die Welt verändern können?
        Ernsthaft?“

        Nein. Genau so wenig wie ein paar „Lärmgegner“ die stümperhaft Fahrgeräusche vom Balkon aus dokumentieren. Aber ich habe Hoffnung, dass „wir“ gemeinsam etwas erreichen können. Wie oben geschrieben, Lärmgegner und Motorradfahrer, die als relevante Masse versuchen etwas zu bewegen.

        „Klären Sie uns doch einmal auf, wie Sie die Lage entschärfen möchten. Vorschläge?“

        Wie ebenfalls weiter oben formuliert: Viel wichtiger als sich immer verbal die Köpfe einzuschlagen wäre es doch, mal zu schauen was der einzelne wirklich machen kann und was wir gemeinsam erreichen können. Ich glaube ein vernünftiges und iteratives Vorgehen, ist von einem großen Anteil der Motorradfahrer gewünscht, wenn man mal die ganzen Anfeindungen und Spitzfindigkeiten weglassen könnte.

        Denn wenn ich mir die letzten 10 Jahre anschaue: Erreicht haben die Lärmgegner bisher nichts. Und war gar nichts. Sie schreiben es doch hier selbst ständig: Es wird schlimmer, mehr und lauter. Und nun kommen Sie bitte nicht mit Dingen, die Sie auf dem Papier erreicht haben. Auf dem Papier sind Motorräder heute auch leise/leiser. Und wir wissen alle, wie sehr das zutrifft.

        Vorschläge und Dinge die man meiner Meinung nach ändern müsste, habe ich hier schon öfter gepostet.

        • Tourenfahrer sagt:

          Um es vielleicht auch noch mal ganz klar zu formulieren: Der „Loud Pipes Saves Lifes“-Fraktion, Möchtegern-Rossis und Posern muss man für einen Dialog und einen Kompromiss nicht zuhören. Aber allen anderen. Und das sind, auch wenn es unvorstellbar sein mag, auch bei Motorradfahrern eine ganze Menge.

          Der Beitrag vorher gehört zu mir, hatte irgendwie nur das „T“ erwischt beim Namen.

          • Rossi sagt:

            ‚Um es vielleicht auch noch mal ganz klar zu formulieren: Der „Loud Pipes Saves Lifes“-Fraktion, Möchtegern-Rossis und Posern muss man für einen Dialog und einen Kompromiss nicht zuhören.‘

            Na, an den Möchtegern-Rossis nehme ich mal keinen Anstoß, ich weiß schon, wer gemeint ist:). Ansonsten ja, Zustimmung.

            ‚Aber allen anderen. Und das sind, auch wenn es unvorstellbar sein mag, auch bei Motorradfahrern eine ganze Menge.‘

            Ich merke an mir selbst, daß ich von mitunter so auf Touren bin, daß mir manchmal die Freundlichkeit fehlt; ich bedauere das. Mit anderen zu reden und Argumente zur Diskussion zu stellen in, nun ja, ehrlichem Dialog, sind mir hohe Werte. Und ich achte es, wenn jemand sich auf unbequemes Terrain begibt, um das zu versuchen. Dieses Kompliment muß ich Ihnen machen.

            Aber, verstehen Sie, ich habe viele sagenwir Dialoge, Kooperationen und Projekte mit Motorradfahrern bzw. -Organisationen mitbekommen, die eher als Feigenblättchen dienten und bei denen hinterher nichts oder nur kurz etwas herauskam. Ich habe auch keine Lust mehr, mich mit Motorradfahrern zu unterhalten (ich meine direkt, im Schwarzwald), was sollte ich schon sagen außer „bittebitte macht doch nicht so einen Krach“. Manchmal mache ich noch piano-Gesten mit der Hand, und wenn dann wieder einer dafür den Motor nochmal extra aufheulen läßt, denke ich nur ‚was erwartest du auch‘.

            Und ich möchte dringend, daß bei der Krachproblematik endlich etwas herauskommt.

          • Der Redakteur sagt:

            @Rossi:
            Das Internet ist eine raue, miese Gegend. Ich rede oft mit Bikern auch o(h)ral und dann auch Tacheles (Hinweis auf EU-ABE-Auspuff, muss das sein?, Auspuffklappen…) Die sind alle nett und freundlich und sie fahren ja nicht laut (innerorts nur rollen lassen) und sie kennen aber sogar jemanden, der macht die Pfeife raus… Aber es geht halt nicht ohne Sound und ist ja auch alles legal.
            Dass es hier anonym anders zugeht, ist klar.
            Wir werden das Problem hier auch nicht lösen. Diese Seite sammelt seit Jahren Belege für die Entwicklung zum drauf verweisen. Nicht für die Zielgruppe ;-)

        • Lutz F. sagt:

          @T für beide Parteien einen annehmbaren Kompromiss zu finden kann nur erfolgen, wenn stärker kontrolliert wird und Klappensysteme für Autos und Motorräder verboten werden. Am Ortsausgang wird die Klappensteuerung geöffnet und los gehts zur nächsten Ortschaft die zwei Kilometer entfernt ist. Einen Rasenmäher oder andere landwirtschaftliche Geräte höre ich auf diese Entfernung nicht mehr.

          Gerade jetzt war aus unserer Tagespresse zu lesen, dass eine Gruppe von fünfzehn Motorradfahrern kontrolliert wurde und fünf davon ihre Maschinen aufgrund technischer Veränderungen zu laut waren und eine Weiterfahrt verboten wurde.

          Scheinbar war es den anderen zehn egal wie laut diese waren, hier muss verstärkt unter den Motorradfahrern ein Umdenken beginnen.

          Ausreden wie Hobby und das fahren nur am Wochenende sowie Sturheit, sind für mich keine Antworten, die Anwohner möchten ihre Ruhe!
          Und wenn Anwohner im Schichtdienst arbeiten ist es für diese noch schlimmer, Lärm macht krank!

        • MokkaTeo sagt:

          @Tourenfahrer

          Lieber Tourenfahrer „T“,

          Ihre Konsensbereitschaft in Ehren, aber ich denke nicht, daß ein Meinungsaustausch oder Gespräche eine nachhaltige Wirkung erzielen können.

          Zudem: wie wollen Sie das bewerkstelligen? Dieses Forum hier reicht bei weitem nicht dafür aus. Es dient hauptsächlich als Plattform, auf der Dampf von beiden Seiten abgelassen wird.

          Oftmals sieht es doch so aus:
          Selbst verständnisvolle Biker reißen schonmal am Gashahn, wenn ihnen danach ist. Dann sind alle guten Vorsätze ad acta gelegt.
          Das Misstrauen, das hier und andernorts (ich spreche mich davon auch nicht gänzlich frei) vielen Zweiradlern entgegengebracht wird, ist- gerechter oder ungerechter Weise, nachvollziehbar.

          Gut- Diskussionen um zu laute Motorräder oder rücksichtslosen Fahrstil gibt es schon sehr lange.
          Doch in den Zeiten der Pandemie sind diese Diskussionen hochgekocht und haben imho den Siedepunkt erreicht.

          Neue Impulse haben diese Streitereien nicht zuletzt dadurch bekommen, daß die leeren Straßen verstärkt zur Spielwiese von 2- und 4- rädrigen „Individualisten“ wurden. Während viele verunsicherte Bürger dem Rat gefolgt sind, daheim zu bleiben.

          Ich bin davon überzeugt, daß ohne diese unsägliche Pandemie keine große Bewegung in die Lärmdiskussion gekommen wäre. Same procedure as last (every) year:
          Die Aufregung startet im Frühjahr, erreicht im Sommer ihren Höhepunkt und flaut im Herbst ab um im Winter wieder einzuschlafen.

          Doch das nur am Rande.

          Ich will Ihnen keine bösen Absichten oder Unwillen unterstellen.

          Doch als effizient kann ich diesen Meinungsaustausch oder Gesprächsbereitschaft leider nicht mehr sehen.

          Seit etwa vier Jahren arbeite ich in einer AG gegen Motorradlärm mit. In diesem Forum sind auch Motorradfahrer und organisierte Motorradfahrer involviert. Der Gedanke war, keine Partei außen vor zu lassen. Anfangs lief die ganze Geschichte optimistisch gestimmt und vielversprechend an.
          Es wurden auch einige Aktionen, abgestimmt mit der Polizei gestartet : Kaffee statt Knöllchen, Empathieschilder, Dankespfosten, Lärmbanner etc.- das Übliche halt.
          (Auf den Sinn oder die Wirkung dieser Maßnahmen möchte ich nicht eingehen)

          Ein zumindest messbarer Rückgang der Verlärmung konnte sogar auch verzeichnet werden.

          Letztendlich sind jedoch einige der organisierten Motorradfahrer mit Lärmbetroffenen aufgrund von wirklich zielführenden Maßnahmen zur Lärmreduzierung zerstritten. Ein Konsens kann in meinen Augen daher nicht mehr erzielt werden.
          M.M.n.kann auf kommunaler Ebene eine nachhaltige und spürbare Verbesserung nicht erreicht werden. Vielleicht durch mühsam beantragte Streckensperrungen oder Fahrverbote, aber das würde ich, was ich ja bereits schon mehrmals erwähnt habe, nicht gutheißen, da hiervon auch die „redlichen“ Biker betroffen wären.

          Ich glaube, der Gesetzgeber kann jetzt nicht mehr zurückrudern und muß reagieren. Auch wenn es einigen wehtun wird. Dazu ist der Missmut in der Bevölkerung einfach zu sehr gestiegen.

          Noch etwas Persönliches:

          Wenn ich Sie als „unwichtig“ bezeichnet habe, dann aus dem Grunde, daß ich der Meinung bin, daß die Einflussnahme der Biker untereinander nicht besonders erfolgsversprechend ist.
          Letztendlich liegt es an jedem selbst.

          Falls Sie einmal im Bergischen unterwegs sein sollten, lade ich Sie gerne zu einer Tasse Kaffee oder Getränk Ihrer Wahl und einem Gedankenaustausch zu mir ein.

          Allerdings muß ich Sie enttäuschen:
          Einen Balkon von dem herunter ich mich über Motorradlärm auslassen kann, habe ich nicht.
          Sie müßten mit meiner Terrasse Vorlieb nehmen.

      • Hannoveraner sagt:

        Sehr geehrter MokkaTeo,

        entschuldigen sie die späte Rückmeldung. Die Benachrichtigung war bei mir untergegangen.

        Sie haben absolut recht: wir, die Motorradfahrer die hier mit ihnen in einen gesitteten Dialog treten, sind unwichtig. Wir sind nur ein kleiner Bruchteil ohne Autorität.

        Aber ja, ich glaube daran die Welt verändern zu können.
        Ein Problem lässt sich nur lösen, wenn man weiß das ein Problem existiert und es ernst genommen werden muss.

        Wenn aus einem Bekanntenkreis 1 von 10 Leuten anfängt statt Fleisch/Eiern aus Massentierhaltung zu kaufen auf eine regionale Freilandprodukte umsteigt, dann schließen sich oft nach ein/zwei Grillabenden ein paar der Bekannten an.

        Wenn aus jeder Bikergruppe 1 von 10 Fahrern die anderen bei jeder Tour darauf anspricht im Ort bitte hochzuschalten, dann ändert sich auf kurz oder lang das Fahrverhalten von zumindest Teilen der Gruppe.
        Wenn jede zweite Bikergruppe 1 solchen Fahrer/in hat, dann könnte sich bereits auf größerer Ebene etwas ändern.
        Eine interne Sozialkontrolle kann die Situation zumindest verbessern.
        Wie sie sagten: wir sind zu unwichtig.
        Ich als normaler Bürger habe keine Möglichkeit zu laute Maschinen stillzulegen, Bußgelder oder Fahrverbote zu verhängen. Das einzige legitime Mittel das ich habe ist das Gespräch.
        Und nein, ich renne nicht über Motorradtreffs und spreche mit jedem einzelnen.
        Besonders laute Exemplare spreche ich hin und wieder direkt an. Und ob das was bringt bezweifle ich oft nach der Reaktion des jeweiligen Subjekts.
        Ich glaube letztenendes könnte jeder von uns mehr tun als er o. sie sich eingesteht (in allen Bereichen des Lebens).
        Aber wenn jeder nur in seinem Bekanntenkreis kleine Wandel herbeiführt, kann das Ergebnis riesig sein.

        Nicht so viel wie mit einem Fahrverbot, keine Frage.
        Ich persönlich lehne Streckensperrungen ab, weil sie eine gesamte Gruppe, unter anderem auch sozialverträglich fahrende Auto- und Motorradfahrer, treffen.
        Ich kann den verzweifelhaften Wunsch aber verstehen.
        Als Bürger der sich sozial verhält, sollte man nicht unter anderen leiden, die dies nicht tun.
        Und für diesen Zweck haben wir die Polizei.
        Unnötig lautes Fahren ist unter §30 StVo (der „Poserparagraph“) erlaubt es asoziale Fahrer zu sanktionieren. Auch wenn diese mit zugelassenen und „legalen“ (wobei dies ein weiter Begriff ist) Anlagen unterwegs sind.
        Aber die Chance diese Lärmer zu erwischen ist gering.
        Und das muss sich ändern.

        • Reto sagt:

          @Hannoveraner:
          Nur als Anmerkung – unsere Hotspots liegen ganz oft am Ortsausgang, also nicht nur innerorts an Poserpunkten (Eisdielen). Der Ortsausgang in die reizvolle Kurvenstrecke ist das Problem, das die Auspuffklapp akustisch optimal abbildet. Dann macht sie nämlich auf!

          • Muhammad sagt:

            Und womit?
            Mit Recht!

          • Hannoveraner sagt:

            Lieber Reto,

            das unnötig laute Beschleunigen an Ortsausgängen und Ampeln, Motor hochdrehen im Stand, unnötiges Hupen, Burnouts, unnnötig lautes Musikhören per Stereoanlage auf dem Bike, Entfernen von DB Killern, Manipulieren der Auspuffklappen, Anschaffung von lauten Motorrädern etc etc habe ich leider nicht aufgeführt.

            „Wenn aus jeder Bikergruppe 1 von 10 Fahrern die anderen bei jeder Tour darauf anspricht unnötige Lautstärke zu vermeiden, dann ändert sich auf kurz oder lang das Fahrverhalten von zumindest Teilen der Gruppe.“

            Können wir uns darauf verständigen oder haben sie noch etwas zu ergänzen? :)

          • Reto sagt:

            …zu ergänzen gibt es immer was. Ohne den aktuellen von uns mitverursachten Druck hätten Sie bei Ihrer Tour vermutlich auch den Vögeln predigen können. Aber vielleicht geht ja jetzt etwas. ;-)

          • Hannoveraner sagt:

            Reto, Das mache ich seit mittlerweile 20 Jahre, weil eine ehemalige Flamme von mir an einer Motorradstrecke wohnte. ;)

  13. Ruhe sagt:

    Wir leben in einem freien Land,das ist gut so.

    Es ist nicht gut,dass D*pp*n diese Freiheit für Ihre Zwecke missbrauchen und die Bürger mit ihrem mutwilligen Lärm tyrannisieren.

    Aber die Politik handelt leider noch nicht mit Vernunft, die ihre Bürger vor diesem krankmachenden Lärm schützt.

    *=e

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