Der Schwarzwald ist komplett initiativ

Im Schwarzwald hat das Ausmaß der Belästigung mittlerweile Dimensionen angenommen, die die Gebietskörperschaften förmlich in die Initiative Motorradlärm zwingen – zum Gesundheitsschutz ihrer Anwohner. Foto: Schwarzwaldverein

Von wegen „über den Gipfeln ist Ruh’“: Mittlerweile ist fast der gesamte Schwarzwald der Motorradlärminitiative beigetreten, die in Baden-Württemberg vom Lärmschutzbeauftragten Thomas Marwein initiiert wurde. Kurz vor dem ersten Mai jetzt eine digitale Gesprächsrunde mit 200 Teilnehmern aus dem Naturpark Schwarzwald. Fazit: Niemand fordert ein pauschales Verbot, aber Motorradlärm ist kein Randproblem, verursacht wird es von viel mehr als „von ein paar Schwarzen Schafen“. Und noch immer sind wir auf der Suche nach dem Kraut, das gegen sozial unverträgliches Motorradfahren hilft. Die Neue Rottweiler Zeitung berichtet.

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11 Kommentare zu “Der Schwarzwald ist komplett initiativ
  1. Laut ist Out sagt:

    Leider hatte die Petition:
    https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/petition-fuer-die-stille-23042579.html
    keinen Erfolg … und solange wir beScheuerte Politiker haben, welche ihre persönlichen und monetären Interessen über Ihren Auftrag zum Wohle der Bevölkerung zu handeln setzen, wird sich n. m. M. daran auch nichts ändern.

    Ich bin kein Freund von Verbotsparteien – aber ein gesundes Durchgreifen, um medizinisch und wissenschaftlich basierte Erkenntnisse durchzusetzen, ist besser als pseudo-liberales CSU/FDP/AfD Geschwätz.
    Bin ja mal gespannt, ob die Grünen (denen auch Herr Marwein angehört) in B-W endlich mal aktiv werden…

    In diesem Sinne einen schönen 1-ten Mai – welcher Dank des Regens hier – ruhig verlaufen wird.

    • Mathias sagt:

      @Laut ist Out
      Bin ja mal gespannt, ob die Grünen (denen auch Herr Marwein angehört) in B-W endlich mal aktiv werden…

      Weder machen die Grünen in BaWü wirklich was Ernsthaftes gegen den Lärm, noch im Bund. Zu dem Thema steht nichts in Wahlprogramm der Grünen :-((
      Thomas Marwein wurde wiederholt darauf angesprochen; keinerlei Reaktion !
      Das zeigt wohl, dass das Thema „überflüssiger und unzumutbarer Lärm“ immer noch nicht ausreichend in der Politik angekommen ist.
      Siehe auch hier: https://www.rettet-die-stille.de/index.html

  2. Andreas Jäpel sagt:

    Wenn sich das doch mal in Hamburg so zusammenfinden würde…
    Ich versuch ja auch schon seit Zeiten die Vier-und Marschlande und den gesamten Deich als Lärm-und Rasergegend hier zu melden- aber gelingt irgendwie nicht…
    Jedenfalls zeigt es sich so wie es ist: Die Lärmerei ist das Problem
    Fahr doch mal einer mit einer 1300er FJR im sechsten Gang in Ruhe mit 70km/h durch die Lande- was hören wir das?
    Ein Motorrad fährt gepflegt und erwachsen vorbei- sonst nix…

    Es sind halt die selbsternannten Valentino Rossi´s die meine sich so produzieren zu können, als sei das Ihre eigene Sache.

    Und mal abgesehen vom Lärm: Die unnötigen Mengen Kraftstoff- die angeblich jedem seine Sache sind, weil er sie ja selbst bezahlt- machen aber Ummengen Abgas mehr…
    Nehmen die das dann auch mit nach Hause?

    Das wird dem Rest der Welt geflissentlich überlassen und gut damit.

    Schauen wir doch mal genau hin: Können wir uns das noch leisten?
    Welche Antworten die Typen in 30 Jahren ihren Kinder, Enkel, Nichten und Neffen geben, können die sich jetzt schonmal gut überlegen…

    Den: Wir teilen uns gemeinsam diesem Planeten und die dazugehörige Athmosphäre- oder nicht???

    • Rainer Rau sagt:

      Nach meiner Wahrnehmung prägen „die Typen“ ihre Nachkommen genau in ihrem Sinn, andere Entwicklungen sind die Ausnahme.
      Junge Leute sind leicht zu beeinflussen, besonders mit Krach, warum haut man sich sonst die Nächte in Dauerlärm um die Ohren? Etwas Chemie tut den Rest, bei vielen der asozialen Gefährder wäre deren Verhalten ohne Nachhilfe vom Dealer nicht möglich.

  3. michel firholz sagt:

    Gegen rücksichtslose Motorradfahrer über die Lärmemissionen zu gehen ist schwierig, die Rahmenbedingungen um eine juristisch verwertbare Lärmmessung sind einfach zu komplex.
    Allerdings würde ich über die Drehzahl eine Möglichkeit sehen, Exzesse zu bekämpfen. Die Drehzahl ist relativ leicht und reproduzierbar akustisch messbar.
    In sensible Gebiete müsste der Gesetzgeber die Drehzahl auf dem Wert, dass auch bei der Hauptuntersuchung als Grundlage genommen wird, begrenzen. Bei dem Wert sind die Motorräder auch leise.
    Das ist eine einfache kontrollierbare Größe,die leicht auf dem Drehzahlmesser angezeigt werden kann und auf dieser Basis könnte man ein Gesetzentwurf formulieren.
    So könnte man komplette Fahrverbote vermeiden, und es wird wäre für jeden mit jeden zugelassenen Motorrad möglich, durch einen schönen Pass zu gemütlich zu cruisen.
    Rücksichtslosen „möchtegern Rossis im Straßenverkehr“ könnte man technisch leicht aus dem Verkehr ziehen, und kräftig zur Kasse bitten.

    • Hermann Emerich sagt:

      @ Michel Firmholz
      Mit fast allem von dem Sie schreiben bin ich einverstanden.
      Ich hätte vielleicht nur noch ein, zwei Ergänzungen.

      —————————————————–
      „Gegen rücksichtslose Motorradfahrer über die Lärmemissionen zu gehen ist schwierig, die Rahmenbedingungen um eine juristisch verwertbare Lärmmessung sind einfach zu komplex.“

      Jein, es wird in der Zwischenzeit in der Schweiz, Frankreich und UK an sogenannten Lärmblitzern gearbeitet (im Fall von CH und F sind sogar mehrere Entwicklungen parallel im Gange).
      In F sollen diese Geräte diesen Herbst homologiert werden und falls diese Geräte den vorgegebenen Anforderungen entsprechen, ist schon vorgesehen dass die Gesetze auch entsprechend geändert werden – um Knöllchen automatisch auszustellen. Der Preis eines solchen Gerätes soll übrigens nicht weit von den Placebo-Lärmtafeln angesiedelt sein die jetzt überall wie der „Phallus Impudicus“ aus dem Boden sprießen.
      Was Sie ansprechen ist aber ein wichtiger Punkt: Der Fahrer weiß ja seine (genaue) Lautstärke nicht. Ich werbe daher dafür, dass der TÜV bei der Kontrolle eines Motorrades (einmalig) Kalibrationskurven erstellen muß, so dass der Fahrer für jeden Gang/Geschwindigkeit seinen Lärmpegel kennt (oder alternativ für wenig € ein Mikrophon in den Auspuff integrieren darf). Dann gibt’s auch keine Ausreden mehr !

      Das hat auch de Vorteil das Trolle wie dieser (https://motorradlaerm.de/tag-gegen-laerm-2021-zeig-mir-deinen-laerm-1-2/#comment-53283) ruhig von weiter Rasen und Bestandsschutz faseln dürfen, der Gesetzgeber aber trotzdem enge Grenzwerte < 90db(C) durchsetzen kann.

      Ansonsten: Natürlich, Motorräder können auch leise, man muß es aber wollen.

      • michel firholz sagt:

        Rückmeldung über den erzeugten Lärmpegel ist ein zweischneidiges Schwert.
        Die Idioten nutzen das als Ansporn ein Maximum zu erreichen.

        Und ansonsten, auch wenn in vielen Ländern Lärmblitzer bereits in Betrieb sind, darf man die Neigung der Deutschen alles bis zum Exzess juristisch festzulegen nicht unterschätzen.
        Bis dass neue Messennormen festgelegt werden, und alle juristischen Möglichkeiten dagegen zu prozessieren ausgenutzt werden, vergehen Jahrzehnten.

      • Rainer Rau sagt:

        Die Lärmdisplays motivieren nach meiner Beobachtung zu noch mehr Eifer, sich als die lauteste Gesäßöffnung darzustellen.

  4. Rosi sagt:

    Ich wohne an einer besonders am vielbefahrenen Motorradstrecke. Da am WE die SchAUINSLANDSTRECK§st gesperrt sit, fahren am WE die, die eigentlich diese fahren wollten, bei uns durch Dorf. Irgendwelche Verkehrsregeln interessieren fast der Biker Weder 50 km in der Ortschaft oder gar Rücksichtnahme in Punkto Rücksichtnahme. Nein, es wird beschleunigt und nur der der meinsten Lärm veranstaltet ist wohl toll ???? Am merkwürdigsten finde ich dann, dass diese Biker dann Ohrschützer gegen Ihren eigenen Lärm tragen. Was soll der Irrsinn? Keiner der Anwohner mag deren Krach, also warum sogeanntes Soundmanangement? Das gehört verboten. Und von derr Polizei weit und breit keine Spur. Die steht dann morgens um 6 Uhr um zu blitzen, da kann man viel einfacher Kohle abgriefen. Ich bin der Meinung, dass dringend eine umsetzbare und klare Regleung für den Lärmbegrenzung. Aber da steht wohl der Lobbismus dagegen. Wieso. Entwederr man hat Spass am Motorradfahren oder geßht es nur darum andere mit dem uzumutbaren Krach zu quälen

    • Rainer Rau sagt:

      Sie beschreiben das Problem, welches für jeden denkenden Menschen zu erwarten war. Wenn eine Strecke gesperrt ist, prollen sie halt woanders durch, als ob die Anwohner dort kein Recht auf Lärmvermeidung hätten.
      Unsere Wohnlage ist kein „offizieller“ Lärmhotspot, aber durch alle die, die zu einem hin“müssen“, ist das Chaos hier nicht kleiner. Das Problem ist flächendeckend und kann nicht punktuell bekämpft werden. Abend auf dem Land sind es ein paar Dorfdeppen, die stundenlang stinkend und lärmend herumfahren. Nachts in den Städten die Poser, welche Behörden und Polizei untätig aussehen lassen. Die paar Aktionen dagegen sind weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein, Augenwischerei genügt eben nicht. Wochenenden und Feiertage machen das Leben für unzählige normale Menschen zur Hölle – und wer duldet oder zuschaut, macht mit!
      In unserem Ort wurden ältere Menschen sonntags massiv bedroht, als sie bei einer lärmenden Gruppe des Packs den Kopf schüttelten. Für irgendwelche Aktionen, den Missstand etwas auszubremsen, sie die nicht mehr zu gewinnen, sie wagen es nicht mal, Anzeige zu erstatten. Wir haben es weit gebracht…

      Das der mit den 120 dB aus seinem namensgebenden Denkorgan frei herumläuft, ist nicht nachvollziehbar..

  5. Agneta sagt:

    Am (meist verregneten) Sonntag bin ich wegen einer Bekannten über den Schwarzwald mit dem Auto gefahren.
    Es war so angenehm wie vor 40 Jahren, kaum Verkehr und kein einziges Motorrad.
    Aber der Wohlstand frisst langsam aber sicher die Lebensqualität derjenigen auf, die gerade nicht am Spaß teilhaben.

    Tempo-Limits sind doch gerade so beliebt in den Städten, sogar auf vielen Abschnitten auf Bundesstrassen darf man nur 30 km/h fahren.
    Das Problem sind die Kontrollen. Hier in Südbaden will man auf keinen Fall die solventen Schweizer vergraulen.

    Ich denke, die Gemeinden müssen sich wirklich zunächst selbst helfen z.B. durch Verengungen. Die kosten wiederum Geld und da schließt sich wieder der Kreis.

    Ich wohne in der Stadt. Seit ein paar Jahren ist ein nahes Hotel unter Motorradfahrenden beliebt geworden. Dann fahren die an bestimmten langen Wochenenden Morgens und Abends durch unsere enge Strasse. Also die sind überall.
    Gruß
    Agneta
    Freiburg

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