Für die Probierstrecke zu laut: Audi RS Modelle sorgten schon früher für Ärger

Screenshot aus der Augsburger Allgemeinen: Anwohnerbeschwerden über Auspufflärm bei den RS 2015 rufen Technikvorstand Hackenberg auf den Plan. Der war bestimmt ganz überrascht, wie laut seine Autos sind ;-)

Screenshot aus der Augsburger Allgemeinen: Anwohnerbeschwerden über Auspufflärm bei den RS 2015 rufen Technikvorstand Hackenberg auf den Plan. Der war bestimmt ganz überrascht, wie laut seine Autos sind ;-)

Audi hat wiederholt ein Lärmproblem, wo man es nicht einfach mit Umgehen der Normen als legal tünchen kann – wie die Augsburger Allgemeine schon 2015 berichtete. Auf dem Audi-Gelände in Neuburg wurden seinerzeit die „RS“-Modelle für Händlerevents Probe gefahren und die Anwohner haben sich beschwert. Zitat des Ortsvorstehers der Anliegergemeinde: „Ich hab’ sofort gehört, dass da kein lärmreduziertes Auto fährt“ Sicherlich auch aufgrund der extremen Windverhältnisse wurden in diesen Tagen selbst noch die Bewohner von Maxweiler beschallt. „Da war man dieses mal nicht einmal mehr im Haus vor dem Lärm geschützt“, verdeutlicht ein Betroffener die Situation der Anlieger.

Erst sei es um den Ärger mit den lauten R8-Motoren gegangen: „Das Problem wurde dann von höchster Stelle aus angepackt. Technik-Vorstand Dr. Ulrich Hackenberg versprach eine Lösung dafür und hielt Wort. Seit der offiziellen Eröffnung des Audi-Standortes in Neuburg Ende August vergangenen Jahres wurden die Auspuffanlagen der R8 umgerüstet. Es war ein wichtiger Schritt hin zum gewünschten, guten Auskommen mit den Nachbarn.“ Anmerkung der Redaktion: Umrüstung bedeutet sicherlich temporäre Änderung an der Klappensteuerung!

SIE GLAUBEN DOCH NICHT IM ERNST, DASS AUDI DIE R8-MOTOREN AUCH FÜR DEN STRASSENVERKEHR UMGRÜSTET HAT? NEIN: DIE MACHEN SO WEITER UND ENTWICKELN WEITERE LÄRMMASCHINEN. ZUM BEISPIEL DIE RS-FAHRZEUGE, DIE FABIAN HOBERG SO IN VERZÜCKUNG BRACHTEN (vorhergehender Artikel).

„Nun (2015!) braucht ein neues Problem eine Lösung. Zwar könnte Audi niemand verbieten, derartige Veranstaltungen wie in der ersten Osterferienwoche mit zugelassenen (sic: zugelassenen!) Autos durchzuziehen. „Doch wenn wir einen lärmreduzierten Ansatz haben, dann soll der auch durchgängig sein“, sagt Christian Weck. Jedenfalls sei es zugegeben nicht sehr geschickt, die R8 leiser zu machen und dann andere Autos (hier die RS) herzuschicken, die wieder viel lauter sind.

Wie gesagt: Ein Nischenproblem, das bei allen Herstellern Schule macht. Und man muss die Händler ja begeistern, dass sie aus dem Nischenproblem mit den Klappenauspuffen ein umsatzträchtiges Massenproblem machen können. Seit 2015. Vorsprung durch Mogeltechnik!

 

Veröffentlicht in Audi, Hotspots, Medienberichte

Meinung: Lärm-Orgie in der „Welt“ – 4 Minuten Jubel, die Sie sich sparen können

So sieht also die Krwawllschachtel aus, die Lärm-Junkies unter den Journalisten das Pipi in die Augen treibt.

So sieht also die Krawallschachtel aus, die Lärm-Junkies unter den Journalisten das Pipi in die Augen treibt. Online-Ausriss aus „Die Welt“.

Manche Journalisten haben den Schuss nicht gehört: Fabian Hoberg schreibt für seine Freunde (und möglicherweise Verwandten) in der Mannheimer Poser Szene eine Lobeshymmne auf den Lärm des neuen Audi TT in der Welt online. Kostproben gefällig? „Selbst Porsche pflanzt in den 718 Boxster und Cayman einen aufgeladenen Vierzylinder. Nur haben diese Motoren keinen guten Sound. Und der ist einigen Autofahrern wichtig.“ Stimmt: „Einigen“- aber die spendieren ihn dann „Allen“. Gerade in Familien, in denen der Erstgeborene Anspruch auf einen tiefer/breiter/lauter 3er BMW nicht unter 200 PS hat, ist dieses Kriterium überlebenswichtig. Oder: „Den ersten TT RS mit 340 PS verkaufte Audi 2009, bisher griffen rund 7000 Kunden zu. Ein Nischenauto klar, aber eines, das die Fans schon von Weitem hören.“ Nicht nur die Fans – auch ganz normale und davon belästigte Bürger hören dieses Auto schon von Weitem. Durch Schallschutzfenster hindurch und über Lärmschutzwände hinweg, die viel Geld gekostet haben. Darauf können die Freunde von Fabi aber leider keine Rücksicht nehmen: Vor allem in den Innenstädten stärkt das Lärmen das Ego der Besitzer (siehe Mannheim oder Singen). In Mannheim fragte ein Journalist einen Poser vor seinem beschlagnahmten Fahrzeug nach dem Wieso? „Na, weil isch mirs leiste‘ kann!“

Zurück zur Welt: Noch mal ein bißchen journalistisches Geräusch-Ejakulat in Buchstabenform?: „Denn diesen unnachahmlichen Fünfzylindersound bekommt nur Audi hin. Der Motor des TT RS klingt tief, heiser und dumpf, lockert den Bass beim Schalten kurz hell zwitschernd auf. Ein Klangteppich, der süchtig macht. Lauter gibt es nur beim Tuner.“  Ein Klangteppich der süchtig macht? Lauter kann keiner als Audi? Also in Summe ein weiterer Grund, um die Marke mit den Ringen einen weiten Bogen zu machen. Waren die nicht nicht schon beim Abgasbetrug ganz vorne mit dabei? Aber Fabian Hoberg, hat Ihnen das Audi-Soundlabor da einen Fünfer zugesteckt? Jetzt müsste doch eigentlich mal gut sein, oder?

Denkste! „Der Turbobenziner sprotzelt wie ein Lamborghini-V10-Motor – wenn er will. Denn im Gegensatz zum Supersportwagen aus Italien kann der TT RS auch leise. Dann, wenn die serienmäßigen Abgasklappen im Auspuff geschlossen sind.“ Klar. Für den TÜV braucht man ja Klappen zum Zumachen! Und empathische Spätheimkehrer im TT RS machen in der Nachbarschaft ja auch die Klappen zu. Die belästigen lieber anderswo, wo die Menschen sich „bewundernd“ umdrehen, um zu sehen, was für ein Arschloch da vorbeiheizt. Hat sich schon mal jemand Gedanken über Analogien zwischen Auspuff und Arschloch gemacht?

Veröffentlicht in Allgemein, Audi, Hotspots, Medienberichte, Meinung Getagged mit:

Mit dem Sommer geht der Lärm

WDR Hörfunk berichtet aus NRW.

WDR Hörfunk berichtet aus NRW.

WDR 5 Hörfunk berichtet aus Sauer- und Siegerland, der Eifel und dem Bergischen Land, wo ausgangs des Sommers die Nerven blank liegen. Im Frühjahr und Sommer fühlen sie sich von lauten Motorrädern tyrannisiert. Ein hörenswerter Beitrag hier.

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Medienberichte

Petition: Quads und lärmende Freizeitfahrzeuge

Quads sind in sachen Lärm berühmt berüchtigte Freizeitfahrzeuge.  Foto: Stefan Krause

Quads sind in Sachen Lärm berühmt berüchtigte Freizeitfahrzeuge – die Normen werden analog Motorradlärm umgangen oder die Zulassung erfolgt weiß Gott wo in Europa. Dagegen gibt’s jetzt eine Petition.
Foto: Stefan Krause

Noch einen zeichnungswürdige Petition (67390 – Zulassung zum Straßenverkehr – Überprüfung der hohen Lärmbelastung durch Quads und ähnliche Fahrzeuge vom 29.08.2016), die das Thema Quad und lärmende Freizeitfahrzeuge (auch Motorräder) angeht. Hingewiesen darauf hat uns ein Odenwald-Bewohner, der neben der „ohnehin schon irrsinnigen Lärmbelastung durch Motorrad-”Touristen”, beklagt, dass jetzt auch vermehrt „geführte, professionell vermarktete Quad-Touren angeboten werden“, Bei diesen Touren heizen Gruppen mit bis zu 20 lärmenden Quads am Wochenende und unter der Woche, teilweise mehrfach am Tag durch die Ortschaften und über Waldwege – und die Veranstalter verdienen auch noch Geld damit… Hier gehts zur Petition.

Veröffentlicht in Allgemein, Gesetze, Hotspots

Mit dem Zubehörauspuff fliegt man vom Sachsenring

Verrückte Welt: Während die Krachauspuffe mit EU-ABE als Rennsport-Accessoires verkauft werden und auf der Straße auch nach der neuen Norm eine Zulassung haben, sind sie auf den Rennstrecken der Republik nicht zulässig, weil zu laut. Serienmäßiger Auspuff und serienmäßiger Luftfilter ist Pflicht, sonst fliegt man von der Strecke. Der Grund: Jedem Anwohner am Sachsenring bietet sich der Klageweg, wenn die Lärmdosis überschritten ist. Auf der Straße, an den Hotspots, ist es dem Gesetzgeber offensichtlich wurscht – ganz im Widerspruch zu § 1 SVO und § 49 StVZO. Aber das sind ja – liebes Volk, liebe Volksvertreter – eh nur Lachnummern, keine gesetzlichen Regelungen.

 

Aus den AGB des Sachsenrings…

Aus den AGB des Sachsenrings…

Veröffentlicht in Allgemein

Wie es KTM in Sachen Lärm zum Marktführer brachte

Die Firma KTM verkauft mehr Motorräder als BMW (und die sind mittlerweile unverschämt laut). Eine Zeit-Autorin fährt ein motorisiertes KTM Zweirad und wählt einen eindeutigen Titel. Ein Leserbrief dazu:

 

Leserbrief in der Zeit.

Leserbrief in der Zeit.

Veröffentlicht in Medienberichte

Panorama berichtet zum Thema Motorradlärm

Panorama berichtet heute, 1. September, zum Thema Motorradlärm.

Panorama berichtet aktuell zum Thema Motorradlärm.

Hauptsache laut: Panorama berichtete am 1. September in der ARD zum Thema Motorradlärm. Interessante Statements von Betroffenen – und Tätern. Über den Link kann man sich auf den harten Tobak vorbereiten, der da von Bikern verzapft wird. Hier geht es zum Beitrag.

Anwohner,motorradlaerm126.html

Veröffentlicht in Allgemein, Gesetze, Hotspots

Lärmproblem: Der Gesetzgeber lässt Hersteller munter Tricksen

Die Lärmmessung von Straßenfahrzeugen wird in einem normierten Verfahren vorgenommen, das für alle Straßenfahrzeuge in Europa (auch in der Schweiz) verbindlich ist. Dazu fährt das Fahrzeug mit 50 km/h auf die Lärmmessstelle zu und beschleunigt mit Vollgas auf 80 km/h. Der Geschwindigkeitsbereich oberhalb 80 km/h wird in den normierten Lärmmessungen nicht erfasst, da können die Fahrzeuge dann so laut sein, wie sie wollen. Für Motorräder gilt im normierten Verfahren seit 2016 ein Lärmgrenzwert von 78 dB (A), vorher waren es 80 dB (A). Für PKW gilt ein Lärmgrenzwert von 74 dB (A). Motorräder dürfen also 4 dB lauter als KFZ sein, aufgrund des logarithmischen Charakters des dB Werts entspricht das ungefähr einer zusätzlichen Lautheit von 40 % gegenüber einem PKW. Schon hier zeigt sich, warum gerade die Motorradgeräusche sich besonders vom normalen Verkehrslärm abheben. Es sind eben nicht nur die Motorräder mit manipulierten Auspuffanlagen („Schwarze Schafe“), die am schlechten Image der Motorrad-Gemeinde schuld sind.

DB-Eater-Schau im Rems-Murr-Kreis: Mal gucken, ob da was drin ist. Gegen andere Lärmtricks hat die Polizei kein Instrumentarium.

DB-Eater-Schau im Rems-Murr-Kreis: Mal gucken, ob da was drin ist. Gegen andere Lärmtricks hat die Polizei kein Instrumentarium.

Das normiertes Verfahren zur Lärmmessung ist nicht praxisnah. Oberhalb von 80 km/h werden überhaupt keine Lärmemissionen erfasst. Im Geschwindigkeitsbereich unterhalb 80 km/h wird bei den Lärmmessungen getrickst. Das Schweizer Fernsehen hat in einem detailliert recherchierten Bericht gezeigt, dass die Hersteller ihre Fahrzeuge auf den Lärmtest vorbereiten. Im Bericht wird ausführlich gezeigt, dass die Fahrzeuge bei einer minimalen Abweichung vom normierten Test (Anfahrt mit ca. 55 km/h statt mit 50 km/h) plötzlich zwischen 2- und 4-mal so laut wie bei Anfahrt mit 50 km/h werden. Dies entspricht im Prinzip der Schummelei beim VW-Abgasskandal, hier allerdings mit Billigung des Gesetzgebers.

Ein paar Grundlagen zu Lärmmessungen bei Fahrzeugen: Es ist bekannt, dass Lärm in Dezibel (dB) gemessen wird. Dezibel ist eine logarithmische Größe. Das bedeutet, dass sich ca. alle 10 dB die Lautstärke verdoppelt (der Schalldruck verdoppelt sich sogar alle 6 dB). Ein Anstieg von 70 dB auf 80 dB ist also nicht eine Steigerung der Lautstärke um ca. 15%, sondern um 100%. Ein Anstieg von 70 dB auf 90 dB ist nicht eine Steigerung um ca. 30%, sondern entspricht einer Steigerung der Lautstärke um 400 % (Vervierfachung der Lautstärke). Ein Anstieg von 70 dB auf 100 dB entspricht dann einer Steigerung um 800% (Verachtfachung der Lautstärke). Das ist z. B. ein wichtiger Aspekt bei der abzuziehenden Toleranz bei Polizeikontrollen. Es werden 5 dB vom ermittelten Messwert abgezogen. Das klingt wenig, ist in etwa so, als wenn die Polizei jemanden mit 90 km/h in der Stadt anhält, nur um anschließend 40 km/h „Toleranz“ abzuziehen und ihn ungestraft weiterfahren zu lassen. Hinzu kommt folgendes: Für die Lärmmessung von Fahrzeugen wird nicht die Größe Dezibel (dB), sondern dB (A) verwendet. Der Unterschied ist, dass bei der Lärmmessung die tiefen Frequenzen herausgefiltert werden. Wenn also ein besonders tieffrequentes Fahrzeug (Gyrocopter, Harley-Motorrad) gemessen wird, dann wird schon bei der Messung ein Teil der Lärmbelästigung, nämlich die Frequenzen < 1000 Hz, zu einem großen Teil herausgefiltert. Der gemessene Lautheitswert wird also geschönt. Korrekter wäre es einen ungefilterten dB Wert zu nehmen. Das hat die Lärmlobby bislang aber zu verhindern gewusst. Eberhard Sengpiel – ein international renommierter Tonmeister – pflegte sinngemäß zu sagen: „Ein mit der A-Bewertung ermittelter Messwert eines Motorrades muss falsch sein.“

 

Veröffentlicht in Allgemein Getagged mit: , ,
Google PR: 0
 · 
Alexa Rank: 0