Schwarze Schafe oder schwarze Schafherden?

Landesnaturschutzverband kommentiert: „Groteske Motorrad-Lärmdemos“. Das Problem werde verniedlicht, die Rechte von Anwohnern negiert

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV), Dachverband von 33 Naturschutzvereinen in Baden-Württemberg, ist erstaunt, wieviel Verständnis den teils wütenden und verlärmten Demonstrationen von Motorradfahrern im ganzen Land von offizieller Seite entgegengebracht wird. Demonstriert wurde mit Lärm gegen Maßnahmen für mehr Lärmschutz: „Das ist schon absurd. Hier wurde nur der Beweis angetreten, dass Motorräder wirklich extrem laut sind,“ sagt LNV-Chef Gerhard Bronner. Die Demonstrationen richteten sich gegen mögliche Fahrverbote für Motorräder, die allerdings vom Bundesrat in seiner Mai-Sitzung so gar nicht vorgeschlagen wurden. Der Bundesrat hatte eine Option für temporäre Fahrverbote an besonders konfliktbelasteten Stellen gefordert – und keine pauschalen Wochenendfahrverbote.

„Es geht nicht darum, einzelne schwarze Schafe aus dem Verkehr zu ziehen“, so LNV-Chef Gerhard Bronner, „sondern ganze schwarze Schafherden“.  Das Problem sei nicht nur das Fehlverhalten Einzelner, sondern dass die Hersteller die Maschinen absichtlich immer lauter bauten. Das werde gedeckt durch europäische Normen und Regelungen, die wie bei Autoabgasen völlig unrealistische Messverfahren vorschreiben. „Da hat die Lobby die Richtlinien geschrieben“, mutmaßt Bronner auf Basis von Untersuchungen und Medienrecherchen.

Der Grund für diese fatale Entwicklung liege darin, dass ein erheblicher Teil der Kundschaft – Schätzungen schwanken zwischen 30 % und 50 % – laute Motorräder will. Ein Blick in die einschlägigen Internetforen zeige, was für Diskussionen dort laufen. Dem Trend kann sich offenbar kein Hersteller entziehen – selbst die früher für leise Maschinen bekannten Hersteller bauten mittlerweile röhrende Motorräder, so der LNV.

Anwohnerproteste werden ignoriert

Bisher haben Anwohnerproteste nicht gefruchtet. „Streckensperrungen mögen kein besonders innovatives Mittel gegen Motorradlärm sein,“, meint Naturschützer Bronner, „sie haben aber ihre Berechtigung als Mittel für den Grundrechtsschutz der Anwohner auf körperliche Unversehrtheit. Und sie dürften das einzig derzeit wirksame Druckmittel auf die Szene der Lärmfreunde sein, sich leiser zu verhalten.“ Letztlich, so der LNV, müssen aber strengere rechtliche Regelungen für lärmarme Fahrzeuge erreicht werden. Auch für Sportwagen gibt es ähnlich legale „Spaßlärm-Tasten“, mit denen sich der Lärm künstlich erhöhen lässt.

Bronner sieht Parallelen zum Abgasskandal mit der Folge von Diesel-Fahrverboten in Städten. Dort hat erst der Druck seitens der EU und drohende Strafgeldzahlungen gegen Deutschland dazu geführt, dass die Hersteller saubere Dieselfahrzeuge produzieren.

43 Kommentare zu “Schwarze Schafe oder schwarze Schafherden?
  1. Hamburger sagt:

    Weiß jemand, ob es rechtlich möglich wäre per Volksentscheid z.B. in Bayern Motorrad-Fahrverbote durchzusetzen, wie damals beim Rauchverbot? Wenn das nicht von unten erzwungen worden wäre, würden wir darüber heute auch immer noch diskutieren. Wenn so ein Volksentscheid in Frage käme, warum ergreift nicht endlich jemand mal die Initiative? Auf die lobbyverseuchte Politik können wir noch 217 Jahre warten … ohne massiven Druck von unten tut sich da gar nichts, wie bei allen anderen Themen auch.

  2. Landbewohner, 66 Jahre, Akademiker, seit 2005 kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sagt:

    Bestandsschutz bedeutet u.a., dass Oldtimer-Motorräder aus den 1950er-Jahren ohne Auspuffprüfung zugelassen werden und legal extrem laut sein dürfen. „Es sind ja nur ein paar Museumsbikes, wer wird sich daran stoßen?“ Für die Motorradfahrer ist so etwas guter Kompromiss und Gesetzgebung mit Augenmaß.

    Die Anzahl von Oldtimer-Motorräder auf Deutschlands Straßen ist aber bemerkenswert hoch und ich habe einen Verdacht, der tiefe Blicke in die Abgründe meiner motorradlärmhassenden Verbohrtheit erlaubt: Ich kann mir vorstellen, dass findige Motorradhersteller in Südostasien Bikes in Oldtimerart neu herstellen und sie mit gefälschten, historische Herstellung vortäuschenden Unterlagen in Deutschland vermarkten. Ich gehe davon aus, dass deutsche Zulassungsbehörden derartige Papiere ohne Prüfung akzeptieren, denn Prüfen ist mit Arbeit und potentiellem Ärger verbunden und das wollen wir doch alle nicht! Fake-Oldtimer als schlaumeier-legalisierte Krawalltüten. Um so etwas für möglich oder gar wahrscheinlich zu halten, brauche ich keine Medien, keinen Spiegel, keine Tagesschau, sondern nur mein vernünftiges Denkvermögen.

    Ergänzt durch persönliche Erlebnisse mit Bikern wie die folgenden: Hotspot, ich protestiere mit einem selbstgemalten Schild, die Biker mit Strafrundfahrten durch unser Dorf mit Sonder-Klappenbetätigung, ich mit Stinkefinger, eine Bikergruppe, indem sie mein Grundstück betritt, mich herumschubst, mir die Brille von der Nase reißt und mit der Faust vor dem Gesicht herumfuchtelt: „wirst du mir den Stinkefinger zeigen, du, du, du…“. Anzeige, Polizei (z.B. Hausfriedensbruch), Schutzbehauptung der Biker, ich hätte sie gefährdet, indem ich unvorhersehbar auf die innerörtliche Straße trat (wie konnte die Gruppe dann geordnet bremsen, sich vor meiner Einfahrt aufbauen und mich w.o. traktieren?), Einstellung des Verfahrens. Seit dem letzten Wochenende vermehrte Strafausfahrten; heute, als ich mit dem Rad heimfahre, gezielte Setzung einer Fehlzündung aus einer entgegenkommenden „Oldtimer“-Bike-Gruppe (s.o.) heraus – hörte sich an wie ein Gewehrschuß.

    Und das sollen rechtsstaatliche Zustände sein? Wenn man die Falschparker und die vom Verkehrsminister gepamperten Raser dazunimmt, muss man eher sagen, dass hier der öffentliche Raum unseres Landes vom motorisierten Verkehr gekapert wurde.

    • Reto sagt:

      Wenn von Bestandsschutz die Rede ist, geht es vermutlich um den Status Quo. also alles, was heute so auf der Straße ist. Eher weniger um die Oldtimer. Ausnahme: Alte HD Rahmen ohne Limit.

      • Rainer Rau sagt:

        Mir hat mal ein Oldtimerhändler erklärt, im Grunde reicht ein Stück Blech mit der FG-Nummer, der Rest kann runderneuert werden. Aber das ist schon einige Jahre her. Den Oldtimer, den er importierte, hätte man ohne weiteres nicht mehr als Auto erkannt. Einen ähnlichen Fall kenne ich auch von einer Kawasaki, die in Italien aus Dünensand ausgegraben wurde – man wusste schon wissen, was es ist.
        Allerdings glaube ich auch, dass Vorschriften bei verschiedenen Dienststellen recht unterschiedlich igno.. äh angewandt werden.

    • Rainer Rau sagt:

      Derartige Aktionen würde ich lassen. Sie sind allein, nach meiner Erfahrung ziehen andere Dorfbewohner, egal wie stark selbst gestresst, den Schwanz ein, wenn es schon nur um eine Zeugenaussage geht. Die Polizei ist in solchen fällen nicht immer zuverlässig und unvoreingenommen. Wenn man bei denen erst mal einen „Ruf“ hat, wird schnell abgewunken. Und selbst wenn Sie in Ihrem Ort den Missstand wirklich beseitigen sollten, wird man hinter ihrem Rücken die Köpfe zusammenstecken, frei nach Napoleon: „Ich liebe den Verrat, aber ich hasse den Verräter“.

      Ich habe kürzlich ein Antwortschreiben von einem was weiß ich des rheinl. pfälz. Innenministeriums bekommen. Das übliche „wirmachendochschonalles, kammanixmachen, diehabeneinRechtdarauf“, bis hin zu Angaben über polizeiliche Aktivitäten, von denen hier niemand etwas mitbekommen hat. Außer Druck auf die Politik, dankenswerterweise mit Hilfe vieler Chaoten, die manchem die Augen und Ohren öffnen, wird nichts helfen, und da müssen wir nachlegen. Die Kommentare bei SPON z. B. gegen die Raser und Lärmer machen Hoffnung, da kann man noch motivieren.

      Ob die Lärmgeschädigten mal eine Demo im Ausmaß der „freien, legalen, demokratischen Hobbyausleber“ zustande kriegen, bleibt abzuwarten. Leider sitzt ein großer Anteil der Bevölkerung mit genügend Aggressivität auf zwei Rädern – die Vernunftbegabten mit sozialem Verhalten nehme ich ausdrücklich aus.

      • Landbewohner, 66 Jahre, Akademiker, seit 2005 kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sagt:

        Einen kammanixmachen-isalleslegal-dakönntjajederkommen-Schriftwechsel mit einem Landratsamt besitze ich schon (es ging nicht um Lärm, sondern um verkehrsbeschleunigende Schutzplanken, die mich zwingen, auf dem Weg zur nächsten Bushaltestelle einen Umweg von 2km zu machen). Ich brauche auch keine Aufklärung über die charakterliche Mittelmäßigkeit der zu 10% Krawall-Bikes fahrenden und zu 90% Krawall-Bikes deckenden oder zumindest keinen Ärger mit ihnen haben wollenden deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kenne ich alles, hatte 20 Jahre mit diesen Typen beruflich zu tun und wäre darüber bald krepiert. Das sind die Teufelsretouren, für die Dante ein beleuchtungsloses Verließ vor der richtigen Hölle einrichtete, denn Gott warf sie raus, weil sie ein Leben lang ihr Fähnchen in den Wind hingen (Inf.III 52), logen und sich verpissten, wenn es ernst wurde, aber auch der Teufel schickte sie zurück, er könne hier nur mit echten Verbrechern arbeiten, nicht mit halbgaren Viertelkriminellen. … non hanno speranza di morte, e la lor cieca vita é tanto bassa, ch´invidiosi son d´ogne altra sorte. (Inf.III 46-48; Philalethes: Des Todes haben sie keine Hoffnung und so verächtlich ist ihr dunkles Leben, dass jedes andre Schicksal sie beneiden.) Es gibt keine passendere Kopfbedeckung für diese Figuren als den Integralhelm mit verspiegeltem Visier.

        • Hannoveraner sagt:

          Nur aus Neugier: wie sehen denn verkehrsbeschleunigende Schutzplanken bzw. ihre Aufstellung o. Ausrichtung aus?
          Entschleunigende Schutzplanken die eine Fahrbahnverengung und damit eine Entschleunigung des Verkehrs bewirken sind mir bekannt, aber wie soll man mit Schutzplanken den Verkehr beschleunigen über das normale Maß?
          Bitte nicht falsch verstehen, ich meine es nicht böse! Ich kann mir nur absolut nichts darunter vorstellen.

          • Der Redakteur sagt:

            Vermutlich ist das gemeint: Googeln Sie mal Risc Compensation und die dazu erfolgten Studien. Ein Teil der Effekte einer Sicherheitsmaßnahme wird demzufolge dadurch kompensiert, dass infolgedessen mehr Risiko eingegangen wird. Oder anders formuliert: gut ausgebaute Strecken mit Kiesbett sorgen dafür, dass mehr gerast wird.

          • Rainer Rau sagt:

            Der Redakteur hat den Unterfahrschutz an den Leitplanken nicht erwähnt – auch für viele eine Aufforderung, den Verstand, soweit vorhanden, außen vor zu lassen.

          • Hannoveraner sagt:

            Das Konzept der Risc Compensation und Unterleitplanken sind mir bekannt.
            (Mag einige geben die bei einem „Sicherheitsnetz“ bewusst mehr Gas geben. Ich kann nur aus eigener Erfahrung nach einem Wildunfall im Auto sagen dass ich großer Freund davon bin.)

            Aber Unterleitplanken oder die Neueinrichtung eines Kiesbetts würden den Weg eines Fußgängers oder Fahrradfahrers wie dem User Landbewohner wohl nicht in zwingender Weise einschränken.
            Meine Neugier bleibt! :D

  3. Dirk sagt:

    Ich habe Verständnis für den Einsatz gegen den Lärm. Es sind aber nicht alle, die diesen Lärm produzieren oder auf eine plumpe und dumme Provokation mit dem Stinkefinger reagieren.
    Wenn man gegen die Lärm Emission vorgehen will, dann bitte als konzertierte Aktion, auch gegen laute Rasenmäher, die auch Ihr gern am Samstag Nachmittag betreibt, LKWs, Traktoren und und und.
    Einen Volksentscheid werdet Ihr nie durchbekommen, und das ist auch gut so! Denkt mal drüber nach, was Ihr da für ne unsinnige und einseitige Aktion, die sich gegen viele richtet, anzetteln wollt. Und wundert Euch dann nicht, wenn Biker (auch die sind normale Menschen mit einem Rechtsempfinden) sich dann mit rechtsstaatlichen Mitteln zur Wehr setzen.

    • Greg sagt:

      Was Sie da in Sachen Rasenmäher vorbringen ist kein Argument, sondern Whataboutismus. Und das ist eine Manipulationsmethode, die von dem Problem ablenken soll.

      • Dirk. sagt:

        Sie fühlen sich von mir manipuliert? Sie lenken nur vom Gesamtproblem ab und fokussieren sich auf Ihre kleine Welt.

        • Reto sagt:

          Von Fühlen kann keine Rede sein. Whataboutism ist pure Ablenkung, weil die Argumente fehlen. Und ich verstehe: Im Motorradsattel ist die Welt größer…

          • Dirk.. sagt:

            Argumente fehlen? Weil Sie keine außer ihre eigenen eigenen skzeptieren wollen. Sie wollen auf dem einen Ohr taub sein. Glauben Sie dass Ihr Essen vom Bauern um die Ecke kommt weil Sie den Traktor hören und das Geräusch geniessen? Und was soll das polemische Blabla „ist die Welt grösser“? SIE haben wenig Argumente und meinen initialen Text nicht gelesen oder verstanden ‍♂️

          • Der Redakteur sagt:

            Reto hat recht: Völlig frei von Argumenten.

        • Rainer Rau sagt:

          Die kleine Welt vieler Menschen wird durch die Missstände in der großen Raser- und Lärmerwelt immer stärker unbewohnbar. Vielleicht sind Sie jetzt stolz drauf…

      • Reto sagt:

        Danke Greg für den Hinweis. Das ist bei den Leuten die hier mitdiskutieren leider eines der Hauptprobleme.

      • Bigfoot sagt:

        Ja. Vor allem ist jeder Rasenmäher leise im Vergleich mit den Shit Motorrädern.

        • Füchsin sagt:

          Und vor allem ist Rasenmähen an Sonn- und Feiertagen sowie werktags nach 20:00 Uhr verboten. Dazu geht der Trend zu leisen Robotermähern und Akkumähern.
          Das Rasenmäherargument ist von daher eines der dümmsten.

          LKWs und Trecker sind seltener, erheblich seltener und fahren sonntags noch seltener. Zudem ist deren Lärm weniger schmerzhaft und die Fahrten sind notwenig im Gegensatz zu Egoismusfahrten von Motorradfahrern.

    • MokkaTeo sagt:

      @Dirk:

      Vielleicht sollten sie einmal differenzieren zwischen nötigen und unnötigen bzw. vermeidbaren und unvermeidbaren Lärm.

      Ein Beispiel:
      Der Zweck des Landwirtes, der die Ernte einfährt, damit der Biker ein Brötchen zu seiner Currywurst hat, unterscheidet sich doch schon explizit von dem des Bikers, der fröhlich sinnentleert vor sich hin fährt , dabei einen Lärmteppich hinter sich herzieht und seinem Hobby frönt.

      Aber Ihr erster Satz war gut.

    • Bigfoot sagt:

      Ein Rasenmäher ist leise , kein Vergleich mit einem lauten Motorrad.

  4. Motorradfahrer sagt:

    Bin Motorradfahrer. Ich weiß nicht, inwiefern man von absurd sprechen kann, wenn Motorradfahrer mit Motorrad gegen Fahrverbote demonstrieren. Landwirte nutzen für Ihre Zwecke Traktoren. Das Motorrad wurde als der „Feind“ ausgemacht, deshalb wird auch plakativ mit Motorrad demonstriert. Ich kann nicht verstehen, warum man mir etwas vorwirft, wenn ich ein Motorrad der neuesten Generation fahre, das nach EU Recht zum Verkehr zugelassen wurde, und keine technischen Veränderungen meinerseits vorgenommen wurden. Die Kommentare, die ich hier lese, zeigen eine Feindseligkeit gerade deshalb, weil alle hier über einen Kamm geschert werden. Es mag ein Versagen auf Seiten der Politik vorliegen, die es nicht schafft, leisere Motorräder zu erzwingen. Aber das hat wiederum wenig damit zu tun, dass ich meinem Hobby regelkonform nachgehen möchte.

  5. Füchsin sagt:

    Endlich mal jemand, der auf das verletzte Recht auf körperliche Unversehrtheit hinweist. Das lese ich sonst nur von mir.
    Ja, vielleicht muss man auch diesmal wieder bis zur EU gehen.
    Der Vorschlag für die Fahrverbote geht eh nicht weit genug, schließlich foltern die Motorradfahrer einen auch werktags.
    Und die Stellen, die über Streckensperrungen entscheiden, sind sicher auch mit Motorradfahrern teils besetzt und dann heißt es, es sei nicht schlimm genug. Nein, generelles Fahrverbot an Ruhetagen, wie es auch für anderen Lärm gilt, muss her.

    Den Volksentscheid beim Rauchverbot gab es meines Wissens doch eh nur ein einem Bundesland. Aber auch da hinkt die BRD anderen Ländern hinterher. Australier und US-Amerikaner sind oft entsetzt, wieviel hier immer noch rücksichtslos öffentlich gequalmt wird.
    Und Rücksichtslosigkeit ist in beiden Sachen das Hauptproblem.

    Von einzelnen schwarzen Schafen zu sprechen ist pure Verhöhnung. Es ist die deutliche Mehrheit. Schwarze Schafherde bzw. Orkherden.

  6. MokkaTeo sagt:

    @Motorradfahrer

    — Bin Motorradfahrer. Ich weiß nicht, inwiefern man von absurd sprechen kann, wenn Motorradfahrer mit Motorrad gegen Fahrverbote demonstrieren—

    Lieber Motorradfahrer,

    Sie fragen sich warum?

    Dann lesen Sie einmal nach, auf welche Art und Weise demonstriert wurde.

    In Karlsruhe beispielsweise wo nur 500 Teilnehmer angemeldet waren, ist dies passiert:

    https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Karlsruhe~/demo-gegen-moegliche-fahrverbote-tausende-biker-loesen-polizeieinsatz-aus;art6066,2546191

    Das soetwas nicht besonders gut ankommt, liegt auf der Hand, denke ich. Zudem sich diejenigen, die gerne frei fahren möchten, sich mit solchen Aktionen ins eigene Fleisch schneiden.

    In einigen Städten lief es übrigens ähnlich ab.
    Von Gasgebeorgien bis zu Hupkonzerten.

    Dennoch liefen die Demos wohl überwiegend zivilisiert ab. Ähnlich wie beim Fahren auf den Straßen: Einige halten sich an die Regeln- andere wiederum nicht.

    Ich kann den Unmut der Biker, denen von überall Missmut oder sogar Hass entgegenschlägt, verstehen und nachvollziehen.
    Vor allem auch, weil die „normalen“ Motorradfahrer jetzt in einen Kessel mit den Rasern und Lärmern geworfen werden.
    Ein Sonntagsfahrverbot, das wohl der Auslöser für die Demofahrten ist, ist auch für mich keine Lösung.

    Aber billigen oder gutheißen kann ich Aktionen,bei denen Chaos oder Machtdemonstrationen losgetreten werden, nicht.

    Zudem weiß ein Kollektiv, daß die Polizei nicht viel unternehmen kann, wenn es in deutlicher Mehrheit ist.

    • Rainer Rau sagt:

      Die Polizisten, welche gegen derartige Chaosveranstaltungen eingesetzt werden – falls überhaupt – , kann man nur bedauern.
      Auftreten und Verhalten vieler „Demonstranten“ sind recht deutlich.

      In der Klimafrage sind einige Kipppunkte deutlich überschritten, in der Raser- und Lärmerszene stehen wir unmittelbar davor. Noch ein paar Zusammenrottungen in diesen Größenordnungen, dann wars das.
      Als Innenminister (Bund sowie Land) würde ich jetzt auswandern.
      Den Verkehrsminister erreicht nach wie vor kein vernünftiges Argument. In den Etablissements mit den überlangärmligen Jacken nennt man das „behandlungsresistent oder austherapiert“.

    • Rainer Rau sagt:

      Tschuldigung, aber meiner Meinung nach müsste es heißen „… nicht viel unternehmen DARF“.

  7. MokkaTeo sagt:

    Ergänzung:

    Es dürfte ja jetzt auch bei jedem angekommen sein, daß die Sonntagsfahrverbote vom Bundesrat als Ultima Ratio genannt wurde.

    Aber man kann ja auch schonmal vorbeugend demonstrieren. Oder steckt vielleicht ein anderer Grund dahinter(…)

    • Tourenfahrer sagt:

      „Aber man kann ja auch schonmal vorbeugend demonstrieren. Oder steckt vielleicht ein anderer Grund dahinter(…)“

      Ich vermute, es ist einfach nur nicht weit genug gedacht.

  8. Monika Maier sagt:

    Fast jeder Motorradfahrer ist ein Straftäter, der schon dadurch zum Straftäter wird, dass er ohne Ziel nur zum Schaden der Bevölkerung auf sein Motorrad steigt. Im Laufe der Fahrt begeht jeder Motorradfahrer Straftaten, die mindestens eine Gebühr von 330 € dem Staatssäckel einbringt. Leider steigen unsere Politiker nur zu gerne auf den Bock und unterstützen die Straftäter. Wer als Motorradfahrer protestiert bekennt sich schon schuldig. Die Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich Ruhe und Fahrverbote sind mehr als nur überfällig ebenso wie die genaue Anwendung des geltenden Rechts. Dann wird so manch ein Motorradfahrer der Sonntags noch die Umwelt und seine Mitmenschen durch sein rücksichtsloses Verhalten mit Füßen getreten hat, am Montag zu Fuß gehen.
    Für die Polizisten und Juristen, die diesen Artikel lesen. Ich habe eine detailierte Aufstellung der Straftaten bereits an die badische Zeitung gesandt.

    • GS Fahrer sagt:

      @Monika Maier: Sehr verehrte Frau Maier, Ihr Kommentar grenzt schon sehr an das was man rechtlich noch als freie Meinungsäußerung akzeptieren kann. Ich fahre seit 1979 Motorrad und das bisher bußgeldfrei.
      Zum dem Themenbereich erlaube ich mir noch anzumerken : Strassen sind Verkehrswege und keine Naherholungsgebiete, sie dienen seit jeher dem Personen- und Warenverkehr und selbstredend auch dem Ausflugsverkehr, egal ob mit Motorrad,Automobil, Quad oder Fahrrad. Soweit mir bekannt ist, ist es in einem freien Land erlaubt, seinen Wohnsitz frei zu wählen- Wenn ich in der Stadt wohne, genieße ich das kulturelle Leben, muß mich aber damit abfinden, daß es halt weniger ruhig ist.Wenn ich mich für einen „verkehrsgünstig“gelegenen Wohnort entscheide, kann ich mich nicht darüber aufregen, daß dort Verkehr stattfindet, dafür genieße ich eine gute Verkehrsanbindung. Ich lebe auf dem Land in einer Kleinstadt und dort in einer Sackgasse- sehr sehr ruhig, dafür muß ich mindestens eine halbe Stunde Anfahrt in Kauf nehmen, wenn ich ins Kino möchte. So gesehen ist der hier so sehr beklagte Lärm ein selbst gewähltes Schicksal der Anwohner; niemand wird gezwungen an Verkehrswegen, in Innenstädten oder der Nähe eines Flughafens zu leben. Jetzt vom Staat die Entfernung der Verkehrsteilnehmer zu fordern ist schlicht und ergreifend eine bodenlose Frechheit.

      • Reto sagt:

        Öffentliche Straßen sind aber auch keine Rennstrecken und unreglementierte Zonen der persönlichen Freizeitgestaltung. Haben Sie schon mal bei BMW angefragt, warum der Auspuff Ihres Tourenmotorrad Klappen hat. Der TAZ wurde gesagt, damit das Motorrad die Lärmzulassung erhält.

        • GS Fahrer sagt:

          Da bin ganz der Meinung, das regelt die StVO und diese ist für alle Verkehrsteilnehmer bindend.
          Bezüglich der Auspuffklappe der GS, übrigens eine Reiseenduro und kein Tourenmotorrad, muss ich nicht bei BMW nachfragen. Ich kenne mich technisch sehr gut aus, besonders bei BMW Motorrädern und Automobilen. Die Auspuffklappe gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren,bereits 1920 hatte die 600ccm Wanderer eine manuell mit dem Stiefelabsatz zu betätigende Auspuffklappe; damals wie heute dient diese Klappe dazu, das Fahrgeräusch bei langsamer Fahrt, also in Innenstädten oder bewohnten Gebieten zu reduzieren um die Anwohner vor Lärm zu schützen.

      • Rainer Rau sagt:

        Wir wohnen seit 45 Jahren hier, damals wurden noch nicht Hinz und Kunz billige Kredite nachgeworfen, um sich das asozialste Lärmequipment zu leisten. Die Lärmseuche begann viel später. Die Frechheit, normalen Menschen die Schuld an ihrem Lärmproblem anzukonstruieren, ist kaum zu übertreffen. Rücksichtslosigkeit, Unverschämtheit, kriminelles Fahrverhalten und menschenverachtender Zynismus gehören wohl zusammen.
        Sie zweifeln offensichtlich die Rechtmäßigkeit des Kommentars von Monika Maier an. Zweifel am Verhalten des größten Anteils Ihrer hobbymäßigen Mitinteressenten passt anscheinend nicht in Ihr Verständnis von Gesellschaftsverträglichkeit.

        • GS Fahrer sagt:

          Das sind schon sehr harte Vorwürfe. Ja das Verkehrsaufkommen hat zugenommen, das ist nicht zu bestreiten, aber sowohl ich als auch ein Großteil der
          4,5 Mio Motorradfahrer sind rechtschaffene Leute, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen. Menschen, die ein Kraftfahrzeug mit EU ABE auf öffentlichen Verkehrswegen bewegen. Das ist weit entfernt von Ihren Anwürfen wie Rücksichtslosigkeit,kriminelles Fahrverhalten und menschenverachtendem Zynismus.
          Menschenverachtend ist einzig und allein Ihr Kommentar

          • Reto sagt:

            Sorry – eher 3 Millionen. 4,5 sind nur die zugelassenen Motorräder…

          • Rainer Rau sagt:

            Also nochmal: Den Lärmgeschädigten mehr oder weniger Dummheit für ihre Wahl des Wohnortes vorzuwerfen, sprengt den Rahmen des akzeptablen. Menschen haben schon in ihren heutigen Häusern gewohnt, als Motorräder noch reine Transportmittel, oft als Alternative zum nicht erschwinglichen Auto, gebraucht wurden.
            Was die Wohlstandsverwahrlosung dann daraus gemacht hat, war für normal denkende Menschen nicht vorhersehbar.

          • Reto sagt:

            Variante der Anwohnerverhöhnung: Günstig einen Bauplatz am Hockenheim Ring gekauft und dann beschweren dass wir zu laut sind…

          • GS Fahrer sagt:

            Ich habe nochmals gelesen was ich geschrieben habe, eine Vorwurf habe ich meines Erachtens niemandem gemacht.
            Aber dennoch : Sie können kein Recht einfordern, also Verbot der Nutzung öffentlicher Verkehrswege, und schon gar nicht einseitig nur für einen Teil der Verkehrsteilnehmer, nämlich der Minderheit der Motorradfahrer, ohne selbst auf die Nutzung dieser Verkehrswege zu verzichten oder es der Gesamtheit der Verkehrsteilnehmer also auch Autofahrern, Quads Rollern,Radfahrern aufzuerlegen.
            Fahrverbote einseitig für Motorradfahrer wären diskriminierend und damit gesetzeswidrig.
            Dafür stehen wir Motorradfahrer jetzt zusammen- das sage ich ausdrücklich als „Pro Motorrad Aktivist „

      • Bigfoot sagt:

        Das ist auch so eine recht dumme abgedroschene Phrase.
        Bei vielen Menschen ist es so, dass ihr Haus schon eher dort stand und die unsinnige Lärmquelle (Flughafen, Strasse) erst später hinzu kam…

  9. Laut ist Out sagt:

    „Spannendes“ Konzept gegen Streckensperrungen:

    Am Sonntag soll in Freiburg i. Br. eine Motorrad Demo gegen Streckensperrungen statfinden – ca 1.000 Maschinen werden erwartet … man gewöhnt sich ja an alles …
    Die Streckenführung führt dann durch ein Landschaftsschutzgebiet.

    Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes: „Die Vielfalt und Schönheit der Landschaft als attraktiver Naherholungsraum mit seinem besonderen Erholungswert zu erhalten.“

    In dem Landschaftsschutzgebiet stehen 5 Häuser … wen möchte man dort mit einer „Demonstration“ erreichen ?
    Denn die Demonstration wird wie folgt definiert:
    Eine Demonstration (von lateinisch demonstrare, zeigen, hinweisen, nachweisen, Kurzform: Demo) im politischen Sinne ist eine in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäußerung.

    Naja … die Bewohner der 5 Häuser werden dann einen wunderbaren Sonntag erleben und bestimmt werden sie dann erfahren, wozu eine Streckensperrung dient.

    Und, dass der Bundestagsabgeordnete dieses Wahlkreises, ein Peter Weiss (meiner Meinung nach ein opportunistischer, überalterter „Hinterbänkler“) noch seine Teilnahme an der Demonstration zusichert ist dann das Tüpfelchen auf dem „i“

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