Naherholungsgebiet Vogesen

Unerträgliche Bilder/Töne aus unserem Nachbarland. Die einen erholen sich, die anderen such das Weite oder die Ohrenstöpsel. Jedes Wochenende unerträgliche Zustände in einer Naturregion, die zur Rennstrecke umgewidmet wurde.

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Kräftemessen der Verbände

Michael Lenzen (links) und Holger Siegel tauschen bei 3Sat Nano Argumente aus.
Quelle: Screenshot Nano

https://www.3sat.de/wissen/nano/200916-motorrad-nano-104.html

So unterschiedlich können Motorradfahrer die Welt sehen: Michael Lenzen (Bundesverband der Motorradfahrer) gegen Holger Siegel (BUND Arbeitskreis Motorradlärm) – Austausch der Argumente im Fernsehen bei 3-Sat Nano. Während Lenzen angesichts von konsequenten Lärmgrenzwerten über das Ende des Motorradfahrens orakelt, fährt Siegel wieder mit seiner Nähmaschine vor, die zeigt, dass es auch leise (wenn auch emotionsbefreit) geht. Siegel: „Ohne Streckensperrung als Ultima Ration nehmen uns die nicht ernst!“ Lenzen: „Lehne ich ab, ist eine Diffamierung.“ Sehenswerter Beitrag von Carsten Walter.

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UBA legt nach: Unnötig laut

Die größte Umweltbehörde Europas bezieht Stellung, wie die Zeit berichtet: Auch fabrikneue Motorräder und Sportwagen sind unnötig laut, hat eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) ergeben. Demnach erfüllen die Fahrzeuge zwar die Zulassungsvorschriften, sind aber außerhalb der Prüfbereiche drastisch lauter. Erreicht wird diese „Soundkulisse“ mithilfe von Klappen und zum Teil auch Lautsprechern im Abgasstrang.

Das Umweltbundesamt testete Prollfahrzeuge auf zwei und vier Rädern: drastisch lauter als in der Zulassung. Foto: Wikipedia _ M_H.DE

„Der Lärmschutz und die Nöte lärmgeplagter Bürgerinnen und Bürger kommen dabei unter die Räder“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. Nötig sei eine Pflicht für Hersteller, Motorräder und Autos so leise zu bauen, wie der Stand der Technik es zulässt. „Unnötiger Lärm ab Werk ist auf der Straße nicht akzeptabel und belastet Gesundheit und Nerven aller.“ Das steht übrigens bereits folgenlos in §30 STVO und in §49 STVZO – aber was soll’s…

Untersucht hat das UBA drei Motorräder und drei Autos, die für „sportlichen“ Sound bekannt sind – sowohl unter den gesetzlichen Typ-Prüfbedingungen als auch unter Bedingungen in der Praxis außerhalb des Prüfbereichs. Das Fazit der Behörde: Die erst kürzlich überarbeiteten, internationalen Geräusch-Zulassungsvorschriften sind ungeeignet, extremen Lärm im Straßenverkehr zu unterbinden. Drei Autos in Proll-Ausführung Audi TT RS, Mercedes-AMG GLC 63 S und Škoda Octavia 1.8 TSI Und drei Poser-Motorräder: Kawasaki Ninja ZX-10R, BMW R NineT Urban G/S, Harley-Davidson Softail Heritage Classic.

Umfrage zeigt: W I R sind die Mehrheit!

Einer deutlichen Mehrheit der Deutschen fühlt sich durch Motorradlärm so belästigt, dass sie selektive Fahrverbote befürwortet. Das hat der Spiegel repräsentativ erheben lassen.

Die Bevölkerung hat Bock auf Leise. Quelle: Spiegel Ausriss

Tausende Biker haben in den letzten Wochen teils lautstark demonstriert gegen das Schreckgespenst allgemeiner Wochenend-Fahrverbote – das nie diskutiert wurde. Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat zur Klärung der Mehrheitsverhältnisse im Auftrag des Spiegel die Bundesbürger repräsentativ befragt – und das Ergebnis ist eindeutig:

Fahrverbote als Ultima Ratio für Krachmacher – Quelle: Spiegel.

Offenbar gibt es eine schweigende Mehrheit, die die Sache anders sieht als ausgerechnet die schreihalsigen Verursacher des Problems : Rund 71 Prozent der Deutschen befürworten Fahrverbote für besonders laute Motorräder auf bestimmten Strecken. Damit spricht sich der Großteil der Bevölkerung für eine Lösung aus, wie sie das österreichische Bundesland Tirol praktiziert. Dort dürfen viele Motorräder im Sommer einige beliebte Routen nicht mehr befahren – weder am Wochenende noch unter der Woche.

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Lärm muss peinlich werden…

Hier noch ein Beitrag vom Bayerischen Rundfunk – man merkt: es tut sich was! Ein Bewusststeinswandel muss her (wenn er nicht schon im vollen Gange ist). Wie Jürgen Stoffregen von der TU Dresden so schön sagt: „Lärm muss peinlich werden!“ Kleiner schaler Beimgeschmack, er meint damit die Biker und nicht beispielsweise seinen langjährigen Arbeitgeber BMW Motorrad. Für die Hersteller ist das Problem mit dem Lärm eh nur eines von undisziplinierten Fahrern, die eine Umweltschutzschulung brauchen…

Bitte, bitte, … nicht! Grüne bieten faulen Kompromiss an

von Hamburger und Reto

Der Spiegel berichtet über eine Initiative grüner Politiker, die vermitteln wollen zwischen motorradlärm-geplagten Anwohnern und (ja wem?) – der aktuellen Lärmsituation. Laut wird es mit diesem „Entgegenkommen“ an den Hotspots auf lange Zeit bleiben. Die Grünen schlagen (hier gibts das Papier als Download) sensationelle Maßnahmen vor nach dem Muster: „wir tun so, als ob wir was tun – am Ende wird sich nichts ändern, aber wir können wenigstens sagen, wir haben ganz viel getan“:

Besonders knuffig ist diese Passage: „Biker sollen vor allem zu mehr Rücksichtnahme bewegt werden, da die aktuellen Maschinen, die legal sehr laut gefahren werden dürfen, noch lange auf den Straßen unterwegs sein werden. Der Bund sollte deshalb Lärmdisplays sowie Kooperationen zwischen Betroffenen, Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern fördern.“

Ist das nicht spitzenmäßig!?

Ich schlage vor, der Bund verdonnert die Lärm- und Gesundheits-Geschädigten dazu, den Krachmachern, wenn sie bei ihnen vorbeibrettern, Kaffee und Kuchen ausgeben zu müssen. Bei der Gelegenheit können sie ja dann – wenn sie es unbedingt wollen – Bettel-Flyer reichen mit „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte ein bisschen leiser, aber natürlich nur, wenn’s wirklich keine Umstände macht …“

Freizeitspaß vor Gesundheitsschutz und Lebensqualität – das ist doch mal eine überzeugende Prioritätensetzung

Das Prinzip könnte Schule machen. Man erlaubt einfach alles, die Umwelt verschmutzen, Sondermüll illegal entsorgen, Menschen diskriminieren, belästigen, schädigen, zusammen schlagen, in Corona-Zeiten auch wieder Massenveranstaltungen, Partys etc … – dafür pflanzen wir aber die ganze Republik mit Displays zu (das Stück zu 15.000 Euro, hilft aber so sicher wie Placebo): „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte nehmt Rücksicht, benehmt euch nicht unbedingt wie asoziale Hornochsen! Und wenn doch… – ach komm, macht auch nix“.

Deshalb wollen die Biker keine Fahrverbote, dafür mehr Kontrollen durch die Polizei. Echt?

Bei Polizeikontrollen gibt es keine Ergebnisse. Weil die Polizei nur kontrollieren kann, was die Politik unter Einfluss der Herstellerlobby versaubeutelt hat, ist die momentan allegegenwärtige Forderung der Biker nach mehr Kontrollen fadenscheinig bis geheuchelt, wie dieser Leserbrief in der Badischen Zeitung sehr schön illustriert.

Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wäre…

Christian Ehring thematisiert auf Extra3 Motorradlärm… Quelle: https://www.x3.de

Vorsicht, Realsatire: „Motorradfahrer können die Pest sein. Sie sehen aus wie Ledersitze in der Midlife-Crisis. Und vor allem machen sie Krach. So ein lauter, knatternder Auspuff, der gehört zum Sommer einfach dazu. Leider.“ Schöne Zusammenstellung von Bildern und Rechercheergebnisse der vergangenen Jahre. Hier zum Nachsehen auf Youtube (mit lesenswerten Youtube-Kommentaren der Biker-Elite darunter). Nachsatz: Bayern bekommt jetzt vielleicht einen Motorradbeauftragten, deshalb sehen die Organisatoren der Biker-Demos von weiteren Demos ab. Nachsatz: Einen Lärmschutzbeauftragten hat Bayern nicht.

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