Motorradlärm ist ein Problem der Bürger

Kommunal berichtet: die Kommunen haben ein Problem.

Die Saison beginnt, die Motorradfahrer/innen kehren zurück in die Naherholungsgebiete, Mittelgebirge und an die Küsten – was früher gut für den Tourismus schien, quält mittlerweile Anwohner in Gemeinden, Städten und Landkreisen. Und verschreckt die normalen Urlauber. Die Kommunen positionieren sich mehr und mehr gegen die Belästiger/innen mit den Krachmaschinen. Bürgermeister und Bundesrat gehen mit der Initiative Motorradlärm und der Kampagne Silent Rider gegen Motorradlärm vor. Wie es gelingen soll, illegale Rennfahrer und Spaß-Krawallmacher auf den Straßen zu bremsen, darüber berichtet Kommunal, eine Zeitschrift für Städte und Gemeinden. Unsere Mitstreiterin Bärbel Lehmann berichtet dabei von ihrem Hotspot Müglitztal in Sachsen. Hier geht es zu dem Beitrag.

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ADAC weckt das Gespenst der Wochenendfahrverbote

Screenshot aus ADAC Einladung: Verein erweckt bei Veranstaltung falschen Eindruck – von der Motorradlobby abgeschaut? Es gibt keine Forderungen nach pauschalen Wochenendfahrverboten.

Der ADAC hat das Thema Motorradlärm entdeckt. Er will Schilder aufstellen und jetzt sogar das Thema diskutieren. Fatalerweise lässt sich schon im Titel das Lobbyinteresse des ADAC ablesen, denn eingeladen wird in populistischer Manier. Wir haben den Auto- und Motorradfahrerverein schriftlich um Stellungnahme gebeten:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie erwecken mit Ihrer im Betreff genannten Veranstaltung den Eindruck, dass allgemeine, flächendeckende Fahrverbote für Motorradfahrer an Wochenenden drohen. Mit dieser Formulierung hetzen Sie Motorradfahrer gegen Politik und lärmbetroffene Anwohner auf. 

Völlig unnötig, denn niemand hat je allgemeine Fahrverbote gefordert!

Wir empfinden es als unerträglich, dass der ADAC sich in dieser Form an einer einseitigen Stimmungsmache beteiligt, die einen Keil in unsere Gesellschaft schlägt. Es wird ganz eindeutig Zeit, dass Sie die Weiterverbreitung dieser Fake-News stoppen und sich auf eine sachliche Diskussionsebene besinnen!

Und wenn Sie dabei sind, denken Sie bitte auch darüber nach, dass ADAC-Mitglieder nicht nur Fahrzeugführer sind, sondern eben auch irgendwo wohnen – viele davon auch an Straßen. Damit sind sie nicht nur Luftschadstoffen durch Abgase ausgesetzt, sondern auch dem sinnfreien Lärm von Poserautos und Motorrädern – die aufgrund von Lücken in den Typzulassungsverfahren zwar legal sind, aber auf den Straßen im realen Fahrbetrieb eine enorme Lärmbelastung verursachen – einschließlich künstlicher Fehlzündungen, die geeignet sind nachts jeden Anwohner aus dem Bett zu werfen. Der Abgasskandal lässt grüßen!

Wie konnte es nur dazu kommen, dass sowas in Massen auf die Straßen gelassen wurde?

Auch das Umweltbundesamt stellte unlängst Handlungsbedarf fest:
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/laute-motorraeder-pkw-sorgen-zunehmend-fuer

Durch immer lautere Fahrzeuge auf den Straßen unseres dicht besiedelten Landes leidet die Akzeptanz von Individualmobilität auch gerade in den Städten. Die Verbannung des gesamten Verkehrs ist die Folge – wie sie vielerorts bereits diskutiert wird. Ein Thema, dessen sich der ADAC aus unserer Sicht unbedingt annehmen sollte.

Wir bitten dringend um eine Stellungnahme dazu!

ANTWORT DES ADAC MITTELRHEIN e.V.:

Der Auto- und Motorradfahrerverein hat geantwortet. Mirco Hillmann, Leiter Kommunikation & Marketing des ADAC Mittelrhein, begründet die Fake-News-Themensetzung folgendermaßen:

„Die Headline zum Fahrverbot ist mit einem Fragezeichen versehen, daher ist dies keine Feststellung. Wir wollen beide Seiten anhören und ganz wichtig…“

Unsere Antwort: Dieser Versuch einer Mauseloch-Ausrede ist leider komplett missglückter Blödsinn. Das Fragezeichen in „Wochenend-Fahrverbote für Biker – überzogen oder sinnhaft gegen Motorradlärm?“ bezieht sich auf die im zweiten Teil gestellte Frage und nicht auf die im ersten Teil des Satzes formulierte falsche Behauptung. Schöner Manipulationsversuch: Der ADAC (der auch beim Autotesten schon gelogen haben soll) will den Teil seiner Mitglieder mobilisieren, die Krach toll finden. Na – wenn sich die Normalmitglieder da nicht mal ebenfalls gestört fühlen! Eine Mehrheit der Deutschen wäre nämlich laut Spiegel-Umfrage offen für beispielsweise das Tiroler Modell, das Fahrverbote für besonders laute Kräder auf besonders belasteten Strecken vorsieht.


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Tiroler Modell setzt Massstäbe: Weiterhin Fahrverbote für Krachkisten

Gemeinsam mit (v. links) Studien-Co-Autor David Schnaiter, Christoph Lechner und dem Leiter der Landesverkehrsabteilung, Markus Widmann, präsentierte Ingrid Felipe im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Studie zur Wirksamkeit der Fahrverbote für laute Motorräder im Bezirk Reutte.
Foto: Land Tirol/Gratl

Die im Tiroler Außerfern geltenden Fahrverbote für besonders laute Motorräder wurden nach der Pilotphase 2020 eingehend bewertet und auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die Ergebnisse dieser Studie wurden jetzt von der Stellvertretenden Landeshauptfrau Ingrid Felipe präsentiert: „Die gesetzten Maßnahmen zeigen Wirkung und finden auch bei der Bevölkerung im Außerfern große Zustimmung. Zudem ist die Anzahl der Motorräder um über ein Drittel zurückgegangen. Dies alles spricht für eine Beibehaltung der gesetzten Maßnahmen, auch in den kommenden Jahren.“ Die nun vorliegenden Studienergebnisse beruhen auf den erhobenen Verkehrszahlen im Geltungszeitraum von 10. Juni bis 31. Oktober 2020 und auf einer repräsentativen Befragung der anrainenden Wohnbevölkerung.

Auswertung der Verkehrsdaten

Wie schon bei der Motorradlärmstudie 2019 wurde auch bei der Evaluierung der Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB die vorliegenden Verkehrszahlen der fünf betroffenen Straßenabschnitte mit den Ergebnissen einer Umfrage bei 250 Personen in 19 Gemeinden im Außerfern verschnitten, wie der Vorstand der Abteilung Emission Sicherheitstechnik Anlagen (ESA), Christoph Lechner erläutert: „Wir haben dazu die Daten von fünf automatischen Dauerzählstellen im Zeitraum von 1. Juni bis 30. September ausgewertet. Insgesamt konnte eine Reduktion um durchschnittlich 36 Prozent – am Hahntennjoch sogar um 50 Prozent – an Sommersonntagen im Vergleich zu 2017 festgestellt werden, was einer Lärmpegelminderung bei den Motorrädern von durchschnittlich 2 dB entspricht.“ Mit in den Studienbericht aufgenommen wurden auch Aussagen zur Veränderung der Anzahl der Motorräder auf Grund der Pandemie, wie Lechner betont: „Die Coronapandemie hatte selbstverständlich auch einen Einfluss auf das Motorradaufkommen. Definitive Aussagen über die Höhe dieses Einflusses auf die Motorradanzahl auf den betroffenen Straßen sind allerdings nicht möglich. Die Einschätzung der Betroffenen dazu wurde hingegen mit einem eigenen Themenkomplex abgefragt und in die Studie integriert.“ Die Fahrverbote wurden im vergangenen Jahr mit Schwerpunkteinsätzen der Polizei mehrfach kontrolliert, wie der Leiter der Landesverkehrsabteilung, Markus Widmann berichtet: „Die Zusammenarbeit mit der Landesverkehrsabteilung und den Bezirkskommandos Reutte und Imst hat hier hervorragend funktioniert. Die Zahl jener Motorradlenker, die mit zu lauten Motorrädern unterwegs waren, war im gesamten Geltungszeitraum konstant gering. Insgesamt wurden 8.917 Motorräder überprüft, wovon 135 gegen die Lärmverordnungen verstoßen haben. Allerdings gab es rund 800 sonstige Delikte wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, verbotenes Überholen oder ‚Kurven schneiden‘, die im Zuge der Kontrolltätigkeiten geahndet wurden.“

Positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Die anrainende Bevölkerung entlang der beliebten Motorradstrecken wurde nach dem Auslaufen der lärmbeschränkenden Verordnungen zu den Auswirkungen der Fahrverbote, ihren Wahrnehmungen und zum weiteren Umgang mit lauten Motorrädern befragt, wie Studien-Co-Autor David Schnaiter zusammenfasst: „Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass der Motorradlärm in ihrer Wahrnehmung abgenommen hat. Nahezu gleich viele sprechen sich auch für die Beibehaltung der spezifischen Fahrverbote aus. Insgesamt steht eine deutliche Mehrheit den getroffenen Maßnahmen positiv gegenüber.“ Erfreulich ist die erreichte Rücklaufquote von 89 Prozent, die das Interesse der Bevölkerung am Thema widerspiegelt und eine hohe Repräsentativität der Studienergebnisse sicherstellt. „Bemerkenswert ist zudem, dass sich das Meinungsbild von Motorradfahrenden – immerhin knapp ein Drittel aller Befragten – in geringerem Ausmaß von den Nicht-Motorradfahrenden unterscheidet als vielfach angenommen“, hebt Schnaiter hervor. Die an der Befragung Teilnehmenden wurden auch zu möglichen weiterführenden Maßnahmen interviewt: „Unter anderem wünschen sich 81 Prozent aller Befragten – selbst 74 Prozent der Motorradfahrenden – gesetzliche Maßnahmen, um die Motorradhersteller zur Produktion von leiseren Motorrädern zu zwingen“, so LHStvin Felipe. „Um möglichst viele Menschen vor ungebührendem Lärm zu schützen, gleichzeitig aber den Motorradbegeisterten nicht mit partiellen Fahrverboten das Fahrvergnügen zu nehmen, braucht es klare Vorgaben für die Hersteller. Darüber habe ich auch bereits mit Interessensvertretungen der Motorradcommunity und der Industrie gesprochen, wobei wir uns einig waren, dass dies der Weg für ein lärmärmeres Miteinander auf und entlang der beliebten Motorradstrecken sein muss.“

Fahrverbote werden von 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres gelten

Ingrid Felipe

„Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen, unabhängig von den erheblichen Einflüssen der Coronapandemie auf das Verkehrsaufkommen, die gewählte Vorgehensweise der vergangenen Pilotsaison, weshalb wir die Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB vom 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres auf den fünf Straßenzügen mit einer Gesamtlänge von 126 Kilometer verordnen“, betont Felipe. Das dazu notwendige Ermittlungsverfahren startet mit dem heutigen Tag.

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BW bezieht Position Hermann: „endlich handeln!“ Marwein: „Presslufthammer!“

Messergebnisse: Richtig laut sind nur die Motorräder. Quelle Verkehrsministerium BaWü.

Motorradlärm verursacht weiterhin Konflikte. In Erholungsgebieten, wo Menschen Ruhe suchen, verursachen Motorräder dröhnenden Lärm . Um Daten dazu zu erhalten, hat das Land Baden-Württemberg Leitpfostenmessgeräte aufstellen lassen, welche die Lautstärke von vorbeifahrenden PKW und Motorrädern erfassen. Auch die vom Land geförderten Motorradlärm-Displays der Kommunen erfassen Lärm und Verkehrsdaten. Die Daten hat das Verkehrsministerium in Stuttgart analysiert. Das Ergebnis: Die meisten Motorräder sind lauter als PKW. Der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, Thomas Marwein: „Die meisten Motorräder sind so laut wie eine Motorsäge oder ein Presslufthammer – leider nicht nur einige wenige.“ Mit Leitpfostenmessgeräten wird neben den Verkehrszahlen auch der Fahrzeuglärm erfasst, wie dieser auf der Straße zu hören ist. Die Auswertungen zeigen, dass bei den besonders lauten Fahrzeugen Motorräder besonders aus dem Gesamtverkehr hervorstechen.

Thomas Marwein (Grüne) ist der Lärmschutzbeaftragte in Baden-Württemberg und legt neue Daten zum Auspuffmißbrauch von Motorrädern vor.
Bild: Wikipedia / Tobias Klenze / CC-BY-SA 4.0.

So war an der Bundesstraße 39 bei Löwenstein (Landkreis Heilbronn) im betrachteten Zeitraum etwa jedes zweite Motorrad mit 87 dB(A) oder lauter unterwegs, jedes Dritte sogar lauter als 90 dB(A). Bei den Pkw kam nur eins von acht bzw. eins von 30 Fahrzeugen auf diese Lautstärke. An anderen Straßenabschnitten mit sehr unterschiedlichen Verkehrsverhältnissen ergibt sich ein vergleichbares Bild (vgl. Grafiken im Anhang). Der Lärmschutzbeauftragte und Landtagsabgeordnete, Thomas Marwein, appelliert: „Es ist eine Zumutung für Anwohnerinnen, Anwohner und auch für Erholungssuchende, wenn Motorräder mit ohrenbetäubenden 90 dB(A) und mehr vorbeifahren. Eine solche Lärmbelastung erreichen üblicherweise Motorsägen oder auch Presslufthammer. Aus Rücksicht auf die Mitmenschen sollten leise Motorräder gefahren werden, am besten elektrische.“  Marwein erinnert an die vom Bundesrat am 15. Mai 2020 verabschiedeten Forderungen an EU, Bund und Hersteller, gegen unzumutbaren Motorradlärm vorzugehen. „Motorräder müssen leiser werden, ganz gleich, in welcher Art sie gefahren werden“, fordert der Lärmschutzbeauftragte. In diesem Punkt sei die EU gefragt, die Zulassungsvorschriften für Motorräder zu ändern ­– und natürlich die Hersteller, leisere Motorräder anzubieten. Motorradlärm sticht bei Messungen deutlich herausBeispielhaft wurden die Daten an der B 39 bei Löwenstein (Landkreis Heilbronn) vom Samstag, 11. Juli 2020, ausgewertet. Es zeigt sich, dass an der Messstelle die Motorräder lauter unterwegs waren als PKW. Ein Drittel der PKW und ein Sechstel der Motorräder waren in den Pegelbereichen bis 83 dB(A) unterwegs. Das Fahrgeräusch der Motorräder spielte vor allem in den Pegelbereichen 84 bis 86 dB(A), allerdings wurden im Schnitt etwa 30 Prozent der Motorräder mit 90 dB(A) oder lauter erfasst. Ein Unterschied von 10 dB(A) hat zur Folge, dass das menschliche Ohr diese Lautstärken als doppelt so laut wahrnimmt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Motorräder als besonders lautstark empfunden werden. Insgesamt wurden an diesem Tag 1597 PKW und 368 Motorräder erfasst. Davon waren 117 Motorräder mit 90 dB(A) oder lauter unterwegs.  Auch eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes vom September 2020 zeigt, dass verschiedene fabrikneue Motorräder um 20 dB und lauter waren, als beim Betriebszustand, der für die Typprüfung maßgeblich ist. Marwein fordert daher: „Solch ein Lärm ist absolut vermeidbar. Der Respekt vor den Anwohnerinnen und Anwohnern gebietet, dass solche Fahrzeuge gar nicht erst auf die Straße kommen. Ich setze große Hoffnungen auf Elektro-Motorräder, habe aber auch die klare Erwartung an die Hersteller, mit leisen Motorrädern ein weiteres Kaufargument für umweltbewusste Biker zu schaffen.“ Verkehrsminister Winfried Hermann MdL kündigt an, das Thema im Bundesrat erneut zur Sprache zu bringen: „Das Problem Motorradlärm ist absolut ungelöst. Der Bund muss endlich handeln. Eine künftige Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass das real messbare Geräusch von Motorrädern zu einem entscheidenden Kriterium der Zulassung wird und die europäischen Zulassungsregeln entsprechend geändert werden. Wir werden mit dieser Forderung nicht nachlassen.“ Gerade das Corona-Ausnahmejahr 2020 zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig auf gesundheitsschädliche Belästigungen zu reagieren. Hohe und dauerhafte Lärmbelastungen wirken sich ohne Zweifel auf die Gesundheit der Menschen aus. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat dies in ihrem aktuellen Gutachten bestätigt. Lärm wirkt auf den gesamten Organismus und kann körperliche Stressreaktionen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Um eine Verbesserung für die lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner zu erreichen, ist eine schnelle Umsetzung von geeigneten Maßnahmen notwendig. EU, Bund, Länder, Hersteller und die Motorradfahrer selbst sind daher zum Handeln aufgefordert.

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Tiroler Modell hält: Verbot für laute Kräder über 95 dB

Die Europäische Kommission hat eine Beschwerde einer Facebook-Gruppe abgewiesen. Die dort organisierten Motorradfahrer („Nein zum Motorrad-Fahrverbot in Tirol“) waren der Ansicht, dass das Fahrverbot in Tirol für Motorräder über 95 dB Standgeräusch in den Papieren gegen EU-Recht verstoße. Das gibt der Initiative der Bundestagsfraktion der Grünen Auftrieb, die die gleiche Regelung auch für Hotspots in Deutschland fordern, denn das EU-Recht gilt ja neben Tirol auch in Deutschland.

Fahrverbote in Tirol sind konform mit EU-Recht.
Ausriss aus der Tiroler Tageszeitung

Die Verordnung des Landes Tirol zu Streckensperrungen für zu laute Kräder ist damnach gesetzeskonform, wie die Tiroler Tageszeitung mitteilt. Auch wenn Fahrzeuge den Vorschriften für die Typengenehmigung entsprächen, können Beschränkungen erlassen werden, wenn sie durch den ­Gesundheitsschutz gerechtfertigt seien. Eine Studie von 2019 habe die erhöhte Lärmbelastung für die Bevölkerung im Außerfern klar bestätigt.

Die Tiroler Tageszeitung zitiert die EU-Kommission: „Der Generaldirektion Binnenmarkt der Europäischen Kommission war es in ihrer Stellungnahme wichtig, dass durch diese Tiroler Maßnahme Motorradkäufe etwa nicht prinzipiell stark eingeschränkt worden seien. Es handle sich auch nicht um ein generelles Nutzungsverbot, weil der Zeitraum vom 10. Juni bis 31. Oktober begrenzt geblieben sei. Zudem gelte das Fahrverbot auf ausdrücklich genannten Straßen in den Bezirken Reutte und Imst. Und drittens seien inländische Fahrzeuge gleich betroffen wie jene im Transitverkehr mit ausländischer Zulassung.“

Die zweite Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) gegenüber der Tiroler Tageszeitung: : „Das Schreiben der Europäischen Kommission bestätigt, dass unsere Verordnungen niemanden diskriminieren, sowie deren Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit. Es wird zudem festgehalten, dass es den Mitgliedstaaten möglich ist, Beschränkungen aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder zur Umsetzung nationaler Umweltpolitik zu setzen.“ Man habe nichts anderes getan, als die Bevölkerung und die Natur entlang dieser Routen vor dem Motorradlärm zu schützen. Felipe will nun den österreichweit erstmalig von Tirol eingeschlagenen Weg zur Reduktion von Motorradlärm konsequent fortsetzen.

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Naherholungsgebiet Vogesen

Unerträgliche Bilder/Töne aus unserem Nachbarland. Die einen erholen sich, die anderen suchen das Weite oder die Ohrenstöpsel. Jedes Wochenende unerträgliche Zustände in einer Naturregion, die zur Rennstrecke umgewidmet wurde.

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Kräftemessen der Verbände

Michael Lenzen (links) und Holger Siegel tauschen bei 3Sat Nano Argumente aus.
Quelle: Screenshot Nano

https://www.3sat.de/wissen/nano/200916-motorrad-nano-104.html

So unterschiedlich können Motorradfahrer die Welt sehen: Michael Lenzen (Bundesverband der Motorradfahrer) gegen Holger Siegel (BUND Arbeitskreis Motorradlärm) – Austausch der Argumente im Fernsehen bei 3-Sat Nano. Während Lenzen angesichts von konsequenten Lärmgrenzwerten über das Ende des Motorradfahrens orakelt, fährt Siegel wieder mit seiner Nähmaschine vor, die zeigt, dass es auch leise (wenn auch emotionsbefreit) geht. Siegel: „Ohne Streckensperrung als Ultima Ration nehmen uns die nicht ernst!“ Lenzen: „Lehne ich ab, ist eine Diffamierung.“ Sehenswerter Beitrag von Carsten Walter.

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UBA legt nach: Unnötig laut

Die größte Umweltbehörde Europas bezieht Stellung, wie die Zeit berichtet: Auch fabrikneue Motorräder und Sportwagen sind unnötig laut, hat eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) ergeben. Demnach erfüllen die Fahrzeuge zwar die Zulassungsvorschriften, sind aber außerhalb der Prüfbereiche drastisch lauter. Erreicht wird diese „Soundkulisse“ mithilfe von Klappen und zum Teil auch Lautsprechern im Abgasstrang.

Das Umweltbundesamt testete Prollfahrzeuge auf zwei und vier Rädern: drastisch lauter als in der Zulassung. Foto: Wikipedia _ M_H.DE

„Der Lärmschutz und die Nöte lärmgeplagter Bürgerinnen und Bürger kommen dabei unter die Räder“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. Nötig sei eine Pflicht für Hersteller, Motorräder und Autos so leise zu bauen, wie der Stand der Technik es zulässt. „Unnötiger Lärm ab Werk ist auf der Straße nicht akzeptabel und belastet Gesundheit und Nerven aller.“ Das steht übrigens bereits folgenlos in §30 STVO und in §49 STVZO – aber was soll’s…

Untersucht hat das UBA drei Motorräder und drei Autos, die für „sportlichen“ Sound bekannt sind – sowohl unter den gesetzlichen Typ-Prüfbedingungen als auch unter Bedingungen in der Praxis außerhalb des Prüfbereichs. Das Fazit der Behörde: Die erst kürzlich überarbeiteten, internationalen Geräusch-Zulassungsvorschriften sind ungeeignet, extremen Lärm im Straßenverkehr zu unterbinden. Drei Autos in Proll-Ausführung Audi TT RS, Mercedes-AMG GLC 63 S und Škoda Octavia 1.8 TSI Und drei Poser-Motorräder: Kawasaki Ninja ZX-10R, BMW R NineT Urban G/S, Harley-Davidson Softail Heritage Classic.

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