„Umwelthilfeeeeeeeeeeeee!“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) führt bestimmt das schärfste Schwert unter Deutschlands Umweltverbänden. Ob es nun allen gefällt oder nicht: Der Verein hat in vielen Bereichen dafür gesorgt, dass geltendes Recht durchgesetzt wird, wo zuvor aus wirtschaftlichen Interessen und wegen Technik-Schummeleien Recht ignoriert, gebeugt oder schlicht gebrochen wurde. Schönes Beispiel sind die Betrügereien rund um den Dieselskandal (nicht nur) der Deutschen Fahrzeugindustrie. Ein ähnliches Thema schneidet der Verband jetzt mit seinen „Lärmspitzen“ an: Es geht gegen mutwillig laute Pkw und Motorräder – also Poser auf zwei und vier Rädern.

Ausriss aus DUH-Magazin DUHwelt

Dorothee Saar von der DUH schreibt: „Doch was steckt hinter den extremen Lärmemissionen? Oft sind die Übeltäter sogenannte Auspuffklappensysteme sowie Soundgeneratoren (UBA Studie), die vom Hersteller verbaut wurden. Hinzu kommen nachträglich durch die Fahrzeughalter*innen eingebaute Ersatzschalldämpfer, die – absurd aber wahr – teilweise deutlich lauter sein dürfen als das Originalbauteil. Zu guter Letzt unterliegen vor allem ältere Bestandsfahrzeuge lascheren Grenzwertvorgaben und dürfen daher bis heute besonders laut sein. Und das trotz der nachgewiesenen negativen Folgen (siehe DUH Lärm Webseite) für Umwelt und Gesundheit. Da drängt sich doch die Frage auf: Was macht die Politik, um uns vor Lärm zu schützen? Die ernüchternde Antwort: Zu wenig. Dem ist wenig hinzuzufügen. Willkommen im Thema, im Team – und Danke für die Unterstützung! Die DUHwelt 3 (unten der Download) thematisiert ab Seite 16 unser Thema:

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9 Kommentare zu “„Umwelthilfeeeeeeeeeeeee!“
  1. Walter Delfs sagt:

    Ernüchternde Antwort: Die Bundestagspräsidentin, Frau Bärbel Bas, fährt in ihrer Freizeit Harley Davidson.
    Bis in die hohe Politik werden die Krachmacher also gehätschelt und getätschelt. – Und Sie wundern sich, dass nichts passiert, trotz unnötigen viel zu lautem Lärm, erzeugt durch oft illegale Klappenauspuffanlagen – und selbst bei den Neuen heute immer noch viel zu laut.
    Von dieser Politik erwarte ich zu meinen Lebzeiten keine nachhaltige Verbesserung der Situation.

    • Reto sagt:

      Walter. Jetzt denken wir mal positiv und hoffen, dass neben Motorradfahrern auch und gerade Politiker denken können.
      Und so viel Freizeit sollte sie ja nicht haben, die Gute. ;-)

      • Walter Delfs sagt:

        Habe mir das positive Denken in dieser Richtung abgewöhnt. Hatte auch mal einen Vorgesetzten, der mit 63 (!) bei 100% der laufenden Bezüge in Rente gegangen ist – und der in seiner Freizeit auch Lärm gemacht hat. Jegliche Ansprache darauf rief bei ihm nur Unverständnis hervor. Niemand könne ihm vorschreiben, was er in seiner Freizeit machen dürfe….. In diesem Fall: Geldsack mit zu viel Freizeit.
        Bei Frau Bas: Frustabbau gegen den täglichen Stress.
        Es ist die sogenannten Elite (wer kann sich als Normalverdiener überhaupt eine Harley leisten?!), die sich ihre Privilegien erhält!

  2. Peter sagt:

    Ja das ist bekannt und wir Betroffenen leiden seit Jahren. Aber was machen sie?

  3. Klaus Dietrich sagt:

    Wir müssen diesem Lärmterror endlich Einhalt gebieten. Es kann nicht sein, dass diese spätpubertären, rücksichtslosen und aggressiven Menschen ihren gesundheitsgefährdenden Egoismus ausleben. Es muss endlich eine neue wirksame Lärmgesetzgebung her.

  4. Walter Delfs sagt:

    Ich habe seit 4 Jahren einen Tinitus, den ich mir unter einer Eisenbahnbrücke zugezogen habe. Motorradfahrer hat unter der Brücke vor roter Ampel mehrmals Vollgas (im Stand) gegeben. Eine 747 beim Start in Frankfurt ist dagegen ein laues Lüftchen. Die Anzeige wollte die Polizie nicht gerne entgegennehmen, verlief aber im Sande.
    Ich rede also nicht nur von Körperverletzung.
    Aber bitte, was soll ich machen, außer regelmäßig die Polizei nerven und Krach zur Anzeige bringen? Das Frustrierende ist ja, dass viele Motorradfahrer ungebremst Krach machen dürfen, während PKW-Fahrer für das Telefonieren mit dem Handy gnadenlos mit Bußgeldern belegt werden….
    Ich habe beschlossen, zwar weiter zu meckern, aber mich weniger aufzuregen. Aufregen ist auf Dauer einfach nur ungesund.
    Und was machen Sie????

    • Rainer Rau sagt:

      Sie beschreiben es selbst: „Polizei nerven“.
      Bei der Polizei gibts „sone“ und „solche“. „Sone“ tun eh nichts, und „solche“ sind überlastet. Ich musste viele Jahre mit Polizei zusammenarbeiten und sage jetzt lieber nichts dazu.

      Hier im Ort wurde nach Jahrzehnten Bitten und Betteln einmal in einer Straße die Geschwindigkeit kontrolliert – 53 % deutlich bis viel zu schnell.
      Die Motorradplage findet aber auf der Umgehungsstraße zwischen zwei Wohngebieten statt. Dort gab es auch nach jahrelangem Betteln eine Kontrolle – mitten in der Nacht, mit einem Tempoverstoß. An Wochenenden und bezügl Lärm haben die Chaoten nichts zu befürchten. Tempoüberschreitungen bis ca. 100 km/h sind absolut keine Seltenheit.
      Tja, was mache ich? Schreiben, mailen, Papierkörbe füllen, andere Anwohner ansprechen mit dem Ergebnis: „Die“ da oben tun doch eh nix“.
      Zur Zeit ist es etwas ruhiger, der Spritpreis macht sich bemerkbar. Aber die, die jetzt noch unterwegs sind, sind größtenteils die „Richtigen“, die kriegt man nur durch Regelungen und Verbote gebremst.
      Momentan haben Regierung und andere Zuständige ja „genug“ andere Probleme, da sind die vergangenen Jahrzehnte der Untätigkeit leicht verdrängt.

  5. Bigfoot sagt:

    Ja, ist wirklich eine Pest mit den Motorradfahrern. Ich habe Glück, wohne in einer ruhigen Sackgasse, aber sobald ich z. B. eine Radtour mache, bin ich dem Lärm z. T. ausgesetzt. Fahre schon, wenn immer möglich nur duch den Wald , nicht an der Strasse entlang

  6. Rainer Rau sagt:

    Gestern wars interessant in der Glotze:
    In einer Dokumentation hat ein Ingenieur, der sein Hobby mit einer Motorradwerkstatt zum Beruf gemacht hat, die Legitimität der bewusst gewollten Lärmbelästigung wieder mal verteidigt.
    In einem Thriller: Tochter: „Ich hasse meinen Vater, weil er sich umgebracht und mich allein gelassen hat“.
    Polizistin: „Wie hat er sich umgebracht?“
    Tochter: „Er hat sich fürs Motorradfahren entschieden“.

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