Splitt gestreut? Polizei ermittelt

 

Nach einem Motorrad-Unfall in Kernen bei Stuttgart ermittelt die Polizei. Auf Rollsplitt ist ein junger Motorradfahrer gestürzt und hat sich leicht verletzt – die Polizei vermutet, dass der Splitt hier gezielt ausgestreut wurde und ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Pikant ist, dass auf der landschaftlich reizvollen Strecke die Anwohner seit Jahren einer akustischen Nervenprobe durch die Bikergemeinde ausgesetzt werden. In Kernen-Stetten gibt es viel Ärger um den Motorrad-Lärm, dem Polizei und Behörden leider nichts entgegenzusetzen haben. Um Einwänden zuvorzukommen: Selbstjustiz ist nicht der richtige Weg. Aber Fakt ist eben auch, dass die Idylle der Remstals an dieser Auffahrt seit Jahren durch Motorrad-Rowdys getrübt wird, und nichts und niemand gebietet ihnen Einhalt. Die unselige Eskalation des Falls lässt sich in diesem Hörfunkbeitrag des SWR nachvollziehen und nachhören.

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24 Kommentare zu “Splitt gestreut? Polizei ermittelt
  1. Tatjana W. sagt:

    Ergebnis einer unlängst durchgeführten Großkontrolle bei den Motorrädern im Rems-Murr-Kreis laut Pressemitteilung der Polizei alles im halbwegs grünen Bereich, keine Ausreißer. Nur weil die Polizei sie nicht erwischt heißt das aber noch lange nicht, dass es das Problem nicht gibt.

    • Der Redakteur sagt:

      Fakt ist, dass die Polizei ohne kreative Interpretation der Rechtslage und spezielle Kenntnisse eh nichts ausrichtet. Und dann stellt man lieber fest, dass es keine Ausreißer gibt als zuzugeben, dass man nichts machen will/kann. Und irgendwann reißt dann jemandem der Geduldsfaden – und begeht eine Straftat.

      • Matthias sagt:

        Vor einigen Jahren hab ich für ein langes Wochende, am Rursee, eine Unterkunft gebucht. Wir wollten schön entspannen, lecker Essen und erholsamen Schlaf frönen. Als wir ( meine Frau und ich ) mit unserer Fazer 600 ( und die ist nicht wirklich laut ) dort ankamen, wurden wir aufgefordert durch Schilder und dem Vermieter das Motorrad ausserhalb des Dorfes abzustellen, da eine Einfahrt ins Dorf verboten war. Was soll ich sagen : zur Entspannung und erholsamen Schlaf sind wir, deswegen trotzdem defintiv nicht gekommen. Die Dorfbauern und die Dorfjugend hatten nichts besseres zu tun, wie die ganzen Nächte mit Ihren Traktoren und 2Takt Mopeds durchs Dorf zu fahren und lt.gröhlend sich vor der Dorfkneipe zu treffen. Ich sehe nur noch irgendwelche Moralapostel , die nichts besseres zu tun haben, um sich zu profilieren und die Gesellschaft zu entzweien. Die wirklichen Radaumacher sollten einfach von der Polizei aus dem Verkehr genommen werden, fertig. Selbstjustiz geht garnicht und argumentieren : “ man kann schon verstehen und nachvollziehen das jemandem der Geduldsfaden reißt und eine Straftat begeht ( wie Rollsplitt in der Kurve) “ ist auch ein Standpunkt der nicht akzeptabel ist. Für Alle ein schönes langes Wochehnde :-) .

  2. Giggser78 sagt:

    Wenn durch Euch nichts ständig die Anwohner aufgewigelt würden, dann gäbe es die Probleme nicht. Früher waren die Moppeds lauter und kein Hahn hat gekrät.

    • Der Redakteur sagt:

      1. Sie verwechseln Ursache und Wirkung. 2. Messergebnisse sagen das Gegenteil.

    • Sandra H. sagt:

      Giggser78 mit Verlaub, wenn die Leute nicht so maßlos genervt wären von den halbstarken Motorrad- und Autoposern, dann würden sie solche Beiträge nicht lesen! Sie verdrehen da komplett die Tasachen! Ich begrüße solche Initiativen! Je mehr desto besser, damit die Leute aufwachen, der ein oder andere irgendwann sein Hirn einschaltet, sofern er noch eines besitzt ⁉️ …und die Leidtragenden in der Hoffnung leben können, dass je stärker der Gegenwind bläst, der Wahnsinn
      hoffentlich bald ein Ende hat!!!

    • Matthias sagt:

      Jaja, „die Motorräder waren früher viel lauter!“

      Das ist bloss ein Scheinargument der Biker-Lobby. Heute sind sie auf dem Papier viel leiser geworden. Aber eben auch nur auf dem Papier. Warum wohl klirren bei uns zu Hause erst seit ca. 4-5 Jahren die Scheiben? Vorher kein Problem?

  3. Rainer Rau, sagt:

    Würde die Polizei nicht bei der Fußballgeldscheffelmaschine (andere Chaoten, die es aus irgendwelchen Gründen nicht zu hohlen Chromrohren bringen), gewaltbereiten und -tätigen Demonstrationen, rassistisch und religiös bedingten Massenauseinandersetzungen gebunden, wären mehr Kapazitäten für andere Aufgabenbereiche frei. Die Polizisten, die motiviert sind, gehen auf dem Zahnfleisch, die desillusionierten haben größenteils mein Verständnis. Und für den Personenschutz bei den Verursachern dieser Mißverhältnisse reicht es immer. Für jeden Hühnerdieb, der mit einer Zeugen-Falschaussage einen anderen Hühnerdieb deckt, wird es teuer oder endet im Knast. Wann werden die vielen hochbezahlten Meineide „Zum Wohle des Volkes…, Wahrung der Gesetze der Bundesrepublik Deutschland…, Amtspflichten gewissenhaft erfüllen…“ endlich entsprechend sanktioniert?
    Tatjana W.: „Unser“ Bürgerbeauftragter hat mir vor einigen Jahren die Stellungnahme der Polizei zu seiner Anfrage wegen meiner Eingabe mitgeteilt. Nicht das Papier wert, im gleichen Schreiben innerhalb zweier Sätze ein totaler Widerspruch, Bürgerverarsche pur.

  4. CeDe sagt:

    Im Gegensatz zum Ölflaschen-Attentat das ein Todesopfer forderte, wird hier zumindest ein möglicher Zusammenhang thematisiert. Da sieht man mal welches Potential das Generve hat und welche Verzweiflung bei den Anwohnern herrschft wenn sogar Straftaten begangen werden mutmaslich durch ansonsten brave Anwohner.

  5. Herr B. sagt:

    Sorry, wenn sich auf Rollsplitt einer hinlegt ist das doch sonst keine Meldung wert? Und hat der SWR je darüber berichtet, dass es an dieser Strecke unerträglich ist zu wohnen?

  6. Frank Heerens sagt:

    Sollte der Split, wie in den Ölanschlägen, vorsätzlich und ohne strassenverkehrstechnichen Hintergrund aufgebracht worden sein, ist der Tatbestand des versuchten Toschlags erfüllt.

    • Der Redakteur sagt:

      …das mag ich so an unseren Mitdiskutanten: In eigener Sache den Totschlag an die Wand malen und die Körperverletzung der Anwohner durch tausende Krachtüten verniedlichen. Im übrigen erinnere ich daran, dass Motorradfahrer auch zum Anwalt springen, wenn Rollsplitt „aus straßenverkehrstechnischen Gründen“ aufgebracht wird und darauf einer hinfällt. Überhaupt wird die Rechtsschutzversicherung gegen jede Strecksperrung in diesem Land gezückt – auch dann, wenn die Strecke „straßenverkehrstechnisch“ schlecht ist und daraus Risiken für Zweiradverkehr entstehen (vgl. Solitude Stuttgart).

      • Molto Bene sagt:

        1:0! In Sachen Solitude in Stuttgart war das Fakt. Zufahrtstrecke gesperrt wegen Schalglöchern, dann wird mit dem Grundgesetz gewunken und „die Würde des Menschen ist unantastbar“ eingeklagt.

      • Frank Heerens sagt:

        somit möchten Sie vorsätzliche Körperverletzung / Totschlag mit nicht nachgewiesener Körperletzung vergleichen, die daraus resultieren soll, daß evtl. eine Auspuffmanipulation vorliegen könnte?
        Erstaunlich! Juristisch sauber durchdacht! Respekt!

        • Der Redakteur sagt:

          Industrie- und bandenmäßige Umgehung von Lärmnormen durch Auspuffklappen zu Ungunsten von Millionen Straßenanliegern und vielen epidemiologisch nachgewiesenen Lärmopfern könnte man tatsächlich so interpretieren. Lärm macht krank: Die Folgen reichen von Schlafstörungen über Depressionen und Bluthochdruck bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Umweltbundesamt hat eine Meta-Studie beauftragt: Nach diesem Bericht ist zu befürchten, dass rund drei Prozent aller Herzinfarkte in Deutschland durch Straßenverkehrslärm hervorgerufen werden. Die Folgekosten für das Gesundheitssystem sind immens: Prof. Kerstin Giering (Hochschule Trier) errechnete allein für verkehrslärmbedingte Myokardinfarkte Kosten von rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr berechnet. Dazu kommt volkswirtschaftlicher Schaden: Krankzeiten, Wertverlust der Immobilien, Umsatzeinbußen in der Touristik, etc. Die Kosten für die Volkswirtschaft summieren sich in Deutschland laut Professor Giering auf 9,1 Milliarden Euro pro Jahr! Mein Mitgefühl für den Verunglückten vorausgesetzt: aber dagegen ist Ausrutschen auf Splitt ja Pillepalle.

        • Molto Bene sagt:

          @Heerens: Aus dem Anfangsverdacht des „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ wird vorsätzliche Körperverletzung und (vollzogener) Totschlag. Jetzt verstehe ich was mit „juristisch sauber durchdacht“ gemeint ist…

  7. Hans Schmidt sagt:

    Dachte mir schon dass sowas passieren wird. Die Anwohner sind verzweifelt da Politik und Polizei keine Lust haben an der Situation etwas zu ändern. Die Politik muss endlich handeln, damit die Anwohner ihre Ruhe haben und nicht auf so dumme Ideen kommen. So eine Sch… geht gar nicht. Damit meine ich beides, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und extra nochmal aufdrehen wenn die Anwohner schon durch Schilder um angemessene Fahrweise bitten.

    Ride safe, not loud.

  8. Kolle sagt:

    Ich finde es interessant zu lesen, dass sich einige hier ernsthaft einreden, dass es ja schon fast okay ist grundlos (ohne bauliche Erfordernis) Split auf die Straße zu kippen.
    Lärmgeplagt hin oder her. Wer eine schwere Verletzung oder sogar den Tod eines Anderen mit solchen Aktionen billigend in Kauf nimmt, gehört weggesperrt. Wer sagt denn auch, dass gerade der Fahrer, der stürzt auch einer war, welcher ohne DB-Killer und aufheulendem Motor diese Strecke gefahren ist?

    Es ist natürlich nicht in Ordnung, dass die Leute an stark befahrenen Strecken unter unnötigem Lärm leiden. Immerhin kann man auch gemütlich und mit niedriger Drehzahl durch Ortschaften fahren um somit eine übertriebene Lärmbelästigung zu vermeiden.
    Wenn natürlich jede Harley mit offenem Klappenauspuff fahren muss, vor allem in der Ortschaft, sollten diese ebenso drastische Strafen bekommen.

    • Der Redakteur sagt:

      Hallo Kolle, Ich könnte Ihnen einige Beispiele zusenden von Menschen, die sich hier an der Grenze zur Obszönität darüber freuen, wie sie andere mit ihren Krachmaschinen nerven und schädigen können. Wir hingegen halten nichts von Selbstjustiz – auch wenn Kirche, Politik, Polizei und Justiz hier seit Jahren tatenlos zusehen, wie Grundrechte (auch das auf körperliche Unversehrtheit) mit Füßen getreten werden. Mich persönlich wundert es nicht, dass Splitt und Öl passiert. Ich finde es trotzdem schrecklich, dass es so weit kommt/gekommen ist.

  9. Rainer Rau, sagt:

    Hans Schmidt: Die Polizei hätte schon Lust, wenn sie mal Zeit und Personal hätte, aber die Politik wird sich hüten, irgendwelche Zuwendungshähne zu schließen. Unsere einzige Chance ist in drei1/2 Jahren das Kreuz an der richtigen Stelle oder mehr effektiven Einsatz.

  10. Rainer Rau, sagt:

    Ergänzend: Die Politik handelt schon, und zwar ihre Diäten in die Höhe.

  11. Mathias sagt:

    Splitt streuen oder gar Öl ausgießen geht natürlich überhaupt nicht.
    Aber letztlich sind wir lärmgeplagten Anwohner viel zu brav und naiv. Seit Jahren unzählige Bitten um Abhilfe, Diskussionen, Petitionen, Foren wie dieses hier, etc.
    Ergebnis: außer paar gutmeinten Schildern und Anzeigeräten: NICHTS.
    Vermutlich lassen sich unsere hier auf ganzer Linie versagenden Politiker nur mit anderen Maßnahmen aufrütteln: zufällig querstehende und defekte Traktoren zum Beispiel. Oder mal den entspr. Abgeordneten einladen und an einem schönen Sommersonntag 12 Stunden ohne Verpflegung an einen „Hotspot“ setzen.
    „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“
    ES REICHT !!!

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