Verkehrslärm kostet jedes Jahr 10 Milliarden

Ein schönes Dossier zum Thema Verkehrslärm in der Welt: Die Hälfte der Deutschen fühlt sich nach Umfragen durch Lärm immer mal wieder gestört, weitere acht Millionen Menschen empfinden das tägliche Getöse als stark einschränkend. Davon sind nach Schätzung des Bundesumweltministeriums 3,5 Millionen sogar einem potenziell gesundheitsgefährdenden Schalldruck ausgesetzt. Das Bundesverkehrsministerium stellt für Lärmschutzmaßnahmen jährlich 50 Millionen Euro zur Verfügung – viel zu wenig, glaubt etwa der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI):  „Der Bund sollte die Mittel für den aktiven und passiven Lärmschutz – der gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend – auf mindestens 100 Millionen Euro jährlich erhöhen“, forderte der Spitzenverband letztes Jahr. Gut angelegtes Geld, folgt man dem Verkehrswissenschaftler Helmut Holzapfel von der Uni Kassel. Er beziffert die volkswirtschaftlichen Schäden durch Lärm, vor allem aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen, auf jährlich rund zehn Milliarden Euro. Und da gibt es in all dem landesweiten Bemühen, den Lärm zu reduzieren und Menschen und ihre Gesundheit zu schützen auch eine Gegenbewegung, die Motorradlärm als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit, Rasen am Rande und jenseits der SVO als Freizeitvergnügen und laute Auspuffe als Sicherheits-Argument (gegen das Übersehenwerden) ansehen. Hier gehts zum Beitrag.

Veröffentlicht in Hotspots, Medienberichte, UBA
17 Kommentare zu “Verkehrslärm kostet jedes Jahr 10 Milliarden
  1. cbr 600rr sagt:

    Okay, Der anfang war relativ sachlich und nüchtern geschildert. Das Ende war vollgestopft mit Populismus und subjektiver Meinungsmache. Leider passiert das hier ziemlich oft. Ein vernünftiger Dialog kann so gar nicht stattfinden.

    Eine Gegenbewegung – zumindest organisiert – ist mir keine Bekannt. Falls jemand eine Interessengemeinschaft oder Bürgerinnitiative FÜR Motorradlärm findet, darf er sie gerne behalten.

    Desweiteren geht es in dem Bericht hauptsächlich um Bahnlärm und Autobahnen und nicht um die notorischen Raser und Zu-laut-Fahrer.

    Kann man die These des Professors einsehen und eine statistische Erhebung nachlesen wieviel von den 10 Milliarden Euro Wirtschaftsschaden durch Lärm von Motorradfahrern verursacht wird?

    Wenn man schon trotz diesem Artikel wieder Bezug auf die Kradfahrer nehmen will, so sollte man auch einsehen können, wieviel von den Lärmgeschädigten tatsächlich von Motorradlärm gestört werden.

    Mich würde es nicht wundern, wenn dieser Anteil nicht verschwindend gering wäre, angesichts des Flug- Autobahn- und Güterzugvlärmes…

    Ich kann das Anliegen dieser Internetseite und der Betroffenen verstehen, aber diesen Artikel gehört eigentlich nicht hierher.

    • Reto sagt:

      Lärm ist ein Problem dieser Gesellschaft. Und wenn man ein bißchen weiterdenkt könnte man auch darauf kommen, dass es vermeidbare und weniger vermeidbare Lärmquellen gibt – wie übrigens die Motorradfahrer, die hier mitdiskutieren, gerne in Bezug auf Rasenmäher hundertfach anmerken. Motorradfahren geht auch leise – entsprechende Maschine, entsprechender Fahrstil, entsprechendes Zubehör und Akzeptanz der SVO vorausgesetzt. Motorradlärm ist ein unnötiges Sahnehäubchen auf einer lärmigen Zeit – und auch einem Problem, das sehr viel Geld kostet.

      • Michael Ackermann sagt:

        Leider sind die meisten Nichtmotorradfahrer, also meistens Autofahrer genauso offensichtlich nicht gewillt zu erkennen das der größte Lärmanteil nun mal , schon mengenmäßig und als Anwohner einer durch die Ortschaft führenden Bundesstraße weiß ich wovon ich rede,von ihnen verursacht wird. Interessanterweise aber nicht überraschend gibt es eine solche Diffamierungsseite wie hier für Autolärm nicht.Aber einfacher ist es immer auf Minderheiten rumzuprügeln.Da gilt dann sogar die Sippenhaftung.

        • Reto sagt:

          Der lärmende Teil der Motorradgemeinde trägt den Lärm dorthin, wo es ansonsten ruhig ist: in die Naherholungsgebiete und Naturparks. Gemessen sind die Motorräder dort oft drei Mal so laut wie Pkw. Und wenn dann genug zusammenkommen, gibt’s Widerstand. Das hat nichts mit der Diffamierung einer Minderheit zu tun. Das Vokabular stimmt hier nicht: Diffamierung definiert sich über Rasse, Religionszugehörigkeit oder sexuelle Ausrichtung – nicht über das Verkehrsmittel, das sie benutzen oder darüber, dass sie sich das Recht herausnimmt, die Mehrheit zu belästigen.

          • Michael Ackermann sagt:

            Eine sehr eigenwillige und nicht nachvollziehbare Definition von Minderheit, schon mal dem Duden als Ergänzung vorgeschlagen? Und der letzte Nebensatz wieder mal Ausdruck davon die eigenen Vorurteile möglichst nicht zu hinterfragen sondern penetrant als Wahrheiten zu präsentieren.

          • Keimrich sagt:

            Das ist keine Definition von Minderheit, sondern eine Definition von Diskriminierung einer Minderheit ;-)

          • Michael Ackermann sagt:

            @Keimrich,
            am besten den letzten Satz von Dauerposter Reto noch mal genau lesen, aus dem Satzzusammenhang ergibt sich das hier eigentlich Minderheit stehen sollte da Rasse oder sonstwas keine Diffamierung definiert, oder?Vielleicht war er sich nicht ganz schlüssig was er jetzt abstreiten wollte.

          • Keimrich sagt:

            Stilisieren Sie sich doch bitte nicht als diskriminierte Minderheit. Sie gehen anderen Menschen mit Ihrem Lärm auf den Sack – verdammt noch mal. Und wer das formuliert, von dem behaupten Sie, er diskriminiere Sie.

      • CBR1100XX sagt:

        Ich finde es auch immer wieder amüsant, dass scheinbar die komplette BRD ein „Naherholungsgebiet“ ist…

        Und wie cbr600rr schon sagt, kann hier einfach kein vernünftiger Dialog stattfinden, weil Gegenargumente oder Kritik von Motorradfahrern hier nicht geduldet werden, sondern sofort mit Rechtfertigungsversuchen im Keim erstickt oder gar nicht erst veröffentlicht werden. Wer nicht für die Lärmgegner ist, ist sofort ein Feind.

        Solange es dafür die Einsicht der Lärmgegner nicht gibt, wird sich auch nichts ändern. Denn Sie meine Herren sind es, die uns Motorradfahrern gegenüber etwas erreichen wollen. Wir Motorradfahrer wollen von Ihnen gar nichts, außer unsere Ruhe. Und wenn Sie weiterhin kompromisslos auf Ihren konservativen Ansichten sitzen bleiben, werden die Motorradfahrer das genauso tun.

        Ja, Motorradfahren geht definitiv leise. Und selbst eine Supersportler mit Sportauspuff klingt im 5. Gang bei 50 km/h nicht lauter als ein Auto. Aber der Grund, warum es für viele Motorradfahrer mittlerweile zum Spaß wird, im niedrigen Gang durch Ortschaften zu fahren umd Sie zu provozieren, liegt woanders…

        Entschuldigen Sie bitte folgende Argumentation, das ist nicht mein Standpunkt, aber der typische Klischee Lärmgegner sieht für die meisten Motorradfahrer so aus: Rentner Mitte 60, Nur-Autofahrer, hobbylos und daher den lieben langen Tag nichts besseres zu tun, als sich zu beschweren, Lärmpegel zu messen und Motorräder zu zählen.
        Kinder und Jugendliche haben (anders als auf Ihrem Titelbild dargestellt) mit dem Motorradlärm in den seltensten Fällen ein Problem, weil sie an 5 Tagen in der Wochen in der Regel die Schule besuchen und am Wochenende ihren Hobbys nachgehen, anstatt sich um Dinge wie Motorradlärm zu kümmern. Ich persönlich habe jedenfalls noch kein Kind schreiend und mit zugehaltenen Ohren am Straßenrand stehen sehen, wenn ich mit meinem Motorrad unterwegs war. Ganz im Gegenteil, die meisten finden es sogar gut und wenn ich an der Ampel stehe, geben mir besonders Jungs im Alter zwischen 8 und 14 Jahren öfters das Zeichen, dass ich doch mal am Gas drehen soll…

        Aber zu diesem „Klischee-Lärmgegner“ haben Sie selbst beigetragen, weil in der Vergangenheit vielerorts maßlos übertrieben wurde und schon bei 20 Motorrädern am Tag die Polizei gerufen wurde. Meine Quelle hierfür ist übrigens ein Polizeibeamter, der diese Anrufe auch leid war. Genauso wie in den unzähligen Fernseh-Dokus mit Sprüchen wie „Doppelte Leitplanken werden für Motorradfahrer gebaut, aber was tut man für uns Bürger“ oder „Zebrastreifen als verkehrsberuhigende Maßnahmen“ das Bild von dem verzerrten Weltbild von vielen Lärmgegnern gezeichnet wird…

  2. Michael Ackermann sagt:

    Und auch hier vorurteilsbeladene Diffamierungen: der angesprochene Artikel beschäftigt sich mit dem allgemeinen Verkehrslärm und der wird nun mal nicht von der Minderheit Motorrad ausgelöst wie eigentlich jeder mit normalem Sensorium ausgerüstete selber merken könnte. Bei über 50 Millionen Pkw eigentlich auch nicht verwunderlich wer den Lärm macht.
    Aber da die Diffamierer höchstwahrscheinlich selber Autofahren rührt man hieran lieber nicht.
    Heuchler nennt man sowas.

  3. Reto sagt:

    Ihr “normales Sensorium“ irrt: Messungen mit kalibrierten Phonmetern zeigen bei Motorrädern regelmäßig ein Vielfaches des Lärms an, der von Pkw produziert wird. Und zwar schon bei nicht manipuierten Bikes. 100 Vorbeifahrten pro Stunde im Naherholungsgebiet sind dann gefühlt so laut wie der Ruhrschnellweg. Aber als Bundesstraßenanwohner haben Sie mit den Anwohnern sicherlich kein Bedauern – warum soll’s denen besser gehen als Ihnen, gell?

  4. Anwohner sagt:

    CBR1100XX (der Mensch als Motorrad) schreibt:

    „Denn Sie meine Herren sind es, die uns Motorradfahrern gegenüber etwas erreichen wollen. Wir Motorradfahrer wollen von Ihnen gar nichts, außer unsere Ruhe.“

    Unglaublich: Ruhe fordern und selber Krach machen! Da bleibt mir die Spucke weg. Ruhe herrscht bei uns übrigens, wenn’s mal wieder richtig geknallt hat. Wenn ich Stellungsnahmen wie die Ihre lesen, muss ich all meine humanistische Bildung bemühen, damit es das nächste mal nicht wohlig kribbelt, wenn diese Ruhe mal wieder einkehrt. ;-) Grüße aus Kochel am See.

  5. Berti sagt:

    Habe heute an der Tankstelle ein vorsichtiges Gespräch mit einem Vertreter dieser Zunft gesucht. Er betankte eine Honda mit Akrapovic-Auspuff. Hier ein paar Zitate: Das Motorrad ist aber sehr laut, oder? „Des g’hört so!“ Muss das so laut sein, Sie belästigen damit ja ihre Umwelt „Alles zulässig und eingetragen. Und im Moment belästigen Sie doch mich.“ Aber doch absichtlich laut, sage ich, das ist ja nicht der Originalauspuff, sondern ein lauteres Zubehörteil: „Lassen Sie mich doch in Ruhe! Ich verbiete Ihnen ja auch nicht, mit Ohropax in den Garten zu gehen.“ Meine Bilanz: Kommunikation nicht nur unmöglich, sondern sinnlos.

  6. Elster, Johanna sagt:

    Es wird immer Argumente gegen den Lärm geben, weil Lärm nun einmal stört – und gesundheitlich beeinträchtigt. Die, die Lärm verursachen, tragen meist Hörschutz und ignorieren die Tatsache, daß ihre Mitmenschen keinen Hörschutz haben. Diese Ignoranz den anderen Mitmenschen gegenüber ist der entscheidende Punkt, um den es geht! Ein Beispiel: Ein lärmmachender Mensch völlig selbstversonnen, und viele, mitunter sehr viele Menschen müssen es ertragen!!

  7. R. Rexinger sagt:

    Sie wollen also Ihre Ruhe vor solchen Spießbürgern wie uns? Nach dem heute zudende gehenden Wochenende, das meiner Familie von diesen asozialen Banden verdorben wurde, gibt es darauf nur eine Antwort: Wünsche CBR1100XX und allen Spießgesellen hin und wieder eine Handbreit Schmierseife unterm Latsch – und dann ein paar Minuten Ruhe für alle.

  8. Droopy sagt:

    ich denke, wenn sie anderen Verkehrsteilnehmern eine handbreit Schmierseife unterm Latsch wünschen, zeigt Ihr Kommentar doch ziemlich deutlich, wie man diese Homepage einzuordnen hat. Sie wünschen Menschen, und zwar nicht nur dem Motorradfahrer sondern auch anderen Verkehrsteilnehmern schwere Verletzungen oder den Tod. Das würde ich doch schon mal als sehr bedenklich einstufen, und das weil ein anderer Verkehrsteilnehmer vielleicht mit ein paar DB zu viel unterwegs ist. Nur ein weiterer Punkt der darstellt, wie bezüglich des Themas Motorradlärm übertrieben wird und welche Wichtigkeit man diesem an sich zu vernachlässigende Thema beimessen kann. Es gibt viele andere wichtige Probleme in unserer Gesellschaft, aber die ewigen Nörgler und Stänkerer haben sich nun mal auf Motorradfahrer eingeschworen, sei es „Rockerkriminalität“ , „Auspufflärm“ etc. Und die Politik und die Medien springen gerne auf diesen Zug auf, da man sich anhand dieses Themas schnell und medienwirksam profilieren kann, die Resultate aber meistens vollkommen uninteressant weil unwichtig sind.

    • Keimrich sagt:

      selber Verallgemeinerungen anprangern und dann von einer Stellungsnahme eines offensichtlich völlig genervten Anwohners darauf zu schließen, dass die VAGM jedem Schmierseife unter den Reifen wünscht? Das finde ich schon ziemlich weltfremd. Wir diskutieren hier und tauschen mehr oder weniger objektive Argumente aus. So wie Sie alle Belästigten als „ewige Nörgler und Stänkerer“ abtun dürfen Sie sich dann aber nicht wundern, wenn auch die Initiative hier hin und wieder verallgemeinert und alle Biker in einen Topf wirft.

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