Ärger am Sachsenring – über die Freizeitfahrer, nicht über die Rennen

 

Der Sachsenring: Die Belästigung durch Freizeitfahrer mit Serienmaschinen ist mittlerweile höher als die durch Rennen. Quelle: Google Earth

In Hohenstein-Ernstthal am Sachsenring soll jetzt ein Treffen der Lärmgegner am Sachsenring mit Vertretern der Betrieber der Anlage stattfinden. Damit ist wieder Bewegung in die Debatte um die Lärmbeeinträchtigungen am Sachsenring gekommen, wie die „Freie Presse“ berichtet. Zuletzt hatte die zuständige Behörde für den Betrieb des Verkehrssicherheitszentrums (VSZ) ein Gespräch mit der Bürgerinitiative abgelehnt.

„Viele Bürger fühlen sich wegen des Lärms nicht mehr wohl in ihrer Stadt. Da können wir nicht zusehen“, sagte CDU Fraktionschef Trinks der Zeitung. Pikantes Detail: Die Anwohner stören sich weniger am Motorrad-Grand-Prix oder an den Veranstaltungen des ADAC, sondern hauptsächlich an den freien Rennen im sogenannten Fahrsicherheitszentrum. Eine Betroffene sagte der Zeitung: „Dieses Jahr habe ich tagsüber kein einziges Mal die Balkontür aufmachen können, so laut war es.“ Fakt ist, dass viele „typgeprüfte“ Motorräder mittlerweile höchst belästigende Lautstärken absondern und Rennmotorrädern in nichts nachstehen. Unter dem Deckmäntelchen der Verkehrssicherheit wird hier gelärmt und gerast. Und natürlich nicht nur hier…

Veröffentlicht in Gesetze, Hotspots, Medienberichte Getagged mit: , ,

Bayern und Tiroler kooperieren gegen Motorradlärm

Motorradlärm! Ausriss aus der Rundschau (AT) – das Medium berichtet von grenzüberschreitender Kooperation.

Die Österreichische Rundschau berichtet über eine grenzüberschreitende Kooperation gegen Raser und Lärmer auf zwei Rädern.

Initiativen gegen den Lärm haben sich zusammengeschlossen, Bürgermeister und Behörden ziehen an einem Strang. Im Frühjahr sei eine grenzüberschreitende Regionalkonferenz geplant. Zudem sollen an den Ortsausgängen Hinweisschilder mit der Aufschrift „Motorradfahrer bitte leise fahren“ angebracht werden. Der erste Erfahrungsaustausch zeige, „dass die Probleme zwar überall die gleichen, die rechtlichen Instrumentarien aber oft sehr unterschiedlich sind. So gibt es in Deutschland keine Halterhaftung wie in Österreich oder der Schweiz, was das Strafen von durch das Tragen des Helms anonymisierten Rasern erschwert“. Das Hauptproblem: Infolge schlecht gemachter Normen und lascher gesetzlicher Regelungen seien „viele Motorräder völlig legal sehr laut. Die Typisierungsvorschriften legen nicht fest, dass die Lärmgrenzwerte über das gesamte Drehzahlband in allen Fahrsituationen gelten müssen, sondern nur in einem engen Drehzahlbereich“. Ziel des Projekts sei es daher auch, einen Forderungskatalog für den Gesetzgeber aufzustellen. Ein koordiniertes internationales Auftreten soll diesen Forderungen mehr Gewicht verleihen. Dieses grenzüberschreitende Projekt wird koordiniert von der Regionalentwicklung Außerfern und gefördert über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung/Interreg-Programm Bayern-Österreich.

Veröffentlicht in Allgemein, Gesetze, Hotspots Getagged mit: , , , ,

Tiroler und Südtiroler handeln und sperren Pässe

Hahntennjoch in Tirol: Auch hier soll es wie in Südtirol zu Sperrungen für Motorräder kommen. Quelle: Wikipedia, Vince 51

Die Alpentäler und Alpenpässe leiden unter der Lärmpest und es sieht so aus, als ob die Italiener in Südtirol und die Österreicher in Tirol endlich Maßnahmen ergreifen: Das Sellajoch wird temporär für Motorräder gesperrt, der Tiroler Landtag zieht nach und  hat sich einstimmig für das „Maßnahmenpaket zur Eindämmung von Straßenlärm durch Motorräder“ ausgesprochen – motorisierter Zweiradtourismus hin oder her. Beliebte Passstraßen rücken in den Fokus der Politik: Wochenend-Fahrverbote sollen geprüft werden.

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots Getagged mit: , ,

Goldener Oktober im Müglitztal: Die Einen haben Spass – auf Kosten der Anderen

Es ist ein sonniger und warmer Herbsttag – goldener Oktober! Viele Touristen kommen zum Wandern, zum Fahrradfahren, zu den Sehenswürdigkeiten wie Schloß Weesenstein, Burg Lauenstein. Zum Genießen und gemütlichen Einkehren in die Perle Sachsen, wie der letzte sächsische König es gern bezeichnete. Eigentlich könnte man die Anwohner beneiden. Doch der Bikerwahnsinn – vor allem an solchen Wochenenden wie das letzte – gestattet alles andere als Erholung und Genuss dieser schönen Landschaft. Bis zu 800 Biker kommen vorbei. Die meisten sind zu laut, lassen den Lärmpegel im Tal so sehr ansteigen, dass immer mehr Anwohner flüchten. Zwei Anwohner berichten vom gestrigen Sonntag:

Anwohner aus dem Tal: „Wir sind bewusst um 11.00 Uhr zu einer Wanderung um Liebenau aufgebrochen. Übrigens sind unsere Nachbarn auch geflüchtet. Die Freude über den herbstlichen Rundweg durch bunte Wälder im Sonnenschein wurde uns an der Stelle eines Aussichtpunktes auf Lauenstein genommen. Dort wurden wir vom kleinen Brenner (Straße am Rückhaltebecken) heftig beschallt und ich kam mir vor wie auf dem Sachsenring. Mit einem Stoßgebet hatte ich gehofft, dass dieser Zustand für die Lauensteiner nur vorübergehend sein sollte. Ich hatte mich geirrt.

Bei uns zu Hause angekommen, habe ich mit Ohrstöpseln die schlimmsten Lärmspitzen kappen können. Damit konnte ich wenigstens Kaffee auf der Terrasse trinken. Um etwas Abwechslung in die Lärmverdrängung zu bringen, habe ich mir eine kostenlose Musik App runtergeladen, das iPhone in die Hosentasche gesteckt und so den restlichen Nachmittag erträglicher gestaltet. Im Dunkeln haben wir nochmals bei milden Temperaturen das Abendessen im Freien ohne Lärmschutz zu uns genommen, denn ab 19.00 Uhr war das Schlimmste überstanden.“

Anwohner vom Rückhaltebecken Lauenstein (kleiner Brenner): „Für uns war es das schlimmste Wochenende der Motorradsaison! Ich fürchte, euch ging es nicht anders. Sehr, sehr viele und sehr laute Motorräder. Der kleine Brenner war wieder die reinste Rennstrecke. In Hohenstein wird gebaut, da sind alle bei uns gefahren.“

Übrigens, genau die Menschen, deren Gesundheit mit diesem vermeidbaren Freizeitlärm ruiniert wird, deren Grundstücke wenn überhaupt nur noch im Winter verkauft werden können, waren genau die gleichen Menschen, die von dem verheerenden Hochwasser 2002 betroffen waren. Diese Menschen haben teilweise um ihr Leben gebangt, haben über Monate in Dreck und Verwüstung gelebt, haben mit viel Kraft ihre Grundstücke wieder hergestellt und müssen nun wieder um ihre Lebensgrundlage kämpfen.

Wann hört endlich das Verharmlosen und Leugnen auf? Wann handelt die Politik?

Veröffentlicht in Allgemein

Offensive gegen mutwilligen Verkehrslärm

VAGM e.V. starten Bundestags-Petition
Lesen Sie hier weiter

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, VAGM

Hattingen: Lärm-Eventveranstalter stellt Anwohner an den Pranger

Der Pranger für einen Leserbrief und eine Polizei, die Kontrollen ablehnt – Hattinger Bürger leiden unter „Harley-Meeting-Ruhrpott“

Unser Facebook-Team wurde von Anwohnern in Hattingen, in der grünen Lunge des Ruhrgebietes, auf einen Facebook-Beitrag aufmerksam gemacht, in dem der Event-Veranstalter Klaus Fröhlich von KF-Entertainment einen Bürger an den Pranger stellt. Der dort gemobbte Herr Laufer hatte lediglich einen kritischen Leserbrief zum Lärm am Rande des „Harley-Meetings-Ruhrpott“ geschrieben. Dieser Artikel wurde von Herrn Fröhlich als Beitrag eingestellt – verbunden mit der Aufforderung „genau zu lesen“. Auf die wenigen, harmlosen Zeilen in der Lokalpresse folgen dann unter anderem diese Kommentare:

Robby Pelz Da dieser Vogel keine Hobbys hat sollte er sich besser Aufhängen oder selber mal eine Harley Fahren um am Leben teilnehmen –

Thomas Gornik Hammer wie SCHEIßE doch Menschen sein können wenn andere livestyle haben und es ausleben egal wie ne da sind sie wieder DIE DEUTSCHEN OTTO MENSCHEN uuh die machen ja laute Geräusche wie ignorant ob das.mal rechtens ist und am heiligen SONNTAG mann Mann Mann ihr kackbratzen einfach mal den Kopf zu machen und es mit spaß versuchen ich hätte da auch nen super Tip für euch Idioten falls mal kein Harleymeeting in der Nähe sein sollte wo ihr AFFen rumjammern könnt versucht es doch mal ab 6Uhr morgens bis 22 Uhr in der Wohnsiedlung am DU FLUGHAFEN da könnt ihr ja dann die asi Urlauber kritisieren die unverschämte r Weise im Flieger sitzen
PS Mann sollte Euch nachträglich abtreiben wäre wohl für uns die beste Lösung-

Weitere Kommentare und warum die Polizei wegschaut: Bitte lesen Sie HIER weiter!

Veröffentlicht in Allgemein, Hotspots, Polizei

Bundestagswahl – Wahl-O-Mat in Sachen mutwilliger Verkehrs-Lärm

Haben die Parteien ein Konzept gegen mutwilligen Verkehrslärm bei Motorrädern und Autos?  Die VAGM e.V. Vereinigte Arbeitsgemeinschaften gegen Motorradlärm und der Arbeitskreis Motorradlärm im BUND haben nachgefragt – und interessante Antworten erhalten. Die Regierungsparteien CDU/CSU sind verantwortlich für die aktuelle Situation und die eklatante Rechtsbeugung in Sachen Lärm. Und wollen nur das Beste. Die Grünen (in Baden-Württemberg an der Regierung) zeigen Verständnis – und erreichen wenig. Und Christian Lindner von der FDP will sich nicht zu Sachen äußern, von denen er nichts versteht.

Das Anschreiben

Sehr geehrte(r) Herr/Frau …,



wie Sie sicherlich aktuellen Medienberichten entnommen haben, gibt es ein ernstes Problem mit vorrangig privat in der Freizeit betriebenen Kraftfahrzeugen mit besonders starken Geräuschemissionen, beispielsweise durch sogenannte Klappenauspuffanlagen. Da werden Milliarden für Schallschutzmaßnahmen im Straßen- und Wohnungsbau ausgegeben, gleichzeitig jedoch werden Fahrzeuge und Ausrüstungen verkauft, um deren Geräusemmision vorsätzlich zu erhöhen.



54 % der Menschen fühlen sich laut Umweltbundesamt durch Verkehrslärm zum Teil erheblich belästigt. Viele Menschen investieren privat in Schallschutzfenster und wenden weitere hohe Beträge auf, um zumindest in den eigenen vier Wänden etwas Lebensqualität zu erhalten. Das Problem betrifft Innenstädte gleichermaßen wie das Land.

Kinder reagieren zum Teil panisch auf einen Lärmpegel jenseits der 100dB, welcher von diesen Fahrzeugen zum Teil mühelos überschritten wird. 
In Industrie- und Handwerksbetrieben ist bei solchen Lärmpegeln das Tragen eines Gehörschutzes vorgeschrieben, „in freier Natur“ aber wird von der Bevölkerung erwartet, hierbei schlafen zu können.


Es besteht heutzutage keinerlei technische Notwendigkeit mehr für diese Lärmbelästigung. Fahrzeuge könnten heute so gebaut werden, dass sie fast so leise wie ein Elektroauto sind. Dieses fordert eigentlich auch §49  StVZO „Kraftfahrzeuge … müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.“ Der zusätzliche, unnötige Lärm dient lediglich dem Amüsement einer gesellschaftlichen Minderheit und der Industrien, die diesen Markt bedienen. Darunter leiden müssen mindestens 13 Millionen Anwohner von Straßen in Deutschland, sowie alle Fußgänger und Radfahrer, die täglich diesem unsinnigen Lärm ausgesetzt werden.

Konkret stellen wir uns an dieser Stelle folgende Fragen:



1. Wie stehen Sie zu dieser Problematik?

2. Welche Maßnahmen planen Sie gegen den vermeidbaren Verkehrslärm im Falle einer (Wieder)wahl?



Mit freundlichen Grüßen

Briefe an:

Antwort Grüne (Katrin Göring-Eckardt / Cem Özdemir)
Antwort FDP (Christian Lindner)
Antwort CSU (Horst Seehofer)
Antwort CDU (Angela Merkel)
Antwort SPD (Martin Schulz)
Antwort Die Linke (Sahra Wagenknecht)
Antwort AFD (Alexander Gauland)


 

Antwort Grüne, Katrin Göring-Eckardt / Cem Özdemir
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Mail. 



Sie haben absolut Recht: Lärm macht zweifellos krank beeinträchtigt die Lebensqualität von Menschen erheblich. Die Eindämmung von Lärm ist für uns deshalb ein wichtiges Thema und wir setzen uns seit Jahren für einen wirkungsvollen Lärmschutz ein. 

Die Bundesregierung lässt – gerade auch beim Verkehrslärm – die Betroffenen allein. Dabei hat die Belastung der Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Jahren kaum abgenommen. 
Es ist nicht mehr vermittelbar, dass ein Rechtsanspruch auf Lärmvorsorge nur für den Aus- und Neubau von Straßen und Schienenwegen gilt. Für den Bestand fehlt der Rechtsanspruch, Lärmsanierung findet hier nur nach Kassenlage statt. Das muss sich ändern. 

Auch beim Luftverkehr ist der Lärmschutz völlig unzureichend. Dabei weisen die Ergebnisse der großen Lärmwirkungsstudie NORAH dringenden politischen Handlungsbedarf nach. Die Studie zeigt: bei allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sich das Risiko einer Erkrankung bei nächtlichem Fluglärm. Wir brauchen Lärmobergrenzen und ein Lärmminderungsgebot für Flug – und Bahnlärm. Im Luftverkehrsrecht muss, wie bei den anderen Verkehrsmitteln, ein Vorrang von aktivem Schallschutz vor passivem Schallschutz verankert werden. 
Außerdem wollen wir ein umfassendes Netz unabhängiger Lärmmessstellen. 

Informationen zu unserer parlamentarischen Arbeit zum Thema Lärm  finden Sie unter diesem Link:

Ich hoffe, ich konnte Ihnen unsere Position deutlich machen.

Ihnen alles Gute und noch einen schönen Tag!
Mit besten Grüßen
Achim Wolters

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 
Bundesgeschäftsstelle 
Referat Öffentlichkeitsarbeit


 

Antwort FDP, Christian Lindner

Sehr geehrte Damen und Herren,
danke für Ihre Nachfrage.

Die FDP ist gegenwärtig im Deutschen Bundestag nicht vertreten. Deshalb haben wir nicht auf jede fachliche Frage eine präzise Position. Ich bitte um Verständnis, dass ich die Antwort zurückstellen muss, bis die Experten einer möglichen neuen Fraktion der FDP sich ein fachliches Urteil gebildet haben.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindner

Christian Lindner MdL
Bundesvorsitzender der FDP
—————————————————-

Antwort CSU, Horst Seehofer

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Email an die CSU.
Straßenverkehrslärm ist ein ernstzunehmendes Problem. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, den Lärmschutz konsequent voranzutreiben. Seit 2013 wurde hier eine Rekordsumme investiert. Neben Lärmschutzwänden wurden weitere Maßnahmen wie das Verlegen von geräuscharmem Asphalt vorangetrieben. Auch beim Schienenverkehr wurde diesbezüglich einiges getan. Diese Maßnahmen wollen wir weiterhin fördern.
Die Politik gibt auch Grenzwerte für Geräuschemissionen vor. Das gilt auch für konkrete Vorgaben für konkrete Verkehrsmittel und Verkehrssituationen, auch durch Geschwindigkeitsbegrenzungen.
So gibt es mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie – die im deutschen Bundesimmissionsschutzgesetz verankert wurde – erstmals einen gemeinsamen europäischen Ansatz zur Minderung der Lärmbelastung der Bevölkerung.
Dabei werden nach vergleichbaren Verfahren Lärmschwerpunkte durch eine umfassende, strategische Lärmkartierung ermittelt. Auf Grundlage der Lärmkarten werden unter aktiver Mitwirkung der Öffentlichkeit Lärmaktionspläne aufgestellt. Dabei kommt es im Ergebnis immer auch auf die konkrete Verkehrs- bzw. Lärmsituation vor Ort an und nicht so sehr auf ein einzelnes Fahrzeug.
Leider wird es aber darüber hinaus aber auch in Zukunft so sein, dass sich manche Menschen schlichtweg rücksichtslos im Straßenverkehr bewegen – wie etwa zulasten der von Ihnen geschilderten Mutter mit Kinderwagen. In solchen Fällen – zumal wenn in einem Ort geschehend, der, wie Sie schreiben, an sich vom Straßenverkehr wenig berührt ist – gilt mitunter: Politik kann – und darf – eben auch nicht alles regeln. Hier muss man auch die Verantwortlichkeit jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers appellieren.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Lemke
Referent für Wirtschaft, Finanzen und Verkehr
CHRISTLICH-SOZIALE UNION
—————————————————-

Antwort CDU (Angela Merkel)
Sehr geehrte Damen und Herren,
haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben an die CDU Deutschlands. Entschuldigen Sie bitte die späte Rückmeldung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen konnten wir Ihnen leider nicht früher antworten.
Wir sehen das Problem des Verkehrslärms und haben auch die Lärmvorsorge und den Lärmschutz in unser Regierungsprogramm aufgenommen.
Grundsätzlich bleibt unser Grundsatz: Mehr Mobilität bei weniger Lärm!
„Unser Ziel beim Ausbau der Infrastruktur ist und bleibt: Wir haben seit 2013 eine Rekordsumme in Lärmvorsorge und ‑schutz investiert. Das setzen wir fort. Beim Lärmschutz auf Bundesstraßen und Autobahnen haben wir durch die Errichtung von Lärmschutzwänden und den Einsatz von Flüster-Asphalt große Fortschritte gemacht. Wir nehmen nun auch verstärkt den Schienenverkehr ins Visier. Ab 2020 wird durch das Verbot lauter Güterwagen auf dem deutschen Schienennetz der Schienenlärm halbiert. Wir wollen die gesamte Bandbreite der zur Verfügung stehenden Maßnahmen nutzen, durch moderne Technik, durch aktiven und passiven Lärmschutz.“
Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen noch alles Gute!
Mit freundlichen Grüßen
Christian Martin
CRM-Team
Bürgerservice der CDU-Bundesgeschäftsstelle
—————————————————-

Antwort SPD (Martin Schulz)

-bisher keine-
—————————————————-
Antwort Die Linke (Sahra Wagenknecht)

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
herzlichen Dank für Ihren Einsatz gegen Straßenlärm! Von Lärm fühlen sich Millionen Menschen in Deutschland gestört und er ist eine eindeutig nachweisbare Gesundheitsgefährdung.
Leider wird das Problem des Lärms von Pkw und Motorädern von der Bundesregierung und den ihr unterstellten Behörden (KBA) nicht ernst genug genommen. Und dass „Autoposer“ nur um sich geil zu fühlen tausende Menschen vorsätzlich mit Lärm belasten und sich dann auch noch auf die Typenzulassung berufen können, ist ein Skandal. Denn eigentlich ist die Straßenverkehrszulassungsordnung recht eindeutig: Sie schreibt vor, dass die Fahrzeuge so beschaffen sein müssen, „dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt“´ (§ 49 (1) StVzO).
Wir haben uns des Themas noch mal nach der Plusminus-Sendung am 9.8.2017 angenommen:
– Pressemitteilung von Sabine Leidig am 10.8.: http://www.nachhaltig-links.de/index.php/strasse-individualverkehr/autoindustrie/1839-laermtrickserei
– Zwei schriftliche Fragen dazu an die Bundesregierung: Die völlig unzureichende Antworten aus dem Verkehrsministerium finden Sie im Anhang.
 
Wir werden uns in der nächsten Legislatur weiter dafür einsetzen, dass bei der Typenzulassung vernünftige und der Praxis auf der Straße entsprechende Messverfahren sowie weiter sinkende Grenzwerte zur Anwendung kommen und Manipulationen aller Art, die dem Ziel von § 49 (1) StVzO widersprechen von der Polizei kontrolliert und sanktioniert werden können. Auch jegliche Maßnahmen von Herstellern und Werkstätten, die das Ziel haben, die Fahrzeuge lauter als nach dem Stand der Technik möglich zu machen, müssen verboten und sanktioniert werden.
 
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leidig
(verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag)

—————————————————-
Antwort AFD (Alexander Gauland)

– bisher keine –

Veröffentlicht in Allgemein Getagged mit: , , ,

Motorradfahrer-Verband: „Völlig überflüssige Lärmbelästigung“

Wir bekommen mit unserer Forderung nach verbindlichen Lärm-Grenzwerten über das gesamte Drehzahlband plötzlich unerwartete Unterstützung – ausgerechnet vom Bundesverband der Motorradfahrer selbst!

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) wendet sich nach der entsprechenden Mitteilung bereits seit Jahren gegen die aktuellen Verfahren zur Bestimmung der Geräuschemissionen bei Kraftfahrzeugen. Zwar seien die derzeit geltenden Grenzwerte nach Ansicht des Verbandes „absolut ausreichend, um zu einer deutlich verringerten Lautstärke beizutragen“. Doch die Vorschriften bieten zu große Schlupflöcher. Denn sie legen nicht fest, dass die Grenzwerte über das gesamte Drehzahlband in allen Fahrsituationen gelten müssen, „sondern nur in einem engen Drehzahlbereich“. BVDM-Chef Michael Lenzen: „Das ermöglicht den Fahrzeugherstellern, technische Lösungen einzubauen, die außerhalb des festgelegten Messbereiches für eine erheblich höhere Lautstärke und damit eine völlig überflüssige Lärmbelastung der Umwelt sorgen – und zwar ganz legal“.

Lenzen appelliert an alle Motorradfahrer, Rücksicht auf Anwohner zu nehmen und verantwortungsbewusst mit dem Gasgriff umzugehen. Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass die Lärmgrenzwerte für Kraftfahrzeuge über den gesamten Betriebsbereich vorgeschrieben und Manipulationen wirksam verhindert würden.

Lärmvorschriften müssen besser werden: Pressemitteilung des Bundesverbands der Motorradfahrer e.V. Foto: AK Motorradlärm im BUND.

 

Veröffentlicht in Medienberichte, Meinung Getagged mit: ,
Google PR: 0
 · 
Alexa Rank: 0