Eberspächer-Audi manipuliert Auspuff: Unnütz produzierter Lärm

Die Firmen Eberspächer und (unter anderem) Audi trumpfen zusammen in Sachen Lärm auf. Obwohl hier Audi sowieso schon die Nase vorn hat (und sich wohl manche Analogie aus dem Abgasbetrugs-Konzept auch auf den Lärm übertragen lässt): Wem sein Diesel zu leise ist, der kann ihn mit solcherart Ingenieurleistung wirlich lärmig und krawallig machen. Das Video zeigt, wohin die Reise führt, wenn der Staat sich das Recht aus der Hand nehmen lässt – und die unter dem Recht liegenden Normen der Industrie (und ihrem prolligen Kundenanteil) überlässt.

Der Standheizer-Spezialist Eberspächer aus Homburg wirft sich dazu das grüne Mäntelchen um und die Werbeabteilung greift tief in die Trickkiste des Öko- und Sicherheits-Schönsprech: „Dabei gewinnt besonders die Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß immer mehr an Bedeutung. … Mit Hilfe des Anti-Schall-Prinzips lassen sich so leichte und kompakte Abgasanlagen produzieren, die das Fahrzeuggewicht effektiv verringern. Mit der Perspektive Active Sound besteht zudem die Möglichkeit, Sound zu modellieren – für mehr Emotionen bei kleinmotorigen (Downsize-) Fahrzeugen oder als Sicherheitsaspekt bei zukünftig besonders leiser E-Mobility.“ Damit meinen die in die Tuner-Gosse abgerutschten Standheizer: Auch mit kleinen Motoren ist mutwilliger Lärm machbar. Und: Natürlich auch – aus Sicherheitsaspekten natürlich – bei der Elektromobilität.

Für wen so viel Hirnschmalz aufgewendet wird, ist dann im Filmbeitrag zu sehen: Der typische Tuner aus dem Ruhrgebiet (gespielt von Power-Pottler Jean Pierre Kraemer) feiert den „Active-Sound“ von Eberspächer in einem Audi Q5 S ab. Es wird ein wenig die Funktion erklärt und gezeigt, wo die zwei (!) offenbar serienmäßigen Sound-Generatoren von Audi verbaut worden sind. Das Video zeigt einen schönen Einblick in die Denke der Tunerszene. Für alle, für die das postpubertäre und dümmliche Ey-Geil-Alter-Gequatsche des Protagonisten nicht zu ertragen ist, haben wir im folgenden die interessantesten Stellen im Video mit Zeitangabe versehen:

1. Vergleich des Standgeräusches mit und ohne Active-Sound (Vergl. §49 StVZO Abs.1: Kraftfahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.): Ab 02Min 20Sec.

2. Wirkungsweise und Unterbringung im Fahrzeug: Ab 03Min 00Sec.

3. Ejakulativer Höhepunkt: Die Poser-Vorbeifahrt auf dem McDonalds-Parkplatz (Wie würde das wohl klingen, wenn das Auto richtig in Fahrt kommt?): Ab 06Min 20Sec.

Fazit: Mutwilliger Lärm ist – offensichtlich legal – machbar. Und die Handelsvertreter-Marke mit den Ringen setzt mit ihren Gehilfen wirklich alles daran, den Vogel abzuschießen, wenn’s Geld bringt. Zur Ehrenrettung sei gesagt: Den Sound gibt es auch für viele Mercedes-, BMW- und VW-Modelle. Wie gesagt: §49 StVZO Abs.1: Kraftfahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.

 

 

 

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Keine Entspannung um den Beverdamm

Schöne Motorradstrecken - ein Lärm-Fluch für die Anwohner. Hier in Hückswagen.

Schöne Motorradstrecken – ein Lärm-Fluch für die Anwohner. Hier in Hückeswagen. Quelle: Google

In Hückeswagen (Oberbergischer Kreis, Regierungsbezirk Köln) ist die Welt schon lange nicht mehr in Ordnung. Während motorisierte Erholungssuchende auf zwei Rädern den Lärm in die Region tragen und sich am Beverdamm zum entspannten Benzingespräch treffen, fühlen sich Anwohner und Erholungssuchende von den Ledertouristen akustisch belästigt. Die Umgehung der Lärmnormen durch die Motorrad-Hersteller und die (meist legalen) Manipulationen der Krad-Besitzer mit dem Ziel zu lärmen tragen Früchte: Die Naherholungs-Region ist in hohem Maße lärmverseucht. Die Verwaltung versucht sich an halbgaren Sicherheitskonzepten, ohne den Kern der Sache zu erkennen: Für die Motorradhersteller sind die alten und neuen Lärmnormen kein Problem – jedenfalls nicht, wenn es darum geht, die Wünsche der Kundschaft nach Auspufflärm zu befriedigen. Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner sind Nebensache – zur Ursachenforschung möge man sich nach Brüssel begeben, dort sei man für die Zulassungsnormen zuständig. Wasser auf die Mühlen der EU-Skeptiker.

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CSU macht Druck gegen Motorradlärm

Die Polizei in Niederbayern hat eine eigene Kontrollgruppe Motorrad gegründet, um dem Raser- und Lärmproblem beizukommen. Quelle: Ausriss BR.

Die Polizei in Niederbayern hat eine eigene Kontrollgruppe Motorrad gegründet, um dem Raser- und Lärmproblem beizukommen. Quelle: Ausriss BR 24.

Mit einem bayernweiten Projekt macht die CSU auf sich aufmerksam. Ein Aktionspapier der Partei wurde vom Kreisverband Straubing-Bogen ausgearbeitet und zeigt, dass man hier das Problem verstanden hat und bereit ist, es kreativ und nachdrücklich anzugehen. Die CSU formuliert vier Forderungen:

1. Punktuelle Geschwindigkeitsbeschränkungen an kritischen Stellen
Geschwindigkeitsbeschränkungen bzw. Optimierung von bestehenden Beschränkungen nach Lärmschutzaspekten. Dabei ist auch eine Beschränkung nur während der Saison oder an Wochenenden und Feiertagen gerne denkbar.
2. Mehr Handhabemöglichkeiten für die Polizei
Da reine Geräuschkontrollen sehr zeitaufwendig sind und sich die aktuellen Kontrollstellen bei den Fahrern schnell herumsprechen, ergeben sich effektive Handhabemöglichkeiten für die Polizei vor Ort auch aus den Geschwindigkeitsbeschränkungen.
3. Lärmgutachten für kritische Stellen
Hier bitten wir um eine wissenschaftliche Untersuchung der Anwohnerbelastung an beliebten Motorradstrecken. Dabei können wir uns z. B. eine Projektarbeit einer Universität vorstellen.
4. Versuchsstrecke mit Leitpfostenzählgerät zur Lärmreduzierung
Ein Pilotprojekt des baden württembergischen Verkehrsministeriums brachte 2015 fast eine Halbierung der besonders hohen Schallpegel im Gemeindegebiet Todtmoos. Hier registriert ein Leitpfostenzählgerät besonders laute Motorräder, ca. 100m weiter erfolgt eine visuelle Rückmeldung an den Fahrer. Als bayernweiten Versuch ist dies auch auf der St2139 im Bereich Neukirchen-St. Englmar einzuführen, da sich hier fast identische Bedingungen vorfinden.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, wurde jetzt auch eine “Kontrollgruppe Motorrad“ gegründet – mit eigens geschulten Polizisten.

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Wenn im Audi die Scham gewichen ist, ein akustisches Ärgernis zu sein…

Screenshot von der Süddeutschen zeitung online: Hemmungslose Auspuffjubelei.

Hemmungslose Auspuffjubelei im Mainstream-Medium. Foto: Audi Pressefoto/Screenshot von der Süddeutschen Zeitung online

Manchmal fragt man sich, welche Interessen Journalisten vertreten, wenn Sie ungeniert der Lärmbelästigung durch Sportfahrer das Wort reden. Felix Reek schreibt als Freelancer für die Süddeutsche Zeitung eine Lobeshymmne auf den Lärmproduzenten Audi TT RS. Reek, der in seinem SZ-Profil angibt, sein Vater habe ihn „abwechselnd mit Formel-1-Motoren und Jimi Hendrix beschallt“ (was an sich nach einem Literatur- und Filmwissenschaftsstudium ausreichend Qualifikation sein sollte, ein Auto zu testen) steht für eine Gruppe von freischaffenden Journalisten, die ihrem Lärmfetischismus offensichtlich ohne Kontrolle eines Redakteurs in einem Mainstream-Blatt fröhnen darf. Ohne Zweifel: Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) gibt sich gerne als Speerspitze des investigativen Journalismus. In Anbetracht des üppigen Anzeigenbudgets von Audi geht es der SZ aber offensichtlich eher darum, sich auch einen Teil vom „Lärmkuchen“ abzuschneiden.  Audi (lat. für „Horch!“) wird für seinen neuesten Lärmpöbler  in einem neuen Fotoreport über alle Maße gelobt. Vielleicht war auch nur der erste Test des Wagens im Juli nicht gut genug für die Audi Anzeigenabteilung – damals titelte ein anderer „Auto-Fachmann“: Der Audi TT RS ist schnell, aber kein echter Sportwagen. Da rückt Reek natürlich akustisch einiges zurecht, denn er weiß, was einen echten Sportwagen ausmacht:

„… Unter einem kleinen Spoiler ragen zwei riesige ovale Auspuffrohre heraus, die es mit der Abgasanlage jedes Supersportwagens aufnehmen können. Sie sorgen dafür, dass der Audi TT RS bereits beim ersten Anlassen eine ordentliche Soundkulisse liefert. In der Tiefgarage klingt das ein kleines bisschen nach Formel 1“

„Interessant wird es, sobald man einen unscheinbaren Knopf in der Mittelkonsole drückt. Der öffnet die Auspuffklappen und liefert den Sound, den Sportwagenfahrer erwarten. Der TT RS wird merklich lauter, er grollt dunkel. Wer sich nach einer Weile an die irritierten Blicke auf der Straße gewöhnt hat, geht einen Schritt weiter und wechselt in „Dynamic“, den Sportmodus des Audis. Dann brüllt und heult das Coupé, der Auspuff knallt beim Gasgeben und gibt laut schmatzende Geräusche von sich, wenn die perfekt arbeitende Siebengang-Automatik herunterschaltet. Herrlich.“

Und man kann immer noch einen draufsetzen:

„Wenn allerdings die Scham davor gewichen ist, ein akustisches Ärgernis im Stadtverkehr zu sein, stellt man fest, wie toll der TT RS klingt. Besser sogar als der weitaus teurere R8.“

JAWOLL! TOLLER = LAUTER!

Dieser Fotoreport über den Audi TT RS zeigt, welchen Standpunkt die SZ vertritt: Sie will lieber explizit die Poserszene und ihre Lieferanten in der Industrie befeuern, anstatt die Nerven und die Gesundheit der Allgemeinheit oder zumindest von 13 Millionen Straßenanliegern in Deutschland zu achten, die täglich unnötigem Verkehrslärm ausgesetzt sind. Lärm ist nach diesem Standpunkt ein Kulturgut. Vor allem, wenn das die Meinung eines Werbekunden ist … der „zu Hause“ bereits wegen seines „herrlichen Sounds“ Probleme hat (Hier ein Artikel aus der „Augsburger Allgemeinen“).

Welche Ethik rechtfertigt diese anmaßende Verherrlichung des völlig überflüssigen und für weite Teile der Bevölkerung gesundheitsschädlichen Verkehrslärms? Ein Journalist der SZ schrieb auf einen entsprechenden Leserbrief eines VAGM-Mitglieds bezüglich des Einsatzes von „Active-Sound“ (Außenlautsprecher) bei BMW:
„Dass BMW jetzt sogar einen Lautsprecher installiert, um für den „richtigen“ Sound zu sorgen, klingt grotesk. Wir bleiben bei der SZ auf alle Fälle weiter an diesen Themen dran!“. Ach ja? Der Lautsprecher ist nicht weniger grotesk als die Auspuffklappen des Audi – beides produziert vermeidbaren Lärm. Die Ernsthaftigkeit an diesem Thema dran zu bleiben führt die SZ mit diesem Artikel erfolgreich ad absurdum! Den vollständigen Fotoreport kann man sich hier ansehen.

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„…dass ein paar wenige Motorradfahrer so viele Leute tyrannisieren“

Ausriss aus dem Reutlinger Generalanzeiger: Im Lautertal gibts auch jetzt noch Protest gegen den Lärm.

Ausriss aus dem Reutlinger Generalanzeiger: Im Lautertal gibts auch jetzt noch Protest gegen den Lärm. Quelle: GEA

 

Das Lautertal auf der Schwäbischen Alb bei Münsingen ist ein Idyll und Biosphärenreservat – nur finden daran leider auch unsere Freunde von der Krachmacherfraktion auf zwei Rädern Gefallen. Der Reutlinger Generalanzeiger berichtet über verzweifelte Anwohner  und bemühte Politiker bzw. Verwaltungsleute. Leider kommt von offizieller Seite von Schwarz bis Grün immer die gleiche Leier und wenig Hoffnung. Trotz rücksichtsloser Hersteller, trotz Umgehung von Zulassungnormen wie beim Abgas, trotz viel zu lauter EU-ABE-Auspuffe, trotz Klappenauspuff und Entfall der Punkte für Auspuffmanipulationen. Trotz, trotz, trotz …

Eine Regionalpolitikerin der Grünen findet die richtigen Worte – nur leider keine Handhabe: Im Sommer sei es immer laut, nicht nur an den Wochenenden, sondern auch abends. »Es kann aber nicht sein, dass ein paar wenige Motorradfahrer so viele Leute tyrannisieren.« Vergrämen könne neben Geschwindigkeitsbegrenzungen, vermehrten Kontrollen und Fahrbahnschikanen eine Maßnahme zur Verringerung des Lärms sein.

Interessant ist, dass sich im Lautertal eine Motorradfahrer-Initiative gegründet hat, die LiLa heißt – das Akronym meint „Leise im Lautertal“ und ist wohl einzigartig in der Republik. Der gute Wille zählt: Offensichtlich ist der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass die Biker hier mittlerweile Strecksperrungen befürchten – und deshalb eigene Regeln aufstellen. Die ernst zu nehmende Drohung mit Streckensperrungen mobilisiert wenigstens die Gutwilligen unter den Kradfahrern. Die anderen werden sich von zehn Euro Strafen für Durchfahren trotz Verbots (das nenne ich  wehrhafte Demokratie) nicht abschrecken lassen.

Beispiele aus dem LiLa-Repertoire:

  • Wir sind Gäste im Lautertal und benehmen uns auch wie Gäste
  • wir fahren „anwohnerfreundlich“! wir benutzen die Straße nicht als Rennstrecke
  • unsere Motorräder sind in allen Teilen zum Straßenverkehr zugelassen
  • wir halten uns an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • wir fahren rücksichtsvoll und defensiv (Raser, ob Auto, Quad oder Motorrad lassen wir vorbeiziehen)
  • wir fahren im gemäßigten Drehzahlbereich
  • in Gruppen fahren wir geordnet mit genügend Sicherheitsabstand
  • wir fahren nicht unnötigerweise hin und her…

Die beiden freundlichen Herren, die auf der LiLa-Seite zu sehen sind, sehen auch wirklich nicht so aus, als würden sie Rennen fahren oder mutwillig Auspuffe manipulieren. Das linke Motorrad allerdings ist eine auch für Laien zu erkennende BMW GS und die hat seit Baujahr 2010 einen Klappenauspuff, der bei der Geräuschprüfung die Klappe schließt und ausserhalb des Normzyklus alle Grenzwerte reißt. Nachlesen kann man das im Test bei Motorrad Online.  Dort kann man auch die 14 andern „zum Straßenverkehr zugelassenen“ Legalauspuffe anhören, die Ursache für dieses Problem sind. Aber wie schon gesagt: Der gute Wille zählt.

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Es sind nicht alle – aber die es sind, sind extrem

Es ist November. Allerheiligenspaziergang bei herrlichem Herbstsonnenschein teilweise in Seh-, immer in Hörweite einer bei 13 Grad immer noch ordentlich frequentierten Motorradstrecke. Auffallend: Da gibt es viele, die sind nicht viel lauter als ein Auto. Und es gibt ein paar, die legen es echt drauf an. Nicht nur, dass Sie akustisch extrem aus dem Grundrauschen herausstechen. Sie fahren hier keine Tour, sondern die Mittelgebirgs-Passstrecke highspeed rauf und runter. Und zwar aggressiv und teilweise mit hohem Risiko trotz Laubfalls. Kandidaten für einen Flug mit dem Rettungshubschrauber. Zwei Stunden, eine Erkenntnis: Motorradfahren muss nicht extrem laut sein. Aber es kann. Und es kann den Anwesenden die letzten sonnigen Stunden vermiesen.

Es geht hier nicht darum, jemanden sein Hobby madig zu machen. Aber allen sollte klar sein, dass man die schwarzen Schafe bei der aktuellen Rechtslage nicht isoliert zu fassen kriegt. Also geht es um Maßnahmen an den belasteten Strecken – ausdrücklich inklusive Streckensperrungen. An vielen Orten in der Republik regt sich Widerstand. Widerstand gegen ständige mutwillige Verlärmung durch eine asoziale Minderheit. Bisher sind immer die Anwohner die Dummen. Immer. Bis hin zu dem Punkt, wo Anwohner aufgeben und wegziehen. Dann werden zuweilen Prozesse geführt gegen Hausverkäufer, die ruhige Ortsradlage inseriert und dann Nürburgring verkauft haben. Und die Biker sollten sich nicht wundern, dass ihnen keine Liebe entgegenschlägt…

Es gab seit dem Jahr 2000 einen ekaltanten Anstieg der Verlärmung, verursacht durch EU-ABE Zubehör- und Klappenauspuffe und mittlerweile auch durch die Tricksereien von Marken wie BMW und Ducati/Audi. Aber auch durch eine Politik, die der Lobby auf den Leim gegangen ist. Neben läppischer Bußgelder hat das Bundesministerium für Verehr und Infrastruktur sein schärfstes Schwert in Sachen Auspuffmanipulation ausgemustert: die Punkte. Wäre ich eine Hexe, ich würde jedem Minister und jedem Ministerialen eine Motorrad-Rennstrecke vors Haus und eine Horde dieser schwarzen Reiter an den Arsch hexen. Nur um der Erkenntnis willen, was ein dämlicher Federstrich in einer unseligen Abfolge dämlicher Federstriche in Sachen Verkehrslärm bewirken kann – nicht aus Bosheit. Vielleicht liest ja eine gute Hexe mit…

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Südschwarzwald-Initiativen:„Politik der reinen Lippenbekenntnisse“

Die Bürgerinitiativen gegen Motorradlärm im Südschwarzwald müssen feststellen: Für lärmbetroffene Bürger tut in diesem Lande niemand etwas. Mit Antworten wie „Leider nicht machbar! “ oder „Wir sind hier an EU-Gesetze gebunden“ hätten Politik und Behörden „alle Bemühungen zunichte gemacht, die Lärmbelastung durch rücksichtslose Motorrad- und zunehmend auch Sportwagenfahrer im Südschwarzwald zu reduzieren“, so eine Pressemitteilung der Bürgerinitiativen.

„Dabei ist hinlänglich bekannt, dass die EU-Straßenverkehrs- und Lärmverordnungen stark durch die Automobil- und Motorrad-Industrie beeinflusst sind. Dies führt dazu, dass die legitimen Forderungen viele Bürger nach mehr Lärmschutz den Interessen der Wirtschaft untergeordnet werden. Schon der leicht erhobene Zeigefinger von Industrie-Managern genügt, um Politiker und Behördenvertreter zurückrudern zu lassen“. Die Bürgerinitiativen aus St. Blasien, Häusern, Bernau, Dachsberg, Todtmoos und Todtnau-Präg sind entmutigt und frustriert. „Zusagen von Politikern, sich für die lärmgeplagte Bevölkerung im Südschwarzwald einzusetzen, sind reine Lippenbekenntnisse geblieben. Vorhandene Spielräume werden nicht genutzt, obwohl man weiß, dass etwa ein Drittel der zugelassenen Motorräder aufgrund technisch veränderter Auspuffanlagen (viele Firmen bieten heute den „Sound-Verstärker“ ab Werk an) zu laut sind. So bleiben wirkungsvoll kontrollierte Geschwindigkeitsbeschränkungen, in Leitpfosten integrierte Lärm-Messgeräte oder stationäre Blitzanlagen für Motorräder bleiben unerfüllte Wünsche auf der Forderungsliste der Bürgerinitiativen. Die Initiativen hatten angesichts der offiziell anerkannten Lärmproblematik mit tatkräftiger Unterstützung gerechnet und müssen dagegen feststellen, dass sich die Zuständigen bequem hinter Verordnungen verschanzen, die ein Handeln angeblich unmöglich machen. Ein Schlag ins Gesicht all derjenigen Bürger, die seit Jahren unter einer unzumutbaren Lärmbelastung leiden. Und angesichts der großen Bedeutung, die die Landesregierung in Baden-Württemberg dem Thema Lärmschutz beimisst und dafür sogar einen Lärmschutzbeauftragten eingesetzt hat, geradezu ein Skandal.

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Es röhrt der Jaguar – im Stau

Für Lärmschutz werden in Deutschland wirklich Milliarden ausgegeben. Für das Lärmen und Belästigen gibt es trotzdem einen Markt und den besetzt unsere Sportauto-Industrie mit ihren „potenten“ Kunden. Normen und Grenzwerte hin oder her – und beklatscht von der Motor-Journallie. Die Sportwagenfahrer kaufen sich einen Jaguar und deklarieren alle Menschen, die von ihnen belästigt werden und sich wehren, zu Spaßbremsen. Oder zu Sozialneidern. Ganz wie’s beliebt.

Lassen Sie sich dieses Motorsport-Gefasel (ein Gedicht für den Stau vor dem Supermarkt) ruhig auf der Zunge zergehen, bevor Sie das Filmchen ansehen: „Die aktive Sport-Abgasanlage gehört beim Jaguar F-TYPE und F-TYPE S zur Serienausstattung. Das System ist mit aktiven Bypass-Ventilen ausgestattet. Diese ermöglichen ein direkteres Entweichen der Abgase und sorgen dadurch für einen satten, dramatischen Sound. Der Jaguar F-TYPE R besitzt zusätzlich eine Klappensteuerung. Die manuelle Steuerung der Bypass-Klappen bereitet dem Fahrer ein noch faszinierenderes Fahrerlebnis. Der SVR besitzt eine aktive Sport-Abgasanlage mit Klappensteuerung aus Titan und Inconel. Dadurch wird eine Gewichtsersparnis von 16 kg erzielt – der Sound eines Supersportwagens.

Und das hört sich dann wie in unserem Film an, der in Konstanz aufgenommen wurde. Die Geräuschentwicklung des Jaguars schon im Stand ist dramatisch – was der potente Fahrzeugführer zweifelsohne zu wissen scheint.

PS: Uns liegt eine Stellungsnahme des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vor, der man entnehmen kann, dass es verboten ist, diese Sport-Abgasanlage mit Klappensteuerung im öffentlichen Straßenverkehr zu aktivieren. Kein Grund für den Besitzer, nicht am Hebel zu spielen – beziehungsweise mit dem agilen Gasfuß rumzumachen. Merke: Nicht alle Poser kommen aus Mannheim, nicht alle haben eine 3er BMW und Migrationshintergrund – manche haben schlicht und einfach zu viel Geld für ihren Charakter.

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